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Schiff und Crew
Schiffsbilder
 


2. 4.
Abslippen: Um 10.50 h setzt der Kran unsere "Viking" wieder in ihr Element! Heute ist fast ein Sommertag: 24°C, blauer Himmel, leises Lüftchen. Alle Bootsleute sind bei bester Laune und ohne  Probleme und zügig gelangen alle Schiffe ins Wasser, so dass gegen 13.00 h das Abslippen beendet ist. Am Nachmittag transportieren die starken Männer unseren Mast aus dem Mastenlager auf die Arbeitsböcke beim  Mastenkran, damit Harald alles schön säubern und polieren kann, um dann das Rigg, die Lampen usw. anzubringen, denn für Morgen ist Regenwetter angesagt! Gründliches arbeiten dauert seine Zeit und bis alles getan ist, ist bereits früher Abend. Also: Morgen den Mast setzen. Erste Übernachtung der Saison an Bord; es ist schon ziemlich gemütlich unter Deck.


3. 4.
Es regnet planmäßig! Nach dem Frühstück hört es langsam auf und bleibt vorerst trocken = d i e  Gelegenheit, den Mast zu setzen. Wir fahren das Schiff zum Mastenkran und gemeinsam mit Michael von der SY "ma belle" hieven wir dann den Mast in seine Position, bis er gut und fest steht. Jetzt noch die Wanten, das Vor- und Achterstag befestigen; das war's. Vielen Dank, Michael! Um 12.oo h liegen wir wieder in der ursprünglichen Box im Ellerbeker Hafen. Danach werden der Groß-und Spinnaker-Baum  befestigt, die Segel angeschlagen und eingerollt usw. Bis auf einen kurzen Regenschauer zwischendurch bleibt es trocken und wir beschließen, heute noch das Schiff auf unseren Liegeplatz in Stickenhörn / Friedrichsort zu überführen. Kurz nach 17.00 h starten wir den Motor; fest in Stickenhörn: 18.oo h. Wir "eröffnen" unsere Liegereihe im Hafen, denn die anderen Segelvereine kommen erst ab nächsten Samstag. Dörte und Felix kommen direkt von ihren Bootsarbeiten um nachzusehen, ob wir schon da seien = Dörte fährt Harald dann mit dem Auto zum Ostufer zurück, um unser Auto nachholen zu können; danach sitzen wir noch gemeinsam bei uns an Bord.                                                             3,05 sm



4 . 4.
Bedeckter Himmel, aber trocken: Heidrun säubert das Schiff mit dem Hochdruckreiniger: Arbeit mit sofort sichtbarem Erfolg! Derweil liegt "Schlangenmensch" Harald unter der Pantry-Spüle, weil die Druckwasserpumpe ihren Geist aufgegeben hat und kein fließendes Wasser mehr liefert... Die Pumpe wird ausgebaut, untersucht, gereinigt, doch nichts passiert. Sie hat nach 10 Jahren ihren Dienst quittiert. Harald fährt zum Pumpenspezialisten und bestellt eine neue Pumpe; in ca. 2 Tagen wird sie da sein. Wir packen unsere Sachen ein und fahren nach Hause, denn das Wetter soll wieder schlechter werden und auf "ohne fließendes Wasser" haben wir auch keine Lust.

 8. 4.
Lt. telefonischer Mitteilung ist unsere Pumpe eingetroffen und weil die Firma am Samstag geschlossen hat, müssen wir heute, Freitag, bereits nach Kiel fahren, um die Pumpe abzuholen und einzubauen. Sturmböen fegen über Norddeutschland; schon auf der Autobahn muss man achtsam steuern. In Stickenhörn tobt es noch stärker, graue Wolken fliegen am Himmel. Auf unserm Liegeplatz schieben wir Lage in der Box und Harald muss sich gut unter der Spüle verkeilen, um die neue Pumpe einzubauen: Hat er gut gemacht, denn danach fließt das Wasser wieder durch die Leitungen und wir müssen genau hinhören, ob die Pumpe an ist, denn diese ist wesentlich leiser!

 9. - 11. 4.
Hatten wir gestern Sturm? Heute: Blauer Himmel, kaum Wind, es soll über 23°C warm werden ( ..."an der Küste etwas kühler..." ). Wunderbares Wetter um Außenarbeiten ( ohne Jacke! ) zu erledigen bzw. ein kurzes Sonnenbad einzunehmen. Etliche Schiffe nehmen dieses Wochenende ihre Liegeplätze ein, wir sind nicht mehr so einsam. Am Sonntag treffen auch Vereinskollegen ein, u.a. auch Dörte und Felix. Unser Abendessen nehmen wir gemeinsam mit Kieler Freunden bei uns an Bord ein und später schauen sich die Beiden den Reisebericht unseres diesjährigen "Winterurlaubs" in der Dominikanischen Republik an.  Am Montag - immer noch schönes warmes Wetter - verlassen wir gegen Mittag das Schiff, weil wir zu einem Geburtstagsessen bzw. später Kaffe + Kuchen in Kiel fahren; danach zurück nach Hamburg.

7. - 8.5.
In den letzten Wochen waren wir immer 'mal wieder ein bis zwei Tage an Bord, um das Schiff weiter einzuräumen und die "to-do-Liste" abzuarbeiten. Die letzten Pusselarbeiten sind nun "elektrischer Art": Das Funkgerät war defekt, zwischenzeitlich zur Reparatur, doch nach dem Einbau konnten wir immer noch nichts empfangen bzw. senden. Also hat Harald die Abdeckung über dem Navigationstisch abmontiert und sich dem dahinter liegenden Kabel-Wirrwar gewidmet. Die Gelegenheit war günstig, deshalb werden auch gleich die Kabel für die Lautsprecher im Salon ( Wackelkontakt ), danach diejenigen für die Außenlautsprecher   ( nur einer spielte ) untersucht. Nach langwierigen Untersuchungen ( !! ) hat er a l l e  Schwachpunkte gefunden: z.B.: lockere Verbindungen, Beschädigungen usw. ; mit dem Ergebnis, dass all dies wieder funktioniert - er ist halt doch "ein pfiffiger, handwerklich begabter Macher"! Die leere Gasflasche wurde auch ausgetauscht und der Dieseltank ist jetzt  wieder voll. In der ganzen letzten Zeit: üppiger Sonnenschein, die Temperaturen dabei  'mal kalt, dann auch warm, aber auch: viel Wind mit stürmischen Böen aus heiterem Himmel! Nun sind wir jedoch bereit für den ersten kleinen Törn, ca. 7-10 Tage und wollen in Kürze starten.                                                                                                                                



12. - 15. 5.
Am Spätnachmittag treffen wir an Bord ein, beladen mit Speis' und Trank für die kommende     Woche, in der wir segeln wollen - doch wir hegen bereits die Befürchtung, dass  wir "schlechte Karten haben". Auch das Abendessen "beim Griechen" stimmt uns nicht heiterer, die Wetterprognosen sind entmutigend: für die nächsten Tage ist reichlich Wind angesagt, viel Regen, dazu Schauerböen mit Böen-Warnungen von 7-8 Bft. Das geplante Treffen mit SY "Festina lente" wird kurz entschlossen gecancled, wir bleiben alle im Hafen, denn Besserung ist nicht in Sicht. Gegen Sturmböen und Regen bauen wir die Kuchenbude auf, es ist empfindlich kühler geworden. Am 14.5. - Heidruns Geburtstag - schmückt der Skipper das Schiff mit dem Flaggensatz über die Toppen = trotz grauen Himmels bei wenig Wind ein schöner Anblick! Den Frühschoppen lassen wir uns mit Dörte und Felix (" Festina lente")  bei uns an Bord munden und Heidrun darf schöne Geschenke auspacken. Gegen Abend kommen dann noch Freunde aus Kiel zu uns. Der Grillabend findet nun unter Deck statt, gebruzzelt wird auf dem mitgebrachten Tischgrill, die Heizung rundet das Klima ab. Ein vergnüglicher Abend in fröhlicher Runde.  Am Sonntag regnet es wieder, der Wind legt wieder zu, die Böen auch. Laut Seewetterbericht soll dieses Wetter vorerst so bleiben = wir beschließen deshalb, einzupacken und nach Hause zu fahren.



27.+ 28.5.
Wir sind nur aus "praktischen Gründen" an Bord ( kein Segelwetter! - Starkwind mit Sturmböen + Regen ), um Haralds Geburtstag mit der Familie in Kiel nachzufeiern und danach an Bord zu übernachten. Außerdem müssen wir warme Kleidung ( Fleece-Jacken, dicke Jacken, warme Unterwäsche usw. ) mit nach Hause nehmen, denn in wenigen Tagen werden wir unseren diesjährigen - ganz anderen - Sommertörn starten: Mit dem Auto zu den Lofoten/Norwegen! Im letzten Sommer entstand diese Idee, als wir die norwegische Verwandtschaft in Jyllinge/Dänemark anläßlich einer Geburtstagsfeier getroffen hatten und uns Cousin Harald und seine Frau Ingvild aus Oslo gefragt hatten, ob wir nicht 'mal gemeinsam in der Hütte eines anderen Cousins ( den wir noch nicht kennen ) auf den Lofoten Urlaub machen wollen.... Das machen wir nun!! Nach verschiedenen Überlegungen hinsichtlich der An- und Rückreise haben wir uns dafür entschieden, mit dem Auto zu fahren und die Reisewege schon als "sightseeing-tour" zu absolvieren: mit vielen Stopps entlang der schwedischen Ostküste gen Norden bis ca. Lulea, dann Richtung West über Narvik auf die Lofoten, wo wir dann Cousin Harald und Ingvild treffen werden ( ca. 20./21.6.). Den Rückweg nehmen wir entlang der norwegischen Küste bis vermutlich Kristiansand, von dort mit der Fähre nach Dänemark und weiter gen Süden nach Hause. Auf vielen Campingplätzen gibt es Hütten zu mieten, wo wir übernachten werden; die entsprechenden Campingführer haben wir uns besorgt. Nachfragen unserer "Leser", ob wir diese Tour nicht auch hier veröffentlichen könnten - auch wenn es "nur eine  A u t o tour" sei, haben uns animiert, der Bitte nachzukommen. Also, liebe Interessierte: Ihr könnt uns auch auf diesem Weg "begleiten"  = Je nach Internet-Verfügbarkeit wird es Lesestoff + Fotos wie gewohnt geben! 


* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

         Mit dem Auto zu den Lofoten und zurück


 1. 6.

10.00 h Abfahrt der TT-Line "Peter Pan" in Travemünde mit Ziel Trelleborg / Schweden - und wir fahren mit!  Die Sonne scheint, doch es ist sehr windig: die Wellenkämme tragen alle Schaumköpfe. Das Auto ist im Bauch des Schiffes geparkt und wir suchen uns ein möglichst windgeschütztes Plätzchen auf dem Sonnendeck. Später verlagern wir uns ein Deck tiefer auf das Außendeck in einer Ecke und hier ist es sehr gut auszuhalten. Etliche Wohnwagen-  und Wohnmobil- Besatzungen sind unterwegs, doch das Schiff ist nicht voll ausgebucht. Für uns Segler ist es doch wieder faszinierend, wie schnell der Weg nach Trelleborg absolviert werden kann: Gegen Mittag erblicken wir in der Ferne die Werftkräne von Rostock, um 15.00 Uhr fahren wir an den Kreideklippen von Møn / Dänemark vorbei. Pünktlich nach siebeneinhalb Stunden, also um 17.30 h, legen wir in Trelleborg an. Die Entladung der Autos verläuft zügig und entspannt und wir schlagen den Weg nach Ystad ( "Wallanders Stadt" ) ein, knappe 50 km entfernt. Wir fahren auf der Küstenstraße und werden sofort auf die schöne schwedische Landschaft und die propperen Häuschen in gepflegter Umgebung eingestimmt. Der Raps ist noch zartgelb, der Flieder steht in voller Blüte, wie auch die anderen Frühlingsblumen in den Gärten. Die langsam schwächer werdende Sonne wirft auf alles einen goldenen Schimmer; dazu auf der rechten Seite  immer 'mal wieder ein Blick auf das blaue Wasser der Ostsee. Kurzer Stopp in Abbekås, weil wir uns den kleinen Hafen ansehen wollen, an dem wir so oft schon vorbei gesegelt sind; dann auch den Yachthafen in Ystad, wo ein Teil der alten Stege gegen neue Schwimmstege mit Auslegern ausgetauscht worden sind und andere Neuerungen zu sehen sind. Wir fahren weiter zum Ostrand der Stadt, denn kurz danach erreichen wir unser heutiges Tagesziel: Sandskogencamping. Ein großer Campingplatz, auch mit vielen Festplätzen, umgeben von Kiefernwald. Wir mieten eine einfache Hütte für die Übernachtung = eine kleine Puppenstube ( 10 qm ) mit zwei Etagenbetten, Kühlschrank, Wasserkocher, Geschirrschrank, Tisch + Stühle; davor eine kleine Terrasse mit Tisch und Gartenstühlen ( 450,- SEK - ca. 45,-Euro ). In der Nähe die Sanitärräume und ein Gemeinschaftshaus mit Küche, Esstischen u.ä.. Wir essen jedoch nur kaltes Abendbrot auf unserer Terrasse, weil wir bereits auf der Fähre Mittagessen und Kaffee + Kuchen  verspeist haben. Zum Schlafen nehmen wir unser mitgebrachtes Bettzeug, auf die vorhandenen Matratzen unsere Spannbettlaken. Den heutigen schönen Urlaubsauftakt krönen wir noch mit 1, 2 ...Glas Rum, bevor wir müde in die Kissen fallen.
                                                                                                           138 km



 2. 6.
Lautes Vogelgezwitscher und strahlender Sonnenschein sind ein guter Start in den Tag! Die  Morgenroutine muss sich jedoch erst neu einspielen: Morgenwäsche im "großen Haus", Frühstücksabläufe noch etwas durcheinander ( wo ist was verpackt, evtl. noch im Auto? ); doch wir sind zuversichtlich. Zum Abschluß noch die Hütte ausfegen, alles sauber und ordentlich verlassen; um 10.30 h sind wir startbereit im Auto. Wir lernen Schonen von einer neuen Seite kennen: sanfte Hügel auf dem Weg Richtung Kristianstad. Wir bevorzugen die als landschaftlich besonders schön gekennzeichneten Strecken und werden nicht enttäuscht. Heute ist Himmelfahrt, auch hier ein Feiertag, deshalb für viele Schweden ebenfalls ein langes Wochenende. Beim Stopp z.B. in Åhus an der Hanöbucht sehen wir Jung und Alt  flanieren, Eis essen ( es ist inzwischen 24°C warm ) bzw. wird noch an vielen Booten im Wasser gearbeitet, denn die Segelsaison beginnt hier etwas später als bei uns. Weiterfahrt gen Norden nach Småland. Viele Wälder, abwechselnd Mischwald und dichter Tannenwald, gute Straßen, kaum Verkehr, oft Seen rechts und links der Straße = wunderschön! Das Land wird allmählich höher, felsiger, mächtige Felsbrocken liegen in den Wäldern oder sind am Straßenrand zu sehen. Am Nachmittag erreichen wir das "Glasriket" (Glasreich ) in Småland mit zahlreichen Hinweisen auf die Glashütten dieser Gegend und Glasgalerien. Um 16.30 h ist unser Tagesziel erreicht: Kosta - Bad & Camping. Wir buchen eine (wieder) einfache Hütte, denn die wenigen Hütten mit Bad sind bereits ausgebucht, diesmal für drei Nächte, denn hier ist unser Ausgangspunkt zum Besuch einiger Glashütten; mit Kosta fangen wir Morgen an. Unsere Hütte heute ist etwas größer und anders aufgeteilt,aber auch noch mit Kochplatten, und wieder mit einer kleinen Terrasse, wo wir unser Essen einnehmen: mitgebrachten Kartoffelsalat und heiße Würstchen. Als Dessert: letzte Äpfel aus dem Alten Land.
                                                                                                          273 km  



 3. 6.
 Um 10.30 h fahren wir die kurze Strecke zur Glashütte Kosta. Ein großes Gelände, auf dem mehrere Häuser stehen, u.a. ein kleines Kosta-Museum, Ausstellungsräume, ein Bistro für Besucher, und natürlich die Glashütte. Hier wird gerade ein farbenprächtiges Kunstgebilde hergestellt, das immer wieder geformt, erhitzt und weiter bearbeitet wird, bis es komplett ist und von der Glaspfeife gelöst werden kann, um dann in Ruhe abzukühlen. Viele namhafte Künstler haben Glasprodukte creiert, doch der Glasbläser muß dies dann praktisch für den Verkauf umsetzten, deshalb ist er in unseren Augen ebenfalls ein Künstler! Heute ist jedoch nur die "Notbesetzung" der Glasbläser anwesend, die anderen haben wohl langes Wochenende. In einem anderen Gebäude ist ein riesiger Kosta Boda Outlet-Shop, in dem die Ware zu Fabrikpreisen gekauft werden kann, 2.Wahl noch günstiger. Fast jeder wird schwach und kauft etwas - wir natürlich auch. Nebenan ist noch ein Outlet mit Orrefors Artikeln, die einen eleganteren Stil präsentieren; außerdem noch ein Outlet von Ittala.Wir fahren danach ca. 22 km direkt zu Orrefors, doch die Glashütte ist heute geschlossen und der Kristallshop kann uns nicht Neues bieten.Wir fahren weiter durch die waldreiche Gegend unter wolkenlosem Himmel, ca. 25°C warm! Diese Gegend hier in Småland erfüllte Ende des 19.Jahrhunderts die Voraussetzung für die größer werdende Nachfrage nach Glasprodukten und somit für die Entstehung neuer Glashütten: viele Wälder ( Brennholz für die Glasöfen ) und die vielen Seen ( daraus Sand für die Glasherstellung, die Wasserkraft für die Schleifer ). Wir sind entzückt über diese Natur mit dem Farbenspiel der grünen Bäume und der blauen Seen. Nach ca. 20 km sind wir in Nybro, wo wieder ein ganz anderer Stil präsentiert wird: mehr "praktische" Gegenstände für den schönen farbigen Alltag. Nicht weit davon entfernt ist die Glashütte Pukeberg, spezialisiert auch auf farbenprächtige hübsche Figuren. Auf dem Rückweg nach Kosta kommen wir an Boda vorbei, doch hier ist heute geschlossen. Bei Åfors, einer modernen Glashütte, gibt es Glaskunst: faszinierend, doch Geschmacksache. SEA Glashütte konzentriert sich auf Gebrauchsgegenstände in schöner Form und Farbe. Danach fahren wir zu unserer Hütte zurück; im Schwimmbecken des Campingplatzes herrscht reges Treiben ( Wasser auf 20°C geheizt ). Wir lassen die beeindruckenden Ansichten des Werkstoffes Glas in uns nachklingen, schauen uns dazu die mitgebrachten Prospekte an und entspannen in milder Abendluft.
                                                                                                   100,7 km 



 4. 6.

Start um 9.50 h: Glasreich, 2.Teil. Zuerst nach Skruv, etwas südwestlich von Kosta, auf der Landstraße mit - natürlich -  viel Wald, jedoch auch Mini-Dörfern mit hübschen typischen Schwedenhäusern. Diese Glashütte hat sich hauptsächlich auf die Herstellung klaren Glases spezialisiert, d.h. also, viele Trinkgläser, Karaffen, Schalen u.a.. Doch auch farbenfrohes Glas ist im Angebot, z.B. Dekorationsgegenstände. Ca. 12 km entfernt Richtung Osten ist Johansforshyttan. Farbintensives Gebrauchsglas, die berühmten unterschiedlichen Äpfel in Originalgröße aus Glas, außerdem Karaffen, Schalen und Vasen mit "Spritzern" in klaren Farben oder Pastelltönen. Dann fahren wir Richtung Nordost an Orrefors vorbei, nach Målerås. Mats Jonasson, wie wir lesen, ist der Elite-Künstler dieser Glashütte und gehört zur Weltklasse seiner Zunft. Sehr eigenwillige, jedoch faszinierende und beeindruckende hohe Kunst der Glasverarbeitung, z.T. auch in Verbindung mit Metall. Typisch z.B.: Gesichter in "Glasbildern", auf originellen Trinkgläsern, Vasen und in Schmuck verarbeitet. "Magie in Kristall" ( wie die Broschüre "Glasriket" dies beschreibt ). Weil heute Samstag und langes Wochenende ist, sind alle Glasbläsereien nicht in Betrieb, die Shops haben jedoch geöffnet... Zurück in Kosta bummeln wir durch das Outlet-Center gegenüber der Glashütte, wo Markenartikel verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Produkten angeboten werden. Hier drin ist auch ein "Gemischtwarengeschäft", in dem Heidrun einen preiswerten Fön kaufen kann, weil ihrer zu Hause vergessen worden ist! Den restlichen Nachmittag - 26°C ! - verbringen wir im Schatten unserer Terrasse. Morgen geht es weiter Richtung Norden.
                                                                                                        100,6 km




  5. 6.

Ein zauberhafter Morgen: Sonnenschein, blauer Himmel, wir wachen vor dem Weckerklingeln auf. Doch wer ist die Fremde, die Heidrun im Spiegel ansieht? Das linke Auge ist ein "Matschauge": Zwei Mückenstiche unter bzw. neben der Augenbraue haben die Haut auf- und das Auge zuquellen lassen !! Gut, dass die Sonne scheint und die Sonnenbrille dies versteckt! Um 9.15 h verlassen wir die wieder ordentliche Hütte ( hej do, Kosta, war schön hier! ) und fahren auf der "28" gen Norden, die dann in die "31" mündet, über Vetlanda. Wieder dichte Tannenwälder, zur Abwechslung auch 'mal Kiefern; die Landschaft wird höher, die Straße wurde mitunter durch die Felsen gesprengt, so dass der Granit in z.T. mächtigen Formationen zu sehen ist. In den "Kuhlen" der Berge sind meistens Seen, mal kleiner, dann wieder ziemlich groß. Zwischen Eksjö und Tranås dann mehr Ebenen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Die Fahrpause nach ca. 2 Stunden auf dem Rastplatz Höganloft bietet einen herrlichen Blick über die bewaldeten Berge und den etwas entfernten großen See. Gegen 12.40 h sind wir in Motala am Vättern(see). Parkplatz direkt am Hafen. Hier führt der Göta-Kanal durch die Stadt und führt in den Vättern. Wir warten auf die Brückenöffnung um 13.00 h, doch kein Schiff in Sicht, das durchfahren will! Also gehen wir erst'mal zum Mittagessen am Hafen =  Schweinefilet-Spieß mit Ratatouille und Kartoffelgratin für 98,- SEK ( ca. 10,- Euro ); sehr schmackhaft. Zur nächsten Brückenöffnung um 14.00 h ist wieder kein Schiff zu sehen; die Brücke bleibt deshalb geschlossen - schade! Nach einem kleinen Spaziergang im Umfeld fahren wir ca. 13 km zum heutigen Campingplatz: Vadstena. Die Hütte ist kleiner und ohne Kochplatten und Kühlschrank ( aber mit Fliegengitter für 1 Fenster! ), kostet auch nur 350,- SEK ( für die anderen haben wir 450,- SEK p.N. bezahlt ). Für eine Nacht geht das so. Auf dem sehr großen Campingplatz, direkt am Vättern gelegen, sind viele Festplätze, außerdem zahlreiche Gäste mit Wohnwagen und Wohnmobilen ( langes Wochenende für die Schweden ). Wenige Schritte von uns entfernt ist das neue Service-Haus, in dem u.a. zahlreiche abgeschlossene Duschen sind, auch eine Küche mit Kochplätzen usw. und eine große Spülküche, in der das Geschirr abgewaschen werden kann. Am See genießen wir auf einer Bank die Sonne ( 21°C ), doch der Wind bläst ziemlich kräftig. Einige Schweden baden sogar, wenn auch nur kurz - Wassertemperatur 14°C ! Trotzdem wollen wir es wissen und gehen mit den Füßen ins flache Wasser - das reicht jedoch!! Wir sind eben  k e i n e  Schweden......
                                                                                                    223,4 km




6. 6.

Heute ist noch der Nationalfeiertag der Schweden = also superlanges Wochenende! Nach Rückgabe des Hüttenschlüssels und Kauf eines frischen Brotes im Shop bei der Reception ist es 9.15 h. Wir starten Richtung Motala um nördlich des Motalaström ( Richtung Lingköping ) nach Berg zu fahren, denn hier ist die bekannte Schleusentreppe des Götakanals. Mit insgesamt sieben Schleusen hintereinander wird ein Höhenunterschied von gut 40 Metern überwunden. Wir kommen rechtzeitig an,denn eines der Götakanal-Schiffe ist gerade "in action" bergauf zum Vättern. Die letzten vier Schleusenkammern sind besonders eng und diese Schiffe sind entsprechend so gebaut, dass sie gerade hineinpassen ( Foto leider nicht vorhanden, da dieser Vorgang gefilmt worden ist ). Der Götakanal wurde vor ca. 200 Jahren erbaut, verläuft zwischen Mem an der Ostküste Schwedens bis nach Göteborg / Westküste und gilt als Schwedens gewaltigstes Bauwerk, auf das sie auch sehr stolz sind. Nachdem das Schiff die letzte "Treppe" verlassen hat, legt ein kanadisches Motorboot am Wartesteg ab um nun "bergab" zu schleusen = ein Ehepaar mit drei Kindern zwischen ca. 2 - 8 Jahren. Die starken Schleusenströme zwingen die Besatzung zur höchsten Aufmerksamkeit, damit das Boot nicht an den Schleusenwänden anstößt und dass die Leinen dem sinkenden Wasserstand entsprechend nachgeführt werden - es läuft problemlos. Nach einer guten Stunde fahren wir weiter Richtung Norrköping und biegen dann nördlich auf die "55/56" nach Katrineholm ab. Von hier dann auf der "55" Richtung Uppsala. Von Strängnäs geht die Straße über einige Schären des Mälaren(see) zum anderen Ufer, doch vor Erreichen des Festlandes  fahren wir kurz ab, ca. 1,5 km auf einer Sandpiste, die zum Wasser führt. An einem kleinen privaten Bootssteg mit Sitzbank machen wir Lunch-Pause.im Sonnenschein, 26°C .Frisch gestärkt geht es dann weiter direkt nach Uppsala zum Campingplatz Fyriskov Stugby & Camping, Ankunft 15.30 h. Heute buchen wir eine "Luxushütte" für zwei Nächte, denn Morgen wollen wir uns diese alte Universitätsstadt ansehen. Das Ferienhaus ist "komplett": mit Küchenzeile im offenen Wohnraum, Dusche+Toilette, getrennter Schlafraum und TV. Allerdings steht auf der schönen großen Terrasse kein Tisch, nur Gartenstühle. Weil hier bereits Hauptsaison ist, beträgt der Preis 895,- SEK ( doch Hotels sind wesentlich teurer, besonders in der viertgrößten Stadt Schwedens ). Neben dem Campingplatz ist eine große Bade- und Sportanlage, u.a. auch ein preiswertes Restaurant, wohin wir zum Abendessen spazieren.
                                                                                                        319 km   



 7. 6.

Um 11.00 h fahren wir ins Centrum von Uppsala; ca. 10 Minuten später finden wir einen Parkplatz ( gebührenpflichtig: 25,- SEK pro Stunde ) und steuern zuerst die Touristen-Information an. Nun haben wir einen Stadtplan und die Auskunft, dass in der Staatsbibliothek - nicht weit entfernt - die Möglickeit besteht, kostenlos w-lan Internet zu nutzen. Also machen wir dies zuerst. An der Reception erhalten wir ein Benutzer- und Passwort und können nun die e-mails lesen, Infos einholen und natürlich endlich die Homepage aktualisieren. Danach besichtigen wir die Domkyrka ( Domkirche ), die von jeder Stelle der Stadt zu sehen ist. Hier ist die Residenz des evangelischen Erzbischofs von Schweden. Das im 13.Jh erbaute Gotteshaus ist die größte Kirche Nordeuropas und auch die Grabkirche von u.a. Gustav Wasa. Eine beeindruckende Kirche mit schönen Malereien und kostbarer Ausstattung. Danach fahren wir das Auto auf einen entfernteren Parkplatz ( kostenlos, denn vorher haben wir bereits zwei Stunden bezahlt ) neben einem Bootswinterlagerplatz am Fluß Fyrisån, der die Stadt zweiteilt. Am Fluß entlang dann zu Fuß wieder Richtung Centrum, vorbei am Uni-Sportgelände und -Stadion: die Universität Uppsala wurde 1477 gegründet und ist die älteste Universität Skandinaviens. Lt. Info-Broschüre sollen hier ca. 40.000 Studenten eingeschrieben sein = das merkt man auch: viele junge Leute prägen das Stadtbild, auch auffallend: relativ viele dunkelhäutige. Außerdem extrem starker Fahrradverkehr der Studenten. Wir bummeln durch einige Straßen der Fußgängerzone und nehmen hier auch unser Mittagessen ein. Später dann noch der Weg zum Schloß, das auf der höchsten Erhebung der Stadt (schnauf !) liegt und von König Gustav Wasa im 16. Jh als Festung angelegt worden ist. Von hier oben haben wir einen besonders schönen Ausblick auf die Stadt, besonders bei diesem Sonnenschein ( 28°C ), jedoch mit kräftigem Wind. Im Schloß sind heute einige Museen und Uppsalas Kunstmuseum untergebracht ( Schloßführungen finden erst im Sommer statt ). Es gibt zwar noch wesentlich mehr hier zu sehen, doch das muß dann "nächstesmal" nachgeholt werden. Um 17.00 h ist die Sonne immer noch so hell und grell wie bei uns um die Mittagszeit! Bis ca. 23.00 h ist es hier momentan noch hell, dann erst dämmert es. Die Rückfahrt zum Campingplatz unterbrechen wir kurz vor dem Ziel, um bei "coop" zwei, drei Kleinigkeiten zu kaufen; u.a. endlich 'mal wieder eine - weil  s c h w e d i s c h e - Salatgurke (hatten wir uns seit EHEC bisher nicht mehr getraut ). Gurken werden hier nach Gewicht verkauft: 21,90 SEK pro kg, unsere kostete dann 8,19 SEK. Zurück in der Unterkunft pflegen wir unsere heißen, "rundgelaufenen" Füße.
                                                                                                            9,7 km  





 8. 6.

Weil hier im "Camp" eine Endabnahme der Hütte erfolgt wenn man abreist, war dies um 10.00 h erledigt = .."very good"...- wir haben den deutschen Ruf bestätigt und alles ordentlich, komplett  und sauber hinterlassen. Nachdem wir Uppsala verlassen haben, wählen wir die Straße "288" nach Östhammar zur Küste. Der Himmel ist heute bedeckt und unterwegs fallen sogar einige Regentropfen. Die Landschaft ist sanft gewellt, viele offene Flächen, meist landwirtschaftlich genutzt. Stopp im Hafen von Östhammar : 'mal wieder Seeluft zu schnuppern ist auch schön! Kurz vor der Weiterfahrt spricht uns ein alter Mann mit Hund auf deutsch an - woher, wohin, ja, in Hamburg war er auch schon einige Wochen gewesen - doch dann zieht der Hund an der Leine: gute Reise für uns! Wir fahren weiter Richtung Gävle. Kurz vorher, in Skutskär, weichen wir von der Straße ab und folgen den Schildern "Rödskär", wo wir an einem lauschigen kleinen Hafen gelangen und Mittagspause machen. Danach wieder zurück zur Hauptroute: über Gävle in Richtung Söderhamn, teilweise über die "E 4". In Ljusne liegt unser heutiger Campingplatz: Ljusnefors Camping, Ankunft ca. 15.00 h. Wir buchen wieder eine einfache Hütte ( 400,- SEK ), sehr hübsch im Grünen gelegen und mit Blick aufs Wasser. Ein schöner heller Raum mit Kühlschrank und Kochplatten. Weil es kühler geworden ist, müssen wir die kurzen Hosen gegen lange auswechseln. Die Tagestemperatur liegt heute bei ca. 23°C im Landesinneren, jedoch - wir kennen das ja: "an der Küste etwas kühler", besonders, weil der Wind immer noch "frisch" weht und genau auf unsere Terrasse! Schön, dass es Fleece-Jacken gibt!
                                                                                                              239,7 km



 9. 6.

Der Himmel ist nahezu bedeckt und es ziehen dunkle Wolken auf. Wir sind noch beim Zusammenpacken und Aufräumen, als plötzlich  e i n lauter Donnerschlag zu hören ist und danach kräftiger Regen beginnt. Doch es dauert nicht lange, dann hört der Regen auf, es bleibt bedeckt; 16°C ! Um 10.15 h starten wir Richtung Söderhamn, bleiben jedoch auf der Nebenstraße, weil wir einen Abstecher an die Küste nach Skärså machen wollen, ca. 35 km entfernt. Diesen Tipp haben wir einer Info-Broschüre für diese Gegend entnommen, dem wir nun folgen. Nach Verlassen von Söderhamn führt die kurvenreiche Straße durch besonders schöne Natur: natürlich Wälder, hauptsächlich Tannen und Kiefern, jedoch auch viele lichte Stellen und Wiesen; der Straßenrand ist gesäumt mit üppigem Lupinenbewuchs in blau, rosa und weiß. Und dann: Skärså = ein altes Fischerdorf wie aus dem Bilderbuch! Die roten Häuser gruppieren sich an der Schärenbucht, diejenigen, die direkt am Wasser stehen, haben meistens eine "Bootsgarage" eingebaut. Der Himmel klart gerade auf und die Sonne bringt alles gut zur Geltung. Es ist noch ruhig, Menschen sind kaum zu sehen. Die örtliche Fischräucherei am Wasser ist noch nicht in Betrieb, doch am Haus an der Straße steht ein Kühlschrank mit dem Hinweis, dass hier Fisch zu kaufen ist: eingeschweißter geräucherter Lachs, Bücklinge u.a.befinden sich hier drin, jeweils mit Preisangabe und einer Box, in die man das Geld dafür legt! Wir entnehmen ein Lachsstück, Geld in die Box, das war's = wie schön, dass es so etwas noch gibt ( wie z.B. auch auf Tunø in Dänemark ). Nun fahren wir die schöne Strecke zurück und dann zur "E 4", Richtung Sundsvall. Unsere Begeisterung nimmt kein Ende: Diese Strecke gehört auch zu den "besonders schönen". Der Himmel ist inzwischen wolkenlos, ca. 22°C. Die Hügel sind jetzt schon kleine Berge, viel Wald, auch viele Granitfelsen und immer wieder Seen rechts und links der Straße - ein bezauberndes Farbenspiel. Ein Hinweis auf Verkauf  schwedischer Erdbeeren läßt uns kurz stoppen, denn die wollen wir haben. Die Erdbeeren die wir bisher gesehen haben , kamen alle aus Belgien, die wollten wir nicht. Diese ersten Erdbeeren in Schweden sind zwar noch etwas teuer - 35,- SEK pro Schale ( belgische 15,- ) -, doch was soll's.....Ca. 20 km vor Sundsvall biegen wir ab, weil wir noch'mal an die Küste wollen nach Galtström ( Besichtigungstipp ): Von 1695 bis 1918 wurde hier Eisenerz abgebaut; zwei Hochöfen, die Loren, die Wassermühle, Werkstätten u.a. Gebäude sind noch erhalten bzw. restauriert worden. Die Verladung auf Schiffe erfolgte im etwas entfernt liegenden Hafen. Hier machen wir dann auch Mittagspause. Danach dann weiter zur Insel Björkön bis zur östlichen Spitze mit dem Dorf Lörudden. Der Parkplatz ist außerhalb des Ortes, und wir gehen erst einmal auf die von hier aus zu sehende Küste = Schärenfeeling pur! Auf runden Felsenrücken gelangen wir ans Wasser. Die Sonne scheint schön warm, doch der auflandige Wind kühlt die Luft auf 17°C ab. Das Wasser gluckst an die Steine, die Möwen fliegen kreischend auf - vermutlich stören wir sie beim Brüten. Am Horizont Richtung Festland ist die Bucht von Sundsvall erkennbar und auch, dass das Hinterland doch schon höher ist als südlicher. Der Rundgang durch das proppere Dorf führt zum Hafen, dann in den Fischladen mit Räucherei - der Duft zieht in die Nase! Weil wir bereits geräucherten Lachs haben, entscheiden wir uns nun für eingelegte Fische und einen besonders empfohlenen gemischten Fischsalat. Von hier aus geht es dann ca. 15 km direkt zum Campingplatz "Bergafjärdens Camping & Havsbad" ( Ankunft 15.45 h ), unmittelbar am Wasser gelegen, großzügig angelegt mit vielen hohen Kiefern. Unsere heutige Hütte ist sehr schön: fließend kaltes/warmes Wasser, Mini-Küche, abgeteilter Schlafbereich ( 550,-SEK ). Auch hier wieder viele bekannte Gegenstände von Ikea... Das Abendessen mundet köstlich: Erst reichlich Fisch, dann Erdbeeren. Um Mitternacht ist es noch nicht dunkel !
                                                                                                  196,1 km





10. 6.

Abfahrt 9.50 h, sonnig, 19°C. Wir fahren zuerst 17 km nach Sundsvall ins Centrum, Parkplatz an der Storgatan ( 10,- SEK / Std.). Hier sind ganz untypische und sehr prachtvolle große Häuser für diese Region zu sehen. Der Reichtum ist der Sägeindustrie zu verdanken, die im 19.Jh. hier ihre Werke baute. Großzügige Boulevards und Parkanlagen runden das aristokratische Bild ab. Momentan findet ein Wettbewerb verschiedener Künstler statt: Drachen sind unterschiedlich bemalt oder dargestellt und die Bevölkerung kann sagen, welcher ihr am besten gefällt. Lustige Aufmunterungen im Stadtbild. Die Gustav Adolf Kirche ist auch sehenswert, architektonisch sehr ansprechend. Wir fahren auf der "E 4" weiter, die Strecke ist wieder sehr schön: die Berge werden höher und die Straße geht langgezogen bergauf, bergab. In Härnösand biegen wir ab und machen hier noch einen Stopp. Hübsch gelegen, weil auf einer Insel ( Härnön ), die mit einer Brücke zum Festland verbunden ist. Spaziergang um den Stora Torget mit der kleinen Fußgängerzone, dann entlang des Hafens, wo u.a. ein deutscher Segler aus Neustadt / Holstein liegt, mit dem wir ins Gespräch kommen. Er ist mit seiner Frau auf dem Weg nach Haparanda und am 14.Mai gestartet. Wir steigen dann ins heiße Auto ein, mittlerweile sind 28°C Lufttemperatur, und fahren zu Lidl, um einige Getränke und Kleinigkeiten zu kaufen. Dann zur letzten Etappe für heute auf der "E 4". Ab hier beginnt die Region der "Höga Kusten" ( Hohe Küste ). Seit dem Ende der Eiszeit und dem damit verbundenen Druck des Eises auf das Land hebt sich Schweden seitdem jedes Jahr um wenige Zentimeter. In dieser Region jedoch ist die Landhebung als geologische Entwicklung des Abschmelzens besonders deutlich und wurde deshalb von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Tiefe Schluchten, Berge die bis ans Meer reichen, unberührte Natur. Doch wir fahren bei Utansjö ab auf die "90" nach Ramvik, zum Campingplatz "Snibbens Camping"; Ankunft 14.15h. Direkt am Wasser und anschließend in "Terrassenlage" übergehend ( Hanglage ) = so hat jeder Meerblick. Wir mieten eine "bessere Hütte"  ( Ferienhaus ) für zwei Nächte ( 450,- SEK p.N. )  mit Dusche + WC, fließend kalt/ warmes Wasser, Miniküche, TV + kostenloses Internet auf dem gesamten Platz!! Es ist ruhig und idyllisch hier; nur die Vögel zwitschern laut, doch das dürfen sie gerne.
                                                                                                             100,1 km





11. 6.

Heute ist wieder ein warmer Sommertag. Etwas länger schlafen, gemütlich auf der Terrasse frühstücken, aber auch: Wäsche waschen. Die Shirts trocknen schnell in der Sonne bei leichtem Wind, die andere Wäsche rotiert im Trockner. In der Reception erhalten wir Ausflugs-Tipps für diese Gegend mit Kartenmaterial, die wir Morgen teilweise wahrnehmen werden; überhaupt ist die "Empfangsdame" sehr freundlich und hilfsbereit und spricht tadellos deutsch, weil ihr Vater Deutscher ist. Hier ist eine bunte Gästemischung, wie man an den Autonummern erkennen kann: einige Deutsche, Schweizer, Holländer, ein Däne und natürlich Schweden. Im Internet bei Wikipedia machen wir uns auch schlau zum Thema "Höga Kusten": Seit der Eiszeit ist das Land nach der Abschmelzung um 285 m !! gestiegen und diese Küste ist die höchste Erhebung, die auf der Erde beobachtet werden kann. Korrektur der Landhebung: das Land steigt jährlich um 8 mm an. Auswirkung der enormen Landhebung ist die Vielfalt der Gesteinsarten.Nirgendwo sonst gibt es so viele unterschiedliche Gesteine auf so kleiner Fläche. Die Höga Kusten ist das einzige bergige Gebiet an der Ostsee (Bottnisches Meer ) und Schwedens einzige Steilküste. Gegen Abend machen wir noch eine kleine Autofahrt: diesen Fjord entlang über Ramvik bis nach Kramfors. Hier finden wir im  Centrum ein Lokal ( "Restaurang Träffen" ) in dem es Pizza u.ä. gibt, aber auch etliche Balkangerichte - Sitzplätze auch im Freien. Als "Hausgabe" wird vorweg eine große Schüssel Krautsalat auf den Tisch gestellt, dazu heiße Fladenbrötchen + leicht gesalzene Butter! Jeder nimmt sich so viel Salat wie er möchte. Das Hauptgericht ist sehr reichlich und vorzüglich; danach sind wir "pappsatt". Preisniveau wie bei uns z.B. beim "normalen" Griechen. Zurück fahren wir bis Lunde, hier dann über die alte Höga Kusten-Brücke aus Stein über den Fjord auf die östliche Seite, dann südlich zur neuen Hängebrücke. Beim "Hotell Höga Kusten" Stopp auf dem Parkplatz und von hier ist ein Superausblick auf die neuere Brücke und den Fjord. Danach überqueren wir hier wieder den Fjord und fahren zurück zum Campingplatz. Ein lohnenswerter Ausflug!
                                                                                                   53,1 km 




12. 6.

Start 10.20 h, milchig-sonnig, 22°C. Als erstes müssen wir eine etwas entfernte Tankstelle anfahren, denn unser Auto benötigt dringend "Stoff"; durchschnittlich liegen die Preise für z.B.: Super bei 14,20 SEK/ltr. Danach fahren wir zurück zur E 4 und unterqueren sie bei Nyadal in östlicher Richtung, um auf die vorgelagerten Halbinseln zu kommen. Kurvenreiche Straßen führen uns bergauf / bergab durch diese typische Landschaft der Höga Kusten. Die besonders schönen Strecken sind die mit einer Marguerite beschilderten Straßen = wir fahren sie alle ab. Viele Stopps zwischendurch bei besonders schönen Aussichten oder in schönen Buchten oder Häfen, z.B.: in Barsta, wo auch noch eine Holzkapelle aus dem 17.Jh. steht ( leider abgeschlossen ) oder in Bönhamn, einem malerischen Fischerdorf direkt um das Wasser der Bucht, die mit meist kahlen Schären eingefaßt ist; oder bei Hyndtjärn, wo runde hohe Berge an die Bucht grenzen. "...aaah, oooh, wie schön..." hört überhaupt nicht auf. Bei Ullånger fahren wir danach auf die E 4 und nun geht es zügig Richtung Norden. Vorbei am Skuleskogens Nationalpark, der einen Extra-Besuchstag verdient - "nächstesmal". Kurz vor Husum ( jawohl, richtig! gibt es hier auch ) enden die Bergformationen und das Land wird wieder flacher. Der Himmel ist inzwischen etwas bedeckter, der Wind hat aufgefrischt, die Temperatur liegt jetzt bei 17/18°C. In Nordmaling befindet sich der heutige Campingplatz: "Nordmaling Swecamp Rödviken". Ein großer Platz direkt am Wasser, aber keine besonders hübsche Anlage, eher "mittelmäßig". Die Hütten sind auch sehr einfach, zwar mit Kochplatten + Kühlschrank, doch etwas Renovierung würde gut tun. Der Preis ist angemessen: 325,- SEK p.N..Auch das nahegelegene Servicegebäude ist schon sehr abgenutzt. Zum Abendessen gehen wir in das wenige Schritte entfernte Restaurant, denn hier gibt es Buffet für 75,- SEK p.P. incl. einfacher Getränke + Kaffee, bestehend u.a. aus zwei Hauptgerichten: Koteletts ( o.Kn.) natur gebraten, Salzkartoffeln, Sauce  und Spaghetti ,Hackfleischsauce. Einfach, aber gut. So ersparen wir uns das Kochen und den Abwasch. Kurz nach 21.00 h ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt zu regnen.
                                                                                                    236,2 km  



13. 6

Nachts hat es mehrmals kräftig geregnet, der Himmel ist grau und es hat sich stark abgekühlt: 10°C !! Wir starten um 10.30 h und fahren auf der E4 bis kurz vor Umeå, wo wir auf die E 12  wechseln um nach Holmsund zu fahren. Hier ist das Fährterminal nach Finnland, die Überfahrt nach Vasa dauert nur 3,5 Stunden; fast ein Katzensprung. Leider liegt im Augenblick keine Fähre hier; wir halten uns auch nicht lange auf, weil der eiskalte Wind um die Ohren pfeift. Danach ein Stopp im Bootshafen: zwei deutsche Segler liegen hier, doch niemand ist zu sehen bei der Kälte. Zurück fahren wir etwas schräg zur E 4, zuerst entlang des Österfjärden, wo auch viele nette Sommerhäuser zu sehen sind und auch sonst wohl diese Region ein Feriengebiet ist. Bei Säver fahren wir wieder auf die E 4, auf der wir bis Lövånger bleiben, um dann wieder direkt zur Küste zu fahren. Eine kurvenreiche, kaum befahrene Straße führt durch etliche Dörfer bis Bjuröklubb, das in einem kleinen Nationalpark liegt. Hier wird auch an besonderen Stellen die jährliche Landhebung Schwedens gemessen. Von hier ist wieder ein schöner Blick auf die typische Schärenküste Ostschwedens, dabei machen wir Mittagspause. Wenige Kilometer landeinwärts immer wieder große und kleine Seen neben der Straße, einige Bauernhöfe, hingetupfte bunte Schwedenhäuser in grüner Landschaft. Kurz nach 15.00 h reißt der Himmel auf und die Sonne setzt sich durch = die Temperatur hangelt sich auf 14°C hoch. Bei Bureå fahren wir dann wieder auf die E 4. Nach 18 km erreichen wir Skellefteå und um 16.15 h dann den Campingplatz " Skellefteå Camping" : Ein sehr großes Gelände, umsäumt von hohen Kiefern, bestens eingerichtet für Camper, Wohnmobile, mit netten Hütten und auch Zimmervermietung in einem Gästehaus. Viele Freizeitmöglichkeiten für Klein und Groß, alles ansprechend gestaltet und gepflegt. Vom Eingang unserer Hütte können wir auf eine Ski-Liftanlage sehen, die auf den ansteigenden Berg führt, denn dieses Camp ist ganzjährig geöffnet und bietet somit auch Wintersportspaß. Wir beziehen unsere einfache Hütte, diesmal eher der Typ "Berghütte". Schöner Raum, nett eingerichtet, mit Kochplatten, Kühlschrank, Mikrowelle, Kaffeebereiter, Wasserkocher + kostenloses Internet ( 350,- SEK ). Heute bruzzeln wir uns selbst das Abendessen; im Freien zu sitzen nutzen wir nicht aus: zu kalt - wir haben die Heizung angestellt und bleiben drinnen.
                                                                                                          256,3 km      



14. 6.

Um Mitternacht war es draußen so hell wie bei uns an einem frühen Sommerabend. Zum Schlafen müssen Vorhänge oder Rollos die Fenster verdunkeln, auch um im Bio-Rhytmus zu bleiben, sonst kommt man "ganz von der Rolle"; doch es ist schön, wenn es so hell draußen ist! Wir starten heute um 10.40 h, es ist heiter, 14°C; keine lange Fahrt steht heute auf dem Programm. Wir sind schnell auf der E 4 und fahren Richtung Piteå. Die Wälder am Straßenrand bestehen hauptsächlich aus Birken und Kiefern. Und seit einigen Tagen nehmen die Schilder mit Hinweis auf Elch -Wechsel zu. Noch haben wir keinen gesehen... Kurz vor Erreichen der Stadt biegen wir bei Pitsund von der Schnellstraße ab, um über eine Nebenstrecke von Süden nach Piteå hinein zu fahren. Durch die vielen vorgelagerten Inseln und Inselchen ist hier eine bekannte Feriengegend, wo im Sommer ( ab Mittsommer ) viel Betrieb sein soll. An der Westseite der Stadt grenzt der Svensbyfjärden und Yttrefjärden ( Fjord ) , an der Ostseite offenes Wasser mit vielen Inseln bzw. Halbinseln. Den ersten Stopp machen wir im Centrum bei der als Sehenswürdigkeit gekennzeichneten Holzkirche  aus dem 16.Jh ( leider geschlossen ). Ein kurzer Spazierweg weiter zum Bootshafen, vor dem sich ein Viertel mit alten Holzhäusern aus früherer Zeit befindet. Im Hafengebiet sind auch originelle Kunstwerke in der Landschaft zur Besichtigung aufgestellt. Dann wieder zurück bzw. vorbei an unserem Parkplatz bei der Kirche - 3 Std. mit Parkscheibe kostenlos -  zur Fußgängerzone. Diese "Gågade" feiert gerade 50-jähriges Jubiläum und wirbt damit, die erste in Schweden gewesen zu sein. Der Rathausplatz ist sehr hübsch und freundlich gestaltet, die Häuser sind gepflegt und nette kleine Geschäfte laden zum Bummeln / shoppen ein. Auch 'mal wieder schön nach so viel Natur! In einer Pizzeria nehmen wir unser Mittagessen ein = die Medium-Pizza für jeden von uns ist so groß, dass wir nicht alles aufessen können und den Rest einpacken lassen. Der Rückweg zum Auto ist ein willkommener Verdauungsspaziergang. Nun fahren wir wieder auf der E 4 zum heutigen Campingplatz bis Norrfjärden, wo wir rechts abbiegen müssen, um ca 8 km durch waldreiche Gegend ( Tannen ) auf die Halbinsel Sandön zu kommen: ca. 16.00 h Ankunft bei "Borgaruddens Camping & Havsbad", direkt am Wasser ( logisch: weil "Havsbad" Strandbad bedeutet). Die Hütten liegen mehr zum Waldrand hin. Wir mieten wieder eine Hütte ohne fließend Wasser ( 300,- SEK statt 510,- SEK mit fl.W.) und wollen uns einrichten, u.a. die Sachen aus der Kühlbox in den Kühlschrank legen. Doch beim Öffnen des Kühlschrankes sehen wir, dass die Ablagefächer darin fehlen und beim Anstellen des Temperaturreglers hat Heidrun gleich den Regler in der Hand. Harald geht zurück zur Reception..... und kommt bald darauf mit einem anderen Hausschlüssel wieder: wir erhalten jetzt eine Hütte mit fließend Wasser kalt/warm, die auch größer ist, weil für bis zu 3 Personen gedacht, zum gleichen Preis der kleineren Hütte! Diese Hütte ist frisch renoviert, wie wir feststellen: neuer Kühlschrank, Kochfeld, Spüle, alles o.k. und sehr nett eingerichtet - IKEA läßt grüßen. Harald vermutet sowieso, dass wohl jeder Schwede von IKEA ein Set Besen mit Schaufel am langen Stiel geschenkt bekommen hat, weil überall die gleichen Modelle stehen. w-lan - Internet ist im Angebot für 100,- SEK / 24 Std.  Es ist sehr ruhig hier und relativ wenige Gäste auf dem Platz = außer einigen Schweden-Autos: ein Norweger, ein Italiener und insgesamt zwei Deutsche. Na ja, die Schweden warten sowieso noch auf Mittsommer = Start für das "sommar-semester" . Àpropos: Im Laufe des Tages sind die wenigen Wolken ganz verschwunden und die Lufttemperatur liegt bei 16°C; in der Sonne ist es jedoch angenehm warm.
                                                                                                                          106 km




15. 6.

***  Sonnenuntergang: 23.56 h  /  Sonnenaufgang: 1.10 h ****

Start um 10.35, heiter, 16°C . auf der E 4 fahren wir bis Luleå, biegen dann zuerst westlich ab zur "Gammelstad": Hier war früher das Centrum der Stadt mit Kirche, Richtplatz und Markt für die Region Norrbotten. Aus der ganzen Region kamen die Kirchenbesucher hierher, deshalb wurden für die Gläubigen um 1600 kleine engstehende Holzhäuschen zur Unterbringung gebaut - insgesamt 408 - , die sich um die Kirche gruppieren und deshalb die "Kirchenstadt" genannt werden.  Die Kirche stammt aus dem 15.Jh und wurde bereits aus Natursteinblöcken gebaut; innen sind schöne Kalkmalereien und eindrucksvolle Holzschnitzereien . Seit 1996 ist Gammelstad Weltkulturerbe der UNESCO. Sehenswert! Danach fahren wir in die heutige Stadt Luleå, die 1649 wegen der Seefahrt zu ihrem jetzigen Platz am Meer verlegt worden ist. Sehr schön gelegen mit viel Wasser rundum, eine lebhafte Stadt mit alten ( u.a.: Domkirche ) und modernen Gebäuden und einer schönen Fußgängerzone. Danach geht es wieder auf die E 4, von der wir erst wieder bei Töre abfahren, weil wir zum Hafen wollen. Wir befinden uns jetzt im "Scheitel" der Ostsee und hier ist der nördlichste Punkt! Eine gelbe Tonne mit den Koordinaten liegt hier aus; einzelne Segelboote liegen an den Stegen, jedoch mehr kleine Motorboote. Die Tagestemperatur hat sich inzwischen auf 21°C gesteigert und wir genießen  in der Sonne diesen Moment und machen auch Mittagspause. Wir fahren weiter Richtung Haparanda, machen in Kalix einen Stopp beim Supermarkt WiLLY:S. Hier merken wir sehr deutlich, dass die Bevölkerung "gemischt " ist: Viele Artikel tragen nicht nur die schwedische Bezeichnung sondern auch die samische: hier beginnt die Region der Samen ( Lappland ), was man auch in den Gesichtern der Bevölkerung feststellen kann. Auch die Ortsschilder an den Straßen nennen in beiden Sprachen die Namen. Im Supermarkt sehen wir etwas Neues: Bei den großen Automaten für die Rückgabe des Leergutes ist ein Handwaschbecken mit Seife und Papierhandtüchern angebracht: so können klebrige oder schmutzige Hände sofort gereinigt werden = nachahmenswert !! Auf zur letzten Etappe dieses Tages: auf der E4 weiter bis Nikkala: hier biegen wir rechts ab um auf die Insel Seskarö zu kommen, wo wir heute übernachten wollen. Ca. 15 km fahren wir über unterschiedlich große Inselchen, die mit Brücken verbunden sind, bis wir unser Ziel um 16.55 h erreichen: "Seskarö Strandby och Camping" . Schön gelegen, von Wald umgeben bis zum Wasser. Unsere einfache Hütte ist eine Puppenstube mit Kühlschrank und Kochplatten. Sehr freundlich eingerichtet und gepflegt ( 495,- SEK ). Im Service-Gebäude sehen wir bei den Duschen erstmalig im Campingbereich eine Sauna! Man hatte uns an der Reception gesagt, dass wir nicht erschrecken sollen, falls ein Elch zu sehen sei, der ziehe mitunter durch dieses Gelände; Harald überlegte anfangs, ob er die Nacht über aufbleiben solle, falls der Elch käme, um ihn dann zu fotografieren....
                                                                                                               191,7 km



16. 6.

Der Elche wollte  k e i n  Model sein und hat sich nicht blicken lassen. Um 10.45 h starten wir; es ist heiter, 22°C. Zurück auf die E 4, rechts ab Richtung Haparanda. Bald darauf dann, bei Nikkala, wieder rechts ab um zum Haparandahamn ( Hafen ) zu gelangen = das Mekka der norddeutschen Segler! Der Wind bläst kräftig über das Wasser, nicht viel los hier. Zwei Gastsegler liegen hier: ein Finne und ein Deutscher = einer derjenigen, die wir vor drei Tagen in Holmsund, nahe Umeå, gesehen hatten - ganz schön schnell hierher gekommen! Der Hafen ist "j.w.d.", keine Versorgungsmöglichkeiten, nur eine Busverbindung nach Haparanda     ( ca. 11 Kilometer ) . Doch wer hier ankommt, freut sich trotzdem sehr, dass er es geschafft hat bis zum Ende der Ostsee - "der Weg ist das Ziel". Haparanda selbst hat uns enttäuscht; es gibt schönere Städte, doch die Lage ist schön und auch der vorgelagerte Schärengarten. Die E 4 endet hier in Schweden, denn auf der anderen Seite der Flußmündung des Torneälven ist bereits Finnland. Unser Weg geht jetzt gen Nord entlang der finnischen Grenze auf der "99". Der Himmel ist nun bedeckt und graue Wolken drängeln sich vor: es schauert immer 'mal wieder. Die Landschaft ist flach mit vielen lichten Wäldern, Feuchtgebieten, kleinen Seen und der natürlichen Flußlandschaft des Torneälven zwischen Schweden und Finnland: 'mal breiter Strom, dann verzweigte Flußläufe mit grün bewachsenen Inseln. Die Ortsnamen sind mitunter kompliziert zu lesen, da samisch; z.B.: "Kankaanranta" - kaum entziffert, schon vorbeigefahren. Bei Övertorneå fahren wir nach Westen ab auf die "98". Als es länger trocken bleibt (  Lufttemperatur inzwischen 17°C ), machen wir auf einem Parkplatz an der Straße Mittagspause. Neben uns liegt ein Stapel frisch gefällter Bäume und es duftet herrlich nach frischem Holz. Es wird hügeliger, dann zunehmend mehr Berge, die Straße ist jedoch nicht sehr kurvenreich und sowieso wenig befahren. Der Himmel wird wieder freundlicher ( 19°C ) und um 15.15 h erreichen wir "Bränna Camping". Wir erhalten heute eine Hütte ( 550,- SEK ) mit WC + fließend Wasser, Kühlschrank, Kochplatten, doch die Aufteilung ist 'mal wieder ganz anders. Bis zu vier Personen können hier schlafen, wobei sich eine Schlafebene auf dem "Dachboden" befindet, die über eine Leiter zu erreichen ist. Sehr nett eingerichtet und ansprechend. Vom Fenster unserer Stube blicken wir auf den Fluß Kalixälven, vor der Hütte sind am Horizont Berge zu sehen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, spazieren wir ins "Centrum" von Överkalix  = sehr überschaubar, doch nett und mit gepflegten Häusern; auch etliche größere Mietshäuser. Allerdings ziemlich viel Verkehr, die E10 ist nicht weit entfernt und viele Autos nutzen diese Ab-/ -Auffahrt. Wir auch: Morgen. Inzwischen sind wir hier schon dicht am Polarkreis, den wir auch Morgen überqueren werden.
                                                                                                    160,7 km




17. 6.

Abfahrt um 10.35 h, sonnig, 15.°C. Auf der E 10 fahren wir Richtung Kiruna. Rechts und links der Strecke lichte Wälder mit vielen Birken dazwischen oder auch nur Birken = frisches Grün für die Augen. Kurz hinter Lansjän dann Stopp auf dem groß angelegten Parkplatz: Hier überqueren wir den Polarkreis! Jetzt geht die Sonne während unserer Reise nördlich davon nicht mehr unter! Bald darauf erreichen wir die "Grenze" von ( schwedisch ) Lappland. Und wie bestellt, kommen kurz danach zwei Rentiere auf der linken Straßenseite aus dem Wald und trotteln gemütlich auf die Straße. Wir sehen sie rechtzeitig und bremsen ab - es ist nicht viel Verkehr - bzw. stoppen, bis die beiden gemütlich ( fast zum anfassen ) dicht an uns vorbeiziehen und hinter uns wieder im Wald auf der rechten Seite verschwinden. Eine stilechte Begegnung! Der Fotoapparat war natürlich nicht zur Hand.... Weiter dann bis zum Rastplatz von Lappeasuando: Schön gelegen am Ufer des Kalixälven ( = der von Överkalix ), wo wir Mittagspause machen. Danach noch die letzte Etappe bis Kiruna, dem Hauptort von Lappland. Von weitem sieht man schon die abgetragenen Berge um die Stadt und die Grubenwerke: Kirunas Wohlstand kommt vom Abbau des Eisenerzes, und das seit ca. 250 Jahren. Wir fahren zuerst den ausgewiesenen Campingplatz der Stadt an. Um 14.45 h erreichen wir "Ripan Camp". Im Internet hatten wir uns vorher schon informiert, wie die örtliche Campingsituation ist, weil in unserem Campingführer nichts für Kiruna aufgeführt ist = also würde es teuer werden, ob nun hier oder in einem Hotel. Alternative wäre eine Hütte in ländlicher Gegend, weit ab, gewesen = werden mit Hinweis am entsprechenden Straßenrand auch angeboten. Doch wir wollten direkt nach Kiruna. Die Reception ist in einem Hotelgebäude mit Restaurant usw. untergebracht, die Wohnwagen und Wohnmobile fahren auf einen Extra-Campingplatz hinter dem Gebäude, für die "Hütten-Leute" gibt es: eine kleine Hütte mit Frühstück für 1195,- SEK oder eine "Familien-Hütte" für Selbstversorger für 1195,- SEK => das wird eine für uns. Es ist die richtige Wahl: Wow !! Ein kleiner Flur, von dem aus man in das moderne und sehr schön gestaltete Bad geht ( Glas-Duschtür, weiße Handtücher ) bzw. "um die Ecke"  in einen abgeteilten Schlafraum z.B. für Kinder, dann in den offenen Wohnraum mit einem Küchenblock incl. Mikrowelle, einem runden Eßtisch + 4 Kunstledersesseln, Flachbild-Fernseher an der Wand, ein Doppelbett mit blütenweißen Betten; die Holzwände weiß gestrichen, die Möbel in ganz hellem Holz = eine Augenweide. Außerdem inclusive: w-lan Internet und die Reinigung Morgen früh. Kein Vergleich mit dem Ferienhaus in Uppsala, das ja auch schon 895,- SEK gekostet hatte. Dieses Camp ist ganzjährig geöffnet, weil hier auch Wintersport ganz groß geschrieben wird; neben der Eingangstür ist eine Skibox und im Flur steht ein beheizbarer Trockenschrank für nasse ( Ski-) Kleidung, Schuhe usw. Nachdem wir uns eingerichtet haben: sightseeing. Das Centrum ist nicht groß ( ca.23.000 Einwohner ); ins Auge fällt das moderne Stadshuset ( Rathaus) mit dem auffallenden Turm und natürlich die Kiruna Kyrka: eine besonders schöne Holzkirche von außen und innen; und die im Freien aufgestellte Rakete der Esrange (Space Center ), das jedoch ca. 45 km entfernt liegt. Diese Raketenbasis dient nur der Forschung und ist keine militärische Einrichtung. Unser Abendessen nehmen wir in einem Thai-Lokal ein: Heidrun hat keine Lust mehr, heute noch etwas zu kochen.
                                                                                                                        244,1 km     




18. 6.

Aufbruch um 10.30 h, bedeckt, 12°C. Weiter geht es auf der E 10 in Richtung Norwegen. Am Horizont sind erste höhere Berge zu sehen, denen wir uns nähern. Weit entfernt tauchen hohe Berge mit Schee auf, die von den ersten Sonnenstrahlen dieses Tages beleuchtet werden, denn langsam wird der Himmel blauer. Die Berge rücken im weiteren Verlauf dichter an die Straße, werden noch höher. Eine besonders schöne Strecke ist dann am See Torneträsk: links der Straße hohe Berge, zunehmend mit restlichen Schneefeldern, auf der rechten Seite der See, an dessen anderem Ufer ebenfalls Berge aufsteigen. Bei Abisko dann ein Stopp für die meisten Autofahrer: Hier ist ein großer Outlet-Shop und eine Art Supermarkt, in dem die Waren bis zu 50% billiger angeboten werden. Deshalb ist hier natürlich viel los und wir sind dabei; schwedisches Leergut werden wir auch noch los. Die dann folgende Strecke stimmt schon auf Norwegen ein: hohe Berge, Schmelzwasser bildet kleine Wasserfälle an den Felsen, die Flüsse sind oft reißend. Bizarre Berggipfel, als hätte "Jemand" sie nur grob zurecht gehackt. Die Straße ist schon auf der Höhe der letzten Schneekuhlen, daneben frisches Grün von Büschen, blaue Seen und über allem: strahlender Sonnenschein, 18°C. In Rikgsgrense, kurz vor der norwegischen Grenze, fahren wir ein Stück von der Schnellstraße ab und machen in diesem Wintersportort Mittagspause. Hier haben die Wohnwagen auf dem Campingplatz keine Vorzelte sondern Vor h ü t t e n direkt befestigt. Momentan ist hier und bei den Appartment- / Ferienhäusern wenig Betrieb bzw. viel Bautätigkeit. Um 14.15 h Grenz-durchfahrt nach Norwegen. Nach jeder Biegung oder Erreichen einer Höhe neue Ausblicke, andere Blickwinkel auf die gewaltige Bergwelt; ...aaah, oooh, sieht das nicht toll aus?.... immer wieder! Die E 10 in Norwegen heißt auch "Kong Olavs veg". Wir bleiben auf dieser Straße und fahren heute bis zum Tjeldsundet, wo wir im "Tjeldsundbrua Kro & Hotell" ein Zimmer mit Frühstück buchen, direkt an der Brücke über den Sund; Ankunft 17.00 h. Als wir unser Zimmer beziehen wollen, sehen wir nur  e i n  Bett mit 1 Kopfkissen, die Bettdecke schmal zusammengelegt in der Mitte und gehen zurück zur Reception. Eine der Damen sieht uns nur verständnislos an, wird von einem Kollegen benötigt und läßt uns stehen. Eine andere Angestellte meint, dass das Bett schon richtig sei, doch sie gibt uns ein anderes Zimmer.Hier angekommen beinahe dasselbe, doch nun stellen wir fest, dass dies ein Doppelbett sein soll: 1,20m "breit"! - das Zimmer wäre groß genug für ein breiteres Bett. Später finden wir selbst heraus, dass die Couch auch zur Schlafcouch umfunktioniert werden kann: das machen wir dann auch; somit hat jetzt jeder von uns genug Platz ohne den anderen zu bedrängen. Weitere Kopfkissen finden wir im Schrank. Im Bad jedoch nur ein Handtuch-Set für  e i n e  Person = also nachordern. In der Info-Broschüre im Zimmer lesen wir u.a., dass jeden Samstag - also heute - von 13.00 - 19.00 h Beefsteak mit Beilagen angeboten wird. Da wir dies bei der Anmeldung nicht gesehen hatten ( Restaurant gleich neben der Reception ), sondern nur ein Lasagne-Buffet, fragt Harald nach: Eine Angestellte wußte garnichts darüber, die andere murmelte etwas von "..kein Beef bekommen..." oder so.... Der Servicebereich scheint noch Schulung nötig zu haben. Zimmerpreis: 1.250,- NOK ( ca. 140,- Euro ) - durchschnittliches Hotel - .
                                                                                                                      235,7 km





19. 6.

Nach einem wirklich guten Hotelfrühstück starten wir um 10.40 h, sonnig, 17°C. Fahrt weiter auf der E 10, zuerst über die imposante Brücke, die vom Festland auf die Inseln führt. Der Straßenverlauf ist überwiegend entlang der Küste, weil die Berge sich so "breit machen" = beeindruckende Berge: steil, fast senkrecht mit scharfkantigen Gipfeln, oft noch mit Schnee-resten, beherrschen sie die Szenerie und bieten sprachlos machende Natur. Wir können nur staunen und versuchen, einige Eindrücke im Bild festzuhalten, die die Wirklichkeit jedoch nur unvollständig widergeben. Die Straßen sind sehr kurvenreich, weiter südlich auch mit etlichen Tunnel. Der längste Tunnel beim Møysalen Nationalpark ist 6,4 km lang! Sehr viele deutsche Wohnmobile und Wohnwagen sind unterwegs, auch Motorradfahrer. Wir schlängeln die einzelnen Lofoten-Inseln mit vielen Fotostopps ab bis Svolvaer, wo wir länger Pause machen und uns die Stadt ansehen, die der Hauptort der Lofoten ist. Ein Kreuzfahrer liegt vor dem Eingang zum Hafen auf Reede und startet dann auch bald. Der "Lofot-Expressen" (Katamaran) läuft aus und gibt vor dem Hafen ordentlich Gas = Fähre zum Festland hinüber nach Narvik. Auf der weiteren Fahrt werden die Berge noch höher und wenn die Straße kurz durch Ebenen oder Täler führt, wirken sie wie eine Wand, zu der man den Kopf weit in den Nacken legen muß - gewaltig! Unser Ziel - Leknes - fahren wir dann über die "815" an und sind um 17.20 h beim Cousin 2.Grades - Alf Ole -, wo wir Cousin Harald und seine Frau Ingvild treffen. Mit diesen beiden werden wir die nächsten Tage in Alf Oles Rorbuer (= umgebaute Fischerhütte zur Sommerhütte ) verbringen. Nach Kaffee und Kuchen zur Begrüßung auf der Terrasse bei 20°C fahren wir dann zur Hütte. Die letzte Anfahrt ist eine Schotterpiste bergauf, bergab. Dann eine letzte Kurve und: ah!! - direkt am Wasser gelegen mit angebauter Holzbrücke. Innen sehr geräumig: drei Schlafräume, Toilette, extra Dusche, große Küche mit Eßtisch und ein großer Wohnraum. Fließend Wasser aus der Zisterne, Trinkwasser aus Kanistern, von Alf Ole mitgenommen, der ca. 10 km entfernt wohnt. Wir richten uns alle ein, dann kocht Heidrun das Abendessen ( grüne Bandnudeln mit Sauce Carbonara, Tomaten-/Gurkensalat, dazu ein Glas Rotwein. Cousin Harald und Ingvild erledigen danach den Abwasch. Später sitzen wir dann im geheizten Pavillion neben der Hütte mit Blick auf das Wasser und gegenüberliegende Berge und stoßen auf unser Wiedersehen an. Es gibt viel zu erzählen.
                                                                                                                   229,3 km



20. 6.

Um 11.05 h starten wir Vier in unserem Auto zu einer Fahrt in "Familien-Geschichte". Die norwegische Verwandschaftslinie kommt ursprünglich von den Lofoten - von hier - , bevor im Laufe der letzten Jahrzehnte fast alle ins südlichere Norwegen-Festland umgesiedelt sind. Nun vervollständigen sich Erzählungen aus früherer Zeit mit den dazugehörenden Stätten / Plätzen die wir heute besichtigen. Wir fahren auch nach Ballstadt, weil dieser Ort zu den hübschesten Fischerdörfern auf den Lofoten zählt. Ein schöner, malerischer Hafen mit urigen Robuern, die hier in der Gegend verstärkt als Sommerhäuser an Touristen vermietet werden. Robuer waren früher reine Fischerhütten, in denen Netze, Reusen usw. aufbewahrt worden sind, meist auch mit einem Bett und einer Kochstelle, wenn die Fischer sich hier länger aufhalten mußten. In vielen Buchten sehen wir große Fisch-Aufzuchtbecken - überwiegend für Lachse. Am Nachmittag sind wir wieder zurück und trinken an der windgeschützen Seite unserer Hütte im Sonnenschein Kaffee. Abends wird draußen gegrillt und im Pavillion gegessen.
                                                                                                               48,7 km 




21. 6.

Gestern Abend bereits hat es angefangen zu regnen; es schauerte weiter in der Nacht. Der angekündigte Starkwind ist auch im Anmarsch und auf dem Wasser vor unserer Bucht bilden sich weiße Schaumköpfe; die Berge verstecken ihre Gipfel in Nebelwolken = ungemütlich,    12°C. Wir frühstücken im Pavillion und stellen die Heizung dazu an. Später dann packen wir unseren Müll und das Leergut zusammen, weil wir auf dem Weg nach Leknes bei der Müllsammelstelle dies entsorgen können. Bei Alf Ole dürfen wir sein Internet mit unserem Laptop benützen und somit die E-Mails checken und die Homepage aktualisieren, während Ingvild und Harald sich derweil im Internet um die Rückfahrt nach Oslo zum Wochenende kümmern. Später gibt es noch Kaffee und Kuchen zu Ausflugstipps und Familienerzählungen, meistens aufmerksam verfolgt von "Amadeus", dem hübschen und freundlichen Pekinesen der Familie.
                                                                                                           23,6 km



22. 6.

Nieselregen, mal mehr, mal weniger, fällt vom Himmel, 12°C. Die Berge sind von tiefen Wolken umhüllt und kaum zu sehen. Weil dieses Wetter angekündigt wurde, haben wir uns für heute, zusammen mit Alf Ole, einen Museumstag vorgenommen, der Start wird jedoch verschoben: ein riesiges Kreuzfahrtschiff liegt in der Bucht von Leknes, was bedeutet, dass die Passagiere ( ca. 2500 / 3000 ) in der Umgebung auf Besichtigungstouren sind und es deshalb überall voll sein wird. Also zeigen wir Ingvild und Harald vorerst die neuesten Familienbilder, später fahren wir zu Alf Oles Mutter, wo wir zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen sind. Auch sie möchte gerne Fotos sehen, die wir natürlich gerne zeigen; sie ist rege und noch "hellwach" und wir hören auch Erzählungen aus der Vergangenheit. Danach fahren wir nach Borg, ca. 14 km entfernt von Leknes, zum "Viking Museum Lofotr". Es regnet besonders heftig! Auf einer Anhöhe bei der Straße wurden hier zwischen 1983 - 1989 die Reste eines nordnorwegischen Herrscherhofes aus der Eisenzeit ausgegraben = ein 83m langes Wikingerhaus, das mit seinem Schindeldach aussieht wie ein kieloben liegendes Wikingerboot. Alles wurde originalgetreu rekonstruiert und in den Ausstellungsräumen werden weitere Funde gezeigt, auch Leben und Gebräuche der Wikinger dargestellt. Sehr interessant! Die Außenanlage und den Weg zum Wikingerschiff am Wasser (ca. 1,6 km ) ersparen wir uns: der heftige Wind bläst uns den Regen um die Körper. Am Abend besuchen uns Alf Ole + Frau und seine Schwester ( auch Cousine ) mit Mann. Von der nordnorwegischen Sprache verstehen wir nicht viel und können überwiegend nur dem Sprachklang lauschen, wenn sich die anderen sechs Personen unterhalten. Wenn wir "eingeschaltet" werden, verständigen wir uns auf englisch. Im Kamin prasselt ein Holzfeuer und wärmt das Wohnzimmer.
                                                                                                           53,9 km



23. 6.

Heute soll das Wetter im Laufe des Tages besser und zeitweise heiter werden. Morgens ist die Luft noch feucht, 9°C; wir tragen inzwischen langärmelige Pullover und Strümpfe. Wir Vier wollen heute bis zum südlichsten Ort der Lofoten: nach Å. Auf dem Weg dorthin ( ca. 65 km von Leknes ) liegen einige besonders schöne Abstecher. Auf der E 10 von Leknes fahren wir bald darauf durch den Nappstraumen-Tunnel, hinter dem sich eine noch gewaltigere Natur öffnet: noch steilere, engere, höhere Berge mit krassen Gipfeln und Formen; einzelne Schneeflecken. Wir biegen von der E 10 ab und fahren nach Vikten, an der "Außenkante" der Insel. Am Fuße der Berge liegt ein kleines Dorf, in dem u.a. einige Künstler leben: Glasbläserei, Keramik-Werkstatt. Zurück auf der E 10 dann weiter bis Kilanplass, wo eine Straße südwärts nach Nusfjord geht: Malerisch zwischen den Felsen gelegen, ein traditionelles Fischerdorf mit Rorbuer und u.a. einem "Landhandel" von 1908, der heute noch in Betrieb ist. Dieses Dorf steht auf der UNESCO-Liste der erhaltenswerten Kulturdenkmäler. Zurück zur E 10 und weiter bis Sund, ca. 3 km abseits. Hier ist ein Fischereimuseum und ein Kunstschmied bei der Arbeit: "Blacksmith" ist in Norwegen bekannt und fertigt hauptsächlich Skulpturen des Königskormoran an. Danach fahren wir durch bis Å. Hinter dem letzten Tunnel ist ein großer Parkplatz, wo die Busse und Pkw abgestellt werden und auf einem Seitenweg geht es zu Fuß in den Ort. In der Ortsmitte und um den Hafen sind einige alte Häuser aus der Mitte des 19. Jh. zu sehen. Am Hafen ist ein Restaurant, wo wir Mittagspause machen. Wir essen Bacalhau - Trockenfisch ( Stockfisch / Klippfisch ) - der auf vielen Gestellen dieser Inseln zu sehen ist und Norwegens ältester Exportartikel, z.B. nach Portugal, ist. Soll dieser Fisch gegessen werden, wird er entsprechend lange gewässert, bis er wieder "normal" aussieht. Wir essen ihn heute zubereitet mit Kartoffelscheiben in mediterraner Sauce aus Tomaten, Zwiebeln, Oliven und Kräutern. Schmeckt sehr gut! Inzwischen gibt es auch Sonne vom Himmel ( 13°C ) und alles sieht besonders hübsch aus. Nach dem Rundgang durch den Ort geht es auf der E 10 wieder zurück, durch diese "Extra-Klasse" der Lofoten-Natur. Der nächste Stopp ist in Reine, auf der Insel Moskenesøya. Ein größerer Ort, weil Handelsort und Fischereihafen. Auch sehr gerne präsentiert auf den Postkarten mit dieser malerischen Umgebung. Weiterfahrt durch Hamnøy, das fotogen am Fuße einer mächtigen Bergkulisse liegt; dann zurück nach Leknes. Auf der Fahrt dorthin sehen wir inzwischen die ersten brennenden Scheiterhaufen an den Stränden, denn heute wird in Norwegen "Midtsommer" gefeiert. Zurück in unserer Hütte, sehen wir ebenfalls mehrere Feuer in der Umgebung, besonders jedoch Rauch, denn es ist ein alter Brauch, viel Rauch zu erzeugen, wie wir von Cousin Harald und Ingvild erfahren. Wir beobachten dies vom beheizten Pavillion aus, der einen guten Rundumblick bietet.
                                                                                                    167,4 km



24. 6.

Ganz früh morgens müssen heute Cousin Harald und Ingvild aus familiären Gründen vorzeitig zurück nach Oslo abreisen. Nachdem wir uns verabschiedet haben, schlafen wir noch eine Runde. Wir machen heute Ruhetag und bleiben in der Hütte: u.a. unser Gepäck durchchecken, Kleidung in den Koffern neu ordnen: die wärmeren Teile obenauf, Strümpfe waschen, lesen, usw.. Das Wetter ist überwiegend trocken, nur selten 'mal feuchte Luft, sehr wenig Wind, der Himmel bedeckt. In unserer Bucht hören wir die Fische im Wasser springen und ein Fischreiher macht einen langen Hals....


25. 6.

Start um 10.25 h, bedeckt, trocken, 11°C. Wir fahren zu Alf Ole und steigen dort um in sein Auto. Zusammen mit seiner Frau fahren wir heute nach Henningsvaer, knapp 60 km entfernt. Zuerst auf der Landstraße "815", auf der wir das erstemal nach Leknes gefahren sind, die dann auf die E 10 in Richtung Svolvaer führt. Bald darauf ein Stopp an einem "Kunst-Aussichtspunkt": in einem halbkreisförmigen "Spiegel" ist die am anderen Ufer gelegene schöne Landschaft zu sehen und eröffnet somit neue Aspekte. Sehr originell und gelungen. Dann am Meer entlang und über zwei Brücken nach Henningsvaer, das auf einer Insel liegt. Ein größerer Ort, malerisch gelegen. In der Galerie Karl Erik Harr sind auch Gemälde von anderen Nordlandmalern zu sehen und eine Fotoausstellung mit Aufnahmen verschiedener Lofotenmotiven aus den Anfängen des 20.Jh. Außerdem wird hier auch stündlich eine Multivisionsschau gezeigt, mit Bildern über die Lofoten, den hier lebenden Menschen, ihre Arbeit auf dem und durch das Meer, die Pflanzen und Tiere. Sehr sehenswert: gut präsentiert und stimmige Musik dazu. Ein Rundgang durch den hübschen Ort mit gepflegten netten Häusern, engen Straßen und kleinen Geschäften; u.a. Kunsthandwerk: Glasbläserei, Keramikwerkstatt, Kerzenzieherei u.a.. Viele Touristen bummeln hier ( ein Kreuzfahrer ist heute auch wieder in Leknes ) und man hört viele verschiedene Sprachen. In einem Lokal am Hafen machen wir Mittagspause: eine sehr gute Fischsuppe ( Menge entspricht einer "Terrine" in unseren Lokalen ) für 185,- NOK p.P. ( ca. 20,- Euro ) ! Als wir dann wieder zum großen Parkplatz gehen, stehen dort inzwischen 8 Busse! Zurück auf der E 10 bis Bøstad, wo wir nach Eggum abbiegen; das letzte Stück bis zur Küste ist ein Privatweg, für dessen Benutzung 20,- NOK in eine Geldbox zu werfen sind. Am Ende des Weges ist ein Relikt aus dem 2.Weltkrieg: Zur Atlantiküberwachung hat die deutsche Wehrmacht hier eine runde Befestigungsanlage aus Natursteinen errichtet - im Kreuz die hohen steilen Berge, voraus das Meer. Außerdem ist hier ein Stellplatz für Wohnmobile, der fast "fest in deutscher Hand" ist. Wieder zurück zur E10 und Weiterfahrt - am Wikingermuseum vorbei - bis Oppdøl: hier rechts ab nach Uttakleiv; teilweise entlang einer schönen Bucht mit weißem flachem Sandstrand - kurzer Stopp. Wir trauen unseren Augen nicht: eine junge Frau läuft im Bikini ins Wasser und taucht den Körper mehrmals unter; sie kreischt zwar dabei, doch sie macht es! ( Wasser: ca 12/14°C, Luft 11°C ) Später sehen wir sie wieder - warm angezogen - bei einem russischen Auto stehen. Danach kommt ein relativ enger Tunnel, nach dessen Ausgang die  Straße wieder ein Privatweg wird ( 20,-NOK ), die an der Küste endet: herrlicher Ausblick über das Meer am Fuße der mächtigen Berge - und auch ein Stellplatz für Wohnmobile = man spricht deutsch. Das waren zwei lohnenswerte Abstecher, die wir, Dank unserer "Insider", gesehen haben. Von hier aus dann direkt nach Leknes zurück: Amadeus ( der Pekinese ) durfte heute nicht mit und muss nun "erlöst" werden. Wir steigen in unser Auto um und fahren zur Hütte, wo wir gegen 19.00 h eintreffen. Es war ein schöner Ausflug!
                                                                                                22,7 km   ( + ca. 160 km ) 



26. 6.

Morgens hat es noch heftig geschauert, dann geben die Wolken endlich die Berggipfel frei und lassen auch die Sonne durch: 16°C! Wir machen heute "klar Schiff" bzw. "klar Hütte", denn Morgen wollen wir weiterziehen: zuerst nach Harstad, also etwas nördlicher, um von dort dann die Richtung Süd einzuschlagen. Harald streift noch einmal durch die unmittelbare Umgebung, um letzte Fotos zu machen, denn am späteren Nachmittag sind wir zum Kaffee bei Alf Ole und seiner Frau eingeladen.
                                                                                                                      23,6 km


27. 6.

Aus dem Personenkraftwagen ist wieder ein Transportauto geworden. Es ist ein strahlender warmer Morgen, wir starten um 9.50 h, 18°C. Ein letztes mal die 1,8 km lange Schotterpiste bis zur Hauptstraße, dann in Leknes noch schnell im Supermarkt zwei,drei Dinge einkaufen, Auto volltanken, danach zu Alf Ole: wir geben den Schlüssel ab. Es hat uns alles hier sehr gut gefallen!! Nach dem gestrigen Abend haben wir auf Empfehlung hin die heutige Route etwas geändert: nicht direkt nach Harstad, sondern auf der E 10 über Svolvaer nach Fiskebøl, um  dort mit der Fähre nach Melbu überzusetzen. Bis hierher ist es zwar die gleiche Strecke wie auf der Hintour, doch weil wir jetzt aus der anderen Richtung kommen, ergeben sich neue Blickwinkel. Die Berge sind heute wieder ganz klar zu sehen und heben sich gut vom blauen Himmel ab. Immer wieder ein imposanter Anblick! Stopp in Kabelvåg bei Svolvaer: Besichtigung der "Lofotkatedralen", 1898 aus Holz erbaut = sehenswert. In Fiskebøl können wir direkt auf die wartende Fähre fahren ( 129,- NOK ), hinter uns kommt der Linienbus, auf den gewartet wurde, und dann geht es auch schon los; das hat ja super geklappt! Ablegen um 13.10 h, ruhige See, eine Busladung Deutsche an Bord - "....knips mich mal unter dem Fähnle  ( = norwegische Flagge! ), damit ich beweise kann, dass ich in Norwege g'wäse bin..." . Nach knapp 30 Minuten ist die Überfahrt zu Ende, die Lofoten hinter uns, die Vesterålen vor uns, wie dieses Archipel heißt. An der Ostküste der Insel Hadseløya fahren wir bis Stokmarknes. Die Landschaft wirkt "lieblicher" = die Berge sind runder, nicht so zackig, das Land davor dient Ackerbau und Viehzucht und ist auch mit vielen Birken bepflanzt, die alles grüner erscheinen lassen. Zum Meer ( westlich ) hin sollen die Berge auch "spitz und zerrissen" sein, lesen wir dann in der örtlichen Informationsbroschüre. Die Vesterålen gehören zu den ältesten Gebirgsarten Europas; die meisten Inseln haben einen Felsengrund, der über 600 Millionen Jahre zählt. In Stokmarknes ein Stopp beim Anleger der Hurtigruten: Hier ist ein Denkmal für Richard With, der 1881 die Reederei "Vesterålens Dampskibsselskab" gründete, aus der 12 Jahre später die Hurtigrute hervorging. Vor dem Gebäude des Hurtigruten Museums ist das ehemalige Hurtigrutenschiff "MS Finnmarken" aufgestellt und kann auch von innen besichtigt werden. Wie der Zufall es will, legt auch gerade ein Schiff der Hurtigrute an = "MS Richard With". ( Übrigens: es gibt im norwegischen Fernsehen einen Kanal, der die Fahrt der Hurtigrute zeigt: von Bergen bis Kirkenes in Original-Zeitdauer ! )  Danach geht es über zwei hohe Brücken weiter nach Sortland, unserem heutigen Tagesziel: "Sortland Camping & Motell", Ankunft 16.30 h. Wir mieten eine einfache Hütte ( 500,- NOK ) mit Kühlschrank und Kochplatte. In Schweden war immer minimales Geschirr, Gläser, Besteck,1 Topf + 1 Pfanne vorhanden, hier nicht; gut, dass wir so gut ausgerüstet sind. Nicht einmal eine Abwasch-schüssel, in der man auch das benutzte Geschirr zur Spülküche transportieren könnte, wenn man nicht in der Hütte ( ohne fließendes Wasser ) abwaschen möchte, ist vorhanden. Wir werden ja noch feststellen, ob dies Standard in Norwegen ist. Die vorhandene Heizung jedoch nutzen wir und machen es uns kuschelig warm, denn von den 20°C am Nachmittag ist am Abend nicht mehr alles vorhanden.
                                                                                                                        159,1 km



28. 6.

Es ist 9.45 h und wir sind startbereit; Wetter: heiter,17°C. Wir überqueren kurz danach die hohe Brücke von Sortland nach Strand über den Sortlandsund. Von hier in südöstlicher Richtung auf der "85" bis Langvassbukt. Die Landschaft ist wieder sehr grün, die Berge um ca. 900 m hoch. Dann biegen wir ab auf die "83" und fahren bis Flesnes: hier liegt schon die Fähre, mit der wir den langen Gullesfjorden queren, hinüber nach Revsnes auf der Insel Hinnøy, der größten Insel Norwegens. Wir sind gerade auf die Fähre gefahren, als auch schon die hintere Klappe hochgeht und wir um 10.30 h ablegen ( 109,- NOK ). Nach ca. 20 Minuten Ankunft in Revsnes; das war schon wieder eine zügige Fährfahrt ohne lange Wartezeit! Am Fjord entlang dann weiter Richtung Harstad bis Vikeland. Viel Landwirtschaft; die Felder auf den sanften Hängen zum Fjord hinab. Die letzte Etappe bis Harstad geht quer über diesen Inselteil auf kurvenreicher Straße, hinauf, hinab. Viele Wälder und Wiesen, lichtes Grün. Bald ist zu merken, dass wir uns einer "Großstadt" nähern: Die Bebauung wird dichter, Industriegebiete werden sichtbar. Wir fahren durch die Stadt durch zu "Harstad Camping", und sind gegen 12.00 h bei der Reception = leider  k e i n e  Hütte frei!!? Man empfielt uns eine Alternative und gibt uns auch eine Touristinformations-Broschüre von Harstad. Darin ist auch das Touristbüro mit Adresse genannt und unser Navi führt uns dorthin. Inzwischen fängt es leicht zu regnen an. Im Touristbüro nennt uns ein netter junger Mann die örtlichen Hotels ( = zu teuer ! ) aber dann auch: Gullhaugen Boarding House" mit Telefonnummer ( "...very cheep..." ). Draußen auf der Straße rufen wir sofort dort an und erfahren, dass noch ein Doppelzimmer frei ist = wir reservieren dieses sofort - über den Preis haben wir noch nicht gesprochen. Unterkunft ist also geregelt, jetzt bummeln wir eine kleine Runde durch die Innenstadt, um einen Eindruck zu erhalten. Harstad ist für diese Region eine Großstadt ( ca. 23.000 Einwohner ), mit viel Verkehr, guten Einkaufsmöglichkeiten, auch schönen alten Häusern, aber auch modernen. Die ertragreiche Heringsfischerei im 19.Jh. trug zur Stadtentwicklung bei, heute sind Werftindustrie, Handel, Fischverarbeitung und die Versorgung der Nordseeölindustrie wichtige Wirtschaftszweige. Die Straßen sind meistens relativ steil bergauf, bergab. Später gehen wir "zum Chinesen" essen, danach fahren wir zur Unterkunft: "Gullhaugen Kiosk og Pensjonat AS" Das Haus steht an einer Straßengabelung und hat im Erdgeschoß einen angebauten Kiosk. Hier "checken" wir "ein" und bezahlen die beiden Übernachtungen: insgesamt 980,- NOK ! ( Weniger als für die Hütte gestern ). Wir erhalten ein sehr ordentliches nettes Zimmer mit Kühlschrank, Fernseher, einer kleinen Couch neben den Betten + kl.Tisch, ein Waschbecken im Zimmer und kostenloses Internet. Auf unserem Flur sind zwei Toiletten, drei Duschen und eine Mini-Küche für insgesamt 7 Zimmer, teilweise Einzelzimmer. Das war ein sehr guter Tipp vom Touristbüro! Gegen Abend hört der stärker gewordene Regen auf.
                                                                                                                 80,3 km



29. 6.

Etwas länger geschlafen, dann Frühstück, schon ist es 11.00 h, bis wir zur Sightseeing-Tour Harstad starten können. Wetter: heiter, 16°C . Viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, die Natur rundum ist eigentlich das Betätigungsfeld für Touristen: Boots- / Schiffstouren, fischen, angeln, wandern usw. Nur 1 km entfernt von unserer Unterkunft ist die Kirche von Harstad (1958 eingeweiht ), die wir uns ansehen - von außen, denn sie ist verschlossen. Wir sind weiter auf dem Weg zur "Adolfskanone" auf der Halbinsel Trondenes,ca. 3 km entfernt = eine der größten auf dem Land aufgestellten Kanonen der Welt, gebaut von der deutschen Wehrmacht während des 2. Weltkrieges. Wir folgen einem Wohnmobil und Motorradfahrer zum Schlagbaum des militärischen Geländes - der Pförtner ist nicht anwesend -, doch dem Fahrer des Wohnmobils gelingt es "irgendwie", dass der Schlagbaum hochgeht und wir alle hinterher. Die Ausschilderung zur Kanone ist etwas unübersichtlich und der Motorradfahrer und wir fahren prompt in die falsche Richtung und stehen dann mitten in der militärischen Zone. Sofort kommt ein Armeeauto und der Soldat fragt, wo wir hin wollen - "Adolfskanone" -, also nennt er uns und dem Motorradfahrer ( Norweger ) den richtigen Weg. Dort angekommen sorgen wir für Aufregung = wieso wir als Deutsche hier wären, wer uns durchgelassen hätte - "war keiner da" - , der Mann geht sofort zu einem Telefon, um dies zu klären. Derweil schauen wir uns die Kanone an, als ein Soldat dann zu uns kommt und uns auffordert, zu gehen; er wird uns zum Tor begleiten... Wir dürften nur mit einer Führung hier sein! O.k., wir fahren in Begleitung zurück, wir haben ja alles gesehen, was wir wollten - und "mehr" lag nicht in unserer Absicht ( evtl. Spionage?). Danach fahren wir die kurze Strecke zur Wehrkirche von Trondenes aus dem 13.Jh. Diese Kirche ist die nördlichste Steinkirche in Norwegen ( über 2 m dicke Wände!) und wird als eine der bedeutendsten Landkirchen von Norwegen betrachtet, was die Größe, das Ansehen und die prachtvolle Einrichtung der Kirche betrifft. Finanziert aus dem Geschäft der Kirche mit Stockfisch. Die Kirche galt als Beisitz des Bischofssitzes von Trondheim. Sehenswert! Gleich in der Nähe ist das "Historische Zentrum Trondenes". Die Ausstellung im Museum vermittelt eine Einsicht in die Geschichte der Region Harstad von der jüngeren Steinzeit bis heute, mit dem Schwerpunkt Wikingerzeit und Mittelalter. Für uns Beide alleine startet die sehr freundliche Angestellte die Multimediashow, Dauer ca.15 Minuten; sehr gut gemacht. In den Ausstellungsräumen werden oft passende Musik und Geräusche zu den Exponaten eingespielt ( Bewegungsmelder?), die den Eindruck vertiefen. Heidrun kommt gerade in die "Abteilung 2. Weltkrieg", als ein lauter Kanonenschlag zu hören ist.... Beim Verlassen des Museums regnet es und die Luft hat sich auf 13°C abgekühlt. Wir fahren noch am Hafen entlang, doch zum Aussteigen ist es zu feucht. Also wird das "Außenprogramm" beendet und wir fahren zum Einkaufszentrum in Stangnes, das wir auf dem Weg zum Campingplatz gesehen haben. Hier bummeln wir im Trockenen durch die Passagen, wollen eigentlich auch im Supermarkt ICA einkaufen, doch es gibt hier keine Leergutrücknahme. Also "streichen" wir diesen Laden und fahren ein Stück weiter zum Supermarkt Rema 1000, wo wir auch unser Leergut loswerden und gut einkaufen können. Außerdem gibt es es hier u.a. eine "Heiße Theke" im Foyer = wir nehmen uns zwei Portionen Lasagne mit, die wir dann im Zimmer essen und dabei durch das Fenster den Regen beobachten.
                                                                                                                 22,4 km



30. 6.

Start um 10.10 h, Regen, 9°C !. Wir fahren auf der "83" gen Süd und erreichen um 10.35 h die Tjeldsundbrücke und sind damit auf der E 10. Der Inselkreis hat sich geschlossen, wir sind nun wieder auf dem Festland. Auf der bekannten Strecke der E 10 fahren wir Richtung Narvik und verlassen den "Kong Olav veg" bei Traedal: unsere Straße wird jetzt die E 6. Es regnet die ganze Zeit; alles ist grau und die Berge haben sich die Tarnkappe "Wolken" aufgelegt und sind damit "unsichtbar" geworden. In Narvik wollten wir eigentlich einen Erkundungsgang machen, doch es regnet noch immer kräftig und die Sicht ist miserabel. Wir fahren doch noch wenigstens zum Hafen, dessen Hafeneinrichtungen für die Erzverladung zu den modernsten der Welt gehören ( hierher wird das geförderte Erz aus Kiruna gebracht), doch Wasser und Himmel gehen optisch ineinander über; schade. Auch die nachfolgende Strecke ab Narvik ist landschaftlich sehr schön, kommt jedoch nicht zur Geltung. Bei "Ballangen Camping" ist um 13.15 h Schluß für heute. In Anbetracht des desolaten Wetters mieten wir eine "bessere" Hütte  ( 700,-NOK ) mit Dusche + WC; sehr schön aufgeteilt und gut ausgestattet, auch mit Fernseher und Internet. Wir stellen sofort die Heizung an und richten uns ein; danach dringend eine Waschmaschinen-Ladung Wäsche waschen und im Trockner "Koffer-fertig" werden lassen. Am sehr späten Nachmittag läßt der Regen nach und um ca. 21.00 h zeigt sich die Sonne hinter den Wolken und wir haben jetzt auch wieder Berge hier.
                                                                                                              155,7 km





 1. 7.

Alles fertig: 9.50 h, der Himmel bedeckt ( grau ), 12°C. Auf der E 6 Fortsetzung unserer Fahrt und wir sind froh, dass es wenigstens trocken ist. Und dann plötzlich: ein Traum wird wahr = ein Elch steht am linken Straßenrand und futtert das Grünzeug!! Wir bleiben stehen, Harald steigt aus und fotografiert, bzw. filmt den beeindruckenden Burschen. Der läßt sich vorerst nicht stören; erst als an seiner Seite Autos aufkommen, die dann das Tempo drosseln, wird ihm das wohl zu viel und er kommt auf die Straße, überquert sie, bleibt bei uns kurz stehen, nimmt noch einen Happen von dieser Straßenseite und verzieht sich im Birkenwald. Juhu! Endlich haben wir einen Elch in seiner natürlichen Umgebung gesehen; wir sind begeistert !! Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir den Fährhafen von Skarberget = die Fähre ist gerade abgefahren. Wir werden in die Wartespur gelenkt und nach ca. 20 Minuten sehen wir die nächste Fähre ankommen. Um 11.40 h legen wir ab, queren den Tysfjorden und erreichen ca. 30 Minuten später Bogenes, wo die E6 weitergeht: eine wieder besonders schöne Strecke mit überwältigenden Bergen: viele um die 1000 m hoch, mit einzigartigen Formen und vielen Schneefeldern. Die Straße ist kurvenreich, weil Fjorde, Seen oder Berge umfahren werden müssen. Mal ist die Straße hochgelegen, dann steile  "Abfahrten" und wir sind wieder auf Meereshöhe. Von den letzten gut 80 km der heutigen Fahrt sind ca. 60 km mit elf ( ! ) unterschiedlich langen Tunnel "bestückt". Bald darauf erreichen wir Fauske, um 15.05 h dann "Lundhøgda Camping & Café". Leider ist keine Hütte frei, doch es gibt noch Zimmer für Selbstversorger ( Motel ) : 695,- NOK. Später erfahren wir, dass momentan fast alles ausgebucht ist, weil an diesem Wochenende in der Umgebung von Bodø eine Art Kirchentag stattfindet und viele Teilnehmer hat. Unser Zimmer befindet sich in einem ziemlich neuen Haus und ist eines von sieben. Modern eingerichtet: Doppelbett, eine Couch mit Tisch, Sideboard, Flachbildfernseher, Internet. Für uns alle gibt es eine voll ausgestattete Küche, 2 schöne große Bäder mit Dusche + Wc. Nachdem die Unterkunft geklärt ist und wir uns eingerichtet haben, fahren wir von dieser Halbinsel ca. 3 km in die Stadt, um einen Eindruck zu gewinnen. Fauske ist die Stadt des rosaroten Marmors. Unterwegs haben wir schon einige Marmorsteinbrüche gesehen. Dieser Marmor wurde z.B. schon im Kaiserpalast in Tokio, im UN-Gebäude in New York oder im Osloer Rathaus verwendet. Der Marktplatz in Fauske ist natürlich aus Marmor und an einigen Straßenverkehrs- Kreiseln stehen in der Mitte auch große Marmorsteine. In der kleinen Stadt ist sehr viel Verkehr, was kein Wunder ist: die E 6 bringt den Durchgangsverkehr, außerdem zweigt hier die Reichsstraße 80 nach Bodø ab. Wir essen noch "beim Italiener" und fahren dann zur Unterkunft zurück.
                                                                                                                   212,2 km 




 2. 7.

Start 9.55 h, bedeckter Himmel, 12°C. Wir fahren auf der Reichsstraße 80 Richtung Bodø, doch nach ca. 55 km biegen wir ab auf die "17" und erreichen um ca. 11.00 h die Saltstraumen-Brücke. Hier wollen wir ein besonderes Naturphänomen am Saltstraumen sehen: die stärkste Gezeitenströmung ( Mahlstrom ) der Welt. Durch enge Sunde zwischen den Inseln hier wird der Austausch des Wassers bei Ebbe und Flut zwischen Fjord und offenem Meer verzögert und das Wasser staut sich an den Engstellen. Mit reißender Geschwindigkeit ( bis zu 20 Knoten! ) schießt es dann durch die "Nadelöhre" , wobei sich gefährliche Strudel und Strömungen bilden. Die Strudel erreichen einen Durchmesser bis zu 10 m und eine Tiefe bis zu 5 m. Wir gehen einen schmalen Fußweg hinunter zum Wasser und können aus der Nähe dem "Toben" zussehen. Irre! Um 12.15 h fahren wir weiter auf der "17" bzw. fahren sie bis zum Ende auf Land durch. Eine überwältigende Strecke -  wie gestern: Entlang der Fjorde, an der Küste, um die Berge und etliche Tunnel. Ein Höhepunkt: Nachdem der Svartisen-Tunnel ( 7 km lang! ) geschafft ist, erreichen wir kurz darauf den angekündigten Parkplatz mit Café, von dem eine sehr gute Sicht auf den Svartisen, Norwegens zweitgrößten Gletscher, möglich ist. Eine besonders schöne Sicht auf die Gletscherzunge erhalten wir ein Stück weiter von der Straße aus. Stark beeindruckend! Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu "Furøy Camping", wo wir um 16.20 h eintreffen. Wir mieten eine Hütte mit fließend Wasser ( warm und kalt ), 600,- NOK ( statt einer einfachen Hütte ohne fl.Wasser zu 500,- ). Sehr ansprechend; Kühlschrank, Kochplatten und Geschirr, Gläser usw. sind auch vorhanden. Im Giebel, der zugleich das Vordach vom Eingang bildet, könnte eine dritte Person schlafen. Der Campingplatz ist schön aufgeteilt, mit etlichen Bäumen und viel Grün, und liegt direkt am Fjord. Das Servicehaus ist ein neuer Anbau und somit zeitgemäß ausgestattet. Den Ort Furøy mit Einkaufsmöglichkeiten erreicht man nach ca. 3 km. Am sehr späten Nachmittag kommt die Sonne durch, der Wind ist jedoch noch sehr kühl.
                                                                                                                          196,7 km  



 3. 7.

Heute ist Sonntag = wir legen einen "Ruhetag" ein. Das Wetter ist wunderbar: sonnig, wolkenloser Himmel, Luft 18°C + warme Sonne. Wir nutzen das Wetter auch aus, endlich T-Shirts u.ä. zu waschen - schnelle Lufttrocknung garantiert! Sonne genießen, lesen, mit deutschen Neuankömmlingen plaudern, schon 'mal den nahegelegenen Fähranleger ansehen ( Morgen geht es von hier weiter ) und einfach relaxen.....
                                                                                                                        0,0 km



 4. 7.

Wir wollen mit der Fähre um 10.45 h mitkommen und starten um 10.15 h zum Fähranleger, der wenige hundert Meter entfernt ist. Das Wetter ist heiter, 17°C. Auf die Fähre wartet bereits u.a. eine "Armada" französischer Wohnmobile, die eine Reisegruppe bilden. Wir stehen bereits in der 2.Spur der Wartezone, doch wir haben Glück: als vorletztes Fahrzeug werden wir mitgenommen ( 86,- NOK ) und sind nach ca. 10 Minuten auf der nächsten Halbinsel, wo die "17" fortgesetzt wird. Eine Straße führt nicht dorthin. Die nächste Etappe ist kurz: ca. 22 km bis Jektvik ( incl. 3 Tunnel ), dann müssen wir wieder auf eine Fähre ( 202,- NOK ). Weil der ganze "Pulk" hintereinander gefahren ist, sind wir wieder am Ende bzw. vor der Heckklappe. Die Fähre benötigt ca. 1 Stunde bis Kilborghamn; wir legen um 11.45 h ab. Um 12.20 h passieren wir den Polarkreis = am Ufer auf der linken Seite ist an dieser Stelle ein weißer Stahlgitterglobus aufgestellt. Nun sind wir wieder im Bereich der untergehenden Sonne, doch hier oben ist dies vorerst nicht bzw. kaum zu bemerken: Sonnenuntergang: 1.29 h, Sonnenaufgang: 2.00 h. Wir fahren weiter auf der "17", die ihrem Ruf als besonders schöne Strecke wieder gerecht wird. In der Ferne ist ein kleiner Gletscher zu sehen, aber auch andere über 1000 m hohe Berge tragen noch etliche Schneefelder. In Stokkvågen, dem westlichsten Punkt dieser Halbinsel, sind wir direkt am offenen Meer und haben aus der erhöhten Position, ca. 200 m, einen wunderbaren Ausblick auf die vorgelagerten kleinen Schären und essen dabei unser Mittagsbrot. Danach fahren wir wieder um einen langen Fjord, an dem zuerst noch 1020 bzw. 800 m hohe Berge direkt ans Wasser reichen; die Straße wurde als Trasse in den Fels geschlagen. Weiter drin laufen die Berge sehr flach aus und werden landwirtschaftlich genutzt. Viele Sommerhäuser stehen hier auch, denn es soll ein Anglerparadies sein. Auf der anderen Seite des Fjords fahren wir jetzt nach Nesna, dem Hauptort der gleichnamigen Kommune. In diesem Ort gibt es einen Supermarkt und wir können Nachschub einkaufen. Gleich in der Nähe ist unser heutiger Campingplatz: "Nesna Feriesenter og Motell AS". Wir mieten eine einfache Zwei-Personen-Hütte, 400,- NOK. Diese Hütte ist direkt am Wasser gelegen, jedoch so einfach, dass keine Kochplatte und Geschirr usw. vorhanden ist, jedoch ein Kühlschrank; und es gibt kostenloses Internet. Wir schleppen eine Tisch-/Sitzbank-Kombination direkt vor unsere Hütte, entzünden einen Einweggrill und bruzzeln darauf unser Fleisch = Grillabend am Kieselstrand, Wellengeplätscher, umrahmt von Bergen.
                                                                                                                 118,8 km    




5. 7.

Start um 10.20 h, Regen, 16°C. Wir müssen mit der Fähre weiter und kommen rechtzeiig zur Abfahrt um 10.35 h an = oh Schreck: die französichen Wohnmobile dominieren bei den Wartenden und verlängern die Warteschlange erheblich! Unsere Befürchtungen werden wahr: wie viele andere Autos kommen wir mit dieser Fähre nicht weg ( aber auch einige Franzosen sind stehengeblieben ). Also weiter warten im Regen; mit der nächsten Fähre fahren wir dann um 11.50 h ab nach Levang, wo wir um 12.15 h ankommen. Auf der "17" fahren wir nun in Richtung Sandnessjøen. Die Wolken hängen sehr tief; kurzfristig hört es auf zu regnen, doch es bleibt diesig. Auch die vielgepriesene Bergkette bei Sandnessjøn, die "Sieben Schwestern" ( jeder Gipfel über Tausend Meter hoch ) ist in Wolken eingehüllt. Berge sehen ist heute "out". Also schauen wir uns ca. 20 km südlich die Alstahaug Kirche aus dem Mittelalter an; der älteste Teil der Kirche wurde um das Jahr 1200 errichtet. Dies war die Hauptkirche des in Norwegen bekannten Dichterpfarrers Peter Dass, dessen Leben und Werke im angrenzenden Museum präsentiert werden, was wir jedoch nicht besucht haben. Wir fahren weiter bis zum südlichsten Ende der "17" in Tjøtta, dort geht es wieder mit der Fähre weiter = wir sind bereits um 14.00 h am Fähranleger ( die Fähre soll um 15.15 h ablegen ), doch: siehe oben!! Warten, lesen ( es regnet ), dann endlich auf der Fähre, die um 16.50 h ablegt; um 17.35 h kommen wir in Forvik an. Die Schiffsleute dirigieren die Autos beim Auf- und Abfahren: wer wo stehen soll, wer zuerst startet usw. Wir haben jetzt Glück: beim Verlassen der Fähre sind wir mit anderen Pkw vor den Wohnmobilen an der Reihe und dieser Pulk fährt nun sehr zügig (!) die 17 km bis zum nächsten Fähranleger in Andalsvåg, denn diese Fähre legt um 18.10 h ab... hat geklappt! Die Straßen sind meistens eng, kurvenreich oder wg. Steigungen nicht einsehbar, so dass das Überholen oft schwierig ist. Die jetzige Überfahrt dauert nur 20 Minuten, dann sind wir auf Brønnøy. Wir fahren nach Brønnøysund zum Campingplatz, doch keine Hütte ist mehr frei. Die nette Stadt ist ausgebucht: auch Hotels ( bzw. bestimmte Hotels z u  teuer ) und Motels, wo wir nachgefragt haben = alle Leute wollen vermutlich zum "Torghatten" - wie wir.... Da wir inzwischen Hunger haben, essen wir im "Spisested" am Hafen mit Blick auf Segelboote. Frisch gestärkt: neuer Versuch. Auf der Ostseite des Fjords ist der Campingplatz auch ausgebucht, doch das Ehepaar, das diesen Platz leitet, hilft weiter. Nach etlichen Telefonaten: in Vik ist noch ein Zimmer frei, die Reception ist bis 21.00 h besetzt ( jetzt ist es 20.45 h ), doch die Dame wird noch auf uns warten. Um 21.05 h saust Harald in die Reception des " Sømna Kro & Gjestegaard" und erhält den Schlüssel! ( 995,- NOK incl. Frühstück ). Ein sehr schönes geräumiges Zimmer mit einem großen Duschbad. Zu diesem Hotel gehört auch ein Motel und eine "Nordnorsk Pensjonistskole", d.h. Weiterbildung für Pensionäre / Rentner, die während des mehrtägigen Kursus hier wohnen. Gegen Abend hat es aufgehört zu regnen, doch die Wolken hängen sehr, sehr tief.
                                                                                                   147,7 km



 6. 7.

Sehr gutes Frühstück, dann einpacken, dann Start 10.05 h; bedeckter Himmel, jedoch nicht grau, 14°C. Wir fahren nach Brønnøysund und von dort bis an den Fuß des Berges Torghatten, den Berg mit dem Loch. Dieser markante, abgerundete Berg ragt mit 260 m aus einer relativ flachen Umgebung hervor. Zum Loch im Felsen führt ein "Weg", auf dem wir jetzt "Bergziege" spielen: über große und kleine Steine, zeitweise sehr steil ansteigend, erarbeiten wir uns den Weg ( schnauf, keuch ) bis zum Loch, in das man hineingehen kann und von hier einen wunderbaren Ausblick auf das Meer hat. Der Abstieg muss wieder sehr aufmerksam erfolgen, um nicht auszurutschen, und ist fast so anstrengend wie der Aufstieg. Nach eineinhalb Stunden sind wir wieder beim Auto. Das war ein lohnenswerter Ausflug, auch wenn momentan noch die Knie "weich" sind. Danach fahren wir die bereits bekannte Strecke der "17" zurück bis Vik, und weiter bis Vennesund, wo wir um 14.20 h beim Fähranleger eintreffen. Inzwischen ist sonniges Wetter, 18°C. Mit der Fähre um 14.45 h fahren wir ca. 20 Minuten bis Holm ( 109,- NOK ) und setzen die Fahrt auf der "17" fort. Wieder ganz andere Landschaft: hohe runde Berge, meistens dicht bewaldet; die Straße spielt "Achterbahn": kurvenreich, mal ganz oben, dann wieder rasant auf Meereshöhe der Fjorde. Dazwischen auch sehr lieblich anmutendes Gelände mit Wiesen und roten Häusern. Um 16.25 h erreichen wir "Follakroa Camping" , am Fjord gelegen, und beziehen ein "Appartement" ( drei nebeneinander gebaute in einem Gebäude ), das voll ausgestattet ist; 600,- NOK: großer Wohnbereich, Küchenzeile, Dusche + WC. Dazu ein traumhafter Blick auf das Wasser mit kleinen bewaldeten Schären und hohen Bergen = Norwegen wie im Bilderbuch.
                                                                                                                    159,7 km



 7. 7.

Morgens um 7.00 h ein Blick nach draußen: Nur die gegenüberliegende Hütte und das Restaurant sind zu sehen - keine Berge, kein Wasser = Nebel !! Kurz darauf kommt jedoch Bewegung auf: die ersten Nebelschwaden ziehen weg und ganz langsam taucht ein Bergrücken auf. Kleine Vogelschwärme und Möwen kreischen im Flug; Geschichten von Trollen und Feen scheinen nicht mehr absurd zu sein.... Die Sonne löst den Nebel auf und ca. eine Stunde später blicken wir wieder auf unser "Postkartenbild". Um 10.15 h starten wir im strahlenden Sonnenschein bei 19°C Lufttemperatur und fahren weiter auf der "17". Nomen est omen = "Høylandet Kommune" sagt alles über die Landschaft dieser Region: hohes Land. Bei dem Ort Høylandet verlassen wir "17" und fahren auf die "775", die zur E 6 führt. Das Verkehrsschild "Achtung Schafe" haben wir schon öfter gesehen; hier eine ungewohnte Situation: Die Schafe liegen zu Hauf in den Kurven an den Leitplanken, oft bis auf die Straße; seelenruhig, auch die Muttertiere mit den Lämmern. Die Autofahrer werden schon aufpassen....? Wir erreichen die E 6 und sind wieder auf einer stark befahrenen Straße, fast schon ungewohnt. Kurz hinter Formo folgen wir dem Hinweisschild "Formofossen" und biegen von der E6 wenige Kilometer ab. Zu Fuß gehen wir ein kurzes Stück bergab und sind am Wasserfall dieses starken Flusses - sehr schön! Die Sonne zaubert in den Sprühnebel zwei Regenbogen. Inzwischen ist es 27°C warm, doch am Himmel sind stellenweise "unschöne" Wolken, die uns um 12.25 h bei der Weiterfahrt mit Regen überschütten - n u r  Regen, es sah vorher fast schon gewittrig aus. Der Regen hört etwas später auf und es wird wieder sonnig, Temperaturanstieg von 23 auf wieder 27°C. Weiter auf der E 6, am Fjord Snåsavatnet entlang, kaufen unterwegs an der Straße noch "Luxus" ein = Erdbeeren, zwei Schalen à 40,- NOK !, dann durch die Stadt Steinkjer. Etwas später kaufen wir in einem an der Straße gelegenen Supermarkt einige Dinge ein und kommen auf dem Parkplatz mit einem Kölner in ein längeres Gespräch. Hier machen wir auch unsere Mittagspause. Danach dann zur heutigen letzten Etappe bis Malvik, ca. 14 km vor Trondheim. Um 15.45 h erreichen wir den Campingplatz "Vikhammer Motell & Camping" und mieten eine einfache Hütte ( 550,- NOK ) mit fließend Wasser, Kochplatte und Kühlschrank. Gegen 18.00 h verdichtet sich der Himmel und es schauert von oben. Uns gegenüber ist "Klein Holland": ca. 15 holländische Wohnmobile - eine Reisegruppe - stehen auf den terrrassenförmig angelegten Plätzen und die Insassen werden nun von ihren Sonnenplätzen hochgescheucht. Die Luft hat sich sehr abgekühlt. Nach dem Abendessen genießen wir unser Dessert: die Erdbeeren; mmmhhh!
                                                                                                                     266,2 km



8. 7.

Die Bushaltestelle ist in der Nähe unseres Camps und mit dem Bus um 10.20 h fahren wir in die City von Trondheim. 1997 feierte die Stadt ihr 1000-jähriges Jubiläum und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück ( war z.B. auch Hauptstadt von Norwegen ). Der (Fluß ) Nidelva umgibt die Altstadt zur Landseite hin - früher war hier der Hafen der Stadt - und auf der anderen Seite ist der weit ins Land reichende Trondheimfjord, an dem sich der heutige Hafen befindet, weil mehr Platz benötigt wurde. In der Touristinformation am Torget ( Marktplatz ) kaufen wir die Tickets für die tägliche Stadtrundfahrt um 12.00 h; Erklärungen in Englisch, Deutsch und, natürlich, Norwegisch. Die Fahrt dauert 2 Stunden und beginnt in der Stadtmitte, dann weiter in die nahe Umgebung; ein Stopp im Volksmuseum Trøndelag , wo wir eine Stabkirche aus dem Mittelalter besichtigen. Einige Bretter der Holzwände sind noch original aus dieser Zeit! Auch ein Fotostopp am Aussichtspunkt der Stadt und ein weiterer Stopp auf der Festung Kristiansten. Danach besichtigen wir  d i e  Attraktion und das Wahrzeichen der Stadt Trondheim: den Nidarosdom, die nördlichste Kathedrale der Welt und Norwegens Nationalheiligtum. Mit dem Bau des Doms wurde 1070 begonnen, der Grundstein wurde über dem Grab Olav des Heiligen gelegt. Dieser Dom ist auch der Abschluß und Höhepunkt des "Olavsweg", zu dem sich jedes Jahr viele Pilger ( ähnlich dem "Jakobsweg" ) aufmachen. Dieser Dom verschlägt uns die Sprache: ein Meisterwerk der Architekten und Handwerker; wunderschön anzusehen! Eigentlich schwerer Stein wirkt filigran in Ranken und  Bögen, den sehr hohen Säulen im Inneren werden durch die üppigen Kapitelle die Steifheit genommen. Der Baustil ist teils romanisch, teils gotisch; eine gewaltig große Kirche. Der Fußboden sehr edel = unsere Vermutung wird auf Nachfrage bestätigt: es ist der rosarote Marmor aus Fauske. Nach einem Regenschauer zeigt sich die Sonne und wir bummeln weiter zu den alten Holz-Speicherhäusern am Nidelva. Viele dieser Häuser sind schön restauriert und beherbergen Gaststätten, Büros und Läden. Viele Häuser wurden auch von der Stadt aufgekauft und zu Studentenwohnungen umgebaut, denn Trondheim ist auch eine alte Universitätsstadt, in der ca. 30.000 Studenten eingeschrieben sind. Das Stadtbild ist ein Mix aus alter und neuer Zeit; Altes wird bewahrt und gepflegt, doch dem Neuen ist man auch aufgeschlossen. Wir sitzen auch auf einer Bank im Stiftsgården, einem Park, der zu einem prachtvollen Patriziergebäude gehört und als das größte Holzgebäude in Nordeuropa gilt. Heute gehört dieses Haus der Stadt und dient teilweise als Residenz, wenn "Königs" in der Stadt weilen. Natürlich bummeln wir auch durch die Gågata: nette kleine Geschäfte und natürlich auch die "Ketten", teilweise in kleinen Shoppingcentern zusammengefaßt.Zum Abschluß essen wir noch etwas in der Stadt und fahren dann mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Jedoch  n i c h t  in die Hütte - die war für heute bereits anderweitig reserviert, sondern in ein Zimmer des angegliederten Motels ( 675,-NOK ) mit Blick vom Balkon über den Campingplatz - im Regen! Wir legen die "runden Füße" hoch und stellen den Fernseher an - nicht lange, denn die Müdigkeit treibt uns ins Bett.
                                                                                                              0,0 km



 9.7.

11.00 h = Start; Wetter heiter, 21°C. Wir wollen nicht durch Trondheim Richtung Westen fahren, sondern fahren "über Land" durch kleine Dörfer auf fast leeren Straßen in sehr schöner Landschaft bis nach Heimdal am südlichen Ende Trondheims, wo wir auf die E 39 fahren. Bald darauf reihen sich etliche lange Tunnel dicht aneinander, die erst bei Orkanger aufhören. Hier sehen wir nun wieder auf der rechten Seite den südwestlichen Zipfel des Trondheimfjords. Dann geht die kurvenreiche, 'mal steile, 'mal abschüssige Straße quer durch das Land bei regem Verkehr. Am Beginn des Vinjefjorden machen wir eine Verschnaufpause und essen auch unser Mittagsbrot. Weiter geht es nun wieder am Wasser entlang bis Halsa und wir sind um 14.35 h am Fähranleger in der Wartelinie als zweites Auto; die Fähre ist gerade abgefahren. Um 15.30 h legen wir ab ( 109,- NOK ) und setzen in 20 Minuten nach Kanestraum über. Fortsetzung auf der E 39 nach Kristiansund. Beachtenswert: Kristiansund liegt auf einer Insel, die 1992 ihre erste Festlandverbindung erhielt: den unterseeischen Freifjord-Tunnel. Dieser Tunnel ist 5100 m lang, die größte Tiefe beträgt 130 m unter dem Meer; mautpflichtig = 101,- NOK. Somit ist unser Elbtunnel in Hamburg nur ein kleiner Bruder. Wir fahren direkt zum heutigen Tagesziel; 16.45 h : "Atlanten Motell og Camping" und rechnen damit, dass alles ausgebucht sein könnte = Ferienzeit + Wochenende + sehr beliebtes Ziel... Es ist nur noch eine große Hütte für eine Nacht verfügbar: wir nehmen sie (955,- NOK ). Eine Luxus-Hütte ( quasi Hotelapartement wie in Kiruna ); eingerichtet für bis zu sechs Personen. Drei Schlafräume ( Betten schon bezogen, weiße Handtücher liegen bereit ), ein offener Wohnbereich ( Couch +Tisch, Esstisch+Stühle, ganz helles Holz) mit Küche, Dusche + WC getrennt, Fernseher und Internet. Alles in guter Ausstattung und sehr geschmackvoll, sogar das Geschirr paßt im Stil und in der Farbe zur Einrichtung. Draußen eine große Holzterrasse mit einem Gartentisch und Stühlen. "So etwas" tut auch 'mal wieder gut!
                                                                                          206,3 km       



10. 7.

Wir wollen heute noch in Kristiansund bleiben, deshalb hat Harald gestern schon ein Zimmer im zum Camp gehörenden Motel für die kommende Nacht gebucht ( 595,- NOK incl. Frühstück). Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen ins Auto und schließen mit einem Seufzer die Tür des netten Mini-Häuschens. In der Nacht hat es heftig geregnet; am Morgen sind kurze Trockenphasen in der Schauerfront. Um 11.10 h starten wir zur Besichtigungstour; inzwischen ist es heiter, 16°C. Kirstiansund ( ca. 17.000 Einwohner ) liegt verteilt auf drei Inseln, die mit Brücken verbunden sind: Kirkelandet mit Gomalandet, Innlandet und Nordlandet. Wir fahren zuerst zum Hafen hinunter, denn die Sonne scheint gerade so schön. Meistens lagen in den bisherigen norwegischen Häfen Motorboote, doch hier liegen im Gästehafen etliche Segler - alles Norweger. Heute ist Sonntag, deshalb nicht viel Verkehr und wir nutzen die vielen 30-er / 40-er Zonen aus zum "gucken", steil bergauf, bergab; jetzt schon anstrengend, wie mag das erst im langen,langen Winter mit Eis und Schnee sein? 1940 wurde die Stadt wegen der Bombenangriffe fast völlig zerstört, deshalb sind heute viele moderne Häuser zu sehen, unterbrochen von den typischen alten Häusern. Die geschützte Lage am Sund - eisfrei auch im Winter - trug zur wirtschaftlichen Entwicklung des Hafens, und damit der Stadt, bei. Für die Off-shore Öl- und Gasförderung in der Nordsee ist Kristiansund heute ein wichtiger Stützpunkt und auch Versorgungszentrum. Der Himmel zieht sich wieder zusammen und es regnet. Mit dem Auto fahren wir weiter zur Insel Innlandet, doch diese kleine Insel ist schnell abgefahren. Zurück auf Kirkelandet, dann weiter auf Norlandet; es regnet permanent. Den stärksten Regen warten wir auf einem schön gelegenen Stellplatz, mit Blick auf den Sund, ab und machen Mittagspause. Langsam wird es trocken und erste blaue Stellen zeigen sich am Himmel. Wir setzen die Rundfahrt fort, kommen am Flughafen vorbei, dann an einem Neubaugebiet mit schmucken Einfamilienhäusern - in allen Bauphasen - und kehren zurück auf Kirkelandet im hellen Sonnenschein, doch mit kühlem Wind. Jetzt ziehen wir in unser Motel-Zimmer ein, das zweckmäßig eingerichtet und natürlich kleiner ist, jedoch auch mit eigenem Bad. Zum Abendessen sind wir zum "SMIA Fiskerestaurant" in die City gefahren und haben nach der vorzüglichen Fischsuppe ein wohlschmeckendes Fischgericht gegessen. Das Restaurantgebäude ist eine ehemalige Hafenschmiede von 1737, das zum Lokal umgebaut worden ist und die leckeren Gerichte in historischem und urigem Ambiente serviert.
                                                                                                                  47,2 km        



11. 7.

Aufbruch um 10.15 h, nach dem guten Motel-Frühstück, Regen, 14°C. Zuerst fahren wir zur Tankstelle und stellen fest, dass hier die gleiche Praxis wie bei uns herrscht: gestern Abend kostete das Benzin noch 14,29 NOK p.Ltr., ( wir hatten schon überlegt, nach dem Abendessen noch zu tanken ), heute, Montag, kostet der Liter Super nur noch 13,79 NOK ! Danach geht es direkt in den "Atlanterhavstunnel" ( Atlantiktunnel ), der wieder ein unterseeischer Tunnel ist ( Maut 122,- NOK ), 5,7 km lang, und ein Gefälle bis zu 10% aufweist; die größte Tiefe beträgt 243 m unter dem Meer. Das andere Ende liegt auf der Insel Averøy, die wiederum durch den Atlanterhavsvei ( Atlantikroute ) an das Festland angebunden ist. Diese Atlantikroute verbindet mit acht Brücken Schären und kleine Inseln, die am offenen Meer liegen; insgesamt acht Kilometer lang und mit reichlich Parkplätzen versehen, damit alles in Ruhe betrachtet und fotografiert werden kann. Schön, dass der Regen rechtzeitig aufgehört hat. Wir fahren die Küsten- bzw. Küstennebenstraße bis Bud durch, bevor wir den Weg nach Molde einschlagen. Nach der kargen Schärenlandschaft sind wir nun wieder "im Grünen", obwohl die Berge stark von Wolken eingehüllt sind. Kurz vor Molde fahren wir von der Hauptstraße ab, umgehen damit den mautpflichtigen Tunnel, und nehmen die "alte" Straße. Es regnet wieder. In Skaret befindet sich ein Touristenzentrum mit großem Parkplatz an der Straße und traditionellen Holzhäusern, in denen norwegisches Kunsthandwerk angeboten wird, und ein "Lysgården" ( Kerzenboutique ). Die Tür zu diesem Geschäft öffnen und vor Freude sprachlos werden sind eins: Liebevoll und künstlerisch und nach Farben zusammengestellt sind Kerzen in den verschiedensten Formen und dazu das "Drumherum" von Kerzen: Gläser, Leuchter, Servietten, Kunstblumen und der ganze schöne Schnickschnack. Präsentiert wird dies alles in diesem "alten" Ambiente, ergänzt mit antiken Dingen, z.B. alte Nähmaschinen, Plattenspieler, Holzgefäßen usw. Eine Augenweide! Die "Mautersparnis" ( und mehr ) wird nun in den Erwerb schöner Dinge umgemünzt. Anschließend essen wir noch im Auto unser Mittagsbrot, denn es regnet immer noch. Dann geht es weiter, Richtung Molde; jedoch drei Kilometer vorher, um 14.15 h, Stopp bei "Kviltorp Camping". Hier mieten wir eine einfache Hütte ohne fließend Wasser, 490,- NOK. Hübsch eingerichtet, sehr gepflegt, mit Kochplatte, Kühlschrank, Fernseher und kostenlosem Internetzugang. Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir mit dem Auto nach Molde, ins Centrum. Die Stadt liegt sehr attraktiv am breiten Moldefjorden mit einigen vorgelagerten Schären. Diese und die anschließende Region scheinen ein gutes Segelrevier zu sein, denn im Yachthafen von Kviltorp und in Molde liegen auffallend viele Segelboote. Wir finden einen Parkplatz in der Stadt an der Hafenkante, wo wir nur noch für eine Stunde ( bis 17.00 h ) bezahlen müssen, danach gebührenfrei. Der Regen hat aufgehört. Die Haupteinkaufsstraße wird gerade "überrannt": Das Kreuzfahrtschiff "Aidablu" liegt am Kai und entläßt die Passagiere für den Landgang. Etliche Busse starten auch gerade mit denjenigen, die Ausflugsfahrten unternehmen. Wir reihen uns in das Fußvolk ein und bummeln durch die Straßen und einige Geschäfte. Die City ist überwiegend modern, weil die Stadt im zweiten Weltkrieg nahezu zerstört worden ist. Molde ( ca. 24.000 Einwohner ) hat den Beinamen "Stadt der Rosen", vermutlich, weil das milde Klima durch die geschützte Lage die Rosenzucht ermöglicht. Bevor wir zum Camp zurück fahren, essen wir noch im kleinen Einkaufszentrum "Molde Torget" und sind um 19.30 h wieder in unserer Hütte.
                                                                                           120,2 km          



12. 7.

Nachts hat es geregnet, morgens sprüht es noch leicht. Um 10.10 h brechen wir auf, der Himmel ist bedeckt, die Luft wird trockener, 12°C. Wir fahren wenige Kilometer an die Südwestecke dieser Halbinsel, sind um 10.40 h am Fähranleger Mordalsvågen und nehmen die Fähre um 11.00 h ( 86,- NOK ) hinüber nach Solholmen. 15 Minuten später sind wir angekommen und haben uns somit die lange Fahrt um den Fjord erspart. Auf der Insel Otrøy fahren wir auf der nördlichen Küstenstraße am offenen Wasser entlang, nach Midsund; hier über die Brücke auf die kleine Insel Midøy bis zum nächsten Fähranleger Dryna, wo wir drei Minuten vor Eintreffen der Fähre ankommen und dann um 12.10 h ablegen ( 116,- NOK ). Diese Fahrt dauert 20 Minuten bis Brattvåg auf der Halbinsel Haram. Der Himmel wird zusehends freundlicher, einige Sonnenstrahlen machen sich breit und "bekämpfen" die Wolken, die noch an den Bergen hängen. Die Straße geht zuerst nach Süden bis an den Crytefjorden, den wir östlich umfahren müssen, um nach Ålesund zu kommen. Wir setzen noch einen "Schlenker" dran und fahren auf Oksenøya die südliche Straße ( "656" bzw. "60" ), weil das Wetter immer besser wird. Auf dieser Strecke ist der Fähranleger Magerholm, den wir uns ansehen bzw. auch hier auf dem Parkplatz Mittagspause machen. Danach dann direkt zum ausgeguckten Campingplatz 3 km vor Ålesund : leider nichts mehr frei! Doch man hilft uns weiter = nach einem Telefonat wird schon ein Zimmer reserviert, direkt in Ålesund, für 540,- NOK. Unser Navi führt uns dorthin und wir beziehen ein Zimmer für Selbstversorger mit Mini-Küche, Bad und Internet. Nach unserem "Einzug" können wir das Auto stehen lassen und gleich mit dem Stadtrundgang vor der Haustüre beginnen. Ålesund ( ca.41.000 Einwohner ) liegt verteilt auf mehreren Inseln und bestand früher aus Holzhäusern. 1904 jedoch brannte die ganze Stadt in einer einzigen Sturmnacht ab und wurde danach völlig neu gestaltet und mit Steinhäusern wieder aufgebaut - im damals populären Jugendstil. Deshalb sieht das Stadtbild der Innenstadt ungewöhnlich für Norwegen aus, jedoch sehr schön. Kaiser Wilhelm hatte damals auch Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt, zum Dank wurde eine Straße nach ihm benannt. Die Häuser machen einen gepflegten Eindruck und die spielerischen "Einlagen" an den Fassaden wirken nun im Sonnenschein besonders freundlich. Im Bootshafen der City liegen schon viele Yachten im Päckchen, denn vom 13. - 16.Juli wird hier um den Hafen "Ålesunds Båtsfestival"  gefeiert; quasi ein Volksfest, das jetzt 10jähriges Jubiläum feiert. Auf dem Hafenvorfeld wird noch vieles aufgebaut und zusammengehämmert. Der Wind hat stark aufgefrischt und weht kalt vom Wasser aus durch die Straßen; die Lufttemperatur ist im Laufe des Tages auf 13°C "gestiegen"; nur an windgeschützten Stellen kann man die Wärme der Sonne spüren. Zum Abschluß des Stadtbummels essen wir noch in einem Restaurant am Bootshafen und ersparen uns somit das Kochen und den Abwasch.
                                                                                                        112,1 km         




13.7.

Start um 10.20 h, heiter, 12°C. Wir fahren nördlich aus Ålesund 'raus auf die  lange, schmale Halbinsel Ellingsøya, die den Fjord "teilt". Von hier östlich, bis wir wieder auf die "661" stoßen und über Skodje diese Küste gen Süden fahren; die Berge sind klar zu sehen. Bei Stordal geht die Straße etwas ins Landesinnere, ein breites, fruchtbares Tal mit Ackerbau und Viehzucht. Stopp bei der "Rosekyrkja", die als sehenswert ausgeschrieben ist. Zu recht: eine kleine Holzkirche aus dem Jahr 1789, die im Inneren besonders schön und üppig im Barock-Stil bemalt ist , u.a. mit Szenen aus der Bibel. Sehr beeindruckend! Nebenan ist ein nicht mehr bewohntes ländliches Holzwohnhaus aus der Zeit zu besichtigen: mit Gras bewachsenem Dach und einfachen, rustikalen Räumen. Ein Stück weiter steht ein "Erdbeer-Schild" an der Straße. Wir folgen diesem bis zum etwas landeinwärts liegenden Bauernhof, fahren vorbei an Kartoffel- und Erdbeerfeldern, und können dann besonders schöne Erdbeeren ( 35,- NOK pro Schale ) kaufen. Dann geht die Fahrt wieder Richtung Küste ( einige Tunnel ), bis wir wieder in das Valldal geführt werden, das sehr touristisch eingerichtet ist: viele Campingplätze, Hotels, Cafés usw. Ein üppiges Tal mit rauschenden Wildbächen, Flüssen mit Wasserfällen und gewaltigen Bergen rechts und links, von denen auch oft Wasserfälle herunterstürzen. Die kurvenreiche Straße führt stetig bergan: wir fahren bis zur baumlosen Höhe hinauf, einige Schneeflecken direkt neben der Straße. Am höchsten Punkt ist das Rasthaus "Trollstigen Fjellstue" ( Café, Souvenirs ); auf dem großen Parkplatz ein starkes Gewühle von Autos, Bussen, Menschen. Nach einer Pause ( Waffel mit Erdbeerkompott ) fahren wir die wohl bekannteste Straße Norwegens hinab: den Trollstigen. Umgeben von Bergen mit einer Höhe bis zu knapp 1.800m, ein imposantes Bild im strahlenden Sonnenschein, bei jetzt 18°C. Wir fahren in weiten Kehren, z.T. einspurig mit Ausweichstellen, die elf Haarnadelkurven bergab. Zwischendurch Stopp beim Wasserfall Stigfossen, der auf halbem Weg seine Fallhöhe von 180m beginnt und unter der Straßenbrücke weiterfließt. Wir fahren weiter bis ins Tal. Der Trollstigen war schon immer ein wichtiger Pass von Sunnmøre ins Romsdal, seit jedoch diese Straße besteht, ist der Weg wesentlich einfacher geworden, denn früher war er ein gefährlicher, steiler Saumpfad. Im Tal, 3km vor Åndalsnes, steuern wir um 15.55h den Campingplatz in Mjelva an. Wir mieten die "bessere" Hütte für 520,- NOK ( statt 450,- ): schön groß, mit abgetrenntem Schlafraum, voll ausgestatteter Miniküche, fließend kalt+warmes Wasser, Kühlschrank, Internet. Der Platz ist sehr nett gestaltet, u.a. viele Birken, Spielplatz für die Kinder, Minigolf - und umgeben von den hohen Bergen. Es gefällt uns gut hier und wir beschließen, eine weitere Übernachtung zu buchen = klappt! Die zweite Nacht kostet nur 470,- NOK! Das ist ja wirklich ein weiterer Pluspunkt. Nachdem wir eingerichtet sind, fahren wir die drei Kilometer bis Åndalsnes zum Supermarkt und kaufen Nachschub ein, u.a. Milch für die Erdbeeren, die es heute als Dessert gibt. Es war heute wieder ein besonders beeindruckender Tag, in hinreißender Landschaft; und dazu der Sonnenschein!
                                                                                              149,6 km      





14. 7.

Lange schlafen, beim Frühstück trödeln können = so fängt ein Ruhetag an. Wir nutzen das sonnige Wetter aus und rücken dem Schmutzwäsche-Beutel zu Leibe: Waschtag! Aber auch Zeit zu lesen und Karten und Infobroschüren zu studieren, um die nächsten Reiserouten zu planen. Mal sehen, was umgesetzt werden kann, denn das Wetter spielt dabei ja auch eine Rolle. Übrigens: Inzwischen merken wir auch, dass wir schon ganz schön südlich sind. Sonnenuntergang ist um 23.13 h, -aufgang um 3.59 h.
                                                                                                       0,0 km      



15. 7.

Morgens hatten die Berge vermutlich noch nicht ausgeschlafen, denn sie waren noch unter der Nebeldecke versteckt. Wir brechen um 10.10 h auf, der Nebel löst sich langsam auf, der Himmel ist noch nicht frei, 14°C. Mit dem Auto drehen wir noch eine Runde in Åndalsnes, ein lebhafter Industrieort, neuzeitliches Stadtbild, weil im Krieg fast vollständig zerstört, und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, direkt am Romsdalsfjord gelegen. Danach begeben wir uns auf die E 136 und haben das schöne Romsdalen vor uns. Die Fahrt unterbrechen wir bald darauf, denn hier am Eingang des Tales ist eine weitere Attraktion dieser Region: Trollveggen. "Die Trollwand ist die höchste senkrechte Felswand Europas! Sie misst vom Fuße des Berges bis zu ihrem Gipfel 1800 m ü.M. Der lotrechte Teil der Gebirgswand misst 1000 m und hat einen Überhang von 50 m". So ist es in der Info-Broschüre zu lesen. Die Sonne zeigt sich schon und ist dabei, den Nebel aufzulösen. Weil auf der anderen Straßenseite jedoch auch eine beachtliche Felswand steht, geht dies natürlich nicht so schnell, denn die Nebelschwaden werden hin und her geschoben, 'mal ist einer dieser klotzigen Gipfel zu ahnen, kurz zu sehen, dann wieder verhüllt. Auf dem davorliegenden Parkplatz herrscht reger Betrieb und alle schauen nach oben. Es ist faszinierend, wie winzig wir uns vorkommen angesichts dieser steilen Wände. Auch auf der Weiterfahrt bleiben die Berge rechts und links noch etliche Kilometer hoch: ca. 1400 bis knapp 1800 m, viele Sturzbäche, Wasserfälle sind zu sehen und zu hören. Erst später öffnet sich das Tal, wird breiter und bietet Platz für Wiesen und Felder. Die Sonne hat sich durchgesetzt und die Temperatur klettert allmählich bis an 21/22°C. In Dombås endet die E136, die E6 übernimmt nun die Fortsetzung nach Süden. An diesem Ort wuselt es nur so von Autos und Menschen; Cafés, Imbislokale, Tankstellen usw. laden zur Pause ein. Wir fahren also auf der E6 Richtung Otta, biegen jedoch vorher bei Sel auf die Landstraße ab ("Abkürzung" ) um später auf die "15" zu stoßen, die wir nach Lom benötigen. Jetzt fahren wir auf der Nordseite des Vågåvatn, ein langgestreckter Bergsee, der mit Gletscherwasser gefüllt wird und deshalb türkisfarben ist. Bei Vågåmo wird das Gewässer überbrückt und wir gelangen auf die Südseite. Die Berge in dieser Gegend sind nicht gezackt, eher abgerundet. Dann erreichen wir Lom und um 16.30 h den Campingplatz "Nordal Touristsenter AS". Die einfache Hütte kostet 520,- NOK. In der Hütte ist u.a. ein Handwaschbecken mit Wasserhahn ( kalt ), ein Kühlschrank, eine Kochplatte, keine weitere Küchenausstattung ( Pfanne, Geschirr u.a. ). Wir benötigen dies zwar nicht, doch die Unterschiede der Hütteneinrichtungen zum Preis sind doch beachtlich. Wir sehen so viele Motorradfahrer unterwegs, die dann gezwungen wären, die teuren Hütten zu mieten wg. der Ausstattung, weil sie ja nicht so viel Gepäck dabei haben können. Beim Erkundungsgang stellen wir fest, dass hier eine Hochburg des Tourismus ist: diverse Campingmöglichkeiten, Hotels, Restaurants, Cafés, Supermärkte usw. liegen dicht beieinander. Wir essen in einer Caféteria unser Abendessen, danach holen wir uns eine frisch gebackene Leckerei beim Bäcker als Dessert und essen diese am rauschenden Gebirgsfluß, der gleich daneben fließt.
                                                                                                       191,5 km



16. 7.

Um 10.10 h fahren wir los, quasi "um die Ecke" zur Stabkirche von Lom. Diese Kirche entstand im 12.Jh. und wurde im 16.Jh. durch Querschiffe erweitert. Im Sonnenschein bei 14°C warten wir, wie andere auch, ca. 15 Minuten, bis die gerade stattfindende Führung beendet ist. Danach drängeln wir uns mit einer Busladung Holländer in die Kirche, die jetzt anschließend ihre eigene Führung auf englisch erhalten. Keine Chance für die "Einzelgänger", wir müssen uns auch alle in die Bänke setzen und den Erklärungen zuhören, denn "..sonst würde unser Herumgehen die Konzentration stören ". Also hören wir zu und sehen uns danach die wunderschönen Holzarbeiten und Malereien in Ruhe an. Anschließend ein weiterer "Katzensprung" zum "Fossheim Steinsenter". Hier ist eine umfangreiche Mineraliensammlung dieser Region und auch aus anderen Gebieten Norwegens, sowie einige ausländische Steine. Unter manch unscheinbarem Äußeren verbergen sich "Schätze" in vielen Farbschattierungen oder als fast glasklare Quarze. Angeschlossen ist eine Werkstatt für Kunsthandwerk und Schmuck, in der die Steine geschliffen und zu Schmuckstücken verarbeitet werden. Ein "Souvenir" müssen wir natürlich mitnehmen. Jetzt noch Sprit für unser Auto tanken, dann geht es um 11.55 h 'raus aus der Stadt, auf die "55" Richtung Sognefjord, stetig bergan. Am Eingang zum Leirdalen, beim Hotel Elveseter, kurzer Stopp bei der Gedenkstätte an Harald Hårfagre ( Harald Schönhaar ), der hoch zu Ross auf der ca. 32 m hohen, runden Saga-Säule thront. Die Reliefs auf dieser Säule zeigen Szenen der norwegischen Geschichte vom Jahre 872 bis 1814. Weiter geht es bergauf. Wir durchfahren das felsübersäte Breiseterdalen mit zahlreichen herabstürzenden Wasserfällen, bis wir das Sognefjell erreichen. Hier sind wir auf der Höhe der Schneereste neben der Straße und blicken auf noch höhere Gletscher mit kantigen Gipfeln. Die Sognefjellstraße gilt als höchste Passstraße in Skandinavien mit ihrer Höhe von 1434 m ü.d.M. Natürlich formen wir auch einen Schneeball aus dem verharschten Schnee, sind begeistert von den Seen auf dieser Hochfläche, die im Sonnenlicht mit dem Schnee um die Wette glitzern. Wir haben immerhin noch 17°C hier oben bei der Sognefjellhytta. Bald darauf nehmen wir unsere Mittagspause auf einem Parkplatz, der windgeschützte Sitzplätze erhalten hat, von wo wir einen herrlichen Ausblick in die Landschaft haben; wir mögen uns garnicht davon lösen. Nun geht es wieder bergab; ab Oscarshaug sind sehr viele Strecken mit bis zu 10% Gefälle; kein Wunder, dass wir relativ schnell auf kurvenreicher Straße inclusive Haarnadelkurven wieder auf Meereshöhe gebracht werden = wir sind am Ende des Sognefjords. Auf der westlichen Seite dieses so tief ins Land reichenden Fjords fahren wir weiter auf der "55"  bis Lekanger. Die Berge ragen fast senkrecht aus dem Wasser; erst an der Südküste dieser Halbinsel ist das Ufer breiter = Platz für Obstbäume, die hier an der Sonnenseite angepflanzt worden sind ( heutige Top-Tagestemperatur 24°C ). Um 16.50 h erreichen wir "Systrond Motell, Hyttesenter og Camping". Weil die einfache Hütte 350,- kosten sollte, nehmen wir ein Motel-Zimmer zu 450,- NOK, mit Dusche + WC. Das Zimmer ist geräumig, Kühlschrank und Kochplatte im abgetrennten Raum; Blick nach draußen zum Sognefjord über abschüssiges, bewohntes Gelände.
                                                                                                 165,7 km      




17. 7.

Wir müssen los; es ist 11.25 h, es regnet immer noch, 18°C. Auf der "55" weiter, westlich, bis Hella, zum Fähranleger, den wir um 11.48 h erreichen und direkt auf die Fähre durchfahren können: Abfahrt 11.50 h, 79,- NOK. Nach zehn Minuten fahren wir in Dragsvik an Land, kaufen hier am Fähranleger noch "ins Auge stechende" Erdbeeren ein, und setzen die Fahrt auf der "55" fort. Schade, dass die schöne Landschaft am Sognefjord heute nicht die "richtige Beleuchtung" (Sonne ) hat, sie hätte es verdient. Kurzfristig bleibt es trocken, doch dann regnet es wieder. Die hohen Berge sind heute dunkle Wände im trüben Wetter, die Obstbäume werden im Wind gebeutelt. Ein großer Frachter im Fjord wirkt vor der Bergkulisse wie Spielzeug. Einige Tunnel sind heute auch wieder zu durchfahren; der längste davon ist ca. 7,4 km lang. Bei Vadheim endet die "55"; wir biegen auf die von Norden kommende E 39 ab und fahren weiter am Fjord entlang. Bei Vikum steuern wir um 14.45 h den Campingplatz "Fagernes Hytte- og Konferansesenter" an: Schluß für heute. Wir gönnen uns eine "schöne Hütte" ( 750,- NOK ): Sehr groß = geräumiger Wohnbereich mit offener, voll ausgestatteter, Küche ( mit schönem Geschirr, Töpfen und Besteck ) und Eßplatz, Kamin ( Holz liegt bereit ), zwei Schlafräume ( 1x mit Doppelbett, 1x Etagenbett ), großes Duschbad. Alles in Naturholz eingerichtet, sehr gepflegt und ansprechend. Der Campingplatz liegt auf einer "Landnase" am Fjord, und ist somit halbrund von Wasser umgeben, jedoch mit vielen Birken bepflanzt; an der geschützten Wasserseite ist eine Bootsanleger-Brücke. Ein Restaurant gibt es hier auch, so dass wir unser Abendessen hier einnehmen; das Tagesgericht: "Dagens Fisk" ( = heute Lachs ) mit frischen Stampfkartoffeln von neuen Kartoffeln, heißer Butter, Gemüsemix und kleiner Salatbeigabe: 145,- NOK - sehr preiswert für Norwegen. Schmeckte sehr gut! Danach sind wir wieder zurück in die Hütte ( immer noch feuchte Luft ), haben die Heizung angestellt und später die Erdbeeren als Nachtisch gegessen.
                                                                                                 99,3 km        



18. 7.

Start um 10.15 h, heiteres Wetter, 16°C. Wir fahren weiter auf der E 39 in westlicher Richtung die kurze Strecke bis Lavik => Fähranleger nach Oppedal, den wir um 10.40 h erreichen. Die Fähre legt um 11.05 h ab ( 109,- NOK ), und es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Autos darauf Platz finden. Nach 20 Minuten sind wir auf der Südseite des Sognefjords, wieder auf der E 39, Direktverbindung nach Bergen. Auch auf dieser Seite setzt sich die schöne Landschaft fort: Tiefe, grüne Täler in Nord-Süd-Richtung: Fjordsdalen, dann Romarheimsdalen, die von hoch bewaldeten Bergen begrenzt werden und den Eindruck erwecken, dass diese "damals" etwas stärker "zusammengeschoben" worden sind, denn der "Faltenwurf" ist wesentlich stär ker. Es sieht alles so schön aus und erinnert uns an die liebevoll und gekonnt gestalteten Landschaften im "Miniaturwunderland" der Modelleisenbahn in Hamburg... Danach kommen wir wieder ans Wasser, die Straße läuft jetzt in südwestlicher Richtung, meistens entlang der Küste, wobei wieder einige Tunnel zu durchfahren sind; der längste mit 4,8 km. In Knarvik dann ein Stopp, denn hier ist ein nettes Einkaufszentrum, vor allen Dingen jedoch: ein Supermarkt, in dem wir Brot, Butter, Fleisch u.a. kaufen können. Auf dem Parkplatz machen wir anschließend unsere Mittagspause in strahlender Sonne und 22°C. Danach biegen wir von der E 39 ab, denn wir wollen einen Abstecher auf die Schärengruppe nordwestlich von Bergen machen. Auf der "57" fahren wir östlich des kleinen Lurefjorden bis an die Außenkante. Die Schären sind bewaldet und nach fast jeder Kurve eröffnen sich neue malerische Ausblicke. Die Straße verbindet die äußeren Schären mit Brücken, macht dabei einen Bogen und geht auf der westlichen Seite als "565" wieder zurück nach Knarvik. Wir wollen jedoch vorher auf den in der Karte eingezeichneten Campingplatz und biegen kurz hinter Straume bei dem entsprechenden Hinweisschild ab. Nach wenigen Kilometern erreichen wir die Hüttenvermietung um 16.15 h. Der Himmel hat sich inzwischen bedrohlich zusammengezogen; gerade, als wir beim Vermieter ankommen, fängt es an zu gießen. Schnell zu "unserer" Hütte und 'rein: Wow! Die "Hütte" gestern war schon groß, doch diese "setzt noch eins d'rauf" = ein echtes Sommerhaus ( 1000,- NOK ). Ausgerichtet für bis zu 6 Personen im Naturholz-Stil = 3 Schlafräume, großes Duschbad, ein Wohnzimmer mit Essplatz, Kamin, offene Küche, voll und bestens ausgestattet: u.a. auch ein Tisch-Geschirrspüler, ein großer Kühlschrank mit Extra-Gefrierabteil, auch Toaster, Waffeleisen und Grill auf dem großen Holzbalkon, der auf zwei Seiten des Hauses am Wohnzimmer verläuft. Von hier ein traumhafter Blick auf das Wasser hinunter, denn wir sind auf einem Abhang; hier steht auch noch ein großer Gartentisch mit Stühlen. Diese Häuser werden überwiegend von ( deutschen ) Anglern gebucht, die mit den verfügbaren Booten ihrem Hobby frönen können; der Fernseher ist schon auf deutsche TV-Kanäle eingestellt. Außerdem gibt es eine "Sammelstelle" für die Angler, wo für jedes Haus eine Gefriertruhe bereitsteht, in der die Fische aufbewahrt werden können. Es mangelt an nichts! Aus dem Regen ist ein Gewitter geworden, das sich erst später verzieht; der Regen hört gegen Abend auf und der Himmel wird etwas freundlicher.
                                                                                                      167,4 km




19. 7.

Abfahrt 10.30 h, heiteres Wetter, 18°C. Auf enger, kurvenreicher Straße fahren wir die "565" bis Knarvik, wo wir auf die E 39 einschwenken, dann auf die imposante hohe Brücke zur daneben liegenden Insel gelangen, um dann auf der langen Brücke über den Sund mit herrlichem Ausblick auf die Halbinsel zu gelangen, auf der Bergen liegt. Die Stadt ist lange vorher zu spüren, denn der Verkehr ist stark und schnell. Nach einer Rundfahrt durch Gammel-Bergen erreichen wir das Centrum, danach  d a s  Vorzeigeviertel Bergens: Bryggen ( UNESCO Weltkulturerbe ).  In der Nähe der Festung, in einer Seitenstraße, finden wir um 12.10 h einen Parkplatz, natürlich gebührenpflichtig: je Stunde 30,- NOK. In wenigen Gehminuten sind wir im Bryggen-Viertel - immer noch Sonnenschein! ( Bergen ist eine der regenreichsten Städte ). Wir sind hier schon in 2008 gewesen, haben dabei die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten besichtigt und können heute also locker flockig 'rumbummeln. Typisch für das Bryggenviertel sind die Giebelfassaden der Holzhäuser, die zum Teil aus dem frühen 18.Jahrhundert stammen. Hier lag das Zentrum des Warenumschlags, mit Speichern und Kontoren. Heute sind in diesen Häusern kleine Geschäfte, Galerien, Kunsthandwerk und Restaurants. Das Erbe der Hansezeit wird gepflegt, hat es der Stadt doch Wohlstand gebracht, doch auch die moderne Zeit hat ihren Einzug gehalten und dieser Mix verträgt sich gut. Wir bummeln durch die schmalen Gassen zwischen den Holzhäusern und schlendern dann am Hafen entlang, vorbei an den Motor- und Segelyachten ( 1 Brite, 2 Holländer, sonst Norweger ), erreichen dann den Fischmarkt. Natürlich "müssen" wir hier etwas essen, denn verlockende Düfte steigen aus Töpfen und von Grills; lecker! Internationale Besucher kommen hier zusammen und die Fischverkäufer haben sich sprachlich darauf eingestellt und beschäftigen auch etliche ausländische Angestellte, die die Kunden dann in ihrer Sprache beraten können. Wir verkosten geräucherten Lachs, den wir kaufen wollen, werden gut beraten - auf deutsch - und nehmen dann ein schönes Stück Wildlachs mit. Das Stück wird auf unseren Wunsch geteilt und jeweils einzeln vacuum verpackt und in eine Alu-Isoliertasche gesteckt. Den Erdbeerkauf "verkneifen" wir uns: 45,- NOK sind uns zu teuer, denn woanders liegen die Preise inzwischen bei 35,- NOK. Wir schlendern zurück zum Auto, denn zwei Stunden sind fast vorbei; über uns sind  s e h r  dunkle Wolken aufgezogen. Kurz nach dem Start fängt es an zu regnen, dann zu schütten, als wir aus der Stadt fahren. Später steuern wir einen Campingplatz an, der jedoch ausgebucht ist. Einige Kilometer weiter folgen wir einem anderen Campinghinweis und mieten hier in Grimen eine "bessere" Hütte bei diesem Dauerregen: mit Dusche + Wc ( 780,- NOK ). Außerdem: eine ausgestattete Mini-Küche, Extra-Schlafraum, Fernseher; alles frisch renoviert und ansprechend ( im Bad Fußbodenheizung ). Der Regen bleibt; wir stellen die Heizung an, denn es ist ungemütlich kühl. Zum Abendbrot gibt es Lachsbrote - ein Genuß!
                                                                                                                  102,6 km




20. 7.

Start 9.50 h, locker bewölkt, 18°C. Wir fahren die "580" in südlicher Richtung, erreichen die E 39 und fahren weiter, über Osøyro zum Fähranleger von Hatvik, den wir um 10.40 h erreichen; seit kurzer Zeit regnet es. Die Fähre legt um 11.10 h ab, und 10 Minuten später sind wir gegenüber in Venjaneset. Im Regen fahren wir zuerst am schönen Eikelandsfjorden entlang, dann quer über Land bis Mundheim. Jetzt sind wir am Hardangerfjord! In nördlicher Richtung, am Westufer entlang, bis Tørvikbygd, der nächste Fährhafen; wir können direkt auf die Fähre fahren. Nach 20 Minuten Überfahrt sind wir um 13.10 h auf der Ostseite des Hardangerfjords, in Jondal. Die "580" ist hier als besonders schöne Touristenstraße ausgeschildert; also folgen wir ihr in nördlicher Richtung. Enge, kurvenreiche Straßen, die immer wieder überraschend schöne Ausblicke auf den Fjord mit seinen zahlreichen Buchten und etlichen vorgelagerten kleinen Schären bieten. Der Regen läßt allmählich nach; es bleibt dann trocken. Sehr gut, denn es gibt viel zu sehen = 'mal ganz oben, dann wieder auf Meereshöhe, durch üppig grüne Landschaften, vorbei an verstreut liegenden Häusern, Höfen oder durch kleine Dörfer. Von der Berghöhe bei Samland erblicken wir bereits die Obstanbaugebiete, die etwas tiefer liegen, und denen wir uns nähern. Der Hardanger ist der Obstgarten Norwegens; hier wachsen Kirschen, Äpfel, Birnen und Pflaumen. Jetzt ist die Zeit der "Morellen" ( Süßkirschen ): große Planen sind über die Bäume gespannt, damit der Regen nicht die Früchte aufplatzen läßt. Die Straße geht direkt durch dieses Anbaugebiet; wäre es nicht so bergig, wir könnten meinen, im Alten Land bei Hamburg zu sein. Auf kleinen Ständen bei den Obsthöfen stehen einladend die Kirsch-Schalen; Geldkassette daneben ( 35.- bis 40,- NOK ). Knackige rote Früchte, frisch vom Baum = da müssen wir zugreifen! Wir fahren weiter, um die Nordspitze dieser Halbinsel und kommen an einen Nebenarm des Hardangerfjords: Sørfjorden; ein relativ schmaler Fjord in Nord-Süd-Richtung, von sehr hohen Bergen bis ans Wasser begrenzt. Das Wetter wird freundlich, nur die Berggipfel sind noch verhüllt. Und die sind hoch: auf der rechten Seite von uns sind Gletscher ( u.a. der drittgrößte Norwegens: der Folgefonna ), ca. 1300 - 1700m hoch; von den Bergen beider Seiten des Fjords rauschen unzählige Gebirgsbäche bzw. stürzen Wasserfälle die Steilhänge hinab! Harald gerät fast in Ekstase, denn diese gewaltigen Wassermassen faszinieren die Augen und Ohren und fordern zum fotografieren und filmen heraus. Ein Fotostopp nach dem anderen... Südlich von Odda, wo der Fjord endet und die Gebirgszüge zusammentreffen, nähern wir uns dem Zwillings-Wasserfall "Låtefoss" = Verkehrschaos! Ein hier angelegter großer Parkplatz reicht kaum aus für Busse und Pkw, denn fast jeder stoppt hier. Ein spektakulärer Anblick mit donnerndem Wasserrauschen. Danach biegen wir auf die E 134 in westlicher Richtung ab, fahren zuerst über die Bergstraße ( diverse Tunnel ), um dann an den Åkrafjorden zu gelangen. Weitere Tunnel sind zu durchfahren, der längste kurz vor unserem heutigen Tagesziel mit 7.410 m. Gleich danach biegen wir ab auf die steile, kurvenreiche, enge Straße hinunter zum Fjord, zum Campingplatz "Kyrping Camping", am Hang gelegen. Wir mieten eine Hütte mit Dusche + WC ( 585,- NOK ), die wir um 17.20 h beziehen. Sehr schön aufgeteilt, mit Küchenzeile, großem Kühlschrank, extra Gefrierabteil, Fernseher, und einem herrlichen Ausblick vom großen Holzbalkon auf den Fjord hinunter. Der Platz ist wegen der Hanglage terrassenförmig angelegt, viele Fest-Camper, die sich vor den Wohnwagen "feste Vorzelte" in Art einer Hütte angebaut haben. Kurz vor dem Abendessen fängt es wieder an zu regnen. Wir sitzen hier jedoch schön im Trockenen und verputzen die süßen, wohlschmeckenden Kirschen als Nachtisch. Es gefällt uns sehr gut hier und wir beschließen, einen Ruhetag anzuhängen = geht klar, doch Morgen müssen wir umziehen, da diese Hütte vorbestellt wurde.
                                                                                                                    226,2 km






21.7.

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und ziehen dann um in die andere Hütte, die "einen Berg weiter" liegt, denn auch hier geht es bergab, bergauf. Heute ist sehr freundliches Wetter, 15°C. Tagsüber wird der Himmel noch klarer, jedoch kommt Wind auf, so dass sich einige Schaumköpfe auf dem Wasser bilden. Wir sitzen windgeschützt in der Sonne = Ruhetag!
                                                                                                                   0,1 km



22. 7.

Um 10.00 h sind wir startbereit, es ist bewölkt, 15°C. Wir fahren wieder den steilen Weg hinauf zur E 134 und dann westlich in Richtung Haugesund - 'mal mehr "über Land", 'mal kürzere Strecken entlang eines Fjords oder an Seen. Zwischendurch tröpfelt es etwas, doch das war vielleicht nur "aus Versehen" (?), weil die Wolken noch in den Bergen hängen. Später, in Våg, biegen wir für einige Kilometer auf die E 39 in nördlicher Richtung ab, um dann auf eine Nebenstrecke zu gelangen, wo wir fast alleine durch eine typische Schärenlandschaft fahren. Nach 15 Kilometern erreichen wir die Hauptstraße "47" und nähern uns von Norden dem geschichtsträchtigen Haraldshaugen, 2 km nördlich von Haugesund. Der symetrisch angelegte Hügel wird von einem 17 m hohen Obelisken überragt und ist umgeben von 29  Steinsäulen, auf denen die Namen der Distrikte, Fürstentümer und Kleinkönigreiche Norwegens in der Wikingerzeit des 9. Jh. symbolisch genannt sind. Dieses Denkmal wurde 1872 eingeweiht zur Erinnerung an die Einigung Norwegens im Jahr 872. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine kleine Anhöhe - Krosshaugen - auf der ein ca. 1000 Jahre altes Steinkreuz auf einem Felsen steht. Man vermutet, dass dies einst eine Thingstätte gewesen ist, an der Gesetze verkündet und Recht gesprochen worden sind. Danach fahren wir in die City von Haugesund; das Wetter entwickelt sich immer freundlicher. Das Auto parken wir in einem Parkhaus und spazieren in die Fußgängerstraße und zum Hafen, der sich direkt am Sund befindet. Viele Motor- und Segelyachten liegen am Kai im Päckchen - ein Schiff aus Deutschland, eines aus der Schweiz, zwei Holländer als Ausländer. Die Hafenlinie ist ansprechend ausgebaut und zahlreiche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Danach fahren wir nach Avaldsnes. Info-Broschüre: "3000 Jahre lang kontrollierten die Herrscher von Avaldsnes den Schiffsverkehr auf dem "Nordvegen", der Meerenge zwischen Karmøy und Haugesund. Hier gründete König Harald Schönhaar nach der Schlacht am Hafrsfjord ( 870 ) Norwegens ersten Königssitz. Und diese schiffbare Meerenge gab dem Land auch seinen Namen." Avaldsnes kann also für sich in Anspruch nehmen, ältester Königssitz - quasi die Geburtsstätte - Norwegens zu sein. Hier steht auch die historische St.Olavskirche aus dem 13.Jh. Auf den Grünflächen davor sind offene Ausgrabungsstätten; die Archäologen suchen weiter nach Funden am alten Königssitz. Daneben gibt es das Museum "Nordvegen Historiesenter", das jedoch um 16.00 h schließt - wir kommen um 15.30 h an und drehen deshalb nur eine Runde im Foyer. Etwas abseits könnte man noch ein Wikingerdorf besichtigen, das rekonstruiert worden ist, doch das schließt auch um 16.00 h. Bald darauf machen wir uns auf den Weg zur Südkante dieser Inselgruppe, zum Campingplatz bei Skudeneshavn = leider ausgebucht! Wir fahren einige Kilometer zurück, wo ein anderer Campingplatz ist = leider ausgebucht! Also fahren wir wieder ganz zurück bis Haraldshaugen, denn nebenan ist ein Campingplatz; es ist 17.40 h = leider - nur noch ganz einfache Hütte = nehmen wir! ( 295,- NOK ). Dies ist so eine Minihütte, wie wir sie shon 'mal in Schweden hatten: gerade Platz für ein Etagenbett, ein kleiner Tisch, zwei Stühle, ein Schränkchen, auf dem eine Elektroplatte steht; und aus dem Fenster ein Teilblick auf das Meer und Schären!  Harald setzt sich auf einen der Stühle und bricht damit zusammen ( nichts passiert! ) = also sofort umtauschen, was auch kein Problem ist: "sorry.." Unser Abendessen holen wir in einer "Heißen Theke" in der Nähe und ersparen uns somit einige Umstände bei den heutigen Gegebenheiten. Am Abend zieht sich der Himmel wieder zusammen; die Luft ist etwas feucht.                                                        
                                                                                                                   165,5 km      




23. 7.

Start um 10.00 h, es fängt gerade an zu regnen, 17°C. Wir fahren östlich aus der Stadt, zur E 134, dann auf die E 39 in südlicher Richtung über verschiedene Inseln, die mit interessanten Brücken verbunden sind, bis zum südlichsten Punkt: Arsvågen = Fährhafen. Wir stehen nur kurz in der Wartereihe, dann geht es auch schon los: in 3er Reihe zugleich auf die moderne Fähre ( 202,- NOK ), dann ist um 11.03 h Abfahrt nach Mortavika, 20 Minuten Fahrzeit. Es regnet permanent! Auf Rennesøy erinnert uns die Landschaft an die Shetlands: viel Weidefläche auf hügeligem Gelände mit etlichen Buchten, darauf sehr viele Schafe; nur ein paar Bäume mehr stehen hier ( auf den Shetlands fast keine ). Zur nächsten Insel führt ein Tunnel: 4,4 km lang, bis zu 7% Gefälle, tiefste Stelle: 133 m  u n t e r  dem Meer. Danach oberirdisch - im Regen - sehr kleine Inseln, dann wieder ein langer Tunnel: 5,8 km, tiefste Stelle unter dem Meer: 233 m ! Die "bergauf-Strecke" ist jeweils zweispurig. Bei Randaberg kommen wir wieder ans Tageslicht und es dauert nicht lange, bis wir in Stavanger sind. Dicht am Centrum finden wir einen großen Parkplatz ( gebührenpflichtig ), ziehen uns regenfest an und spazieren zur Altstadt. Stavanger zählt zu den alten Städten Norwegens und war schon früh ein einflußreicher Bischofssitz. Im 15.Jh. erhielt die Stadt Handelsrechte und entwickelte sich - auch dank seines geschützten Hafens - zu einer Handelsstadt von Rang. Als 1970 Öl in der Nordsee entdeckt worden ist, wurde Stavanger zum bedeutendsten Versorgungshafen für die norwegische Off-Shore-Industrie und ist heute mit ca. 121.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes. Wir besichtigen zuerst die Domkirche von 1125; sehr sehenswert. Danach über den Marktplatz, weiter in die schmalen malerischen Gassen und kleinen Straßen im Centrum. Fast alle Häuser sind weiß, Fensterrahmen und Türen oft jedoch in Farbe. Von den Häusern, die Ende des 18.Jahrhunderts und das 19.Jahrhundert hindurch erbaut worden sind, existieren heute noch mehr als 170 und werden als Privatwohnungen genutzt, oder als Galerien oder Ateliers. Die "Berglage" der Häuser ergibt optisch den schönen Effekt, dass sie nicht "streng in Reihe" erscheinen, sondern eher als "Häuser mit Tiefe". Moderne Gebäude dazwischen haben sich dem Stil angepaßt. Am früher höchsten Punkt der Stadt steht der Valbergturm; das letzte Stück Straße hinauf geht fast senkrecht! Kein Wunder, dass hier früher die Feuerwache war, die den perfekten Überblick von hier über die Stadt hatte. Wir gehen die wenigen Schritte auf regennassem Pflaster vorsichtig wieder hinunter und schauen auch in einige Geschäfte hinein. Weiter dann zum Hafen - der Regen macht eine Pause - und wir blicken aufs offene Wasser mit vorgelagerten Schären. Direkt an der Hafenkante ist auch das "Norsk Oljemuseum" ( Norw. Erdölmuseum ), das auf dem Hafenvorfeld schon Einiges ausgestellt hat, z.B. einen Bohrkopf oder andere technische Dinge. Auf dem Weg zum Auto bleibt es trocken. Wir fahren mit den ersten Sonnenstrahlen ( ! ) aus der Stadt, ca. 15 km südlich, nach Sandnes zum "Sandnes Hytte- og Campinganlegg Vølstadskogen". Wir mieten um 16.05 h eine Hütte mit Dusche + WC ( 700,- NOK ). Von der Reception fahren wir den Weg vorbei an den Plätzen für die Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte; der Weg biegt ab und führt in den "Wald". Wir dachten eigentlich, dass wir schon alle Hüttentypen gesehen hätten, doch nein: es ist ein kleines Doppelhaus aus Stein mit Grasdach, umgeben von hohen Kiefern- und Tannenbäumen! Drinnen: ein kleiner Flur, von dem das Bad abgeht und der Wohnbereich mit offener Küche. Von hier kommt man in zwei Schlafräume mit je einem Etagenbett; die Innenräume sind alle mit Naturholzpaneelen verkleidet - alles sehr ansprechend. Man merkt garnicht, dass dies zum Campingplatz gehört.
                                                                                                    108,4 km




24. 7.

Sonnenuntergang heute : 22.17 h     Sonnenaufgang: 5.07 h
Hamburg:                          21.30 h                                5.20 h

Um 11.00 h fahren wir los; im Augenblick trocken, bedeckt, 19°C. Wir fahren auf Nebenstrecken bis wir zur "507" kommen, die uns entlang der Küste führt und später die "44" wird. Es hat heftig zu regnen angefangen, aber es liegt nicht daran, dass wir keine Berge sehen = es gibt hier keine! Platte Landschaft; genutzt für die Landwirtschaft = große Felder, Wiesen mit Rindern, viele große Bauernhöfe. Die Straßen sind "normal": eben und nicht kurvenreich. Sind wir noch in Norwegen oder schon in Schleswig-Holstein? Die Nordsee verschwimmt optisch fast mit dem Himmel: alles grau. Dann ändert sich das Landschaftsbild fast plötzlich = zuerst sind einzelne abgerundete "Felsenhaufen" zu sehen, gleich danach erheben sich, quasi direkt aus dem Boden, Berge aus fast nackten Felsen mit glatten Flächen. Die Straße steigt an, wird kurvenreicher, und wir sind wieder mittendrin in den Bergen, die zwischen zwei bis dreihundert Meter hoch sind und aussehen, als hätte man große Schären aufs Land gesetzt. Gegen Mittag macht der Regen eine Pause; wir erreichen Hellvik und fahren abweichend durch den Ort. Zauberhaft gelegen, schmucke Häuser zieren die Hänge der Buchten zum Wasser, an dessen Ufer auch rote, aneinander gereihte, Bootsgaragen stehen. Egersund ist touristisch erschlossen; ein Feriengebiet mit wunderschöner Landschaft, die nachvollziehen läßt, warum so viele hier ihren Urlaub verbringen. Das merken wir dann auch, als wir eine Hütte mieten wollen = auf diversen Campingplätzen sind diese ausgebucht! Es ist erst 13.30 h, also fahren wir weiter, denn ab Flekkefjord gibt es wieder einige Campingplätze. Es regnet, nein: es schüttet, wieder! Die "44" geht etwas ins Landesinnere und nun kommen wir richtig in die klotzigen Berge: steil, mitunter senkrecht aufragend, die Höhe liegt zwischen 300 bis gut 400 Metern. Oberhalb des Endes vom Jøssingfjorden ist ein großer Parkplatz, von dem man auf eine etwas flachere Bergkuppe gehen kann und von hier auf den steil unten liegenden Fjord eine faszinierende Aussicht hat. In dieser Schlucht fangen sich die Wolken und hüllen die Berge in unserer Höhe ein = ein gespenstischer Anblick, bis sich die Schwaden weiterbewegen oder nach oben steigen. Die Straße ist kurvenreich mit Haarnadelkurven und besonders eng, mitunter fast nur einspurig und die möglichen Ausweichstellen am Straßenrand müssen wir stets im Auge behalten. Flekkefjord ist ein relativ großer Ort, der sich am Fuß der Berge etabliert hat; die "44" endet hier. Der erste Campingplatz ist ebenfalls ausgebucht; wir fahren weiter, nun auf der E 39, und folgen bei Feda dem nächsten Schild mit Hinweis auf Hütten; eine Piste führt 1,6 km steil hinab zum Fjord: "Fosseland" - Norske Vandrerhjem; 17.10 h = eine Hütte mit Dusche + WC, 600,- NOK. Vom kleinen Flur geht es ins Bad bzw. in den Wohnbereich: ausgestattete Miniküche, Eßtisch, Stühle, Couch, kleiner Tisch, ein Sessel; extra Schlafraum mit zwei Etagenbetten. alles sehr ordentlich; inclusive kostenloses Internet. Hoffentlich ist der Regen bald abgezogen!
                                                                                                       165,8 km 





25. 7.

Wir verlassen die Hütte um 10.25 h, es ist bedeckt, 17°C, und fahren die Piste hoch zur Hauptstraße. Bevor wir mit der Tagestour beginnen, geht es erst ca. 11 km ins Landesinnere, nach Liknes, dem nächsten größeren Ort, denn wir müssen heute, Montag, dringend einige Dinge im Supermarkt kaufen. Wir können ja keine großen Vorräte anlegen, sondern ( an zu kühlenden Lebensmitteln ) nur das, was in unsere feste Kühlbox hineingeht; und an Getränken nur, was im vollgepackten Auto noch mittlerweile seinen festen, begrenzten Platz hat. Nachdem dies erledigt ist, fahren wir am Fedafjorden entlang in Richtung Küste: teilweise auf der "465", dann auf Nebenstrecken - sehr enge, kurvenreiche Straße, schöne Landschaft - auf die Halbinsel Lista bis Ore, dann wieder auf einer Hauptstraße zum Leuchtturm Lista. Die Küstenregion ist flach, die Wasserlinie steinig. Lista Fyr ist uns namentlich bekannt aus dem Seewetterbericht, wenn die Stationsmeldungen bekannt gegeben werden. Nun sehen wir ihn "persönlich". Nebenan werden auch Vogelbeobachtungen gemacht und für die Laien sind Bildtafeln mit den Namen der Vögel aufgestellt, damit man weiß, "wen" man vor sich hat. Von hier fahren wir auf der Hauptstraße entlang der Küste nach Farsund. Die Gegend und kleinen Ortschaften erinnern in ihrer Art an die typischen Küstenorte bei uns. Vor Lyngdal biegen wir wieder ab auf eine Nebenstraße, die größtenteils unbefestigt ist und wieder eng und kurvenreich ist und bergauf, bergab geht, denn wir sind wieder in klotziger Schärenlandschaft. Dazwischen wieder lauschige Seen, einige mit Seerosen, dann malerische Buchten am Ende des Grønsfjorden, als wir auf die Halbinsel Lindesnes kommen. Das letzte Stück bis zum Leuchtturm Lindesnes ist die Straße "460". Ein großer Parkplatz mit Autos aus diversen Ländern am Ende der Straße; es ist 14.45 h, als wir ankommen; kurzer Sprühregen. Hier ist der erste Leuchtturm Norwegens vor ca. 350 Jahren errichtet worden, an einem der bedeutendsten Handelswege Nordeuropas. Lindesnes in Norwegen und Skagen in Dänemark waren die wichtigsten Landortungspunkte für die Seefahrt im Skagerrak. Zuerst mit Kohlefeuern, dann Öllampen, elektischen Lampen, heute mit automatisch eingeschalteter Halogenlampe. Das Licht am südlichsten Punkt Norwegens ist fast 20 sm weit zu sehen. Auf dem Gelände vor / unter dem Leuchtturm ist auch ein Informationscentrum, u.a. mit Filmvorführungen in verschiedenen Sprachen. Die fast nackten Felsen des Kaps sind aus rosafarbenem Granit; als einige kurze Sonnenstrahlen darauf fallen, schimmert die Farbe fast unwirklich. Doch der Himmel schiebt eine dunkle Regenfront an die Küste, wir starten die Rückfahrt um 16.20 h und werden mit Regen losgeschickt. Auf der "460" fahren wir an der Küste entlang Richtung Vigeland, fragen bei zwei Campingplätzen nach Hütten: ausgebucht. In Vigeland biegen wir ab, als wir einen Hinweis auf Campingplatz, wieder Richtung Küste, sehen. Nach ca. 5 km erreichen wir um 17.20 h "Solstrand Camping": nur noch "einfache Hütte", die wir für 560,- NOK mieten. Wir trauen kaum unseren Augen; von außen: eine schön große Hütte mit großer Holzterrasse, darauf Gartentisch+Stühle; innen: ein offener Wohnraum mit gut ausgestatteter Küchenzeile, etwas abgeteiltem Schlafraum und WC-Raum mit Waschbecken! ( keine Dusche, deswegen "einfach"? ) Alles wirkt noch recht neu und die Einrichtung sieht hübsch und freundlich aus. Internet gegen Gebühr: 40,- NOK/ 24 Std. Das Camp liegt direkt am Meer, mit Badestrand......
                                                                                                                  165,4 km 




26. 7.

In der Nacht hat es kräftig geregnet. Start um 10.10 h, freundlicher Himmel, erste Sonnenstrahlen, 17°C. Wir fahren zurück zur E 39 und dann östlich, Richtung Kristiansand. Nach ca.11 km biegen wir ab ins Centrum von Mandal, der südlichsten Stadt Norwegens. Zuerst schauen wir uns den viel gerühmten Badestrand Sjøsanden an, der 800 m lang eine Bucht säumt. Feiner Sand, der Strand hat eine passable Breite. Hier mündet auch der Mandalselva ( Fluß ), der durch die Stadt fließt und im Centrum der Stadt auch den Hafen bildet. Mandal ist auch eine alte Stadt, die sich bereits ab dem 15.Jh. entwickelt hat. Der Holzhandel ließ die Stadt reich werden, später dann auch der Verkauf von Lachs und Hummer durch lebhafte Handelsbeziehungen mit Holländern. Am Westufer des Mandalselva ist der alte Stadtkern: schöne alte Holzhäuser aus dem 18. Jh., überwiegend weiß gestrichen, die eng beieinander stehen und gut gepflegt sind. Hier sind im Erdgeschoß viele kleinere Geschäfte ( Fußgängerzone ), die "Ketten" sind in den moderneren Häusern in der Erweiterung der City. Die landschaftlich wieder besonders schöne Küstenregion ist ein Magnet für Erholungssuchende und die "Ferienindustrie". Sommerhäuser, Campingplätze, Hotels und Freizeitangebote in der Natur werden stark genutzt. Mandals Kirche wurde nach einem Stadtbrand 1810 neu errichtet - wieder aus Holz und ist eine der größten Holzkirchen Norwegens. Inszwischen hat sich die Sonne durchgesetzt, inzwischen sind 19°C Lufttemperatur. Wir fahren weiter bis Kristiansand, direkt zum Fährterminal. Es ist ja noch Ferienzeit und im Internet haben wir schon festgestellt, dass viele Fahrten ausgebucht bzw. die Preise von Freitag bis Sontag teurer sind. Wann können wir also nach Hirtshals in Dänemark übersetzen? Color line: Morgen, Abfahrt 8.00 h ! O.k., buchen wir. Der nächste Campingplatz ist 12 km entfernt : " Kristiansand Feriesenter", 14.20 h = die Hütten sind alle ausgebucht. Es gibt nur noch einfache Zimmer - nehmen wir, denn die kommende Nacht wird sowieso extrem kurz. Diese Zimmer sind in einem einstöckigen Gebäude auf diesem großen Campingplatz, der direkt im Schärengarten von Kristiansand am Wasser liegt. In diesem Gebäude sind 10 Zimmer mit voll ausgestatteter Gemeinschaftsküche, Sitzgruppen, Toiletten + Duschen auf dem Flur. Unser Zimmer schockt uns zuerst: es passen gerade zwei Etagenbetten hinein, ein schmaler Gang dazwischen und an der Stirnseite soviel Platz, dass gerade noch die Tür nach innen aufgeht = 400,- NOK. Prima, dass das Wetter so schön ist und wir draußen an der Tisch-Bank-Kombination sitzen können! Außerdem gibt es einen Raum mit Waschmaschine und Trockner - kostenlos -, so daß wir dies auch ausnutzen und eine Maschine Kochwäsche "abhaken" können. Unser Abendessen bereiten wir also in dieser "WG" zu - auch eine neue Erfahrung! Ging aber problemlos. Nun haben wir wohl alle Hüttenarten durch in Norwegen - takk for sist!
                                                                                                         80,6 km





27. 7.

Der Wecker klingelt um 4.45 h! Noch ist es sehr ruhig, also schnell aufstehen und duschen, bevor die vier Bayern, die mit derselben Fähre fahren werden, die Duschen belegen - hat funktioniert. Um 5.40 h ist alles im Auto verstaut, wir auch, also los. Es ist sonnig, doch stellenweise noch Morgennebel, 14°C. Auf fast leeren Straßen fahren wir nach Kristiansand zum Fährterminal und reihen uns in der Warteschlange ein. Abfahrt ist um 8.00 h, bis spätestens 7.00 h muß eingecheckt sein. Wir sind gut in der Zeit ( 6.00 h ) und haben einen guten Warteplatz. In kurzer Zeit ist der sehr große Platz voller Autos aller Kategorien. Um 7.10 h verlassen wir norwegischen Boden und sind auf der Schnellfähre ( Katamaran ) nach Hirtshals in Dänemark. Die Fahrt wird 3 Std.15 Min.dauern; das Wetter ist super: sonnig und nicht stürmisch. Wir frühstücken in Ruhe an Bord, kaufen später Duty free ein, schauen uns das Schiff an und sind auch viel auf dem Außendeck in einer möglichst windgeschützten Ecke. Wir laufen pünktlich in Hirtshals ein, doch bis wir wegfahren dürfen, vergeht einige Zeit bei der Menge von Autos. In Dänemark scheint auch die Sonne, es ist bereits 21°C warm. Sobald wir können, scheren wir aus dem Pulk der Autoschlange aus in eine Nebenstraße, denn wir wollen uns Hirtshals ansehen; = nichts Besonderes, doch durch die Strandlage, bei diesem Wetter, wirkt es ansprechend. Danach fahren wir auf der "55" über Løkken an der Westküste Jütlands nach Thisted am Limfjord. Es sind zwar einzelne lockere graue Wolken am Himmel, doch die halten dicht und die gleißende Sonne behält die Oberhand. In Skinnerup, knapp 4 km von Thisted entfernt, fahren wir zum "Danhostel - Thisted Vandrerhjem" (ehem. Jugendherberge ) und mieten um 15.00 h ein Zimmer mit Dusche + WC für 500,- DKK ( = ca. 67,- Euro ). Das Zimmer ist recht ordentlich, nicht so beengt, auch das Bad. Es gibt eine große Gemeinschaftsküche mit mehreren Herden und Kühlschränken, Essplätzen und einen Aufenthalts-/ Fernsehraum. So ein Miethüttensystem wie in Schweden und Norwegen gibt es hier nicht in Dänemark; hier werden Sommerhäuser ( für mindestens eine Woche ) vermietet.... Nach unserem "Einzug" schlaffen wir ab, ruhen uns etwas aus und beschließen, in Thisted essen zu gehen und nicht selbst zu kochen. Wir drehen mit dem Auto eine Informationsrunde - sehr hübsche Stadt mit alten Häusern - und parken dann am Hafen. Auch hier erst 'mal eine Runde im weitläufigen Vorhafen gehen, um dann im Restaurant "Bryggen" direkt am Hafen sehr gut zubereitetes Essen zu genießen: "Gruß aus der Küche": warmes rustikales Baguette und gesalzene Butter, dann z.B. Grillspieß ( 200 g ) mit Kartoffeln nach Wahl, dazu Sauce o.ä. nach Wahl für 119,- DKK. Mit Blick aufs Wasser in der Abendsonne ist es jetzt fast unglaublich, hier zu sein, auf der anderen Seite des Skagerraks.
Willkommen in Dänemark!
                                                                                                       166,67 km   



28. 7.

Start 10.45 h, bedeckt, 18°C, sehr windig. Die Fahrt geht zuerst nördlich, nach Hanstholm, dem größten Fischereihafen Dänemarks. Hier liegen wirklich sehr viele Fischerboote und Trawler im Hafen; etliche Auktionshallen und große Gebäude der Fischindustrie stehen auf dem Hafenvorfeld. Hanstholm ist auch Fährhafen nach Bergen und Egernsund in Norwegen und zu den Färöern. Im Gegensatz zu Norwegen kann ein Normalbürger hier im Hafen auch Frischfisch kaufen, Fischgerichte essen und geräucherter Fisch wird auch angeboten => schon haben wir ein schönes Teil davon in der Tüte. Auf der Küstenstraße "181" fahren wir weiter gen Süden = die hohe Dünenlandschaft ist faszinierend und erfüllt das Klischee der Nordseeküste; besonders, da der Wind auch kräftig bläst. Zwischendurch auch Abschnitte mit Kiefernwäldern oder Mischwald; die Bäume haben alle "Schlagseite", weil der Wind überwiegend aus westlicher Richtung weht. Die als besonders schön gekennzeichnete Straße wird unterbrochen von dem Kanal in Tyborøn; hier ist der Durchlaß vom Limfjord in die Nordsee. Wir sind um 12.50 h am Fähranleger, kommen mit der nächsten Fähre jedoch noch nicht mit, weil zu viele Autos warten, u.a. zwei Lkw. Die nächste Fähre fährt um 13.30 h ab, wir sind dabei = 82,- DKK. Nach 10 Minuten Fahrzeit erreichen wir Thyborøn Kanal, wo wir abdrehen in Richtung der Stadt, weil wir tanken müssen ( 12,52 DKK p.Ltr. ). Danach setzen wir unsere Fahrt auf der "181" fort. Auf einem schmalen Landstreifen liegt Thorsminde, ein Fischereihafen mit Schleuse, und somit auch eine Öffnung zur Nordsee. Hin und wieder zeigt sich ein flüchtiger Sonnenstrahl, doch meist bleibt der Himmel bedeckt. Wo es möglich ist, sind weite Felder, das Getreide ist schon weiter gewachsen als in Norwegen und etliche Bauernhöfe bieten auf kleinen Straßenständen ihre Erzeugnisse an. Wir nähern uns Ringkøbing und hier ist kurz vorher ein absolutes "must have": Kerzen aus Kloster ( Kloster Design ). Wir kaufen besonders gerne diese Kerzen, weil sie nicht nur schön aussehen, sondern erfahrungsgemäß auch tadellos abbrennen während einer langen Brenndauer. Die anschließende Übernachtungsanfrage bei "Danhostel Ringkøbing" ( Vandrerhjem ) ist positiv: um 17.15 h erhalten wir ein sogenanntes "Familienzimmer" für 475,- DKK. Das Haus ist in einem modernen Gesamtkomplex - Rofi-Centeret - untergebracht. Das Zimmer ist sehr groß, weil es für bis zu 6 Personen ausgerichtet ist, mit getrennter großer Dusche vom ebenfalls großen WC, Fernseher und kostenlosem Internet. Auch die Gemeinschaftsküche ist großzügig; mit diversen Kochstellen, Spülbecken, Kühlschränken usw. Auf den breiten Fluren zu den Zimmern sind offene Nischen mit Sitzgruppen; alles tipp-topp. Nach dem "Einrichten" fahren wir noch in die City, denn heute ist der letzte "lange Donnerstag" der Sommersaison, an dem die Geschäfte bis 21.00 h geöffnet haben. Wir essen auch gleich hier, bummeln durch die Fußgängerzone und sind sehr angetan von dieser typisch dänischen Stadt, die noch sehr viele schöne alte Häuser und nette Straßen mit "Puppenstuben-Häusern" hat.
                                                                                                        177,7 km




29. 7.

Start um 10.40 h, bedeckt, 17°C. Wir fahren in Richtung Küste, um wieder auf die "181" zu gelangen, die unmittelbar auf der Westkante verläuft = rechts von uns die Nordsee, links der Ringkøbing Fjord und Dünenlandschaft, die an Sylt erinnert. Ungefähr in der Mitte dieses schmalen Landstreifens nach Süden liegt der Ort Hvide Sande, der mit einer Schleuse und Ziehbrücke auch einen Durchlaß zur Nordsee hat. Der Fischereihafen ist einer der bedeutendsten entlang der Nordseeküste, was im Hafenbild vor der Schleuse / Nordseeseite und an Hand der zahlreichen Fischerboote erkennbar ist; über allem liegt der unverkennbare Fischgeruch in der Luft. Der Straßenverkehr ist enorm; gut, dass es einen Zebrastreifen für Fußgänger gibt, sonst käme man nie auf die "Innenseite" der Straße, um einen Blick in den hinter der Schleuse liegenden Hafenteil zu werfen. Wir sind jetzt im touristisch gut ausgelasteten Feriengebiet, denn auch weiter südlich ist Blåvand fast in deutscher Hand. Die Straße geht dann mehr ins Landesinnere; über Varde erreichen wir Esbjerg, die fünftgrößte Stadt Dänemarks: Westküstenmetropole, Zentrum der Schifffahrt, Industriestandort, aber auch zahlreiche Kulturangebote. Der Hafen spielt heute noch eine bedeutende Rolle u.a. als Stützpunkt der dänischen Öl- und Gasgewinnung in der Nordsee und als Exporthafen für die Windpark-Industrie. Die Kongensgade ist die lange Fußgängerzone; beim Durchschlendern haben wir den Eindruck, dass hier das Centrum für "Klamotten und Schuhe" ist, denn nur relativ wenige andere Geschäfte sind hier vertreten. Esbjerg ist eine junge Stadt, die erst 1868 gegründet worden ist und 1898 die Stadtrechte erhielt; eine auch heute noch wohlhabende Stadt. Von hier besteht auch eine Fährverbindung nach Harwich / England. Um 15.50 h fahren wir weiter im Sonnenschein, 21°C, nach Ribe, unserem heutigen Tagesendziel. Vor Erreichen der Stadt jedoch Stau: die Polizei dirigiert den Verkehr um die Stadt. Wir folgen dieser Regelung natürlich und wollen nun von Süden in die Stadt fahren = überall Chaos. Wir gelangen zwar dicht ans Centrum - schöne Teile der Altstadt sehen wir dabei - doch es ist nicht möglich, mit dem Auto zum Vandrerhjem zu gelangen, das genau in der City liegt. Von einem relativ nahe gelegenen Parkplatz aus geht Harald zu Fuß dorthin, um wegen Übernachtungsmöglichkeit nachzufragen. Jetzt wissen wir, was hier los ist: an diesem Wochenende findet das bekannte Jazz-Festival statt! Alles ist ausgebucht, auch Hotels; deswegen auch die vielen Menschen und Freihaltung der City vom Autoverkehr - was nun? Zuerst erwägen wir, in den nächsten Ort mit Vandrerhjem zu fahren, doch dann entschließen wir uns, heute noch nach Hause, nach Hamburg, zu fahren, statt Morgen. Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, bleibt als besuchenswert registriert; das werden wir später in einem Kurzurlaub nachholen. Es ist 17.35 h, das Wetter ist gut, Morgen, Samstag, ist "Bettenwechsel" in Dänemark, also viel Verkehr = auf nach Hamburg! Auf der "24" fahren wir jetzt in Richtung Aabenraa, hier kommen wir auf die E 45, bzw. A 7. Mit inzwischen ungewohntem Tempo geht es zügig nach Süden: 18.45 h Grenzübergang nach Deutschland, Flensburg, weiter bei gutem Durchkommen auf der Autobahn; Ankuft zu Hause: 20.08 h; bedeckter Himmel, 18°C.
                                                                                                     464,7 km




Statistik:  insgesamt gefahrene Kilometer : 8.279
               Benzin: 587,81 Liter =  Ø 7,1 Liter / 100 km 



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29.09.

Kaum zu glauben: Der Wetterbericht kündigt für die nächsten Tage sommerliche Temperaturen und reichlich Sonnenschein an, ohne Starkwind oder häßliche Böen = wir fahren zum Schiff. Nach unserer Autoreise hatten wir gehofft, noch einen schönen Segeltörn machen zu können, doch das Wetter spielte nicht mit: viel Regen, Starkwind, Sturm, höchstens 'mal  e i n  Tag, der einigermaßen erträglich war, um wenigstens nach dem Schiff zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Insofern hatten wir unsere Autoreise für dieses Jahr gut gewählt, weil der Sommer ja auch kein Sommer für schöne Törns gewesen ist, wie uns Vereinskollegen bestätigt haben. Doch nun sind wir an Bord. Am Nachmittag hat Harald Arbeitseinsatz im Segelclub: die Mitglieder sind aufgerufen, den Winterlagerplatz aufzuräumen und vorzubereiten für die kommenden Sliptermine. Heidrun bleibt an Bord und befreit mit Hilfe des Hochdruckreinigers unser Schiff vom "Grünspan", der sich auf der Sprayhood und teilweise an Deck festgesetzt hat. Der feuchte "Sommer" war sehr gut für das Wachstum dieser Plage.... In penibler Kleinarbeit erhalten die betroffenen Stellen wieder ihre ursprüngliche Farbe und am Abend können wir Beide die beanspruchten Muskeln in zauberhafter Abendstimmung an Bord entspannen.

30.09.

Leinen los um 11.00 h, sonnig, Wind E, 1 Bft. Wir motoren aus der Förde und der Motor bleibt an, weil die Ostsee spiegelglatt ist. "Think positiv": gut für den Motor, wenn er nach der langen Liegezeit 'mal wieder ordentlich arbeiten kann... - wir genießen die Sonne. Zum Baden ist es uns jedoch zu frisch, denn das Wasser ist nur noch 14°C "warm". Dänemark haben wir vom Plan gestrichen, denn für die nächsten Tage ist weiterhin Schwachwind angesagt. Also steuern wir die Schlei an und beenden unsere Motorbootfahrt in Maasholm; fest im großen Hafen um 14.40 h, Boxenplatz. Im Cockpit räkeln wir uns dann faul in der Sonne und genießen weiterhin die Wärme. Rechtzeitig vor Geschäftsschluß decken wir uns jedoch noch bei "Petersen" mit diversen Fischleckereien ein: ein "Muß", wenn man in Maasholm ist.
                                                                                                                 21,7 sm



1.10.

Start um 10.50 h, sonnig, glattes Wasser. Nachdem wir um 11.15 h den Leuchtturm Schleimünde unter Motor passiert haben und auf die Ostsee gelangen: immer noch glattes Wasser. Für "später" ist SE-E 2-3 Bft angesagt, also fahren wir "außen" um das Sperrgebiet Richtung Kiel, damit wir den eventuellen Wind günstig ausnützen können. Tatsächlich kommt um 11.40 h ein Hauch auf, das Wasser kräuselt sich, also: Motor auf Leerlauf und Großsegel ausrollen. Das Vorsegel bleibt eingerollt, denn kurz darauf schläft der Wind wieder ein = spiegelglattes Wasser, Großsegel wieder einrollen, Motor: Kraft voraus. Na ja, man kann wohl nicht alles haben. Also steuern wir Kiel-Schilksee an; fest im Südhafen um 14.10 h, Boxenplatz. See- und Sehleute genießen das Wetter, alle sind fröhlich und entspannt beim vermutlich letzten Aufbäumen des Sommers im Herbst. An den kommenden Wochenenden ist für die meisten Bootseigentümer Aufslippen, d.h., dass die Schiffe ins Winterlager an Land kommen. Also: noch einmal warme Seeluft schnuppern.
                                                                                                                  19,2 sm



 2.10.

Nach einer klaren Nacht ist unser Schiff am Morgen klatschnaß, die Fensterscheiben und Sichtfenster der Sprayhood müssen abgewischt und getrocknet werden, um Durchblick zu erhalten und die Sonne durchscheinen zu lassen. Um 11.50 h legen wir ab und motoren langsam aus dem Hafen. In der Schilkseer Bucht kommt ein Windhauch auf, also schnell die Segel ausrollen, Motor abstellen = umlaufender "Wind", 2 Bft, viele Boote auf dem Wasser. Der Windhauch pendelt sich auf südliche Richtungen ein : genau von vorne - wir kreuzen im Fahrwasser zur Friedrichsorter Enge. Natürlich kommt ein großer Containerfrachter aus der Holtenauer Schleuse und verscheucht  die Segler an den Fahrwasserrand. Wir rollen die Segel ein und motoren den Rest zu unserem Heimathafen. Fest in Stickenhörn um 13.05 h . Wir bleiben heute noch an Bord.
                                                                                                                4,5 sm


 3.10.

Morgens ist noch Hochnebel, der sich kurz nach 10.00 h auflöst und Platz für die Sonne macht. Etwas Wind ist auch aufgekommen, aber wir räumen schon einige Dinge aus, die mit nach Hamburg sollen, denn nächstesmal wollen wir den Mast legen. Auch auf anderen Schiffen sind Vorbereitungen für das Winterlager festzustellen: die Handkarren zum Transport der ausgeräumten Sachen rollen hörbar über die Stege. Ab Mittag wird der Himmel "milchiger", dann wolkiger. Gegen 14.00 h sind wir abfahrbereit, denn wir wollen nicht in den starken Rückreiseverkehr des langen Wochenendes geraten. Die Taktik ist richtig = viel Verkehr, auch mit Autonummern, die man nicht so häufig hier sieht, doch ohne Stau. Der Wettertrend für die nächsten Tage: es wird ungemütlich!

7.10.

Es pfeift und stürmt, es ist kalt ( 10°C ), einzelne Regenschauer: Leinen los um 12.45 h, wir motoren zum Ostufer der Kieler Förde, in den Yachthafen von Ellerbek, wo wir Morgen den Mast abnehmen wollen. Der Seegang ist glücklicherweise nicht hoch und so gestaltet sich die Überfahrt besser als gedacht. Um ca. 13.30 h fest im Hafen, längsseits an der Außenkante  eines anderen Segelbootes, das seinen Mast schon auf dem Schiff liegen hat. Der Hafen ist voll, weil  bereits viele Schiffe hierher verholt worden sind, die Morgen an Land gehen. Wir bereiten auch schon alles vor: Großsegel ausrollen, abnehmen, zusammenlegen (rechtzeitig vor dem nächsten Regenschauer ), alle Schoten abnehmen, den Baum und Niederholer abmontieren usw. Abends verschafft uns die Heizung wohlige Temperaturen unter Deck.
                                                                                                                3,3 sm

8.10.
Drängelei am Mastenkran: Bei heiterem, kaltem, stürmischem Wetter wird ein Schiff nach dem anderen "entmastet". Unser Segelverein geht heute an Land; nebenan ist also der Kranwagen dabei, die Schiffe aus dem Wasser zu heben und an Land auf die Böcke zu setzen. Endlich können wir auch zum Mastenkran fahren, um den Mast zu legen;  zwei kräftige Männer helfen uns, Heidrun absolviert das heutige Fitneßprogramm an den Kurbeln des Krans. Endlich ist der durchgesteckte Mast mit seinem Fuß über dem Deck, Heidrun sichert die Rollanlage des Vorsegels um diese dann mit an Land zu führen und richtig plazieren zu können. Einer unserer Helfer geht an die Kurbel, um den Mast weiter zu drehen = es knackt laut, dann passiert = nichts!! Der Mast hängt am Kran und läßt sich nicht weiter heben / drehen! Wir hören, dass der Mastenkran in der Woche gerade repariert worden ist, weil  er defekt gewesen war. Der Hafenmeister ruft den Notdienst ( heute ist Samsag ) der zuständigen Firma an: in ca. 1 Stunde kann jemand kommen. Also:  den Mast am Stahlgeländer der Hafenkante festbinden und warten.... Dann endlich kommt der Mechaniker, prüft das Ganze und kann die sich festgesetzte Sperre lösen = der Mast kann jetzt auf die Böcke an Land abgesetzt werde; wie schön! Viele Spekulationen ( was soll man sonst in der Wartezeit machen? ), wie wir den Mast notfalls aus seiner Position bekommen könnten, haben sich hiermit erledigt. Nun kann diese Arbeit beendet werden und später der Mast in den Mastenschuppen unseres Vereins transportiert werden. Großes Aufatmen auch bei den nachfolgenden Schiffsbesatzungen, die an diesem Wochenende auch den Mast abnehmen wollen. Wir hatten also noch "Glück im Unglück". Nun steht der Geburtstagsfeier im Familienkreis am Abend nichts mehr im Wege.


 9.10.
Nach einer kürzeren Nacht und starkem Kaffee zum Frühstück räumen wir etliche Dinge aus und in das Auto ein, um diese zu Hause einzulagern. Ende Oktober geht unser Schiff ins Winterlager.

29.10.

Gestern Mittag sind wir an Bord angekommen. Am Nachmittag war Arbeitseinsatz auf dem Winterlagerplatz: Vorbereitungen treffen ( z.B.: Schiffsböcke zurechtstellen ) für das Aufslippen. Heute sind wir um 6.00 Uhr aufgestanden, denn um 7.45 h ist der Kran einsatzbereit, die Schiffe aus dem Wasser zu heben und in die Böcke zu setzen. Das Wetter ist sehr diesig bzw. der Hochnebel hängt noch über uns, doch es ist kaum Wind und auch trocken. Um 10.00 h ist unser Schiff standsicher an Land. Wir sind angenehm überrascht, dass nicht so viel Bewuchs am Unterwasserschiff ist, wie befürchtet; nur einzelne Stellen am Ruderblatt, um den Propeller- bzw. Kielbereich. Das Schiff ist ja kaum bewegt worden und wir hatten deshalb mehr Seepocken erwartet; gut so! Das erspart viel Arbeit, denn die Säuberung des Unterwasserbereichs ist auch so noch arbeitsintsensiv genug. Ab Mittag zeigt sich auch noch die Sonne und sorgt für angenehme Temperaturen. Am Spätnachmittag sind wir für heute fertig: was nicht mehr an Bord bleiben soll, ist im Auto verstaut; wir fahren nach Hause. In den nächsten Tagen wird Harald das Schiff winterfest machen, Heidrun hat "Innendienst": alle Textilien und Tampen waschen, damit diese zur nächsten Saison einsatzbereit sind. 



Wir hoffen, dass der Winter nicht ganz so hart wird wie in den letzten beiden Jahren! Wir wünschen allen unseren Lesern fröhliche Weihnachten, einen schönen Jahreswechsel und wir bedanken uns für  das so positive "feedback" unserer Berichte!!
Bis zur nächsten Saison 2012 !?