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Gästebuch
Schiff und Crew
Schiffsbilder
 


Sommer- Törn


27. - 29.03.

Vor zwei Wochen lag noch Schnee rundum und der Gedanke an das Abslippen schien unvorstellbar, weil der lange Winter sich nicht verabschieden wollte. Unsere diesjährige fünfeinhalbwöchige Winterauszeit bei einer Karibik-Kreuzfahrt und anschließender Rundreise Florida mit dem Wohnmobil ist insofern nicht "aufgegangen", weil bei unserer Rückkehr noch genau so viel Schnee lag, wie bei der Abreise. Als dann endlich die Schneeschmelze begann, mußten in der verbleibenden Zeit bis zum Abslippen all die Arbeiten zuerst erledigt werden, die notwendig sind, damit der Kran das Schiff ins Wasser setzen kann. Alles andere muß später gemacht werden. Am 27.März, kurz nach 11.00 h schwimmt unsere "Viking" wieder in ihrem Element. Kurz danach zwängt sich ein angedeuteter Sonnenstrahl durch die graue Wolkendecke = ein gutes Omen für die neue Saison? = nehmen wir es als solches! Der Mast wird am folgenden Tag - mit zusätzlichen starken Männern als Hilfe - gegen Mittag gesetzt. Am Nachmittag kann vorerst nur das Vorsegel in die Rollanlage eingeführt werden, weil der Wind stark aufgefrischt hatte; das war harte Arbeit! Der nächste Vormittag ist ruhiger, also wird jetzt das Großsegel angebracht und in den Mast gerollt. Danach motoren wir bei kaltem, trüben Wetter die gut drei Seemeilen zu unserem Liegeplatz in Stickenhörn / Friedrichsort. Der Hafen ist noch ziemlich leer; kein Wunder: denn unser Sliptermin ist immer der erste "offizielle" von den Kieler Segelvereinen. Ein Pott heißer Kaffee wärmt uns wieder auf und die Heizung hält dann die Wärme fest. Am Abend fahren wir zurück nach Hamburg, wohlig schlapp, weil viel geschafft, aber diese Arbeiten doch nicht zum gewöhnlichen Alltag gehören.        3,35 sm


 9. - 11.4.

Wieder zum Arbeitsansatz: u.a. mit dem Hochdruckreiniger den ganzen Winterschmutz absprühen bis das Deck wieder sauber erstrahlt. Das Wetter spielt mit, denn es ist sonnig, wobei der Wind jedoch noch sehr kalt ist. "Schlangenmensch" Harald müht sich derweil mit der Waschtischarmatur im Bad ab, weil sie tropft = sie muß ausgebaut werden, was sich - natürlich - nicht einfach gestaltet, denn dazu muß er, so weit es geht, in den Unterschrank gelangen.... Als das Teil endlich draußen ist, fahren wir zum Baumakrt und kaufen eine neue Armatur, denn es lag nicht an der Dichtung, sondern daran, dass im "Kopf" ein Stück angebrochen war. Am Sonntag nur noch Pusselkram, da wir nachmittags zum Geburtstagskaffee eingeladen sind und danach nach Hause fahren.


13. - 16.4.

Immer noch Frühlingswetter mit kaltem Wind. Zum Auftakt dieser Tage feiern wir den nächsten Geburtstag im Segler-Freundeskreis und dabei drehen sich die Gespräche logischerweise um unser gemeinsames Hobby. Nach dem sehr netten Abend dann wieder ernsthaftes arbeiten: Einige Innenfächer müssen neu verkleidet werden, weil sich der Schaumstoffrücken des alten Materials aufbröselt = "Kampf" mit dem Kontaktkleber, der sich auch gerne dorthin absetzt, wo er nicht hingehört. Doch zum Schluß ist es gut geworden und sieht auch wieder ordentlich aus. Die Fächer bleiben geöffnet, um ein letztes Durchtrocknen zu ermöglichen und wir fahren wieder zurück nach Hamburg, um dort auch noch anstehende Gartenarbeiten zu erledigen. "Man" hat ja mehrere "Baustellen"....


20. - 23.4.

"...der April macht, was er will....": es ist kalt: Außentemperatur 6°C in Kiel, unter Deck 5,4°C = schnell die Heizung anstellen! Dicke Wolken jagen am Himmel und schicken schwere nasse Schauerböen hinunter, dazwischen sogar Hagel, der längere Zeit auf dem Deck liegen bleibt!! Kein Wetter für Außenarbeiten. Wir räumen vorerst das Auto leer  und verstauen die mitgebrachten Dinge an ihrem Platz. Nun können auch wieder die neu ausgelegten Fächer eingeräumt werden und es wird zusehends wohnlicher. Am nächsten Tag ist es trockener und deshalb werden die zwei mitgebrachten "Fensterscheiben" gegen die alten ( versprenkelten ) ausgetauscht; das dritte Fenster wird nächstesmal ersetzt, da die Bestellung nicht komplett eingetroffen ist. Nun bleibt "nur noch" ein Hauptproblem ungelöst: unsere defekte Scheuerleiste an Steuerbord. Wir haben schon Ratschläge eingeholt, Kontakt mit einer Werft aufgenommen, doch hier ist momentan Stress, weil die Boote in Kürze ins Wasser sollen und letzte Arbeiten daran drängen. In ca. 14 Tagen könne wir gerne wieder nachfragen.... Wir werden uns bis dahin weiterhin in dieses Thema einarbeiten und Erkundigungen einholen. Unser Problem dabei ist, dass die Scheuerleiste in einer ganz besonderen Art und Weise befestigt ist und das übliche Angebot nicht auf diesem ( amerikanischen ) Schiff anzuwenden ist. Eine neue Scheuerleiste aus den USA ist mit enormen Frachtkosten verbunden, weil diese nur als große "Rolle" im Container geliefert werden könnte ( = Containerfrachtkosten ). Mal sehen...  Am letzten dieser Tage ist gemeinsamer Arbeitseinsatz im Segelverein angesagt: Den Winterlagerplatz aufräumen und die Schiffsböcke platzsparend zusammenstellen. Danach fahren wir zurück nach Hamburg; es ist sonniger und etwas wärmer geworden.  

 9. - 11.5.

"Stippvisite" an Bord wg. familiärer Angelegenheiten in Kiel und Termin bei der Rathje-Werft wg. unserer Scheuerleiste = Inzwischen haben wir im Internet einen amerikanischen Händler gefunden, der genau das Modell unserer Scheuerleiste ( noch ) vertreibt, jedoch nur innerhalb der  USA liefert. Unsere Versicherung hat uns "grünes Licht" gegeben, so dass wir - bei einem überschaubaren Eigenanteil - etwas entspannter dem finanziellen Aufwand entgegensehen. Die Werft wird uns einen Kostenvoranschlag ausarbeiten und die angebotene Hilfe aus dem Bekanntenkreis mit "connection" zu einer Exportfirma nehmen wir gerne an, wobei ausgelotet wird, ob ein aus Deutschland organisierter Transport der Scheuerleiste machbar ist. Das Wetter ist immer noch extrem kalt und die Aussichten für das Himmelfahrts-Wochenende sind abschreckend: z.T. Starkwind mit Sturmböen. Da bleiben wir lieber zu Hause.   


3. - 4.06.

Sommertage in Deutschland! Mit voll gepacktem Auto fahren wir nach Kiel, denn bald soll unser Langzeittörn starten. Harald stöhnt, als er all die Konserven und Getränke aufgebaut hat und meint, "...das wird jedes Jahr mehr..." - aber das sagt er immer und dann ist doch wieder alles gut verstaut.... Am nächsten Morgen machen wir das Schiff startklar für den Wochenendtörn um zu prüfen, ob die Segel gut stehen und alles klar ist = ist es nicht!!! : Heidrun steht auf dem Vorschiff mit den Vorleinen in der Hand zum Ablegen und wartet, dass der Motor gestartet wird. Es piepst planmäßig, doch der Motor springt nicht an !!?? Das war's vorerst. Nun ist Harald gefordert: Check der Leitungen, des Anlassers ( wieder tief eintauchen in die Backskiste ) usw. = er ist mit seinem Latein am Ende. Telefonat mit dem Mechaniker: gegen 17.00 h kann er kommen, da heute mehrere Schiffe Motorprobleme haben und sein Einsatz gefordert wird. Bis dahin genießen wir die Sonne und Wärme im Cockpit. Dann kommt der Fachmann, prüft und stellt schnell fest, dass die Starterbatterie einen Plattenschluß hatte und damit unbrauchbar geworden ist. O.k., dieses Problem ist einfach und schnell zu beheben. Wir müssen nur eine sehr akzeptable Anfahrtspasuchale bezahlen, danach fährt Harald los und besorgt eine neue Batterie.

 5.06.

11.15 h Leinen los, der Motor springt auf Anhieb an! Noch etwas diesiges, jedoch warmes Wetter, kaum Wind. Bis zur Schilkseer Bucht motoren wir; dann kommt die Sonne durch und es wird klar. Segel hoch - alles in Ordnung! Wir schleichen auf der Ostsee mit permanent wechselnden "Wind"-Richtungen bei 1, selten auch 3 Knoten Geschwindigkeit. Die Kieler Bucht ist gespickt mit den weißen Tupfern der Boote und Segel; jeder will das Sommerfeeling genießen, die Strände sind auch gut belegt. Wir laufen zurück nach Schilksee, kurz vor dem Hafen ist der Motor wieder dran. 16.05 h fest in Schilksee, Südhafen.
                                                                                                13,6 sm


 6.06.

11.40 h Ablegen; es ist wieder sonnig und warm, Wind ca. 3 Bft, noch etwas unstet, dann aus östlichen Richtungen. Nur mit dem Vorsegel schippern wir gemütlich in die Förde; fest in Stickenhörn 12.55 h. Danach letzte Vorbereitungen und Check für den Langzeittörn, denn "nächstesmal" wollen wir eigentlich starten. Nachmittags, auf dem Weg zum Parkplatz, schauen wir wieder einmal in das an der Außenseite der Mole befindliche Schwanen-Nest und sehen, dass das erste Küken geschlüpft ist: wie niedlich! Wir fahren zurück nach Hamburg, noch im Sonnenschein, denn es ist ein Wetterumschwung mit Regen, Gewitter und Gewitter-Sturmböen angesagt.
                                                                                                      4,4 sm 


21.6.

Heute ist Sommeranfang und wir "stechen in See" zum Langzeit-Törn! Vor sechs Tagen sind wir bei bestem Wetter mit "Sack und Pack" an Bord "eingezogen"; an den darauf folgenden zwei Tagen standen noch Familienangelegenheiten "auf der Liste", danach schlug das Wetter um und es wurde sehr stürmisch, kalt und nass. Das Wetter hat sich nun beruhigt, die Sonne scheint vom blauen Himmel: Leinen los um 9.30 h, wir motoren aus dem Hafen  und bei spiegelglatter See weiter gen Nord bis Höhe querab Kieler Leuchtturm. Die aufgekommene Briese aus NNW, 1-2 Bft, segeln wir aus, doch bald schläft der Wind wieder ein und die "Diesel-Fock" hilft weiter bis zum nächsten Segeleinsatz für ca. eine Stunde. Danach motoren wir durch in Richtung Nordspitze der Insel Ærø. Zwischen den Inseln Alsen und Ærø bilden sich später dickere Wolken, die etwas Wind aufkommen lassen, doch der ist genau von vorne und wir lassen den Motor an. Auf Höhe des Leuchtturms Skjoldnæs stellen wir den Motor aus und segeln noch das letzte Stück von hier bis zum Hafen. Fest in Søby um 17.05 h, Boxenplatz. Beim Abendessen reißt die Wolkendecke wieder auf und die Sonne schenkt uns einen bezaubernden Sommerabend    ( wenn auch noch etwas zu kühl ).
                                                                                                    42 sm

  

22.6.

Hafentag. Die Sonne scheint wieder, doch der Wind ist sehr kühl. Wir wollen heute in die Kerzenfabrik bei der Mühle und - Neuentdeckung ( Infobroschüre ) - zu einem Hofladen, der u.a. selbst produzierte Seifen und Kräutersalz anbietet. Die gern besuchte Kerzenfabrik ist jedoch leider - mangels Masse - etwas enttäuschend: Im umgebauten Laden stehen viele auszupackende Kartons, denn die Kerzenproduktion wurde verkauft und künftig werden gelagerte Kerzen und entsprechendes hübsches Zubehör verkauft. Somit ist heute die Ausbeute unbefriedigend. Dafür ist "Sæberiet" die "Enschädigung". Nach längerem Spaziergang in die ländliche Umgebung treffen wir eine Idylle an: Der Weg zwischen Blumen, Gewächsen und Kräutergärten führt zu einem kleinen Nebengebäude, in dem die Produkte angeboten werden. Naturseifen mit verschiedenen Blüten und Ölen, flüssige Seifen und u.a. sehr interessante Salzmischungen für die "gute Küche". Nach unserem Einkauf werden wir eingeladen, im lauschigen Garten Platz zu nehmen und uns vom dort plazierten Tee / Kaffee / Saft selbst zu bedienen...  Dänische Gastlichkeit! Zurück an Bord genießen wir die Sonne im Cockpit bis sich der Himmel am späten Nachmittag nahezu  bedeckt, später jedoch die Wolken wieder abschüttelt und doch noch ein netter Sonnenuntergang geboten wird. 



23.6.

Leinen los um 9.45 h, sonnig, Windvorhersage: westliche Winde 2-3 Bft. Wir segeln gen Nordost, um östlich von Avernakø die Rinne zum Svendborgsund zu passieren. Der Wind ist jedoch nicht westlich, sondern achterlich und wir ziehen gemütlich mit 3, manchmal auch 4 Knoten durchs Wasser. Nachdem die erforderlichen grünen Tonnen "abgehakt" sind, freuen wir uns schon auf den östlichen Kurs in der Hoffnung, dass wir mit raumem Wind etwas schneller segeln können, doch der Wind dreht mit und bleibt achterlich; wird langsam weniger, und das bei Strömung gegenan: Motor an! An den Ufern nehmen wir die "Seh-Parade" der besonders vielen schönen Häusern hier am Svendborgsund ab und ergözen uns an der vielseitigen Architektur. Nach Unterquerung der Straßenbrücke, die Fünen mit Tåsinge verbindet, beschließen wir, Svendborg anzulaufen, weil wir keine Lust haben, weiter zu motoren. Fest im Stadthafen Svendborg um 13.30 h, Boxenplatz direkt am Straßenkai. Das Hafengeld wird am Automaten bezahlt, hier erhält man auch eine Chipkarte für den Strom, der nach persönlichem Verbrauch zu bezahlen ist. Internet (!!) ist kostenlos. Hier ist nun das Kontrastprogramm zum dörflichen Søby: City mit Fußgängerzonen und diversen Geschäften. Viele deutsche Touristen, per Auto und Boot, einzelne Holländer mit ihren Booten.
                                                                                             16 sm


24.6. - Johannistag = Ende der Spargelzeit -

Leinen los um 10.10 h, sonnig, Wind SW 1 Bft. Wir folgen dem betonnten Fahrwasser im Svendborgsund unter Motor bis zum Ausgang in den Belt. Segel hoch, Wind WSW 2 Bft, Kurs Nordspitze von Langeland. Mit 2, dann auch 'mal 3 Knoten Fahrt genießen wir das schöne warme Wetter in kurzen Hosen, die Wellen glucksen leise am Schiff: wie im Film! Dann dreht der Wind etwas südlicher, wir baumen die Genoa aus und segeln "Schmetterling". Um ca. 13.30 h legt der Wind etwas zu und wir geben den ursprünglich Plan Lohals anzulaufen auf, weil es jetzt so schön läuft und Spaß macht, weiterzusegeln. Kurs: westliche Seite Große-Belt-Brücke. Der Wind dreht dann bald auf West und wir ziehen gut durchs Wasser; später dann NW 3 Bft, etwas böig, weil einige Wolken aufgezogen sind. Kurz vor Erreichen der Brückendurchfahrt bei dem rot / grünen Tonnenpaar, rollen wir die Genoa ein und passieren unter Motor die Brückenpfeiler: 18 m Höhe; unser Mast mit Antenne ist ca. 17 m hoch = das sieht von unten ziemlich knapp aus und Heidrun ist es "plümerant". Doch alles läuft bestens und hinter der Brücke segeln wir wieder, Richtung Kerteminde /Fünen. Bald können wir den direkten Kurs nicht mehr anlegen, weil der Wind noch etwas weiter dreht und bevor wir in Ballen auf Samsø landen, werfen wir für die letzten fünf Meilen zum Hafen den Motor an und ersparen uns das Kreuzen. Fest im Hafen Kerteminde um 18.20 h, Boxenplatz. Die Wolken verziehen sich wieder und ein schöner Abendhimmel rundet diesen herrlichen Segeltag ab.
                                                                                                  37,1 sm 


25.06.

Start 9.40 h, bedeckter Himmel, etwas diesig, Wind NW 3 Bft, böig. Außerhalb des Hafens rollen wir die Segel aus und bleiben relativ dicht am nördlichen Ufer der Kerteminde-Bucht und "kneifen" Höhe an der Ecke zur Passage zwischen Fünen und der vorgelagerten kleinen Insel Romsø. Das Gewässer ist hier rundum flach und steinig und wir nutzen jede Böe hoch am Wind aus, um die roten Tonnen ohne Kreuzschlag "abzuhaken" = hat geklappt; doch der Wind weht weiter aus NW und unser Kurs zur Insel Samsø folgt nicht der Ideallinie. Doch um ca. 12.15 h klart der Himmel auf, es wird sonnig und der Wind westlicher: wunderbar, denn nun können wir die verlorene Höhe wieder aufholen und Ballen anliegen. Der Wind legt auf 4 Bft zu und wir ziehen gut durchs Wasser. Sehr weit zu sehen ist der Offshore Windpark südlich von Samsö und die Sonne läßt die Windgeneratoren fast leuchten. Kurz vor Ballen dreht der Wind wieder nördlicher, wir rollen die Segel ein und motoren die letzte Meile zum Hafen. Fest in Ballen um 14.40 h, Boxenplatz an der südlichen Hafenseite. Hier wurden in den Jahren, in denen wir nicht hier gewesen sind, Schwimmstege und Heckpoller plaziert und somit den riesengroßen "Päckchen" am Hafenkai ein Ende bereitet = sehr angenehm! ( Dieser Hafen ist in der Ferienzeit meistens überfüllt ). Weil heute Freitag und so schönes Wetter ist, füllt sich der Hafen recht schnell mit dänischen Seglern aus dem Umkreis. Bierchen trinken,grillen und klönen auf den Stegen und den bereitstehenden Holzsitzgruppen an Land. Alle genießen den schönen Sommerabend und fast überall wird - wie bei uns - auch im Cockpit das Abendessen eingenommen. Der aufgegangene Mond sieht auch besonders hübsch aus, nicht wahr?
                                                                                               26 sm      




26.06.

"Ferientag" auf der Ferieninsel Samsø. Eine kleine Fahrradtour führt u.a. zu einem Bauernhof, der frisch vom Feld Erdbeeren verkauft. Dann auch Zeit zum Lesen; ein Rundgang im Hafenumfeld, wo sich etliche verschiedene Speiselokale befinden mit gemütlichen Plätzen im Freien. Ein ehemaliges altes Kaufmannshaus bietet jetzt ökologische Samsø-Produkte an: Saft, Marmelde,Honig, eingelegtes Gemüse usw. Bekleidung und Künstler-Töpferwaren gibt es in anderen nahen Geschäften auch; der Brugsen-Laden macht heute gute Geschäfte mit typischen Grillwaren und Zubehör. Wir probieren in der "Røgeriet" ein typisches Samsø-Gericht: Fischfrikadellen mit "Samsø-Kartoffelsalat" ( = kleine ganze Kartoffeln ), dazu kaltes Zwiebelgemüse, Remoulade und ein Klacks Johannisbeerkompott. Sehr schmackhaft!! An Bord gibt es dann als Dessert die frischen Erdbeeren mit Sahne. Der Hafen ist ziemlich voll geworden, jede Lücke wurde ausgenutzt; es sind auch Schweden, Norweger und Briten eingetroffen. An Land wird wieder gegrillt, einige Holzsitzgruppen werden zusammengestellt, damit größere Gruppen zusammensitzen können. Rundum Stimmengemurmel; es scheinen alle zufrieden mit dem Wetter zu sein. 



27.06.

Leinen los um 9.30 h, Wind SE 2 Bft, über Land vereinzelte Wolken, sonnig. Außerhalb des Hafens wird der Motor abgestellt und wir ziehen mit der Brise sanft gen Norden, entlang der Küste. Wir wollen heute nicht weit segeln, deshalb besteht keine Eile. Nach einer Stunde springt der Wind auf SW um, die Wolken ( Hochnebel ?) sind jetzt über dem Wasser. Nach ca. 10 Minuten schläft der Wind ein = Flaute. Motor an, Segel eingerollt; wir sind dicht vor der Ansteuerungstonne für die Einfahrt in den Stavns-Fjord im nördlichen Teil von Samsø. Es ist ein besonders schmales Fahrwasser zwischen Untiefen und Inselchen, das zum Hafen von Langør führt. Fest im Hafen um 12.00 h, Boxenplatz. Wir befinden uns hier im Naturschutzgebiet, Heimat zahlreicher Vögel; die kleinen Inseln in der Nähe dürfen nicht betreten werden. Rundum viel Wasser, viel Natur, Stille. Im Laufe des Nachmittags  laufen noch einige Segler ein, aber es bleibt idyllisch, weil eben doch noch keine Hauptferienzeit ist, wo es meistens sehr voll ist, auch in der nördlich des Hafens sehr beliebten Ankerbucht.Heute Nachmittag ist wieder Fußball-WM; Deutschland spielt gegen England und gewinnt mit 4:1 !!
                                                                                   10 sm



 

28.06.

Ablegen um 9.30 h, wieder ein herrlicher Sommertag; Wind ESE 2-3 Bft. Wir segeln durch das nördliche Fahrwasser ( etwas einfacher als die Einfahrt von Süden ) aus dem Fjord und sind ziemlich schnell im tiefen Wasser. Der Wind ist etwas stärker geworden,so dass wir bei netter Geschwindigkeit - ca. 4 Knoten - die Sonne genießen können. Wir nutzen die Windrichtung aus und segeln in die Århus-Bucht; unterwegs sind nur zwei etwas flachere Stellen zu beachten, die jedoch gekennzeichnet sind. Etwas nördlich von unserer Route verläuft die "Rennstrecke" der Schnellfähren ( Katamarane ), die Kalundborg / Seeland mit
Århus / Fünen verbinden und für kräftigen Schwell sorgen. Kurz nach 13.00 h hat der Wind keine Lust mehr: Motor an. Um 14.30 h laufen wir den Hafen von Århus an und suchen einen Platz, den wir dann im westlichen Teil finden. Fest im Hafen Marselisborg um 14.40 h, Boxenplatz mit Auslegern. Hier sind wir seit mindestens elf / zwölf Jahren nicht mehr gewesen. Als der Hafen südlich der Stadt seinerzeit neu gebaut worden ist, war er einer der ersten Häfen, der im neuen Stil der kompakten Bauweise - Marina mit ( Ferien- ) Häusern, auch Restaurants und evtl. kleinen Geschäften direkt an Land zur Hafenseite - entstanden ist, wie z.B. dann auch in Klintholm / Mön, Ebeltoft / Fünen u.a.. Sehr ansprechend. Das Hafengeld wird  in einem Automaten bezahlt, zusätzlich löst man eine Servicekarte, die mit einem Geldbetrag versehen wird  für den persönlichen Stromverbrauch und andere Serviceeinrichtungen; nicht verbrauchte Beträge werden als Guthaben beim Verlassen des Hafens wieder ausgezahlt. Århus gehört zu den ältesten Städten Dänemarks: Mitte des achten Jahrhunderts ließen sich die Wikinger an der hiesigen Bucht nieder und gründeten eine Stadt, die sie Aros nannten: Die Stadt an der Flußmündung ( Infobroschüre ).
                                                                                   22 sm



29.06.

Wir bleiben heute und morgen noch hier: Heute ist Waschtag angesagt solange die Sonne noch scheint, denn gegen Abend soll es Gewitter und Regen geben, also müssen die Shirts und "Konsorten" vorher noch trocken werden: Klappt auch gut, denn es ist etwas Wind aufgekommen und die Kombination Sonne+Wind führt zu schnellen Trockenergebnissen. Am Spätnachmittag zieht die Gewitterfront hoch, gegen Abend grummelt es etwas und es regnet bei kühleren Temperaturen. Das richtige Wetter für Fußball-WM: Spanien gegen Portugal: 1 : 0. Morgen wollen wir in die Stadt. Zum Foto: Wir sind immer noch in Dänemark = In der Nähe des Hafens befindet sich ein Zirkus, bei dem die Elefanten "in Arbeit" sind.


30.06.

Der Himmel ist bedeckt,dicke graue Wolken werden vom sehr kühlen Wind gejagt. Es soll jedoch trocken bleiben und im Laufe des Tages etwas aufklaren. Nachdem die Morgenarbeiten erledigt sid, machen wir uns fertig und fahren mit dem Bus knapp 10 Minuten in die City und starten unseren Rundgang gleich an der längsten Gågade ( Fußgängerzone ). Wir bummeln durch etliche Geschäfte, wobei natürlich nicht ausbleibt, dass "dies und das" in unseren Besitz übergeht. Aber auch schöne Häuser aus den vorigen Jahrhunderten sind zu bewundern, die gut restauriert worden sind. In manchen haben sich heute Banken und Hotels etabliert. Das Theater sieht schon von außen "plüschig" aus mit seinen hübschen Malereien und Fresken; auch die Domkirche ist beeindruckend. Wir hatten die City nicht mehr im Bewußtsein, denn der Besuch ist noch länger her. Letztesmal waren wir nur am Stadtrand geblieben, vermutlich um Porviant zu besorgen. Viele junge Menschen sind zu sehen, kein Wunder: sollen hier doch ca. 40.000 Studenten (bei 300.000 Einwohnern) leben. Das wirkt sich auch auf das Flair aus, denn es gibt viele trendige Geschäfte, Lokale und Cafés. Wir sind zufrieden, diesen "Stadttag" eingelegt zu haben. Mit dem Bus fahren wir gegen Abend wieder zurück und legen an Bord die runden Füße hoch. Heute fangen in Dänemark die Ferien an; hier im Hafen werden viele Schiffe beladen und die Sackkarren rollen über die Stege.    



 1.07.

Leinen los um 9.35 h, die Sonne scheint wieder vom blauen Himmel, Wind W 3 - 4 Bft,böig. Nachdem die Segel ausgerollt sind, dann Segelstellung auf "Schmetterling" angepaßt worden ist mit ausgebaumter Genoa, ziehen wir mit 4 Knoten durchs Wasser. Leider nicht lange, denn der Wind pendelt immer öfter von W zu SW, wird weniger, wir nehmen den Genoa-Baum wieder weg. Der Wind flaut weiter ab, wir laufen maximal 1 Knoten; schade! Motor an, Genoa weg. Wir passieren den Leuchtturm Sletterhage auf der Halbinsel Helgenæs, zwei Schnellfähren rühren die Ostsee auf und lassen uns heftig schaukeln. Nachdem wir die Südküste gerundet haben, nehmen wir Kurs auf Ebeltoft, also gen Nord - und es kommt etwas Wind auf. Für ca. eine halbe Stunde können wir segeln, wobei Harald permanent damit beschäftigt ist, die Segel den ständig wechselnden Windrichtungen anzupassen: Großsegel shiften, Genoa von Steuerbord auf Backbord und wieder zurück, Genoa fieren, dichtholen, wieder ausbaumen..... Dann ist wieder Schluß mit dem Wind. 12.35 h ist der Motor wieder an und wir "haken" die grünen Tonnen des Fahrwassers zum Yachthafen "ab". Fest in Ebeltoft um 13.20 h, Boxenplatz. Vom Liegeplatz aus haben wir beste Sicht auf die einlaufenden Boote, die fast wie an einer Perlenschnur aufgezogen ankommen. Ebeltoft ist ein sehr beliebter Hafen und in der Ferienzeit schnell überfüllt. Das ist nicht verwunderlich, denn die Landschaft ist schön und der Hafen sehr gemütlich mit den roten Ferienhäusern, die die Landseite säumen. Von dem reizvollen und schönen Ort ganz zu schweigen. Heute Nachmittag genießen fast alle das schöne Wetter an Bord beim Sonnenbad, einige Kinder paddeln mit dem Schlauchboot im Hafen, die Enten ziehen schnatternd in kleinen Gruppen auch durch den Hafen in der Hoffnung, bei den Schiffen etwas zu ergattern. Das Abendessen können wir endlich auch wieder im Cockpit einnehmen.
                                                                                          20,8 sm



 2.07.

Wir haben ja Zeit, also bleiben wir noch hier an diesem schönen Ort. Die Sonne scheint heute etwas "milchig", doch es ist sehr warm, 27°C, für das Landesinnere sind an die 30°C angesagt.Die Wassertemperatur liegt jetzt immerhin schon bei 18/19 °C; vielleicht ist ja bald 'mal ein Bad möglich.... Der Wind ist heute sehr böig. Am späteren Vormittag starten wir unseren Ebeltoft-Rundgang und sind wieder entzückt über diesen "Puppenhaus-Ort". Alles ist gepflegt und bei diesem Wetter kommen die lauschigen Hinterhöfe und Gartenlokale besonders gut zur Geltung. Dabei entdecken wir auch einen kleinen Handwerksbetrieb, der handgefertigte Bonbons, Lutschter u.ä. aus bunter Zuckermasse herstellt, wovon wir dann eine ( noch warme ! ) Kostprobe erhalten. Die von uns gern besuchte kleine Kunst-Glasbläserei ist leider nicht mehr ansässisg, hier ist nun ein "gehobenes Futterlokal" ( "Smag" ) eingezogen. Beim Handelshafen wurden etliche neue Häuser gebaut, für die ein kleiner Stichkanal für ( Angel-?) Boote angelegt worden ist; sieht nett aus. Zum Abschluß der Runde noch ein Einkauf im gut sortierten Føtex-Supermarkt; neuer Nachbar hier: Aldi ! Zurück an Bord = Erholung im Cockpit bzw. Fußball-WM: Brasilien - Niederlande, 1:2, später Uruguay - Ghana, nach Verlängerung und Elfmeter-Schießen: 5:3. 



 3.07.

Noch ein Sommertag in Ebeltoft; wir passen uns den Temperaturen ( 34°C ) an und halten uns vorwiegend an Bord auf, wo ein Mini-Hauch weht. Am Nachmittag lebt der Wind auf und es zieht langsam eine Front am Himmel hoch; gegen Abend ist der Wind dann permanent im Rigg zu hören. Für Jütland sind Gewitter angesagt; mal sehen, was wir davon abbekommen....  Fußball-WM: Deutschland hat gegen Argentinien mit 4:0 gewonnen! Am Abend entscheidet sich dann unser nächster Gegner: es wird Spanien


4.07.

Morgens hat es geschauert, der Himmel ist bedeckt und graue Wolkenformationen wabern tagsüber über uns; doch es bleibt dann trocken und vom Gewitter haben wir nichts abbekommen. Kühler ist es jedoch geworden. Harald dreht eine Runde mit dem Fahrrad und bringt wieder Erdbeeren mit; Heidrun ist derweil "hauswirtschaftlich" tätig. In 10 Tagen findet eine Geburtstagsfeier auf Seeland im Roskildefjord statt, zu der wir eingeladen sind, deswegen wird unser weiterer Kurs in diese Richtung sein. Die derzeitigen südöstlichen Winde ersparen wir uns noch, denn es sind westliche Winde vorhergesagt. Am Spätnachmittag klart es endlich auf und die Sonne scheint.


 5.07.

Leinen los um 9.22 h, teils heiter, teils wolkig, Wind SW 3Bft, böig. Bis zur äußeren grünen Tonne motoren wir, rollen jedoch dabei schon das Großsegel aus, dann geht es unter Segeln um die Südküste der Ebeltoft- Bucht gen Südost; die kleine Insel Hjelm lassen wir "links liegen". Nun können wir die Segel etwas fieren, der Wind ist jetzt SzW 4-5 Bft und unser Schiff saust los: 7-8 Knoten sind keine Seltenheit und es macht richtig Spaß durch die Wellen zu ziehen. Der Himmel ist inzwischen ziemlich bedeckt mit grauen Wolken; zwischendurch sah es fast schon 'mal nach Regen aus. Wir kreuzen den Schifffahrtsweg Samsö Belt, es sind jedoch nur insgesamt sechs Frachter in beiden Richtungen zu sehen. Bald nähern wir uns "Sjællands Rev", der Unterwasser-Verlängerung von Sjællands Odde, die wie ein Knochenfinger von Seeland in das Kattegatt zeigt. Das Riff ist am nördlichen Ende mit einem Leuchtturm gekennzeichnet, was jedoch einen ziemlichen Umweg bedeutet, wenn man zur Nordküste Seelands möchte. Es gibt einen Durchgang - ziemlich in der Mitte - der mit einer grünen Tonne gekennzeichnet ist, heißt "Snekkelöb" ( Schneckenlauf ) und ist nur für Schiffe mit geringerem Tiefgang passierbar. Wir erreichen die notwendige grüne Tonne um 13.33 h, die Durchfahrt verläuft in West-Ost-Richtung und ist schnell durchsegelt; danach geht es wieder hoch an den Wind und wir rauschen entlang der Küste zum Hafen Odden Havn. Fest im Hafen: 14.35 h, längsseits an der Kaimauer. Willkommen auf Seeland! Und weil wir hier auch in einem Fischerhafen sind, gibt es heute Abend frisches Rødspøtter-Filet ( Goldbutt-"Maischolle" ) = mmmhhh!!! Auch einige Sonnenstrahlen am Himmel zwischendurch, doch es ist Regen angesagt und evtl. Gewitter.
                                                                                                 35 sm



 6.07.

Es ist bei uns trocken geblieben, Regen und Gewitter gab es woanders. Der Himmel ist jedoch mit dicken Wolken zu, es weht kräftig, böig, "...NW-W 4-5, zunehmend 6, Schauerböen, See 1-2 m..." . Animiert uns nicht, abzulegen. Gegen Mittag lockert es auf und im Windschatten der Sprayhood läßt es sich aushalten. Die Decksluken müssen wir jedoch geschlossen halten, da etwas Gischt über die Mole geweht wird. Da wir hie an der "Flaniermeile" ( Hafenmole ) liegen, werden wir von deutschen Urlaubern angesprochen, die sich freuen, ein deutsches Schiff zu sehen und einen kurzen Klönschnack halten zu können ( z.B. aus der Eifel - das erstemal in Dänemark -, aus Thürigen und Sachsen ). Am Nachmittag laufen die beiden Segelschiffe der dänischen Marine, "Svanen" + "Thyra", ein, deren Besatzungen danach überwiegend Freiwache erhalten, denn sie gehen dann in Zivil ( Shirts+Shorts ) an uns vorbei; kurios: Bei Begegnungen wird sich jedoch trotzdem militärisch gegrüßt. Diese Schiffe hatten wir vor vier Jahren schon in Juelsminde gesehen. Fußball-WM ist heute etwas anstrengend zu sehen, denn die Böen verursachen kurze Bildausfälle oder Pixelbilder = Uruguay gegen Niederlande, 2:3   


 7.07.

Leinen los 10.30 h, heiter, Wind WzN 4 Bft, böig. Außerhalb des Hafens "rollige Wellen": kein Wunder bei dieser Windrichtung ( auflandig ) und dem Starkwind von gestern, der noch bis in die Nacht geblasen hat. Vor dem Wind segeln wir 'mal "Schmetterling", 'mal Genoa nach Steuerbord, Backbord, Großsegel shiften = das ganze Programm, weil der Wind etwas pendelt. Nichts für empfindliche Mägen, denn wir "eiern" die Küste entlang gen Ost; wir wollen in den Isefjord. Der Wind wird etwas südlicher: WSW 4-5 Bft, kurz vor dem Südpricken nördlich von Korshage nehmen wir die Genoa weg, passieren diese "Ecke" um 13.27 h und laufen auf die rote Tonne des bezeichneten Fahrwassers in den Isefjord zu, um genügend Abstand zur flachen Küste zu halten. Zuerst führt das Fahrwasser in Richtung Rørvig, wobei die häufigen Fähren von Hundestedt nach Rørvig zu beachten sind. Großsegel weg; mit Motor geht es weiter, weil der - inzwischen auf 6 Bft zugenommene - Wind genau gegenan ist. An Rørvig vorbei folgen wir dem Fahrwasser gen Süd und erreichen unser Tagesziel Nykøbing / Sj. Fest im Hafen 15.10 h, längsseits am Kopfende Brücke 3. Hier waren wir noch nie: liegt meistens zu abseits. Das spiegelt sich auch an den Gastbooten wider: nur drei deutsche Schiffe, ein Holländer, ein Schwede. Der Hafen ist sehr schön gelegen, viel Natur und ein herrlicher Blick in den Isefjord. "Odsherred" heißt dieser nordwestliche Teil von Seeland und hat sich zu einem Freizeitgebiet entwickelt. Schon beim Einlaufen in diesen Fjord sahen wir viele Sommerhäuser in den Wäldchen; auch hier am Hafen sind etliche Ferienwohnungen gebaut worden. Wegen des vielen Wassers rundum - Kattegatt, Isefjord, Roskildefjord - sind die Lichtverhältnisse ähnlich wie z.B. in Skagen = der Himmel wirkt besonders hell und weit, und wir lesen später in der Infobroschüre, dass sich deshalb hier in der Gegend viele Künstler ( Maler und Kunsthandwerker ) niedergelassen haben und eine Fülle von Galerien und Ausstellungen zu besichtigen sind. Unsere Küche bleibt heute kalt, denn hier am Hafen gibt es ein kleines Lokal mit Tischen im Freien: Thailändisch; sehr gut ! Dazu ein inzwischen ganz blauer Himmel = wie im Urlaub....  Rechtzeitig zur Fußball-WM sind wir wieder an Bord: Deutschland gegen Spanien, 0:1
                                                                                   24 sm



 8.07.

Wir drehen eine Runde mit dem Fahrrad; es ist warm, noch sonnig, doch irgendwie "drohen" einige dunkelgrauen Wolken. Natürlich schauen wir uns auch die "City" an. Ein kleines ordentliches Städtchen mit allen Versorgungsmöglichkeiten und vielen Lokalen; besonders schön: hier gibt es eine Bibliothek, was u.a. bedeutet = hier können wir ins Internet - kostenlos! Wenn wir bisher bei den Hafenmeistern diesbezüglich nachgefragt hatten, hieß es oft: noch nicht, wir hoffen aber: bald. Es gibt immerhin in einigen Häfen die "TDC" ( vergleichbar mit "Telekom" ), die es möglich macht, überhaupt Internet nutzen zu können, doch der Preis ist auch "nicht ohne" : pro Minute zahlt man 1,- dkr.  Da sind die skandinavischen Nachbarn - Schweden + Norwegen - schon fortschrittlicher und bieten diesen Service in sehr vielen Häfen und meistens kostenlos an. Unsere Radtour wird von den ersten Regentropfen gestört, also erst 'mal unterstellen , dann schnell zurück zum Hafen, wo wir gerade rechtzeitig eintreffen, bevor der nächste stärkere Schauer niedergeht. Die Schauertätigkeit bleibt - und wir bleiben an Bord.



 9.07.

Noch ziemlich wolkenverhangen / dunstig; schwachwindig, umlaufend. Wir verlassen diesen ruhigen idyllischen Platz um 9.48 h unter Motor, und der bleibt auch an. Wir haben heute nur eine kurze Strecke vor uns: zur östlichen Seite des Isefjords, nach Lynæs, der südlichsten Spitze von Halsnæs, wie diese Kommune heißt. Navigatorisch einfach: Nachdem wir unsere Südküste von Nyköbing passiert haben ( Südprikken ),Kurs zur rotweißen Ansteuerungstonne des Fahrwassers entlang von Hundested gen Nord / Kattegatt, passieren diese und laufen weiter auf den Südprikken von Lynæs - vor dem Hafen - zu; danach durch das rot / grüne Tonnenpaar, vorbei an den aufgestellten Netzen und Reusen, dann Einfahrt zum ( alten ) Westhafen. Daneben ist vor Jahren eine neue Marina gebaut worden. Alles klar? Fest um 11.17 h, Boxenplatz. Inzwischen hat sich die Sonne "durchgewühlt" und löst die Wolkenschicht auf. Phänomen: Aus heiterem Himmel knispelt es plötzlich an Deck = genau über uns ist noch eine Wolke, die nicht dichthalten konnte und einige Tropfen abließ. Danach bleibt es sonnig; am Himmel sind zwar noch hohe Schleierwolken und es kommt etwas Wind auf, der bei der Wärme jedoch sehr angenehm ist. Wir reservieren telefonisch vorab ein Auto,  das wir ab Morgen für sechs Tage mieten, weil wir vorerst hier bleiben werden. Einerseits möchten wir diese Gegend 'mal anders erkunden - auch mehr im Landesinneren -, andererseits mit dem Auto zur Geburtstagsfeier am kommenden Mittwoch fahren, wo wir dann auch eine Hotelübernachtung reserviert haben. Dieser Hafen ist auch nicht so überlaufen und ruhig, so dass wir uns für diesen "Stützpunkt" entschieden haben. In einer schönen warmen Abendsonne können wir endlich wieder unser Essen im Cockpit einnehmen. So läßt es sich gut aushalten !
                                                                                           8,4 sm




10.07.

Am Vormittag fährt Harald zur Vermietstation und holt "unser" Auto ab = ein flotter Opel Corsa, Diesel, Bj. 2010 ! ( bisher 1515 km ), schwarz, viertürig, Klimaanlage. Gegen Mittag starten wir unsere erste kleinere Tour "zum Einstieg" in die Umgebung. Nur durch einen relativ schmalen Landrücken abgeschottet, erstreckt sich ein sehr großer See östlich vom Eingang zum Roskildefjored, hinter Frederiksværk, den wir fast umrunden. Dann zur nördlichen Küste (Kattegatt ) und wir wußten bisher nicht, wie hügelig Seeland ( hier ) ist: durch schöne Landschaft geht es über viele kurvenreiche Straßen ( gerne Nebenstrecken ) bergauf und bergab nach Rågeleje. Hier herrscht Hochbetrieb am Strand; die Dörfer dieser Gegend haben sich dem Freizeitverhalten angepaßt, es gibt u.a. etliche kleine Hotels und Lokale und wir machen hier Mittagspause. Dann die Küstenstraßen entlang gen Hundested bis Tisvildeleje, wo auch wieder große Parkplätze angelegt wurden, weil hier eine besonders schöne Strandlandschaft ist. "Kind und Kegel" sind anwesend und planschen im Wasser. Im anschließenden Waldgebiet liegen versteckt die Ferienhäuser. Zurück über Hundested: hier werden große Sandskulpturen geschaffen, die wohl bis Ende August zu sehen sein sollen. Thema: "Guder & Helte" ( Götter & Helden ). Der Hafen ist voll und wirkt chaotisch, weil jede Lücke ausgenutzt wird ( wie schön ruhig liegen wir in Lynæs !). Es ist jedoch ein neuer Yachthafen, etwas südlicher gelegen, im Bau. Danach zurück zum Schiff, wo es abends die unterwegs vom Bauern gekauften Erdbeeren mit Sahne gibt. Fußball-WM: Deutschland erkämpft sich den dritten Platz gegen Uruguay mit 3:2 !
                                                                                      166 km 




11.07.

Heute wollen wir nach Roskilde fahren; es ist sonnig und warm, wir starten um 11.30 h. Die Tour führt entlang am Roskildefjord, die Landschaft wird, je näher wir der Stadt kommen, etwas "lieblicher". Kurz vor der Stadt führt die Straße sehr dicht am Fjord entlang und es drängt sich der Vergleich mit der Schlei bei Schleswig auf. Von einer Anhöhe dominiert der Dom den Horizont. Zuerst fahren wir in die City und machen hier einen Rundgang: durch verschiedene Straßen mit sehr unterschiedlicher Bebauung. Viele alte schöne Häuser, aber auch moderne, die Fußgängerzone und kleine Straßen mit verschiedenen familiären Geschäften. Weil heute Sonntag ist, sind jedoch nahezu alle geschlossen und es herrscht kaum Betrieb. Danach fahren wir zur Domkirche, die von der UNESCO auf die Liste als Weltkulturerbe aufnommen worden ist. Eine Backsteinkirche, mit deren Bau 1170 begonnen worden ist ( romanisch ), im weiteren Verlauf dann der gotische Baustil dazu kam bzw. die nachträglichen Anbauten im Stil der jeweiligen Epoche errichtet worden sind. Vor der Reformation 1536 war es eine katholische Kirche, die dann jedoch protestantisch wurde und wo seitdem sämtliche dänischen Könige - und fast alle Königinnen - bestattet werden: 39 kostbare und prächtige Sarkophage sind zu bestaunen, doch es gibt auch mittelalterliche Grabstätten, z.B. von Harald Blauzahn ( um 940 - 986 ) , der die erste Kirche an diesem Platz ( Holzkirche ) errichten ließ. Die Domkirche selbst ist sehr beeindruckend und sehr schön: ein kunstvoller Altar, restaurierte Malereien, prachtvolle Gemälde, Fresken, "Königsloge" und herrliche Orgeln. Die Orgelkonzerte hier sind berühmt, lesen wir. Viele Besucher sind hier und bestaunen ebenfalls dieses kunstvolle Bauwerk. Bisher war Roskilde für uns hauptsächlich ein Begriff wg. des jährlichen Musikfestivals, das im Sommer ( z.B. letztes Wochenende von Donnerstag - Sonntag ) stattfindet und für Wikinger-Veranstaltungen. Nach dem Dombesuch fahren wir zum Yachthafen, weil hier auch ein Wikingermuseum plaziert ist. Fünf "Langschiffe" sind gefunden, gehoben und präpariert worden und nun zu besichtigen. Doch man baut hier auch diese Schiffe nach alter Tradition nach und, wer will, kann damit eine Tour machen. Wenn man sich die Gegend ansieht, verstehen wir, dass sich Wikinger hier niedergelassen haben: Das Ende des Roskildefjords wird schön flach ( zum Anlanden der Boote ), das Land läuft sanft aus und sieht gut aus für Landwirtschaft; das alles in einem geschützten Revier, jedoch mit Zugang zum Meer. Am Himmel zieht jetzt eine dunkle Front hoch. Wir nehmen den Rückweg über die Halbinsel, die den Isefjord vom Roskildefjord trennt; bei Frederikssund führt eine ( Klapp-) Brücke über das Wasser zurück auf "unsere Seite". Auf der Fahrt gen Nord wird die Küste wieder etwas höher und steiler, das Land wieder hügeliger. Nun beginnt es zu grummeln und regnen, doch wir sitzen ja im "Faraday'schen Käfig" ( Auto ) schön trocken.  Uns kommen viele Autos entgegen: vermutlich "Strandflüchtlinge" ? Bald erreichen wir wieder unseren Hafen, die letzten Tropfen fallen noch, und als wir auf dem Parkplatz aussteigen, überspannt ein Regenbogen den Roskildefjord = kitschig schön an einem noch dunklen Himmel. Bald danach löst er sich auf, denn dieSonne schickt noch ein paar Strahlen. Zurück an Bord um 18.35 h ist bald Zeit für Fußball-WM: Endspiel Spanien gegen Niederlande; Weltmeister wird - nach Verlängerung - : Spanien!
                                                                                               131,5 km




12.07.

Die Sonne scheint, es ist schöne t r o c k e n e  warme Luft = wir disponieren um und erklären den heutigen Tag zum Großwaschtag. Gegen Abend soll es wieder Gewitter und Regen geben, wer weiß wie es weitergeht; also: "...was du heute kannst besorgen,..." Die Wäschesäcke werden in Angriff genommen, die Betten auch gleich neu bezogen und am frühen Nachmittag ist alles wieder duftig sauber. Dazwischen unter Deck saugen, putzen usw.= der Schweiß rinnt aus alles Poren! Dabei ist es unter Deck schön "kühl": 29,4°C, da auch alle Luken geöffnet und die Fenster auf Durchzug gestellt sind. Am Nachmittag nutzen wir das Auto als bequeme Einkaufshilfe - keine Schlepperei! - und besorgen uns bei Aldi den notwendigen frischen Proviant für die nächste Zeit. Gegen 21.00 h verdunkelt sich der Himmel rapide und die Gewitterfront zieht auf. Mit einem Brausen fallen sehr starke Böen ein; gut, dass Harald noch zusätzlich eine Spring ausgebracht hat, denn das Schiff zerrt in seinen Leinen. Danach kommt dann der Regen und Blitz und Donner. Wir hatten im Internet schon gelesen, dass es in Deutschland teilweise kräftige Unwetter gegeben hat mit Orkanböen und hoffen nun, dass es hier nicht so schlimm wird => es bleibt ein "normales Gewitter" mit imposanten Blitzen.
                                                                                               5,6 km


13.07.

Nachts hat es noch 'mal kräftig gewittert, geregnet sowieso - mal mehr, mal weniger. Heute wollen wir "in Kultur machen" und zwei Schlösser besichgtigen, die nicht allzuweit entfernt liegen. Auf der Fahrt zum Schloß Fredensborg, in der Nähe von Hillerød, am Esrum-See, hat der Himmel alle Schleusen geöffnet und überschüttet uns mit Starkregen; Gewitter kommt auch noch dazu. Schloß Fredensborg ( = Friedensschloss ) wurde 1720-22 im Auftrag von Friedrich IV. im italienischen Stil erbaut und sollte an den zwischen Dänemark und Schweden geschlossenen Frieden nach Ende des Großen Nordischen Krieges erinnern. Das Schloß ist nur mit einer Führung zu besichtigen, dazu müssen wir über unsere Schuhe Plastiküberzieher stülpen. Sehr hübsche Räume im nordischen Barock; vom "Gartenzimmer" direkter Zugang in einen schön angelegten Garten - eine Orangerie gibt es auch, die haben wir jedoch ausgelassen. Im Frühjahr und Herbst bewohnt die königliche Familie die Räume. Bemerkenswert: Auf einigen klaren Fensterscheiben haben bekannte Persönlichkeiten mit einem Spezialstift ihr Autogramm geschrieben ( geritzt ). Die Führung dauert ca. 45 Minuten. Nach einer kurzen Snackpause wird es endlich trocken und wir fahren nun ca. 11 km zurück nach Hillerød, zum Schloß Frederiksborg. Dieses Schloß ist wesentlich größer und gilt als größtes und bedeutendstes Bauwerk der nordischen Renaissance, rundum von Wasser umgeben. Im Rittersaal des Schlosses wurde 1720 der Frieden zwischen Dänemark und Schweden geschlossen ( s.o. ). Seit Christian V. ( 1646-1699 ) wurden in der sehr schönen Schloßkapelle alle dänischen Könige gesalbt. Hier darf man den Rundgang alleine absolvieren und es gibt sehr viel und viel Schönes zu sehen! Kostbar gestaltete Räume, in denen Gemälde und Einrichtungsgegenstände aller Epochen zu sehen sind, die auch aus Schlössern und Herrenhäusern in ganz Dänemark zusammengetragen wurden. Sehr eindrucksvoll ! Ein barocker Garten rundet das äußere Erscheinungsbild ab. Das war heute wieder ein schöner Ausflug und bei freundlichem Wetter fahren wir wieder zurück zum Schiff.
                                                                                       92,2 km 




14. + 15.07.

Heute ist der 70.Geburtstag von Ingvild, Cousin Haralds ( aus Oslo ) Frau, und das Fest wird in Jyllinge, direkt am Roskildefjord, gefeiert. Mittags fahren wir mit dem Auto dorthin, checken im Hotel ein, weil wir hier auch übernachten werden; die Beiden haben uns schon erwartet und begrüßen uns herzlich. Es ist richtig schönes Geburtstagswetter = sonnig und sehr warm. Die Geburtstagsgäste: zwei Schwestern von Ingvild mit ihren Männern, Cousin Haralds Schwester und Schwager, eine Freundin von Ingvild und wir: ingesamt 11 Personen. Während die anderen Teilnehmer noch beim schwimmen und sonnen unten am Fjord  (Hanglage )sind , können wir vorerst Neuigkeiten usw. austauschen, denn zuletzt haben wir uns vor vier Jahren gesehen. Das Festessen gegen Abend wird mit einem Aperitiv gestartet, dann gibt es ein 3-Gänge-Menue: div. Fisch-Mousse, Lachs, Garnelen - Filet vom jungen Rotwild mit Gemüsebeilagen, Kastaniencreme, neuen Kartoffeln, Waldorfsalat und Cranberries - Dessertvariationen: Schokoladenkuchen, Vanilleeis, frische Erdbeeren, Obstsalat. Dazu den jeweils passenden Wein, zum Abschluß Kaffee. Mit dieser wunderbaren Grundlage sind wir alle bestens gerüstet, die verschiedenen Anekdoten, Geschichtchen und Späße, die dem Geburtstagskind gewidmet sind, zu beleben und fröhlich zu feiern,  auch mit vielen danach gemeinsam gesungenen Liedern. Die Verständigung ist gemischt: Norwegisch, englisch und etwas deutsch von denjenigen, die sich noch aus der Schulzeit daran erinnern. Ein sehr schöner Abend! - und wir dürfen auch als letzte Gästegruppe die Terassentüren abschließen, ggfs. die Lichter ausmachen, denn alle anderen schlafen schon.
Am nächsten Morgen gemeinsames Frühstück, dann sitzen wir noch auf der Terrasse, obwohl der Himmel grau ist und immer dunkler wird, doch es ist noch angenehm warm. Die Freundin ist bereits auf dem Weg nach Kopenhagen, um nach Norwegen zurück zu fliegen, zwei weitere Paare müssen heute auch abreisen. Erste Regentropfen treiben uns ins Haus, Ingvild + Cousin Harald, Unn ( Schwester ) und Morten bleiben noch 2-3 Tage und werden heute noch zu Besichtigungen in der Umgebung starten. Wir haben uns für Morgen zum Lunch an Bord unseres Schiffes verabredet. Wir schauen uns noch den großen Yachthafen in Jyllinge an, den wir anzulaufen gemieden haben, weil er max. 2m tief ist, der Wasserstand jedoch bei südlichen Winden - wie seit Tagen - um 0,5m fallen kann => das ist uns mit unserem Flügelkiel zu riskant, weil wir dann vermutlich festsitzen. Unsere Lösung stellt uns zufrieden, besonders, weil wir mit allen zusammen in demselben Haus waren; ohne Auto vom Yachthafen zum Hotel ( im "guten Dress" ! ) und wieder zurück wäre komplizierter gewesen und nicht so harmonisch. Auf der Rückfahrt lockert der Himmel auf, deshalb legen wir noch einen Stopp am Yachthafen von Frederikswærk ein, der vor etlichen Jahren neu ausgebaut worden ist. Wir haben hier vor gaaanz vielen Jahren - noch in einem Industrie- und Yachthafen - längsseits an einem ziemlich rostigen Frachter gelegen : hat sich positiv geändert! Zurück an Bord lassen wir alles noch'mal "nachklingen" und sehen uns die neuen Fotos an. Am Himmel bilden sich auch schon wieder Wolkenungetüme und kräftiger Wind kommt auf...
                                                               45,6 + 56,9 km = 102,5 km



16.07.

Heute Morgen müssen wir das Auto wieder zurückgeben. Harald fährt los und nimmt für den Rückweg das Fahrrad mit. Kurz nach 10.00 h kommt er zurück und Heidrun stockt der Atem: blutige Blessuren im Gesicht und am linken Knie, Brille demoliert !!!?? Was ist passiert? = beim Überfahren einer nicht so hohen Kante mit dem Fahrrad hat es den Lenker aus seiner Arretierung gehoben und Harald ist dabei gestürzt !! Hilfreiche Passanten haben sich um ihn gekümmert ( Wasser gegeben, Papiertaschentücher spendiert, um das Blut abzuwischen, das heftig floß, Angebot, die Ambulanz zu rufen ).  Nachdem er sich etwas erholt hat, fährt er weiter zum Schiff. An Bord dann das Blut richtig abwaschen und Heidrun verarztet ihn; an zwei Stellen sind die "Kerben" ganz schön tief, doch nicht so tief, dass genäht werden müsste; eine Ersatzbrille ist an Bord. Glück im Unglück, dass nicht mehr passiert ist! Zum Lunch kommen - wie verabredet - unsere norwegischen Verwandten und wir verbringen einen schönen Nachmittag an Bord bei bestem Wetter. Nach dem "Monsterabwasch" gegen Abend wird Harald neu "gesalbt" usw. und Heidrun bestimmt- zum Wohle ihres Skippers -, dass Morgen noch nicht gesegelt wird, damit die Wunden sich wenigstens etwas schließen können bzw. sich vielleicht schon Schorf bilden kann, um dem Wind nicht so schutzlos ausgeliefert zu sein, denn alles ist nicht mit Pflaster abzukleben.
Ein Foto gibt es nicht = veto des Betroffenen !   

17.07.

Haralds Gesicht ist geschwollen - er sieht aus wie ein Boxer nach dem Kampf. Zum Frühstück gibt es als "Untermalung" Gewitter und Regengüsse; danach bleibt es bewölkt, aber trocken, sogar zwei,drei Sonnenstrahlen. Das ändert sich gegen Abend, weil eine dunkle Front am Himmel aufzieht und erste kräftige Böen uns unter Deck schicken, weil der Wind genau ins Cockpit steht. Doch heute ist ja sowieso absoluter Ruhetag angesagt: Lesen, im Internet surfen, Reste von gestern essen, dazwischen wieder neue Pflaster auflegen, salben = die Wunden bilden den ersten Schorf. Im Laufe des Tages gehen die Schwellungen ganz langsam zurück, am stärksten sind sie noch über der Oberlippe.

18.07.

Leinen los 11.20 h, viele Wolken, stückweise blauer Himmel, Windvorhersage: westliche Winde 3-4 Bft, anfangs strichweise 5 Bft => Fazit vorweg: wir hatten den ganzen Tag "strichweise", böig. Wir motoren bis zur Ansteuerungstonne der Rinne, die uns an Hundested vorbei ins Kattegatt führt: Wind und Wellen gegenan, in der Rinne dann zuerst mit Großsegel bei halbem Wind, der jedoch spitzer wird, also nehmen wir ein Stück der Genoa dazu und rauschen nun zügig an den grünen und roten Pricken entlang. Nachdem der Isefjord hinter uns liegt, geht es auf einen sehr komfortablen Kurs gen Ost, nach Gilleleje, und die Genoa wird ganz ausgerollt. Die Wolken werden auch lockerer und alles läuft bestens. Um 15.30 h erreichen wir den Nordprikken des Gilleleje-Flachs, rollen hier das Großsegel ein und laufen nun unter Genoa auf den Hafen zu; kurz vorher wird auch dieses Segel eingerollt und der Motor angestellt. Der Hafen ist voll; wir fahren alles ab: zwei, drei Boxen wären noch frei, doch nicht für uns = zu schmal. Längsseits liegen wäre nicht so schön, da eigentlich alles "Legerwall" wäre ( das bedeutet: das äußere Schiff wird vom Wind auf das innere gedrückt, deshalb muss man darauf achten, sich einen passenden "Partner" auszusuchen, dem das zugemutet werden kann = also nicht: großes Schiff auf kleines, schweres Schiff auf leichtes u.ä. ). Plötzlich: Pfiff und Winken: ein Holländer bietet uns an, sich hinter ihn an die Poller längsseits zu legen, weil wir dann unseren Bug an den neben ihm befindlichen Brückenkopf festmachen könnten = prima, denn nun liegen wir im Wind mit Landverbindung und müssen nicht im Päckchen liegen. Fest um 16.30 h. Morgen um 9.30 h will er starten; das ist auch o.k. Nach dem ruhigen Liegen in Lynæs ist das hier jetzt "mittendrin im Ferienrummel" -> sehr beliebter Hafen, "Drehscheibe" für Segler ins Kattegatt, in den Sund und zur schwedischen Küste, die man von hier aus sehen kann.
                                                                                         28 sm



19.07.

Statt 9.30 h: Start um 9.00 h - der Holländer wuselt schon die ganze Zeit "auffällig" herum, und da wir auch fertig sind, legen wir ab; er folgt sofort! Himmel bedeckt, Wind SW 3 Bft, böig. Heute nur ein kurzer Törn - wir wollen nach Helsingør - und so segeln wir gemütlich entlang der Küste und biegen dann in den Øresund ein. Markanter Punkt bereits zu sehen: das Kronborg-Schloß ( Hamlet-Schloß ), das gleich neben dem Hafen liegt. Da wir so früh ankommen, müßte es eigentlich noch locker freie Plätze geben. Wie sagte der Holländer gestern im netten holländischen Deutsch? "... du muscht um schwei Uhr ( 14.00 h ) ankommen, dann findescht du Platz...". Wir waren viele Jahre nicht mehr hier, bei der Platzsuche fällt uns  s e h r  angenehm auf, dass an den Liegeplätzen direkt angegeben ist, wie breit die Box ist = Superservice, denn das erspart manches festklemmen zwischen den Pfählen. Dabei fällt uns auch ein Gastsegelboot auf, ca. 7,5 m lang, ca. 2 m breit, das in einer Box mit angegebener Breite 3,80 m liegt = für diese Schiffsgröße gibt es genug andere freie Plätze, in die ein "Größerer" nicht hineinkommt und sich evtl. ins Päckchen legen muss...
Fest um 11.45 h, Boxenplatz; Wasser und Strom wird nach persönlichem Verbrauch abgerechnet. Zwischen Helsingør und Helsingborg ( Schweden ) gegenüber herrscht ein emsiger Fährverkehr, was sich in der City widerspiegelt: Einkaufsparadies für Schweden, die die kurze Strecke über den Sund dafür nutzen, und die Geschäfte haben sich darauf logischerweise eingestellt. Wurde früher u.a. viel Bier gekauft, so ist es heute Wein ( und "Schnaps" sowieso ), denn durch die EU kann man jetzt auch in Schweden relativ günstig den Gerstensaft kaufen. Wein und Hochprozentiges ist in Dänemark immer noch preiswerter als im Nachbarland, auch diverse "gehobene" Lebensmittel und Essen im Restaurant. Wir essen im Cockpit in milder ruhiger Abendluft.
                                                                                     13,5 sm   



20.07.

Leinen los 10.25 h, heiter, SSE 3-4 Bft, böig. Vorbei am Hamlet-Schloß motoren wir gen Süd und müssen jetzt genau die Fähren im Auge behalten, denn die richten sich nicht nach den Freizeitskippern und bleiben auf ihrem Kurs. Wir haben Glück:  eine Fähre hat gerade in Helsingør abgelegt, eine kommt aus Helsingborg an, wir drosseln die Fahrt, lassen sie passieren: das war's dann. Als wir am Fährhafen vorbei sind, legt gerade die nächste Fähre ab in Richtung Schweden. Aufgewühltes Wasser bzw. Kreuzsee wg. der Fährenwellen, der sonstigen Berufsschifffahrt und des zunehmenden Windes hier an der engsten Stelle des Sundes ! Gut, dass wir nicht seekrank werden. Weil wir heute nur einen kurzen Törn geplant haben, lassen wir den Motor an und ersparen uns das Kreuzen. Der Wind legt weiter zu, die weißen Wolken werden fortgeblasen und unsere Sonnenbrillen werden von der Gischt besprenkelt. Wir haben ca. 1,5 Knoten Strom gegenan; zwei andere Segler packen auch ihre Segel ein und motoren gegenan. Fest im Hafen von Rungsted
12.45 h, Boxenplatz; wir sind das erstemal hier. Inzwischen haben wir SSE 6 Bft; es pfeift im Rigg und später im Cockpit unseren Schaum vom Capuccino fast aus der Tasse. Ein schön angelegter Hafen mit Strand gleich nebenan; diverse Restaurants + Plätze im Freien zum Hafen hin, daneben Boutiquen, alles in netten "Reihenhäusern" untergebracht. Zum Ort ist es jedoch ein ganzes Stück zu gehen - geben wir heute schnell auf - und Fahrradfahren ist z.Z. "out"....
                                                                   13,3 sm bzw. 10,6 sm über Grund


21.7.

Start 10.00 h, milchig-sonnig, Wind SE 1 Bft. Motor bleibt an, die Segel eingerollt, bei glatter See hinterlassen wir unser Kielwasser; der Wind schläft dann ganz ein. Viele Segler und Motorboote im Sund! Am Ufer entlang sind wieder schöne Häuser und Villen mit Meerblick zu bestaunen; je näher wir Kopenhagen kommen, auch immer mehr Häuserblocks. Wir biegen vom Fahrwasser entlang Kopenhagen vorher ab, denn wir wollen am Nordrand bleiben; passieren den Hafen Svanemølle. Fest im Hafen Kalkbrænderihavn um 12.05 h, Boxenplatz. Die zur freien Verfügung angebotene Stromdose auf dem Steg gibt max. 2 A !! Das haben wir noch nie erlebt; reicht ja gerade, das Handy aufzuladen - doch nach Rücksprache im Hafenbüro erhalten wir einen Schlüssel für eine Stromdose mit "richtigem Strom", wofür wir dann nach persönlichem Verbrauch bezahlen = o.k. Internet ist umsonst. Dieser Hafen ist sehr ruhig, da fast nur Einheimische hier liegen, für Gastlieger sind nur ganz wenige Liegeplätze bzw. auf "grünen" Plätzen ( = Festlieger ist abwesend ). Es sind hier nur insgesamt zwei deutsche, ein britisches und ein schwedisches Schiff als Ausländer, also nicht so ein Trubel wie in den anderen Häfen von Kopenhagen. Früher war dies ein Industriehafen, der umgestaltet und mit neuen Häusern "umrandet" worden ist: uns drängt sich der Vergleich mit der Hafencity in Hamburg auf, allerdings in Mini-Ausgabe. Unser Abendessen genießen wir nochmal im Cockpit, denn morgen soll es vermutlich regnen...
                                                                                              12,1 sm



22.7.

Es hat geregnet und beim Aufstehen fallen die letzten Tropfen. Heute ist Sightseeing in Kopenhagen angesagt. Der Himmel ist bedeckt, wir gehen knapp 10 Minuten zur S-Bahn und fahren in die City. In der Touristinformation besorgen wir uns Stadtplan und Infobroschüren. Wir schauen uns das Rathaus endlich 'mal von innen an und sind ganz begeistert, wie originell und schön es ist, dann ist natürlich auch die Strøget - Fußgängerzone - ein "Muß". Die Wolkendecke lockert auf und es wird freundlicher. Ein internationales Sprachengewirr ist zu hören, viele Leute mit Stadtplänen in der Hand zu sehen = Kopenhagen ist definitiv eine Weltstadt ! Alles wirkt nett, freundlich und gepflegt. Die vielen alten schönen Häuser strahlen irgendwie Geschichte aus, denn es ist zu spüren, dass dies eine alte Stadt ist mit Tradition, aber auch lebensbejahender Moderne. Nyhavn ist natürlich ein ganz besonderer Anziehungspunkt, denn diese Häuserzeilen am Wasser gehören zur Standard-Fotopräsentation weltweit. Die vielen Lokale hier mit ihren Plätzen im Freien sind brechend voll. Die Wasserseite zum Sund hat sich sehr zum Vorteil verändert: Die Uferlinien wurden seit unserem letzten Besuch vor vielen Jahren renoviert bzw. mit etlichen imposanten Gebäuden bebaut; u.a. das neue Schauspielhaus am Wasser; ins Auge fällt die neue königliche Oper. "Königs" könnten direkt auf der Parkseite des Schlosses, die ans Wasser führt, in ein Boot steigen und sich auf die andere Seite fahren lassen, wenn sie Lust auf Oper haben. An dieser Stelle trifft gerade eine große Gruppe Touristen aus Japan oder so ein, und wir lernen etwas neues kennen: die Reiseleiterin hat um ihren Hals ein Sendegerät hängen, in das sie ihre Erklärungen spricht, die Gruppenteilnehmer haben ein Empfangsgerät um den Hals hängen und Ohrstöpsel angelegt und lauschen von den Plätzen aus, wo sie gerade stehen, dem Gesagten! Also keine "Traubenbildung" mehr und kein "schreiender" Reiseleiter, damit ihn alle verstehen können.
Am Langelinie-Kai fehlt leider die "Kleine Meerjungfrau" - auch ein Wahrzeichen Kopenhagens -, denn sie ist momentan auf der Expo in Shanghai / China ausgestellt; stattdessen wurde ein Foto aufgestellt, das sie auf ihrem derzeitigen Platz zeigt. Ein Verkaufsstand bietet diese Märchenfigur in verschiedenen Größen zum Kauf an...
Zum Gefion-Springbrunnen lesen wir folgendes: Der Sage nach versprach der schwedische König der Göttin so viel Land, wie sie binnen einer Nacht pflügen konnte. Sie nahm ihm beim Wort, verwandelte ihre 4 Söhne in Ochsen und spannte sie vor einen Pflug. Bis zum Morgengrauen hatten sie einen beträchtlichen Teil Schwedens umgepflügt. Sie nahm dieses Land und warf es ins Meer, wodurch die Insel Seeland entstand. Zurück blieb ein Loch, das zum Vänern-See wurde (dessen Form erinnert offenbar an diejenige Seelands). Direkt an der Langelinie gibt es auch einen Gast-Yachthafen, der natürlich voll belegt ist; wg. der vielen vorbeifahrenden Schiffe steht jedoch fast permanent Schwell in den Hafen und man liegt deshalb etwas unruhig. Wir zwingen unsere müden Füße am Kastell vorbei zur Bushaltestelle und fahren dann zurück zum Schiff = Füße hoch und ausruhen, denn Morgen ist wieder Sightseeing angesagt.



23.7.

Mit dem Bus fahren wir heute bei heiterem Wetter nach Slotsholmen: das ist eine Insel mitten in der Stadt, die mit insgesamt acht Brücken Verbindung zum Festland hat. Auf ihr liegt Schloß Christiansborg, dazu die königlichen Reitställe und der ( Pferde-) Fuhrpark, die Schloßkirche, das königliche Theater, die königliche Bibliothek, die Börse, das Thorwald Museum und andere Museen. Nachdem wir auf dem Weg von der Bushaltestelle dorthin noch einen Blick in die Holmens Kirke geworfen haben, gehen wir zuerst zur Börse, in die wir aber nicht hinein dürfen. Bevor man das Schloß erreicht, sind die unterirdischen Ruinen von Absaloms Schloß zu besichtigen. Wir erinnern uns: Bischoff Absalom - der die Domkirche in Roskilde bauen ließ - hat hier auf dieser Insel 1167 Kopenhagen gegründet und u.a. ein Schloß bauen lassen. Dieses Schloß ist später zerstört worden; es wurden an derselben Stelle darauf im Laufe der Jahrhunderte insgesamt dreimal neue Schlösser ( nach katastrophalen Bränden ) errichtet und bei Ausgrabungsarbeiten hat man die Ruinen des ersten Schlosses entdeckt, präpariert und zur Besichtigung "aufgearbeitet" . Sehr interessant! Danach dann die Besichtigung der Präsentationsräume des Schlosses Christiansborg. In diesem Gebäude ist das dänische Parlament ( Folketing ) und die Justiz untergebracht und beansprucht den größten Teil ( Königin Margrethe II. wohnt im Schloß Amalienborg ). Die glanzvollen und wunderhübschen Präsentationsräume werden von der königlichen Familie für Staatsbesuche, Empfänge, Banketts und andere wichtigen staatspolitischen Anlässe genutzt. Kostbare Gemälde, Gobelins, Seidentapeten und schönes Mobiliar mit "viel Gold drumherum" sind zu bewundern. Leider darf hier nicht fotografiert werden. Am frühen Nachmittag knurren unsere Mägen und in der Fußgängerzone lassen wir uns von einem Plakat locken, in einer Seitenstraße ein "Lunch-Buffet" für 69,- dkr p.P. ( !! = ca. 8,50 € ) zu uns zu nehmen: sehr gut!: reichlich Salate, drei verschiedene Fleischgerichte, Nudelgerichte, diverse Beigaben + Brot, frischer Obstsalat. Frisch gestärkt gehen wir dann einige Schritte zur Helligaandskirke, die wir gestern schon besichtigt haben, weil hier um 16.30 h ein Orgelkonzert ( gratis ) gegeben wird. Vom 2.7.- 27.8. wird an jedem Freitagnachmittag im Rahmen eines Orgelfestivals von jeweils verschiedenen internationalen Organisten ca. eine Stunde lang diese Musik vorgetragen. Sehr schönes Angebot, das von etlichen Zuhörern angenommen worden ist. Der Weg zu unserer Busstation für die Rückfahrt zum Schiff führt uns wieder ein Stück durch die Fußgängerzone und überall ist Musik auf der Straße zu hören; die Leute sitzen in den Cafés und Restaurants im Freien oder sonstigen Sitzgelegenheiten und alles wirkt locker und fröhlich. Die heutige Wettervorhersage:  Möglichkeit von Schauern und Gewitter hat Kopenhagen verschont, der Himmel ist im Laufe des Tages immer freundlicher geworden. 



24.7.

Heute sind keine großen Aktivitäten angesagt. Wir bleiben überwiegend an Bord, außer einem Gang zu Aldi, ca. 10 Minuten entfernt, um Kleinigkeiten einzukaufen. In Kopenhagen sind heute fünf ( ! ) Kreuzfahrt- Schiffe zu Besuch: Costa Atlantica, MSC Orchestra, Empress, Azamara Journey und Norwegian Sun ( = von der Reederei, mit der wir im Januar unsere Karibik-Kreuzfahrt gemacht haben ). Das Wetter ist etwas ungemütlich: graue Wolkendecke und unangenehmer kühler Wind; es sieht lange so aus, als ob es bald regnen würde, doch es bleibt trocken. Am sehr späten Nachmittag wird es etwas heller und Windböen sind auch zu hören. Das Schiff schaukelt etwas, weil der nördliche Wind das Wasser in unser Hafenbecken weht. An die Kissen kuscheln, Füße hoch und lesen - bzw. Tour de France sehen....



25.07.

Hafentag; Wettervorhersage: N-NW 4-5 Bft, strichweise 6 Bft, Schauerböen. Wir hatten den ganzen Tag wieder "strichweise" und viele besonders heftige Schauerböen haben unser Schiff gebeutelt und geschüttelt ( später dann: Böenwarnung 7-8 Bft ), kein Regen, jedoch sehr kühles Wetter. Bewegungsmäßig waren wir heute faul und haben uns den ganzen Nachmittag bis zum frühen Abend ein Mammut-Hörbuch ( Krimi ) in die Ohren spielen lassen = sehr spannend ! Deswegen auch kein Foto des Tages.

26.7.

Leinen los 10.25 h, Wind WNW 2 Bft, heiter. Wir motoren aus unserem Hafen, wieder vorbei an Svanemølle, und motoren weiter, nördlich am Middelgrunds Fort und Flakfort vorbei. Dabei passieren wir die beiden Hauptfahrwasser nördlich von Kopenhagen ( die sich weiter südlich vereinigen ); viel Berufsschifffahrt ist hier unterwegs und muss genau im Auge behalten werden. Danach wird es wieder "normal": viele Segler, Motorboote und einzelne Fischer. Der Wind besteht nur noch aus Fahrtwind, das Wasser ist fast glatt. Ein Hauch kommt aus SSW auf, wir versuchen zu segeln, doch geben es wieder auf: zu wenig! Kurs Südost liegt an: Malmö ( Schweden ), Hochhäuser und Schornsteine sind schon zu sehen. Plötzlich kommt wieder Wind auf: S 4 Bft. Doch wir sind schon bald an der Rinne zum Hafen und motoren das Stück noch weiter. Fest im Hafen Dockan um 13.05 h, Boxenplatz. Hier waren wir noch nicht gewesen, jedoch kein Wunder: war früher auch ein Industrie-Hafenbecken, das im Stil der "neuen Zeit" umgebaut worden ist à la Hafencity Hamburg. Der Hafen ist ein langer Schlauch, viele freie Plätze mit Breitenangabe, rundherum moderne Wohnhäuser und einige Restaurants. Das ganze Hafengebiet wird neu gestaltet; viele Baustellen sind noch vorhanden; bis 2025 soll der ganze Westhafenbereich von Malmö in diesem Stil komplettiert sein. In der Altstadt ist man in ca.15 Gehminuten = eine wirkliche "Alt-"Stadt: Häuser aus dem 18./19. Jahrhundert, einzelne noch älter. Die City wurde damals schon mit großen Häusern bebaut ( also nicht vom "Dorf" zur Stadt gewachsen ), die öffentlichen Gebäude -z.B. Rathaus, Centralbahnhof - wirken imposant; es gibt auch ein kleines Schloß ( besser: Festung ) mit Schloßpark und natürlich auch eine große Fußgängerzone mit den üblichen Geschäften. Malmö rühmt sich, ca. 600 Lokale / Restaurants zu haben, so viele,wie sonst kaum eine Stadt in Schweden.
                                                                                       17 sm



27.7.

Leinen los 9.30 h, sonnig, schwachwindig = Motor bleibt an. Wir fahren im "kleinen Fahrwasser" ( parallel zur Berufsschifffahrt ) zur Passage der Öresund-Brücke und unterqueren sie um 10.42 h ; gut 1 Knoten Strömung gegenan. Danach geht es südlicher, vorbei an einem großen Off-Shore Windpark zur nächsten Rinne in diesem flachen Gewässer, die uns zum heutigen Ziel führt: Skanör / Falsterbo. Fest im Hafen um 12.15 h, im Päckchen, 2.Schiff. Hierher wollten wir schon immer 'mal kommen, und heute passte es endlich. Der Hafen ist jetzt schon voll und bald wissen wir auch, warum: Herrliche Feriengegend! Gleich neben dem Hafen schöner Strand mit puderfeinem Sand, und gut erreichbares Ziel auf dem Wasserweg für Schweden und Dänen, kinderfreundlich. Aus der Umgebung kommen auch per Fahrrad, Motorrad und Auto viele zusätzliche Leute tagsüber hierher an diesen südwestlichsten Zipfel von Südschweden. Später legen sich noch drei weitere Schiffe in unser Päckchen, manch einer legt sich längsseits an die Poller. Wir genießen die Sonne, denn es droht ein Wetterumschwung mit "ergiebigen Regenfällen und eventuellen Gewittern". Weil dies auch ein Fischerhafen ist, gibt es heute zum Abendessen endlich 'mal wieder frischen Fisch. Der Abendhimmel wird zusehends "unklarer" = der Himmel zieht sich langsam zu, dann ein letzter Durchbruch der Sonne, bevor sie sich verabschiedet.
                                                                                            17 sm



28.7.

Heute scheint die Sonne wieder vom blauen Himmel; der in der Nacht lebhafte Wind hat alle Wolken fortgeweht und ist nun "müde". Das innerste Schiff legt -natürlich - als erstes um 9.30 h ab, danach folgt das fünfte, das gestern Abend noch einen Trimaran aus Belgien auf die Außenhaut bekam und nun in einen freigewordenen Boxenplatz verholt. Somit sind alle erst 'mal "in action", denn die Leinen müssen entsprechend gelöst, die verbleibenden Schiffe wieder neu zusammengebunden werden, um die Lücken zu schließen. Wir wollen noch hierbleiben und beobachten deshalb, ob Boxenplätze frei werden, die nicht zu schmal für uns sind. Das dauert eine Weile; inszwischen ist auch das dritte Schiff in eine freie Box gefahren. Endlich wird eine Box frei mit grünem Schild, die breit genug erscheint. Harald läuft schnell hin, prüft die angegebene Boxenbreite ( = paßt! ), dreht schnell das grüne Schild auf rot, damit kein anderer "dazwischen kommt" und dann verholen wir uns dorthin. Der Belgier findet für seinen Trimaran ein freies Brückenkopfende. Fest um 11.15 h im Boxenplatz. Nun können wir entspannt den Sommertag genießen. Der Hafen wird heute nicht so voll wie gestern und etliche Gastboote legen ab. Wir bekommen jedoch einen sehr interessanten Bootsnachbarn, erstmaliges Erlebnis für beide Schiffseigner = zwei Pearson-Schiffe nebeneinander !! Das Nachbarschiff, SY "Klaas Kludder II" 
ist eine Pearson 36,5 ft, Ketsch, Baujahr 1978. Es ergibt sich natürlich sofort viel Gesprächsstoff. Am Abend verdichtet sich die Wolkendecke, wir bauen die Kuchenbude auf und bringen Ruckfender-Leinen an, denn die Schlechtwetterfront ist langsam im Anmarsch ; der Wind wird schon lebhafter und erste Böen fallen ein. Netter Klönschnack bei uns an Bord mit den Nachbarn. Die Beiden sind auch aus Hamburg, wohnen nicht weit entfernt von uns und deren erstes Segelboot war auch ein "Wanderer IV"........


29.7.

Der Wind hat sich über Nacht etwas beruhigt, es ist trocken geblieben. Im Laufe des Tages jedoch verdichten sich die Wolken, zwei bis drei Regenschauer, dabei sehr kräftiger Wind mit "ordentlichen" Böen; das Ganze wächst sich dann im weiteren Verlauf zu permanentem Starkwind aus. Vorher laufen noch drei Boote mit bekannter Crew ein: Maike ( Tochter von Dörte und Felix ) mit Freund, Martin und Steffi aus unserem Segelverein und Gaby und Hardy aus Wellingdorf / Kiel. Nachmittags erster "Begrüßungsschluck" bei uns und Törnberichte. Am Abend dann wieder alle bei uns, denn unter der Kuchenbude sitzt man schön geschützt; dabei sind auch Ritva und Bernd von der Pearson. Es gibt viel zu erzählen in gemütlicher Runde.


30.7.

Heute ist der häßlichste Tag unseres bisherigen Törns: es regnet kräftig, der Wind pfeift und orgelt und draußen ist nicht viel Betrieb; alle bleiben, wenn möglich, unter Deck. Nachmittags gibt es Regenpausen, die zum "Beine vertreten" genutzt werden können, die Kinder müssen beschäftigt werden, und Hunde dürfen Gassi gehen, wobei man beim Zwergpudel vom Dänen nebenan fast Sorge haben müsste, dass ihn der Wind wegwehen könnte ( aber er ist ja an der Leine ). Am Strand freuen sich die Kite-Surfer über den kräftigen Wind und bringen mit ihren bunten Schirmen etwas Farbe in den dunklen Himmel.


31.7.

Sonne + Wind => Waschtag! Der Wind hat etwas abgenommen, so dass diejenigen, die nach Norden wollen, mit dem Südwest gut voran kommen. Wer nach Süden will, so wie wir, wartet überwiegend ab, denn gegenan bei lebhaftem, höherem Seegang macht nicht ganz so viel Spaß, besonders, wenn kein Zeitdruck im Nacken sitzt. Die Luft ist jedoch schön trocken und die "Shirts & Co" sind bald wieder schrankfertig. Weil die Waschmaschine - kostenlos - jedoch nur 3,3 kg faßt, sind es dann zwei Maschinenfüllungen bzw. vier mit der Buntwäsche. Nun kann es gerne wieder heiß werden, denn wir haben wieder genug Wäsche, um verschwitzte Sachen ersetzen zu können...Doch es wird wohl nicht mehr so sein. Die Skipper der Pearson-Schiffe legen derweil eine Frühschoppen-Pause ein.  Am Nachmittag legt der Wind wieder zu, es pfeift in den Wanten und dazwischen immer wieder kräftige Böen; es bleibt jedoch sonnig. Kleiner "Augenschmaus": Ein hübsches Brautpaar - sie in einem sehr schönen schulterfreien Brautkleid und halblangem Schleier - steht auf unserer Seite des Hafens und wird vor der Hafenkulisse, später am Molenfeuer, fotografiert. Die beiden Brautjungfern in rosa Kleidern und ein junger Mann im dunklen Anzug warten derweil auf einer der schlichten Holzbänke. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die Ehe!! Mit einem Cabrio-Wagen fahren sie wieder weg. Abends gibt es dann noch "Hafenkonzert" mit moderneren Melodien.   


 1.8.

Morgens Regen, der zum Frühstück aufhört; ganz langsam wird es heller / freundlicher, doch der Wind bläst immer noch kräftig und ungünstig. In der Wetterküche wird neu gemixt; einzelne Gewitter sind auch angesagt, dazu Böenwarnung mit 8 Bft. Zum frühen Nachmittag regnet es wieder, diesmal langanhaltend, und der Wind nimmt ab. Ein ziemlich trüber Tag. Dazu paßt das dramatische Bild einer gestrandeten Segelyacht: vor ca. drei Wochen soll dieses Schiff wg. Ruderbruchs an den Strand getrieben worden sein. Bis zur Klärung versicherungstechnischer Fragen bleibt es hier liegen, unter Obhut der Polizei, damit keine Plünderungen vorkommen. Ein Jammer !!


 2.8.

Wir sind bereit zum ablegen, Harald startet den Motor = nichts geht !!? Also: Stopp das Ganze! und Ursachenforschung. Bernd von nebenan kommt als Hilfe dazu. Problem schnell erkannt: die 30 A-Sicherung für den Motor ist hinüber! Ersatz ist vorhanden,wird eingesetzt und dann kann es endlich losgehen: Leinen los 10.20 h, mittlerweile ist es heiter, bis heute Morgen hat es noch geregnet; Wind W 2-3 Bft, diesig. Weil es morgens auch vorübergehend neblig war, haben wir vorsorglich das Radargerät vorbereitet. Um 11.35 h erreichen wir den stark befahrenen Schifffahrtsweg und der Wind schläft ein. Also schnell den Motor an, Genoa einrollen, denn nun müssen wir eine Lücke zwischen den nach Nord und Süd laufenden Frachtern ausnutzen; eine halbe Stunde später sind wir "durch". Mangels Wind motoren wir weiter; die Sonne scheint nun klarer vom Himmel, doch am Horizont ziehen erste dicke Wolken auf. Wir nähern uns "Stevnsklint" auf Seeland und die Besonderheit dieser Küste ist weit zu sehen: Kreidefelsen. Hier läuft die geologische Fortsetzung der Kreideklippen von Rügen und Møn aus, deshalb nicht mehr ganz so hoch und gewaltig wie dort, aber immer noch faszinierend und genauso empfindlich, wie man an großen hellweißen Abbrüchen sehen kann. Das Seglervolk strömt aus allen Richtungen auf unser heutiges Tagesziel zu: Rødvig, auf Seeland / Dänemark. Diese exponierte Lage des Hafens führt dazu, dass er gerne und von sehr vielen ( !!! ) angelaufen wird. Fest im Hafen um 13.45 h, senkrecht zur Pier, da auf der Backbordseite die beiden letzten Seitenpoller der Boxenreihe sind, die wir als Luv-Poller nutzen können. Der Himmel braut sich zusammen, es sieht nach Gewitter aus, doch es bleibt bei "nur Regenschauer". Danach werden die immer noch dunklen Wolken am Himmel hin- und-her geschoben. Auf dem Rückweg vom Hafenmeister ( Liegegeld ) bringt Harald "Wienerbrød" zum Kaffee mit. Die dänischen Leckereien gehen weiter: Zum Abendessen gibt es ganz frisch zubereitetes Smørrebrød, das bedeutet: dass z.B. das Fischfilet darauf frisch gebraten ( warm ) ist, ebenso wie der Schweinebraten. Schön, wieder in Dänemark zu sein!
                                                                                     20 sm



 3.8.

Leinen los 9.35 h, bedeckt, Wind NW 3 Bft, böig. Einmal müssen wir einen großen Bogen segeln, weil doch noch ein Stellnetz-Feld der Fischer ausliegt, obwohl wir dachten, wir hätten alle berücksichtigt. Diese Küste ist berühmt-berüchtigt für die vielen Stellnetze, die es peinlich genau zu beachten gilt. Um 11.10 h erreichen wir das erste rot-grüne Pricken-Tor für die Einfahrt in den Bøgestrøm. Dieses doch etwas anspruchsvollere Revier der Fahrrinnen führt mit gewundenen Strecken zur Südküste von Seeland und dann daran entlang; die Mindesttiefe der Rinne beträgt zwei Meter, was bedeutet, dass sich ein Skipper vorher die Seekarte anschauen muß, ob er diesen Weg nehmen kann, der landschaftlich sehr hübsch ist. Wir fahren mit Motor und Großsegel. Ab der Brücke von Kalvehave bläst der Wind jetzt gegenan; wir rollen das Großsegel ein und der Motor wird gefordert, denn der Wind legt zu und schnell hat sich eine unangenehme See gebildet. Wir sind froh, als wir endlich in das Fahrwasser nach Vordingborg abdrehen können, denn der Kurs  ist etwas günstiger zur See, weil wir inzwischen 6 Bft haben. Fest in Vordingborg 14.45 h, längsseits an der Außenbrücke des Hafens. Der Wind weht den ganzen Nachmittag weiter so kräftig, der Himmel klart jedoch zusehends auf. Hier treffen wir aus unserem Verein SY "Calero" mit Michaela und Thomas und natürlich Hündin Jule. Erstes Hallo, woher, wohin? Abends dann Klönschnack im Cockpit bei uns, denn der Wind hat sich wieder beruhigt. Ohne Jacke wäre es jedoch zu kalt = das Wetter "schwächelt".
                                                                                 32 sm


 4.8.

Wir bleiben noch hier. Gestern hatte sich noch ein deutscher Segler auf unsere Außenhaut gelegt, was zu erwarten war, und als er heute abgelegt hat, verholen wir das Schiff nach dem Frühstück in eine Box. Am späteren Vormittag gehen wir in die City um u.a. auch noch einige Dinge einzukaufen. An der Burg von Vordingborg vorbei erreichen wir in ca. 15 Minuten die Fußgängerzone. Es ist heiteres Wetter mit markanten großen Wolken am Himmel, die später etwas "flacher" werden. Am Nachmittag, zurück an Bord, scheint die Sonne ins Cockpit und verleitet Harald zu einem Nickerchen dort. Zum Abend hin zieht jedoch eine dunkle Front auf = das sieht nach Gewitter aus! Richtig;eine blau-schwarze Wolkenwalze kommt näher und gegen 19.30 h sind erste Blitze zu sehen. Dann ein Rauschen in der Luft: die Böen fallen ein, es pfeift heftig, der Regen folgt. Blitze und Donner bleiben jedoch relativ "normal", also kein "schweres Gewitter", das nach einer guten Stunde vorbei ist; der Regen fällt noch etwas länger, hört dann später auch auf. 



  5.8.

Leinen los 10.10 h, bedeckt, Wind SSE 2-3 Bft. Sofort fängt es an, leicht zu regen. Da wir unsere Regenbekleidung parat gelegt haben, ziehen wir schnell die Jacken an. Wir motoren durch den Prickenweg, dann den Bogen über das Flachwasser, das zur Storstrøm-Brücke führt. Der Regen hat inzwischen wieder aufgehört. Nun können wir schön mit Rückenwind segeln und passieren die Brücke um 11.18 h. Später läßt der Wind nach, also: Motor an. Eine halbe Stunde später bemerkt Harald, dass eigentlich zuwenig Kühlwasser aus dem Auspuff ausgestoßen wird....=> Motor ausstellen! Glücklicherweise kommt wieder etwas Wind auf; wir segeln, derweil prüft Harald seine Vermutung: richtig = der Wasserzulauf-Filter ist voller Seegras! Alles saubermachen und wieder einsetzen. Der Wind bleibt und beschäftigt uns: Genoa ausbaumen, dann Großsegel shiften, Genoa zur anderen Seite ausbaumen. Später wird der Wind raumer, die Genoa braucht keinen Baum mehr. Um 14.15 h umrunden wir den Westpricken bei Knudshoved nach Norden, der das Ende des langen "Fingers" bezeichnet, der von Vordingborgs Küste nach West zeigt. Mittlerweile ziehen im Südwesten Wolkengebilde auf, die auch gewittrig sein könnten, und nach Regen sieht es sowieso aus. Weil jetzt auch wieder weniger Wind ist, "geben wir Gas" im wörtlichen Sinne: Segel einrollen, Motor an - Kühlwasserausstoß ist wieder o.k. - , direkter Kurs Karrebæksminde. Fest im Hafen Marina Søfronten um 15.20 h, Boxenplatz. Dieser Hafen ist relativ neu ( wir waren zuletzt vor Jahrzehnten! im gegenüberliegenden Hafen gewesen ) und auch in dem Stil gebaut: Hafen mit Ferienhäusern landseitig. Diese Gegend ist auch eine stark frequentierte Ferienhochburg, da  schöner Strand vorhanden und sehr schönes Hinterland mit "See-Charakter" ( weil kleine vorgelagerte Inseln diesen Bereich schützen ); also ideal für Ferienhäuser, Camping, Angler usw. . Von Karrebæksminde führt eine Klappbrücke zur gegenüberliegenden Insel Enø und an beiden Ufern liegen viele kleine Restaurants, Kneipen, Cafés und kleine private Geschäfte. Die Wetterfront verharrt, verzieht sich etwas, bzw. "wabert" hin-und-her, nach dem Motto: soll ich, oder soll ich nicht? Jedenfalls hatten wir heute tagsüber Glück gehabt und die morgendlichen Regentropfen sind verziehen. Mit Einbruch der Dunkelheit hören wir dann entferntes Grollen, begleitet von einigen Regentropfen.
                                                                                      25 sm



 6.8.

Start 9.45 h,  bedeckt, Wind NW 3Bft. Vom Gewitter gestern Abend sind wir kaum belästigt worden, lediglich Regen, auch noch morgens, haben wir abbekommen. Wir segeln entlang der Südküste von Seeland gen West, zuerst schön flott bei wenig Welle, dann wird der Wind weniger und westlicher, so dass wir den ursprünglichen Kurs auf die Einfahrt zum Omø-Sund nicht mehr anliegen können. Als der Wind gegen 12.00 h abflaut, hilft der Motor weiter. Wir umrunden ca. eine halbe Stunde später das Flach südlich von Agersø und sind nun im Omø-Sund, der zwischen den Inseln Omø und Agersø tiefes Wasser aufweist. Nachdem die beiden grünen Tonnen nördlich von Omø "abgehakt" sind: Südkurs zum Hafen von Omø.
Fest um 13.20 h, Boxenplatz. Es sind erstaunlicherweise noch viele Plätze frei, denn diese kleine Insel wird auch sehr gerne angelaufen = routenmäßig günstig: aus dem Småland-Fahrwasser, vom Großen Belt bzw. auch aus dem Belt zwischen Fünen und Langeland und natürlich von Seelands Küste. Eine "naturschöne Insel", rund viereinhalb Quadratkilometer groß, mit einem kleinen Ort in ca. 1,5 km Entfernung. Die "Nabelschnur" zum Festland ist die Fährverbindung nach Skælskør auf Seeland, die mehrmals am Tag diese Route fährt. Am Nachmittag klart der Himmel auf und im Sonnenschein sieht alles noch freundlicher aus. Gegen Abend wird der Hafen voll, denn heute ist Freitag und zu den Ferienseglern kommen die Wochenendsegler aus der Umgebung dazu. In zauberhafter Abendstimmung wird gegrillt oder, wie wir, im Cockpit gegessen.
                                                                                      19 sm



 7.8.

Leinen los 9.30 h, Wind NW 2-3 Bft, der Himmel "zweigeteilt": im Westen ( bei uns ) sonnig, weiter im Osten bedeckt. Wir segeln zur Nordspitze von Langeland, müssen vorher jedoch noch den stark befahrenen Schifffahrtsweg im Großen Belt  kreuzen: wir haben Glück: nur etwas abfallen, um langsamer zu werden, der Frachter zieht vorbei, dann ist eine große Lücke, die wir nutzen können. Den Nordpricken des Flachs nördlich Langeland ( Hov Sand ) umrunden wir um 11.27 h und gehen auf südlicheren Kurs bis Lohals auf Langeland, um hier die Passage ( grün / rot gekennzeichnet ) durch das Riff nach Westen zu durchfahren = mit Motor, denn kurz vorher wurde der Wind zu wenig. Es sind jetzt nur noch ca. 3 sm bis Lundeborg auf Fünen, wo wir hinwollen, der Motor bleibt an. Fest im Hafen um 12.35 h, längsseits an der ehemals südlichen Außenmole. Der Hafen wurde vor einigen Jahren um ein weiteres Hafenbecken erweitert, das sich südlich an den bisherigen Hafen "anlehnt". Lundeborg ist auch eine Feriengegend; in der Nähe ist u.a. ein großer Campingplatz mit Strandzugang und im neuen Hafen liegen viele kleine Motorboote für die Angler usw., die von den Feriengästen gemietet werden können. Es ist ein strahlender, sehr warmer Sommertag und "viel Volk" ist heute am Samstag unterwegs oder sitzt im Freien in den Restaurants am Hafen oder bei den Kiosken; der Eisverkauf ist heute ein gutes Geschäft. Im Hafenvorfeld sind Tische+Bänke aufgestellt, an denen öffentliche Schachwettbewerbe stattfinden, eine Gruppe Biker mit schönen "Harley's" ist auf Spazierfahrt und macht hier Pause, ein Däne läßt sein Motorboot vom LKW mit Kran ins Wasser setzen und tuckert dann los... Weiter östlich ist immer noch eine Wolkengrenze am Himmel zu sehen; später hören wir im Radio, dass es dort ( z.B. auch in Brandenburg und auf Rügen ) gewittert und heftig regnet. Im Fischgeschäft am Hafen kaufen wir den wunderbaren dänischen Sild => heute Abend gibt es Labskaus; gegessen wird wieder im Cockpit in schöner Abendsonne - wer weiß, wie lange das noch möglich ist.
                                                                                        16sm  



 8.8.

Start 9.35 h, Wind WSW 2-3 Bft, Regen (!). Alles ist grau in grau, Sicht diesig. Wir segeln mit 4-6 Knoten gen Süd, zwischen Langeland und Fünen. Um 11.30 h nähern wir uns der Ansteuerungstonne ( rot-weiß ) zur betonnten Rinne zwischen Tåsinge und Langeland. Hier beginnt das Flachwassergebiet zwischen den diversen Inseln bis Ærö im Süden und nur auf einzelnen gekennzeichneten Fahrwassern kommt man hier problemlos durch. Um 11.53 h unterqueren wir die Brücke bei Rudkøbing, die Langeland über Tåsinge mit Fünen bei Svendborg verbindet. Viele Boote sind unterwegs, man kommt sich fast vor wie auf einer Autobahn und muß auch auf die entgegenkommenden achten. Der Wind ist weniger geworden und wir haben den Motor zusätzlich zum Großsegel angestellt, die Genoa eingerollt. Die Strömung ist kräftig, doch günstig für uns, da sie "mitläuft". Als wir zur "Ecke" der Rinne nach Ærø kommen, hört es endlich auf zu regnen; wir rollen jetzt auch das Großsegel ein, denn der Wind ist gegenan und das Segel zieht nicht mehr mit. Die Fähre von Marstal nach Rudkøbing kommt uns entgegen - die ist also "aus dem Weg" als wir in Marstal einlaufen. Fest im Hafen um 13.30 h, Boxenplatz; es ist reichlich Auswahl an Liegeplätzen vorhanden. Später regnet es wieder, der Himmel wird bedrohlich dunkel - könnte gewittrig werden - doch ganz langsam verzieht sich die Front = "Insellage ?". Der Hafen füllt sich schnell: sehr viele deutsche Boote laufen ein, davon etliche Charterboote, die aus Süden kommen, da am Wochenende wieder neue Besatzungen gestartet sind. Auch Holländer sind vermehrt vertreten, die auf dem Rückweg sind und von hier günstig nach Kiel bzw. zum Nordostseekanal weiterziehen um in die Nordsee zu kommen.
                                                                               22,5 sm 


 9.8.

Marstal gehört zu den Spitzenreitern unserer Lieblingshäfen, deshalb legen wir hier gerne, wenn möglich, zusätzliche Hafentage ein. Heute gönnen wir uns auch 'mal wieder ein üppigeres Frühstück mit knackigen "spanske" Brötchen und "Wienerbrød". Harald baut die Kuchenbude auf, weil der kräftiger gewordene Wind unangenehm ins Cockpit steht. Der Himmel ist bedeckt, doch erste Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die Wolkendecke. Nachdem die meisten Boote wieder abgelegt haben, ist es friedlich und ruhig und die Kinder haben jetzt Gelegenheit, ungestört mit dem Schlauchboot herumzupaddeln oder sich von Papa chauffieren zu lassen. Bei uns an Bord ist heute Zeit für großes Reinemachen und Pusselarbeiten. Ab dem frühen Nachmittag werden die Liegeplätze wieder zügig belegt, der Hafen ist heute noch etwas voller als gestern. "Hafenkino" sorgt für Kurzweil: Der Wind hat gedreht und inzwischen ist lebhafter Seitenwind beim Anlaufen der Boxen angesagt = Sehleute können bei den verschiedensten Anlegemanövern zuschauen ( oder lieber wegsehen ? - wie war das noch mit Luv- und Leepoller ? ). Es ist sonniger geworden, deshalb sind die vorhandenen Grillplätze schnell belegt bzw. ist es angebracht, seinen eigenen Grill mitzubringen.


10.8.

Der Wind hat gedreht und kommt jetzt aus südlicherer Richtung; über uns ein wolkiger Himmel, der langsam auflockert; der Wind nimmt etwas zu. Wir spazieren durch den Ort = immer wieder schön, denn es ist so, als ob man sich in einem Puppenhaus befände: kleine bunte alte Häuser aus vergangenen Zeiten mit z.T. schiefen Dächern, geschmückt mit Blumen, besonders Stockrosen, die in jedem kleinen Erdfleck vor den Häusern sprießen, obwohl sonst Kopfsteinpflaster dominiert. Die moderneren Häuser stehen mehr zum Landesinneren, doch hier zur Wasserseite ist noch das "alte Marstal" zu sehen, das früher berühmt war für seine tüchtigen und guten Seeleute, die mit den vielen Frachtseglern, die damals den Hafen füllten, in die wirklich weite Welt fuhren. Bei "Super Brugsen" besorgen wir einige Kleinigkeiten, und während Heidrun sich der Obst- und Gemüseabteilung widmet, schnabuliert Harald an den verschiedenen "Smagprøve" ( Kostproben ), die mundgerecht bereitstehen: unterschiedliche Melonenarten, Datteln und Weintrauben. Zurück an Bord - jetzt ohne Kuchenbude - ist im sonnigen Windschatten der Sprayhood dann Lesestunde angesagt bzw. Bereitstehen für Neuankömmlinge, denn der kräftige Wind macht das Anlegen wieder etwas beschwerlicher - und an unserer Steuerbordseite sind noch einige Plätze frei. Und richtig: zwei Einhandsegler mit kleineren Booten legen sich dorthin - Harald nimmt die Leinen an -, später dann noch "SY Catchup" mit Angelika und Andreas aus unserem Verein, die sich neben uns legen, jedoch vorher noch "durch" die Luvleine des Nachbarschiffes geführt werden muß. Der Himmel bezieht sich,die angekündigte Wetterfront mit Regen und Gewittermöglichkeit nähert sich. Nach dem Abendessen kommen die Beiden zu uns an Bord; kurz danach dockt das Schlauchboot mit Inken und Christian an, auch SCB ( liegen einen Steg weiter ), und steigen von achtern in unser Cockpit. Es gibt viel zu erzählen.


11.8.

Der Regen der Nacht bleibt bis zum frühen Vormittag, dazu kräftiger Wind aus SW-W. Der Seewetterbericht gibt Böenwarnung: bei aufkommenden Gewittern bis zu 7 Bft; Schauerböen sowieso. Vom Gewitter bleiben wir verschont, doch tagsüber sind immer wieder kräftige Regenschauer, so dass keine Lust besteht, sich vom Schiff weg zu bewegen - wie bei anderen auch. Erst im Laufe des späteren Nachmittags lockert der Himmel auf, Sonne zeigt sich zwischen den Wolken, der Wind wird etwas weniger, bleibt jedoch böig. Zeit zum lesen und im Internet surfen.


12.8.

Die Sonne geht glutrot auf => oh,oh, das gibt Regen! Wir starten nach dem Frühstück um 7.45 h, Wind aus östlicher Richtung um 2 Bft, Himmel bedeckt. Nachdem wir die Rinne unter Motor passiert haben: Segel ausrollen, Kurs: Kiel. Anfangs laufen wir zwischen 3-4 Knoten, der Himmel wird immer dunkler. Dann kommen die ersten Schauerböen, dazu kräftiger Regen, und wir rauschen los, mit 6, dann 7-8 Knoten. Um 10.55 h springt unser Meilenstandsanzeiger auf 15.000 Meilen um! ( Anzeige aller Schiffsmeilen von Anfang an ). Foto hiervon ist nicht möglich, weil es gerade wieder besonders stark schüttet und wir fast 9 Knoten laufen bei Ost 6 Bft. Um 12.45 h begrüßen wir den Leuchtturm Kiel querab und nehmen Kurs in die Kieler Förde. 13.52 h dann Leuchtturm Friedrichsort passiert, der Regen ist etwas weniger geworden. Kurz vor unserem Hafen rollen wir die Segel ein und motoren zum Liegeplatz. Fest um 14.20 h = auf dem Nachbarplatz, weil ein anderes Schiff auf unserem Platz liegt und unser Vereinskollege noch im Urlaub ist.Vermutlich kommt der "Fremdlieger" morgen zu seinem Schiff....
                                                                          35 sm


13.8.

Heute ist das Wetter wieder sonniger = gut so, denn wir räumen die urlaubsbedingten Sachen aus und dann ist es schön, wenn die Dinge trocken ins Auto gepackt werden können. Danach "klar Schiff" machen. Das dauert alles seine Zeit und als wir am frühen Nachmittag fertig sind, kommt der Eigner des "Fremdliegers" mit seiner Frau und sie verholen ihr Schiff auf einen anderen Platz. Nun müssen wir unser Schiff nur noch nach "nebenan" verlegen; danach können wir nach Hause fahren. Für die nächste Zeit ist weiterhin wechselhaftes Wetter angesagt und das können wir auch in Hamburg abwarten. Die Autofahrt ist problemlos - ohne Stau, obwohl Freitag ist - und bald kann die erste Waschmaschinenfüllung gestartet und die mitgebrachten Dinge verstaut werden.

27.8.

Leinen los um 13.55 h, wir motoren heute in den SCB-Clubhafen in Düsternbrook / Kiel, um einen guten Liegeplatz für unser dickes Schiff im relativ kleinen Becken zu ergattern. Es ist trübe, windig und es regnet. Nach einer knappen halben Stunde laufen wir in den Hafen ein; fest um 14.25 h, längsseits an der Außenmole. Morgen wird hier die neue Segelyacht von Dörte und Felix getauft und da mit weiteren "Gastliegern" zu rechnen ist, haben wir jetzt noch die Auswahl eines Platzes genutzt. Es bleibt regnerisch, deshalb bauen wir die Kuchenbude auf, damit das Cockpit geschützter ist und man auch gleich die nassen Jacken hier ablegen kann. Am späten Nachmittag trifft auch der "Täufling" aus Stickenhörn ein, für den ein Festlieger-Platz freigemacht worden ist. Dörte, Felix und ihre "Mädels" sind dann mit den Vorbereitungen für Morgen im Clubheim beschäftigt, das bei dem derzeitigen Wetter der ideale "Partyraum" sein wird. Gegen 19.00 h kommt plötzlich die Sonne heraus und es ist windstill !!?... Ein sehr schöner Abend versöhnt mit dem heutigen Wetter.
                                                                                    3 sm 

28.8.

Ein zauberhaft sonniger Morgen, zwar mit frischen Temperaturen ( Heizung läuft ) aber strahlend und einladend für den neuen Tag. Etliche Jogger sind hier am Hindenburgufer - d i e  Promenade von Kiel - unterwegs und um 9.30 h zieht langsam die Colorline "Fantasy" aus Oslo an unserem Hafen vorbei zu ihrem Fähranleger am Ostufer der Kieler Förde. Zwar gibt es später kurze Schauer, doch es bleibt davor und danach freundlich. Um 16.00 h soll die Schiffstaufe beginnen, doch ein Regenschauer treibt die Festgäste erst 'mal ins Trockene; danach kann es losgehen: die neue "Festina lente" ( Faurby 396 ) wird stilvoll und mit einem netten Scetch getauft. Danach dann Essen, Getränke sowieso, und Schiffsbesichtigungen. Ein sehr launiger Nachmittag / Abend für viele Gäste. Uwe und Renate aus Hamburg übernachten bei uns an Bord.



29.8.

Relativ zeitiges Aufstehen, denn gemeinsames Frühstück der im Hafen übernachteten Gäste ist angesagt. Felix hat für frische Brötchen gesorgt, der "Rest" wird zusammengelegt. In großer Runde ein sehr kurzweiliges Frühstück im Clubheim; die Sonne scheint (noch) durch die Fenster. Nachdem alles wieder aufgeräumt und sauber gemacht worden ist, gehen wir an Bord, um vor dem angesagten "großen Regen" das Schiff in seinen Heimathafen zurück zu bringen. Leinen los um 12.25 h, es bläst mit ca. 5 Bft, böig, jedoch aus SW-W = günstig! Doch das kurze Stück zurück motoren wir wieder; fest in Stickenhörn um 12.55 h. Schiff aufklaren, Sachen einpacken und zurück nach Hamburg. Auf der Autobahn fahren wir dann in den angekündigten "ergiebigen Regen" hinein, der auf dem Weg nach Norden ist.....
                                                                               3 sm


9.10.

Gestern Nachmittag sind wir an Bord eingetroffen. Harald hat dann schon das Vorsegel abgenommen und eingepackt und weitere Vorbereitungen getroffen, denn heute soll der Mast gezogen werden. Bestes Wetter: blauer Himmel, östlicher Wind, 4-5 Bft, böig. Wir motoren zum Ostufer der Kieler Förde, nach Ellerbek ( Winterlager ). Der Hafen ist erwartungsgemäß noch voll belegt, wir gehen längsseits an ein "einheimisches" Schiff um nun das Großsegel und den Baum abzubauen usw. .. Momentan liegt noch ein anderes Schiff unter dem Mastenkran, doch die Mannschaft ist gerade fertig, als wir nun auch soweit sind. Das paßt gut! Wir verholen das kurze Stück dorthin und richten unser Schiff in die richtige Position zum Kran aus. Heute geht unser Segelclub an Land und so sind  die Helfer "griffbereit". Mit vereinten Kräften wird der Mast langsam aus dem Schiff gezogen; Heidrun absolviert ihr heutiges Fitneßprogramm an den Kran-Kurbeln.... Es klappt alles gewohnt gut und der Mast wird vorerst auf die bereit gestellten Böcke abgelegt. Nun kann Harald das Rigg, die Funkantenne, Flaggenleinen usw. abbauen. Dann wird der Mast mit wieder vielen kräftigen Armen auf den Mastenwagen umgepackt und ins Mastenlager gefahren. Danke, "Jungs" !! Nachdem alles aufgeklart ist, motoren wir wieder zur Westseite nach Düsternbrook in den Haupthafen unseres SCB, denn hier ist jetzt genügend Platz. Kaffeepause im sonnigen Cockpit! Am Hindenburgufer, d i e  Promendade in Kiel, ist Menschengwühle: ein Spaziergang bei diesem schönen Altweibersommertag am Wasser entlang ist heute der Hit. Am Abend dann Kleidungswechsel: Arbeitsklamotten gegen "feines Tuch" = Einladung zur Geburtstagsfeier. Schönes Essen, schöner Abend.




10.10.

Wieder ein prachtvoller Tag! Nach dem - etwas späteren - Frühstück räumen wir noch etliche Dinge aus dem Schiff und packen wieder unser Auto voll. Wir werden jedoch vor dem Aufslippen am 30. Oktober noch weitere Transporte machen müssen; es ist schon erstaunlich, was alles so in unser Schiff geht... Nun wird unser Häuschen wieder voll.

29.10. - 1.11.

Die vergangenen Tage waren "wettermäßig" abschreckend gewesen; nicht nur feucht, sondern auch sehr stürmisch. Der Wettergott hat jedoch ein Einsehen mit uns und gönnt uns noch zwei letzte "goldene Oktobertage"! Am Freitag fahren wir zum Schiff und motoren mittags hinüber zum Ostufer der Förde, in den Hafen der "Ellerbeker". Eine letzte Nacht dieser Saison noch an Bord, dann ist es am Samstag soweit = früh aufstehen: Aufslippen an Land. Als zehntes Schiff sind wir an der Reihe = gegen 10.30 h steht "Viking" im Lagerbock an Land. Nun können wir die letzten Sachen ausräumen, denn die Segelsaison 2010 ist definitiv abgeschlossen. Am Nachmittag ein letztes Kaffeetrinken mit Edelgard, die uns mit einem Kuchenpaket besucht, dann: einpacken und nach Hamburg fahren, bei beginnendem  Regen - was hatten wir für ein Glück heute gehabt! Nachdem das volle Auto ausgeräumt ist, ist wieder Platz, denn Harald fährt am Sonntag wieder nach Kiel, um den Motor und die Wasserleitungen durchzuspülen und mit Frostschutzmittel winterfest zu machen. Für die Rückfahrt werden die Polster ins Auto geladen, damit sie nicht in der feuchten Luft an Bord Stockflecken bilden. Am Montag baut Harald das Gerüst für die Winterplane und deckt das Schiff ab. Nun sind die wichtigsten Arbeiten erledigt, falls das Wetter umschlagen sollte. Zu Hause ist die Waschmaschine der momentan wichtigste Mitarbeiter, denn die Textilien und Leinen werden alle gwaschen, um frisch und ohne "Salzluft" für die nächste Saison verstaut werden zu können. Hoffentlich wird der Winter nicht so lange, wie er letztesmal gewesen war!