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Vorschau Sommertörn


27.- 29. 03.

... doch von Anfang an: Unsere spezielle "Winter-to-do-Liste": die alten Farbschichten vom Unterwasserschiff bis auf's Gelcoat abkratzen, damit die neue Unterwasserfarbe wieder      g l a t t  aufgetragen werden kann. Das liest sich jetzt ganz einfach, lässt höchstens ahnen, dass dies wohl viel Arbeit machen könnte. Im Dezember hatte Harald damit begonnen ( Zentimeter für Zentimeter ) die Farbe abzukratzen, als das Wetter noch relativ mild war, wobei er immer frustierter wurde, als nach etlichen Stunden, Tagen, erst wenige Quadratmeter des schieren Gelcoats zu sehen waren! Dann kam der kalte Winter = keine Arbeiten möglich. Wir haben eine dreiwöchige Winterauszeit im warmen Yucatàn/Mexico eingelegt und uns u.a. mit der Kultur der Mayas und deren imposanten Bauwerken beschäftigt; sehr interessant! Zurück in Deutschland war es immer noch so kalt, der Winter war hartnäckig. Ende Februar konnte dann die mühevolle Arbeit fortgesetzt werden, unterbrochen von Tagen, an denen es schneite oder graupelte, wobei drei Eimer voll alter abgekrazter Farbe zusammenkamen, um danach die Grundierung "Gelshield" neu aufzutragen ( zugleich Osmoseschutz ) : 5 Schichten! Einmal türkisgrün, einmal grau, einmal türkis... bis zum neuen Unterwasseranstrich rotbraun. Eine Woche vor dem Sliptermin Ende März war fast alles fertig, bis auf das Polieren der Außenhaut, denn jetzt erst wurde es wärmer und sonnig. Harald steht auf seiner Arbeitsbühne und ist fast fertig, als er einen Fehltritt im wahrsten Sinne des Wortes begeht und abstürzt! Fazit: rechter Arm = Speiche am Handgelenk gebrochen, linker Arm = Sehne angerissen!! - arbeitsunfähig!. Glück im Unglück: Schwager Bernhard reist aus Berlin an, um beim Einräumen, Slippen, Mastsetzen usw. zu helfen. Technische Segelkenntnisse nicht vorhanden, doch zwei sehr gute "rechte Hände" zum zupacken und handwerklich bestens geeignet,; dazu unser Club-Kollege Martin, der beim Slippen und Mastsetzen auch mit anpackte : Haralds "Anweisungen" werden richtig und gut umgesetzt.



Die Außenhaut ist fertig poliert, das Schiff kann dann am Samstagnachmittag bei trübem und kaltem Wetter problemlos ins Wasser gekrant werden. Der Mast wird ebenfalls mit Hilfe mehrer Männer - wie immer - aus dem Mastenlager zum Mastenkran gebracht und wird am Sonntagvormittag bei fiesem Regenwetter gesäubert und aufgeriggt, gegen Mittag dann auf das Schiff gesetzt. Nachdem die Segel angebracht und eingerollt sind, überführen wir unsere "Viking" gegen Abend nach Stickenhörn/Friedrichsort, auf unseren Liegeplatz. Das Schiff ist zwar noch schmutzig und die alte Wintersprayhood noch angebracht, doch wir sind alle zufrieden, dass wir schon so weit sind, trotz Haralds Behinderung. Spät am Abend fahren wir nach Hause, denn am Montag muss Bernhard nach Berlin zurück. Ohne die tatkräftige Hilfe hätten wir "ganz schön alt" ausgesehen, denn so ein Schiff benötigt doch viel "manpower". Herzlichen Dank nochmals an unsere fleißigen Helfer! Nun können wir vorerst nur abwarten, dass Harald gesund wird und bis dahin probieren, was an weiterer Schiffsausrüstung und Fertigstellung zur Segelsaison machbar ist.


11. - 13.04.

Ostern steht vor der Tür und dazu ist prächtiges Wetter angekündigt. Mit "Sack und Pack" im Auto, möglichst aufgeteilt in "handige" Tragegrößen, damit "das schwache Geschlecht" ( Heidrun ) bzw. der momentan Behinderte ( Harald ) dies auch zum / ins Schiff transportieren können. Der östliche Wind im Hafen hat zwar noch einen kühlen Untergrund, doch sonst strahlender Sonnenschein! Gegen Mittag sind wir angekommen, laden das Auto aus und das Schiff ein. Später dann Klamottenwechsel, da familiäre Geburtstagsfeier / -essen beim Italiener angesagt ist. Am Ostersonntag bei bestem Wetter wird das Schiff mit dem Hochdruckreiniger vom Winterschmutz befreit, die "richtige" Sprayhood aufgezogen und allerlei "Kleinkram" erledigt, so weit es eben geht mit Haralds verschaltem rechten Arm. Am Abend sind wir rechtschaffen müde und fallen relativ zeitig in die Koje.

Am Ostermontag steht die nächste Geburtstagsfeier an, diesmal bereits zum leckeren Brunch im Freundeskreis und bei sonnigem, warmen Wetter sitzen wir alle draußen auf der Terrasse und genießen den Frühsommer. Am späten Nachmittag zurück nach Hamburg, damit Harald seinen Arztbesuch am Dienstag wahrnehmen kann.



02.06.

Es kommt "Bewegung" in die Vorbereitungen. Haralds Gips ist inzwischen entfernt und er kann seine rechte Hand langsam besser bewegen bzw. schon kleinere Arbeitseinsätze ausführen. Wir waren zwischendurch immer 'mal für 1 bis 2 Tage an Bord und haben das Schiff weiter ausgerüstet und vorbereitet; zum Segeln reichte die Kraft jedoch noch nicht = Geduld, Geduld - auch wenn es schwer fällt! Am vergangenen Pfingstwochenende haben wir auch schon Getränke u.a. gebunkert, denn es zeigt sich ein "Silberstreif am Horizont": Noch drei Physio-Therapien für Harald, dann, wenn nichts dazwischen kommt, könnten wir starten, wenn auch das Wetter mitspielt. Momentan gibt es zwar viel Sonne, doch der Wind bläst kräftig, z.T. mit Böen von 7 Bft, und auch noch aus der falschen Richtung = Zwischen Nord und Ost: für uns ungünstig, da wir an die schwedische Ostküste wollen. Doch wir müssen ja sowieso noch die Behandlungen abwarten, wobei die guten Perspektiven helfen: die Stimmung steigt!


11.06.

Gestern Abend sind wir an Bord "eingezogen". Zwar sind fürchterliche Wetterverhältnisse angesagt - noch nichts zum segeln -, doch wir wollen in Ruhe alles verstauen, vorbereiten, usw..... U.a. reichlich frisches Gemüse, Salat, Aufschnitt und Fleisch sollen ordnungsgemäß versorgt bzw.  in den Kühlschrank / das Gefrierfach gepackt werden = und damit fängt das Problem an: der Kühlschrank kühlt nicht, geht nach kurzer Zeit aus !! Heute hat Harald den ganzen Tag damit verbracht, als "Schlangenmensch" in der Backskiste sich des (wassergekühlten ) Kühlsystems zu widmen: Leitungen durchgepustet, elektrische Anlage geprüft, die Pumpe ausgebaut, gesäubert und wieder eingebaut = ohne Erfolg. Dicke krause Falten durchfurchen die Stirn des Skippers... Dazu den ganzen Tag heftige Regenschauer, stürmischer Wind, deshalb wurde gleich am Morgen die "Kuchenbude" aufgebaut, um wenigstens im Trockenen arbeiten zu können; die Heizung läuft den ganzen Tag, um die feuchte und kalte Luft im Schiff abzuwehren. Der Seewetterbericht verkündet Wind aus W - NW 7-8 Bft, zunehmend 9 Bft, schwere Sturm- bis orkanartige Böen für die nächsten Tage. Aufschnitt und Fleisch bleiben vorerst in den Transportkühltaschen im Cockpit stehen, weil es hier kühler ist als im geheizten Schiffsinneren... Haralds Abendlektüre besteht - zum x.-mal - aus dem Handbuch des Kühlschranks und Suche im Internet nach möglichen Hilfen.


12.06.

Gleich nach dem Frühstück wird die Pumpe wieder ausgebaut und Harald fährt damit und den Unterlagen zum renomierten Pumpenfachhandel in Kiel. Heute gibt es trockene Wetterphasen, manchmal auch Sonne, dazwischen kräftige Regenschauer; das Schiff wird heftig vom Sturm in seinen Leinen am Liegeplatz bewegt; es bestehen weiterhin Sturmwarnungen. Der Wasserstand ist um gut 1 Meter gefallen, so dass die am Poller gewachsenen Miesmuscheln freigelegt werden = Schlaraffenland für die Möwen, die jetzt sehr bequem die Muscheln knacken können.  Nach einiger Zeit kommt ein etwas fröhlicherer Harald zurück, denn beim Fachsimpeln wurde eine Lösung gefunden = eine neue Pumpe wurde bestellt, die zwar etwas anders gebaut ist, jedoch auch in unser System  eingepasst werden kann; am kommenden Dienstag ( heute ist Freitag ) soll sie eintreffen.... Na ja, segeln ist momentan sowieso nicht möglich. Am Abend kommen unsere Freunde Dörte und Felix an Bord und beim gemeinsamen Abendessen auf dem von Böen geschaukelten Schiff erleben wir wieder einmal einen gemütlichen - langen ! - Abend. Felix ( Ingenieur ) hat auch eine Idee, wie wir den Kühlschrank behelfsmäßig in die Gänge bekommen könnten, um Kühlung zu erzeugen und damit die verderblichen Sachen besser aufbewahren zu können.


13.06.

Nach dem Frühstück erledigen wir in guter Teamarbeit den "Monsterabwasch" , damit Harald gleich danach den "Kühlschrank-Tipp" ausprobieren kann: Mit dem Wasserschlauch wird eine Verbindung von der Wasserleitung ( an Land ) zum Leitungssystem an Bord "montiert": funktioniert! Nun wird Kühlung erzeugt! Ist der Kühlschrank erst einmal richtig durchgekühlt, bleibt er auch erfahrungsgemäß lange kalt, dank der guten Isolierung = Aufschnitt und Fleisch sind "gerettet", denn draußen wird es langsam wieder wärmer mit zunehmender Sonnenintensität. Der Wind jedoch orgelt weiter in den Wanten.

15. - 16.06.

Der Sturm hat nachgelassen; es weht nur noch mit ca. 5-6 Bft, abnehmende Tendenz, der Himmel wird auch blauer. Wir nutzen die Zeit auch für "Familienkontakte". Den Kühlschrank lassen wir mit dem Provisorium zweimal täglich für ein bis zwei Stunden laufen, damit sich die Kühlung hält. Harald, als Fleischliebhaber, erfreut sich der üppigen Mahlzeiten, weil Heidrun das mitgebrachte Fleisch aufbraucht, damit nichts verderben kann. Am Dienstag holt Harald die neue Pumpe ab, dazu die "Einbauergänzungen" und dann verschwindet er wieder für den Rest des Tages in der Backskiste, um alles einzubauen. Gegen 17.30 h ist der Einbau abgeschlossen und der Kühlschrank springt an und kühlt wieder wie gewohnt: wie erfreulich! Also können wir losfahren, um die verbrauchten Vorräte zu esetzen; Morgen soll es dann endlich losgehen, die Windvorhersagen sind auch günstig.

17.06.

9.00 Uhr, Leinen los; Sonnenschein, Wind W 3 Bft, heute soll ein "Sommertag" sein lt. Wetterbericht. Wir motoren aus dem Hafen, sind kaum draußen, als der Motor ausgeht!!? Also Segel hoch, wobei Haralds Hand dabei keine Probleme macht. Am Friedrichsorter Leuchtturm bringen wir dem "Weißen Mann" unser Rum-Opfer dar und segeln im leichten Wind aus der Förde. Harald packt wieder einmal die Backskiste aus und will prüfen, ob evtl. Luft in den Dieselleitungen ist = nein. Nun wird systematisch geprüft: Filter, Leitungen usw., da es den Anschein erweckt hatte, dass der Motor keinen Treibstoff erhält, obwohl der Tank voll ist. Nichts festzustellen. Das alles dauert natürlich eine Weile, inzwischen sind wir aus der Förde und schlagen Kurs Rödby / Lolland (Dänemark ) ein. Und dann schläft der Wind ein.... Nach erneuten Versuchen ist klar, dass der Motor nicht laufen wird; was tun? Rödby haben wir uns schon aus dem Kopf geschlagen ( ca. 40 sm ), Fehmarn ist auch zu weit, das würde ein Nachttörn werden, muss noch nicht sein. Es kommt eine Brise auf, mit der wir Damp anliegen könnten ( "umlaufende Winde" ), also diesen Weg. Doch bald ist die Brise vorbei, wir liegen bleiern im Wasser und sind im "Wettlauf" mit den treibenden Ohrenquallen-Schwärmen. Die Sonne scheint aus einem wunderbar blauen Himmel auf uns und wir suchen das Wasser nach Brisenstrichen ab. Wir entschließen uns zurück zu segeln und schicken unserem Hafenmeister eine SMS, dass er unseren Liegeplatz freihalten soll. Um ca. 13.00 h kommt eine leichte Brise auf, mit der wir in Richtung Kieler Förde bei 1-2 Knoten "Geschwindigkeit" schleichen können. Auf Höhe Schilksee erleben wir fast schon einen "Geschwindigkeitsrausch" von 3, manchmal 4 Knoten bei achterlichen Winden. Doch nicht lange, dann dreht der Wind, wird schwächer und wir müssen kreuzen; dabei ist natürlich viel Berufsschifffahrt unterwegs, auch die Marine, die schon für die Kieler Woche mit ihren Wasserwerfern übt oder Marine-Gäste spazieren fährt, abgesehen von den vielen Seglern, die diesen schönen Tag nutzen und oft flott an uns vorbei motoren.... Doch wir nähern uns endlich Stickenhörn, nehmen vor dem Hafen das Großsegel weg und segeln nur mit der Genoa in die Hafeneinfahrt; danach rollen wir auch diese ein, denn der leichte Wind schiebt uns. Problemlos erreichen wir unsere Box und machen um 18.00 h fest = 9 Stunden waren wir unterwegs für ca 16 sm !! Ein anschließendes Telefonat mit dem Bootsmotoren-Spezialisten ergibt, dass er Morgen sowieso in Stickenhörn zu tun hat und uns dabei auch einplanen kann; sehr beruhigend.                                                                                                   16,8 sm

18.06.

Am Vormittag kommt der "Maschinist" und werkelt gut zwei Stunden an unserem Motor: Die Steigeleitung für die Dieselzufuhr war total verstopft! Dank der umweltfreundlichen Auflagen ist im Dieselkraftstoff ein organischer Zusatz ( Biodiesel ), der planmäßig den Diesel bearbeitet und dabei im Laufe der Zeit Ablagerungen im Tank bildet, die sich hier wegen der nicht so starken Motorbeanspruchung wie bei Autos schön entwickeln können. Nachdem die Leitungen und Filter gereinigt bzw.  ausgetauscht wurden, wird mit einer Vakuumpumpe tief am Tankboden so viel dieses "Schlammes" abgepumpt wie heute möglich ist. Als Winterarbeit nun die Vormerkung, dass dann der Tank vollständig geleert und komplett gereinigt werden muss ( vom  Fachmann ). Große Freude, als nach anfänglichem - vorausgesagtem - "Stottern" bzw. Ausgehen ( weil die Leitungen noch trocken sind ) der Motor wieder rund läuft. Auch Motorlärm kann schön klingen!....  Weil jedoch inzwischen das "Wetterfenster" zu ist, werden wir vermutlich zwei bis drei Tage abwarten müssen, bis wir wieder starten können: Starkwind mit Böen von ca. 7 Bft verleiten nicht zum auslaufen. Das dicke Tief über dem Atlantik, das wir schon auf dem Wetterradar im Internet gesehen hatten, ist nun angekommen und tobt sich aus; wir hatten jedoch gedacht, dass wir diese Hafentage schon in Dänemark verbringen - na ja, viele Leute machen ja auch Urlaub in Kiel....

19.06.

Beim Aufstehen prasselt der Regen aufs Deck, der Wind pfeift durch die Wanten. Später Wechsel zwischen Sonnenschein und Regengüssen, die sich durch imposante Wolkenformationen in der ganzen Grau-Skala ankündigen. Seewetterbericht: SW-W 5-6 Bft, dabei Böen von 8 Bft. Mit dem Auto besorgen wir bei einem großen Schiffsausrüster einige Teile, die danach an Bord "verarbeitet" werden: u.a. gibt es eine neue Leselampe, da die alte "schwächelte". Nun kann sich Heidrun in ihrer Lieblingsecke wieder gemütlich und gut beleuchtet den Schmökern widmen, denn abends ist es draußen noch zu kalt. Wann wird es endlich Sommer ??

20.06.

Die Fronten ziehen über uns hinweg = im Wechsel  heftige Regenschauer und Sonne; Windvorhersage W 5-6 Bft, Böen 8 Bft, abnehmend; anscheinend bewegt sich das Wetter zum Positiven? Wir "lauern". Harald besorgt nach dem Internetstudium ein Spezialmittel: Grotamar 71, das Bakterien und Pilze im Dieselkraftstoff bekämpft, und mit der dann empfohlenen "Schockdosierung" soll der befallene Bioschlamm im Tank saniert werden. Später beim Nachtanken wird dann jeweils eine kleine Menge mit eingefüllt; ziemlich teures Mittel, doch billiger als Mechanikerkosten. Wir werden sehen....  Auf dem Kieler Rathausmarkt wird heute Abend die "Kieler Woche" eröffnet; wir fahren mit dem Auto jedoch nach Schilksee, um dort die Atmosphäre zu erleben. Mit dem Schiff ist dies nicht möglich mangels Liegeplätze,  da wegen der Regattateilnehmer und den zusätzlichen Gastbooten alle Plätze überfüllt sind und deshalb auch viele einheimische Liegeplatzinhaber für diese Zeit ihren Platz räumen mussten. Viele Buden und Zelte sind auf dem Hafenvorfeld aufgebaut, die maritimes Zubehör, Kleidung und Speis und Trank anbieten, untermalt mit verschiedener Musik: das internationale Publikum amüsiert sich. Urlaubsfeeling kommt auf = gut so, denn wir wollen morgen starten.



21.06.

Leinen los um 8.25 h, WSW 2-3 Bft, heiterer Himmel. Wir mtoren aus dem Hafen und setzen dann das Großsegel; eigentlich sollte dann auch die Genoa ausgerollt werden, doch der achterliche Wind ist so schwach, dass wir - wie die anderen Segler - nur sehr langsam vorankämen,aber unser Ziel ist heute Rødby auf der Insel Lolland (Dänemark) , ca. 45 sm entfernt, also motoren wir weiter aus der Kieler Förde. Eine richtige Entscheidung, denn schnell wird der Wind noch weniger. Wir bleiben den ganzen Tag unter einem großen blauen "Loch" im Himmel mit Sonnenschein. In einem Telefonat nach Kiel hören wir u.a., dass sich der Himmel dort gerade zuziehe und es ganz dunkel würde. Später baut sich hinter uns in West eine Front auf, im Süden über Land sind dicke große Wolkenberge und wir befürchten, dass uns doch noch - wie angekündigt - Schauer erwischen = das Ölzeug liegt bereit. Glückstag für uns: langsam löst sich alles auf und es wird überall sonnig; die See ist jetzt spiegelglatt bis auf die Wellen und den Schwell von den Frachtern auf dem Kiel-Ostsee-Weg. Um 15.25 h sind wir an der Ansteuerungsrinne nach Rødby, ebenfalls die Fähre aus Puttgarden,die jedoch Vorfahrt hat. Um 15.45 h fest, an der Kaimauer. Wie immer am Anfang der Segelzeit sind wir wohlig geschafft. Nach dem Essen bedarf es größter Anstrengung sich aufzuraffen, um den Abwasch zu erledigen; die Abendstimmung wird auch nur im "Kurzprogramm" aufgenommen, weil frühzeitig die Koje ruft.
                                                                                                                   47,4 sm



22.06.

8.25 h Leinen los, die Fähre hat gerade abgelegt, die ankommende ist noch weiter draußen: also husch, husch aus dem Hafen motoren. Wind NE 2 Bft, ein herrlicher Sommermorgen. Wir setzen die Segel, doch bald darauf rollen wir sie wieder ein, denn der Hauch läßt nach und bleibt auch weg. Um ca. 10.00 h nähern wir uns dem bereits großen Offshore Windpark an der Südküste von Lolland, bei Rødsand , der nun vergrößert wird. Etliche Arbeitsschiffe sind hier verteilt, die den Meeresgrund ausbaggern, damit die Sockel für die Windgeneratoren gebaut werden können; viele davon sind schon fertig. Beeindruckend ist dieser Windpark schon, auch wenn man hierzu geteilter Meinung sein kann. Zweimal sehen wir Tümmler im spiegelglatten Wasser auftauchen; wie schön! Gegen Mittag erreichen wir die Südspitze von Falster und es kommt eine Brise auf      - natürlich aus Ost! (gegenan ) = Kap-Effekt? Nein, sie wird sogar etwas stärker und beständiger und als wir um 13.20 h die rote Tonne "Gedser Odde" umrundet haben, setzen wir die Segel, denn der Kurs geht nun gen Nord. Der kalte Wind pendelt noch zwischen NNE und NE, 3 manchmal 4 Bft, entscheidet sich dann für Nordost und wir erleben schönes Segeln entlang der Ostküste von Falster ! Um 17.30 h erreichen wir den notwendigen Ostpricken, um hier nach Hesnæs abbiegen zu können; vorher ist dies nicht empfehlenswert, da zahlreiche Stellnetze weit ins Wasser reichen. Nun rollen wir die Segel ein und motoren langsam auf den Hafen zu. 17.50 h fest, längsseits an der Mole. Hier waren wir noch nie; es ist ein kleiner Fischerhafen, in dem einige Liegeplätze für Sportschiffer angelegt worden sind, denn im Sommer soll es hier viele Gäste geben. Es ist warm ohne den kalten Wind und wir ziehen ganz schnell die Jacken aus, die fast deplaziert wirken. Der kleine Fischerort hat 1872 nach einer Sturmflut ganz besondere Häuser gebaut = die Häuser sind nicht nur reetgedeckt, auch die Hauswände wurden mit einer Reetschicht bedeckt um sie besser gegen den rauhen Ostwind zu isolieren. Die Reetschichten wurden mit Holzlatten befestigt und nun sieht es auf den ersten flüchtigen Blick aus, als wären dies "Fachwerkhäuser". Ein schöner Sommerabend rundet diesen Tag ab, bevor wir uns zurückziehen. Den ganzen Tag hatten wr ca. 1 Knoten Strom gegenan, so dass wir 54,7 sm auf der Logge haben, jedoch über Grund nur gesegelt sind:                                             45,1 sm



23.06.

Heute starten wir erst um 10.15 h; Sonnenschein, Wind NEzN 4-5 Bft. Nachdem wir aus dem Hafen motort sind, setzen wir die Segel, jedoch gerefft, und machen erst 'mal  einen Schlag ins offene Wasser, da wir den gewünschten Kurs nach Klintholm nicht direkt anliegen können. Weiter draußen wird der Wind etwas weniger, 4 Bft. Um 10.50 h reffen wir die Genoa aus, um 11.40 h auch das Großsegel. Der Wind pendelt zwischen Nord und Nordost, doch wir laufen gut auf der Kreuz. Auf dem letzten Kreuzschlag kurz vor Klintholm dreht der Wind wieder auf N, 5 Bft. Doch nun nehmen wir sowieso die Segel weg und laufen unter Motor in den Hafen Klintholm auf der Insel Mön ein; fest um 14.40 h, längsseits am Steg B vor den Ferienhäusern, denn hier liegen wir etwas geschützter und haben die Sonne im Cockpit. Heute ist "St.Hans" (=Johannisnacht) in Dänemark; am Strand ist bereits ein großer Holzstapel aufgeschichtet, der abends angezündet werden soll. Als die Dämmerung anbricht, schauen wir uns das an, ebenfalls wie viele andere auch. Leider gibt es keine musikalische Untermalung; das haben wir schon anders erlebt: vom gemeinsamen Singen aller Anwesenden - der (dänische) Text dazu wurde auf Handzetteln verteilt-, bis zum gemeinsamen Musizieren verschiedener Interpreten oder spontaner Tanz. Es ist jedoch ein zauberhafter Sommerabend und versetzt uns in "Ferienstimmung".
                                                                                                                   22,2 sm



24.06.

Wir machen die "Ferienstimmung" komplett und bleiben hier! Der Wind aus "nördlichen Richtungen" bzw. auf Nordost gehend 3-4 Bft, langsam zunehmend 5 Bft animiert uns nicht, zur schwedischen Südküste , z.B. Gislövsläge bei Trelleborg, zu segeln. Die direkte Distanz beträgt ca. 40 sm, doch wir müßten kreuzen.... Für die nächsten Tage ist kräftiger Nordost bis Ost angesagt, deshalb warten wir lieber hier in Klintholm. Vor und hinter uns liegen auch Schiffe, die auf den Absprung nach Schweden warten. Es gibt viel Platz im Hafen, weil noch keine Ferienzeit ist: viel "Schiffe-Bewegung" ist auch nicht und deshalb ist es schön ruhig. Von fern hört man den Kuckuck rufen, die Enten ziehen in Formationen durch den Hafen. Harald testet seine "Armheilung" und macht eine erste kurze Radtour: ging wunderbar, ohne Probleme. Viel, die hierher kommen machen auch einen Tagesausflug zu den Kreidefelsen, für die Klintholm berühmt ist, denn diese Gegend ist geologisch eine Fortsetzung der Kreideküste von Rügen. Auch hier gibt es imposante Kreideklippen; leider ist vor 2 Jahren, wie auf Rügen, ein besonders schöner "Gipfel" abgebrochen. Wir genießen die warme Sonne ohne Jacken und lange Hosen, lesen, und zum Kaffee gibt es das erste "Wiener Brød" dieser Saison. Zunehmende Böen schaukeln unser Schiff. Am Abend bleibt unsere Küche kalt und wir "testen" das Restaurant "Klintholm Rögeri" am Hafen, wo ein Buffet angeboten wird zum Preis von 135,- dkr ( ca. 19,- Euro ) pro Person. Stimmiges Preis- Leistungverhältnis: u.a. verschiedene Salate, Pilzcremesuppe mit Muscheln, Fischgerichte, Roastbeef. Da kann man nicht meckern; alles schmeckte sehr gut.






25.06.

Der Himmel ist ziemlich bedeckt, es pfeift im Rigg. Um 14.40 h beginnt es zu regnen. Einzelne Schiffe laufen am Nachmittag ein, benötigen mitunter zwei bis drei Anläufe, bis sie den Luvpoller zu fassen bekommen, da der Wind heftig "dazwischen" geht; die Enten stieben irritiert in Ausweichrichtungen. Unsere Freunde in den Ostschären, auf Kurs Süd, freuen sich über den Nordostwind, wie in der SMS zu lesen war. Ja,ja, "des einen Freud, des anderen Leid"...


26.06.

Sonne, Wind E-NE um 5 Bft, zeitweise etwas zunehmend. Über DP07 ( Funk ) hören wir "in der großen Konferenz" von einem Segler aus Ystad, dass es dort bei Sonnenschein momentan noch heftiger bläst, während es in Hamburg bedeckt ist, wie wir auch hören. Im Laufe des Tages wird eine neuen Böenwarnung herausgegeben: Böen mit 8 Bft! Richtig: heftige Windstöße fegen über das Wasser und bringen die Schiffe auf ihren Liegeplätzen "zum tanzen" und drinnen fühlt man sich wie betrunken. Mitbringsel einer Radtour aus einer Kerzenfabrik in Keldby: erste dänische Kerzen der Saison. Übrigens: nach zwei Übernachtungen gibt es dann einen Rabatt von jeweils 20,- dkr auf das Hafengeld pro Tag = schönes Angebot.


27.06.

Heute wieder Sonnenschein, auch wieder Böenwarnung 7 Bft. Später am Tag ergibt es sich endlich, dass Zugang zur Waschmaschine besteht, die unter der Obhut der Reception des hiesigen Hotels steht. Vorgestern war alles abgeschlossen und die Reception war nicht besetzt gewesen. Nun flattern die "Shirts und Konsorten" im warmen Wind, genau so, wie auf dem hinter uns liegenden Schiff = in Klintholm ist heute Waschtag!  Harald ist mit dem Fahrrad zu den den Klippen gefahren und wollte sich diese 'mal wieder von der Landseite aus ansehen. Gegen Abend nimmt der Wind ab und es ist endlich Ruhe im Rigg.



28.06.

Wettervorhersage: E-NE 4-5 Bft, abnehmend 2-3 Bft = Leinen los um 7.55 h; der Himmel ist bedeckt. Wir motoren bis zur Klippenkante, wollen noch einen Blick von See darauf werfen; leider ist alles ziemlich dunstig und grau. Wir setzen die Segel und kreuzen bei ENE 4-5 Bft gen Südküste von Schweden. Um 10.30 h frischt der Wind auf 5 Bft auf, da sich eine dunkle Front in Ost gebildet hat; Böen mitunter bis 6 Bft. Eine Stunde später ist die Front durch, der Wind ENE 4 Bft, nimmt weiter ab, die See ist "durcheinander" und wir werden stark durchgerührt , auch von Wellen ausgebremst. Der Himmel klart auf, Sonne kommt durch. Um 12.00 h starten wir den Motor, da wir immer mehr nach Westen versetzt werden, auch wegen Strom gegenan; Wind ENE 2-3 Bft. Wir beschließen, ca. 8 Meilen südlich von Falsterbo Rev, Ystad anzulaufen, notfalls könnten wir noch nach Gislövsläge ablaufen ,falls die See zu grob werden sollte. Nachmittags frischt es wieder auf, zeitweise E 5-6 Bft, dann wieder Wind und See ruhiger, E 4 Bft. Wir haben keine Lust mehr, zu segeln und ziehen bis Ystad unter Motor durch. 18.50 h fest, im Päckchen neben einer schwedischen "Halberg Rassy 40". Hier im Hafen gibt es endlich auch Internet! Nach einem guten Eintopfgericht aus der Dose hängen wir endgültig "in den Seilen" und gehen zeitig in die Koje. Auf der Logge: 71,83 sm, über Grund ( GPS ) :                                                                   61,6 sm 


29.06.

Wir bleiben heute hier und nutzen die Internetmöglichkeit: die Homepage aktualisieren, E-Mails zu sichten ggfs. zu beantworten und uns auf diese Weise auch bei Angehörigen zu melden. Der Morgen beginnt damit, dass unser Schiffsnachbar Segelgäste bekommt und ablegen will. Hinter ihm ist gerade Platz frei geworden und wir verholen uns dorthin, direkt an den Steg. Gegen 11.00 h ist klar, wer im Hafen bleibt, denn alle anderen sind weg und es ist ruhig. Der Hafenmeister macht seine Runde und bittet - auch uns - die Schiffe, die längsseits liegen, "aufzurücken", damit wieder vollständige neue Liegeplätze frei werden = also verholen wir auch noch etwas weiter nach innen, an demselben Steg. Diese Umsicht sollte gerne auch in anderen Häfen praktiziert werden, denn oft ist es so, dass große Zwischenräume frei bleiben, die jedoch zu klein sind, dass sich ein ankommendes Schiff plazieren könnte ! Nachdem alle Hausaufgaben erledigt sind, spazieren wir in die City: immer wieder schön mit den vielen alten Häusern in gepflegtem Zustand. Weil seit dem frühen Nachmittag auch wieder die Sonne scheint, sieht alles besonders freundlich in der Stadt von "Kommissar Wallander" ( Henning Mankell ) aus. Abends ist der Hafen wieder voller Schiffe.


30.06.

Tja, eigentlich..... wollten wir heute weiter segeln, doch wir haben wohl verdrängt, dass wir uns diese Saison eine "Wurm-Sippe" aufgesackt haben: Heidruns Zahnersatz im Unterkiefer ist gebrochen! In der Touristinformationsbroschüre von Ystad finden wir u.a. einen Zahnarzt bzw. ein Zentral-Klinikum für ganz Schonen mit allen medizinischen Einrichtungen, also auch Dentisten, und relativ nahe bei. Bei der Information dort weist man uns den Weg zur Zahnklinik, wo man uns dann die Adresse eines Zahntechniker-Labors in der City nennt, das "unser Problem" sofort und direkt bearbeiten kann. Und richtig: Heidrun gibt das Teil ab und kann es um 16.00 h wieder repariert ( = als wäre nichts gewesen ) abholen! Cash 500,- skr (ca. 50,- Euro ), ähnlich wie bei uns. Ob das der letzte "Wurm" war ? Heute ist es sehr warm mit wenig Wind; der Hafen ist am Abend nicht so voll wie an den letzten beiden Tagen.  



01.07.

Um 8.25 Uhr legen wir ab, um erst einmal Diesel zu tanken, was nach ca. 10 Minuten erledigt ist; danach motoren wir bei spiegelglatter See hinaus = es ist sonnig und warm. Die Wasseroberfläche ist curry-gelb von Blütenstaub, der vor der Küste wabert ! Südlich von Kåseberga kommt eine Brise und wir kreuzen "um die Ecke" von Schonen zur Hanö-Bucht; sie läßt dann etwas nach, so dass wir dann nach ca. eineinhalb Stunden doch wieder den Motor starten, weil der Hauch genau von vorne kommt. Über der Küste bilden sich Wolkentürme, lösen sich dann jedoch ziemlich auf. Um 14.25 h sind wir fest in Simrishamn, Box mit Auslegern. Kostenloses Internet im Hafen und die Liegegebühr ist auch moderat. Nun ziehen doch wieder Gewitterwolken auf, der Himmel verdunkelt sich, doch es grummelt nur ganz kurz, danach löst sich die Front auf und es wird wieder sonnig.
                                                                                             36 sm



02.07.

Start um 7.30 h, Wind 2-3 Bft, sonnig. Vor dem Hafen setzen wir die Segel, können den Kurs nach Utklippan anliegen. Vor uns ist ein Segler, der jedoch allmählich "verschwindet" und vom Nebel verschluckt wird ! Kurz danach sind auch wir in dieser "Wand" und "in Watte gepackt": fast keine Sicht mehr! Ganz schnell wird der Radar angestellt, die Lage gepeilt = nur der eine Segler vor uns. Der Wind nimmt ab, also Segel einrollen, Motor an; alles wirkt gespenstisch. Unter Beobachtung des Radarschirmes pirschen wir uns an den Segler, in gebührendem Abstand, überholen ihn und haben nun "freie See" vor uns, gehen also auf normale Marschfahrt. Glücklicherweise ist nicht viel Verkehr; später "sehen" wir ca. eineinhalb Seemeilen entfernt einen größeren "Punkt", der nach seiner Fahrweise ein Fischerboot sein könnte, denn er umfährt uns großzügig und seitlich hinter uns fährt er 'mal hierhin, 'mal dorthin. Der Nebel ist so naß, dass es überall heruntertropft, die Haare sind ganz feucht und Haralds Brille muss dauernd abgewischt werden. Nach einer guten Stunde zaghafter Versuch der Sonne, sich durchzusetzen = mit Erfolg: die nachfolgenden Segler sind wieder zu sehen und der Blick kann wieder in die Ferne schweifen. Die See ist spiegelglatt. Wie gestern schwimmt "dieses gelbe Zeug" wieder auf der Wasseroberfläche; mal in ganz dünner Schicht, 'mal in dicken großen Feldern. Wir sind zwar keine Biologen, doch inzwischen vermuten wir, dass dies nicht Blütenstaub ist sondern etwas "Algenähnliches", denn auch die ganze Hanøbucht ist voll davon und nicht nur die Küstengewässer. Es wirkt unappetitlich, riecht etwas morbide und lädt überhaupt nicht zum Baden ein. Wir überlassen das steuern dem Autopiloten, ziehen uns luftigere Kleidung an, denn es wird wieder warm, und "spielen" Motorboot. Bei der mittleren Sicht heute ist Utklippan relativ spät zu sehen, doch langsam wird der Leuchtturm erkennbar. Um 15.45 h laufen wir ein; der Hafen ist nicht so voll, wie wir befürchtet haben. Fest um 15.52 h, längsseits im Päckchen an einem amerikanischen Schiff. Es sind nur insgesamt drei deutsche Schiffe hier, ein Franzose, einige Finnen, Dänen und, natürlich, Schweden. Hier ist Natur pur: mit wenigen Schritten ist man mittendrin in der lärmenden Vogelwelt, steht dabei auf den Schären mit Blick über die See.
                                                                                           52 sm



03.07.

Leinen los 8.25 h, Windhauch aus südlicher ( !! ) Richtung, Sonne. Wir motoren durch die Osteinfahrt von Utklippan und nehmen Kurs auf den Kalmarsund. Der Wind wird stetiger, so dass wir die Segel ausrollen; im Laufe der Zeit Steigerung auf SW-W, gut 4 Bft = herrliches Segeln ! Die Sonne wird "milchiger" und über Land steigen hohe Gewitterwolken hoch. An der grünen Tonne  bei Kristianopel rollen wir die Segel ein und motoren in die Rinne zum Hafen; fest um 13.05 h, Heckboje. Der Hafen hat noch viel Platz, doch das ändert sich zügig: ein Schiff nach dem anderen läuft ein = Skandinavien, Holland, der Amerikaner von gestern und Deutsche bilden eine bunte Mischung der Nationalitäten in diesem relativ kleinen Hafen. Ganz allmählich braut sich der Himmel zusammen, wird dunkel und das Gewitter beginnt, ist dann jedoch nicht soo "bösartig", wie es zuerst den Anschein hatte. Blitze und Donner, "normaler" Regen. Am späten Nachmittag wird es langsam wieder freundlicher, wenn auch nicht mehr so klar und strahlend. Im Internet einer schwedischen Information lesen wir u.a., dass diese gelben Fladen auf dem Wasser blühende Algen sind und leider momentan großflächig verbreitet sind. Hier im Kalmarsund war es heute nicht ganz so schlimm, vielleicht lag das auch am Wind, der heute wehte.
                                                                                                26 sm


04.07.

9.00 Uhr: Start zu einem kurzen Törn: wir wollen nach Bergkvara, wo wir uns mit unseren Freunden Renate und Uwe treffen wollen, die auf dem Weg nach Süden sind. Himmel bedeckt, Wind aus nördlicher Richtung, 2 Bft. Wir motoren die ganze Strecke, während der Himmel aufreißt und es wieder schön warm wird. Um 11.00 h sind wir fest in der Marina von Bergkvara, Heckboje. Es ist heiß und einzelne Wolken ziehen auf. Wir sitzen an Bord der  "SY Crescendo" , die neben uns liegt, und im Laufe des Klönschnacks wird das Sonnendach über dem Cockpit gegen die Kuchenbude ausgetauscht, weil der Himmel sich zusammenbraut und es anfängt, zu gewittern. Zur "Kaffeezeit" kommen Ulla und Pepi mit Kuchen und Gebäck auch dazu, die wir hiermit kennenlernen. Die Beiden sind Segelvereins-Kollegen von Renate und Uwe und sind vor ca. 14 Jahren nach Schweden ausgewandert, wohnen jetzt nicht weit entfernt = sehr nette Leute! Während wir uns alle angeregt unterhalten, wabert das Gewitter hin und her, so dass den ganzen Nachmittag Blitze und Donner und viel Regen auf uns 'runter kommen. Nachdem die Gäste sich am Abend verabschiedet haben, sind Renate und Uwe nach dem Abendessen bei uns an Bord.
                                                                                                   12 sm


05.07.

Es bläst ungemütlich aus Nordost, gut 5 Bft, Schauerböen, Himmel bedeckt: wir bleiben hier! Renate und Uwe starten gen Süd, wollen diese Windrichtung ausnützen, denn der Wind soll südlicher werden = tschüss! Als sich mittags der Himmel freundlicher zeigt, gehen wir auf Erkundung der Umgebung: Bergkvara ist ein sehr ruhiger Ort ( nicht nur, weil Sonntag ist ). Der meiste Betrieb herrscht beim Campingplatz in der Nähe des Hafens, wo Neuankömmlinge mit Wohnwagen und Wohnmobilen anfahren und der kleine Miniladen gut besucht ist. In der Nähe des Hafens ist eine große Holzfirma ansässig und bei dieser Windrichtung steigt der Duft des frischen Holzes in die Nase. Als wir vom Rundgang zurück kommen, sind Ulla und Pepi am Yachthafen, die jetzt gerne unser Schiff besichtigen, weil gestern keine Gelegenheit mehr dazu gewesen war. Außderdem bieten sie uns an, mit dem Auto nach Torsås (Hauptstadt diese Kommune ) zu fahren, damit wir dort im Supermarkt, der heute bis 21.00 h geöffnet hat, frische Lebensmittel einkaufen können. Sehr gerne nehmen wir dieses Angebot an und füllen hier unsere Bestände wieder auf. Danach fahren wir durch diese schöne und waldreiche Gegend, besichtigen ein Erdhaus, in dem einst 3-5 Personen lebten und das der Heimatverein pflegt, dann weiter zum Wohnhaus der Beiden, das idyllisch gelegen, typisch schwedisch und sehr gemütlich ist; und diese Ruhe rundum! Vogelgezwitscher, der Wind läßt die Bäume rauschen, und zwei bis drei Autos fahren auch vorbei. Ulla lädt zum Abendbrot ein und wir sitzen dabei im schönen Wintergarten und unterhalten uns weiterhin sehr kurzweilig und interessant. Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir müssen zurück an Bord. Nach einer knappen halben Stunde sind wir wieder auf dem Schiff und der kalte Wind weht direkt in unser Schiff = er hat also schon etwas gedreht. Tack så mycket, liebe Ulla, lieber Pepi !



06.07.

Der Regen trommelt auf das Deck, der Wind pfeift im Rigg = wir drehen uns in der Koje noch 'mal um und schlafen etwas länger als vorgesehen. Noch beim Frühstück ist es so dunkel, dass sogar die öffentliche Beleuchtung bis ca. 9.30 h eingeschaltet bleibt! Dann scheint diese Front durchgezogen zu sein, der Regen läßt nach, auch der Wind und der dreht sogar weiter auf Südost. Leinen los um 11.25 h, bedeckt, Wind SzE 4-5 Bft; wir motoren durch die nördliche Rinne ins freie Wasser, setzen dann nur die Genoa und segeln gen Nord. Die See ist sehr "wellig", es scheint noch Nordstrom von gestern zu sein und nun "neue See" aus Südost = wir rollen ganz gut in dem Seegang: nichts für empfindliche Mägen! Mit uns segelt in geringem Abstand ein bekanntes Ehepaar aus Hamburg, auch nur unter Genoa, die heute ebenfalls nach Kalmar wollen. Um 14.40 h rollen wir das Segel ein und biegen ab in den Hafen von Kalmar: fest um 14.47 h, Heckboje. Unser neuer Bojenhaken hat sich wieder gut bewährt, denn es ist nun einfach, sich damit in die Bojenösen einzupicken, da er auch schön lang ist und Heidrun sich nicht mehr fast auf's Deck legen muß, um die Heckleine daran zu befestigen. Von Kalmar führt eine Brücke hinüber nach Öland, auch deshalb ist hier mehr Verkehr in der Stadt, denn viele Besucher legen hier einen Stopp ein. Zum Abendessen gehen wir  heute dann gemeinsam mit Ingrid und Frank in ein Lokal in der Stadt, das windgeschützte Plätze im Freien bietet und genießen dort ein sehr gutes "Dinner". Danach essen wir die in Bergkvara gekauften Erdbeeren mit Schlagsahne bei uns an Bord und sitzen noch gemütlich zusammen.
                                                                                         22 sm


07.07.

Heute bleiben wir hier, damit noch etwas "technisches" geregelt werden kann: Wir verwenden seit Jahren an Bord für diese Gegend eine schwedische elektronische Seekarte. In den ersten Tagen in Schweden funktionierte dies auch. Als wir in Kristianopel waren, gab es plötzlich Probleme, die dazu führten, dass unser Laptop nicht mehr zu gebrauchen war, weil er ständig vom System zwangsabgeschaltet worden ist, bis wir nach vielen Versuchen auf die Idee kamen, dass dies mit diesem Programm zusammenhängen könnte und es gelöscht haben = nicht kompartibel mit Windows Vista auf unserem neuen Laptop ! Eine Mailanfrage beim Hersteller ergab, dass wir ein Upgrade machen müssen, wofür es die entsprechende Hardware bei einer Vertretung - z.B. "Baltic-Shop" in Kalmar - gäbe. Heute hat sich Harald darum gekümmert, Upgrade besorgt / bezahlt, danach gab es noch Unklarheiten - ging nicht -, die dann im Laufe des Vormittags geklärt und behoben worden sind. Um die Mittagszeit war "das Thema" erledigt und wir konnten dann unseren Stadtbummel machen. Zwischendurch unter bedrohlich dunklen Wolken, mit kurzem Regenschauer, dann klarte es wieder auf, die nächste ( Gewitter- ? ) Front verzog sich.


08.07.

Leinen los 7.40 h, spiegelglatte See, sonnig, etwas milchig. Um 7.58 h passieren wir die Kalmarsund-Brücke. Im Süden bilden sich die ersten Wolken; im Laufe der Zeit werden diese dunkler, der Himmel sieht stellenweise bedrohlich aus, als wir auf Höhe Borgholm sind. Für Morgen ist Starkwind angesagt = die Front zieht also schon auf. Lt. Radarbild im Internet wird es heute Nachmittag regnen = unser Ölzeug liegt bereit. Um 11.40 h erreichen wir den Leuchtturm Dämman und können nun auf etwas nordwestlicheren Kurs gehen, denn wir wollen nach Oskarshamn. Wir bleiben jedoch außerhalb der Schären und nehmen den direkten Weg im Hauptfahrwasser. Wenn wir schon motoren müssen, dann wollen wir auch "pokern", ob wir vor dem schlechten Wetter im Hafen sind. Beim Erreichen der Rinne in den Stadthafen brist es auf aus Ost und wird stärker, dann so stark, dass unser Anleger an der Gästebrücke mit ( kurzen ) Auslegern misslingt und uns quer treibt, so dass wir einen zweiten Anlauf müssen. Fest um 14.05 h. Weil der Wind genau ins Schiff weht ( soll jedoch noch drehen ) ziehen wir die Kuchenbude hoch = gerade rechtzeitig, denn nun entladen sich endlich die Wolken, die freundlicherweise gewartet hatten ( ? ). Später gewittert es auch noch kurz mit noch stärkerem Regenschauer, danach bleibt es trübe. Auf der anderen Seite des Hafens legt die Fähre nach Gotland an; diese Fährverbindung in Oskarshamn war uns nicht bekannt, nur die nach Öland ( Byxelkrog ). Der Wind hat sich inzwischen wieder beruhigt und westlicher gedreht.
                                                                                          42 sm


09.07.

In der Nacht blieb der Wind ruhig; erst im Laufe des Vormittags legt er langsam zu mit kräftigen Böen. Wir machen erst 'mal "Hausputz" und unser Schiff wieder schön ordentlich. Weil es hier im Hafen kein Internet gibt, sondern nur in der hiesigen Bibliothek ein ( kostenloser ) Hotspot zur Verfügung steht, nehmen wir unser Laptop mit zum Stadtbummel. Vor gaaanz vielen Jahren sind wir hier vorbeigesegelt, heute wollen wir uns jedoch diese Stadt ( ca. 18.000 Einwohner ) ansehen, die erst im Jahre 1856 die Stadtrechte erhielt und aus diesem Anlass nach dem damaligen König Oskar umbenannt worden ist. Es ist eine nette kleine Innenstadt hier mit den üblichen Geschäften, ein schön angelegter Stadtpark, darin auch eine Kirche, die gerade renoviert wird, und noch andere sehenswerte Gebäude. Es geht fast immer bergauf - bergab, da dieses Städtchen sich auf der Schärenlandschaft ausgebreitet hat und die vorhandenen Felsen "integriert" worden sind bzw. man geht oder fährt darum herum. Vom Hafen führt eine steile Treppe oder wahlweise steile Straßen hinauf in die Stadt. Das Wetter könnte allerdings etwas freundlicher sein!



10.07.

Es bläst immer noch, heute jedoch aus freundlicherem Himmel, denn viele blaue Stellen sind zu sehen. Das nutzen wir aus und machen heute Waschtag; die Benutzung der Waschmaschine und des Trockners ist im Hafengeld enthalten! Im kräftigen Wind trocknen die Sachen sehr schnell und nur die letzten vier Shirts, die noch am Kragen oder Ärmel etwas feucht waren und deshalb hängen blieben, müssen wir schnell einsammeln, weil ein kurzer Regenschauer "dazwischen funkte". Die Koch- und Bettwäsche durfte in den Trockner. Der Hafenmeister gibt heute "Schlechtwetter-Rabatt" = sehr großzügig! Auf der Titelseite einer schwedischen Zeitung stand ( sinngemäß ) : Wir sollen noch durchhalten, der Sommer käme bald wieder..... 


11.07.

Es regnet; alles grau in grau. Nach dem Frühstück hört es auf, und dann kommt wieder der kräftige Wind. Zusätzlich fängt es bald darauf wieder an zu regnen und, bis auf kurze Pausen, bleibt es so den ganzen Tag! Bis auf das morgendliche Brötchen holen am Kiosk beim Steganfang bleiben wir den ganzen Tag an Bord: Lesen, Seekarten studieren, PC-Spiele = ein "Gammel-Tag" ! Deshalb gibt es heute auch kein Foto......

12.07.

Leinen los 8.20 h, Wind SSE 2 Bft, bedeckt. Noch im Hafen setzen wir das Großsegel, motoren dann hinaus, weiter durch die Nordostausfahrt / Rinne. Es steht noch hohe Dünung und wir schaukeln ordentlich; segeln ist nicht möglich. Der Wind bleibt schlapp, das Segel schlägt, also rollen wir es nach einer guten Stunde wieder ein. Bald darauf wird der Himmel sonniger, doch die Sonne "sticht" etwas und dann bilden sich auch dicke Wolken über Land. Bei Kråkelund nehmen wir Kurs in die Schären und passieren den Leuchtturm Soen um
11.02 h. Nun folgen wir dem gekennzeichneten Fahrwasser, meistens mit roten und grünen Tonnen / Pricken, mitunter sehr schmale Passagen, dann auch wieder schöne breite Strecken in dieser faszinierenden Schärenlandschaft. Über uns hat sich eine besonders große und dicke graue Wolke gebildet: der Wind frischt auf, ist jedoch etwas unstet in der Richtung, und weil wir jetzt wieder um einige "Ecken" fahren müssen, weil die Felsen dies erfordern, lassen wir das Segel eingepackt. Um 13.10 h passieren wir den besonders schmalen Spårö-Sund; max. 4 Knoten Geschwindigkeit sind hier erlaubt. Sehr dicht an den Felsen entlang, ein dekoratives rotes Schwedenhaus steht auch noch am Ufer = fast ein "Kalender-Bild". Nach einer knappen halben Seemeile sind wir durch und schon bald darauf kommt unser "Abbieger" in die Bucht von Västervik. Nun frischt der Wind weiter auf, steigert sich auf 5-6 Bft, gerade jetzt, wo wir gleich anlegen wollen! Im großen Gästehafen sind noch viele Plätze frei; es kommt auch gleich ein "Einweiser" mit seinem Schlauchboot angefahren und sagt, an welchen Steg wir fahren sollen. Als Heidrun sich eine Heckboje greifen will, treibt uns eine kräftige Böe (Seitenwind ! ) prompt wieder weg. Also neuer Anlauf, diesmal klappt es sofort und am Steg stehen schon zwei Männer und nehmen die Vorleinen an, denn der Wind drückt kräftig. Später stellen wir fest, dass unser Manöver noch recht ordentlich war, denn etliche Schiffe brauchen mehr Anläufe bzw. haben deutlich Probleme beim Anlegen = Hafenkino für diejenigen, die schon angelegt haben. Fest in Västervik um 14.20 h, Heckboje. Erst gegen Abend läßt der Wind wieder nach und der Himmel wird klarer. Die Liegegebühr ist recht hoch: bis jetzt der teuerste Hafen ! Eigentlich soll es hier auch Internet geben, doch das ist ein Opfer des letzten Gewitters geworden; "man" arbeitet an der Wiederherstellung.
                                                                                                40 sm


13.07.

Start um 8.10 h, bei windstillem Wetter besonders einfaches Ablegen; sonnig. Wir motoren wieder aus der Bucht von Västervik und fädeln uns dann in das Fahrwasser nach Norden ein. Zuerst ist die Küste noch offen zur spiegelglatten See, später führt der gekennzeichnete Weg wieder mehr in die Schären. Ein östlicher Windhauch ist aufgekommen und wir haben das Großsegel mit zu Hilfe genommen. Trotz Sonne ist es relativ frisch, also "Jackenwetter". Es fädeln sich immer wieder Boote ein, die aus den unterschiedlichsten Schärenecken auftauchen, da hier auch viel vor Anker im Schutz der Schären gelegen wird. Eine traumhaft schöne Gegend durchfahren wir östlich von Kårö, entlang der "Inseln"  Store und Lille Grindö: bewaldete Felsen, unzählige Buchten, klares Wasser, Vogelgezwitscher rundum = wie die Filmkulisse einer schwedischen Romanze à la "Inga Lindström" ! Als wir dann später freieres Wasser haben, hat der Windhauch etwas zugelegt und wir können mit halbem Wind eine gute Stunde segeln. Danach führt uns das Fahrwasser wieder durch verwinkelte Strecken mit Schärenabdeckung, z.T. durch ganz schmale Passagen - wunderschön! - und dann erreichen wir unser heutiges Tagesziel: Fyrudden = fest um 13.40 h, Ausleger. Dieser Ort ist sehr beliebt und gut besucht, da auch schön gelegen am inneren Schärenfahrwasser an einer großen Bucht. Viele kleinere Boote kommen tagsüber von ihren Sommerhäusern angefahren, um sich hier beim Kaufmann zu versorgen bzw. die Boote aufzutanken, oder im Restaurant am Hafen mit Blick über das Wasser schön zu essen. Wir kaufen hier auch ein paar Kleinigkeiten ein; für Interessierte: u.a. 2 Salatgurken, normale Größe / Verkauf nach Gewicht, ergibt ca. 3.30 Euro dafür ! Der Mann in dem Fischstand am Hafen probiert an uns seine Deutschkenntnisse aus und freut sich dazu; die Verabschiedung lautet heute deshalb nicht "hej do" sondern " Auf Wiedersehen".
                                                                                     36 sm     



14.07.

Leinen los um 8.15 h, Wind W 1-2 Bft, sonnig. Wir motoren den inneren Schärenwasserweg, der durch faszinierende Gegenden führt, weil alles grün bewaldet ist und die Schären in der frühen Sonne Ruhe ausstrahlen. Weiter nördlich ändert sich die Landschaft: die Schären wirken so, als hätte "Jemand" Steine mit lockerer Hand in das Wasser geworfen  Oft sieht man nur niedrige Felsen oder "Steinbuckel" aus dem Wasser ragen, maximal mit Büschen, Gras oder Flechten bewachsen. Die spezielle Seekarte dafür wirkt auf den ersten Blick verwirrend und läßt kaum vermuten, dass ein Durchkommen möglich ist = aber alles löst sich, die Durchfahrten sind gut betonnt. Um 10.47 h passieren wir eine grüne Tonne, die auf der Seekarte den Namen "Kejsaren" ( = Kaiser ) trägt und witzigerweise wurde ihr eine goldene Krone als Topzeichen gegeben ! Die Gegend um den Arkösund ist dann wieder "liebliche Landschaft" und eine gut besuchte Ferienecke, denn überall pulsiert das Leben, zu Wasser und an Land. Danach werden die Schären wieder kleiner und "lockerer" mit viel offener Wasserfläche; wir laufen Oxelösund an, ein bedeutender Handelshafen mit weit sichtbaren Industriegebäuden und Schornsteinen. Zuerst steuern wir in den Fischerhafen, doch der niedliche kleine Gästehafen dort - in einer Ecke - ist voll bzw. der noch freie Platz reicht nicht für unser Schiff. Also wieder 'raus und in den nächsten Hafen, ca. 1,5 km weiter; hier sind noch Plätze frei. Fest um 13.40 h, Oxelösund-Badhusviken, Heckboje. Leider etwas unruhiges Liegen, da viel Schwell, auch durch ein- und auslaufende Schiffe. Vom Yachthafen pendelt eine kleine "Bimmelbahn" zum Einkaufszentrum in der Stadt, die gerne genutzt wird, besonders.wenn Schiffsbesatzungen mit vollen Einkaufstüten zurück an Bord müssen. Am Abend regnet es vorübergehend, was zu erwarten war, da sich etliche dicke Wolken am Nachmittag aufgebaut hatten.
                                                                                         33 sm   



15.07.

Ablegen um 8.25 h, Flaute, sonnig. Wetterbericht: vormittags S 2-5 m/sec, nachmittags S-SE 5-8 m/sec. Vorerst motoren wir hinaus, wo bald darauf alles sehr offen wird und die Pricken in großen Abständen die Untiefen / Steine kennzeichnen. Nach zwei Stunden probieren wir, ob man schon segeln kann, doch der Fahrtwind hat mehr vermuten lassen, als die Windstärke hergibt, deshalb rollen wir die Genoa wieder ein und lassen das Großsegel stehen. Nun führt uns das Fahrwasser wieder dicht an die Küste und wir sind wieder in den "schönen" Schären, wie viele andere auch. Nachdem wir den sehr schmalen Sävösund passiert haben, können wir segeln. Der Bokösund läßt dann auch wieder den Adrenanlinspiegel steigen, denn hier ist ein sehr enges gewundenes Fahrwasser, und neben den grünen und roten Pricken lauern die Felsen im hier nicht so tiefen Wasser !! Gegen 13.30 h kreuzen wir das Fahrwasser nach Trosa, doch wir wollen weiter und nehmen Kurs auf den Svärdsfjärden, der nach Södertälje führt. Dieser Fjord erstreckt sich fast genau in Nord-Süd-Richtung und ist relativ unproblematisch, da die Schären im Fahrwasser gut überschaubar sind. Die Ufer sind ziemlich hoch und schön bewachsen, alles wirkt sehr ansprechend. Nun segeln wir vor dem Wind, der wieder etwas schwächer geworden ist und eigentlich müßte man jetzt die Genoa ausbaumen oder den Blister setzen, doch wir entscheiden uns, die restlichen 8 Seemeilen für heute bis Skansholmen zu motoren. Fest im Hafen um 15.30 h, Ausleger. Der Hafen gehört zu einem großen Campingplatz, der überwiegend in "schwedischer Hand" ist, weshalb hier auch viele kleinere Boote liegen, die von den Urlaubern genutzt werden. Hier kann Harald dann auch die Seekarten für den Mälaren kaufen, denn wir wollen morgen nach Stockholm, und gestern, in Oxelösund, waren wir zu spät dran, bis wir herausgefunden hatten, wo man diese Karten kaufen kann. Gegen Abend bezieht sich dann auch wieder der Himmel, doch es bleibt trocken.
                                                                                 41 sm


16.07.

Leinen los 8.25 h, Wind W 1-2 Bft, heiter mit vielen Wolken. Wir motoren den Fjord gen Nord, passieren um 9.05 h den Brandalsund, wo wir einen "Knick" machen zur Fortsetzung in Richtung Södertälje. Hier sind wir dann um 10.10 h und machen am Wartesteg zur Schleuse fest; Schleusenöffnung ist um 10.30 h. Diese Schleuse ist erforderlich, weil wir hier die Ostsee verlassen, um in den Mälaren zu gelangen, das Gewässer, das sich westlich von Stockholm erstreckt und einen ca.0,5 m höheren Wasserstand hat. Nach einer Viertelstunde Schleusung sind alle Schiffe wieder draußen. Die Mälarenbrücke, die wir dann passieren müssen, ist nur 15 m hoch, deshalb müssen wir hier noch einmal auf die Öffnung der Klappbrücke warten, was dann um 11.00 h erfolgt. Nun ist vorerst freie Fahrt nach Stockholm und wir bewegen uns in einer wunderschönen Wasserlandschaft, auch ein großes Erholungsgebiet für die Stockholmer. Viele Boote und Ausflugsdampfer sind unterwegs. Zwischendurch bilden sich einige dunkle Wolken, der Wind frischt auf, doch es bleibt heiter. Manche Schären sind fast "überladen" von Vegetation, die Ufergebiete sind mit zahlreichen schönen Häusern bestückt, die sich der Landschaft anpassen, und wir sehen sogar zwei Buchten, in denen es Strand
gibt , wo prompt eine Badestelle auch mit Badeplattformen und Sprungturm eingerichtet ist. Langsam werden aus den schmucken Einzelhäusern größere Häuser und Wohnblocks = wir nähern uns der City. Auf dem Weg sind einige Brücken zu passieren, die hoch genug für uns sind, dann kommt eine Klappbrücke, wo wir ca. eine halbe Stunde auf die Öffnung warten müssen, bevor es weitergeht. Um 14.50 h sind wir dann an der Hammarby-Schleuse, wo wir den Mälaren wieder verlassen und auf Ostsee-Niveau hinunter geschleust werden. Noch eine Klappbrücke, die gerade öffnet, als wir ankommen, dann können wir unseren Yachthafen auch schon sehen. Ein "Einweiser" ruft uns zu, wo wir uns hinlegen sollen; er läuft zu diesem Platz und dirigiert uns, nimmt die Vorleinen an, heißt uns "vällkommen in Stockholm": fest um 15.55 h, Navishamnen, Heckboje. Der Wind hat weiter zugelegt und bläst von hinten in unser Schiff, also: Kuchenbude aufbauen. Bald darauf kommen unsere Freunde Dörte und Felix, die gerade vom City-Bummel zurück sind, zu uns und wir trinken erst 'mal einen Begrüßungssekt. Die Beiden haben in Oxelösund ein Schiff von Bekannten ( Crew-Wechsel ) übernommen und werden von hier aus zurück segeln. Wir nehmen beim Hafenmeister gleich ein Wochenticket, das preisgünstiger ist, denn wir wollen uns diese Stadt in Ruhe ansehen. Am Abend Fortsetzung des Klönschnacks mit Dörte und Felix.
                                                                                         35 sm



17.07.

Heute Vormittag haben Dörte und Felix abgelegt, Kurs Süd = in drei Wochen ist der Urlaub vorbei... hej do und gute Reise! Gegen Mittag sind wir auf Erkundung gegangen: Mit der Buslinie 47, Station direkt am Hafen, fahren wir in die City. Das Wetter ist super schön, sonnig und warm! Im Touristinformationszentrum sammeln wir reichlich Broschüren ein, lesen, dass um 14.30 h eine Citysightseeing-Tour in der Nähe startet, Dauer eineinhalb Stunden. Das ist genau das Richtige, um einen guten Überblick zu erhalten. Der Doppeldeckerbus ist nicht ganz voll, so hat jeder von uns einen Panorama-Fenstersitz, dazu gibt es Kopfhörer mit der gewünschten Landessprache - also deutsch - und während der Fahrt erhält man so die erforderlichen Erklärungen; sehr gut! Stockholm erstreckt sich über 14 Inseln, die mit Brücken verbunden sind, und das viele Wasser und auch viel Grün ergeben ein wunderschönes Gesamtbild = schöne Stadt und besonders schön gelegen! Nachdem die Rundtour durch alle Stadtteile beendet ist, gehen wir zu Fuß nach "Gamla-Stan" ( Altstadt ). Enge Bebauung, faszinierende kleine Straßen und schöne restaurierte Häuser. Viele Lokale und nette kleine individuelle Geschäfte sind hier, auch die deutsche Kirche, denn der starke deutsche Einfluss in der Hansezeit führte zur Gründung einer deutschen Gemeinde. Es gab damals zwei Bürgermeister: einen schwedischen und einen deutschen und im Stadtparlament waren die Hälfte deutsche Vertreter. In Gamla-Stan steht auch das königliche Schloß, in dem heute noch u.a. die königlichen Bankette stattfinden. Die königliche Familie residiert jedoch seit 1981 in Drottningholm, ca. 10 km außerhalb Stockholms. Beeindruckend auch der Stortorget ( Großmarkt ), umgeben mit dem großen Nobel-Museum  und alten Kaufmannshäusern. Viele der Häuser haben noch mittelalterliche Gewölbekeller, in denen heute Cafés und Restaurants liegen. Wir machen hier Pause, trinken im Freien Eistee und beobachten das bunte Treiben. Die Touristen haben fast alle den Stadtplan in der Hand, die Einheimischen genießen einfach diesen Sommertag. Wir setzen den Rundgang fort und kommen dann wieder in modernere Gegend auf dem Weg zu unserer Buslinie. Vorher jedoch lassen wir uns von einem "menschlichen Plakat" inspirieren mit Hinweis auf ein Thai-Buffet, ca. 25 m entfernt in einer Seitenstraße. Hier essen wir sehr gut zu einem vernünftigen Preis. Zurück an Bord: Füße hochlegen und kühle Getränke. Es war ein beeindruckender, schöner Tag !




18.07.

Die Sonne scheint wieder und warm ist es auch. Länger schlafen, gemütlich frühstücken, aufklaren, Postkarten schreiben: schon ist es 12.00 Uhr, nun aber los! Heute bleiben wir auf "unserer" Insel = Djurgården. Einst königliches Jagdrevier, heute die grüne Oase Stockholms, da Naherholungsgebiet. Seit 1995 gehören große Teile der Insel zum "Ekoparken", dem einzigen Nationalpark der Welt in Citylage! Auch Schloß Rosendal, erbaut in den 1820er Jahren, Sommersitz von Karl XIV.Johann, ist hier, und viele Museen und Galerien. Wir wollen heute jedoch nach "Skansen", ca. 15-20 Minuten Fußweg dorthin. Skansen entstand 1891 als erstes Freilichtmuseum der Welt und ist ganzjährig geöffnet. Aus ganz Schweden wurden 150 kulturgeschichtliche Bauten inclusive Haushaltsgegenständen und Trachten zusammengetragen und ergeben quasi ein "Dorf". In vielen Häusern präsentieren sich die Handwerksbetriebe: Glasbläser, Töpfer, Bäcker, Goldschmied, Metallverarbeitung u.a.; in einigen Häusern wird das damalige Alltagsleben gezeigt. Von Blockhütten bis herrschaftllichen Häusern und einer Kirche ist alles da, auch ein Rosengarten, ein Dorfteich und Wildgehege mit typisch nordischen Tieren. Beim Bäcker kaufen wir - frisch aus dem Ofen - Gebäck und essen dieses später auf einer Bank mit Blick auf die Stadt, denn Skansen liegt auf einem Hügel.Vom Haupteingang fährt man mit einer steilen, langen Rolltreppe hinauf, von einem anderen Eingang mit einer Bergbahn. Alles ist sehr schön angelegt und sehr interessant; das Personal im "Dorf" trägt alte Trachten. Kleine urige Lokale im alten Stil sorgen für das leibliche Wohl, mit einer Kutsche oder Kleinbahn kann man Rundfahrten machen. So groß und unterhaltsam hatten wir uns das nicht vorgestellt und die Stunden verrinnen wie im Flug. Wir gehen zurück an Bord, am Horizont zieht eine Front hoch und der Wind nimmt zu, doch Harald möchte unbedingt noch auf den "Kaknästornet" = Funk- und Fernsehturm und zentraler Sendemast für ganz Schweden, 155 m hoch, um Stockholm von oben zu fotografieren. Fußmarsch ca. 45 Minuten dorthin. Heidrun wird das Essen vorbereiten, Harald "seinen Drang nach oben" stillen und hoffentlich trocken zurück kommen. Der Regen kommt dann erst kurz nach dem Essen, als wir uns die Fotos am Laptop ansehen.  




19.07.

Heute ist es bedeckt, es sieht regnerisch aus => Museumstag! Wir bleiben auf Djurgården und gehen ins Vasa-Museum; die letzten Schritte etwas schneller, da es zu regnen anfängt. Der Eingang ist überdacht und so bleiben wir trocken, bis wir in der langen Besucherschlange die Kasse erreichen. König Gustav II. Adolf, aus dem Herrschergeschlecht Wasa,  hatte im Dreißigjährigen Krieg ( 1618-48 ) den Auftrag gegeben, ein stattliches Kriegsschiff zu bauen, das die Macht Schwedens demonstrieren und die Feinde beeindrucken sollte. Seit 1600 befand sich das Land im Krieg mit Polen und er hoffte, mit diesem Schiff schwedische Interessen gegen Polen wahren zu können. Doch schon bei der Jungfernfahrt 1628 sank das 53m hohe und 69m lange königliche Kriegsschiff wegen eines Konstruktionsfehlers im Stockholmer Hafen. Erst 1961, 333 Jahre später, wurde das Schiff geborgen, konserviert und restauriert. In einer riesigen Halle erhebt sich das imposante Schiff, das zu 95% aus Originalteilen besteht, aus der Dunkelheit. Auf fünf Etagen um dieses Schiff herum sind verschiedene Ausstellungen und Exponate zu sehen zum Bau des Schiffes, das Leben an Bord, Schweden 1628, Bergung und Erhaltung des Schiffes, ein sehr großes Modell mit den ursprünglichen Farbmalereien, denn am Original sind sie im Meerwasser verschwunden. Wir nehmen an einer 25 minütigen deutschsprachigen Führung teil, danach schauen wir uns alle Details individuell an. Zwischendurch wird in verschiedenen Sprachen ein Film über die komplizierte Bergung und Restaurierung gezeigt und als die deutsche Vorführung angesagt wird, schauen wir uns auch diesen Film an; Dauer ebenfalls 25 Minuten. Die Ausstellung ist sehr informativ und gut gestaltet und wir erfahren auch, dass ca.1 Million Besucher pro Jahr hierher kommen ! Weil es draußen trocken ist gehen wir danach nicht direkt zum Schiff zurück, sondern machen noch einen "Schlenker" zu Waldemarsudde, das nahe an unserem Hafen liegt. Wir spazieren durch den großen Park dieser Jugendstilvilla des Prinzen Eugen ( 1865 - 1947 ), jüngster Sohn des schwedischen Königs Oscar II. und bedeutender Landschaftsmaler. Er war ein großer Kunstmäzen; seine Sammlung mit 2500 Werken ist heute im Staatsbesitz.




20.07.

Morgens hat es noch geregnet, der Wind pfeift in den Wanten, doch im Laufe des Vormittags reißt er die Wolken etwas auseinander und erste blaue Flecken sind am Himmel zu sehen. Wir fahren heute in die City im Stadtteil Norrmalm. In den Jahren 1950 bis in die 70er wurden hier sehr viele alte Häuser abgerissen und stattdessen moderne Gebäude errichtet, die die City widerspiegeln sollten: Banken und Regierungsgebäude. Die großen Kaufhäuser Åhléns, NK ( Nordiska Kompaniet ) und PUB wurden bereits 1899, 1902 und 1916 erbaut, nachdem auch der Hauptbahnhof vorher hier entstanden war. Viele Geschäfte zogen nach und somit ist hier das "Shoppingparadies". Weil wir nichts kaufen "müssen" können wir ganz entspannt bummeln und Eindrücke sammeln.Internationale Touristen unterstreichen den Weltstadt-charakter; die Geschäfte sowieso: alle großen Modemarken, Designer usw. sind vertreten; es muß kein Wunsch offen bleiben. Das exclusive Kaufhaus "NK" ist vergleichbar mit dem "Alsterhaus" in Hamburg bzw. "KaDeWe" in Berlin. Im Geschäft "Nordiska Kristall" ist u.a. das "gute Geschirr" der königlichen Familie zu sehen, das bei Banketten präsentiert wird = wirklich sehr edel ! Na ja, ein paar Tüten tragen wir auch schon.... In der letzten Einkaufs-Gallerie des Tages, kurz bevor wir am Ausgang sind, befindet sich ein Restaurant, wo gerade vor uns die Bedienung zwei Essen zu den Tischen im Freien bringt, die uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen: das wollen wir auch essen! Also nehmen wir draußen einen windgeschützten Platz ein und essen reichlich ( ! ) Scampis auf gemischtem Salat, mit gekochten Eiern und frischer Avocado. Genau das Richtige an diesem inzwischen sonnigen Abend.



21.07.

Der Wind ist noch stärker geworden, es hat sich sehr abgekühlt und die morgendlichen Sonnenstrahlen werden allmählich mit zunehmender Bewölkung verdeckt. Heute fahren wir Richtung City, jedoch auf die Insel Kungsholmen, um uns das Stadshuset ( Rathaus ) anzusehen, auch ein Symbol für Stockholm mit seinem 106m hohen Turm. Die Einweihung war am Mittsommer 1923. Außer den üblichen Büro- und Konferenzräumen und dem Stadtparlament gibt es hier auch prächtige Festräume, die nur mit einer Führung besichtigt werden können. Das Gebäude liegt direkt am Wasser und hat auf dieser Seite auch eine schöne Grünanlage.Natürlich wollen wir auch auf den Turm, doch die Warteschlange ist sehr lang! Ein schnelles Vorankommen ist nicht möglich, weil nur maximal 30 Personen gleichzeitig auf dem Turm sein dürfen, was bedeutet, dass nur so viele Personen "nachrücken", wie wieder von oben zurück kommen = und das dauert! Wir stehen schon so lange an, werden vom Sturm durchgepustet und allmählich wird die Zeit eng, denn um 14.00 h ist die deutschsprachige Führung. Leider müssen wir, obwohl schon ziemlich gut aufgerückt, aus der Reihe gehen, denn eine weitere Führung findet heute nicht mehr statt. Die Führung dauert eine Stunde und wir bestaunen die prachtvollen Räume. Im z.B. "Blauen Saal" ( der garnicht blau ist ) findet alljährlich am 10. Dezember, nach der Nobelpreisverleihung im Konzerthaus, hier das Bankett für ca. 1300 Personen statt, im wunderschönen "Goldenen Saal" mit Wandmosaiken aus 19 Mio Blattgoldteilchen klingt dann der Abend beim Tanzen aus. Im angeschlossenen Stadshuset-Shop ist u.a. das Gedeck ausgestellt, das bei dem Nobelbankett verwendet wird. Nach der Führung ein neuer Anlauf für dieTurmbesteigung: Nach nur einer guten halben Stunde ist es geschafft: Mit dem Fahrstuhl die halbe Höhe hoch ( = Turm-Museum ), dann den Rest auf spindelförmigem Weg und einigen Stufen zu Fuß. Ein herrlicher Ausblick auf die Stadt ist die Belohnung, auch wenn es fast die Haare vom Kopf bläst! Danach beenden wir für heute unser Besichtigungsprogramm, denn es ist kalt und ungemütlich. Ein Zwischenstopp auf dem Rückweg zum Schiff, um nicht selbst kochen zu müssen: wir wollen ein typisch schwedisches Essen  in Schweden essen, das wir ( dank IKEA ) alle kennen: Köttbullar mit Preißelbeeren und Kartoffelpürree. 




22.07.

Die Sonne scheint und es ist wieder wärmer geworden. Heute wollen wir 'mal bei "Königs" vorbeischauen: mit Bus, U-Bahn, Bus fahren wir zum Schloß Drottningholm, ca. 10 km westlich außerhalb von Stockholm, am Mälarsee gelegen, mitten im Grünen. Dieses Barockschloß wurde von 1662 - 1700 nach dem Vorbild von Versailles erbaut. Die gesamte Anlage, zu der auch das Theater und das Chinaschloß gehören, wurde 1991 von der UNESCO in die Liste "Weltkulturerbe" aufgenommen. Zum Schloß gehört ein riesiger Park, in dem gerade Gärtner dabei sind, die grünen gestutzten Hecken und Büsche wieder nachzuschneiden; dazwischen Springbrunnen und breite Wege. Am Ende des Parks liegt "Kina Slott", ein chinesischer Pavillion mit Pagodendach, Lackmöbeln und Seidentapeten. Um 14.00 h nehmen wir an der Führung im Schloß teil, bestaunen die prunkvollen Räume und antiken Kostbarkeiten, um16.00 h dann im Chinaschloß. Wir sind beeindruckt. Leider darf man innerhalb des Schlosses nicht fotografieren. "Königs" sind jedoch nicht zu Hause, weil sie jetzt im Schloß Solliden auf Öland Sommerurlaub machen. Das Wetter wurde im Laufe des Tages immer strahlender und hat somit alles ins rechte Licht gerückt. Wirklich sehenswert!



23.07.

Heute ist es wieder bedeckt und etwas trübe. Bei den Besichtigungsprogrammen konnten wir zwei wichtige Sehenswürdigkeiten nicht "abhaken", weil wir zu spät da gewesen waren und das holt Harald heute nach ( Heidrun macht derweil persönliche Wellness ) : die Wachablösung im Königsschloß in Gamla Stan um 12.15 h und danach die deutsche Kirche St.Gertrud von innen. Heidrun schaut sich später das Video bzw. die Fotos an.... An unserem Steg ist eine bekannte Segelyacht, die "HEBSI", eingelaufen, die wir vor zwei Jahren in Liepaja, Lettland, kennengelernt haben, als Heidrun wegen des damaligen Ischiasanfalls unbeweglich gewesen war und "Frau HEBSI" sie einigemale massiert hatte, weil sie u.a. auch das beruflich praktiziert. Nun fliegt sie für einige Tage nach Hause ( München ) und wir klönen mit dem Skipper. Die Medien beweinen den ziemlich nassen und kühlen Sommer; wir auch! Wo sind die vielgepriesenen schwedischen Sommertage, die auch auf allen Broschüren zu sehen sind und lauschige Schärenbuchten mit langen hellen Abenden anpreisen? Das sind dann wohl die Sommer, in denen wir nicht hier sind.... Am Abend regnet es und alles ist grau in grau. Vorher legt wieder eines der Kreuzfahrtschiffe ab; dieses ist besonders groß und wirkt schon fast deplaziert in der Umgebung: MS "Costa Mediterranea"; lt. Internetnachfrage: Länge 292,5 m, 16 Decks, 2680 Passagiere. 


24.07.

Nachts hat es gewittert; geregnet sowieso, bis zum Aufwachen. Die Wolken hängen sehr tief, die Luft ist noch etwas feucht, doch wir beenden heute unseren Stockholmaufenthalt und wollen auch nur einen kurzen Törn machen. Leinen los um 11.40 h, Wind SW 2-3 Bft, wir motoren gen Ost, Richtung Stockholmer Schärengarten. Bald darauf biegen wir ab in den schmalen Sund zwischen Nacka und Ormingelandet, der in Nord-Süd-Richtung verläuft, folgen dem Fahrwasser, das dann einen östlichen Knick macht und uns in den noch engeren Baggens-Stäket führt, der nur gut 1 sm lang ist. Die roten und grünen Pricken sind wieder besonders genau zu beachten, sonst rummst es! Alles ist grün bewachsen, mitunter macht die Landschaft einen verwunschenen Eindruck. Dann haben wir den letzten roten Pricken "abgehakt" und drehen im Baggens-Fjärden den Bug in südöstlicher Richtung. Rundum traumhafte Gegend; schade, dass das Wetter so trübe ist! Nach eineinhalb Seemeilen biegen wir gen West ab, denn unser heutiges Ziel ist in Sicht: Saltsjöbaden. Vorher laufen wir die Tankstelle Dalaröbryggan an und füllen Diesel "bis zum Rand". Danach noch um den "Restaurang-Holmen" fahren und wir finden direkt am Steg vor dem Hafenmeister und dem kleinen Restaurant eine freie Heckboje; fest um 14.00 h. Saltsjöbaden ist ein bekanntes Seebad der vorigen Jahrhundertwende; entsprechend ist auch die Badeanstalt und das "Grand-Hotel" ein Zeitzeuge. In dem luxuriösen Hotel waren u.a. der Ex-Schah von Persien und Henry Kissinger prominente Gäste. Viele schöne große alte Villen umgeben die Bucht, natürlich auch Villen der Neuzeit und Eigentumswohnungen. Die Erbauung dieses Ortes wurde am Ende des 19.Jahrhunderts nach dem Vorbild des französischen Badeortes Trouville in Auftrag gegeben; finanziert von dem Privatmann Wallenberg. Am Spätnachmittag schafft die Sonne ihren Durchbruch und nun sieht die Umgebung natürlich besonders schön aus!
                                                                                        12 sm  



25.07.

Leinen los 10.45 h, Wind W 3-4 Bft, böig. Wir fädeln uns in das Fahrwasser ein und setzen Großsegel und gereffte Genoa ( wegen der besseren Sicht auf die Pricken ), denn heute sind nicht so viele "Ecken und Winkel" auf der Strecke, auch kaum Abdeckungen, da wir uns in Richtung Süd bis Südöst zum äußeren Rand des Stockholmer Schärengartens bewegen. Bei der Insel Munken, kurz vor Dalarö, änderst sich dann die Richtung gen Südwest, das Fahrwasser wird hier enger, weil so viele "Steine" im Weg liegen, und somit zahlreiche Markierungen zu beachten sind, deshalb rollen wir die Segel ein und motoren. Der Wind legt zu auf SW 5 Bft, böig, und weil das Wasser später auch offener wird und sich Wellen bilden, gibt es ab und zu eine kleine Dusche. Der Weg ist jedoch nicht mehr so weit; aus allen Richtungen steuern Boote auf ein Ziel zu: Utö ! Nun gilt es noch, die Einfahrtsrinne zu "treffen", dann kann das Gerangel um die Liegeplätze beginnen. Dazwischen kommt jedoch noch ein Fähre angebraust und die hat Vorfahrt! Danach laufen wir  in diesen Naturhafen, der von vorgelagerten Schären geschützt wird und nur an den Ufern mit Stegen versehen worden ist; hier liegt man vor Heckanker. Aber wir haben ja von den Schweden gelernt und setzen dies nun in die Praxis um: Wir sehen eine schmale Lücke, an der schon andere Boote vorbeigefahren sind, rechts und links zwischen den Schiffen wäre noch Platz zum "verschieben",wenn wir uns reindrängeln, also los: rechtzeitig den Heckanker versenken, auf die Lücke zuhalten und mit Hilfe des schwedischen Schiffsnachbarn schieben und ziehen wir unser Schiff an den Steg; bei dem starken Seitenwind doch eine gewisse Anstrengung. Die Kinder nehmen die Vorleinen an Land = wir waren alle ein perfektes Team! Fest um 15.30 h, Heckanker. Utö ist eine besonders beliebte und stark besuchte Ferieninsel; zum einen kommt man mit dem Boot hierher , mehrere Fährverbindungen bringen die "Nicht-Boots-Besitzer" als Tagesgäste oder Urlauber. Dementsprechend ist die Stimmung sehr locker und entspannt. Abends ist Stimmengemurmel über den Schiffen, die Kinder spielen draußen oder man ist noch beim Grillen auf dem Steg bzw. auf der Schäre; vereinzelt auch gemeinsames Singen. Urlaubsfeeling! Wir lassen heute kochen und sitzen noch in den letzten Sonnenstrahlen dabei schön im Freien.
                                                                                        25 sm



26.07.

Anker auf um 10.50 h, nach dem kleinen Regenschauer. Der Anker kommt ohne Probleme hoch, danach ist Harald lange damit beschäftigt, den schweren Grund, der daran klebt, abzuspülen, ebenfalls die Ankerleine und danach das Schiff, denn dieser Schlick sieht fast so aus wie Kleiboden und hat eine gute Haftkraft. Derweil motort Heidrun das Schiff aus dem Hafen, nicht ohne Extrakringel, weil  natürlich gerade wieder eine Fähre einläuft. Wir motoren weiter, denn der westliche Wind, 2 Bft, kommt genau von vorne. So ziehen wir nördlich an Utö, dann Rånö entlang, im guten Abstand der verschiedenen "Steinhaufen" im Fahrwasser von Mysingen. Die heutige Strecke wird auch nicht weit, doch wir wollen noch eine markante Gegend sehen: den südlichsten Teil des Stockholmer Schärengartens um  Nynäshamn. Die Verlängerung dieses Archipels bildet die lange "Südnase" der "Beule" östlich von Stockholm auf der Landkarte. Kurz vor dem Einlaufen hinter der Schäre zum Hafen frischt der Wind natürlich wieder auf; vereinzelt sind stark strukturierte Wolkengebilde im sonst blauen Himmel. Das große Hafengebiet liegt geschützt zwischen dem Festland und Bedarön und ist relativ einfach anzulaufen. Wir fahren nicht in den üblichen Gästehafen ( da Ausleger ), sondern sehen, dass es ebenfalls freie Gästeplätze direkt an der Hafenpier gibt mit Heckbojen. Fest um 13.40 h. Uns steigt der lockende Duft von geräuchertem Fisch in die Nase, denn hier sind in netten Häuschen eine Fischräucherei, kleine Restaurants, Eisverkauf usw. untergebracht. Wir lassen uns "verführen" und holen leckeren Fisch bzw. -Salate, frisches Brot, gehen die paar Schritte zurück zum Schiff und nehmen im Cockpit mit Sonne unseren Mittagsimbiß ein. Das hatten wir lange nicht! Etwas hinter uns am Längskai ist der Fähranleger für "Utö-Express", der ein paarmal am Tag hin- und herfährt und jedesmal doch etliche Personen "mit Sack und Pack" befördert. Gegen Abend zieht sich der Himmel zu und es schauert.
                                                                                   15 sm  




27.07.

Wir bleiben noch in Nynäshamn, weil wir etwas "technisches" erledigen wollen: Seit einiger Zeit stellen wir fest, dass unsere Verbrauchsbatterien nachlassen; wenn wir nicht am Landstrom angeschlossen sind oder motoren, zeigt die Batteriekontrolllampe relativ schnell "gelb" ( => "Ampel" ) an. Wir haben in den Aufregungen des Frühjahrs und den damit verbundenen Verzögerungen vergessen / versäumt zu prüfen, wie alt die Batterien sind. Hier am Hafen gibt es einen Bootsservice, bei dem wir zwei neue Batterien bestellt haben, die jedoch erst in zwei Tagen eintreffen. Wir nehmen dies lieber in Kauf, als dass uns unterwegs "der Saft ausgeht", denn mindestens der Laptop ist immer in Betrieb mit den elektronischen Seekarten, von anderen "Verbrauchern" ( GPS, Instrumente usw. ) ganz abgesehen. Deshalb sind wir "vernünftig" und nutzen diese günstige Gelegenheit (= hej do, "Wurmsippe"! ). Danach schauen wir uns den Ort an; zum Centrum ist es nicht weit und eine nette Infrastruktur bietet eine gute Versorgungsmöglichkeit und auch "Schnick-Schnack-Geschäfte". Der auch für große Schiffe gut anzulaufende Hafen  ist deshalb auch ein großer Fährhafen nach Danzig ( Polen ), Ventspils ( Lettland ), Visby ( Gotland ) und für andere schwedische Häfen dieser Küste. Das wirkt sich logischerweise auf die Stadt aus, die somit "touristischer" ist und auch "bunter" wirkt. Das Wetter ist tagsüber sonnig mit angenehmen Temperaturen, am späten Nachmittag zieht jedoch wieder eine Front auf, die sich mit kräftigerem Wind und zunehmender Bewölkung ankündigt; es wird wieder frischer und sieht nach Regen aus, der sich jedoch zurückzuhalten scheint. In Deutschland ist es heute fast schon wieder zu heiß, wie wir mitgeteilt bekommen; ja,ja, der Süden......



28.07.

"... Durchzug eines Regengebietes..." nennt es der Meteorologe. Trotzdem nutzen wir die Zeit und belegen eine Waschmaschine für Shirts u.ä.. Weil wir die Kuchenbude sowieso aufgebaut hatten, wird das Cockpit zur "Trockenkammer" deklariert: Harald spannt Leinen und "lüftet" später zeitweise die Seitenklappen, wenn eine Regenpause ist. Das große Motorboot nebenan macht es dann genauso. Gegen Abend hört der Regen auf; die Sonne beweist, dass es sie noch gibt und lockt die Menschen wieder nach draußen, nachdem es tagsüber ziemlich ruhig war.


29.07.

Heute ist es wieder sonnig - Zwischenhoch! - , doch im Laufe des Tages frischt der Wind auf. Harald dreht eine Runde mit dem Fahrrad, Heidrun kann nicht von ihrem Buch lassen: "Meereslust", von Bernt Lüchtenberg, sehr empfehlenswert! Am späteren Nachmittag sind dann die neuen Batterien eingetroffen und Harald "baut um". Als Transportmittel dient ein Einkaufswagen von "coop", der sich nahe beim Bootsservice befindet. Diese "Angelegenheit" ist nun erledigt und vermittelt doch ein beruhigerendes Gefühl.....


30.07.

Ein Tief ist im Anmarsch mit reichlich Wind, deshalb warten wir hier ab, bis es "durch" ist. Am Vormittag schauert es, dann wird es heiter, so dass wir einkaufen und spazierengehen können, doch am Nachmittag wird es wieder feucht und die Wolken verdichten sich. Die Schlagzeile in einer schwedischen Zeitung verspricht "... wieder Wärme im August..." !?....


31.07.

Tagsüber entwickelt sich Sonnenschein, Wind ist noch SW-W 5-6 Bft mit Schauer- und Gewitterböen angesagt. Da unsere nächste Strecke über offeneres Wasser führt und genau in die Richtung, woher der Wind kommt, wollen wir uns das ersparen. Wir genießen die Sonne, solange sie scheint; am Nachmittag tauchen dann wieder dunkle Wolkengebilde auf und "kesseln uns ein", bevor sich alles zusammenzieht und die ersten Regentropfen fallen. Weil direkt vor uns an Land einige Futterlokale sind, somit auch viel im Freien gegessen wird, zieht dies natürlich Vögel an, die sich die "Krümel" aufpicken. Auf der Reling und den Schoten kann man als Spatz oder Schwalbe auch gut sitzen, sich schaukeln lassen und dabei zwitschern = einerseits ganz putzig, andererseits: viel Schiet an Deck ! Harald "opfert" sich und scheuert  das Deck sauber. Da sind Gänse doch "ungefährlicher" : sie bleiben auf dem Rasen.


 1.08.

Es geht weiter: Start um 9.55 h, Wind SW 4 Bft, bedeckt. Wir setzen die Segel und laufen genau Südkurs bis zum Leuchtturm  bei Längsudden, dann hoch an den Wind bis zur Südspitze von Öja, auf der auch Landsort liegt, was uns ein Begriff aus dem schwedischen Küstenseewetterbericht ist. Wir segeln heute 'mal nicht im inneren Schärenfahrwasser, sondern "außen herum" und müssen ab hier wieder Richtung Küste in südwestlicher Richtung. Der Wind läßt jetzt nach, doch die See hat noch höhere Wellen, als es vom Wind her angebracht wäre und bremst uns. Also Genoa einrollen und Motor an, der Wind kommt sowieso genau von vorne ( angesagt war West bis Nordwest ! ) und Kurs Richtung Oxelösund. Auch hier ist offenes Wasser, die Schären sind breit verstreut und meistens nur "Steinhaufen", mal größer, mal kleiner. Ab Leuchtturm Kränkan gibt es wieder ein gekennzeichnetes Fahrwasser, das nach Oxelösund führt. Der Himmel hat sich inzwischen aufgelockert, doch viele dunkle Wolken sind noch vorhanden, darunter ist es kühl, wirkt fast schon herbstlich. Vor der engeren Einlaufstrecke zum Hafen rollen wir auch das Großsegel ein; fest in Oxelösund um 16.30 h, Heckboje. Damit schließt sich der nautische Kreis, den wir um Stockholm absolviert haben. Hier im Hafen gibt es jetzt viel Platz; man merkt, dass die schwedischen Ferien zu Ende sind. Zum Abend trumpft die Sonne noch 'mal auf und hat sich große Lücken freigekämpft. Die Abendsonne genießen wir im Restaurant am Hafen, mit Blick über die Bucht und auf die Schiffe.
                                                                                                       40 sm


2.08.

Leinen los 9.50 h, kein Wind, dichte Wolkendecke. Wir motoren auf der spiegelglatten See, überqueren den Arkösund und fädeln uns in das Schärenfahrwasser ein. Nach der Passage des Lundasunds an der östlichen Seite von Arkö ( mit Hilfe der Spezialkarte von der Spezialkarte = ganz enge Durchfahrt ! ) erreichen wir das ganz besonders schöne Schärengebiet dieses Küstenabschnitts,das mit dem Aspofjärden beginnt. Eine Vielfalt von Schärenformen und damit verbundenen Farben von grau, braun, mit unterschiedlichen Gesteinsschichten im Fels, die eine besondere Coloration "einspielen" und überwiegend bewachsen sind mit Bäumen, deren Kiefernduft in die Nase steigt. Eingekuschelt in die Natur einzelne ( Sommer- ? ) Häuschen mit einem kleinen Anleger für Boote. Wir saugen diese Eindrücke ein und sind total begeistert. So stellt "man" sich Schweden vor ! Dieses "Bild" wollen wir abrunden und steuern eine Bucht zum ankern an: Håskö / Lisselön, nach allen Seiten geschützt, weil vor der Einfahrt die Insel Bockholmen auch noch abdeckt. Nach einer Informationsrunde haben wir uns einen Platz ausgeguckt und werfen den Anker. Beim ersten Halte-Test sitzt er noch nicht fest, beim zweiten Versuch klappt es: der Anker ist eingegraben; fest um 14.50 h. Nun ist Harald nicht zu bremsen und holt das Schlauchboot aus der Backskiste, bläst es mit der starken Fußpumpe auf: und weg ist er ! Ein "silbergrauer Fleck mit Mensch" paddelt in der Bucht. Die Bewölkung ist etwas locke-rer / heller geworden. Im Scheitel der Bucht ist eine kleine Steganlage und einige Fischer-häuschen dahinter, denn hier wird auch Fischzucht betrieben. Rundum Vogelgezwitscher und Krähenrufe; mitunter platscht es im Wasser, wenn z.B. ein Kormoran auf Tauchgang geht. Idylle pur ! Wassertemperatur knapp 16°C. Überraschung: gegen 18.00 h läuft SY "HEBSI" auch ein und nach der Informationsrunde ankern sie in unserer Nähe. Später ist Harald als Shuttle mit dem Schlauchboot unterwegs und holt Eva und Helmut zu uns an Bord. Weil es immer noch windstill ist, können wir im Cockpit sitzen und klönen. Dabei hat sich Heidrun gaaanz viele !! Mückenstiche eingefangen.......
                                                                                                30 sm




3.08.

Anker auf um 10.50 h, Wind Ost, 3 Bft, sonnig. Wir motoren vorsichtig wieder aus der Bucht, um die Schäre herum und erreichen dann das gekennzeichnete Hauptfahrwasser. Wir wollen heute nur eine ganz kurze Strecke fahren und dabei eine für uns neue Marina kennenlernen, weil auch SY "HEBSI" nicht wieder nach Fyrudden will. Harald darf von Helmut ein elektronisches Kartenprogramm überspielen und die beiden Skipper wollen dies dann nach entsprechender Bearbeitung auch testen. Dazu benötigen die Laptops jedoch Strom, und den gibt es auf einem Ankerplatz nicht; also: auf zum Landstrom. Wir folgen dem inneren Schärenwasserweg und scheren dann etwas südlich von Fyrudden nach Westen aus, zur Gryt Varv, die wir nach zwei schmalen Passagen dann im problemlosen Wasser erreichen: fest im Gästehafen um 12.15 h, längsseits am Steg; SY "HEBSI" legt sich hinter uns an den Steg. Später sind dann die beiden Männer mit dem Programm beschäftigt und weil ( natürlich) dabei Probleme auftauchen, die abgearbeitet werden müssen, dauert es einige Stunden, bis alles klappt => zwei zufriedene Männergesichter ! Direkt am Gästehafen ist ein nettes Restaurant und wir hatten überlegt, ob wir dorthin zum Essen gehen, doch der Blick in die kleine aber feine Speisekarte hat uns dann doch "überzeugt", unser "eigenes Süppchen" zu kochen. Das Restaurant gehört zu einem Hotel, auch etliche Ferienhäuschen sind zu mieten; alle haben einen schönen Blick in diese bezaubernde Gegend.
                                                                                                  8,8 sm


 4.08.

Leinen los um 9.30 h, schwachwindig aus N - NE, sonnig (milchig ). Wir setzen das Großsegel zur Unterstützung, motoren aus dieser Bucht und erreichen nach ca. 20 Minuten das Fahrwasser; Kurs: Süd. Vorerst sind wir noch in dieser dichten Schärenlandschaft, die stark bewachsen ist und uns weiterhin begeistert. Dann folgen große Abschnitte, die durch offeneres Wasser führen, wo die Schären wieder eher "Steinhaufen" ( schwedisch: Gryt ) sind. Unangenehm ist, dass die Dünung unser Schiff durch die See rollen läßt,was uns erstaunt, denn gestern war schon wenig Wind, heute ist er noch weniger, warum also diese Dünung? Gut, dass wir nicht seekrank werden ! Inzwischen verdichtet sich die Wolkendecke und wabert über uns; stellenweise sieht es aus,als ob sich etwas zusammenbraut, doch das ist nicht der Fall. Vermutlich werden die Wolken aus Deutschland alle zu uns geschickt, weil dort jetzt wieder Sommertage angesagt sind und das Hoch sich ausweitet.... Wir erreichen das Leuchtfeuer Sladö Ask und können jetzt auf westlicheren Kurs gehen, in das Fahrwasser, das nach Västervik führt. Fest im Gästehafen von Västervik um 14.30 h, Heckboje. Welch ein Unterschied zu unserem letzten Besuch im Juli: viele Plätze sind frei, ein "Einweiser" für die Liegeplätze ist nicht mehr erforderlich. Nur das hohe Hafengeld ist geblieben ( also kein Nach-
saisonpreis ): inclusive Strom 310,- Sek ( ca. 30,- Euro ) für uns; das haben wir nicht 'mal in Stockholm gezahlt, trotz City-Lage ! Dieser Hafen ist zwar ein Privathafen ( vermutlich ohne Subventionen ), doch trotzdem...  Das animiert die Yachties nicht, evtl. mehrere Tage zu verweilen - zum wirtschaftlichen Wohl der Stadt. Es gibt zwar noch andere Häfen hier, doch wenig Platz für Gäste, weil Festlieger-Plätze. 
                                                                                       34 sm


 5.08.

Start um 8.20 h, Wind E 1-2 Bft, bedeckt. Wir motoren wieder und nehmen das Großsegel als Unterstützung dazu. Langsam löst sich der Morgendunst auf, die Wolkendecke wird lockerer. Wieder durchfahren wir den engen Spårösund, den schönen Idöfjörden und erreichen danach wieder offeneres Wasser. Heute ist die Dünung nicht so stark, also wesentlich angenehmer. Ab der Insel Eknö sind wir wieder im Schärenfahrwasser: Oxlesund, Strupdjupet, dann noch den letzten Teil dieser ostschwedischen Schärenküste bis Kråkelund,wo wir dann offene Küste erreichen. Wir nehmen den Weg entlang der Küste und steuern von hier aus dann den grünen Pricken zum Schärengürtel von Figeholm ( ca. 7 sm nördlich von Oskarshamn ). Das gut betonnte Fahrwasser führt zum sehr beliebten Ferienort Figeholm, der zauberhaft gelegen ist im Scheitel des Fågelöfjärd. Fest im Innenteil des "Hafens" an einer Holz-Bootsbrücke um 13.35 h, Heckboje. Alles macht hier einen schönen und gepflegten Eindruck; viele nette Häuser sind hier zu sehen, die Landschaft wirkt "lieblich". Inzwischen ist bestes Sommerwetter: wir können die kurzen Hosen anziehen und uns sonnen. SY "HEBSI" trifft am Nachmittag auch ein. Im Ort gibt es u.a. einen Konsum, wo wir gut einige frische Lebensmittel kaufen können, die Benutzung von Waschmaschine und Trockner ist kostenlos, was wir ausnützen können, da später noch eine Zeitlücke in der "Waschliste" ist; das passt uns sehr gut! ( Zum Vergleich mit gestern: hier zahlen wir incl. Strom 130,- Sek  + kostenloses Waschen und Internet !) Der Tag klingt mit einer besonders schönen Abendsonne aus, die alles in rotgoldenes Licht taucht.
                                                                                        35 sm



 6.08.

Wir verabschieden uns von SY "HEBSI" mit Eva und Helmut, denn nun werden wir uns wohl nicht mehr so bald treffen. Weiterin "Mast- und Schotbruch"! Leinen los um 9.25 h, Wind E, 2 Bft, strahlender Sonenschein. Nachdem wir die Rinne hinaus motort sind, nehmen wir wieder das Großsegel dazu. Später rollen wir auch die Genoa aus, stellen den Motor aus, doch segeln bringt uns kaum weiter; wir haben uns vom Fahrtwind täuschen lassen, also wieder einrollen und Motor an. Wir sind nun im nördlichen Kalmarsund ( zwischen Festland und Öland ) und haben bestes Sommerwetter: 27°C !  Um 12.50 h passieren wir die Leuchttürme Dämman; der westlichere steht auf einer Schäre und  hat ein schönes Haus ( s. Foto ). Wir steuern die Westseite Ölands an, denn unser heutiges Ziel ist Borgholm. Fest im Hafen um 14.15 h, Heckboje. Borgholm ist das bedeutendste Segel- und Urlaubszentrum auf Öland. Direkt am Hafen ist ein großes Hotel, mehrere Restaurants, und die Fußgängerzone erreichen wir in wenigen Minuten. In der Nähe ( ca. 1,5 km ) ist auch das Schloß Solliden, der Sommersitz der königlichen Familie. Im Ort sind viele schöne alte Villen und "Bürgerhäuser", die "standesgemäß" zum Schloß passen. Viele Leute sind unterwegs bei diesem schönen Wetter, lecken ihr Eis oder sitzen in den Lokalen draußen zum essen und trinken. Das ist Sommer!
                                                                                             32 sm



7.08.

9.35 h ablegen und zur Tankstelle fahren; Start um 10.05 h, Wind NW 1-2 Bft, sonnig, blauer Himmel. Weiter draußen probieren wir, ob der etwas stärkere Wind schon zum segeln reicht: uns nicht, da nur 2-3 kn Fahrt = zu wenig für die heutige Strecke, also weiter motoren. Wir fahren Richtung Kalmar, die Brücke ist sehr weit zu sehen; wir unterqueren sie um 12.24 h. Nachdem alle Tonnen, Pricken und Leuchtfeuer dieser Engstelle passiert sind, wird der Wind etwas östlicher und stärker und wir rollen die Segel aus, pendelt sich dann auf ESE 3-4 Bft ein. Wir bleiben heute an der Öland-Küste, da die Häfen im südlichen Kalmarsund an der Festlandseite bei dieser Windrichtung nicht so optimal sind, weil Wind und Schwell 'reinstehen. Wir haben uns für Degerhamn entschieden, der zwar nicht schön aber zweckmäßig sein soll. Um 16.00 h sind wir kurz vor der roten Tonne zur Einfahrtsrinne, rollen die Segel ein und motoren Richtung Hafeneinfahrt. Der Hafeneindruck wird beherrscht von einer großen Zementfabrik mit Laderampe zum Kai, von dem kurz vorher noch ein Frachter abgelegt hatte, denn der war - glücklicherweise - vor unserer Ankunft gerade von einem Lotsen hinausgeführt worden. Jetzt ist der Hafen leer, der Sportboothafen befindet sich an der Nordseite und besteht aus einem Schwimmsteg. Fest um 16.25 h, Heckboje; wir sind - und bleiben es - das einzige Gastboot. Auf der anderen Seite des Stegs liegen drei kleinere Segelboote von Einheimischen. Das ist "Kontrastprogramm" zu Borgholm ! Andererseits kommt etwas Nostalgie auf, denn früher, bevor es die Marinas gab, haben wir oft in solchen Häfen gelegen: ein Mix von Handelshafen und Seglerplätzen. Bis auf die rauschenden Fabrikgeräusche, die bei dieser Windrichtung nicht ganz so störend sind, ist es hier ruhig = einige Häuser und viel Landschaft. In ca. 5 km Entfernung soll ein Gräberfeld aus der Bronze- und Eisenzeit liegen, doch dafür ist heute nicht die Zeit. Nach Erkundung der näheren Umgebung bleiben wir an Bord und lassen diesen Sommertag gemütlich ausklingen.
                                                                                               38 sm


 8.08.

..."die Spatzen pfeifen" ... nein, nicht die, sondern die Schwalben sitzen auf dem Schiff in der frühen Morgensonne und zwitschern, dass es wieder ein Sommertag wird! Leinen los um 8.25 h, Wind E
2 Bft, sonnig. Wir motoren ca. eine Stunde, dann ist der Wind "segelbereit": E 2-3 Bft. Wir rollen die Segel aus und ein schöner Segeltag beginnt, während wir Kurs auf Utklippan, südlich der Festlandküste, nehmen. Später wird der Wind etwas kräftiger und wir ziehen gut durch das Wasser; das macht Spaß! Nachdem wir die Südtonne Klotet um 13.35 h passiert haben, steuern wir die Westeinfahrt ( Leeseite ) von Utklippan an, da der Wind noch etwas zugelegt hat - E 4-5 Bft - und deshalb hier die sicherere Einfahrt heute ist. Fest im Hafen um 14.35 h, längsseits an der nördlichen Kaimauer links neben dem Slip, die anderen Plätze sind schon belegt. Eigentlich gibt es auf dieser Seite keinen Landstrom, doch weil wir sehr lange Stromkabel haben, legt Harald zufrieden seine Leitung vom Schiff, entlang/um die Slipanlage bis zur Stromdose an der östlichen Seite! Nun können wir auch das kostenlose Internet nutzen! Eine gute Stunde später bekommen wir deutsche Nachbarn, die sich bei uns ins Päckchen legen und danach einen "Anleger-Schluck" ausgeben;  nette Geste ! Der Wind legt weiter zu und pfeift in den Wanten aus blauem Himmel.
                                                                                           35 sm  



 9.08.

Nachdem unser Nachbar noch vor uns abgelegt hat, starten wir um 7.55 h; Wind E 3-4 Bft, sonnig. Außerhalb des Hafens rollen wir die Segel aus und nun gibt es nicht viel zu berichten, weil wir "nur" von "A nach B" segeln, d.h. von Utklippan nach Simrishamn, ohne markante Punkte dazwischen; nur Wasser = die Hanö-Bucht . Der Wind legt auf 5 Bft zu und wir rauschen dahin (Spitze: 8,5 kn ! ); die Sonne wird etwas milchig, weil dünne Wolken aufziehen. Um 16.30 h Motor an, Segel einrollen, fest im Hafen von Simrishamn um 16.45 h, Ausleger. Die Bewölkung nimmt zu, bis das letzte Blau verdeckt ist. Wir haben keine Lust, heute selbst zu kochen und gehen an die "Hafenmeile", wo nicht nur Menschen satt werden, sondern auch z.B. Möwen ( s. Foto ).
                                                                                                         52 sm  


10.08.

Leinen los um 8.30 h, Wind S 3-4 Bft, heiter. Es hat bereits der große Aufbruch bei den Seglern stattgefunden, denn fast alle wollen um die Südostecke von Schonen und West gewinnen, da für morgen Westwind angesagt worden ist. Wir motoren die Küste gen Süd entlang und haben das Großsegel zur Stabilisierung gesetzt, da noch "alte See" aus SE steht und nun der Wind aus Süd kommt = geschaukel ! Um 10.45 h erreichen wir den Südpricken beim Leuchtturm Sandhammaren und können ab hier segeln, weil der Kurs jetzt gen West geht; Wind S 4 Bft. Um 11.45 h sind wir querab von Kåseberga und können oben auf der Steilküste die ( größte und besterhaltene Schwedens ) Schiffssetzung "Ales stenar" sehen, die gut besucht ist, wie mit dem Fernglas festzustellen ist. Dies sind große Monolite, die in Form eines Schffes in den Erdboden gesetzt worden sind; eventuell aus der Wikingerzeit oder späte Bronzezeit; genau konnte dies noch nicht datiert werden. An dieser Küstensegelei ist auch interessant festzustellen, wie sich die Küstennatur verändert. bei Simrishamn ist noch mehr felsige Küste, die langsam "weicher" wird mit vielen großen Bauernhöfen und Landwirtschaft, bis sie dann in Strand mit Dünen übergeht. Bei Kåseberga nun diese Steilküste, fast ohne Bäume, jedoch grün bewachsen, worauf sehr helle Rinder weiden, Richtung Ystad wird es wieder "lieblicher". Inzwischen naht von Süden eine graue Front, die sich aber von uns weg Richtung Hanö-Bucht verzieht. Der Wind läßt nach auf S 2 Bft und die querlaufende See bremst uns. Das Fährterminal und die Öltanks von Ystad sind schon nahe, also rollen wir die Segel ein und motoren den Rest. Fest im Hafen von Ystad um 13.30 h, längsseits am Steg; denselben Platz wie auf der Hintour. Später frischt der Wind lebhaft auf und der Himmel wird wieder klarer. Der Hafen füllt sich stetig und wird voll; auffallend viele deutsche Schiffe, die auf der Rückreise sind.
                                                                                              33 sm


11.08.

Es ist sonnig, Wind W 3-4 Bft, doch eine Front ist angesagt mit Schauer- und Gewitterböen
(Boenwarnung: 9 Bft ). Wir bleiben hier und nutzen die Zeit, um "klar Schiff" zu machen. Mittags, ca. 13.30 h, geht es dann los: Wolkentürme haben sich aufgebaut und die ersten Böen pfeifen; der Wind legt auf gut 6 Bft zu, plus Böen, zwischendurch schauert es. Einige Segler "torkeln" in den Hafen, denn draußen haben sich kräftige Wellen aufgebaut. Laut Wetterbericht ist bis Freitag mit Starkwind zu rechnen; heute ist Dienstag...... Um dem Geräuschpegel auszuweichen, gehen wir spazieren und einkaufen, denn die Sonne scheint trotzdem wieder. Am Fährterminal ( nach Bornholm und Polen ) ist viel Betrieb; viele Wohnwagengespanne stehen in der Warteschlange nach Bornholm. Diese "Fähren-Szene" war auch schon ein Drehort in einem Film von Henning Mankell's "Kommissar Wallander". Am Abend wird es vorübergehend ruhiger in unserem Hafen, vermutlich muss der Wind Luft holen...  


12.08.

Heute ist viel Trubel in der Stadt: Ystad International Military Tattoo 2009 - eine Militärschau mit viel Musik ( insges. 600 Musiker ), Aktionen und Präsentation einzelner Waffengattungen verschiedener Länder. Um 12.00 h findet auf dem Marktplatz die offizielle Eröffnung statt, danach donnern Düsenjäger über die Stadt, tagsüber gibt es verschiedene Konzerte, am Handelshafen sind Panzer u.ä. zu besichtigen. Für das leibliche Wohl sorgen verschiedene Feldküchen, was wir natürlich ausprobiert haben = sehr gut !  Pfadfinder-Organisationen verteilen Programme und helfen dem Servicepersonal dieser Veranstaltung, die bis zum 15.August dauert. Es muß uns also nicht langweilig werden....



13.08.

Windvorhersage für heute: W um 5 Bft, zunehmend 6-7 Bft, Schauer- und Gewitterböen.Tagsüber
gibt es immer wieder kurze Schauer, dazwischen einige Sonnenstrahlen; bei dem starken Wind wollen wir nicht mit dem Regenschirm "kämpfen", also bleiben wir an Bord und lesen ausgiebig. Deshalb heute kein "Bild des Tages".


14.08.

Leinen los 9.20 h, Wind W 4-5 Bft, heiter. Der vorhergesagte Wind W-NW 5-6 Bft soll etwas abnehmen; das wollen wir nutzen und uns weiter westlich verholen. Das geht anderen wohl auch so, denn es legen etliche Schiffe ab, die ebenfalls einige Tage hier geblieben sind. In und vor der Hafeneinfahrt steht noch ordentlich auflandiger Seegang, und deshalb heißt es: gut festalten! Vor dem Hafen setzen wir die Segel, das Groß vorerst etwas gerefft, kurz darauf rollen wir es ganz aus, um besser durch die Wellen zu kommen. Eine gute Stunde später wird der Wind weniger, doch der Seegang bleibt. Wir versuchen, ob Klintholm machbar wäre, können den Kurs jedoch nicht halten; deshalb rollen wir die Genoa ein und stellen den Motor an, um erst 'mal Höhe zu gewinnen; die Windvorhersage hatte auch von W bis NW gesprochen... Nach ca. einer halben Stunde frischt der Wind auf und kommt etwas südlicher; das war's! Kreuzen bei der Entfernung - 55 sm - wollen wir nicht. Wir drehen ab nach Gislövsläge, östlich von Trelleborg. Als der Leuchtturm Kullagrund, danach der Südpricken des Flachs querab sind, nehmen wir Kurs auf den Hafen; der Wind wird stärker, fast 6 Bft. Fest im Hafen von Gislövsläge um 14.20 h, Boxenplatz. Leider steht der jetzt gut 6 Bft Wind voll ins Cockpit, denn es war kein günstigerer Platz frei, deshalb baut Harald gleich die Kuchenbude auf. Nun können wir die Wärme draußen noch - geschützt - genießen, denn frischen Wind haben wir genug gehabt.
                                                                                              24,3 sm  


15.08.

Der Wind bleibt stark und ungünstig; außerdem regnet es permanent; wir bleiben hier. Nachdem das Frühstück und alle Morgenarbeiten erledigt sind, fahren wir mit dem Bus nach Trelleborg. Gestern Abend haben wir Infobroschüren und Busabfahrtszeiten beim Hafenmeister erhalten, nun geht es auf Erkundung. Es ist Jahrzehnte her, wor wir - nur als Übernachtungshafen - in Trelleborg gewesen waren, nun wollen wir uns diese Stadt näher ansehen. Mit dem Bus fahren wir ca. 15 Minuten und sind im Centrum. Bei der Busstation werden wir mit einem lauten Hahnenschrei ( !?! ) begrüßt, denn mehrere stattliche Exemplare dieser Gattung spazieren hier freilaufend = gleich nebenan ist ein Stadtpark, in dem diese Hähne, Hühner, Pfaue und Truthähne "wohnen". Wir gehen jedoch zuerst in die Einkaufsstraßen, bummeln durch einige Geschäfte ( es regnet ja ! ) und schauen uns auch die Straßen "drum herum" mit netten Häusern (dänischer Art, denn Schonen gehörte früher zu Dänemark ) und das Rathaus an. Danach steht "Trelleborgen" - die Wikingerburg -  auf dem Programm; der Regen hat gerade aufgehört. Die wikingerzeitliche Befestigungsanlage ist verschwunden, in den 80er Jahren entdeckte man erst die Rest der Ringburg. Heute erhebt sich hier eine Rekonstruktion. Im Eingangsbereich ist u.a. eine Ausstellung mit geschichtlichem Hintergrund und archäologischen Fundstücken. Auf dem Gelände sind ein voll eingerichtetes Langhaus, die Befestigungsanlage u.v.m. zu sehen. Sehr interessant und ansprechend, besonders, da etliche Menschen in mittelalterlicher Kleidung das Leben von damals vor Ort präsentieren. " ...Lange war der Name der Stadt Trelleborg ein Rätsel. Die Entdeckung der Burg "Trelleborgen" brachte die Erklärung. Ringburgen wie diese werden in Dänemark "trelleborgar" genannt. "Trelle" ist die Bezeichnung für eine Strebe, die aus einem gespaltenen Rundholz besteht und als Stütze für die Palisaden dient..." - lesen wir in der Information.  Anschließend spazieren wir zu den Fährterminals, bzw. bis zur Absperrung. Trelleborg feiert in diesem Jahr das Bestehen " 100 Jahre Königslinie": Am 6.Juli 1909 wurde die Fährverbindung zwischen Trelleborg und Sassnitz vom schwedischen König und dem deutschen Kaiser eingeweiht! Heute fahren die "TT-Line" von Travemünde und Rostock und "Scandlines" von Sassnitz und Rostock. Ein riesengroßes Gelände und reger Schiffsverkehr. Der Himmel lockert inzwischen auf und die Sonne zeigt sich. Bevor wir mit dem Bus zurück fahren, schlendern wir noch durch den Stadtpark, der sehr nett angelegt ist und, außer dem bereits erwähnten Federvieh, noch diverse Gänse- und Entenarten in Gehegen mit Teich einquartiert hat zwischen schönen Grünanlagen. Mit dem Bus sind wir dann wieder schnell zurück in Gislövsläge und lassen uns den Wind um die Ohren blasen. Die Windvorhersagen sind deprimierend: es bläst erst 'mal weiterhin so kräftig; die Fronten sind noch nicht durch....



16.08.

Heute pfeift es aus blauem Himmel, und das ganz schön laut! Wir nutzen den schnellen  "Natur-Trockner"  (Wind und Sonne ) und machen Waschtag; so sind wir wieder gut bestückt mit sauberer Wäsche, falls die Rückreise noch länger dauern sollte wegen widriger Winde. Im Laufe des Tages wird auch noch eine Böenwarnung mit 7 Bft ausgesprochen; uns kommt es fast so vor, als sei "diese Böe" permanent den ganzen Tag vor Ort. Am späten Nachmittag läuft unser Segelfreund Rolf mit Volker, einem Vereinskollegen, ein, dem auf der Strecke von Abbekås  nach Gislövsläge
( = Westkurs, ca. 15 sm ) das Großsegel an der Reffkausch eingerissen ist. Am Abend sitzen wir bei uns "auf einen Drink" beim Klönschnack zusammen. 


17.08.

Weiterhin Starkwind und Schauerböen aus SW-W angesagt; tagsüber hängt ein wolkenverhangener grauer Himmel über uns; im Hafen ist kaum Schiffsbewegung = alle warten ab. Wir kaufen einige Kleinigkeiten beim örtlichen Livshandel ( Kaufmann ) ein und können auf dem Weg dabei "Haus-Schau" betreiben: alles sehr nett und gepflegt; fast alle haben einen Wintergarten - in den verschiedensten Ausführungen. Zurück an Bord: Krimi- und Mysterie-Lesezeit. Gegen Abend entlädt sich "endlich" der Himmel = es regnet und wird besonders früh dunkel; außerdem hat es sich abgekühlt, deshalb stellen wir die Heizung an, um der feuchtkalten Luft zu trotzen.


18.08.

Der dänische Wetterbericht hat "kuling vardsel" (Sturmwarnung ) für dieses Gebiet ausgesprochen => dementsprechend fegt er uns um die Ohren, jedoch immerhin mit Sonnenschein. Harald holt heute frisches Brot beim Kaufmann und kommt windzerzaust und gebeutelt zurück. Wir bleiben heute an Bord und machen wieder Lesetag. Am Abend dann, oh Wunder, welche Stille ! Die Ohren können es kaum fassen: der Wind hat um ca. 20.00 h abgeflaut !! Der Wetterbericht hatte dies zwar angekündigt, doch als es endlich soweit ist, ist es zuerst noch "unwirklich" und unwillkürlich lauschen wir, ob das nicht nur vorübergehend ist. 


19.08.

Leinen los 7.10 h, kein Wind, sonnig. Heute ist großer Aufbruch im Hafen: schon als es hell wurde, ca. 5.30 h, zogen die ersten los; als kurz nach 6.00 h die Sonne zu strahlen anfing, war die Hafenausfahrt fast wie eine Autobahn-Auffahrt. Und wir dachten, wir seien zeitig dran.... Wir motoren auf der spiegelglatten See gen West, müssen auf Höhe Trelleborg etwas verhalten fahren, da gerade die Fähren ablegen und die erste schon fast bei uns ist. Am Himmel "irren" noch einige dünne Wolken am Himmel, unschlüssig, wohin sie sich verziehen sollen, eine läßt sogar einzelne Sprühtropfen auf uns fallen, bis die Sonne gnadenlos alles auflöst = ein strahlender Sommertag; nur der Wind könnte etwas besser über die Tage verteilt werden! Um 13.oo h erreichen wir die rot-weiße Ansteuerungstonne zum Bøgestrøm  zwischen den Inseln Møn und Seeland. Ein Flachwassergebiet, durch das eine betonnte Rinne führt, deren Streckenverlauf anhand der Seekarte genau verfolgt werden muß, sonst sitzt man gleich fest. Um 14.43 h passieren wir die Brücke bei Kalvehave, die die Inseln Møn und Seeland verbindet. Weiter durch den Ulvsund an der Südküste Seelands entlang. Unterquerung der zweiten Brücke von Falster über Farø / Bogø und Seeland, dann weiter Richtung Vordingborg. Die letzten sieben Meilen hätten wir nun segeln können, weil Südost-Wind aufgekommen ist, doch wir lassen den Motor an und ziehen weiter durch bis zum Hafen; fest im Nordhafen von Vordingborg um 16.28 h, Boxenplatz. Als "Entschädigung" ergattern wir einen geschützten Liegeplatz im inneren Bereich, denn bei dieser Windrichtung steht üblicherweise Schwell in die Bucht, den wir hier kaum merken. Vordingborg hat zwei ins Auge springende Bauwerke: die ehemals mächtigste Königsburg Dänemarks aus dem Mittelalter und die Storstrøm-Brücke, die die Insel Falster mit Seeland verbindet ( im Süden von Falster: Gedser, stark frequentierter Fährhafen nach Rostock = quasi "Autobahn" der Oststaaten und Deutschland nach Kopenhagen. Irgendeiner grillt noch an der Hafenkante, denn hier stehen Bänke und Tische zur freien Benutzung; der "Sommerabendduft" zieht in die Nase.
                                                                                            58 sm


20.08.

Es ist "ewig" her, dass wir in der Stadt Vordingborg gewesen sind; zuletzt nur als reinen Übernachtungshafen bzw. waren wir nur bis zur Burg gekommen, weil die in Hafennähe ist. Heute soll es der heißeste Tag in Deutschland werden - bis zu 38°C ! - ; bei uns ist es auch sehr warm, doch der wieder kräftig wehende Wind macht alles erträglich. Um die Wärme genießen zu können ( auf See müßte man wieder "etwas" anziehen plus vermutlich Schwimmweste bei dem zunehmenden Wind und Seegang ) und um uns die Stadt in Erinnerung zu rufen, bleiben wir hier. Auf dem Weg zur nahen City erster Stopp auf dem Burggelände: hier ist heute "action" = Im Stil des Mittelalters wurden einige Zelte aufgebaut, die dazu gehörenden Männer und Frauen haben sich die entsprechende Kleidung angezogen und nun werden verschiedene Handwerke, z.B.: Seiler und Schmiede bzw. Ritterspiele zu Pferd vorgeführt. Viele Kinder und Jugendliche ( Schulklassen ? ) sind die Zuschauer, natürlich auch Feriengäste u.a.; sehr unterhaltsam. Die City ist eine typische dänische Kleinstadt, die Haupteinkaufsstraße ist nett gestaltet auch mit Blumen und Pflanzenkübeln, und viele unterschiedliche Geschäfte sind vor Ort. Wir kaufen beim großen Supermarkt "Kvickly" ein, weil das "schwedische Grünzeug usw." aufgebraucht ist. Heidrun freut sich schon auf die ersten Einkäufe wieder zu Hause, wo einem bei den Preisen nicht die Tränen kommen wie in Skandinavien, besonders bei Obst und Gemüse. Doch ein "Muß" ist das "Wienerbrød", das wir uns dann zum Kaffee im sonnigen Cockpit schmecken lassen. Die Sonne kann dabei direkt auf die Haut scheinen und wir genießen die Wärme. Für Südjütland wurden 30°C angekündigt, doch wie heißt es immer im Wetterbericht? = auf den Inseln und an der Küste etwas kühler. Unter Deck sind es 27°C im Schatten; draußen weht inzwischen ein sehr kräftiger Südostwind. Hoffentlich wird die vorhergesagte starke Gewitterfront nicht zu bösartig; das Barometer fällt und fällt.... 



21.08.

Das Gewitter hat uns verschont, es hat nachts nur geregnet. Die Front zieht nach Osten ab, für Mecklenburg-Vorpommern ist es noch nicht ganz ausgestanden. Wir haben einen trüben, wolkenverhangenen Himmel, kaum Wind. Leinen los um 11.15 h; wir motoren aus der Bucht im gekennzeichneten Fahrwasser, dann gen Süd über relativ flaches Wasser und fädeln uns in das Fahrwasser zur Unterquerung der Storstrøm-Brücke ein; die Sicht ist nicht so gut, aber ausreichend. Um 12.00 h passieren wir die Brücke; der Motor bleibt an, da zuwenig Wind, und weil wir noch einige wichtige Fahrwassertonnen beachten müssen, denn das Småland-Fahrwasser weist viele Flachgebiete aus. Der Wind wird dann noch weniger; einzelne Sonnenstrahlen zeigen sich kurz, bevor wieder alles zugezogen wird, einmal gibt es kurz etwas Sprühregen. Unser heutiges Tagesziel ist die Insel Vejrø; fest im Hafen um 15.00 h, Boxenplatz. Diese naturschöne Insel haben wir früher gerne besucht, weil es hier so idyllisch ist. Der Hafen hat jedoch eine lange, schwierige Phase durchgemacht. Er war jahrelang nicht anzulaufen, weil alles verkam und die Hafenanlage verrottete und unsicher wurde, nachdem kein neuer Pächter / Eigentümer hierfür zu finden war. Dann endlich ging es wieder aufwärts= alles wurde vor wenigen Jahren renoviert bzw. neu gebaut, zu einem hohen Preis ( auch für die Segler ). Wir hatten schon gehört / gelesen, dass die Liegegebühr sehr hoch sein soll ( ca. 200,-/250,- dkr ); der Hafen präsentiert sich selbst als "etwas Besonderes". Wir wollen es nun persönlich erfahren und sehen, was sich getan hat; schon von weitem sind fünf bis sechs Masten zu sehen. Im Hafenführer steht, dass die Preiskategorien sich an den Farben der Platznummern orientieren: gelb ist die preiswerteste, 250,-dkr. Wie wir vermutet haben, sind dies die Plätze für kleinere Schiffe, Wassertiefe 2 m. Da uns das reicht, belegen wir so einen Platz. Der Hafen ist wirklich wieder gut geworden: sehr vernünftige, gute Stege und Poller, Stromversorgung und Wasser. Gegen Abend werden die Grillfeuer bei den jeweiligen Stegen an Land angezündet und stehen zur allgemeinen Verfügung... Beim Bezahlen der Liegegebühr müssen wir doch kräftig schlucken: das "Farb-System" der Platzpreise hat nicht in der Praxis funktioniert, es wird jetzt nach Schiffslänge abgerechnet = für uns: 350,- dkr !!! ( ca. 50,- Euro ). Man gönnt sich ja sonst nichts.... ? Schade, schade, dass die Preise so am normalen Segler vorbei gehen; von 85 Liegeplätzen sind heute 14 belegt; ob sich das rechnet für das Fortbestehen des Hafens und des Insel-Lebens? Denn "etwas Besonderes" ist nicht zu finden, was diese Preise rechtfertigen könnte; nicht einmal Internet steht zur Verfügung. Während Heidrun für heute Abend einen Gemüsesalat herstellt, geht Harald "auf Jagd" und kommt später mit einem Eimerchen voller Brombeeren zurück. Das wird heute unser Dessert = köstlich und umsonst
                                                                                                                     24 sm



22.08.

Leinen los um 8.35 h, heiter, SW-W 3-4 Bft. Wir motoren, bis wir die entsprechenden Pricken, die die besonders flachen Stellen kennzeichnen und uns Richtung Großer Belt führen, "abgehakt" haben. Am Nordpricken bei Onsevig / Lolland, rollen wir die Segel aus; inzwischen hat der Wind aufgefrischt. Hoch am Wind, mit kräftigen Böen, weshalb wir die Segel reffen, segeln wir gen Süd und können den Kurs auf die Südspitze von Langeland anliegen. Zwischendurch zweimal ausgerefft, wieder gerefft, weil der böige Wind jetzt durchsteht. Um 14.30 h ist der Leuchtturm Keldsnor von Langeland querab und wir gehen nun auf westlicheren Kurs, um die Südspitze zu umrunden, dann über Stag, weil wir nun auf der Westseite gen Nord  nach Bagenkop segeln. Kurz vor dem Hafen rollen wir die Segel ein und motoren in der stark welligen See zur Einfahrt. Fest im Hafen von Bagenkop um 15.45 h, Boxenplatz. Die Yachties sitzen alle leichtbekleidet im Cockpit in der Sonne und wir kommen uns mit den Jacken fast deplaziert vor; aber das kennt man ja als Segler und wir passen uns schnell der Wärme mit luftiger Kleidung an. Der Hafen füllt sich zügig mit weiteren Schiffen, denn es ist Samstag, nicht nur wichtig für Wochenendsegler sondern auch für Charteryachten, die heute mit den neuen Zeit-Skippern hauptsächlich aus Heiligenhafen nach Dänemark gestartet sind. Die nett gestalteten Grillplätze am Hafen sind "ausgebucht". Liegegebühr heute für uns: 145,- dkr - das ist doch wirklich akzeptabel; und dieser Hafen ist auch sehr gut! Ein Mix aus Fischerhafen und modernem Jachthafen.
                                                                                                     37 sm 


23.08.

Leinen los um 10.30 h, Wind SSE 1-2 Bft, sonnig. Wir motoren vorerst, rollen später das Großsegel zur Unterstützung aus; um 11.00 h dann auch die Genoa; Motor aus, da wir am Wind gemütlich segeln können. Kurs: Kiel. Um 13.00 h flaut der Wind auf ESE 1 Bft ab und wir motoren eine Stunde lang. Der Wind dreht etwas östlicher auf ESE 2-3 Bft und wir segeln wieder. Als wir den Kiel-Ostsee-Weg queren, kommen natürlich gleich drei Frachter auf, denen wir ausweichen müssen, der Wind ist etwas stärker geworden  und so klappt das Manöver schön zügig.  Um 15.00 h hat uns die Kieler Förde wieder! Weil heute Sonntag ist, sind natürlich bei diesem schönen Wetter besonders viele Segler unterwegs = diese "Fülle" sind wir nicht mehr gewohnt. Nachdem wir den Friedrichsorter Leuchtturm um 16.20 h passiert haben und Richtung Hafen laufen, rollen wir die Segel ein und motoren auf unseren Liegeplatz. Fest im Heimathafen Stickenhörn um 16.40 h. Unsere Freunde Dörte und Felix sind kurz vorher eingelaufen und nehmen unsere Vorleinen an. Herzliche Begrüßung und wir tauschen erst 'mal Erlebnisse aus, nehmen dann einen Begrüßungsdrink an Bord bei uns, woran sich später ein gemeinsamer Imbiß anschließt, den wir auch noch im Cockpit einnehmen können, weil der Wind abgeflaut hat. Ein schöner Abendausklang an einem schönen Sommerabend.
                                                                             30 sm


24.08.

Heute ist wieder herrliches Wetter, doch der Wind Wind bläst kräftig aus SE, dazu sehr kräftige Böen. Gut, dass wir gestern schon zurück gesegelt sind, denn so hatten wir zum Abschluß noch einen wunderschönen Segeltag erleben dürfen. Heute ist "klar Schiff machen" angesagt: ausräumen und saubermachen; am Nachmittag ist alles erledigt. Das Auto springt auch sofort an, trotz der langen Standzeit, und wir fahren bei bestem Wetter zurück nach Hamburg.


2.11.

Nach unserem Törn hatten wir leider keine Gelegenheit mehr, noch den einen oder anderen Segeltag einzulegen, da verschiedene familiäre Ereignisse unseren Einsatz erforderten. That's life! Mitte Oktober hatten wir mit Hilfe unserer starken Clubkameraden den Mast gelegt und im Mastenschuppen verstaut. Noch rechtzeitig, bevor die ersten sehr kalten Tage ein "winterfeeling" aufkommen ließen ( in den Bergen fiel der erste Schnee... ). Bei den in dieser Zeit notwendigen Kiel-Aufenthalten haben wir "nebenbei" auch schon einige "Autofüllungen" mit Schiffsausrüstung nach Hamburg genommen, so dass zum Aufslippen nur noch die bis zuletzt erforderlichen Dinge an Bord waren. Die letzte Übernachtung an Bord vom 30. auf den 31. Oktober bescherte uns Nachtfrost ( gut, dass die Heizung so gut läuft! ), am Morgen lag dicker Rauhreif auf dem Steg ( s. Foto ) und natürlich auch auf Deck = Vorsicht: Rutschgefahr!! Der große Kran kommt um 7.00 h, ab ca. 7.30 h beginnt das Aufslippen; wir sind als neuntes Schiff an der Reihe und problemlos wird "Viking" um ca. 10.30 h in den Bock an Land gesetzt. Das Kribbeln im Magen legt sich jetzt wieder. Heute wird nur das Unterwasserschiff gereinigt, danach werden die letzten Sachen ausgeräumt ( die Waschmaschine wird sich freuen ) und dann: ab nach Hause! Den Motor und die Wasserleitungen macht Harald am nächsten Tag winterfest. Jetzt muss "nur noch" das Gerüst für die Plane aufgebaut und dann die Plane selbst übergezogen werden = der Skipper wird's schon gewohnt gut richten....
Tschüss, Saison 2009 !