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Sommertörn



29.03.2008

Es ist kalt und ungemütlich. Wir fahren nach Kiel, zum Winterlager unseres Segelclubs, denn unser Schiff soll heute abgeslippt, d.h.: wieder ins Wasser kommen - vor drei Tagen lag noch Schnee auf dem Schiff !! Sehnsüchtig denken wir kurz an die warme Zeit auf Kuba zurück, wo wir im Januar/Februar gewesen waren = warme Luft, warmes Meer..... Das hatte Heidrun besonders gut getan, nachdem die letzten Bein-Beeinträchtigungen vom Ischias-Anfall  in Lettland  endlich im Dezember abgeklungen waren und sie nun wieder einsatzbereit ist. Doch schauen wir nach vorne: die neue Saison ruft! Wir sind erst am Nachmittag an der Reihe, als letztes Schiff dieses Tages: und "Omen" ? = als das Schiff schwimmt, reißt der Himmel auf und die Sonne bahnt sich einen Weg. Die erste Kaffeepause im Cockpit ist bereits "stimmig". Nachdem unser Winterplatz aufgeräumt ist, wird der Mast aus dem Mastenlager mit Hilfe einiger starker Männer zum Mastenkran gefahren, damit alles vorbereitet werden kann, wenn wir morgen den Mast stellen werden: Mast säubern, polieren, das "laufende Gut" ( Rick, Fallen usw.) anbringen usw.... Heute schlafen wir das erstemal in dieser Saison wieder an Bord; schön, dass die Heizung so gut läuft und uns wärmt! Planmäßig wird dann am Sonntagvormittag der Mast gesetzt; alles läuft gut. Danach überführen wir das Schiff auf die Westseite der Förde, in das Hauptbecken unseres Clubs und können hier in Ruhe das Deck vom Winterschmutz befreien. Der Wind pfeift ordentlich dabei, ab und zu guckt jedoch die Sonne hinter den Wolken hervor. Weil für die nächsten Tage Wetterverschlechterung und zunehmender Wind angesagt  wurden, fahren wir unter Motor am Montagmorgen nach Friedrichsort / Stickenhörn auf unseren festen Liegeplatz. Es sind erst wenige Schiffe im Hafen; die anderen werden an den nächsten Wochenenden ins Wasser kommen. 



30.05. -  1.06.

Verschiedene Familienereignisse und Feiern erforderten unsere Anwesenheit, so dass wir bis heute keine Zeit hatten, an Bord zu gehen: dieses Jahr gibt es eine lange "Vorsaison", bis wir zum segeln kommen; doch sei's drum: die Prioritäten sind in diesem Jahr etwas anders angeordnet und verteilt und boten bisher auch sehr schöne Erlebnisse. Persönlich haben wir  im Mai unseren 60. bzw. 65. Geburtstag vollendet, daraus einen "125. Geburtstag" gemacht und mit unseren Familien und zahlreichen Freunden kräftig gefeiert. Es war superschön! Nun ist unser Auto wieder bis unter das Dach vollgepackt  und unsere Schiffsausrüstung kann weiter vervollständigt werden. Das Wetter ist sommerlich warm und damit eine gute Voraussetzung, um z.B. die Holzteile auf dem Deck zu bearbeiten und zu streichen. Außenarbeiten in der Sonne können dann richtig Spaß machen.... Also: an die Arbeit, das Schiff muss segelfertig werden!

25. + 26.07.

Zurück an Bord! Anläßlich unseres "125.Geburtstages"hatten wir uns eine 17-tägige Kreuzfahrt in den hohen Norden gegönnt: Shetland, Island, vorbei an Jan Mayen, Spitzbergen, Nordkap, dann weiter zurück an der norwegischen Küste mit Tromsö, Geirangerfjord und Bergen. Bei meistens gutem Wetter, da kein Sturm und kaum Nebel, konnten wir beeindruckende Natur erleben! Unser nördlichster Punkt war die Magdalenenbucht auf Spitzbergen: 79°33 Nord, wo wir im Sonnenschein ( ! ) durch den Schnee stapfen konnten und glücklicherweise keinen Eisbären trafen....
Nachdem nun unsere warme Kleidung und das Ölzeug wieder an Bord verstaut sind, müssen "nur noch" all die weiteren Dinge, die man halt so braucht, auch ihren Platz finden, denn nun soll es mit  u n s e r e m  Schiff losgehen. Nach den vergangenen unentwegt kalten und nassen Tagen bestimmen endlich wieder Sonne und Wärme unser Wetter; doch der Wind spielt noch nicht mit: er bläst zu stark und dann noch aus NO = denkbar ungünstig als Start. Also beginnen wir mit Hafentagen, pusseln noch etwas und "pflegen gesellschaftliche Kontakte". Die Windprognosen lassen hoffen, dass es in Kürze losgehen kann. Weil in diesem Jahr sowieso der Zeitplan ganz anders ist, haben wir uns kein festes Ziel vorgenommen und wollen uns am jeweiligen Wetter und Wind orientieren. Vielleicht auch 'mal wieder Ecken aufsuchen, an denen man bei Langstrecken vorbei segelt; ausserdem ist volle Ferienzeit und die Häfen werden voll sein. Mal sehen....

27.07.

Es ist soweit: Leinen los um 10.10 h; bei bestem Sommerwetter motoren wir aus dem Hafen, setzen später die Segel. Unser Wunsch ist, nach Marstal zu segeln, doch auf Höhe Schilksee dreht der bisher östliche Wind auf NE und legt auf 4-5 Bft, dann 5 Bft zu; also reffen wir die beiden Segel etwas. Doch dieser Kurs ist ungemütlich, da der Wellengang doch noch oder schon wieder höher ist und uns sogar mitunter Spritzwasser trifft. Das muss nicht sein, dass wir hart am Wind segeln mit Duscheinlage = also gehen wir auf Kurs Sonderburg / Insel Alsen, und plötzlich ist Segeln wieder herrlich schön! Das Schiff bolzt nicht mehr gegen die See sondern segelt mit Rauschefahrt über die Wellen unter sommerlich blauem Himmel. Auf Höhe der Sperrgebietstonne 1 bei Schleimünde haben wir nur noch 4 Bft, später dann 3-4 Bft. Wie ein Bilderbuch ist die Ostsee anzusehen: Blaues Wasser, wolkenloser Himmel und ganz, ganz viele weiße Segel bis zum Horizont. Nachdem die Segel eingerollt sind, laufen wir um 16.40 h in den Yachthafen Sonderburg ein: oh je!! die vielen weißen Segel haben alle Plätze gefüllt: der Hafen ist proppevoll und wie wir suchen noch andere einlaufende Schiffe ein Plätzchen. Also: nichts wie 'raus und zum Stadthafen, wo sowieso "Päckchenliegen" angesagt ist, weil natürlich auch hier schon viele Schiffe liegen. Wir finden noch ein "kleines Päckchen", d.h., wir sind erst das dritte Schiff; fest um 17.25 h. Später legt sich noch ein kleines Boot auf unsere Außenhaut, damit ist ein weiteres Anwachsen dieses Päckchens beendet. Abends hören wir vom Hafenmeister, dass der Yachthafen wg. Überfüllung geschlossen worden ist! Doch jeder freut sich, an Bord zu sein: Fast alle sitzen im Cockpit und das launige Stimmengemurmel ist lange in der milden Abendluft zu hören.
                                                                                                                                                     38,8 sm

28.07.

Nachdem wir unseren außenliegenden Nachbarn geweckt haben, können wir um 8.35 h ablegen und die Brückenöffnung um 8.58 h in den Alsensund wahrnehmen. Danach setzen wir nur das Großsegel und bei E 2 Bft, Böen 3-4 Bft, segeln wir gemütlich den Sund hinauf, der bei diesem zauberhaften Wetter besonders schön aussieht. Nach Umrundung des Nordprickens kommt das Vorsegel dazu; streckenweise können wir "Schmetterling" segeln. Um 12.00 h erreichen wir den Ausgang Als Fjord, der Wind hat auf E 5 Bft zugelegt; Kurs Aarö im Kleinen Belt liegt an. Sehr viele ( !! ) weiße Segel in dieser Richtung.....Der Wind nimmt etwas ab, wir ändern den Kurs auf Assens = nicht ganz so viele weiße Segel... Um 14.20 h erreichen wir den notwendigen Nordpricken, um danach in die Einlaufstrecke Richtung Hafen abbiegen zu können, den wir um 15.00 h erreichen: ein gut besuchter Hafen! Die Hälfte haben wir bereits nach einem Platz abgesucht, als plötzlich heftigstes Kindergeschrei und ein "Platsch" zu hören sind. Kurz vor uns ist ein deutscher Segler ebenfalls auf Platzsuche, als sein jüngsten Besatzungsmitglied - ca. 1 1/2 Jahr alt, wie ein kleiner Korken ( weil Schwimmweste an ) im Wasser liegt. Mutter steht auf dem Deck, ruft rundum " Baby in the water !" ( haben wir bereits mitbekommen ) und springt ins Wasser, um ihr Kind zu retten. Ein Geschwisterkind - ca. 4 Jahre alt - steht an Deck und brüllt noch mehr als der kleine "Korken", wird vom Vater resolut mitsamt des 3.Kindes unter Deck geschickt. Derweil kommt ein Mann mit seinem Schlauchboot angefahren und fischt Mutter und Kind aus dem Wasser. Alles wieder o.k., die Familie ist wieder vollzählig und nichts ernstes passiert. In der übernächsten Reihe legt gerade ein Gast-Segler ab = dies wird nun unser Liegeplatz. Glück muss man haben; fest um 15.10. h, Boxenplatz! 
                                                                                                                                                      29 sm
             


29.07.

Es ist wieder warm und sonnig; Hoch "Volker" kann bleiben! Zunehmend fallen jedoch häßliche starke Böen über die Schiffe. Wir waren - Jahrzehnte? - nicht mehr hier in Assens und deshalb wollen wir in die Stadt. Nach einem ca. 15- Minuten-Fußweg um die "Hafenkippe" sind wir dann mittendrin: Eine gemütliche hübsche Haupteinkaufsstraße, gesäumt von schönen, überwiegend alten, Häusern, die auch in den Seitenstraßen zu finden sind; typisch dänisch: propper und gepflegt. Im Kulturcenter "Tobaksgaarden", bestehend aus mehreren alten restaurierten Gebäuden mit Hinterhöfen, kann man kostenlos Internet nutzen, was wir auch praktizieren. Diesen Tipp hatten wir vom Hafenmeister erhalten. Am Nachmittag geht es bei 30°C Hitze zurück an Bord; der Wind pfeift in den Wanten. Das Abendessen nehmen wir unter Deck ein, damit uns das Essen nicht vom Teller weht. Neben uns liegt ein Engländer, der diesen Sommer die Ostsee bereist: "lovely" und ohne Ebbe und Flut. Das Schiff wird er auf Fehmarn überwintern lassen, um nächstes Jahr weiterhin - gleich vor Ort - dieses Revier zu besegeln, bevor es wieder "back to Britain" geht.


30.07.

Tief "Christobal" drängelt sich dazwischen: der Himmel ist bedeckt, Wolkentürme ziehen gegen den Wind hoch = Gewitter? Doch später verziehen sich diese und graue Wolken lassen ab und zu einige Sprühtropfen fallen. Wir bleiben noch hier; Heidrun hat größtes Ruhebedürfnis nach vielen Wochen "Action und Unruhe". Sie möchte heute einen ganz faulen Tag machen, wofür Harald Verständnis aufbringt ( er ist wirklich ein lieber Mann! ).Ein paar Schiffe weiter spielt ein Kind Blockflöte - ist leider noch kein Meister....Gegen Mittag läuft ein Freund mit seinem Schiff ein, der hier nur kurz einkaufen möchte, doch ein Plausch vorab ist noch "drin". Danach ist Entspannung angesagt: der eine ( Harald ) radelt in der Gegend, die andere ( Heidrun ) kann im Cockpit lesen, denn der Regen hat aufgehört.   



31.07.

Leinen los um 9.30 h.Blauer Himmel, Wind E 4 Bft, dann SE 3-4 Bft. Nur unter Groß segeln wir den Kleinen Belt gen Norden, um 12.00 h kommt die Genoa dazu, weil der Wind jetzt Schmetterlingsegeln zuläßt, während wir auf den Fänö-Sund zuhalten und dann durchsegeln. Immer wieder eine wunderschöne Gegend! Saftiges Grün der Wiesen und Wälder, davor das Blau des Wassers; sehr beliebt auch bei Urlaubern, denn viele kleine Motorboote sind, außer den sowieso großen Seglerscharen, unterwegs; teils zum Angeln, teils zum Baden. Dann macht der Wasserweg eine Biegung und ein neues Bild zeigt sich: die Eisenbahnbrücke und danach die Straßenbrücke über den Kleinen Belt, die Fünen mit Jütland verbinden. Der Wind kommt jetzt genau auf die Nase, der Gegenstrom beträgt ca. 2 kn, also Motor an, Segel runter, denn wir wollen mal schauen, ob in der neuen Tel-ka Marina von Middelfart noch Platz ist, die wir uns als Fußgänger vor 2Jahren angesehen hatten. Der kleine Hafen ist voll bzw. legt gerade ein Motorboot ab, doch der frei gewordene Platz ist zu schmal für unser Schiff; der nächste hinter uns freut sich. Dann segeln wir also weiter gen Nord und düsen an Fredericia vorbei mit Wind SE 4 Bft. Nun weitet sich das Gewässer wieder und der Wind dreht auf Ost, legt auf 4-5 Bft zu und wir rauschen bei diesem herrlichen Wetter Richtung Juelsminde / Jütland. Davor ist ein großes Flach zu beachten; den hierfür wichtigen Pricken umrunden wir um 17.30 h und sind um 18.20 h im Hafen Juelsminde fest = quer an den Heckpfählen von Liegeplätzen, da kein anderer Platz mehr möglich war. Harald hat gerade das Schlauchboot aus der Backskiste wg. Landverbindung herausgeholt und will es aufpumpen, als er plötzlich den Tipp bekommt, dass in der nächsten Reihe ein Motorboot ablegt und dieser Liegeplatz ein grünes Schild (=frei ) ausweist. Jetzt ist Schnelligkeit gefragt, bevor ein anderer dies mitbekommt: alles stehen und liegen lassen, Motor an, Leinen losmachen und sofort starten. Wir schaffen es und belegen den Platz: 19.00 h fest im Boxenplatz.
                                                                                                                                                        39,5 sm
 



1.08.

Der Fortschritt ist auch hier nicht aufzuhalten: der Hafen bietet seit dieser Saison kostenloses drahtloses Internet an Bord an; wie angenehm! Danach wolen wir, solange die Sonne noch scheint ( Gewitter sind angekündigt ) eine Ortsbegehung machen und die Wärme genießen. Natürlich müssen wir auch in diese zwei, drei Geschäfte gehen, in denen es immer so hübsche Dinge gibt.... z.B.: "Paraffine" = diverse Kerzen bester Qualität bzw. alles, was zu Kerzen auch an Deko gehört - immer schön nach Farben zusammengestellt! Wir haben unsere Touristenpflicht erfüllt und die dänische Wirtschaft unterstützt.... Kaum zurück an Bord, zieht sich der Himmel immer mehr zu bis alles Blau weg ist und die ersten Tropfen fallen. Gewitter hat uns verschont bis auf kräftige Böen und Winddrehung auf SW. Die Urlauber flüchten vom Strand, der hier gleich neben dem Hafen ist, und verkriechen sich in den Ferienhäusern und auf den Schiffen. Trotz Regen wollen wir heute zu "unserem" Fischgeschäft gehen, denn heute gibt es dort kalt / warmes Fischbuffet für 175,- dkr p.P. ( = ca. 25,- Euro ): "Ta' selv bord" (Selbstbedienung, so viel man möchte ). Tagsüber werden alle Arten von Fischen verkauft, zusätzlich kann man diese aber auch vor Ort essen. Während der Regen auf die gespannte Dachplane des Hofes prasselt, schlemmen wir u.a. Lachs, Scampis, eingelegte Heringe, gegrillten Hai, Thunfisch, Marlin, Fischspieße, Riesengarnelen usw...... Wunderbar!! Zurück an Bord gibt es dann den notwendigen "Verteiler".    


 2.08.

Die Sonne scheint wieder, doch hohe Wolkentürme ziehen hoch und einzelne Böen fegen durch die Luft = sollen wir doch noch Gewitter abbekommen? Im Laufe des Tages verdichten sich die Wolken und zunehmend viele starke Böen lassen das Schiff in der Box schwingen; manchmal schieben wir sogar etwas Lage. Gewitter jedoch scheint woanders zu sein, denn am späteren Nachmittag wird der Himmel wieder freundlicher, somit trinken wir unseren Kaffee im Cockpit; den Kuchen müssen wir auf dem Teller sichern, damit er kein "Windbeutel" wird, denn die Krümel fliegen schon durch die Gegend....  Harald sitzt lange am PC und schafft es dann endlich, dass GPS und elektronische Seekarten wieder miteinander "komunizieren", was sie einige Tage lang nicht konnten. Schön, dass dieses System jetzt wieder einsatzbereit ist. Hört man jedoch die Wetter- und Windprognosen der nächsten Tage, werden wir uns hier vielleicht "einmotten" und abwarten. Hier liegen wir gut, alle notwendigen Versorgungsmöglichkeiten sind nicht weit entfernt, Internet gibt es auch und die Umgebung ist erholsam. Wir wollen / müssen in diesen Wochen ja "keine Strecke machen", sondern können "in den Tag hineinleben".


 3.08.

Wettermäßig ein ähnlicher Tag wie gestern; so können wir wenigstens zeitweise im Cockpit sitzen und lesen bzw. unsere Hafenhandbücher mit neuen Ausschnitten von Hafenbeschreibungen des letzten Jahres "aktualisieren" und den "Rest" wegwerfen. Für 2008 haben wir ja neue "Sejlerens" ( dänische Hafenführer ). Der Abend klingt jedoch anders aus: Es regnet!

 4.08.

Der Regen prasselt aufs Deck: also nochmal umdrehen und weiterschlafen. Auch nach dem Frühstück geht es so weiter. Der Wind pfeift im Rigg, schwere Schauerböen halten uns unter Deck und es ist sehr kühl geworden. Am Nachmittag raffen wir uns auf, wenigstens ein paar Schritte zu gehen und verbinden dies mit einem Einkauf bei "Super Brugsen", weil es dort unsere Lieblingsmarmelade im Sonderangebot gibt. Der Weg ist immer unterbrochen mit Unterstellen, um Regenschauer abzuwarten.

 5.08.

Heute ist es wenigstens trocken und verhalten zeigt sich die Sonne am Himmel; der Wind bläst noch kräftig, wenn auch nicht mehr ganz so stürmisch und wird im Laufe des Nachmittags etwas weniger. Etliche Segler nutzen diese Chance, sich ein Stück weiter zu verholen. Gegen Abend treffen unsere Freunde Dörte und Felix ein, die auf dem Rückweg sind, und mit noch anderen Segelclubmitgliedern sitzen wir alle gemeinsam auf einer windgeschützten Sitzgruppe draußen ( Holztisch und -bänke ) und klönen ausgiebig. Die Sonne lugt noch einmal unter den Wolken hervor und taucht alles in goldenes Licht, bevor es dunkel wird.



 6.08.

Leinen los um 9.20 h; der Himmel ist bedeckt und grau, Wind ESE 3 Bft. Beim Nordpricken Motor aus und Segel hoch, wir können mit geschrickten Segel schön durchs Wasser ziehen. In dieser Gegend sind etliche Flachs mit den entsprechenden Pricken-Markierungen u beachten und wir "haken" diese auf dem Weg nach Tunö "ab"; heute macht der Törn seglerisch wieder Freude. Heidrun sitzt gerade am Steuer und schaut über das Wasser: da schwimmt doch etwas Dunkles? Ein tauchender Kormoran ist es nicht, auch kein Tümmler...? "Das Dunkle" bewegt sich plötzlich und nun ist ein runder Kopf erkennbar = eine Robbe, die sich aufmerksam umsieht und dann elegant wegtaucht! Schön, auch diese Tiere der Ostsee 'mal wieder zu sehen! Vor dem Hafen nehmen wir die Segel weg und motoren in den kleinen Hafen; Tunö fest um 13.20 h, Boxenplatz !! Dieser Hafen ist fast immer überfüllt, doch da wir so zeitig hier sind, war uns das Glück für diesen Liegeplatz hold. Kurz danach fängt es an zu regnen ( ! ) und der Wind legt auf SSE 6 Bft zu. Gut,dass wir schon hier sind und uns den Regen nur  a n h ö r e n  müssen, im Trockenen, unter Deck.
                                                                                                                                                              21,7 sm


7.08.

Tunö ist eine beliebte ( autofreie ) Ferieninsel. Der flach ins Wasser gehende Sandstrand beginnt gleich neben dem Hafen, das idyllische Dorf besteht aus vielen Häusern aus dem 18. Jahrhundert, die liebevoll gepflegt werden und schöne Gärten aufweisen; der Kirchturm ist der Leuchtturm der Insel. Eine Besonderheit hier ist u.a. auch, dass erntefrisches Obst und Gemüse an Straßenständen zum Kauf ausliegen: die Preise stehen an den Waren, das Geld dafür wirft man in die Geldkiste = funktioniert seit Jahrzehnten. Tunö rühmt sich, regenarm und sonnenreich zu sein; als Beweis dient z.B. der Feigenbaum, den wir gesehen haben. Falls einem die Menschen auf der Dorfstrasse zu viel sind, muss man nur weiter spazieren und Naturwege führen durch die Landschaft und zu den Steilküsten, die es hier auch gibt. Der Inselrundweg ist ca. 8 km lang. Die Fährverbindung Tunö-Hov (Jütland) ermöglicht den Insel-Absprung bzw. ist die Versorgungslinie; mit einem Boot ist man aber auch schnell auf der Insel Samsö, die hier gleich nebenan liegt. Momentan besteht ein Zeltlager am Hafen, in dem hauptsächlich dänische Jugendliche untergebracht sind, die an z.Z. täglichen Jollenregatten teilnehmen, die vom Aarhus-Segelclub organisiert werden. Ein leckeres dänisches Soft-Eis rundet die Urlaubsstimmung ab. Als wir das letztemal hier gewesen sind, war dies nur ein "Übernachtungshafen" für uns gewesen, deshalb genießen wir heute die gemütliche Atmosphäre, besonders, da es auch sonnig, wenn auch schwül, ist.




 8.08.

Gestern Abend kam dann das erwartete Gewitter mit heftigem, langanhaltendem, Regen; heute Morgen strahlte das Schiff vor Sauberkeit. Der Himmel ist bedeckt und dunkle Wolken sind südlich von uns; der Wind hat jedoch - vorerst - abgeflaut, soll jedoch im Laufe des Tages wieder zunehmen. Als Harald morgens an Bord duschen wollte, ging leider die Absaugpumpe des Duschwassers nicht; also nur "konventionelles Waschen" möglich. Nach dem Frühstück beginnt die Ursachenforschung: nachdem alle entsprechenden Teile untersucht bzw. ausgebaut worden sind, stellt sich heraus, dass die Pumpe mit reichlich Haaren verstopft ist = kein Wunder, dass sie streikt! Als alles wieder zusammengefügt ist und Probelauf gemacht wird, kommt das erlösende Zeichen: o.k.! Damit ist der Vormittag vergangen. Viele Segler haben inzwischen abgelegt und nutzen das "Wetterfenster"; die dänischen Ferien gehen dem Ende und die deutschen Schulferien dem Ende der dritten Woche entgegen - die Hälfte der Zeit. Der Hafen wirkt jetzt richtig gemütlich. Am frühen Nachmittag legt der Wind zu und schiebt etliche Wolken beiseite, damit die Sonne sich zeigen kann. Wir haben keine Eile, besonders im Hinblick auf die nächsten angekündigten Tiefs mit reichlich Wind, die momentan eine weitere Planung schwierig werden lassen. Warten wir ab....


 9.08.

Die Sonne scheint, doch der Wind bläst mit 6-7 Bft; der "Chill-Faktor" zwingt zu langen Hosen und etwas dickeren Shirts. Das Jugendzeltlager löst sich auf und die Fähre bringt alle Teilnehmer wieder aufs Festland. Die Seglerkinder kurven mit den Schlauchbooten im Hafen bzw. in der Strandbucht; einige baden auch = uns ist es zu "frisch", dann doch lieber ein dickes Buch lesen oder Olympia im Fernsehen angucken.


10.08.

Es regnet, der Wind pfeift weiter mit 6-7 Bft plus Schauerböen. Im Radio wird gerade das Lied " I am sailing.." gespielt: schön wäre es! Den ganzen Tag bleibt es regnerisch mit heftigen Schauerböen; nicht 'mal spazierengehen ist möglich. Der abendliche Wetterbericht gibt für alle Vorhersagegebiete Starkwind- oder Sturmwarnung aus....

11.+ 12.08.

Nach Regen kommt Sonne, danach wieder ein schlimmer Regentag. Heidrun ist schon fast allergisch gegen das Windgeheul;  Harald ist mit Olympia "versorgt". Wie meinte ein dänischer Segler ironisch: "... dänischer Sommer..." , doch der deutsche ist ja auch nicht besser, wie die Wetterkarte zeigt. Angeblich soll es am Freitag besser werden... ??   Gut, dass reichlich Lesestoff an Bord ist.


13.08.

Nun sind wir schon eine Woche auf Tunö, wie man an den Gebührenmarken sehen kann. Heute heult der Wind besonders laut in denTakelagen mit S-SW 6-7 Bft, Schauerböen mit 8 Bft. Der fünfte Liegetag auf Tunö ist "Rabatt" (= umsonst ), heute jedoch hat uns der Hafenmeister auch die Liegegebühr erlassen; er hat wohl Mitleid mit den genervten Seglern - eine supernette und großzügige Geste!



14.08.

Letzte Nacht hatte der Wind noch etwas zugelegt; im Laufe des Tages jedoch wird es gaaanz langsam weniger, noch versetzt mit einigen Schauerböen. Der Wetterbericht verspricht für Morgen moderate Windstärken; vermutlich wird sich der Hafen sehr früh lichten, denn alle sind ungeduldig...

15.08.

Leinen los um 8.10 h, Wind SW 3-4 Bft, heiteres Wetter. Tschüss, Tunö! Nun geht es auf Südkurs; der Wind frischt etwas auf, jetzt 4-5 Bft, böig; die See ist ruppig, hat sich noch nicht ganz beruhigt und der Bug wird manchmal ziemlich nass. Mit einem Schrick in den Segeln steuern wir auf die Südecke von Samsö zu, haben jetzt das Vorsegel etwas eingerollt, damit der Druck in den Böen nicht so stark ist. Nachdem die grüne Tonne bei Svanegrund passiert ist, können wir auf den südlichsten Windgenerator des Offshore-Windparks zuhalten, das Vorsegel wieder ausrollen und die Segel etwas fieren = nun sausen wir erst recht los: das Log pendelt zwischen 7-8 Knoten! Um 11.00 h passieren wir die Nordtonne des Flachs vor Nordfünen / Ostküste und segeln entlang der Küste; allmählich lässt der Wind nach. Nördlich der kleinen Insel Romsö bei Kerteminde schläft der Wind ein; für eine kleine Weile totale Flaute, aber noch Seegang. Ein Hauch streift über das Wasser, nun ist "action": Segel dichtholen, fieren, Großbaum shiften, das Ganze ein paarmal wiederholen mit neuen Varianten = umlaufende Winde. Plötzlich ein Schnauben hinter uns im Wasser: ein Tümmler dreht seine Kreise, bevor er dann Richtung Norden davonschwimmt. Endlich pendelt sich der Wind auf NE ein und wir nehmen erst langsam, dann stetig wieder Fahrt auf.Nun bilden sich am Himmel jedoch sehr graue dicke Wolken: das sieht "nass" aus! Gut, dass wir schon in die Bucht von Kerteminde einlaufen. Die Segel rollen wir ein, unter Motor eilen wir in den Hafen: fest um 14.40 h, Boxenplatz. Jetzt beginnt der Regen, schnell unter Deck! Als der erste heftige Schauer durch ist, läuft Harald erst'mal zum Bäcker und besorgt eine, noch warme, "Wiener Stang": diesen typisch dänischen leckeren Blätterteig-Kranz, der jede Kaffepause krönt! - Frühstück ist heute ja schon so früh gewesen... Der Himmel bleibt nun bedeckt, die Schauer lassen jedoch nach. Kerteminde gehört auch zu diesen Orten, die wie "Puppenhäuser" aussehen: sehr viele alte Fachwerkhäuser mit schön geschnitzten und bemalten Haustüren, schmale Straßen und Gassen. Im Hafengebiet eine gastfreundliche Entdeckung: bei den "öffentlichen Grillplätzen" sind nicht nur schöne Blumenkästen aufgestellt, sondern darin angepflanzt sind auch "Grillkräuter" zur Selbstbedienung, damit man sein Grillgut auch richtig würzen kann - und kostenlose Internetnutzung gibt es im Yachthafen auch. Wir stellen immer wieder fest: hier in Dänemark wird wirklich viel für die Touristen getan, angefangen bei den sehr ausführlichen und schön gestalteten Informationsbroschüren.
                                                                                                                                                  34,3 sm    



16.08.

Leinen los um 9.25 h, Wind NW 1-2 Bft, Sonnenschein. Wir motoren Richtung Große Belt Brücke zum Westdurchgang. Es ist nicht nur alte Dünung, die uns schaukeln lässt, sondern das Wasser ist auch sonst ziemlich "durcheinander". Wir haben schon früher festgestellt, das sich die Strömungsverhältnisse seit dem Brückenbau verändert haben, was auch oft dazu führt, dass das Wasser unruhiger ist. Um 11.24 h passieren wir die Brücke: immer wieder spannend, denn die Höhe bei dieser Durchfahrt beträgt "nur" 18 Meter: unser Mast ist 16,5 m hoch + Windanzeiger und Funkantenne = es sieht immer sehr "knapp" aus, wenn man kurz vor der Durchfahrt ist. Danach setzt sich eine Briese durch ( N 3 Bft ) und wir können segeln. Der Wind dreht etwas nordöstlicher und mit nun ausgebaumter Genoa läuft es sehr gut. Eigentlich wollten wir heute Lundeborg ( Fünen ) anlaufen, weil wir den zusätzlichen neuen Hafen noch nicht kennen, doch da es noch früh ist und die Windrichtung stimmt, der Strom im Großen Belt "mitläuft", wollen wir dies ausnutzen und das Fahrwasser zwischen Langeland und Fünen angenehm erleben, besonders, da südliche Winde für die nächsten Tage angesagt worden sind. Der Wind läßt später dann leider nach, um 14.45 h Segel runter, Motor an; die Ansteuerungstonne für die Rinne nördlich Rudköping passieren wir um 15.42 h. An den grünen und roten Pricken kann man sehr gut sehen, dass der mitlaufende Strom hier ganz schön kräftig ist. Südlich Rudköping wird das Fahrwasser wieder etwas breiter und wir motoren weiter bis Marstal / Insel Ärö.Weil heute Sonnabend ( Wochenende ) ist, hatten wir befürchtet, dass der Hafen sehr voll sein wird, doch das ist freundlicherweise nicht der Fall: zwar gut besucht, doch etliche Plätze noch frei. Fest um 17.42 h, Boxenplatz. Wir liegen an dem neuen, letzten, Steg mit Blick achteraus auf Äröhale: ein, immer wieder, schöner Ausblick.
                                                                                                                                                44,7 sm

17.08.

Sonntagswetter: Sonne und laues Lüftchen. Marstal gehört zu unseren bevorzugten Lieblingshäfen und deshalb legen wir immer wieder, wenn machbar, ein bis zwei Zusatzhafenliegentage, ein. Wir bleiben also hier, genießen die Wärme und die friedliche Atmosphäre, nachdem vieleSegler weitergezogen sind. Nachmittags füllt sich der Hafen wieder, doch es wird nicht allzu voll. 


18.08.

Diese Geräusch kennen wir doch?: Der Wind pfeift wieder 'mal im Rigg, genau aus SW, heftiger Regen prasselt aufs Deck. Der Wetterbericht gibt Böenwarnung bis 7 Bft heraus. Harald baut unsere Kuchenbude auf, damit Wind und Regen nicht so ins Cockpit stehen. Als am späten Vormittag der Regen aufhört, können wir unseren Landgang machen und auch Einkäufe erledigen. Gerade rechtzeitig sind wir zurück, als es wieder heftig und langanhaltend regnet und die bekannten Schauerböen über uns hinwegziehen. Das Wetter macht wirklich keinen Spaß! Wir sind wieder mittendrin in Tiefdruckgebieten...

19.08.

Leinen los um 11.55 h, bedeckter Himmel, Wind SW 3-4 Bft. Das Großsegel setzen wir noch im Hafen, die Rinne nach Süden durchlaufen wir jedoch noch unter Motor. Den Kurs Richtung Schlei können wir anliegen ( ohne zu kreuzen ), der Wind frischt etwas auf und kommt nun südlicher, 4-5 Bft. Um 13.25 h ist ein "komisches, metallisches Geräusch" zu hören, danach ein kleiner "Nachhall": das Großfall ist gebrochen!! Das Segel läßt sich nicht mehr wegdrehen und nach der Ursachenforschung ( der Bolzen ist weg ) muss das Segel geborgen und am Baum festgebunden werden. Nun können wir, nur unter der Genoa, nicht mehr so viel Höhe laufen; der Wind weht jetzt SSW 4 Bft. Wir gehen über Stag, um etwas Höhe zurückzuholen, doch der Wind ist nun westlicher (!) geworden: WSW 3 Bft. Weil die See nicht so ruppig ist, werfen wir um 14.30 h den Motor an und nehmen direkten Kurs auf Schleimünde; die See beruhigt sich weiter, nachdem ein kräftiger Regenschauer durchgezogen ist. Um 16.45 h passieren wir den Leuchtturm Schleimünde; hier in der Schlei frischt der Wind wieder auf: SW 5-6 Bft; wir laufen Maasholm an: fest im Yachthafen um 17.10 h, Boxenplatz.
                                                                                                                                                   27,8 sm

20.08.

Wie vorhergesagt, bläst es heute wieder kräftiger: südwestliche Winde 5-6 Bft, dazu, na? : Schauerböen! - und es schauert sehr oft mit heftigen Regengüssen. Erst am frühen Nachmittag lassen diese Wolkenbrüche nach, der Himmel wird freundlicher und es fällt nur noch vereinzelt Regen. Nun kann das "Thema Großsegel" angegangen werden, da der Mast nicht mehr rutschig ist, denn Harald will "hoch hinaus". Unser Segel-Freund Rolf wohnt in der Nähe von Maasholm und die vormittägliche telefonische Anfrage ergibt, dass er an Bord kommt, um gemeinsam mit Heidrun den Skipper den Mast hoch zu ziehen = bei den starken Böen kein leichtes Unternehmen! Mit doppelter Sicherung ist Harald endlich oben: Glück gehabt, denn der Schäkel, der das Großsegel hält, hatte sich verbogen, ist dadurch aufgegangen, hat sich jedoch verhakt, so dass es relativ "einfach" ist, das Fall wieder zu erreichen ( wir hatten schon befürchtet, dass der Mast gelegt werden muß ). Also neuer Schäkel 'rein ( mit zusätzlicher Kabelbinderarretierung ) und eine Führungsleine angebracht, um das Großfall wieder durchziehen zu können. Nachdem Harald wieder heil auf dem Deck gelandet ist, bringen die beiden Männer die Arbeit gemeinsam zu Ende; nur das Segel kann noch nicht eingezogen werden, weil der Wind zu stark ist. Oh, wie sind wir glücklich, dass alles so glimpflich und ohne Mastlegen abgelaufen ist!! Jetzt muß "nur noch" der Wind nachlassen....

21.08.

Wetterbericht: SW 5-6 Bft, Schauer- und Gewitterböen... Es hat fast den ganzen Tag gegossen. Erst am frühen Abend wird es etwas trockener, doch viel wichtiger: der Wind muß wohl neuen Atem holen, was wir schnell ausnutzen, um das Großsegel wieder einzuziehen. Nun klappert die leere Segelrollanlage im Mast nicht mehr und unser Schiff ist wieder startklar.



22.08.

Leinen los um 10.25 h; bedeckter Himmel und sehr diesig, Wind SW 2-3 Bft. Bis zum Leuchtturm Schleimünde motoren wir, passieren ihn um 10.50 h, setzen dann Segel. Zwischen Damp und Schleimünde gibt es ein militärisches Übungsgebiet für die Marine, gekennzeichnet mit gelben Sperrgebietstonnen, das von der Schifffahrt nicht befahren werden darf. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Kurs dementsprechend abzustecken; wir können die südliche Tonne 5 dieses Gebietes gerade noch anliegen, Wind jetzt südlicher, dann genau S, 2 Bft. Also Motor an, denn Kreuzen bringt uns jetzt auch nicht weiter. Es ist alles grau in grau, sogar die typischen Hochbauten von Damp sind schlecht zu sehen. Um 11.48 h  haben wir die Tonne erreicht, der Wind hat auch etwas zugelegt: SSW 4 Bft, böig = Motor aus, segeln. Der Himmel wird etwas heller, die Sicht besser, unser Schiff segelt flott Richtung Bülck, später blinzeln sogar zwei,drei Sonnenstrahlen durch die Wolken. Den Leuchtturm Bülck erreichen wir um 13.30 h, die Kieler Förde liegt vor uns: voller segelnder Schiffe - Regatta "German Classics" - alte Segelboote jeder Größe: Holzboote mit schönen Linien, die größeren wirken besonders elegant mit ihren ranken Rümpfen. Nun ist Konzentration angesagt bei der Durchquerung dieses Regattafeldes mit so vielen Teilnehmer!  Ein schönes Bild, besonders, da die Sonne sich einen großen Platz am Himmel ergattert hat. Kurz vor der Friedrichsorter Enge rollen wir die Segel ein, um nicht ins Fahrwasser kreuzen zu müssen - ein Frachter hängt uns schon im Nacken - und unter Motor fahren wir in unseren Heimathafen Stickenhörn; fest um 14.35 h.
                                                                                                                                                       24,6 sm


23.08.

Seit gestern Abend regnet es unaufhörlich! Weil kaum Wind ist, prasseln die Tropfen schön senkrecht hart aufs Deck. Wir wollen heute nach Hause fahren, da wir momentan genug vom Wetter haben. Auspacken ist nun angesagt, wobei alle Taschen wasserdicht verschlossen bzw. mit Plastik belegt werden müssen, damit sie einigermassen trocken ins Auto kommen. Es ist wirklich zum Davonlaufen ( aus der Nässe ). Am Spätnachmittag sind wir fertig und fahren - immer noch im Regen - zurück nach Hamburg.


29.08.

"Alle Welt" spricht davon, dass der Sommer für 48 Stunden - am Wochenende - "vor der Tür stünde". Also sind wir heute, am Freitag, zum Schiff gefahren, damit wir nichts verpassen. Im Laufe des Nachmittages sollten die heftigen Schauer nachlassen und das Wetter aufklaren; hierbei stellen wir immer wieder fest, dass "Nachmittag" eine sehr dehnbare Zeitspanne ist: heute ist dies gegen 18.00 h = die letzten dunkelgrauen Regenwolken verschwinden. Wir wollen uns nach Schilksee verholen und sind schnell ablegebereit: um 18.18 h Leinen los, Wind NW 3-4 Bft, keine Lust zum Kreuzen ( denn wir haben Hunger ), also motoren wir den "weiten Weg". Fest im Südhafen Schilksee um 19.08 h, Boxenplatz. Nachdem das Schiff versorgt ist, gehen wir schnurstracks in die "Bauernstube" um unser Abendessen auf der windgeschützten Terrasse mit Blick aufs Wasser einzunehmen und können nun unbesorgt, weil keine Autofahrt ansteht, unser (e) Bierchen trinken.
                                                                                                                                            4,16 sm

30.08.

Wir haben die "Tür" geöffnet: der Sommer ist tatsächlich da! Sonnenschein, blauer Himmel, laues Lüftchen, da kaum Wind. Leinen los um 10.50 h, NE 1-2 Bft. Draußen in der Bucht setzen wir die Segel und gehen auf die Kreuz. Eigentlich wollten wir noch'mal einen dänischen Hafen anlaufen, doch bei schwach umlaufenden Winden würde dies den Einsatz der "Diesel-Genoa" bedeuten = keine Lust. Die Masse der Segler zieht Richtung Schlei = darauf haben wir auch keine Lust. Also machen wir eine Tagestour in der Kieler Bucht, umrunden dabei auch den Kieler Leuchtturm. Wir segeln, was der Wind hergibt: mitunter nur 2-3 Knoten, später, als der Wind etwas stärker wird        ( Thermik ) und sich auf östliche Richtungen einpendelt, auch 'mal 3-4 Knoten: ganz gemütlich und ein Sonnenbad (= ohne Jacke! ) ist auch möglich; das hatten wir lange Zeit nicht gehabt! Zurück nach Schilksee, wieder Südhafen; fest um 16.05 h, Boxenplatz.
                                                                                                                                                   16 sm   


31.08.

Leinen los um 10.30 h, Sonnenschein, Wind ESE 4 Bft, böig. Wir segeln heute zurück nach Friedichsort, da ab Montag wieder Wetterverschlechterung angesagt wird. In der Schilkseer Bucht finden zwei Jollenregatten statt, durch die wir uns auf dem Kreuzschlag durchwuseln müssen. Der Wind legt etwas zu, wir rollen die Genoa ein kleines Stück ein, jetzt ist nicht mehr so viel Druck im Segel und das Schiff läuft besser. Die Förde ist voller Segelboote; in der Fahrrinne für die Berufsschifffahrt gehen wir über Stag und segeln Richtung Friedrichsorter Enge. Dabei erreichen wir Geschwindigkeiten von 7-8 Knoten, kurzfristig sogar bis 9 Knoten (!) , da uns keine Welle bremst. Kurz vor dem Friedrichsorter Leuchtturm müssen wir noch einen kurzen Kreuzschlag machen, weil wir sonst nicht vorbei kommen. Zwei Schlepper sind uns im Nacken, also schnell wieder rum, nun rauschen wir am Leuchtturm vorbei. Kurz vor dem Hafen dann die Segel einrollen und unter Motor zu unserem Liegeplatz; fest in Stickenhörn um 12.00 h. Den Rest des Tages genießen wir im windgeschützten Cockpit = noch'mal Sonne tanken, bevor die Regenzeit wieder kommt. Am frühen Abend dann zurück nach Hamburg.

                                                                                                                                              6,95 sm

11. + 12.10.

Am frühen Nachmittag sind wir an Bord, denn morgen soll der Mast gelegt werden. "Zwischendurch" waren wir zwar auch schon auf dem Schiff gewesen, jedoch nur, um weitere Dinge auszuräumen, denn das Wetter lud nicht mehr zum segeln ein.  Harald fährt das Auto schon 'mal zum SCB-Hafen in Düsternbrook, weil wir dort das Schiff bis zum Slip-Termin am 1.11. "parken" werden; mit dem Bus kommt er nach Friedrichsort zurück. Am Samstagmorgen ist strahlender Sonnenschein, der Wind jedoch frisch. Wir motoren in den Ellerbeker Hafen am Ostufer der Förde und bereiten alles zur Mastlegung vor. Weil heute die meisten Schiffe unseres Segelclubs an Land gesetzt werden, sind hier die "starken Männer" anwesend, mit deren Hilfe der Mast dann am Nachmittag mit dem Mastenkran gezogen und dann in das Mastenlager unseres Winterlagers gebracht werden kann. Vielen Dank dafür! Nachdem alles aufgeklart ist, motoren wir auf die gegenüberliegende Seite der Förde in unseren SCB-Hafen, weil jetzt hier fast keine Schiffe mehr liegen und somit Platz für uns ist. Dann wird die Sprayhood noch gegen die alte Sprayhood ausgetauscht, damit der zu erwartende Möwenschiet nicht "das gute Tuch" trifft, weil unser Rabe  ( Möwenschreck )  ja nach der Mastlegung nicht mehr präsent ist, was sich "diesbezüglich"  bemerkbar macht. Nun ist Zeit, sich fein zu machen, denn eine Geburtstagsfeier steht noch auf dem Programm. Nach einer kurzen Nacht ist das Auge beim Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen etwas irritiert: nein, es liegt nicht am müden Blick, dass nicht viel zu sehen ist = Nebel!! Nach dem Frühstück räumen wir unser Schiff weiter aus und packen das Auto voll. Der Nebel wird zwar etwas lockerer, doch es bleibt ziemlich trübe. Um 14.00 h fahren wir deshalb nach Hause und Hamburg begrüßt uns mit Sonnenschein.... 


1.11.2008

Zitat nv-navigator:" Es ist wieder soweit. Nach einem kurzen Sommer im Mai und nach dem verregneten Herbst im Sommer steht jetzt die Wintersaison vor der Tür". Heute ist Aufslippen, d.h.: unser Schiff kommt an Land. Es ist nass (nieselig ) und ungemütlich = 9°C, jedoch nicht stürmisch. Vor zwei Tagen wurde das Schiff bereits von der Westseite auf die Ostseite der Kieler Förde verholt und liegt nun bereit zum Kranen. Kurz nach 11.30 h steht unsere "Viking" gut im Bock mit festem Boden unter den Stützen. Der Bewuchs des Unterwasserschiffes ist zufriedenstellend gering, nur am Propeller sind einige Seepocken. Wir nutzen den restlichen Tag, die Algenschmiere abzuwaschen bzw. den Rest auszuräumen, z.B. die Betten und alle Tampen usw.; die Waschmaschine wird sich auf ihren Einsatzt freuen! Die Polster werden auf einer der nachfolgenden Fahrten mitgenommen, denn das Auto wird heute wieder voll!



2.-7.11.2008

In der darauf folgenden Woche macht Harald das Schiff winterfest: Wasserleitungen und Motor mit Frostschutz füllen, Gerüst bauen, um dann die Plane über das Schiff ziehen zu können, und, und, und... Jedes Jahr dasselbe, doch das gehört eben dazu. Zu Hause Chaos, bis alles gewaschen und verstaut ist, der Keller ist mitunter nur im Storchenschritt ( vorsichtiges Staken über die abgelegten Sachen und das Rigg..) begehbar, doch langsam lichtet sich alles = immer wieder erstaunlich! Gut, dass wir einen großen Spitzboden haben, wo alles verstaut werden kann. Am Ende der Woche ist das Schiff winterfest verpackt, ein möglicher Kälteeinbruch kann uns nun nicht mehr schrecken.

Das war die Segelsaison 2008 = tschüss bis zum Frühjahr 2009 !