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Schiff und Crew
Schiffsbilder
 




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4. + 5.4.
Abslippen ! Um 11.45 h schwimmt unsere "Viking" wieder auf dem Ostseewasser. Das Wetter ist ungemütlich kalt, der Himmel bedeckt, dazu böiger Starkwind. Seit 7.30 h wird zügig ein Schiff nach dem anderen mit dem Kran ohne Komplikationen zu Wasser gebracht = die Saison kann beginnen. Wir motoren in eine passende Box am Schwimmsteg im Hafen von Kiel-Ellerbek. Strom und Wasser sind vefügbar und wir füllen die Wassertanks auf, schließen uns am Stromnetz an; Heidrun kann nun unter Deck arbeiten : Geschirr, Gläser, "Pütt un Pann" abwaschen, Harald schleppt die vollen Kisten vom Auto aufs Schiff, und, und, und... Die im Winter eingebaute neue Heizung sorgt für angenehmes Raumklima. Abends fallen wir - früher als üblich - müde in unsere gemütliche Koje. Am nächsten Tag dann Fortsetzung der anstehenden Arbeiten, bei z.T. heftigen Regenschauern. Erst am Nachmittag kann Harald mit Hilfe anderer Segelkollegen endlich den Mast vom Lagerplatz herausziehen, um diesen säubern und polieren zu können. Etliche andere Boote sind heute schon am Mastenkran und vervollständigen die "Segelboot-Optik", während der nächste Segelclub heute seine Schiffe ins Wasser setzt.

 6. + 7.4.
Am Vormittag wird der Mast aus dem Mastenschuppen zum Vorplatz des Mastenkrans transportiert, auf die bereit gestellten Böcke abgelegt und dann aufgeriggt; wie üblich dauert es seine Zeit, bis alles angebracht ist. Nachmittags sind die Vorbereitungen abgeschlossen, wir motoren unter den Mastenkran und mit tatkräftiger Hilfe steht der Mast um 16.00 h. Wir fahren zurück in die Liegebox; hier werden die Halterungen  endgültig festgeschraubt und gesichert,  der Baum am Mast angebracht  usw. Die Segel werden am nächsten Vormittag angebracht, da es dafür heute noch zu stürmisch ist; der Wind soll abflauen. Die Wetterprognose trifft auch so ein, die Segel können also angeschlagen und eingerollt werden. Letzte Arbeiten auf dem Deck, dann ist alles klar: Leinen los um 16.35 h, wir motoren vom Ostufer der Förde hinüber zur Westseite, nach Friedrichsort, um unseren festen Liegeplatz einnehmen zu können. Kaum sind wir aus dem Hafen, werden die dicken Wolken am Himmel dunkelgraublau und schütten heftig den Regen auf uns! Ein Mißstand kommt selten alleine: Plötzlich leuchten alle roten Lampen der Motoranzeige auf = Alarm!! Motor aus, Vorsegel ausrollen und segeln. Heidrun sitzt am Steuerrad, während Harald versucht, die Ursache unter Deck zu finden: o.k., vielleicht könnte etwas Öl nachgefüllt werden? (steht auf "Minimum"), Kühlwasser ist genügend vorhanden: Startversuch = Motor geht an - und nach wenigen Sekunden wieder Alarm, der Motor ist überhitzt, also segeln wir weiter; der Wind hat nachgelassen, SW/S 3-4 Bft, und so ist es ganz angenehm. Kurz vor dem Hafen hört der Regen auf, der Wind flaut weiter ab und plötzlich zeigt sich die Sonne im auflockernden Himmel. Ganz gemütlich laufen wir in Stickenhörn ein und belegen unseren Liegeplatz; fest um 17.35 h. Das Ölzeug trocknet nun in der Sonne und Harald fährt mit dem Bus zurück zum Ostufer, um unser Auto zu holen - das dauert fast zwei Stunden. Inzwischen ist SY "Festina lente" auch vom Winterlager eingetroffen: fröhliches "Willkommen" und Klönschnack. Als Harald dann wieder zurück ist, muss erst 'mal der Hunger gestillt werden (Abendessen).
Wassertemperatur: 8,5°C                                                                             3,18 sm

8.4.
Nach dem Frühstück: Motorproblem-Ursachenforschung. Eigentlich ist alles o.k.. doch plötzlich: wo ist der Keilriemen??!! Der liegt zerfetzt hinter dem Motor!! Ersatz ist vorhanden, wird befestigt = Problem gelöst! Nun packen wir ein, es wird wieder feucht von oben, und wir fahren zurück nach Hamburg.


18. 4.
Karfreitag - trübes, regnerisches Wetter, kühle Temperaturen. Wir haben das Auto wieder voller Utensilien und verstauen diese an ihrem Platz auf dem Schiff. Harald montiert dann die alte Fäkalien-Pumpe aus ( sie leckt und üble Gerüche wurden deshalb zeitweise freigesetzt ) und baut die mitgebrachte neue Pumpe ein - erfolgreich beendet bei Dämmerungs-Beginn. Abendessen, noch etwas fernsehen, dann: ab in die Koje.

19. 4.
Die Sonne scheint, heute soll es trocken bleiben; genau richtig für Heidruns heutiges Vorhaben: Mit dem Hochdruckreiniger wird akriebisch das Schiffsdeck gereinigt - das dauert gut zwei Stunden. Derweil zerlegt Harald unter Deck wieder eine Pumpe: der Kühlschrank kühlt nicht, weil die Pumpe für die Wasserkühlung  nicht anspringt... Dieses Jahr ist wohl das "Austausch-Jahr für Pumpen", denn für das Wasserleitungssystem hatten wir auch schon eine neue Pumpe eingebaut. Heutiges Ergebnis= es bleibt dabei: die Pumpe leckt und funktioniert nicht. Also Neukauf - nach den Feiertagen. Am Nachmittag gönnen wir uns ein Sonnenbad im Cockpit; in der Abdeckung der Sprayhood trifft uns der kalte östliche Wind nicht so direkt und die Wärme durchflutet die Knochen.


20. + 21.4.
Weitere Boote treffen aus den Winterlagern ein und belegen ihre Liegeplätze; allmählich füllt sich der Hafen. Überall wird gewerkelt, eingeräumt und das schöne Osterwetter hebt dabei die Stimmung. Der starke, böige Wind pfeift zwar im Riggt, trotzdem muss noch eine anstrengende Arbeit erledigt werden: Erstmalig in unserem Segler-Leben haben wir für das Abslippen vergessen, die Top-Laterne inclusive Windrichtungsanzeiger mitzunehmen, damit vor dem Maststellen  dieses Gerät auf der Mastspitze im noch liegenden Zustand befestigt wird. Nun muss also ein möglichst leichtgewichtiger Mensch gefunden werden, der bereit ist, sich am Mast hochziehen zu lassen und die Montage zu erledigen. Glück gehabt: ein junger Mann ist gewillt, dies zu machen, steigt in den "Bootsmann-Stuhl" und sein Vater und Harald ziehen ihn zur luftigen Höhe hoch = 16 m über dem Schiffsdeck. Sehr geschickt befestigt er das Teil und nun ist der Mast wieder komplett. Vielen Dank! Am Ostermontag-Nachmittag fahren wir zurück nach Hamburg, denn Regen und Gewitter sind vorhergesagt, was dann auch eintrifft. Mit dem letzten Donnergrollen treffen wir zu Hause ein.



30.5. -  5.06.
Wir sind wieder an Bord, haben eine neue Umwälzpumpe im Gepäck, die für den Kühlschrank vorgesehen ist, weil der nicht kühlt. Harald war vor einiger Zeit an Bord, um die Ursache zu erforschen und kam zum Ergebnis der notwendigen neuen Pumpe. Die Backskiste wird 'mal wieder ausgeräumt und Harald verschwindet in der "Höhle". Lange Zeit später der Versuch: die Pumpe springt nicht  an ! - es gibt noch ein unlösbares "Stromproblem", das vorübergehend gelöst wird, indem die Pumpe an einen anderen Stromverteiler angeschlossen wird, um wenigstens stundenweise den Kühlschrank laufen lassen zu können = der Monteur wird bestellt: kommt am Donnerstagmorgen. Am Montag davor trifft sich Harald in Kiel mit seinen ehemaligen Klassenkameraden, denn sie feiern ihr 50.Abi-Jubiläum! Bei bestem Wetter, sonnig und warm, ein Besuch im Gymnasium, eine Hafenrundfahrt auf der Kieler Förde und später gemeinsames Essen und Klönschnack. Der Monteur kommt pünktlich und stellt rasch das Problem fest, gibt die entsprechenden Hinweise und Tipps, damit Harald dies selbst technisch umsetzen kann: spart Arbeitskosten = sehr fair!! Der Kühlschrank funktioniert dann wieder und wir kaufen nun frisches Fleisch und Aufschnitt ein. Der "Durchzug einer Schlechtswetterfront" erfolgt auch wie angekündigt: Starkwind mit Sturmböen und Regen, kühlere Temperaturen.


6.06.
In der Nacht hat es geregnet, heute Morgen noch dicke Wolken am Himmel, Wind aus SW, 5-6 Bft, dazu kräftige Böen, im Laufe des Tages abflauend - lt. Seewetterbericht. Zu Pfingsten wird Sommerwetter erwartet! Leinen los um 12.05 h, wir motoren aus dem Hafen, draußen rollen wir vorerst nur das Großsegel aus und segeln außerhalb des Fahrwassers für die Schifffahrt aus der Förde, Richtung Kieler Leuchtturm mit zügiger Fahrt im Schiff. Am Himmel werden die blauen Flecken immer größer, ganz allmählich gewinnt die Sonne die Vorherrschaft. Am Leuchtturm rollen wir zusätzlich einen Teil des Vorsegels aus, um in Fahrt zu bleiben, denn hier ist aufgewühlter Seegang aus verschiedenen Richtungen, der uns bremst. Nach einer Weile wird die Genoa ganz ausgerollt, denn die See wird gleichmäßiger und die Böen etwas schwächer. Wir rauschen über die Ostsee, Richtung Insel  Ærø, Dänemark, bei inzwischen blauem Himmel. Um 17.20 h erreichen wir die Ansteuerungstonne für die betonnte Fahrwasserrinne in diesem Flachwassergebiet nach Marstal/Ærø, rollen die Genoa ein, danach das Großsegel und motoren in die Rinne. Über Ærø werden gerade die letzten dunklen Wolken weggepustet; fest im Hafen um 17.45 h, bei Sonnenschein. Das war ein herrlicher Segeltörn! Bis spät in den Abend laufen noch zahlreiche Schiffe ein, u.a. auch aus unserem Verein, denn der SCB (Segelclub Baltic) veranstaltet hier sein traditionelles Pfingsttreffen.
                                                                                                          34 sm   


 7.06.
Wie versprochen: ein herrlicher Sommertag! Im Laufe des Tages teffen weitere SCB-Segler ein: Zeit für Klönschnack in der Sonne. Manch Einer hüpft auch ins Wasser um sich zu erfrischen oder fährt mit dem Schlauchboot in dieser geschützten Bucht große Runden. Am Abend ist gemeinsames Grillen angesagt. Hier in Marstal sind zahlreiche Grillplätze mit Sitzbank-/Tisch-Kombinationen am Hafen vorhanden mit Blick zum Wasser über die inzwischen zahlreichen Schiffe an den Stegen. Jeder bringt sein Essen mit und wir sitzen alle an zusammengeschobenen Tischen an diesem schönen Sommerabend. In der Dämmerung flammt der Himmel rot auf und schenkt uns einen herrlichen Anblick. Das Stimmengemurmel auf den Schiffen ist bis in den späten Abend zu hören - alle sitzen noch lange im Cockpit und genießen diesen Tagesausklang.



 8.06.
Es regnet!, dann auch noch kurzes Donnergrollen!...? Der Wetterbericht verspricht jedoch, dass es kurzfristig wieder sonnig und sehr warm werden soll; im Binnenland um 30°C , an der Küste ca. 26°C. Nach dem Frühstück ist es bereits trocken und der Himmel klart auf, wird immer sonniger. Fröhliche Pfingsten! Wir bleiben noch hier: Harald dreht eine Runde mit dem Fahrrad, Heidrun macht es sich im Cockpit gemütlich und kann 'mal wieder lesen. Bis zum späten Vormittag lichten sich die Stegreihen, bald treffen jedoch wieder andere Schiffe ein. Heute ist es jedoch nicht so voll im Hafen wie gestern. Am  Spätnachmittag wird die Sonne milchig, dann ziehen dunkle Wolken auf = eventuelle Gewitter waren angekündigt. Doch wir haben Glück, die Front zieht an uns vorbei. Später hören wir im Seewetterbericht, dass ein sehr heftiges Gewitter mit Starkregen und Windböen bis 9 Bft entlang der Mecklenburgischen Küste gen Osten gezogen ist. Wir genießen den schönen Abendhimmel.

 9.06.
Leinen los um 10.05 h, sonnig ( etwas milchig), Wind NNO 2-3 Bft. Wir motoren aus dem Hafen, rollen hier jedoch schon das Großsegel aus, und motoren auch noch in der Fahrrinne bis zum letzten rot-grünen Prickenpaar vor der rot-weißen  Ansteuerungstonne, denn hier ist die Wassertiefe ringsum ca. 6 m. Nun rollen wir auch das Vorsegel (Genoa) aus => Motor aus, Kurs Richtung Kiel. Nachdem das Vorsegel ausgebaumt ist, fällt der schwache Wind etwas stetiger ein und bringt damit etwas besseren Vortrieb. Rundum jede Menge Schiffe, die sich dann allmählich in verschiedenen "Pulks"  auch in Richtung Fehmarn und zur Schlei aufteilen - ein herrliches Bild. Gegen 12.30 h wird der Wind schwächer und etwas östlicher, wir nehmen den Baum wieder weg, haben trotzdem kaum Geschwindigkeit. Also motoren wir und nach ca. 20 Minuten kräuselt eine Briese das Wasser, gerade ausreichend, dass wir wieder seglen können. Der Wind wird noch östlicher, geht dann zurück auf 1-2 Bft : Motor an. Wir wollen nicht allzu spät in Kiel eintreffen, da zum Abend wieder kräftiges Gewitter angesagt worden ist. Genießen wir eben den prallen Sonnenschein bei jetzt  klarem blauen Himmel und dem  kühlenden Fahrtwind. Wir passieren später den Kieler Leuchtturm und steuern die Förde an, die gespickt ist mit weißen Segeln = "Sailing City Kiel" , der Slogan dieser Stadt. Jeder, der nur irgendwie kann, ist heute wohl auf dem Wasser, dazwischen auch kleine Angel- und Schlauchboote. Als Schilksee querab liegt, wird die Briese etwas stärker, doch da wir nur noch eine kurze Strecke vor uns haben, motoren wir weiter zu unserem Hafen in Friedrichsort. Fest in Stickenhörn um 16.45 h. SY "Festina lente" ist schon zurück aus der Schlei, wir trinken noch zusammen den Anlegerschluck bei uns an Bord. Am Horizont steigen allmählich dunkle Wolken vom Horizont gegen den Wind auf: Gewitter im Anmarsch. Bald darauf einige kräftige Böen, doch wir haben Glück: die Front zieht an uns vorbei! Wir bleiben diese Nacht noch an Bord und vermeiden damit den Pfingst-Rückreiseverkehr auf der A 7. Morgen nach dem Frühstück und aufklaren des Schiffes fahren wir nach Hause.
                                                                                                                   33 sm


Bild oben: die große Vereinsflagge ( hinten am Achterstag) wird wieder zurück nach Kiel gebracht von der Besatzung dieses Folkebootes.

 3. - 5.7. Es "kribbelt"... wir wollen in einigen Tagen endlich lossegeln, nachdem letzte Termine erledigt sind und, vor allen Dingen, Haralds langwierige Wundrose am Bein fast verheilt ist und der Arzt sein "o.k." gegeben hat. Die bereits eingekauften "festen" Sachen   ( Konserven, Nudeln, Reis usw. ) werden im Schiff gebunkert; es fehlen noch die Getränke, die wir am Freitag bei Aldi vor Ort einkaufen. Mit zwei vollgepackten Einkaufswagen rollen wir dann zur Kasse, vorbei an lächelnden Menschen, die unsere Flaschenlast dem heutigen wichtigen Ereignis zuordnen: Fußball-WM Deutschland-Frankreich "...das wird wohl eine große Party..." => lassen wir sie in dem Glauben! Auch diese Menge verstaut Harald wieder gut in unserer Proviant-Höhle. Abends sind wir bei Freunden und schauen uns gemeinsam die heutigen Fußballspiele an: Deutschland gewinnt 1:0  = Halfbinale erreicht! Auf der Rückfahrt nachts zum Schiff beginnt es zu regnen, die angekündigte Schlechtwetterfront mit örtlichen Gewittern ist im Anmarsch und stört die sommerlichen Momente. Am Samstag fahren wir zurück nach Hamburg bei noch trockenem, heißen Wetter (Kiel: 28°C, Hamburg: 30°C ) und erreichen unser Zuhause gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Gewitterfront, die auf dem Weg nach Norden ist. 


16. + 17.07. Wie das Leben so spielt: es gab doch noch unerwartete Ereignisse, die dazu führten, unseren Starttermin zu verschieben; doch nun ist es soweit: die frischen Lebensmittel sind eingekauft, zu Hause alle Arbeiten zur Abreise erledigt und wir sind nun an Bord mit "Sack und Pack". Das Ausladen des Autos: etliche Fuhren mit dem Handkarren über den Steg  zum Schiff, dann unter Deck alles verstauen = das dauert! Das Wetter ist sommerlich warm und den lauen, windstillen Abend genießen wir noch im Cockpit, bevor wir erschöpft in die Koje fallen. Am nächsten Vormittag schrubbt Harald das Deck sauber und spült u.a. die "Hinterlassenschaften" der Möwen weg. Dann noch ein letzter Familienbesuch vor der Abreise, die Wassertanks auffüllen, ebenfalls Diesel im Tank nachfüllen. Abendessen im Cockpit => Urlaubsstimmung kommt auf....                                                                                                                               

18.07.

10.40 h: Leinen los, strahlend blauer Himmel, Wind NO 1-2 Bft, wir motoren in die Förde und weiter bis Höhe Leuchtturm Bülk. Inzwischen ist etwas Wind aufgekommen - NO 3 Bft - also: Motor aus, Segel ausrollen. Den stetigen Wind wollen wir nutzen und ändern unseren Kurs jetzt in Richtung Dänemark, zur Ostseite der Insel Alsen, denn die Windrichtung, inzwischen NOzO 3-4 Bft, beschert uns somit einen traumhaften Segeltörn wie im Bilderbuch oder in Filmen; herrlich!! Ohne Jacke, mit kurzen Hosen und luftigen Shirts. Im Westen die Küstenlinie von Schleswig Holstein bzw. Angeln, dann taucht östlich langsam die Westküste von Ærø  auf und voraus der Küstenstreifen von Kegnæs und Alsen; welch schönes Revier! Am Nachmittag ziehen einige Quellwolken auf, die sich dann jedoch wieder auflösen. Um 15.56 h erreichen wir unseren Wegepunkt Pöls Huk, eine Ostmarkierung für das südöstliche Flach vor Alsen. Der Wind wird etwas östlicher, wir können die Segel weiter fieren ( = etwas "bauchiger", weil die Schoten nicht mehr so stramm befestigt sind ) und rauschen nun entlang der Küste bis Mommark, unserem heutigen Ziel. Kurz vor dem Hafen rollen wir die Segel ein und motoren langsam zum Land hin, denn wir müssen - gegen die Sonne! - ein rot und grünes Prikken-"Tor" ausfindig machen, um in die Fahrrinne in diesem flachen Gewässer einzuschwenken, die uns zur Hafeneinfahrt führt. Fest im Hafen Mommark um 17.30 h, längsseits am alten Fähranleger. Dieser Hafen war einige Jahre gesperrt gewesen. Früher gab es von hier zur Insel Ærø eine Fährverbindung, die dann nach Fynshav, etwas nördlicher, verlegt worden ist; danach wurde der Hafen Mommark vernachlässigt: versandete und die Hafeneinrichtungen verwahrlosten. Im letzten Jahr wurde der Hafen ausgebaggert und neue Stege usw. errichtet und der angrenzende Campingplatz hat einen neuen Betreiber. Nun herrscht wieder Leben hier, der kleine Hafen ist sehr gut besucht und für die Angler liegen etliche kleine Boote zum chartern bereit. Viele Deutsche sind hier, denn die Insel Alsen ist über die Brücke bei Sonderburg mit dem Festland verbunden und somit per Auto gut erreichbar. Wir alle hier genießen den schönen Sommerabend, schlendern um den Hafen, beobachten den Sonnenuntergang ( nicht ganz klar ) und der Kiosk verkauft auch noch manches Eis - wir haben für Morgen frische Brötchen bestellt.
                                                                                                    35,7 sm      


19.07.
Die Sonne scheint wieder, auf der Ostsee soll es bis 28°C warm werden, im Binnenland natürlich noch wärmer. Der Wind weht bereits aus SO, 3-4 Bft = sehr günstig für unseren heutigen Kurs nach Assens / Insel Fünen, am Kleinen Belt. Leinen los um 10.10 h, wir motoren nur bis wir aus der Rinne sind, drehen das Schiff in den Wind und rollen die Segel aus; dann den Bug wieder in Fahrtrichtung. Schönes Segeln, so kann es gerne bleiben.... Der Kurs ist abgesteckt auf die Route zwischen den Flachwassergebieten, die hier im Kleinen Belt vorhanden sind und führt uns dann zur roten Tonne, die das Flach südwestlich von Assens markiert. Zwischendurch brist es auf, einige Schaumkämme sind auf den Wellen zu sehen - für "Seekrankgefährdete" wäre heute das rollende Schiff kein Vergnügen. Der Wind wird dann wieder etwas schwächer, doch kurz vor der Ansteuerung zum Hafen frischt er wieder auf. Wir rollen die Segel ein und motoren in den Hafen, der Wind ist genau gegenan. Viel "Verkehr" zum Hafen, bei  d e m  Wetter sind nicht nur die Urlauber (Schulferien! ) unterwegs, sondern auch noch die Wochenendsegler, denn heute ist Samstag. Hoffentlich finden wir noch einen ordentlichen Liegeplatz: wir fahren die Reihen ab, wobei höchste Aufmerksamkeit den anderen, ebenfalls Suchenden, gewidmet werden muss. Da unser Schiff sehr breit ist ( 3,76 m ) ist es etwas schwieriger, eine geeignete Box zu finden. In einer ausgespähten Box bleiben wir stecken = doch zu eng !  Am letzten Steg finden wir den richtigen Liegeplatz; fest im Hafen Assens um 15.40 h. Dann noch Landanschluß am Stromnetz, unter Deck alle Luken öffnen, damit der Wind das Schiff durchkühlt - nun endlich  Gelegenheit für eine "siesta" im Cockpit. Die Liegegebühr wird hier an einem Automaten entrichtet => der zunehmende Trend in Dänemark. Unsere Küche bleibt heute kalt, wir holen jetzt das "Hot Dog-Essen" nach, das eigentlich Pfingsten in Marstal stattfinden sollte, doch dort hatten alle Pølser-Buden noch geschlossen.
                                                                                                                26 sm



20.07.
Die Sonne scheint wieder und warm wird es heute auch wieder - doch der Wind hat zugelegt und ist stark böig = Böenwarnung 7 Bft. Wir bleiben heute hier, es ist ja auch schön hier: eine sehenswerte Stadt mit vielen alten gepflegten Häusern: stattlichen und "Puppenhäusern". Heute, am Sonntag, haben sogar die großen Supermärkte den ganzen Tag geöffnet. Harald  dreht eine Runde mit dem Fahrrad und kann nicht der Versuchung widerstehen, unsere Lieblingsmarke einer Marmeladensorte  ( "...war im Sonderangebot...") und eine noch warme, frisch gebackene Leverpostei mitzubringen; und für den Nachmittagskaffee natürlich eine leckere "Wiener Stäng" ( ähnlich wie ein Kaffeekranzkuchen ). Im Laufe des Tages werden die Windböen stärker, pfeifen im Rigg und drücken oft unser Schiff etwas in Schräglage => "Hafenkino" : z.T. spannende Anlegemanöver, wenn die Poller nicht erreicht werden weil eine Boe das Schiff unplanmäßig wegdrückt und keine Leine darauf belegt werden kann, oder zwei, drei andere Männer von Land aus bzw. festliegenden Schiffen das ankommende Schiff heranziehen müssen; notfalls muß das Manöver neu gestartet werden: zurückfahren, neuen Anlauf nehmen. Das Abendessen nehmen wir, trotz Wärme, unter Deck ein, damit die Teller nicht leergefegt werden können.




21.07.
Der nordöstliche Wind weht immer noch mit z.T. sehr starken Böen aus einem - morgens noch - milchigem Himmel; im späteren Verlauf werden daraus lockere Wolken = animiert uns nicht, heute weiterzusegeln. Dabei merken wir auch, dass - nachdem wir nun doch etwas  Abstand von Zuhause haben - es uns auch sehr gut tut, einfach 'mal "nichts" zu tun nach den umtriebigen Tagen vor dem Urlaubsgbeginn und dem Bedürfnis nach Ruhe nachgeben zu dürfen / können. Wir bummeln durch die Hauptstraße, schauen in einige Geschäfte hinein bzw. das draußen aufgestellte Warenangebot an und schließen die Runde bei "Super Brugsen" nahe am Hafen, um noch weitere günstige Marmeladengläser einzusacken und Erdbeeren für den heutigen Nachtisch mitzunehmen.


22.07.
Leinen los um 9.35 h, sonnig, Wind NNO 3 Bft. Wir motoren bis zur roten Ansteuerungstonne und segeln von hier aus am Wind Richtung Norden. Der Wind hat etwas zugelegt und ist wieder sehr böig geworden: 5 Bft in den Böen. Bald begegnen uns die Traditionssegler, die eine "Regatta Rund Fünen für erhaltenswerte Segelschiffe" absolvieren; heute die Etappe Middelfart bis Assens. Ein schönes Bild! Wir ziehen jedoch auch sehr gut durch's Wasser, wobei uns die Böen ganz schön schräg werden lassen, allerdings können wir jetzt etwas die Segel fieren, da der Wind minimal östlicher gedreht hat. Auf Höhe Fænø Kalv rollen wir die Segel ein und motoren nun "um die Ecke" im Kleinen Belt gen Osten weiter. Dabei unterqueren wir zuerst die Eisenbahnbrücke von Jütland nach Fünen, dann vorbei an Middelfart im Bogen zur Straßenbrücke Jütland-Fünen : sehr unruhiges Wasser, da sich hier verschiedenen Strömungen treffen. Dann sehen wir auch schon unser heutiges Tagesziel Fredericia => fest im Yachthafen um 14.00 h, Boxenplatz. Hier sind wir lange nicht gewesen und staunen über die Veränderungen: In den beiden vergangenen Jahren hat ein großer Umbau stattgefunden, u.a. auch neue Stege und die Hafeneinrichtungen sind erneuert worden - ist gelungen! Der Hafen ist jedoch nicht voll belegt, viele Plätze sind noch frei, auch wenige Gastlieger. Das animiert Harald, direkt vom Schiff ins Wasser zu gehen um zu schwimmen: Wasser 21°C.  
                                                                                                      23 sm




23.07.
"...erstens kommt es anders,..." Gestern Abend hat unser Kühlschrank von sich aus den Betrieb eingestellt, wir hatten jedoch keine Lust mehr, die Ursache zu erforschen. Heute Morgen, nach dem Frühstück, vor dem Ablegen, wollte Harald dann "'mal eben" das Sieb unseres wassergekühlten Kühlschrankes durchpusten, weil sich manchmal Seegras darin festsetzt = erfolglos! Auch die große Luftpumpe mit mehr power bringt keine Besserung - also: Backskiste ausräumen (!)  und das Sieb ausbauen: Igitt !! In dem Sieb steckt , jetzt zerstückelt, eine Ohrenqualle und verstopfte den Wasserzulauf! Nach der Säuberung dann das Sieb wieder einsetzen und Kühlschrank angestellt - nichts tut sich, er springt nicht an, denn die Pumpe befördert kein Wasser...? Vielleicht sind einige glitschige Teile in die Pumpe gelangt? Also die Pumpe ausbauen und reinigen. Verkürzt: Harald in der Backskiste, Heidrun am Schalterpaneel unter Deck um auf Zuruf:  Kühlschrank abstellen, Seeventil schließen, später: Seeventil auf, Stromhebel an, Kühlschrank anstellen - und wieder umgekehrt. Wir bleiben also heute im Hafen, denn die ganze Prozedur dauert bis zum Nachmittag, weil immer wieder irgendetwas  nicht funktioniert, und der Kühlschrank ist natürlich notwendig. Zwischendurch kurze entmutigte Momente, doch es hilft nichts: alles nochmals durchchecken, z.B. Luft aus dem Schlauch pressen, usw.  Endlich! alles o.k., der Kühlschrank läuft wieder und kühlt gewohnt gut. Der Skipper ist doch ein guter und geduldiger Handwerker, die Mannschaft ist begeistert! Dafür darf er dann ein Nachmittags-Nickerchen im Cockpit abhalten um wieder frisch zu werden. Heute sind übrigens wesentlich mehr Gastlieger eingetroffen als gestern. Großfamilie Schwan macht ihre Abendrunde bei den Schiffen und bettelt - mit Erfolg. Wer kann da widerstehen?


24.07.
Leinen los um 9.35 h, sonnig, einzelne Wölkchen, Wind NO 3 Bft; wir motoren bis zur grünen Tonne bei Skanseodde in unruhigem Wasser, da verschiedene Strömungen an dieser "Ecke" aufeinandertreffen. Wir haben Strom mit, allerdings gegen den Wind. Danach sind wir aus dieser Enge im Kleinen Belt und segeln nun auf offenem Wasser am Wind - NO 3-4 Bft -, Kurs Bogense. Angenehmes Segeln, auch wenn wir noch höher an den Wind müssen, da die Strömung ca. 10-15° versetzt. Bis zur grünen Fahrwassertonne nach Bogense in dann noch ca. 1,5 sm Entfernung können wir den Kurs nicht ganz halten, da jedoch der Wind etwas nachgelassen hat, ersparen wir uns einen Kreuzschlag, rollen die Segel ein und motoren den Rest der Strecke unseres heutigen Törns nach Bogense. Fest um 12.45 h, längsseits im Fischereihafen am südlichen Kai. Wir sind gaaaanz viele Jahre nicht mehr hier gewesen und finden, Dank unseres frühen Eintreffens, schnell einen freien Platz. Alternative wäre der Yachthafen nebenan gewesen. Der Fischereihafen ist ein langer schmaler Kanal, wo das ursprüngliche Ambiente mit Netzschuppen, Werkstätten und Fischverkauf erhalten geblieben ist. Aus manchen Fischerhütten ist zwar inzwischen ein Geschäft, Restaurant oder Sommerdomizil geworden, doch das belebt eigentlich nur die Szenerie und stört nicht das Bild. Auch die neuen Häuser auf dem Nordkai fügen sich gut ein; gleich neben dem Hafen ist ein schöner Badestrand. Bogense ist die kleinste Stadt auf Fünen, die meisten alten Häuser wurden Mitte des 19.Jh gebaut. Die Stadt bemüht sich sehr um die Touristen und in zahlreichen, liebevoll gestalteten Informationsbroschüren werden die verschiedensten Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten aufgezeigt. Diesen, wieder sehr schönen, Sommertag runden wir kulinarisch perfekt ab: ca. 30 m entfernt befindet sich "Fiskehuset Bogense" => hier genießen wir ein sehr, sehr umfangreiches "Fiskebuffet" ( www.fiskehuset-bogense.dk )
                                                                                                    13 sm



25.07.
Es herrscht hier eine gelassene Ferienstimmung. Das Wetter ist wieder sommerlich, 28°C, etliche andere Boote bleiben auch noch im Hafen - wie wir -, man sonnt sich oder geht baden, oder bummelt durch den netten Ort, ein Eis in der Hand, oder sitzt bei kühlen Getränken im Freien vor den zahlreichen Restaurants. Außerdem sind viele Aktivitäten in der Stadt festzustellen: zusätzliche Tische + Stühle werden überall aufgebaut, auch Eß- und Verkaufsstände, ein Kinderkarusel, u.a. In den Geschäften wird Rabatt auf die Waren angeboten: heute findet die " Friday-night" statt: die Geschäfte haben bis 23.00 h geöffnet! Am späteren Nachmittag wird im Restaurant gegenüber laut schöne "Sommermusik" abgespielt = Beach Boys, hawaiianisch gefärbte Stücke, karibische Musik, soft-songs von Elvis u.a. - passt wunderbar zum Wetter. Gegen Abend ist "der Bär los". Alle Restaurants sind brechend voll, in der City Menschengeschiebe. Während Heidrun das Essen zubereitet ist Harald kurz mit dem Fahrrad hingefahren, um zu sehen, "..was los ist...". Die Feuerwehr ist auch vor Ort und bietet den ausfahrbaren Fahrkorb (f. Personen) als Ausguck an. Harald stellt sich natürlich mit anderen an und hat auch dann Gelegenheit, mit einem Feuerwehrmann "nach oben zu fahren"! Er kommt ganz begeistert zurück und hat nette Fotos gemacht. In Schiffsnähe gibt ein Livemusiker sein Bestes mit Gitarre und dänischen Songs, danach folgt ein Kollege mit seinem Akkordeon. Dazwischen fährt eine Pferdekutsche mit Personen an uns vorbei bis zum Molenkopf und wieder zurück, und natürlich spazieren auch zahlreiche Fußgänger dorthin, zur Küste. Der Himmel ist nicht mehr ganz so schön, denn "komische Wolken" ziehen auf; hoffentlich bleibt es trocken.



26.07.
8.45 h erstes Donnergrollen, dann auch Blitze und Regen - endet gegen 9.30 h. Langsam setzt sich dann wieder die Sonne durch, etwas kühler heute, doch die Gewitterneigung bleibt; auch stärkere Gewitterböen sind angesagt. So ein Wetter warten wir lieber im Hafen ab. Internet ist nur im Yachthafen nebenan zu empfangen, also gehen wir heute 'mal direkt in den "Medienraum",wo sich auch ein öffentlicher, gebührenpflichtiger Internetanschluß befindet, in der Hoffnung, dass der Empfang hier dann stärker / schneller ist, als im Yachthafengelände. Pustekuchen: zwei lahme Balken nur - wie draußen; öfters dann Abbruch "wegen Zeitüberschreitung" bei der Anmeldung... Dann plötzlich drei Balken = nun aber schnell ausnutzen: Mails checken, schreiben, unsere Homepage aktualisieren - mit kurzen Unterbrechungen ( zwei Balken ) dann endlich alles erledigt; puh! Ein Blick zum Himmel: zurück aufs Schiff, die nächste Gewitterfront zieht bereits auf = ab ca. 16.15 h grollt und knallt es und in den nächsten drei Stunden ist immer wieder abwechselnd mit Pausen dazwischen donnern, grummeln und  später Regen dabei.



27.07.
Leinen los um 9.20 h, der Himmel ist milchig grau,Wind O, 1 Bft. Wir motoren aus dem  Hafen, dann durch die kurze Fahrrinne, Kurs Nord, um die vorgelagerte Gezeiteninsel Æbelø herum ; es ist sehr diesig, und es bleibt beim Windhauch, also motoren wir weiter, Kurs Westseite der Insel Samsø. Für den Nachmittag sind wieder Gewitter mit "ergiebigem Regen" angesagt. Die Sicht ist auf ca. 2-3 sm beschränkt, zwischendurch spiegelglatte See; die Motorbootfahrer freuen sich bestimmt darüber. Östlich der Insel Endelave sehen wir sechs dunkle "Gebilde" im Wasser; später erkennen wir, auch mit Hilfe des Fernglases, dass dies "Fisch-Aquafarmen" sind = was hier wohl für Fische gezüchtet werden? - für Lachs ist das Wasser sicher zu warm. Vier Meilen vor Samsø ist auch endlich die Küstenlinie zu sehen, denn die Sicht wird etwas klarer - auch der Himmel: erste "Blumenkohl-Wolken" sind zu sehen. Wir laufen Kolby Kås auf Samsø an; fest im Hafen um 13.10 h,Boxenplatz. Die Stromdose auf unserem Steg ist "tot" => gut, dass wir reichlich lange Stromkabel mitführen, denn die Stromdose an Land funktioniert. Gerdade rechtzeitig alles fertig geworden, der Himmel ist inzwischen grauschwarz. Gegen 14.00 h fängt das Gewitter an und tatsächlich auch "sehr ergiebiger Regen": es schüttet !! Von Kolby Kås gibt es eine Fährverbindung nach Kalundborg / Seeland. Samsø ist auch die Insel, auf der die Schlagersängerin Dorthe Kollo lebt ( die "Älteren" unter uns erinnern sich vielleicht an sie). Hier wird auch viel Landwirtschaft betrieben; sehr geschätzt sind z.B. die Samsø-Kartoffeln. Im Hafen ist nicht viel los, außer, dass inzwischen zahlreiche Gastboote und zwei große Traditionssegler eingetroffen sind; das "Highlight" ist doch die Fähre, der angrenzende Ort ist "ländlich". Internet gibt es nicht, eventuell ab 2015, denn die Inselverwaltung erarbeitet ein neues Konzept um den Tourismus zu fördern, dazu gehören dann auch geänderte Fährverbindungen, mit dann auch verlegtem Fährhafen nach Ballen auf der Ostseite der Insel, wie wir aus der Gästezeitung entnehmen können, die im Sanitärgebäude auslag.
Nach dem Gewitter zeigt sich wieder die Sonne, das Abendessen wollten wir dann eigentlich im Cockpit einnehmen, was jedoch nicht klappt, weil ein kleiner Gewitter-"Nachschlag" mit Regen uns diese Freude verdorben hat - freundlicherweise  bevor das Essen auf dem Teller war. Danach bleibt es trocken und auf irgendeinem Schiff ist ein Trompeter, der heute zur Flaggenparade um 21.00 h bläst.                                                                                                           
                                                                                        21 sm


28.07.
Die Sonne scheint wieder; wir legen ab um 10.20 h, Wind NNW 3 Bft: genau gegenan für unseren heutigen Törn. Wir wollen jedoch nur ein kleines Stück nördlich weiter an Samsøs Küste und motoren die Strecke. Fest im Hafen von Mårup um 12.05 h, Boxenplatz. Vor Jahrzehnten (!) sind wir zuletzt hier gewesen. Einige Jahre war der Hafen auch sehr vernachlässigt worden und versandete. Außerdem ist im Westen gegenüber die Insel Tunø, ein Hauptanziehungspunkt bei "Seglers", meistens überfüllt, speziell in der Ferienzeit. Vor wenigen Jahren ist der Hafen Mårup renoviert, ausgebaggert und vergrößert worden, auch schnelles Internet ( vier Balken! ) an Bord ist zu empfangen - alles sehr gefällig. Daneben ist auch eine kinderfreundliche Badebucht, die besonders beim derzeitigen Wetter genutzt wird, wie das fröhliche Kindergequietsche beweist. Der Ort ist ca. 1 km entfernt und bietet Einkaufsmöglichkeiten. Wir sind sehr angetan von der positiven Veränderung! Weil wir so früh hier angekommen sind, waren auch jede Menge Liegeplätze zur Auswahl, die sich dann im Laufe des Tages füllen. Ferienstimmung = Sonnenschirme und andere Schattenspender sind aufgespannt, man sonnt sich oder geht an den Strand zum Baden. Harald steigt am späten Nachmittag vom Schiff aus ins Wasser zum Schwimmen und erspart sich den Weg durch den Sand. Wasser: 23°C - das klingt gut und Heidrun erwägt, auch 'mal ins Wasser zu gehen - Morgen? Denn wir haben gleich für zwei Übernachtungen bezahlt. Zwei Schiffe weiter liegt ein Vereinskollege mit seiner Familie; die beiden Kinder waren Krebse angeln (s. Foto), die dann später wieder freigelassen worden sind.Heute können wir wieder im Cockpit bei bestem Wetter unser Abendessen einnehmen. An Land sind die "Indianer" zu Gange:  überall steigen Rauchzeichen auf = Hochsaison Grillzeit!
                                                                                                       9,66 sm


29.07.
Wieder ein Sommertag, wenig Wind, 28°C sind für die Küste angesagt. Nach dem Frühstück besorgt Harald ein Brot für Morgen in Mårup per Fahrrad und dreht eine Runde dort  bzw. schaut sich noch die Kirche an. Das gute Wetter nutzen wir auch dafür aus, verschwitzte Shirts & Co zu waschen, denn heute werden die in der Sonne schnell trocken. Danach ist "Urlaub" angesagt: sonnen und schwimmen; ja, Heidrun war auch vom Schiff aus baden => ooooh! auch 23°C Wassertemperatur sind anfangs ganz schön "frisch", doch dann wird es schön und die Sonne danach wärmt wieder auf. Abends machen "Nachbarn" vom Boots-Winterlager - Gaby und Heiko - ihre Stegrunde, entdecken uns dabei und es ergibt sich ein netter Klönschnack bei uns an Bord in lauer Abendluft.


30.07.
Leinen los um 9.55 h, sonnig mit lockeren Wolken, Wind NW 2 Bft. Viele Liegeplätze sind schon leer und die ersten "Neuen" laufen zahlreich ein! Wir motoren bis zur Westhuk der Bucht, danach ist der Hauch gegenan auf dem Kurs nach Norden.Später wird der Wind etwas westlicher, wir versuchen zu segeln, "hart am Wind", doch fast keine Geschwindigkeit: ca. 2 kn. Der Wind wird noch weniger, wir motoren wieder und steuern Ebeltoft an. Kurz vor Erreichen der Südspitze von Helgenæs kommt natürlich prompt eine Schnellfähre (Katamaran) von Osten angedüst, auf dem Weg nach Århus. Die motorenden Segler vor uns ( wir sind noch zu weit entfernt ) stoppen ein, drehen bei, damit der Kapitän erkennt, dass er freie Fahrt hat, und prescht mit mind. 30 kn vorbei, hinterlässt natürlich große Wellen, die uns durchschaukeln. In der Ebeltoft-Bucht küselt plötzlich Wind von achtern, wir wollen gerade die Segel ausrollen, als er plötzlich auffrischt und genau von vorne kommt, dann seitlich, noch weiter fast um die ganze Kompassrose - dann ist wieder Schluß. Vermutlich "Fallwinde" von den Mols-Bergen. Also: weitermotoren bis zur grünen Tonne, wo die Fahrrinne nach Ebeltoft durch flaches Gewässer führt. Wir steuern nicht den Yachthafen an, der fast immer überfüllt ist - noch sind ja Ferien - , sondern den Handelshafen, von dem wir wissen, dass dort breite Boxenplätze sind => fest im Hafen um 13.30 h, Bug zur Kaimauer. Ebeltoft gehört auch zu unseren Lieblingshäfen, weil es ein ganz entzückender Ort ist mit vielen alten Fachwerk- und "Puppenhäusern", jedoch auch mit sehr guten Einkaufsmöglichkeiten und netten "Schnick-Schnack-Läden". Früher gab es hier etliche kleine Glasbläsereien, die kunstvolle, hübsche Gegenstände produzierten, inzwischen sind nur noch vereinzelt Glasbläser hier; jedoch auch ein sehenswertes Glasmuseum. Auf dieser Hafenseite liegt auch die "Jylland" als Museumsschiff - auch sehr sehenswert: es wird nicht nur ein Großsegler aus früheren Zeiten gezeigt, sondern auch wie die Besatzung an Bord gelebt hat.
Am Nachmittag ziehen Wolkenberge am Himmel hoch, wovon viele schon eine leichte Graufärbung haben; dazu weht ein kräftiger Wind - es bleibt abends jedoch trocken.
                                                                                                    19,5 sm   


31.07.
Gebrause in der Luft und erstes Pfeifen im Rigg: der Wind hat kräftig zugelegt, der Himmel bedeckt sich und am späten Vormittag dann zusätzliche Böen und ein heftiger Regenschauer. Danach wird es wieder freundlich, der Wind bleibt. Wir gehen in die City und bummeln u.a. durch die Gågade = viele Leute sind unterwegs, es ist eben kein Strandwetter und Segeln muß auch nicht unbedingt sein. Ein zweiter heftiger Regenschauer treibt uns unter den Tordurchgang zur Bonbon-Manufaktur im Hintergebäude, wo wir Schutz finden. Danach wird es wieder freundlich und es bleibt auch trocken. Wir schauen uns heute erstmalig auch die alte Färberei an, die jetzt ein Museum ist (freier Eintritt), wo u.a. die ehemaligen Arbeitsstätten und Geräte zu sehen sind um z.B. Wolle oder Tuch zu färben. Im Hof zeigt ein Bürstenmacher, wie die unterschiedlichsten Bürsten manuell hergestellt werden und andere Handwerker nebenan fertigen schöne Gebrauchs-Holzarbeiten an. Natürlich auch in einigen Geschäften stöbern => ohne Tüten gehen wir nicht zurück. Dann die kleine Straße zum Wasser hinunter : hier sind an der großen Straße "Aldi" und "Føtex": ein sehr gut sortierter Supermarkt. Wir entdecken etwas, für uns, Ungewöhnliches: wenn man mit dem Einkaufswagen durch den Einlaß fährt, befindet sich hier ein Behälter, in dem feuchte Papiertücher stecken, die zum Abwischen der Griff-/Schiebeleiste des Einkaufwagens gedacht sind! Das sollte man in Deutschland auch einführen. Zurück zum Schiff entlang des Ufers, vorbei an der "Jylland" und dem Glasmuseum; der starke Wind bläst fast die Sonnenbrille weg.


 1.08.
9.40 h Leinen los, heiter, Wind WSW 3 Bft; wir motoren zur grünen Tonne der Fahrwasserrinne, dann Kurs Süd zur nächsten grünen Tonne, die das breite Flach dieser Küste kennzeichnet. Hier rollen wir die Segel aus: nun haben wir den Wind nicht mehr gegenan, denn wir wollen jetzt die Südspitze dieser "Halbinsel" gen Osten umrunden und können die Segel im weiteren Verlauf immer weiter öffnen. An der Südostspitze dann Kurs Nord. Der Himmel südlich hinter uns ist inzwischen "diffus grau", die Sicht rundum sehr diesig.; der Wind läßt auch etwas nach: S 2-3 Bft. Wir baumen die Genoa aus (="Schmetterling"), kurzfristig besseres segeln, dann wird der Wind unstet = Baum weg, der Wind wir wieder etwas westlicher: Genoa wieder ausgebaumt, nun läuft es wieder gut. Die Front hinter uns kommt etwas näher und läßt sogar 2-3 Tröpfchen auf uns fallen, aber bringt südöstlichen und etwas stärkeren Wind mit, so dass wir jetzt besser vorankommen. 14.35 h erreichen wir unseren Wegepunkt dieser Küste und sehen von dieser Huk jetzt auch schon unser Tagesziel: Grenaa. Wir shiften das Großsegel und nehmen Kurs auf den Hafen; kurz davor Motor an, Segel weg. Fest im Yachthafen von Grenaa um 15.20 h, Boxenplatz. Inzwischen hat sich die Front aufgelöst und wir dürfen noch einen schönen sonnigen Abend genießen. Als vor vielen Jahren  der Hafen neugebaut worden ist (früher waren die Liegeplätze mit im Handelshafen und in einer kleinen Bucht davon beim hiesigen Segelverein ) war es ein novum, direkt am Hafen auch Ferienwohnungen zu bauen; heute ist das der Trend. Nicht weit vom Hafen ist das sehenswerte Kattegatcenter, in dem heimische Fische, jedoch auch Haie in großen durchsichtigen Becken und Tunnel zu sehen sind, und vieles mehr. Die Region Djursland ist ein beliebtes Feriengebiet mit schönen langen Sandstränden.
                                                                                                         27 sm


 2.08.
Gestern, spät am Abend, legte der Wind bereits kräftig zu und bleibt: kommt aus Ost. Tief am Horizont stehen einige Wolkenberge (Gewitter?) und im Süden steht eine Front; die Sonne "sticht". Kurz nach Mittag kommt die Front näher, der Wind legt zu und am Nachmittag ist der Himmel wieder klar. Später dann wieder Wolkenbildung bzw. es verdichtet sich der Himmel und starker Wind pfeift wieder zur Abendessenszeit. Harald ist am Vormittag noch schnell in die City geradelt ( heute ist Samstag), um eine neue Kappe für das Fotoobjektiv zu besorgen, weil die ursprüngliche "irgendwo" abgefallen ist. Der neue Schutzdeckel ist jetzt mit einem Band am Fotoapparat verbunden... Viele Schiffe sind liegengeblieben, hier verweilt man sowieso gerne 'mal. Schlauchboote sind im Hafen auch auf Fahrt, da der südliche Teil in natürliches Ufer ausläuft und somit diese "Bucht" geschützt ist, denn die Wellengischt vom offenen Wasser spritzt über die Mole. Manch einer parkt sein Schlauchboot am Ufer und badet, denn warm ist es heute trotzdem.



3.08.
Gestern am späten Abend war noch "action" im Hafen, denn der Wind stürmte so stark, dass alle Schiffe in Bewegung waren und dazu auch die See in den Hafen gedrückt worden ist  = Leinen wurden geprüft bzw. zusätzliche Leinen angebracht; Harald legte bei uns auch noch eine zusätzliche Spring aus und eine zusätzliche Vorleine zu der bereits ausgetauschten vorhandenen mit den Ruckfendern, die die heftigen Schiffsbewegungen abfedern. Auch größere Motorboote "tanzten" in ihrer Box. Wir saßen noch im Cockpit wegen des lahmen Internet-Empfangs, weil jede Abfrage oder jeder Aufruf sehr lange dauerte, von der Aktualisierung unserer Homepage ganz zu schweigen. Heute Morgen war der Wind abgeflaut, etwas sonnig. Für heute sind Gewitter und Regen angesagt - im Süden hat sich der Himmel schon zusammengezogen, gegen Mittag wird daraus eine grauschwarze Front mit erstem Grollen. Das Gewitter bleibt ca. eineinhalb Stunden über uns, mal mehr, mal weniger Donner, einzelne Blitze. Der Regen dauert bis ca. 16.45 h, dann klart es allmählich auf; der Wind ist auf westliche Richtung umgesprungen. Am Abend wieder friedliche Wetterstimmung.  


 4.08.
Schon in der Aufwachphase hören wir: es tropft kräftig aufs Deck: Regen, alles grau in grau! Dauerregen bis zum Nachmittag = Zeit zum Lesen. Dann wird es endlich trocken und es zeigt sich sogar wieder die Sonne. So einen Tag wollen wir mit einem schönen Essen enden lassen. Hier im Hafen ist ein kleines Restaurant, in dem ein Buffet zum Festpreis inclusive Getränke (auch Bier und Wein ) angeboten wird. Aus guter Erfahrung früherer Jahre gehen wir hin und werden nicht enttäuscht. Diverse leckere Fisch-Angebote und auch excellentes Fleisch, natürlich auch Salate und andere Beigaben, lassen die Geschmacksnerven und den  Magen jubeln. Wir profitieren heute von einem Angebot der Grenaa-Marina: die vierte Übernachtung ist gratis- super!


5.08.
Morgens um 8.00 h ist der Hafen fast "leer", denn es herrscht permanentes Ablegen - ob an der Hafenausfahrt Stau ist? Wir legen "erst" um 9.20 h ab, heiter, Wind NW 1 Bft. Als wir aus dem Hafen motort sind, sehen wir auf unserem Kurs nach Süden den Horizont voller Schiffe. Nach dem Passieren besonders flacher Stellen rollen wir die Segel aus = 3,4 kn Geschwindigkeit - jedoch: wir haben so viel Gegenstrom, dass wir über Grund nur 1,5 kn laufen - prognostizierte Ankunftszeit unseres heutigen Tagesziels: 2.36 h !!? Also: Genoa einrollen, Motor an, damit wir vorwärts kommen = ergibt 5,8 kn durchs Wasser, 4,4 kn über Grund = ETA 16.15 h. Hinter uns verdichtet sich die Wolkendecke, wir laufen für die kommende Strecke stets unter der "Kante" zum lockeren Himmel voller Sonne. Im weiteren Verlauf wird der Wind weniger, der Gegenstrom läßt auch etwas nach. Wir passieren die kleine Insel Hjelm und sind jetzt im Übergang vom Kattegatt  zu Belte+Sund, erreichen auch bald darauf wieder die Rennstrecke der Schnellfähren von Oddenhavn Richtung Århus. Natürlich flitzt wieder eine an uns vorbei und die gewaltigen Heckswellen schaukeln uns durch. Über der Århus-Bucht bilden sich dunklere Wolken, die sich ganz langsam zu einer Front verdichten. Wir nähern uns der Insel Samsö von Norden, wollen auf die östliche Seite, nach Langør. Dabei ist nun genau Kurs zu halten, denn wir benötigen hier einen Nord-Pricken, der uns zur Fahrrinne führt, denn ringsum ist ein großes Flachwassergebiet, mit z.T. wirklich sehr flachen Stellen im Stavns Fjord. Vorher rollen wir das Großsegel ein, das zur Stabilisierung im leichten Südwind beigetragen hatte, erreichen unseren Wegepunkt, den Nordprikken, um 15.14 h, folgen dann den grünen Pricken zum Hafen. Fest im Hafen von Langør um 15.40 h, Boxenplatz. Glück gehabt, dass noch Plätze frei sind, denn dieser Hafen - und die benachbarte Ankerbucht - sind sehr beliebt bei Seglern und schnell überfüllt.  Es ist eine wunderschöne Naturwasserlandschaft hier, der gesamte Fjord steht unter Naturschutz und die vielen Eilande sind Brutstätten und Heimat der Vogelwelt. "Zivilisation" wird hier kleingeschrieben, hier befinden sich nur wenige Häuser; einige kleine Fischerboote sind hier beheimatet. Gegen Abend zieht die gesichtete Front von der Århus-Bucht zu uns, hat sich "verdunkelt" und über uns festgesetzt. Da der Wind wieder auf NW umgesprungen ist, haben wir vorsoglich die Kuchenbude aufgebaut, weil der Wind ins Cockpit weht und wir dann geschützter sind, falls es doch noch regnen sollte.
                                                                                              33 sm


 6.08.
Es gab keinen Regen und wir haben wieder sonniges Wetter. Nachdem einige Boote abgelegt haben, genießen wir die friedliche Stimmung, den weiten Himmel. Wir schauen vom Schiff aus auf einen Fischkutter, der zum "Ausflugsdampfer" umgebaut worden ist ( am Bug und Heck Sitzplätze ) und mit Interessierten dreimal am Tag eine ca. 2stündige Fahrt durch das Naturschutzgebiet macht. Harald radelt die ca. 6 km hinüber nach Mårup und bringt frisches Brot mit. Man kann auch im Hafenkiosk Brot + Brötchen bestellen, doch so macht es auch Spaß, denn das Wetter ist wieder bis 25°C warm. Nachmittags füllen sich die leeren Plätze  und, welche Freude: SY "festina lente" mit Dörte und Felix läuft auch ein! Wir sitzen dann bei uns im Cockpit und erzählen unsere Erlebnisse, später essen wir gemeinsam - jeder steuert etwas dazu - und wir haben einen gemütlichen Abend zusammen.  


 7.08.
Der Himmel ist milchig-grau und im Verlauf des Vormittags wird er richtig grau. SY "Festina lente" legt ab: der Urlaub geht seinem Ende entgegen. Tschüss, schön, dass wir uns getroffen haben! Es fängt an zu regnen; dauert mit ganz kurzen Unterbrechungen bis zum Nachmittag, und es ist kühler geworden = ca. 22/23°C. Wir bewegen uns heute kaum vom Schiff - Krimi lesen und Sudoku rätseln sind angesagt. Die erste Aufhellung wird genutzt, um das "Foto des Tages" zu erstellen, bevor evtl. doch noch ein Schauer kommen sollte, damit unsere Leser nicht enttäuscht sind.....


8.08.
Leinen los 9.55 h, heiter, Wind 2-3 Bft. Wir motoren langsam und besonders aufmerksam durch dieses Flachwassergebiet und erreichen den östlichen "Ausgang" in offenes Wasser. Motor aus, wir segeln südlich entlang der Küste; unser Tagesziel liegt in Sichtweite: Ballen/Samsø. Fest im Hafen um 12.05 h, Boxenplatz. Beim Einlaufen haben wir die Baustelle für den neuen Fährhafen (statt Kolby Kås ) ausmachen können, die sich Harald unbedingt ansehen möchte; also radelt er dorthin. Zur Baustelle hin wurde ein Aussichtspunkt errichtet, an dem freundlicherweise auch eine Tisch+Bank- Kombination hingestellt worden ist, so dass man auch länger verweilen kann. Im Laufe des Nachmittags verziehen sich die weißen Wolken, wir genießen unser Abendessen wieder im sonnigen Cockpit =  für Morgen ist ein Tief angekündigt mit Regen und Starkwind, und evtl. gibt es Sonntag "Nachschlag". Sommer adieu ?.....
                                                                                       9,8 sm


 9.08.
Es braust in der Luft, die Schiffsmasten pfeifen und jaulen = Wind SO 6-7 Bft, + Schauerböen. Es ist laut und die Möwen geben ihr Bestes um den Wind zu übertönen und schreien auch noch so laut sie können. Anfangs noch trocken, beginnt es am späten Vormittag zu regnen - nein: es schüttet! Schlagartig verschwinden die Menschen auf ihren Schiffen und tauchen erst am frühen Nachmittag wieder auf, nach dem Regen. Auch wir nutzen dies, um einige Kleinigkeiten bei "Dagli' Brugsen" einzukaufen, gehen danach noch eine Runde durchs Hafenvorfeld, als der nächste Regenschauer beginnt. Also schnell einen Blick in die Spezialitäten-Bäckerei werfen, wo ständig verschiedenste Brote, Kuchen usw. frisch hergestellt werden und man dabei zusehen kann, oder auch vor Ort Kaffee und Backwaren sich einverleiben kann ( welch ein Duft!). Danach noch ein kurzes Stück weiter zum Hofladen, der selbstgemachte Produkte nach alten Rezepturen - Samsö Spezialitäten - anbietet. Strammen Schrittes zurück zum Schiff und rechtzeitig unter Deck: der Regen verstärkt sich wieder zum Prasseln, die Böen lassen die Schiffe wieder reichlich schaukeln. Dann Aufhellung, trocken,es scheint sogar die Sonne , jedoch weiterhin Starkwind, jetzt aus SW. Bei diesem Wetter bietet es sich an, 'mal wieder zeitaufwändiger zu kochen: Heidruns selbst gemachte Frikadellen, die Harald so gerne ißt, dazu frisches Gemüse und Kartoffeln, danach frische Erdbeeren mit Schlagsahne: mmmhhh! - gegessen jedoch unter Deck... Das Internet wird heute natürlich auch stark beansprucht: Laptops,Tablets, Smartphones => häufig ist der Server überlastet. 


10.08.
Nachts hat der Wind abgeflaut,heute Morgen um 7.00h waren ca. 4 Bft, leicht bedeckter Himmel,doch die Vorhersage kündigte langsam zunehmenden Wind bis 7 Bft an, auch einzelne Gewitterböen. Um 9.00 h klart der Himmel auf und erste Böen pfeifen im Rigg: gut 5 Bft. Tagsüber scheint die Sonne wieder warm, die "Frisur" bleibt jedoch ständig zerzaust beim Landgang. Die Bauern arbeiten auf den Feldern, denn viel Regen soll auch noch kommen. Unser Steg ist ziemlich in "deutscher Hand": auch die anderen Crews, die - wie wir - nach Süden müssen, warten ab, denn für die kommenden Tage ist weiterhin kräftiger südlicher Wind angesagt. Gut, dass wir zeitlich unabhängig sind und gelassen abwarten können. Gegen 17.00 h nimmt der Wind zügig zu: jetzt haben wir die 7 Bft; und gegen 22.00 h kommt die Regenfront dazu.


11.08.
Nun sind die Ferien in Dänemark endgültig zu Ende. Heute Morgen begann für Schüler der Tag mit Sport: Schwimmen und tauchen von der Hafenmole aus - zwar bei trockenem Wetter, doch im stürmischen Wind standen sie nass in der "Warteschlange", bis jeder 'mal d'ran war... Der Himmel wird zusehends freundlich, doch es gibt immer wieder plötzlich heftige Regenschauer aus einzelnen Wolkenformationen. Erst am Nachmittag bleibt es trocken, so dass wir wenigstens eine Spazierrunde gehen können. Dabei haben wir sogar "Neuentdeckungen" (für uns ) gemacht: z.B.: den Kalkofen, nicht weit vom Hafen entfernt, in dem früher Kalk gebrannt worden ist; oder die rote Planze /Blume (?), die wir noch nie gesehen haben. Am Ortsrand, zur Seeseite südlich des Hafens, entsteht eine Neubausiedlung mit schwarzen ( holzverkleideten ) modernen Häusern, die wir farblich total unpassend in dieser Umgebung finden - wie ein großer dunkler Fleck. Weil der Abend noch so schön ist, haben wir am Fisch-Stand im Hafenvorfeld unser Essen bestellt und  im Windschatten dahinter, wo Tische + Bänke aufgestellt sind, in der Abendsonne unser Fischgericht verspeist.



12.08.
Der Tag heute beginnt wieder mit Regen, bis in den Vormittag; Starkwind sowieso, etwas seitlicher, so dass die Böen unser Schiff wieder ins Schaukeln bringen. Im Laufe des Tages bleibt es trocken und es wird wieder sonniger - aber trotzdem kühler als gestern => lange Hose! Zeit zum Lesen oder Klönschnack mit den Nachbarn; es sind kaum Schiffsveränderungen im Hafen. Manch einer poliert Stellen am Schiff nach, Staubsauger sind unter Deck im Einsatz, Wäsche wird gewaschen. Andere packen Ihre Fahrräder aus, um eine "Runde" zu drehen ( wir heute nicht, bei dem Wind ). Immer wieder interessant der Blick "über die Kante" : wie sieht die See aus?


13.08.
Die Windlage fängt an, den Einen oder Anderen zu nerven bzw. ungeduldig werden zu lassen ( "Hafenkoller" ). Soll man oder soll man nicht abglegen? Die Wettervorhersage ist unverändert: "... kysterne op til hard wind S-SW,regnbyger, enkelte tordenbyger..." Ein Skipper in unserer Reihe setzt sich ans Laptop und beruhig seine Nerven damit, dass er über AIS (= Programm für Schiffsortung, -namen, Geschwindigkeit u.a.) diejenigen "verfolgt", die doch abgelegt haben und feststellt, dass sie langsam vorankommen, weil nordsetzender Strom die nach Süden laufenden Schiffe auch noch bremst; vom unangenehmen Rollen und Stampfen im Seegang ganz abgesehen. Silberstreif am Horizont: am Freitag soll der Wind aus SW-W um 4 Bft kommen; schon besser - 'mal sehen.  Heute sind wieder besonders kräftige Böen dazwischen, trotzdem will Harald radeln, um "Energie loszuwerden" ... Er fährt u.a. nach Tranebjerg ( ca. 4,4 km ), der Inselhauptstadt, und im sehr großen Bogen ( insges. ca. 18 km ) zurück  = rechtzeitig vor dem Regenschauer am Nachmittag wieder an Bord. Unsere Nachbarn haben sich Fahrräder hier im Hafen ausgeliehen und sind zur Westküste gefahren und auch zufrieden wiedergekommen, weil sie dort, auf der Luv-Seite, bestätigt bekamen, dass es gut war, doch nicht loszusegeln. Dann noch ein Regenschauer gegen Abend, danach --- kaum      Wind ! Welche Ruhe - vielleicht Nachtruhe?, denn Morgen soll es ja wieder blasen.  


14.08.
Der Wind hat ausgeschlafen und ist wieder fit für den Tag. Es bleibt zwar trocken und heiter, doch z.T. gewaltige Wolkenformationen sorgen zusätzlich für sehr heftige Böen. Morgens bis ca. 8.00 h war es noch (trügerisch) relativ ruhig, was einige veranlasste, doch auszulaufen. Bei zwei Schiffen mit Kurs Süd haben wir mitbekommen, dass sie zurück gekommen sind, weil der Wind zu spitz war und eine unangenehme steile Welle draußen war... Wir haben neue Nachbarn bekommen, die froh waren, die relativ kurze Strecke von Langør hier beenden zu  können, nachdem sie dort auch die letzten Tage abgewartet hatten und heute wenigstens ein Stück Süd gewinnen wollten. Harald ist heute zur Südküste geradelt und ist danach "fix und fertig" (=> längeres Nickerchen ). Zum Abend hin wird der Himmel klarer und sonniger.


15.08.
Start um 8.55 h, nachdem wir wenige Meter entfernt an der Bootstankstelle Diesel getankt haben. Wind WSW 3-4 Bft, heiter. Nachdem wir die Fährhafen-Baustelle passiert haben: Motor aus = wir segeln Kurs Süd, Richtung Fünen, Ostseite, wobei die Genoa leicht gerefft ist, da der Wind etwas böig ist und so das Schiff besser läuft im angenehmen Seegang. Unterwegs lassen wir den notwendigen West-Prikken (wg. Flachstellen) backbord liegen und können nun etwas südöstlicher segeln, also die Segel leicht fieren. Der Wind legt etwas zu, denn über Land haben sich inzwischen einige Wolken gebildet, und wir segeln jetzt zügig Richtung Fünens Küste - bis zu 7,9 kn Geschwindigkeit. Es bilden sich immer mehr Wolken, die z.T. sehr dunkel sind, jedoch: der Wind flaut stark ab, schläft fast ein! : 5 sm vor der vorgelagerten kleinen Insel Romsø rollen wir die Segel ein und motoren; unser Ziel ist nicht mehr weit = Kerteminde. Nach Erreichen der Huk öffnet sich die weite Bucht,an deren Scheitelpunkt Kerteminde liegt; wir biegen "um die Ecke", dorthin. Nun haben die grauen Wolkenberge sich zu einer geschlossenen Wolkendecke vereint, in der Ferne sehen wir Regelschleier . Doch nicht nur dort, jetzt fängt es auch über uns an zu regnen, bis kurz vor dem Hafen, wo die Front aufhört und es wieder sonnig ist. Fest im Hafen von Kerteminde /Fünen um 13.20 h, Boxenplatz. Der Rest des Nachmittags ist ein Wechsel von Sonne und kurzen Regenschauern. Weil für die kommenden Tage wieder Tiefs mit Starkwind angekündigt werden, nehmen wir das hiesige Rabatt-Angebot an: Zwei Nächte sofort bezahlen, die 3.Übernachtung ist gratis. Kerteminde ist eine gemütliche Kleinstadt ( seit 1413 Stadtrechte ) mit guten Versorgungsmöglichkeiten, netten kleinen Geschäften  und Restaurants.
                                                                                                        25 sm


16.08.
Bedeckter Himmel und erstes Pfeifen im Rigg; es sieht nach Regen aus, doch erstaunlicherweise bleibt der aus => wir brechen zum Stadtrundgang auf. Auch hier sind wir lange nicht mehr gewesen und finden die ersten Veränderungen gleich beim Verlassen des Hafengeländes: Dieser Bereich ist offener und freundlicher geworden und bildet jetzt eine geschlossenere Einheit zum benachbarten Fischereihafen, der sich in der Flußmündung (Kerteminde = Kerte-Mündung) direkt neben dem Yachthafen befindet. Die kleinen Straßen und Gassen der Altstadt sind immer wieder eine Einladung, sich die gepflegten alten Häuschen ("Puppenhäuser") und die größeren der verschiedenen Zünfte -u.a. Färberhaus, Kaufmannshof - anzusehen. Der Himmel wird etwas aufgelockerter und bei Sonnenschein kommt natürlich alles viel besser zur Geltung. Auch der gesamte Uferbereich entlang des Flusses ist neu gestaltet worden: Terrassenbauweise, z.T. mit Holz belegt, damit man verweilen kann. Das Gelände des "Fjord&Beltcenters"  ist auch erweitert worden. Wer möchte, kann sich hier alles Interessante zum Leben unter der Meeresoberfläche des Fjords und Beltes ansehen. Im Zuge der Forschung, die hier stattfindet, werden auch Seehunde und Tümmler trainiert, die man bei Vorstellungen erleben kann. Auf dem Rückweg können wir durch eine Zufahrt ein Training im Nebenbereich beobachten. Kurz vor Erreichen des Hafens gehen wir auch zu "Super Brugsen", der auch größer und moderner geworden ist und ein sehr gutes Warenangebot präsentiert. Im Hafenvorfeld sind nicht nur neue Sanitär- und Vereinsgebäude der hiesigen Wassersportvereine entstanden, sondern auch nette Grillplätze mit Tischen und Bänken. Der Clou: Jeder dort aufgestellte Deko-Blumenkasten beinhaltet auch einen Bereich für Grill-Kräuter, die man entnehmen darf!! Für alle Wassersportarten gibt es hier einen sehr guten Service. Nicht umsonst ist dieser Hafen allseits beliebt. Der Kanuclub hat heute etwas (?) zu feiern, denn um 22.30 h wird ein Feuerwerk in den Himmel geschickt - sehr schön! Der Regen kommt erst danach.



17.08.
Dauerregen => den ganzen Tag! Starkwind sowieso. Die Meteorologen sprechen von einem sehr selten vorkommenden Wetterphänomen: Ein eigentlich in den Herbst gehörendes Sturmtief hat sich über der Nordsee (Shetlands) gebildet, zieht nach Südost Richtung Südnorwegen und wird uns die nächsten Tage noch beeinflussen: S-SW um 6 Bft, zunehmend 7 Bft, Schauerböen, vereinzelt Gewitter! Da sind wir doch alle "froh", so etwas miterleben zu dürfen....!?? Wir sind unter Deck geblieben, haben gelesen, Computerspiele gespielt, die bisherigen Prospekt und Info-Broschüren durchgesehen, sortiert bzw. auch einiges entsorgt. Das Internet war überfordert: "...kein Server verfügbar...", weil natürlich alle schönen modernen Geräte im Einsatz waren und die vorhandenen Kapazitäten total ausgeschöpft haben. Weil es sehr kühl geworden ist, dazu auch feuchte Luft unter Deck, stellen wir später die Heizung an. So läßt es sich wenigsten aushalten und trägt zur Gemütlichkeit bei.



18.08.
Heute regnet es "schubweise" : immer wieder 'mal ein Schauer und kurze Pausen. "Hausarbeiten" sind angesagt = putzen und staubsaugen. Internet ist an Bord nicht verfügbar, Harald erkundet diesbezüglich das Umfeld. Direkt vor dem Hafenmeister ist besserer Empfang ("... ja, leider ist Internet bei uns noch ein Problem..."), aber bei Regen ungünstig, dann in der Seglerstube, die allen zur Verfügung steht = ist jedoch kein Empfang, aber dann bekommt er den entscheidenden Tipp: in dem Häuschen, worin sich die "Waschküche" befindet, soll sehr guter Empfang sein, jedoch keine Stromdose. O.k., dann mit Akku => Text und Foto für die Homepage sind vorbereitet und müssen "nur noch" eingepflegt, dann die e-mails gesichtet werden = superschnell! Vom Wetter nichts Neues, es geht so weiter in den nächsten Tagen. Am Nachmittag dann längere Trockenphasen und die Sonne zeigt sich auch wieder.


19.08.
Der Tag beginnt schön sonnig, doch bald ziehen auch wieder lockere Wolken auf, die einige kurze Regenschauer mitbringen. Der Wind hat noch zugelegt und die Luft ist erfüllt vom Jaulen und Pfeifen der Schiffsmasten; unser Schiff schaukelt in den Festmachern: "... kuling vardsel..." (Sturmwarnung) ist angesagt. Das Wetter ist Hauptthema bei Steggesprächen, besonders, da noch nicht abzusehen ist, wann es besser, bzw. der Wind "handiger" wird.  Auf der anderen Seite unseres Steges liegen Charterboote; am vergangenen Wochenende sind einzelne Crews angereist, die eigentlich lossegeln wollten. Ein, zwei Boote haben abgelegt, die anderen verbringen die Tage an Bord auch im Hafen bzw. erkunden Kerteminde und Umgebung. Urlaub an der See in viel frischer Luft! Internet ist heute wieder an Bord verfügbar, zwar etwas langsam - aber besser als garnichts. Auch positiv wollen wir 'mal den "Super Brugsen" erwähnen => nicht nur ein sehr gut sortiertes Warenangebot, sondern es wird alles übersichtlich und sehr sauber präsentiert; es macht Freude, hier einzukaufen ( diese Aussage wurde nicht gesponsert! )


20.08.
Harald ist heute "Kurierfahrer": unsere große Butan-Gasflasche ist leer, deshalb soll gerne eine neue her - wo gibt es "sowas"? Der Hafenmeister nennt eine Tankstelle ( die hat kein Gas ), dann zum Baumarkt ( hat kein Gas ), dann zum Campingplatz = hat dieses Gas, jedoch ganz andere Anschlüsse, die bei uns nicht passen! Also Unternehmung ohne Erfolg; schade. Jedoch kein Drama, da wir immer eine  kleinere Propangasflasche dabei haben, die notfalls leicht, auch in Dänemark, zu erneuern ist. Dafür müssen die vorhandenen Anschlüsse nur ausgewechselt werden, und der Herd ist wieder einsatzbereit. Trotz kurzer Regenschauer und stürmischen Böen hat Harald noch nicht "genug", nun soll auch die Reisekasse mit Dänenkronen aufgefüllt werden. Start zur zweiten Fahrrad-Runde mit Ankündigung, dass die "etwas ausgedehnt" werden könnte = in der Tat: Harald ist ca. 5 km nach Ladby gefahren und hat dort das Wikinger-Museum besucht. Dieses Unternehmen haben wir bisher "vertagt..." wg. Fahrradfahren bei Sturm + Regen, und weil Harald jetzt "sowieso unterwegs"  war, bot sich das für ihn an. Heidrun wird mit Fotomaterial und Erklärungen informiert und mit einem Wikinger-Schiff-Anhänger "entschädigt". Das Besondere dieser Anlage ist, dass ein komplettes Wikinger-Grab von 925 n.Chr. in Ladby ausgegraben worden ist, mit dem ein Wikinger-Fürst und den entsprechenden "Beigaben für die letzte Reise" bestattet worden ist (www.vikingemuseetladby.dk). Es ist das einzige Wikingergrab mit einem Schiff in Dänemark!  Weil Fahrradfahren bei dieser Witterung doch anstrengend ist, genehmigt sich der Wikinger Harald danach ein Erholungsnickerchen. Der Wind bleibt uns erhalten, der Regen soll etwas weniger werden; in den dicht auf dicht folgenden Böen werden bis 8 Bft gemeldet


21.08.
Leinen los um 8.50 h, heiter, Wind WSW 4, böig. Außerhalb des Hafens rollen wir die Segel aus, das Vorsegel etwas gerefft, und segeln bei relativ flachem Wellengang  (Küstenschutz ) in Richtung Große Belt-Brücke. Der Wind frischt auf: SW 4-5 Bft, böig. Nach knapp 12 sm erreichen wir die westliche Brückendurchfahrt ( Höhe 18 m ); die See ist aufgewühlt: "Strömungsstörungen" wg. der Brückenpfeiler + ankommender Seegang aus dem offenen südlichen Bereich. Wir passieren die Brücke um 10.45 h, Wind jetzt 5 Bft, böig. Das Großsegel wird auch etwas gerefft, da wir jetzt hart am Wind segeln müssen und das Schiff so besser läuft. Wir wollen heute nach Lundeborg / Fünen und müssen dicht zur Küste, da zwischen Nord-Langeland und Fünen sich ein langgestrecktes Riff befindet. Den direkten Kurs können wir jedoch nicht anliegen, also: ein Verholschlag nach Westen bis südlich des Leuchtturms Knudshoved /Nyborg. Dann wieder auf Backbord-Bug, entlang der Küste gen Süd. Über Land versammeln sich immer mehr Wolken und verstärken die Böen noch etwas = gut 6 Bft. Kurz vor Lundeborg wird der Wind so spitz, dass wir eigentlich einen Kreuzschlag machen müßten, aber die Wolken sind inzwischen fast anthrazit => Segel einrollen, die restlichen knapp 2 sm motoren wir. Fest im neuen Hafen von Lundeborg um 13.05 h, Boxenplatz. Gerade rechtzeitig: kaum ist das Schiff angebunden, fallen die ersten Tropfen. Schnell unter Deck = es schüttet! Später dann ein Wechsel von Schauern und Trockenphasen, anfangs noch mit Sonnenstrahlen, die dann aber "aufgeben". Im alten Hafen gibt es noch einzelne kleine Fischer = frischer Fisch! Heute Abend gibt es Schollenfilet! Die Kuchenbude ist inzwischen aufgebaut, um den Regen und Wind besser auf Abstand halten zu können. Morgen kommt der Wind wieder aus Süd (gegenan! ) und kräftiger Regen mit Gewittermöglichkeit ist auch angekündigt: das wird wieder ein Hafentag.
                                                                                                       25 sm 



22.08.
Am Wochenende ist auch Ferienende in z.B. Schleswig-Holstein. Heute ist großer Aufbruch für die betroffenen Crews, um den nächsten Absprunghafen zur Kieler Förde, in die Schlei und Eckernförder Bucht anzulaufen: u.a. wird Marstal /Ærø heute und Morgen sicher sehr gut besucht sein, weil es von hier aus dann nur eines Tagestörns bedarf. Die Schiffe kreuzen oder motoren im wieder zunehmenden und sehr böigen Südwind den Großen Belt hinunter - heute kein Vergnügen! Die dicken Wolken sausen am Himmel, die Schiffsmasten jaulen; es gibt für heute auch wieder eine Böenwarnung: 7 Bft. Unsere Spazierrunde wird auch mit Regenschauern öfters gestört. Gegen diesen Frust gönnen wir uns einen Hot Dog. Die Saison ist hier schon ziemlich beendet, denn der Kiosk hat nur noch von Freitag-Sonntag geöffnet; auch der Mini-Markt am Hafen ist seit dem Wochenende 17./18.August geschlossen. Gut, dass wir vorgesorgt bzw. noch Vorräte haben. Die Heizung haben wir bereits in den vergangenen Tagen am Abend angestellt; heute jedoch ist es so unangenehm "frisch" (Tagestemperatur 15-18°C ) und feucht, dass sie schon am sehr frühen Abend gestartet wird. Es ist wohl doch schon Herbst...?!      


23.08.
Leinen los um 8.00 h, heiter, Wind SW 3-4 Bft. Nach Verlassen des Hafens bleibt der Motor an und wir nehmen das Großsegel zur Unterstützung dazu auf dem Südkurs. Nachdem der Leuchtturm Elsehoved querab liegt, ist der Kurs etwas westlicher, um die Ansteuerungstonne für die Rudkøbing-Rinne anzusteuern. Der Wind frischt auf, SW 4 Bft, dann weiter auf 5 Bft, böig. Weil die Wellen relativ angenehm sind und nicht bremsen, motoren wir weiter, da wir das derzeitige Wetterfenster ausnutzen und nicht lange kreuzen wollen. Das Großsegel reffen wir etwas, damit in den Böen der Druck auf das Achterliek nicht so stark ist und das Schiff besser durch's Wasser zieht; Gegenstrom 0,6 sm. Die Ansteuerungstonne erreichen wir um 9.44 h, folgen der rot+grün betonnten Fahrrinne, unterqueren die Brücke von Tåsinge nach Langeland um 10.08 h. Ab Höhe Rudkøbing ist der Kurs südwestlich => wir rollen das Großsegel ein, weil es im Wind steht und nur flattert. Südlich der kleinen Insel Strynø umrunden wir den Südprikken und gehen jetzt auf Westkurs in Richtung Marstal /Ærø, wohin im weiteren Verlauf auch wieder eine betonnte Fahrrinne führt, denn dieses ganze Areal ist ein großes Flachwassergebiet. Am Horizont ziehen erste dicke Wolken auf und kräftige Böen werden schon 'mal voraus geschickt. Fest im Hafen von Marstal um 12.10 h, Boxenplatz. Viele leere Liegeplätze an den Gäste-Stegen, vermutlich war hier heute Morgen auch der große "Auftrieb". Harald baut die Kuchenbude wieder auf, weil die heute Morgen noch nass in die Backskiste gelegt werden mußte. Eigentlich soll sie trocknen, doch jetzt darf sie wieder Regenschutz spielen, denn erste Schauer prasseln herab und dazwischen pfeifen die Böen im Rigg; ein Mix von Sonnenstrahlen und Regenschauern bleibt. Für die nächsten beiden Tage ist wieder "viel Wetter" angesagt; u.a.:  SW-W 5-6, bzw. um 6 Bft  = da bleiben wir lieber in Marstal.
 Für Ærø-Interessenten: www.aeroehavne.dk - auch auf deutsch.
                                                                                                                   
                                                                                                  22 sm


24.08.
"Kurzfassung": Sturmböen, Mix aus Sonne und Schauern. Super Sonntagsfrühstück mit frischen Brötchen und "Wienerbrød" (= Blätterteig-Teilchen ). Danach Faulenzer-Tag.


25.08.
Vormittags haben wir noch den "Wetter-Rest" von gestern, danach wird es zusehends freundlicher, die Böenabstände werden größer, der Wind wird etwas weniger, kommt aus West. Wir bummeln durch die Gågade (Fußgängerzone) und kaufen bei "Super-Brugsen" noch letzte notwendige Dinge ein. Der Fähranleger ist verwaist, denn die Fährverbindung Marstal-Rudkøbing wurde eingestellt. Nur nach Ærøskøbing ( von Svendborg / Fünen) und nach Søby ( von Faaborg / Fünen und von Fynshav / Alsen) fahren noch Fähren; die öffentlichen Busse auf Ærø sind gratis. Inzwischen ist die "Kuchenbude" endlich getrocknet und wird abgebaut = wieder freie Sicht in den Abendhimmel.



26.08.
Leinen los um 9.50 h, heiter, Wind WNW 3-4 Bft. Im Hafen rollen wir schon das Großsegel aus, motoren jedoch noch bis zum Ende der Fahrrinne, wo wir dann die Genoa dazunehmen und den Motor abstellen. Einzelne Böen pusten sich noch aus, bevor der Himmel immer blauer wird und die Wolken an den Horizont schiebt; segeln kann ja so schön sein! Die Küste von Schleswig-Holstein wird sichtbar, hinter uns ist noch der Küstenstreifen von Ærø zu sehen: gute Sichtverhältnisse. Die Luft ist noch sehr "frisch" und wir haben warme Jacken an. Später ist ein "kleiner Pickel" am Horizont erkennbar = der Kieler Leuchtturm. Gegen 13.00 h lässt der West-Wind nach, 3 Bft, läßt uns aber noch ausreichend Fahrt im Schiff. Den Kieler Leuchtturm erreichen wir  um 14.40 h, der Wind wird noch weniger, dafür praller Sonnenschein über der Kieler Förde. Die Berufsschifffahrt strömt zur Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Holtenau und hinterläßt uns lange Heckwellen => wir dümpeln fast nur noch. Also: Segel einrollen, Motor an, Kurs Friedrichsort, vorbei am Leuchtturm. Fest im Hafen von Stickenhörn um 16.20 h, auf unserem Liegeplatz. Es ist jetzt so warm geworden ( 22°C ), dass wir schnell alle Luken öffnen, um unter Deck Luftzirkulation zu haben - lange nicht mehr gehabt! Waltraud und Uwe von der "Yin" sind heute auch von zu Hause an Bord eingetroffen und am Abend sitzen wir gemeinsam bei uns an Bord und haben uns viel zu erzählen.
                                                                                           34 sm


27.08.
Heute ist uns noch einen Spätsommertag gegönnt. Eigentlich wollten wir die Urlaubssachen ausräumen und das Schiff aufklaren, danach nach Hamburg fahren - verschieben wir auf Morgen. Vorgezogen wird heute jedoch das Ausräumen des Flaschen-Leergutes ( 2 große Abfallsäcke voll ) und Rückgabe. Danach nutzt Harald das gute Wetter aus und schrubbt -barfuß, wie schön! - das Deck, u.a. auch die hartnäckigen Hinterlassenschaften der sonst niedlichen Schwalben weg, die zahlreich in Marstal auf der Reling Platz genommen hatten. Ansonsten: Sonne genießen! Sich nicht über das Internet hier im Hafen ärgern, das eher nicht zur Verfügung steht. 


28.08.
Wieder ein Sommertag, 22°C,  - aber: das nächste Tief mit Wind und Regen ist im Kommen => also packen  wir unsere Sachen heute zusammen und fahren am Nachmittag  zurück nach Hamburg. Das nächste schlechte Wetter, das Morgen bei uns eintreffen soll, schauen wir uns dann von der Couch aus an.


12. - 13.09.
Zum Wochenende ist für die Ostseeküste - im Unterschied zum Binnenland - freundliches Wetter angesagt: sonnig und bis ca. 20/21°C warm; also d i e  Gelegenheit, nach dem Rechten zu schauen und einige Sachen nach dem Waschen zurück an Bord zu bringen. Auf der Autobahn gen Norden: viel Verkehr, doch wir sind noch rechtzeitig vor dem Wochenendverkehr am frühen Nachmittag in Kiel und an Bord. Nachdem das Auto ausgeladen und an Bord wieder alles eingeräumt ist, genießen wir  im Cockpit bei Sonnenschein unseren Nachmittagskaffee. Der Wind weht aus NO (= schräg von vorne! ) und im Windschutz der Sprayhood stört uns nicht der kühle "Unterton". Zum Abendessen fahren wir mit dem Auto nach Schilksee und spazieren danach auf dem Hafengelände. Der Sonntagmorgen "spielt ein falsches Spiel": Sonne! - die sich dann jedoch von Wolken beherrschen läßt und verschwindet = bedeckter Himmel, dunstig, böiger Wind. Wir erfahren von einem benachbarten Segelkollegen, das es jetzt - nach der Aufgabe des Marineflieger-Flughafens in Friedrichsort, einen "grünen" Fuß-/Radweg nach Holtenau gibt und man somit nicht mehr durch den Ort muss: Vorbei am Tonnenhof ist man mit dem Fahrrad bald am Leuchtturm Holtenau und bei den Schleusen zum Nordostsee-Kanal. Das Wetter wird immer dunstiger und ungemütlicher. Wir beschließen, am Abend zurück nach Hause zu fahren; rechtzeitig genug, die ersten feuchten Tropfen auf der Autoscheibe zu empfangen...


11. + 12.10.
Wir sind wieder an Bord, da für Samstagabend eine Einladung zum Geburtstagsessen im Familienkreis ansteht. Das Wetter ist mild und sonnig, so dass wir vorher noch ein Stündchen die Nachmittagssonne im Cockpit genießen können.
Weil Wetter+Wind noch so angenehm sind, verlegen wir am Sonntag unseren Liegeplatz nach Düsternbrook, in den Haupthafen unseres Vereins, denn die meisten Schiffe haben gestern aufgeslippt und nun ist für uns dort Platz. Leinen los um 12.00 h, heiter, Wind SW 4, abnehmend 3 Bft. Die kurze Strecke motoren wir; fest um 12.40 h im Hafen des SCB an der Kiellinie. Das milde Wetter lockt viele Seh-Leute an das Ufer der Kieler Förde = Spaziergänger, Radfahrer usw. Harald fährt mit dem Fahrrad zurück nach Stickenhörn um unser Auto zu holen. Sehr angenehm dabei ist, dass er nicht über die Hochbrücke fahren muß, sondern mit der kostenlosen Fähre den Nord-Ostsse-Kanal überqueren kann; mit dabei sehr viele weitere Fahrradfahrer, die sich auch übersetzen lassen. Nachdem das Auto dann auch vor Ort ist, räumen wir Etliches von Bord aus und packen das Auto voll. Nächstesmal wollen wir den Mast abnehmen, dazu müssen wir zum Ostufer der Förde fahren => dann ist der Weg jedoch kurz, weil der Hafen genau gegenüber ist.
                                                                                                   3 sm  


24. - 26.10.
Freitag: heiteres Wetter mit kräftigem Wind, der genau von hinten auf unseren Liegeplatz weht. Mit Muskelkraft und Motor ziehen wir uns rückwärts aus der Box und weiter bis in den Windschutz eines Gebäudes bei der Hafeneinfahrt, wo wir dann das Schiff in Ausfahrtposition drehen können, ohne dass uns der Wind seitwärts wegtreibt. Wir motoren auf die Ostseite der Kieler Förde und erreichen nach ca. 10 Minuten den Ellerbeker Hafen. Inzwischen  sind hier schon viele Liegeplätze frei geworden, so dass wir problemlos in "unserer" Lieblingsbox am Schwimmsteg festmachen können. Im Laufe des Nachmittags werden die Segel abgeschlagen und eingepackt und auch der Baum abgenommen, die Schoten zum Abtransport (=> Wasch-maschine ) bereitgelegt usw.. Am Abend ist Vereinsversammlung des WSCE, mit dem wir immer slippen, wo u.a. das Aufslippen und die Arbeitseinsätze für das nächste Wochenende ( 1.11. ) erläutert und besprochen werden. Danach u.a. der Tagespunkt " Neuaufnahme Vereinsmitglieder": zwei Männer und eine Frau haben einen Aufnahmeantrag gestellt - Harald ist einer davon, denn er war bereits im Frühjahr vom Vereinsvorsitzenden gefragt worden, ob er nicht Mitglied werden möchte, woraufhin er dann den Antrag gestellt hat und dem heute auch zugestimmt worden ist! Wir haben in den vergangenen Jahren die tatkräftige und "selbstverständliche" Hilfe der Mitglieder dankbar annehmen dürfen und finden nun, das es angebracht ist, wenn wir - auch nach außen - uns zum Verein bekennen und unseren Beitrag dafür leisten. Ab Frühjahr 2015 wehen also künftig zwei Vereins-Stander an Backbord: der SCB- und WSCE-Wimpel. Am Samstagvormittag ist für die Männer dann Arbeitseinsatz: die Plätze für das Winterlager und Mastenlager werden vorbereitet, z.B.: Böcke nach Plan bereitstellen usw. Als Dankeschön für die geleisteten Kraftanstrengungen spendiert der Verein den Männern Kartoffelsalat + Würstchen. Bei dem heute sehr ungemütlichen und regnerischen Wetter tut das besonders gut. Am Sonntag ist das Wetter wieder trocken und sonnig, der Wind weht aus SW mit 5 Bft, böig. Nach dem Frühstück dann Vorbereitungen für die Mastlegung unserer "Viking": beim Mastenkran werden die Böcke zur Ablage plaziert, dann schon Wantenspanner und Befestigungen gelockert, damit es später zügiger geht; noch abwarten bis wieder Platz unter dem Mastenkran ist, hin motoren, Schiff in die richtige Postition legen und mit tatkräftiger Unterstützung ist der Mast um 12.50 h auf den Böcken abgelegt - alles gut gegangen! Heidrun durfte das heutige Fitness-Programm an der Kran-Kurbel absolvieren. Danach fahren wir die kurze Strecke zurück zum Liegeplatz; Harald takelt dann den Mast ab, Heidrun räumt schon Etliches aus. Am Spätnachmittag ist der Mast im Mastenlager verstaut - wir packen das Auto wieder voll und fahren zurück nach Hamburg. Da heute wieder Zeitumstellung ist, wird es bereits um 17.00 h dunkel. 


31.10.+ 1.11.
Am Freitagnachmittag sind wir wieder an Bord. Unsere Autofahrt hierher beginnt im heiteren Hamburg und endet in Kiel bei diesigem/nebligem Wetter - ungemütlich! Der letzte Abend der Saison an Bord = Abendessen, dann fernsehen: bei laufender Heizung - nicht nur wegen der Wärme, sondern auch um "die Luft unter Deck zu trocknen", denn alles ist "klamm". Wir gehen etwas früher ins Bett, denn Morgen beginnt das Aufslippen um 7.00 h !
Nach dem Frühstück - so früh am Morgen ist der Appetit nicht groß - geht Harald zum Bootsplatz, während Heidrun die Morgenarbeiten und unter Deck erforderliche Vorbereitungen erledigt. Die Morgenstimmung am Horizont ist vielversprechend: letzte dünne Wolken, erstes Blau am Himmel und die Sonne übernimmt im weitern Verlauf das Regiment. Ein Schiff nach dem anderen wird aus dem Wasser gekrant und an Land gesetzt. Um 10.30 h reihen wir uns in die "Warteschlange" ein, mit lockerer Leinenverbindung am Poller, bis wir kurz darauf an der Reihe sind. An der Rampe werden dann in Teamarbeit die Broken ( = Hebe-Gurte ) unter unser Schiff geführt und an der Bordwand hoch dann am Kran-Haken befestigt. Dann: alle Mann 'runter vom Schiff = der Kran hebt langsam unsere "Viking" aus dem Wasser und schwenkt himüber zum Bootsplatz, wo wieder in Teamarbeit das Einpassen auf den Lagerbock erfolgt. Um ca. 11.00 h ist alles erledigt, "Viking" steht an Land! Und das bei dem heutigen Traumwetter: 17°C (!!), leichter, südlicher Wind und Sonnenschein! Wir können uns nicht erinnern, jemals so ein tolles,mildes, Aufslipp-Wetter Anfang November erlebt zu haben!! Später ist "Schichtwechsel" bei den Helfertrupps: Harald ist auch dabei. Heidrun packt inzwischen wieder Kisten voll und das Bettzeug zusammen. Am frühen Nachmittag sind alle Boote ohne Zwischenfall gut aus dem Wasser geholt und stehen nun an Land. Harald wird in den nächsten Tagen noch einigemale nach Kiel fahren, um das Schiff winterfest zu machen; u.a.: alle Wasserleitungen entleeren, den Motor durchspülen und mit Frostschutzmittel versehen, Gerüst für die Plane aufbauen usw.
Mit Einbruch der Dunkelheit ist alles im Auto verstaut und der schöne Tag klingt auf der Rückfahrt noch in uns nach.



26.12.
Heute, am 2.Weihnachtstag, nutzen wir die Anfahrt zum Familienbesuch in Kiel, um vorher auf dem Winterliegeplatz nachzuschauen, ob die vergangenen zahlreichen Sturmtage unser Schiff gut überstanden hat. Die Sonn scheint, Temperatur 1°C, trocken, wenig Wind. Der Zugang ins Cockpit ist nach dem Aufschnüren der Plane möglich, Harald prüft alle Stützen des Gerüstes und die Plane insgesamt = alles in Ordnung. Weil für die nächste Zeit starker Frost angesagt ist, nehmen wir nun doch die Batterien mit nach Hause, um sie im wärmeren Keller  zu lagern und vor eventuellen sibirischen Kälteeinbrüchen zu schützen. Noch ein Blick über den Hafen, wo noch etliche Boote im Wasser überwintern. Die Plane wird wieder zugeschnürt - tschüss, “Viking“: bis zu den Bootsarbeiten - wir fahren jetzt zum Familientreff.