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Vorschau Sommertörn



30. + 31.03.
Der Winter war relativ mild mit weniger und späterem Schneefall als in den Jahren zuvor. Als es im Februar dann einige Zeit knackig kalt wurde ( z.B.: -15°C und stellenweise mehr), hatten wir unsere Winterauszeit in Thailand bei ca. 30°C.... Der März war dann - lt. Statistik- zu warm und zu trocken = wir waren darüber jedoch nicht verstimmt, konnten wir doch bei angenehmen Temperaturen die notwendigen Bootsarbeiten ohne Streß erledigen: z.B.: das alte Solarpaneel an Deck gegen ein neues austauschen, weil das alte nicht mehr genug Energie lieferte, wie wir im Herbst festgestellt hatten. Eine neue Starterbatterie stand auch schon auf der Besorgungsliste, doch wg. des extremen Kälteeinbruchs im Februar haben unsere beiden Verbrauchs-Batterien sich auch "verabschiedet", da sie an Bord geblieben waren; also wurde ein ganz neuer Satz Batterien an Bord geschleppt. Dann natürlich auch die jährlich wieder zu erledigenden Bootsarbeiten.... Heute ist nun der Abslipptermin: unser Schiff soll wieder ins Wasser. Das Wetter hat sich auf die entsprechende Jahreszeit besonnen: auf der Autobahn nach Kiel noch einige Regenschauer, angekündigte Tageshöchsttemperatur 8°C! Dazu weht ein kräftiger, böiger Nordwestwind, der Sibirienkälte empfinden läßt = Mützenwetter, Handschuhe und warme Kleidung! Im Laufe des Vormittags läßt der Regen wenigstens nach und um ca. 12.00 h schwimmt unsere "Viking" wieder in ihrem Element und schaukelt ordentlich im Wind. Alle Boote auf dem Hafenvorfeld und drumherum kommen heute ins Wasser, denn der neue, ganz große Kran, hievt sie , von verschiedenen Standplätzen aus, mit "einem Dreh" vom Bock ins Wasser = Zeitersparnis, da nicht mehr vom Winterlagerplatz zur Wasserkante gefahren werden muß. Die Heizung spendet unter Deck Wärme und macht das Leben an Bord erträglich bei diesen Temperaturen, denn wir übernachten jetzt auch wieder hier. Am Nachmittag kann unser Mast aus dem Mastenlager geholt und auf den Böcken beim Mastenkran gelegt werden, damit Harald alles zum Mastsetzten am morgigen Tag vorbereiten kann. Heidrun kümmert sich derweil unter Deck um das Einräumen und "klar Schiff machen". Am Abend ist es schon gemütlich an Bord und später sinken wir wohlig matt in unser kuscheligen Betten.


01.+ 02.04.
Gegen Mittag sind wir dran, den Mast zu setzen. Mit Hilfe kompetenter Ellerbeker Segelkollegen läuft alles reibungslos. Der Wind legt noch zu - "Durchzug eines Sturmtiefs" - und wir schieben in der Box Lage!! Die Segel können wir bei diesem Wind nicht anbringen, also bleiben wir heute noch hier. Am nächsten Morgen hat der Wind abgeflaut, nur noch 5-6 Bft, böig, trübes Wetter => Genoa und Großsegel anschlagen und einrollen, alls aufräumen und startklar machen: um 12.25 h, nach einem Graupelschauer, legen wir ab und motoren zur Westseite der Kieler Förde nach Friedrichsort, wo wir bei kräftigem Seitenwind mit viel Anstrengung uns auf unseren Liegeplatz manövrieren; fest in Stickenhörn um ca. 13.20 h. Nur ein anderes Schiff liegt schon in unsere Reihe. Harald fährt danach mit dem Bus zum Ostufer, um unser Auto zu holen. Dann noch einen heißen Kaffee trinken, einpacken und losfahren nach Hamburg = genug der Kälte !!
                                                                                                    3,41 sm

13. + 14. 04.

Am Freitag fahen wir wieder mit einem vollgepackten Auto zum Schiff. Heute wird nur ausgeladen und verstaut, denn am Abend sind wir zu einem Geburtstagsessen eingeladen. Am Samstag dann abarbeiten der "to-do-Liste". Der Wind ist heute nicht stark, der Himmel teils heiter, teils bedeckt, jedoch sehr kühle Temperaturen. Mit dem Hochdruckreiniger ist Heidrun nun stundenlang damit beschäftigt, das Schiff vom Winterschmutz zu befreien; eine Arbeit mit sofortigem Erfolg! Im Laufe des Tages füllen sich wieder Liegeplatze mit den Stammliegern, denn heute ist wieder Abslipptermin in anderen Vereinen. Harald ist derweil u.a. mit unserer Toilette beschäftigt: Beim Pumpen wird kein Seewasser zur Spülung angesaugt ;  also: die Mechanik auseinander genommen, untersucht : nichts zu reparieren = es muß ein neues Ersatzteil gekauft und dann eingebaut werden. Am Spätnachmittag wird diese Arbeit erfolgreich abgeschlossen. Nächster Punkt: Der Fäkalientank wird beim Anstellen der Pumpe nicht entleert. Eimerweise wird Wasser in  das Toilettenbecken geschüttet, um immer wieder verschiedene Tests zu machen, wobei viel dieses Wassers dann in die Bilge fließt und dort wieder entfernt werden muß.  Dann krabbelt Harald wieder an seinen "Lieblingsort", die Backskiste. Penible Prügung des ganzen Systems ergeben u.a. einen Riß bei der Verbindung vom Zulaufschlauch in den Kunststofftank. Arbeitsunterbrechung: Fahrt kurz vor Schließung zum Baumarkt, um Kunststoffmatten und Kleber / Härter zu kaufen. Reparatur insofern erfolgreich, dass dieses Leck wieder beseitigt ist, die Pumpe jedoch noch nicht arbeitet.  Inzwischen ist es fast 22.00 Uhr = Schluß für heute.

15.04.

Sonntagmorgen: Früh aufstehen, denn um 8.30 h wird Harald bei Dörte und Felix helfen, in  Schilksee den Mast aufzustellen. Warum muß es dabei regnen....? Während die Beiden danach ihr Schiff gleich vor Ort einräumen, weil es hier günstiger mit dem Auto ist, kommt Harald zurück, um sich wieder dem Fäkalientank zu widmen. Ab in die Backskiste: Pumpe noch einmal auseinander nehmen, einbauen, funktioniert immer noch nicht, weil jetzt auch ein Stromabfall auf 6 Volt  festzustellen ist, mit dem die Pumpe nicht einverstanden ist. Um es kurz zu machen: Nach langer Zeit endlich dieses Problem gelöst, dann "HD 40" auf die Pumpe gesprüht, Test = es funktioniert!! Inzwischen ist es Spätnachmittag geworden, es gibt inzwischen sogar einige Sonnenstrahlen, und rechtzeitig fertig geworden, um Dörte und Felix beim Anlegen auf ihrem Liegeplatz helfen zu können. Dann Klönschnack auf der "Festina lente", später einpacken und zurück nach Hamburg.



20. - 22. 4.
Am Freitagnachmittag ist Arbeitseinsatz aller Clubmitglieder auf dem Winterlagerplatz angesagt, nachdem nun alle Boote im Wasser sind: Aufräumen, Lagerböcke zusammenstellen usw. , begleitet von Gewitter und Hagelschauern. Der Samstagvormittag ist ( noch ) freundlich: also kümmern wir uns um unsere Heckpoller. Im Winter wurden viele Poller im Hafen renoviert, weil der Rost drohte, diese "aufzufressen" = einige Poller wurden durch neue ersetzt, einige neu mit Kunststoff ummantelt, andere erhielten  einen neuen - "angestückten" - Metall-Mantel, wie z.B. unsere. Sehr gefährlich für die Schiffsaußenhaut ist es dann, wenn beim Aus- und Einlaufen das Schiff den Poller berührt, weil sich Metall und Kunstsoff nicht vertragen. Zum Selbstschutz befestigen wir also heute in entsprechender Höhe den neuen Rasenteppich ( verrottungsfest ) an den Pollern = dauert natürlich seine Zeit, ist jedoch rechtzeitig vor den Regenschauern fertig. Danach ist das Oberluk im Vorschiff an der Reihe, weil es undicht ist. Also: die Luke ausbauen, dabei Innenverkleidung der Innendecke teilweise abbauen, um an die Schrauben usw. zu gelangen = wieder festdrehen, mit Silikon abdichten, alles wieder einbauen / befestigen. Die Regenschauer waren so freundlich, nicht dazwischen zu prasseln. Die Holzteile an Deck können wir noch nicht streichen, weil es weiterhin zu kalt und feucht ist. Vielleicht nächstesmal?.... 


30.05.
In der nachfolgenden Zeit waren wir einigemale an Bord gewesen, um nun endlich die "Holzarbeiten" abzuschließen und das Schiff mit "Hart-Proviant" ( Konserven, Getränke usw. ) zu beladen. Besonders schön dabei: Heidruns Geburtstag wurde mit Freunden auch an Bord gefeiert. Beim gemeinsamen Essen und Klönschnack erlebten wir einen fröhlichen und gemütlichen Abend. Der    obligatorische Fliederstrauß verdeutlichte diesen Anlaß. Vorher, Anfang Mai,  hatten wir eine Autoreise nach Dresden unternommen, wo wir seit ca. 20 Jahren nicht mehr gewesen sind, und konnten nun den Wiederaufbau vieler Kulturstätten, und natürlich der Frauenkirche, bestaunen. Anschließend noch einige Tage in Berlin.  Nach langer Zeit !! ist jetzt auch ein anderes Thema in der Abschlußphase: Die Scheuerleiste für unser Schiff ist endlich aus USA eingetroffen!! ( s. 20.-23.4.2010 ). Diese soll in Schleswig in der "Comfortina"-Niederlassung angebracht werden, weil dort vor gaaaanz vielen Jahren auch "Pearson"- Schiffe importiert und vertrieben worden sind und "man" sich deshalb mit diesem Schiffstyp auskennt. Der ( z.Z. noch offenstehende ) Werfttermin wird dann auch unser Starttermin zum Sommertörn sein.


15.06.
Gestern sind wir an Bord "eingezogen", denn am kommenden Montag, 18.6., haben wir unseren Termin bei der "Comfortina"-Werft in Schleswig. Das wechselhafte Wetter - Starkwind, Regen, Gewitterneigung, trotz kühler Temperaturen,-  animieren eigentlich nicht zum Segeltörn auf der Ostsee. Für heute jedoch eine akzeptable See-Wettervorhersage: "...umlaufender Wind 3 Bft, Südost drehend 4-5 Bft, später vereinzelt Schauerböen..."  Leinen los um 9.45 h, sonnig, Wind aus östlicher Richtung, 3 Bft. Weil wir heute auch das erstemal in dieser Saison den Leuchtturm an der Friedrichsorter Enge auf dem Weg zur Ostsee passieren, wird ihm ( und "Rasmus" ) ein Schluck Rum geopfert. Seeleute sind ja nicht abergläubisch, doch den Unmut der Götter soll man nicht herausfordern..... Querab von Bülk wird der Wind frischer, steigert sich im weiteren Verlauf auf 4-5 Bft und füllt schön die Segel auf unserem Kurs Richtung Schleimünde: wir rauschen über die Ostsee, oft mit um die 7 Knoten Geschwindigkeit,Spitze war 8,6 Knoten = das macht Spaß! Um 12.25 h runden wir die gelbe Sperrgebietstonne 1, laufen nun direkt auf Schleimünde zu, kurz vorher jedoch  rollen wir die Segel ein, stellen den Motor an und passieren den Leuchtturm. Nun können wir uns ganz auf die Fahrwassertonnen konzentrieren und müssen im schmalen Fahrwasser des Schlei-Verlaufs nicht auch auf die Segelstellung achten. Der Wind wird böig, am Himmel erscheinen erste graue Wolkengebilde. Wir folgen dem betonnten Fahrwasser vorbei an Maasholm, kommen rechtzeitig in Kappeln zur (Klapp-) Brückenöffnung um 13.45 h an und motoren weiter bis Arnis, weil wir hier in den geschützten Hafen im Noor von Arnis abbiegen wollen. Die erste ausgeguckte Box stellt sich als zu schmal für unser Schiff heraus ("quietsch!!"), also zurück, Runde durch den vollen Hafen drehen, dann: die nächste Box passt! Fest um 14.15 h. Gut so, denn nun pfeifen und rütteln erste kräftige Böen im Rigg, der Himmel hat sich zugezogen. Vor dem ersten Regenschauer noch ein kurzer Rundgang durch die kleinste Stadt Deutschlands: Arnis; ca. 300 Einwohner, malerische Landschaft und hübsch gelegen. Auch am Abend heftiger Regen, doch es ist Fußball-EM im Fernsehen angesagt, insofern "paßt" es ganz gut.
                                                                                                                      27 sm




16.06.
Der Tag beginnt verheißungsvoll: sonnig! Doch der Wetterbericht kündigt heftigen Regen und Gewitter mit Böen der Windstärke 8 Bft an. Wir bleiben noch hier und erleben dieses ganze Wetterspektrum im Hafen, das am späteren Vormittag beginnt. Der Regen hört sich unter Deck an, als würde "Jemand" mit dem Hochdruckreiniger das Schiff reinigen und zweimaliges Gewitter "setzt noch eins d'rauf" = Zeit für Pusselarbeiten und Lesen.


17.06.
Leinen los um 10.20 h, bedeckter Himmel, Wind SW 4-5 Bft, böig. Wir fädeln uns nach der Hafenausfahrt unter Motor wieder in das Hauptfahrwasser ein, Richtung Schleswig. Die Seilfähre von Arnis hat gerade angelegt und behindert somit nicht unsere Weiterfahrt. Dann braut sich der Himmel noch dunkler zusammen und mit kräftigen Böen beginnt der Regen. Die Klappbrücke von Lindaunis öffnet um 11.45 h, wir passieren die Durchfahrt um 11.55 h mit einigen anderen Schiffen. Der Wind frischt auf: WSW 5-6 Bft, Böen 7 Bft; der Regen "nadelt" im Gesicht. Eine knappe Stunde später sind wir in der Missunder Enge = landschaftlich wunderschön, doch heute können wir das nicht so richtig genießen... Auch hier eine Seilfähre über die Schlei, die eigentlich gerade ablegen wollte, doch der Kapitän wartet, bis wir vorbei sind = vielen Dank dafür! Dann, bei fetzenden Schauerböen,  erreichen wir die "Große Breite", durchfahren die "Stexwiger Enge", sind jetzt in der "Kleinen Breite". Bei der grünen Tonne Nr. 87 dann auf direkten Kurs zum Hafen. Fest im Schleswiger Stadthafen um 14.05 h, Boxenplatz. Wir haben genug von Regen und Starkwind und machen unter Deck erst'mal Kaffee-Pause, auch zum Aufwärmen. Der Hafenmeister ist ab 16.30 h erreichbar; sehr nette Geste = die Stadt Schleswig schenkt den Neuangekommenen einen hübschen Stoffbeutel: darin Info-Broschüren zur Stadt und auch ( von "Playmobil" ) einen kleinen Seemann / Kapitän, der in seinen Händen ein Fernglas und ein Sprechfunkgerät hält; sehr putzig. Zum Abend hin klart der Himmel auf, der Wind läßt nach...
                                                                                                         18 sm 


18.06.
Früh aufstehen, damit wir bereit sind, wenn es um die Scheuerleiste geht. Kurz nach 9.00 h kommen zwei Mitarbeiter der Firma und schauen sich die Schadstelle an. Eventuell gibt es  eine Möglichkeit, an einem entsprechend günstigeren, anderen Liegeplatz die Reparatur zu erledigen, damit das Schiff nicht mit dem Kran aus dem Wasser gehoben werden muss - 'mal sehen. Dies alles noch im Sonnenschein; kurz vor 12.00 h gibt es jedoch kein Mittagsläuten vom Schleswiger Dom, sondern: heftiges Gewitter! Die Böen heulen, der Regen prasselt, der Himmel ist dunkel. Später, als man wieder trockenen Fußes ins Freie konnte, kommt einer der Bootsarbeiter und entfernt schon 'mal die Holzdübel aus dem Süll über der Scheuerleiste, damit Morgen dann gleich die alte abgebaut und - hoffentlich - die neue dann angebracht werden kann. Am Spätnachmittag, in der nächsten Regenpause, drehen wir eine Runde zu Fuß und sehen uns dabei die Fischersiedlung Holm an: "Puppenhäuser"  aus dem 18. Jahrhundert, sehr gepflegt und hübsch, fast alle mit schönen Rosenstöcken zur Straßenseite an den Häuschen. Auf dem Rückweg müssen wir uns sputen, denn es fängt wieder an, zu regnen. 



19.06.
Wieder früh aufstehen = das Timing incl. Frühstück war richtig kalkuliert, denn um 8.40 h waren unsere Arbeiter auf dem Steg, bereit für ihr Tagewerk. Wir verholen das Schiff einige Boxen weiter, denn hier liegt ein guter, stabiler Mini-Schwimmsteg vertäut,an den wir längsseits gehen. Nun kann die Arbeit von hier aus wunderbar erledigt werden: erst das Holzsüll, dann die alte Scheuerleiste abbauen = viele !! Schrauben!! sind dabei zu lösen,  das Holzsüll von unten wird vom alten Kleber befreit, doch das Team ist gut d'rauf! Später dann wird die ( noch verpackte ) neue Scheuerleiste geholt und das sperrige Ding vor Ort ausgepackt. Leider war die ovale Rolle so gewickelt, dass die Außenseite der Scheuerleiste die "innere Kante" war, d.h., dass deshalb die ideale Anpaß-Rundung an das Schiff nicht gegeben war und beim Anbringen mit Heißluft erst wieder entsprechend geschmeidig gemacht werden mußte. Harald ist die Hilfskraft des Arbeitsteams bei z.B. kleinen Handreichungen, abfegen der Holzkrümel usw. , Festmacherleinen verlängern / verkürzen zur Anpassung des Schiffes an die Arbeitsplattform ( sehr engagiert! ). Und man glaubt es kaum: heute ist nicht viel Wind, nur einzelne graue Wolken, die sich zum Nachmittag  auflösen und  k e i n  Regentropfen fiel herab!!  Kurz vor 17.00 h ist für heute Schluß; Morgen stehen nur noch kleine Restarbeiten an. Wir bleiben deshalb auf diesem Platz liegen und genießen einen sonnigen Abend.  




20.06.
Der Arbeitstrupp kommt um ca. 11.00 h wieder an Bord; mit im Handwerkskasten: neu erstellte Holz-"Dübel", die benötigt werden, um die Hohlräume über den Schraubenköpfen zur Süllbefestigung abzudecken. Die über die Oberkante herausragenden Enden werden sorgfältig abgeschliffen = Pusselarbeit! Nach ca. zwei Stunden sind die Arbeiten abgeschlossen: unsere Viking sieht nun wieder komplett und so schön aus, wie es ihr zusteht! Inzwischen hat der Wind wieder ordentlich zugelegt, trotz einiger Sonnenstrahlen ist es auch frisch. Harald möchte unbedingt noch den Dom-Turm besteigen und von oben fotografieren => nichts für Heidrun, denn solche Wendeltreppen sind nicht so "ihr Ding". Das Abendessen nehmen wir heute im Bistro am Hafen ein: preiswert und gut, und die Sonne hat sich auch freigeschaufelt. 




21.06.
Leinen los um 9.30 h, sonnig, Wind Ost 4 Bft, böig - also genau von vorne! Wir motoren nun im Fahrwasser wieder in Richtung Ostsee. Heute ist Sommeranfang und das Wetter spielt mit! Allerdings sieht man wieder, wie entscheidend die Richtung für den Wärmegrad ist: Segler, meist nur unter Vorsegel, die uns entgegenkommen, also  m i t  dem Wind, sind "luftig" angezogen, weil es so schön warm ist. Wir, g e g e n  den Wind, haben lange Hosen und Jacken an, weil uns der kühle Wind anbläst. Um 11.45 h passieren wir die Klappbrücke in Lindaunis. Bei diesem Wetter sind die Schlei-Ausflugsdampfer gut mit Passagieren besetzt. Der Wind legt etwas zu. Bei Sonnenschein sieht die Schleilandschaft natürlich besonders schön aus. Diese Region wirbt auch mit Besichtigungstouren der verschiedenen Lokalitäten, die in der Fersehserie " Der Landarzt" eine Rolle spielen. Weiter vorbei an Arnis nach Kappeln, wo wir ca. eine halbe Stunde auf die Brückenöffnung um 13.45 h warten müssen. Danach weiter bis zur grünen Tonne Nr. 15,  bei der wir nach Maasholm abbiegen. Fest im Yachthafen Maasholm um 14.30 h, Boxenplatz. Der Wind kommt vom Bug her, die Sonne scheint ins Cockpit = ideal, um jetzt erst einmal ein warmes Sonnenbad zu nehmen! Das Fischgeschäft Petersen ist für uns immer ein "Muß", wenn wir hier sind; heute gibt es zum Abendessen nach "Hausfrauen-Art" eingelegte Heringe bzw. den neuen Matjes, dazu Pellkartoffeln = super lecker! Dazu immer noch Sonnenschein, der uns einen echten schönen nordischen Sommerabend beschert.
                                                                                                            21 sm




22.06.
Der Regen prasselt aufs Deck - wir drehen uns noch 'mal um und schlafen eine Runde mehr. Ist der Sommer schon vorbei? Hafentag! Im Laufe des Vormittags läßt der Regen nach, der starke Wind bleibt und gibt manchem Sonnenstrahl Gelegenheit, sich zu zeigen. Dunkle Wolkengebilde jedoch bleiben vorrangig am Himmel. Nachmittags Schauerfronten mit  Böen in Sturmstärke und auch Gewitter. Erst zum Abend hin vorübergehend freundlicher, danach wieder "wie gehabt, jedoch ohne Gewitter".... Wir schauen unter Deck Fußball-EM im Fernsehen: Deutschland - Griechenland, Ergebnis: 4:2  => somit ist Deutschland im Halbfinale !


23.06.
Heute ist  "Mittsommer" - ganz Skandinavien feiert an diesem Tag. Jetzt werden die Tage wieder kürzer und wir im Norden hatten bisher noch keinen Sommer... Im Rigg heult der Wind, ein Schauer jagt den anderen, mit Schauerböen von 7-8 Bft: wir sind von Tiefs umzingelt. Ungemütliches Wetter = wir sind heute faul, bleiben unter Deck im Trockenen: lesen, im Internet surfen, nur ein kurzer Gang zum Fischgeschäft. In den Regenpausen rollen die Transportwagen voll beladen über die Stege:  die Schulferien beginnen und die Schiffe werden für den Urlaub ausgerüstet. Wann wird es endlich Sommer??


24.06.
Wetterbericht: "...Dauerregen, der am Nachmittag in Schauer übergeht..."  - dafür ist der Wind nicht ganz so heftig wie gestern; aber keineSorge: für Morgen ist auch wieder Starkwind angesagt! Der Heizlüfter sorgt für wärmeres Klima unter Deck. Iris, die hier in der näheren Umgebung wohnt, kommt am Nachmittag an Bord und gemeinsam schauen wir uns die DVD unserer Autoreise durch Norwegen im letzten Sommer an = schöne Ablenkung vom trommelnden Regen. Am Abend: nicht nach draußen, sondern "in die Röhre" gucken = Fußball-EM; nun wird Italien unser Gegner im Halbfinale.

25.06.
Wer meckert eigentlich über die Treffsicherheit des Wetterberichtes? Der lag nämlich genau richtig, denn wir haben wieder alles abbekommen, was vorausgesagt worden ist! Heidrun wird allmählich allergisch gegen das Windgeheule im Rigg. Beim Hafenmeister gibt es erst ab der 7. Übernachtung Rabatt bei der Liegegebühr ( 15,- Euro );  ganz soviel haben wir ( noch ) nicht zusammen.... Die anderen Segler, die eigentlich in die Ferien starten wollten, sind auch "maulig". Zum Ende der Woche soll es angeblich besser werden - wir werden sehen.


26.06.
Seewetterbericht: West 6-7 Bft, Schauerböen mit 8 Bft. Der Regen hört am frühen Nachmittag endlich auf und bald darauf heult der Wind aus einem  s o n n i g e n  Himmel! = kleine Zwischenaufheiterung, auch fürs Gemüt.



27.06.
Morgens noch ein leises Aufjaulen des Windes, dazu ein Regenschauer, dann wird es langsam ruhiger = Prognose für heute: West 5-6 Bft, abnehmend 3 Bft. Start um 10.25 h, West 4 Bft, bedeckter Himmel. Wir motoren aus dem Hafen, danach rollen wir das Großsegel aus, stellen den Motor ab und fädeln uns in das Fahrwasser zur Ostsee ein. Heute ist großer Aufbruch, viele Schiffe sind unterwegs, denn endlich ist handiges Wetter. Um 11.57 h sind wir am Leuchtturm Schleimünde, auf der Ostsee rollen wir zusätzlich die Genoa aus, Kurs: Süd. Die Wellen sind nicht mehr hoch, und bei dieser Windrichtung zieht unser Schiff zügig durchs Wasser. Schönes Segeln! Im weiteren Verlauf wird der Wind etwas weniger, bleibt aber ausreichend. Über der Kieler Förde hängen noch dickere graue Wolken = 3, 4 Regentropfen, einige kleine Böen, das war's. Am Friedrichsorter Leuchtturm rollen wir die Segel ein und motoren zu unserem Hafen. Fest in Stickenhörn um 16.10 h, auf unserem Liegeplatz. - Warum hier? = Wir werden aus familiären Gründen unseren Törn unterbrechen und für unbestimmte Zeit von Bord gehen, um unsere Hilfskraft zur Verfügung zu stellen. That's life!
                                                                                                                  22 sm

16.07.
Wir sind seit wenigen Tagen wieder zurück an Bord; wettermäßig haben wir nichts verpaßt, denn die unbeständige Wetterlage hat sich nicht verändert. Ein Tief jagt das andere, ein ständiger Wechsel jagender Wolken, Regenschauer, einzelne Gewitter, kurze sonnige Momente, viel Wind: "...für die Jahreszeit zu kühl...". Heute pfeift es wieder besonders laut, heftiger Regen mit Sturmböen prasselt immer wieder auf die aufgestellte "Kuchenbude" . Wie unsere Schiffsnachbarn - Vereinskollegen - warten wir nun auf besseres Wetter und nutzen diese Zeit auch für nette Klönschnacks. Frisches Gemüse, Fleisch usw. ist auch wieder an Bord, wir wären bereit =  also: "abwarten und Tee ( oder so ) trinken".....


17.07.
Der "Tee" wird kalt = wir packen unsere Sachen ein, denn wir wollen doch zurück nach Hause. Die aktuellen Wetterberichte zeigen, dass vorerst keine Besserung erkennbar ist.  Mit den heutigen - überraschend längeren - Sonnenstrahlen wird unsere "Kuchenbude" trocken, die wir nun getrost abbauen können ( Morgen wieder:"... ergiebige Regenschauer..." ) . Noch ein Becher Kaffee, dann fahen wir los. Sollte das Wetter sich eines Besseren besinnen, sind wir ja schnell wieder hier.


23.07.
Da sind wir wieder = sommerliches Wetter ist angesagt und wir wollen es miterleben. Vorab natürlich ist erst'mal wieder der frische Proviant und "Dies und Das" zu verstauen und die Wassertanks aufzufüllen. Harald bringt schon die Schoten an und entfernt die Schutzhülle des Vorsegels, damit es Morgen zügig vorangeht. Zur Urlaubseinstimmung gönnen wir uns am Abend ein schönes Stück Fleisch im "Steakhouse".


24.07.
Wir stehen zeitig auf, denn heute gibt es etwas Besonderes zu sehen: Zwischen 7.00-8.00 h soll das Kreuzfahrtschiff "Queen Elizabeth" erstmalig Kiel anlaufen! Um ca. 7.20 h taucht sie hinter dem Friedrichsorter Leuchtturm auf, Schlepper fahren vorweg und spritzen schöne Wasserfontainen  zur Begrüßung. Ein imposantes Bild, wie das 294 m lange Schiff langsam in der Morgensonne in die Kieler Förde fährt. Danach frühstücken wir, klaren unser Schiff auf, dann: Leinen los um 9.50 h, bei prachtvollem Wetter, schon warm, sonnig, Wind S-SO 2 Bft = wir motoren in östlicher Richtung aus der Förde. Um 11.30 h kräuselt sich das Wasser, der Wind ist etwas östlicher geworden: wir rollen die Segel aus. Langsam wird der Wind stetiger, nimmt zu auf 3-4 Bft = wunderschönes Segeln im Sommerwind!! So kann es bleiben! Wir nehmen Kurs auf Bagenkop / Insel Langeland ( Dänemark ). Kurz vor dem Hafen packen wir die Segel wieder ein, Motor an; fest im Hafen von Bagenkop um 15.30 h, Boxenplatz. Sommerstimmung auch hier, jeder scheint sich über diesen schönen Tag zu freuen. Am Abend ist überall leises Stimmengemurmel zu hören, denn fast jeder genießt es, im Cockpit sitzend den Abend ausklingen zu lassen.
                                                                                                               30 sm




25.07.
Ein strahlender Sommermorgen! Beim Frühstück entschließen wir uns spontan, heute nicht weiter zu ziehen, sondern hier zu bleiben; der Wind ist sowieso gering und soll noch schwächer werden. Die Sommertage scheinen gezählt, denn voraussichtlich wird sich übermorgen, am Nachmittag, das Wetter ändern = Hitzegewitter sind im Anmarsch mit  den bekannten "Nebenwirkungen". Harald möchte eine Runde mit dem Fahrrad drehen, Heidrun belegt die "Sonnenbank" im Cockpit. Auch  noch andere Schiffe bleiben liegen, spannen Sonnenschirme oder -segel auf und genießen die Wärme. Während die letzten starten, die weiter wollen, treffen bereits die ersten "Neuen" ein => es ist gerade um 11.00 h herum... "Hafenkino" ist auch wieder: Noch ist in den folgenden Stunden sehr viel Platz im Hafen, da ist mancher Skipper "überfordert", bis er den "richtigen" Liegeplatz gefunden hat und deshalb manches unnötige Manöver fährt. Ein kleines Kajüt-Motorboot ist für den Eigner wohl "das Größte", denn um in die ausgewählte Box zu gelangen, wird laut "eingeparkt": vor, zurück, Bugstrahl an, aus - mit wenigen Handgriffen hätte er sein Schiff an der vorhandenen Verholleine leicht in die Box ziehen können, sogar ohne Motor; Wind war sowieso nicht. Unser Abendessen im Cockpit wird musikalisch unterlegt: Hier im Hafen spielt jeden Mittwoch in den Sommerferien eine Altherren-Band  gekonnt launige Unterhaltungsmusik.



26.7.
Leinen los um 10.15 h, Wind: WNW 3 Bft, sonnig. Vor dem Hafen werden die Segel ausgerollt und wir segeln entlang der Küste, Richtung Süd, nach Fehmarn. Der Wind wird etwas kräftiger, 4 Bft, und nördlicher; wir nehmen die Genoa auf die Steuerbordseite und baumen sie aus, damit sie nicht einfällt = "Schmetterlingsegel". Die See rollt mitunter stark, besonders südlich von Langeland, weil hier das Wasser auch aus dem Großen Belt gedrückt wird. Wegen dieser Segelstellung ist die Sonne anfangs verdeckt, der Wind kommt von hinten - es ist fast schon kühl. Doch die Sonne wandert ja und ab der Mittagszeit sitzen wir wieder im Sonnenschein. Fehmarn kommt in Sicht; um 15.00 h haben wir die gelbe Tonne H9 des Schießgebietes querab. Zur Zeit ist es jedoch kein Sperrgebiet für die Schifffahrt, weil die Bundeswehr hier bis 19. August Urlaub macht = also freie Fahrt. Die Fehmarnsundbrücke ist auch schon zu sehen. Der Wind wird schwächer und kurz vor der Brücke rollen wir die Segel ein und motoren weiter; Unterquerung um 17.05 h. Danach Weiterfahrt im betonnten Fahrwasser , an dessen Ende wir nach Burgtiefe abbiegen können. Zum Hafen gelangt man dann ebenfalls auf einem betonnten Fahrwasser und hier herrscht "Rushour": jede Menge kleiner Angelboote, Motorboote, Segler strömen in diesselbe Richtung. Die meisten fahren jedoch nach Burgstaaken; wir biegen vorher ab nach Burgtiefe. Fest im Hafen um 18.05 h, Boxenplatz. Wieder ein schöner Segeltag!
                                                                                                  34,6 sm


27.07.
Wir bleiben heute hier: Harald hat rote, verquollene und tränende Augen; seit Tagen sind sie schon sehr empfindlich und die grelle Sonne und der kräftigere Wind gestern  haben schon am Abend Wirkung gezeigt. Heute sind also Schonung und Augentropfen angesagt. Es ist wieder ein Hochsommertag und ein Bad vom Schiff aus im Ostseewasser ( 22°C ) bringt Erfrischung; da dieser Hafen sehr offen ist, ist auch der Wassteraustausch garantiert. Bei dieser Gelegenheit befreit Harald auch den Wasserpaß unseres Schiffes vom Schmutz. Danach muss er wieder unter Deck, ohne Sonne und Wind. Weil unser Schiff so viele zu öffnende Fenster / Luken hat, ist es hier auch nicht stickig. Am Nachmittag frischt der Wind kräftig auf, gegen Abend tauchen erste Wolken auf. Die Gewitterfront erreicht uns um ca. 23.00 h mit kräftigem Regen, taghellen Blitzen und Donner; gut, dass Harald vorher die "Kuchenbude" aufgebaut hat! Wir schauen uns im Fernsehen die Eröffnungsfeier der Olympiade in London an.  



28.07.
Der Morgen ist trügerisch sonnig, die Gewitterfront ist jedoch noch nicht "durch". Wir bleiben sowieso noch, und deshalb beeinträchtigt die am späten Vormittag aufziehende Wolkentront nicht unseren Tagesablauf. Etliche heftige Regenschauer, dazu auffrischender Wind mit sehr starken Böen ( Böenwarnung: bis 8 Bft ), jedoch ohne Gewitter für uns. Am Nachmittag wird der Regen weniger, der Wind bleibt = Prüfstein speziell für Charteryachten, die jetzt zur Ferienzeit reichlich unterwegs sind. Es ist uns unverständlich, dass einfachste Regeln nicht beachtet werden, z.B.: Luv- und Leeseite des Windes, gut vorbereitete Leinen, die auch problemlos ablaufen bzw. zugeworfen werden können, der "Skipper hat das Sagen" und gibt entsprechende klare Kommandos. Auf den Schiffen - meistens ca 40-44 ft groß ( unser Schiff hat 37 ft ) stehen 6-8 Personen "bereit", doch oft klappen die An- und Ablegemanöver nicht!= die Leinen sind nicht "klar", sondern wirre Knäuel, zuerst werden Lee-Poller belegt ( wieso treibt das Schiff ab? ), oder es wird beim Anlegen diskutiert, was gemacht werden könnte ( wir leben schließlich in einer Demokratie ). Wie kann man sich so sorglos aufs Wasser begeben? Auch heute war manches mißlungene Manöver nur mit Hilfe von anderen zu "retten", damit kein Schaden entsteht. Segler helfen sich selbstverständlich gerne (?), wobei wir auch festgestellt haben, dass mit zunehmender Schiffsgröße ( auch von Schiffseignern ) die "Seemannschaft" (= gegenseitiges Helfen bzw. Rücksichtnahme ) abnimmt.... Zum Abend hin läßt der Regen nach, es wird wieder etwas freundlicher. Die Feriengäste halten sich heute vorwiegend im Häuserkomplex der Ferienwohnungen am Südstrand auf, wo sich etliche kleine Geschäfte und Gastronomie-Betriebe befinden.



29.07.
Start um 10.05 h, Wind: SO 3 Bft, bedeckter Himmel, es ist recht kühl geworden. Nachdem wir das Fahrwaser aus dem Hafen, vorbei am Südstrand, motort sind, rollen wir die Segel aus, Kurs 170°, nach Wismar, Mecklenburg-Vorp. Wir ziehen flott durchs Wasser,der Wind hat etwas aufgefrischt,  die dunklen Wolken über uns sind noch zurückhaltend. Das ändert sich gegen 13.30 h = es  fängt an zu regnen. Um 14.05 h erreichen wir die rot-weiße Ansteuerungstonne für das betonnte Fahrwasser nach Wismar, in das wir nun einlaufen. Der Wind bleibt günstig, wir können 'mal "hoch am Wind", 'mal mit "halbem Wind" die Rinne gut absegeln. Der Regen jedoch wird stärker und damit die Sicht schlechter. Doch die dicken Fahrwassertonnen sind gut erkennbar, nur die Stadt Wismar hat sich "versteckt". Am Ende der Rinne bleibt der Wind weg bzw. wird umlaufend = Segel einrollen und Motor an. Nun heißt es, in diesem großen Hafengebiet den "richtigen" Hafen für uns zu finden, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten für Sportboote; der Hafenplan hilft uns dabei. Fest um 15.50 h im Überseehafen, Boxenplatz; ausgerichtet für jeweils zwei Boote mit Auslegern, am Schwimmsteg. Nachdem wir unser Ölzeug abgelegt und unter Deck sind, hört es auf zu regnen! Der Hafenmeister ist ab 18.00 h erreichbar und die Liegegebühr überrascht uns angenehm: 1,- Euro pro lfd.Meter / Schiffslänge, incl. Strom/Wasser am Steg, jedoch kein Internet verfügbar. Ein erster Erkundungsgang führt uns zum nahe gelegenen "Alten Hafen", wo das Leben tobt. Schön angelegte Hafenpromenade, am Kai zur Altstadt hin liegen einige Fischkutter, die geräucherten, gebratenen Fisch anbieten, Fischbrötchen usw.; in der Nähe auch diverse Lokale und Fischgeschäfte mit Essen-Angeboten: hier nehmen wir unser Abendessen ein = leckeren Fisch. Morgen werden wir uns dann in Ruhe die Altstadt ansehen; heute Abend fallen wir relativ früh in die Kojen.
                                                                                                                 37 sm   



30.07.
Im Jahre 1229 erste urkundliche Erwähnung der Stadt Wismar. Im Jahre 2002 wurde das Denkmal "Historische Altstädte Stralsund und Wismar" in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, da beide Städte heute noch die typische Hansestadt aus ihrer Blütezeit repräsentiern ( Stralsund haben wir bereits vor einigen Jahren besichtigt ). Der mittelalterliche Grundriss mit Straßennetz sowie Quartier und Parzellenstruktur ist bis heute nahezu unverändert! Wir können erst gegen Mittag zur Stadtbesichtigung starten, weil es bis dahin geregnet hat, doch dann wird es sonnig. Am Alten Hafen stärken wir uns vorab mit einem Fischbrötchen, danach gehen wir durch das "Wassertor" ( erb. 1450 ), das letzte von fünf Stadttoren, direkt in die Altstadt.Die Straßen sind meistens mit Kopfstein gepflastert, die schönen Häuser in ihrer typischen hanseatischen Bauweise zeugen heute noch von dem Reichtum der Hansestadt im Mittelalter: liebevoll restaurierte Bürgerhäuser, oft verziert, mit unterschiedlichen Giebel-Formen, teils aus Backstein, teils verputzt oder aus beiden Materialien, lassen uns nur staunen, mit welcher Kunst ( und viel Geld schon damals ) diese Häuser gebaut worden sind. Bekannte Handelsketten sind nciht in "08-15"-Gebäuden, sondern ebenfalls in historischen Gebäuden angesiedelt. Ein schönes klassizistische Rathaus, davor ein sehr großer Marktplatz; der größte an der Ostsee, lesen wir. An diesem Platz steht eines der ältesten Bürgerhäuser, ein Backsteinbau, um 1380 erbaut. Als hier 1878 eine Gastwirtschaft einzog, erhielt das Gebäude den Namen "Alter Schwede" zur Erinnerung an die Zeit von 1648-1803, als Wismar zu Schweden gehörte. Wir haben u.a. auch das Stammhaus der Karstadt AG besichtigt. Rudolph Karstadt begründete hier 1881 mit nur einem Angestellten sein späteres Imperium. Zwischdurch einzelne Regenschauer; währenddessen wir in Geschäfte flüchteten; danach jedoch wieder Sonnenschein. Sehr eindrucksvoll auch die St.Nikolai-Kirche. Mit dem Bau wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Ihr 37 m hohes Mittelschiff ist das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands. St.Nikolai war die Kirche der Schiffer und Fahrensleute. Eine wirklich sehr sehenswerte Altstadt;  e  i  n   Tag ist zu wenig, wir werden Morgen noch hierbleiben. Am Alten Hafen essen wir noch Backfisch "aus der Hand", an Bord gibt es dann noch die unterwegs gekauften Erdbeeren mit Milch.




31.07.
Wir sind ausgeruht und fit für einen weiteren Besichtigungstag. Das Wetter ist freundlich. Wir gehen zuerst zur "Heiligen-Geist-Kirche", eine rechteckige gotische Saalkirche, relativ schlicht, jedoch mit einer üppig bemalten Holzdecke im Barock-Stil. Nicht weit davon entfernt: die "Marienkirche", bzw. das, was von ihr übrig geblieben ist: der Turm;  mit seinen 80 m ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt und 1960 aus politischen Gründen gesprengt. Die Reste davon ( Sockel von Säulen und Mauern ) sind im Gelände noch vorhanden. Im Turm-Raum wird kostenlos ein 3-D-Film gezeigt,den wir uns natürlich ansehen. Eine Computer-Animation zeigt, wie die Kirche Anfang des 14.Jahrhunderts über die bereits vorhandene Kirche aus  dem 13.Jhr gebaut worden ist und wie sie innen ausgesehen hat. Sehr gut und launig präsentiert! Wir gehen einige Schritte weiter, zum "Fürstenhof", der der Sitz der mecklenburgischen Herzöge gewesen ist; heute ist hier das Amtsgericht Wismar untergebracht. Das Gebäude ist mit plastischen Figuren, figürlichen Friesen und Ornamenten verziert. Danach die riesengroße "St.-Georgen-Kirche", ursprünglich im 13. Jhr gebaut, danach mehrfach verändert. Ein hervorragendes Baudenkmal norddeutscher Backsteingotik. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Seit 1990 erfolgt mit großer Hilfe der "Deutsche Stiftung Denkmalschutz" der Wiederaufbau; dazwischen waren jedoch auch Pausen, bis wieder Geld zur Verfügung stand. Ein imposantes Gebäude! Das "Zeughaus" gilt als eines der bedeutendsten barocken Zeugnisse schwedischer Militärarchitektur. Heute ist hier die Stadtbibliothek untergebracht. Das schwedische Wappen über dem Haupteingang wurde im Auftrag des schwedischen Königshauses restauriert. Und immer wieder: die Straßenzüge mit den hübschen Häusern! Nach so viel Kultur und Geschichte spazieren wir noch zum Westhafen, denn hier ist die größte Liegeplatzmöglichkeit für Sportboote = ist in Ordnung, doch wir sind froh, dass wir nicht hier liegen, weil "unser" Hafen gemütlicher ist. Inzwischen hat sich der Himmel bezogen, es ist wieder kühler geworden. An Bord entspannen wir unsere "rund gelaufenen" Füße.   




 1.08.
Abschied von Wismar; Start um 10.05 h, Wind S-SO,1 Bft, Himmel bedeckt, graue dicke Wolken. Laut Wetterbericht soll es jedoch noch schön werden... Wir motoren zurück im betonnten Fahrwasser; querab von Poel nehmen wir jetzt jedoch die nördliche Ausfahrt aus diesem Flachwassergebiet. Ein bißchen Wind ist aufgekommen, also versuchen wir, zu segeln = streckenweise recht nett, doch bei der Rinnenausfhrt schleichen wir nur noch: 13.05h Motor an, Vorsegel einrollen, das Großsegel bleibt stehen, damit wir bereit sind,wenn der Wind wieder kommt. Zur "Entschädigung" wird der Himmel freundlicher: die Sonne löst die Wolken auf und im weiteren Verlauf wird der Himmel fast wolkenlos. Wir motoren entlang der mecklenburgischen Küste,Tagesziel: Kühlungsborn. Die See ist überwiegend spiegelglatt, zwischendurch kleine "Katzenpfötchen" auf dem Wasser, die schnell wieder verschwinden. Ab Rerik fahren wir an belebten Stränden vorbei, denn jetzt ist wirklich ein strahlender Sonnentag. Bei Kühlungsborn tobt das Leben am Strand: die Strandkörbe sind besetzt, viele Badende im Wasser. Die Küste ist stark bebaut worden in den letzten Jahren; als wir das letztemal hier waren, gab es noch viele Lücken. Um 14.55 h laufen wir in den Hafen ein, der schön groß aber auch schön voll ist. Wir fahren die Stege ab, bis wir am vorletzten doch noch einen freien Platz finden, in den unser Schiff hineinpaßt. Fest um 15.15 h, Boxenplatz mit Ausleger. Rundum auf den Schiffen liegt "man" wohlig in der Sonne und genießt die Wärme. Unser Abendessen nehmen wir im Cockpit ein. Der Abend wird noch besser: Aus einem Lokal an der Hafenmole klingt kubanische Live-Musik herüber und versetzt uns in Verzückung!
                                                                                                                      28 sm  



2.08.
Am späteren Vormittag erkunden wir das Hafenumfeld. Hier hat sich besonders viel getan seit unserem letzten Besuch = sehr zum Vorteil! Eine breite, schön angelegte Hafenmole, ansprechende kleine Häuser begrenzen diese zum Land hin, in denen die verschiedensten Lokale und ansprechende kleine Geschäfte untergebracht sind. Viele Sitzgelegenheiten, auch große "Sitzkissen", laden zum Verweilen ein, um die Hafenatmosphäre zu genießen. Für die Touristen wurde viel getan und investiert und man kann sich als Feriengast eigentlich nur wohlfühlen. Zu beiden Seiten des Hafens schließen sich gepflegte Strände an, der Gebäudestil der angrenzenden Häuser und Hotels ist ebenfalls gelungen. Leider regnet es dann etwas, eine Front zieht über uns hinweg; danach wird es wieder freundlicher. Auf dem Rückweg kaufen wir beim Bäcker Kuchen, denn wir erwarten Kaffebesuch an Bord von Freunden, die in der Nähe wohnen. Am späten Nachmittag zieht sich der Himmel wieder zusammen, einige Tropfen können sich einfach nicht zurückhalten.



 3.08.
Heute ist wieder Sommer = die Sonne strahlt 'mal wieder klar vom Himmel und wir lassen sie uns vor Ort warm auf den "Pelz" scheinen. Am Strand ist Hochbetrieb; die Wassertemperatur gestern im Hafen betrug 19°C, am flachen Strand wird sie etwas wärmer sein. Der Strand wird täglich gereinigt und dementsprechend wirkt auch alles sehr gepflegt und einladend. Die alten Häuser im Ort sind alle renoviert / restauriert und unterstreichen die Bäderkultur dieser Region. "Seebad mit Flair", so wirbt das Ostseebad Kühlungsborn. Andererseits gibt es auch ein historisches "Denkmal" am Strand: hier wurde ein Wachturm aus DDR-Zeit aufgestellt und auf Tafeln sind einige Flucht-Schicksale plakatiert, die verschiedene Fluchtversuche von der Küste aus mit den unterschiedlichsten "Fahrzeugen u.ä." dokumentieren. Eine Touristenattraktion ist die über hundert Jahre alte Dampflok "Molli", die mehrmals täglich auf schmaler Spur bis Bad Doberan fährt. Zum Abend hin wird der Himmel fast schwarz und verbreitet Weltuntergangsstimmung. Wir stellen uns auf ein heftiges Gewitter ein, doch wir bekommen nur einige heftige Böen und kräftigen Regen ab - der "Rest" schleppt sich weiter = sehr rücksichtsvoll ! Einige Sonnenstrahlen kämpfen sich durch Wolkenspalten und tauchen alles in fast unwirkliches goldenes Licht.  




4.08.
7.40 h: Leinen los, sonnige Morgenstimmung, kein Wind. Wir starten heute so zeitig in der Hoffnung, dem Wetter ein Schnippchen schlagen zu können = den entsprechenden Wetterkarten im Internet haben wir entnommen, daß ab ca. 14.00 h ein großes kräftiges Regengebiet mit evtl. Gewitter aus West eintreffen soll. Da wir zurück nach Fehmarn wollen, müßte es klappen.... Wir motoren auf glatter See, eine leichte Dünung bringt Bewegung auf die Wasseroberfläche, später auch einzelne kurzfristige Kräuselungen, die die Sonne glitzern läßt.Es ist etwas diesig, deshalb ist die Küste relativ schnell aus der Sicht und Fehmarn ist auch erst später als sonst zu sehen. Um 11.26 h erreichen wir die grüne Tonne "Burg 1", die zum betonnten Fahrwasser Richtung Burgtiefe und Burgstaaken führt. 11.43 h fest im Hafen  Burgtiefe, Boxenplatz. Am Himmel ziehen bald darauf erste dünne Wolken auf und es  weht aus SSO mit 2 Bft. Harald dreht noch schnell eine Fahrradrunde, um Wind um die Nase zu bekommen. Allmählich verdichtet sich die Wolkendecke - um 14.15 h fängt es an zu regnen; Gewitter gesellt sich dazu. Unsere Taktik ist aufgegangen, wir sitzen trocken unter Deck! Es bleibt den ganzen Nachmittag unbeständig . Im Radio wird für West-Mecklenburg für ca. 17.00 h eine Unwetterwarnung herausgegeben, wovon wir - quasi "am Rand davon" - auch kräftigen Regen und etwas Gewitter abbekommen.
                                                                                                           26 sm


5.08.
Morgens regnet es; später trockene Phasen, doch der Himmel zeigt alle Grautöne. Wettervorhersage: "... Wind umlaufend 1-3 Bft, Schauer-u. Gewitterböen (örtlich bis 8 Bft), gewittriger Starkregen...." Wir durchforsten wieder alle Wetterkarten, aktuelle Regenradar-Bilder usw. Derweil Regenschauer draußen, schwarzer Himmel, der ruhig bleibt und wegzieht. Um die Mittagszeit dann eine Wetterverschnaufpause: Leinen los um 12.30 h, Wind SO 1-2 Bft. Wir motoren los, nehmen das Fahrwaser zur Fehmarnsundbrücke, unterqueren diese um 13.20 h, dann biegen wir ab in Richtung Heiligenhafen. Unterwegs nur einige leichte Regentropfen. Für die nächsten Tage ist auch noch Starkwind aus westlicher Richtung angesagt, deshalb ist dies dann ein besserer Aufenthaltsort für uns, um während der Hafentage die Gegend und Stadt zu erkunden. Eine betonnte Fahrrinne führt durch das Wasser hinter der Landzunge zur Marina Heiligenhafen. Wir finden einen schönen Liegeplatz am letzten Steg mit Blick vom Cockpit aus auf die vorgelagerte Landzunge. Fest um 14.15 h, Boxenplatz. Gegen Abend gibt es überraschenderweise noch einige Sonnenstrahlen, die jedoch bald wieder eingezogen werden.
                                                                                                      10,9 sm


6.08.
Bis ca. 11.00 h regnet es permanent. Als es trocken wird, müssen wir unser Schiff auf einen anderen Platz verlegen, weil der Liegeplatzinhaber beim Hafenmeister seine Rückkehr avisiert hat; einige Plätze weiter an demselben Steg finden wir eine freie Box. Es bleibt trocken: wir starten zum "sightseeing", denn "richtig" waren wir hier noch nie gewesen, abgesehen von einem "Schlenker" zum Hafen bei einer Autofahrt. Heiligenhafen wurde vermutlich im 13.Jhr als Hafenstadt gegründet, brannte jedoch im 14.Jhr nahezu ab und wurde später vom Dänenkönig Erik VII. restlos zerstört. Die Stadt war Hauptausfuhrhafen für das Oldenburger Land, blühte auf und war lange Zeit direkt dem dänischen König unterstellt. Nach dem zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die Stadt durch den Flüchtlingsstrom aus den ehemaligen Deutschen Ostgebieten; dieAltstadt blieb jedoch in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Hier sind noch schmale Straßen mit den typischen Backsteinbauten, gepflegt und schön anzusehen. Das Zentrum wird von der Kirche und dem großen Marktplatz geprägt, das den ursprünglichen Hafen mit einbezieht. Inzwischen ist  es überwiegend sonnig, der Wind hat jedoch zugelegt. Viele Menschen sind unterwegs, und weil in Norddeutschland die Ferien gerade zu Ende gegangen sind, hört man unterwegs oft süddeutschen Dialekt. Für das leibliche Wohl gibt es zahlreiche Anlaufstellen, natürlich auch viele Fischlokale; Fischbrötchen usw. verstärkt am Hafen, denn hier sind noch einige Fischkutter tätig. Dann zieht am Himmel eine dicke graue Front auf, die Böen pfeifen schon. Wir sputen zurück zum Schiff und erreichen es mit den ersten Regentropfen. Später zeigt sich dann doch noch 'mal die Sonne bevor die nächste Wolkenbank kommt.     




 7.08.
Das volle "Orgelkonzert" des Windes im Rigg !! Dazu viele starke Regenschauer und um die Mittagszeit Gewitter. Die Fehmarnsundbrücke ist wg. Sturms für den Autoverkehr gesperrt.  In einer "angeblichen Regenpause" fährt Harald mit dem Fahrrad zum doch etwas entfernteren Aldi, um endlich unser Leergut los zu werden. Auf dem Rückweg natürlich prompt ein Regenschauer ( er kann einen Unterstand nutzen ), bei der Weiterfahrt kurz vor dem Yachthafen jedoch noch ein Schauer. Am Nachmittag zeigt sich immer öfter die Sonne zwischen den Schauern, somit wirkt das Wetter nicht mehr ganz so trostlos, doch die trockenen Abschnitte sind zu kurz, um spazieren zu gehen: eigentlich wollten wir heute zur neuen Seebrücke und zum Strand gehen. Das verschieben wir nun auf Morgen, denn der Starkwind bleibt noch, die Regenschauer sollen jedoch seltener werden. Und um "das Ganze" noch abzurunden: Internet ist heute nicht verfügbar ("defekt" ), der Hafenmeister hat das Problem weitergeleitet = "man" arbeitet an der Instandsetzung.... 


8.08.
Um die Mittagszeit lassen die Schauer nach =  wir gehen auf Erkundungstour. Die neue Seebrücke wurde Ende Juni eingeweiht und ist ein starker Anziehungspunkt für Sehleute geworden. Im Gegensatz zu den üblichen Seebrücken ist diese hier nicht nur eine lange Brücke hinaus aufs Wasser, sondern eine in drei markante abgewinkelte Teilbereiche gebaute "Erlebnis-Brücke", insgesamt 435 m lang. Herzstück ist die große, zweigeschossige Aufenthaltszone zwischen dem zweiten und dritten Brückenteil: unten die verglaste "Meereslounge" mit wetterfesten Korbsesseln, von wo man windgeschützt hinausschauen kann, darüber ein großzügiges Sonnendeck. In der Lounge werden auch Trauungen vorgenommen! Für Kinder wurden hölzerne Kletterröhren und Wasserspiele aufgestellt. An verschiedenen Stellen der Brücke befinden sich wellenförmige Sitz-,Liege- und Spielbänke aus Holz. Am Ende der Brücke ist ein Badedeck, von dem aus man bei geeignetem Wetter ins Wasser rutschen könnte. Heute jedoch ist es viel zu stürmisch; die "Rutschbahn" ist eingezogen worden. Ein schöner Blick von hier aus auf den Fehmarnsund und den Strand. Wir gehen wieder zurück, dann den Weg entlang der Nehrung ins Naturschutzgebiet Graswarder. Die Salzwiesen sind ein guter Aufenthaltsort für viele Vogelarten; hier leben u.a. auch viele Graugänse. Der "NABU"  bietet für Interessierte auch Führungen an. Einige (Ferien- ) Häuser stehen  auch entlang des Strandes = gut für Ruhesuchende, denn der Tourismus erscheint hier weit weg: nur Strand und ruhige Natur. Auf dem Rückweg bläst uns der Wind kräftig ins Gesicht, doch der verjagt auch die dicken Wolkengebilde und gibt der Sonne gute Gelegenheit, sich zu zeigen.




9.08.
Die Wettervorhersage für Schleswig-Holstein verspricht die meiste Sonne für die Region Fehmarn = so ist es auch. Der frische Wind ist jedoch böig, die Temperaturen erreichen max. 19°C. Die Windrichtung W-NW jedoch denkbar ungünstig ( gegenan! ), denn wir wollen eigentlich am Sonntag/Montag zurück in Kiel sein und die dänischen Inseln, z.B.: Langeland und Ærø, liegen auch in dieser Richtung.... Also nutzen wir den trockenen Tag aus, um mit unseren Fahrrädern eine Runde zu drehen. Wir fahren zur westlichen Seite, entlang der "Strandkante" auf Steinwarder, die vorgelagerte Nehrung des "Binnensees", der jedoch einen Durchbruch beim Yachthafen zur Ostsee hat. Hier ist das touristische Centrum Heiligenhafens: der Ostsee-Ferienpark. Hohe Gebäude ( u.a. Kurzentrum Hotels, Reha-Zentrum ) prägen die "Skyline". Unterwegs machen wir Stopp in einem Strandlokal und stärken uns mit einer guten asiatischen Suppe. Hier sitzen wir draußen windgeschützt und somit in der Wärme. Der Rückweg ist etwas leichter abzuradeln = Rückenwind! Das Abendessen nehmen wir jedoch unter Deck ein, denn im Cockpit ist es windig und somit kühl.



10.08.
Ein Wechsel aus anfangs etwas Sonne und vielen Wolkenbergen mit entsprechenden Windböen. Ab Morgen soll der Wind aus östlichen Richtungen wehen = das werden wir für uns nutzen. Deshalb bleiben wir heute noch hier und ersparen uns die widrigen Winde. Harald radelt noch'mal ins Naturschutzgebiet hinüber, weil dort eine Aussichtsplattform ist, die nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist ( = also gleich ), und dann bessere Vogelbeobachtungen ermöglicht; das Fernglas wird dabei helfen. Die Wildgänse fliegen heute ziemlich dicht über dem Wasser und vermitteln schon einen herbstlichen "touch": es sieht aus, als ob sie Formationsflug üben. Doch es soll ja jetzt am Wochenende wenigstens noch sommerlich werden. Der Hafenmeister freut sich auch auf den Windrichtungswechsel , weil dann die nach Westen ziehenden Segler loskommen, die alle auf der Lauer liegen, und  in "seinem" Hafen, der fast voll belegt ist, wieder Platz schaffen. Voraussichtlich wird wohl Morgen der große Aufbruch sein; hoffentlich gibt es keinen Stau in der Fahrrinne aus dem Hafen..... 


11.08.
In der Nacht wurde der "Wetterhebel" umgelegt = ein strahlender Morgen, einige Quellwolken über Land, Wind aus Ost, 3 Bft. Leinen los um 9.20 h, wir motoren durch die Rinne bis ins "freie" Wasser. Die auslaufenden Segelboote bilden eine "Perlenkette", jedoch mit größeren Abständen. Wir rollen das Großsegel aus und motoren noch ein Stück weiter um das Flachgebiet östlich von Graswarder. Danach wird das Vorsegel ausgerollt, der Motor abgestellt: vor der Küste ist jedoch weniger Wind und wir schleichen einige Zeit, bis der Wind noch weniger wird und die Geschwindigkeit nur noch 1 kn beträgt =  also: Motor an, Vorsegel einrollen. Die Schiffe, die vor uns ausgelaufen sind, hatten z.T.  Spinnaker oder Blister gesetzt = auch die ziehen nicht mehr; "man" motort allgemein entlang der schleswig-holsteinischen Küste. Doch die Sonne scheint so wunderbar, dass wir dies als Trost hinnehmen. Später kommt eine Brise auf - wir segeln mit 2-3 kn , jedoch nur ca. 20 Minuten, dann ist der Hauch vorbei. Nun motoren wir bis Kiel-Schilksee durch. Die Kieler Bucht ist voller Schiffe: jeder der kann, ist heute auf dem Wasser! Ein Horror für die Berufsschifffahrt: ein Frachter tutet einigemale, weil Boote in sein Fahrwasser schleichen und Mühe haben, den Weg frei zu machen, wenn der Motor nicht an ist. Fest in Schilksee um 15.05 h, Boxenplatz. Abends bleibt unsere Kombüse kalt: wir essen auf der Terrasse eines Lokals im Hafenvorfeld, geschützt mit halbhohen Glaswänden, die die herrliche Aussicht auf die Ostsee nicht einschränken, jedoch den kühlen Abendhauch abhalten. Vorzüglich gekochtes und angerichtetes Essen ist der perfekte Abschluß dieses Sommertages!
                                                                                                      33 sm   


12.08.
Start um 11.45 h, sonnig, Ost-Wind 4 Bft. Vor dem Hafen rollen wir nur die Genoa aus, denn der Wind wird stärker, und das reicht aus, um trotzdem mit 6 kn die kurze Strecke in die Förde Richtung Friedrichsort zu segeln. Auch heute ist wieder Großandrang auf dem Wasser! Der Wind frischt weiter auf = Seewind, 5 Bft. Wir erreichen zügig unseren Hafen; fest in Stickenhörn um 12.45 h, auf unserem Liegeplatz. Nachdem das Schiff aufgeklart ist, z.B. die Vorleinen gegen die "Hafenleinen" ( mit Ruckfendern versehen ) ausgetauscht, die Schutzhülle um das aufgerollte Vorsegel angebracht ist, frönen wir der "Sonnenkultur". Der  ( kühle ) Wind kommt jetzt von vorne und im Schutz der Sprayhood lassen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Der Wind pfeift im Rigg und läßt erst sehr spät am Abend nach.
                                                                                         
                                                                                                       4,6 sm


13.08.
Heute nutzen wir noch'mal den Sonnenschein an Bord aus, obwohl der Wind wieder unangenehm im Rigg orgelt: "...frischer Ostwind mit stürmischen Böen...". Die einzige "unruhige" Unterbrechung dieses Relax-Tages ist, dass wir das Deck waschen: Harald schrubbt, Heidrun darf mit dem Schlauch spritzen; das Wasser ist lauwarm aus der Leitug, die von der Sonne bestrahlt wird, und angenehm an den bloßen Füßen. Am Abend noch netter Klönschnack mit unseren Bootsnachbarn Waltraud und Uwe bei uns an Bord. Morgen packen wir unsere Sachen ein und fahren nach Hause.                                                    


13. + 14.10.
An diesem Wochenende wollen wir den Mast ziehen, denn unser Segelclub befördert die Boote ins Winterlager und wir haben  “manpower” zur Hilfe vor Ort. Vergangene Nacht hat es noch stark geregnet, doch nun löst sich die Wolkendecke auf und die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich. Wind ca. 4 Bft, sehr böig. Wir verlassen ca. 9.30 h unseren Liegeplatz und motoren in die Förde, zum Ostufer, nach Ellerbek. Wir legen uns vorerst auf einen provisorischen Platz, bis alles soweit vorbereitet ist, dass wir den Mast abnehmen können. Der Andrang am Mastenkran ist stetig, denn im Oktober ist bei allen Vereinen Aufslippen angesagt. Die nächste Lücke ist dann unsere Gelegenheit, wir verholen das Schiff unter den Mastenkran und legen es in die richtige Position. Mit der Hilfe dreier starker Männer läuft die Prozedur gut und reibungslos; Heidrun absolviert das “Wochen-Fitness-Programm” an der Krankurbel. Der Mast landet auf den bereitgestellten Böcken an Land, wir verlegen unser Schiff nun in eine gute Box, denn wir bleiben hier liegen bis zum Aufslippen unserer “Viking” am Ende des Monats. Danach kann Harald in Ruhe den Mast abtakeln, während Heidrun unter Deck dies und das ausräumt, zusammenpackt, um es mit nach Hause nehmen zu können.  Der Mast wird  später mit dem Mastenwagen ins Mastenlager gefahren und kann auf das nächste Frühjahr warten. Am Sonntag wird unser Auto wieder zum “LKW” umfunktioniert  => zurück nach Hamburg.



26. + 27.10.
Temperatursturz: Tageshöchsttemperatur 6°C!! Es ist zwar ein überwiegend freundlicher Himmel, zum Abend hin sind jedoch Graupelschauer oder Schneeregen  angesagt und Frost. Wir übernachten also an Bord, damit wir uns die morgendliche Reifglätte auf den Straßen ersparen und auch pünktlich vor Ort sind, denn der Kran startet um 7.00 h. Ohne Heizung wäre es nicht auszuhalten; unter Deck ist es gemütlich warm und unser fließend heißes Wasser erleichtert die morgendliche Waschprozedur. Die Sprayhood ist vereist, das Deck spiegelglatt!! Mit größter Vorsicht schleicht Heidrun zum Bug, um die Vorleinen zu lösen, als wir - als 10.Schiff - an der Reihe sind zum aufslippen. Am Anlegesteg beim Kran wird immer wieder zur Vorsicht gemahnt, damit keiner ins Wasser fällt. Hilfreiche starke Männerarme helfen Heidrun von Bord, als sie wie ( ??!! ) eine alte Frau an Land übersteigt und inständig dabei hofft, dass das jeweilige Standbein nicht wegrutscht…. Puh, alles gut gegangen; endlich rutschfesten Boden unter den Füßen! Dann geht alles gewohnt routiniert mit dem guten Team des Vereins weiter: Die Gurte sind befestigt, der Kran hebt unser Schiff aus dem Wasser und schwenkt es zum Lagerbock. Dann langsames Absenken und das Schiff wird in die richtige Position auf die markierten Stellen für den Kiel gedrückt = um 9.30 h ist alles erledigt, das Schiff steht an Land. Harald hilft nun weiter beim Aufslippen der nächsten Schiffe mit, Heidrun packt derweil die letzten Dinge zusammen, leert den Wassertank usw., denn jetzt ist absoluter Saisonschluss. Um ca. 11.00 h fällt “aus heiterem Himmel” ein kräftiger Graupelscher herab, danach bleibt es jedoch trocken und sonnig, wenn auch lausig kalt. Alle Schiffe samt Crew sind gut und unfallfrei an Land gekommen; um 15.00 h  rollt der Kranwagen von dannen. Am Spätnachmittag fahren wir nach Hause. Harald wird jedoch noch in der kommenden Woche das Schiff winterfest machen und auch das Gerüst für die Plane aufbauen => “…same procedure as every year…”