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Schiff und Crew
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27.3.
Der Winter war diesmal "kein richtiger" Winter => relativ mild, Schnee und Eis hatten den Norden Deutschlands nur kurz gestreift und sich mehr auf den Süden konzentriert; Heidruns Meinung: gut so, denn Schnee gehört in die Berge zur Freude der Skifahrer und Rodler... Wir hatten wieder auf "Nummer sicher" gesetzt und haben unsere Winter-Auszeit bei einer sehr schönen und erlebnisreichen 5-wöchigen Auto-Rundreise in Australien erlebt. Davor und danach mit Stopover in Dubai, das bei strahlendem Sonnenschein sich auch von seiner besten, beeindruckenden Seite, gezeigt hatte. Die Bootsarbeiten dann bei ersten milden Frühlingstagen; der Unterwasseranstrich und das Polieren des Bootsrumpfes sogar bei sonnigen 14/15°C ! Pünktlich zum heutigen Abslipp-Termin verschlechtert sich das Wetter: ungemütliche 7°C, jedoch leichter Wind, bedeckter Himmel mit Regenschauern. Um 7.45 h hat der große Kran begonnen, ein Schiff nach dem anderen ohne Probleme aus den Winterlagerböcken ins Wasser zu setzen. Unsere "Viking" war um 11.45 h wieder in ihrem Element, begleitet - natürlich - von einem kurzen Regenschauer. Danach Wassertanks auffüllen, Anschluß Landstrom, Heizung an = Heidrun kann nun unter Deck arbeiten, während Harald in Gemeinschaftsarbeit mit den anderen Vereins-Männern bei den restlichen Schiffen hilft, diese ins Wasser zu bringen: z.B.: Leinenführer, die Broken zum Schiffstransport anbringen, dann abnehmen usw.; alles gut organisiert und zügiger Ablauf. Die Stimmung ist gut, denn die Schiffe ins Wasser zu setzen ist wesentlich schöner, als im Herbst an Land zu bringen, liegt doch nun die neue Saison vor uns! Abends fallen wir rechtschaffen müde in unsere gemütliche Koje, denn unser Tag hatte bereits um 5.00 h angefangen.

28.3.
Am Vormittag wird - wieder in Gemeinschaftsarbeit- das Winterlager geräumt: die Lagerböcke werden zusammengestellt / - gestapelt und der Hafenvorplatz ist wieder frei zugänglich. Danach sollte eigentlich der Mast gesetzt werden, doch die Wettervorhersage ist schlecht: "ergiebige Regenfälle" sind angesagt und zunehmender Sturm mit Orkanböen ist im Anmarsch! Harald wäscht und poliert zwar noch unseren Mast, doch dann verschieben wir die Fortsetzung auf die nächsten möglichen Tage. Der starke Regen würde bei Öffnung der jetzt noch bedeckten Mastöffnung im Deck ins Schiffsinnere gelangen, bis der Mast diese schließt und das Großsegel könnte auch noch nicht wg. Sturm angebracht und in den Mast eingerollt werden, was beim Schaukeln des Schiffes im Sturm "höllischen Lärm" verursachen würde, weil die lockeren Fallen im Mast schlagen würden. Von der Kälte, momentan ca. 5/6°C, ganz zu schweigen, die die Finger ungelenk werden läßt, wenn Spannschrauben usw. befestigt werden müssen. Also: mit Beginn des Regens gegen Abend packen wir ein und fahren zurück nach Hamburg, Wenn sich das Wetter beruhigt hat, werden wir zurück kommen.


 3.4.
Die vergangenen Tage waren "haarsträubend" im wörtlichen Sinn, denn besonders das zweite Sturmtief ("Niklas") war besonders schlimm: Orkanböen bis zu 193 km/Std., die viel Schaden im Land angerichtet haben, doch "Viking" unversehrt ließen! Am Karfreitag beruhigt sich die Wetterlage und wir fahren wieder nach Kiel. Harald kümmert sich am Nachmittag um den Mast und riggt ihn auf. Morgen soll er gesetzt werden, denn dann kommen die Boote unseres Vereins SCB ins Wasser und es sind genügend Helfer vor Ort, um uns zu unterstützen.

 4.4.
Der Ostersamstag ist zwar immer noch kühl, doch sehr sonnig: bis 10°C Tages- höchsttemperatur, der Wind auf moderate Stärke zurückgegangen: N-NW 3-4 Bft. Mit vereinten Kräften wird der Mast mit dem Mastenkran an Deck gehievt und eingepasst => um 13.00 h steht er fest in seiner Position. Wir motoren zurück zum Liegeplatz. Hier werden nun z.B. die provisorisch befestigten Spannschrauben nachgezogen und gesichert, der Baum am Mast angebracht, die Fallen eingeführt und später auch die Segel angeschlagen und eingerollt. Schön, dass es schon lange hell bleibt, denn diese Arbeiten benötigen doch ihre Zeit.

 5. + 6. 4.
Die Sonne scheint wieder strahlend aus einem blauen Himmel, Leinen los um 11.30 h, Wind N-NW 3 Bft. Wir motoren hinüber zur Westseite der Kieler Förde, weil es gut für den Motor ist, nach der Winterpause 'mal wieder längere Zeit zu arbeiten. Heute ist Ostersonntag und wir suchen nicht Eier, sondern halten Ausschau nach unserem Heimathafen Stickenhörn/Friedichsort, und: "Wunder", er ist noch da! Einzelne Boote liegen verteilt im Hafenbecken und wir steuern unseren Liegeplatz an: fest um 12.20 h. Diverse Pusselarbeiten sind zu erledigen, doch der Nachmittags-Kaffee kann im sonnigen Cockpit eingenommen werden, auch wenn der Wind noch "frisch" ist. Am Spätnachmittag dann die Heizung anstellen um unter Deck kuschelige Wärme zu erzeugen, denn die Nächte sind noch sehr kalt, wobei diesmal keine Minusgrade mehr sein sollen. Am folgenden Vormittag klettert Harald wieder in seinen "Hobby-Keller": die Backskiste, denn wir haben festgestellt, dass die Fäkalienpumpe leichte üble Gerüche verbreitet. Nach längerer Ursachenforschung findet Harald das Problem: eine kleine undichte Stelle , die sich nach mehreren Versuchen nicht abdichten läßt, schlimmer noch: nach weiteren Versuchen gibt die Pumpe ihren Geist auf = es muß eine neue her! Die im letzten Jahr gekaufte Pumpe war wohl eine "Montagsproduktion", die neue soll ein anderes (hoffentlich besseres) Modell werden. Am frühen Abend packen wir ein und reihen uns in den Osterrückreise-Verkehr ein.
                                                                            3,5 sm


7. - 9.06.
Nach langer Zeit endlich wieder  an Bord: Planmäßig war Harald in der Woche nach Ostern im Krankenhaus eine Vene im Bein entfernt worden. Der Heilungsprozeß verlief jedoch         n i c h t planmäßig, weil sich einige Einschnittstellen entzündet hatten und somit längere Zeit den Skipper außer Gefecht setzten - im wörtlichen Sinne, denn Ruhestellung war angesagt. Ein an Bord gehen, geschweige denn Arbeiten an Bord zu erledigen, war unmöglich. Der einzige Trost: Wettermäßig verpaßten wir überhaupt nichts, denn der sogenannte Frühling zeigte uns ja die sehr kalte und feuchte Schulter. Insofern paßte es auch gut, dass wir am Ende der Genesung noch in den seit längerer Zeit geplanten Spanienurlaub geflogen sind = zwei Wochen an der Atlantik-Küste der Costa de La Luz, mit Busfahrten u.a. an die Algarve und zu den Sehenswürdigkeiten Andalusiens. Sonne und Wärme dazu versetzten uns in Sommerlaune. Das änderte sich wieder nach der Rückkehr: Zwar gab es ein, zwei, manchmal auch 3 warme Tage, die dann jedoch immer wieder kühl "gedeckelt" wurden. Das Beste jedoch: der Skipper ist wieder fit und wir können die "to-do-Liste" in Angriff nehmen. Das Wichtigste zuerst: die defekte Fäkalienpumpe hatten wir reklamiert; sie wurde anstandslos repariert und jetzt wieder erfolgreich eingebaut. Dann das Schiffsdeck mit dem Hochdruckreiniger gesäubert, die Wintersprayhood gegen die "gute" Sprayhood für die Segelsaison ausgetauscht. Weil sich die Sonne immer mehr hinter den Wolken versteckte und der starke böige Wind genau von hinten ins Schiffsinnere bläst, haben wir die "Kuchenbude" auch gleich aufgebaut. Von anfangs 19°C sinkt das Thermometer auf ca. 15°C; abends sorgt die Heizung für kuschelige Wärme unter Deck. Dann zeigt sich doch noch'mal die Sonne bei schwachem Wind, also: alle Fenster und Luken erhalten ihr Acryl-Pflegemittel, auch der Cockpit-Tisch wird angeschliffen und eingeölt ,und, und, und... Nächstesmal dann Fortsetzung, denn wir haben in Hamburg noch Termine wahrzunehmen.



25. - 27.06.
Der Regen läßt nach und wärmere Temperaturen sind angesagt = bessere Voraussetzungen, um jetzt die Bootsarbeiten fortzusetzen und noch fehlende Dinge zu ergänzen: u.a. sind nun die Klapp-Fahrräder an Bord, das Schlauchboot und diversen "Dauer-Proviant" und Getränke haben wir auch schon gebunkert. Anfangs spielte das Wetter hervorragend mit: warme Sonne und kaum Wind gönnten uns sogar einen milden Abend im Cockpit; auch die Heizung blieb ungenutzt! Heute konnten wir die Auslaufparade der Großsegler und Windjammer von unserer Mole aus beobachten, die sich auf diese Weise von der Kieler Woche verabschieden und von vielen Freizeit-Booten aus der Kieler Förde begleitet worden sind. Leider sehr diesiges Wetter mit difusem Sonnen-Gegenlicht, doch immer wieder ein schöner Anblick. Nach der Schiffsparade verdichteten sich die Wolken und im Wechsel dann kurze, heftige Regenschauer und Sonnen-Momente. Der Wind hat böig aufgefrischt. Harald hat das Schlauchboot aufgepumpt um zu testen, ob alles in Ordnung ist und die Luft nicht ausweicht: es hält dicht. Bei dieser Gelegenheit konnten dann auch die neuen Vereinsbuchstaben unseres zweiten Segelclubs angebracht werden. Der Außenborder für das Schlauchboot will noch nicht anspringen; hier muss noch nachgearbeitet werden - das entsprechende Werkzeug ist jedoch im Keller in Hamburg....



28.-29.06.
Der Sonntagmorgen zeigt sich wieder heiter und trocken. Nach dem Frühstück nutzt Harald das schöne Wetter um "outdoor-Pflegearbeiten" zu erledigen: u.a. erhält der Cockpit-Tisch eine neue Teak-Ölung, die glatten Flächen im Cockpit und die Decksaufbauten werden gereinigt und anschließend mit Politur bearbeitet = das dauert einige Stunden! Großes  Lob der "Mannschaft", da alles so propper geworden ist! Heidrun macht derweil unter Deck "klar Schiff": Alles wird gründlichst geputzt. Die wohlverdiente Kaffeepause genießen wir im sonnigen Cockpit. Gegen Abend verdichten sich die Wolken und genau zum Start des Feuerwerks zum Abschluß der Kieler Woche regnet es! ( bis zum Ende des Spektakels); schade. Am nächsten Morgen dann wieder freundliches Wetter. Noch letzte Arbeiten erledigen, dann packen wir ein und fahren nach Hause; rechtzeitig vor den Regentropfen. Das Schiff ist jetzt startklar.


15. - 20.07.
Nach sehr vielen Tagen mit Regen und Starkwind/Sturm ist ein trockener Tag mit leichten Winden angesagt => d i e  Gelegenheit, mit "Sack + Pack" an Bord zu gehen, um alles in Ruhe im Schiffsbauch zu verstauen. Das anfängliche Chaos unter Deck wird im Laufe der Zeit übersichtlicher bis es dann vollständig abgearbeitet ist: alle Schapps und der Kühlschrank sind gut gefüllt! Die mitgebrachten Dieseltanks füllen den Tank endgültig bis zum Anschlag. Eile ist nicht angesagt, denn für Freitag (17.7.) ist die nächste Gewitterfront angesagt mit den entsprechenden Böen und nachfolgend mehr Wind. Also warten wir dies noch ab und beobachten die weitere Wetterentwicklung. Mit unseren Clubkollegen Waltraud und Uwe, SY "Yin", verbringen wir in lauer Luft in unserem Cockpit einen gemütlichen Abend beim gemeinsamen Essen und Klönschnack. Mit Kieler Freunden treffen wir uns für einen weiteren netten Abend "beim Italiener", im Freien (sonnig, aber stark windig) , dann anschließend bei uns an Bord; auch ein Familienbesuch in Kiel erfolgt am Samstag. Noch ist das Wetter freundlich, doch Starkwind mit kräftigen Böen verzögert auch bei anderen Urlaubern (Ferienbeginn in Norddeutschland!) den Start in den Segelurlaub. Am Sonntag dann zuerst leichtes Nieseln, das sich zum heftigen Regen entwickelt. Wir bauen die "Kuchenbude" auf, um den Regen etwas auf Abstand zu halten. Es ist kühl und ungemütlich geworden => Heizung an? : nein, fangen wir erst'mal mit der Fleecejacke an, die hilft vorerst auch. Positiv an der Wettersituation: die Gewitter haben sich "anderswo" entladen, wir erleben "nur" die Randerscheinungen der Tiefs. Angeblich soll zur kommenden Wochenmitte  eine Wetterbesserung eintreten.... Nach wie vor ist die Internetnutzung hier im Hafen ein großes Ärgernis für uns: es dauert eine "Ewigkeit", bis eine Verbindung zustande kommt, wenn sie dann überhaupt erfolgreich ist - keine gute Empfehlung für "Sailing City Kiel" , denn in diesem Hafen legen viele Gäste an, die gerade den Nord-Ostsee-Kanal hinter sich gebracht haben, bevor sie dann weiter auf die Ostsee ziehen. Gut für uns, dass wir wenigstens über Funk auch den aktuellen Seewetterbericht empfangen können.   


21. - 23.07.
Morgens: Regen, der dann langsam aufhört. Dafür sorgt ein "schneller Wind", der das Wolkenbild neu mixt und der Sonne Chancen gibt, die sich dann auch zeigt. Westlicher Wind, 5-6 Bft mit sehr kräftigen Böen. Am Tag danach bauen wir die Kuchenbude ab, um die Sonne besser auf die Haut scheinen zu lassen, während die Haare vom Wind zerzaust werden - auch bei unserem Nachmittagsbesuch an Bord (Familie). Die Seewettervorhersage kündigt für die nächsten Tage inzwischen neue Tiefs mit Starkwind + Regenschauern an, auch wieder Gewitter möglich. Heute ist es etwas ruhiger,dafür feucht; im Radio spricht man von "Nieselschauern", eine "große deutsche Zeitung" nennt unser Wetter "Schaukelwetter" = mal oben (gut), mal unten (schlecht). E i n  guter Tag bringt uns ja nicht wirklich weiter, höchstens bis zu einem anderen Hafen, wo dann abzusehen ist, dass wir dort auch festliegen werden. Zurückgekommene Segler sind frustiert vom Urlaub, weil fast nur kühles/kaltes Wetter mit viel Starkwind und vielen zwangsweisen Hafentagen stattgefunden hat. Andere Clubkollegen hier im Hafen nehmen Abstand von ihrem Segelurlaub und wollen stattdessen mit dem vorhandenen Wohnmobil in den Süden fahren.  Harald hat die Wassertemperatur hier im Hafen gemessen: 17,5°C -brrr!   


24. - 26.07.
Der Freitag war "die Ruhe vor dem Sturm" = dem "Sommersturm". Zuerst Regen, dann kaum Wind (komisch!?) und freundlich am Nachmittag; danach wieder Regen und kurzes Gewitter. Am Samstag warten alle auf das heranziehende Sturmtief mit Orkanböen, das an der Nordseeküste noch heftiger sein wird. Gegen Mittag ziehen bedrohliche Wolkenformationen auf, die sich allmählich blauschwarz färben. "Jemand legt den Schalter um" und quasi aus dem Nichts springt der Wind um, es pfeift und braust in der Luft und sehr kräftiger Regen wird ausgeschüttet. Harald ist mit dem Fahrrad unterwegs, um eine kleine Runde zu drehen und etwas angestauten Frust abzustrampeln. Schon bevor er in einem kleinen Toilettenhäuschen Schutz gefunden hat, ist er klatschnass. An Bord kann derweil Heidrun fast noch rechtzeitig alle Luken und den Niedergang schließen, so schnell spielt sich alles ab! Im weiteren Verlauf gibt es wieder Regenschauer und die Wind-Grundstärke nimmt zu. Am Abend sitzen wir unter Deck mit Waltraud und Uwe zusammen und sind mental "weit weg", da sich die Beiden Reiseberichte (DVD) von uns ansehen. Dazu Wein/Bier => was kümmert uns die Außenwelt? Am Sonntag denn doch: Das Sturmtief ist auf dem Weg nach Dänemark und Schweden, der Regen noch bei uns und die Prognose für die nächsten Tage: weiterhin Regen, kräftiger/stürmischer Wind und Gewitter auch : wir packen die frischen Lebensmittel ein und fahren nach Hause. Fortsetzung an Bord, wenn positive Wetterverhältnisse geboten werden...


05.08.
Na endlich: "Gastspiel" (?) Sommer. Die ersten Sommertage im August haben wir am Wochenende in Berlin (Familienfeier) erleben dürfen in geselliger Runde auf der Terrasse. Am Montag bei kuscheligen 33°C zurück nach Hamburg gefahren, dann den (angekündigten) Gewittertag mit Regen zum Einkaufen genutzt und heute bei wieder gutem Wetter nach Kiel gefahren, die Utensilien an Bord verstaut und die Wassertanks aufgefüllt. Seewettervorhersage: keine Wind- und Sturmwarnungen => es kann losgegen!

06.08.
Leinen los um 10.05 h, sonnig, Wind SO 1-2 Bft - wir können problemlos ablegen => unsere "Viking" war doch noch nicht angewachsen... Wir motoren aus der Förde, denn zuerst waren nur "Katzenpfötchen" auf dem Wasser,im weiteren Verlauf dann kommt jedoch Wind auf. Vorhergesagt wurde Wind aus SO mit 3-4 Bft,deswegen legen wir den Kurs in Richtung Marstal /Insel Ærø. Der Wind frischt jedoch auf und kommt nun aus NO = genau von vorne! Das muß nicht sein - wir fallen etwas ab und segeln Kurs Mommark/Ostseite der Insel Alsen. Gegen Mittag wird der Himmel etwas "milchig" und der Wind legt etwas zu => wir ziehen flott durchs Wasser und die Wellen aktivieren wieder die "Seebeine". Nachmittags lockern die Wolken wieder auf, es ist warm geblieben, ca. 25°C auf dem Wasser, und wir können die kurzen Hosen anlassen. Kurz vor Mommark rollen wir die Segel ein und wir rollen nun auf die Hafeneinfahrt zu. Fest im Hafen um 16.20 h, längsseits an einem Freizeit-Kutter. Der kleine Hafen ist sehr gut belegt und Ferienstimmung ist spürbar: alle freuen sich über das gute Wetter. Hier an Land ist es noch wärmer und wir öffnen die Luken und Fenster zum Durchlüften. Nach dem Abendessen erfrischt uns als Dessert eine gekühlte Wassermelone, jedoch nur kurz: der erste "richtige" Segeltag fordert seinen Tribut: Wir schlaffen ab und können die Abendstimmung im Cockpit nur noch kurz genießen - die Koje ruft......
                                                                                                               37,3 sm  




07.08.

9.40 h: Ablegen. Wetter heiter, Wind NO 2 Bft, wir motoren. Unser Schiff sieht aus wie S..: die niedlichen zahlreichen  Schwalben, die auch gerne auf unserer Reling und den Schoten Platz genommen hatten, haben zahlreiche "Pünktchen" ihrer Hinterlassenschaften abgelassen. Allmählich bedeckt sich der Himmel zusehends und es ist diesig; von Süden gesellen sich dunklere Wolken dazu. Um kurz nach 11.00 h haben wir die kleine Insel Lyø querab an Backbordseite und wir sehen auch schon einen der für uns wichtigen Pricken, der zum gekennzeichneten Fahrwasser nach Faaborg führt: rote und grüne Tonnen. In Faaborg gibt es einen Yachthafen (überwiegend für Festlieger) und einen Handelshafen, der vor vielen Jahren ebenfalls mit Stegen versehen wurde und somit etliche Liegeplätze für Gastlieger bietet. Wir steuern diesen Hafen an, weil er sich unmittelbar am Centrum befindet. Der erste ausgespähte Boxenplatz ist ca. 10 cm zu schmal, wir bleiben stecken. Also zurück und die andere Stegseite abfahren: hier finden wir eine passende Box, die wir nun belegen = fest um 12.00 h. Falls jetzt evtl. Regen (oder Gewitter?) kommen sollte, sind wir im Trockenen. Der Himmel wird noch dunkler und gegen 13.00 h tröpfelt es leicht; inzwischen haben wir nur noch ca. 20°C. Als der Niederschlag aufhört, machen wir unseren Stadtrundgang. Vor 10 Jahren waren wir hier zuletzt gewesen; damals waren viele Baustellen wg. Rohrerneuerungen, die die Wege versperrten oder schwierig gemacht hatten. Das Hafenumfeld ist renoviert und mit einigen neuen Gebäuden ergänzt worden, u.a. befindet sich jetzt hier eine Fischräucherei mit angegliedertem Bistro - wer draußen sitzt hat einen schönen Blick auf den Hafen. Die Stadt wurde im Mittelalter gegründet und die geschützte und günstige Lage verhalf dazu, dass sie ein bedeutender Ort für die Schifffahrt geworden war. Es gab einen regen Handel mit Schleswig-Holstein und später auch weltweit. Die großen Kaufmannshäuser sind ein Zeugnis dieser Zeit; die vielen gepflegten (Fachwerk-)Häuser und kleine Straßen/Gassen wirken idyllisch. Nachmittags reißt der Himmel auf und die Sonne läßt nun alles noch schöner erscheinen. Zurück im Cockpit, lassen wir sie uns noch "auf den Bauch" scheinen.
                                                                                              12,7 sm


8.08.
Gegen Morgen hat es angefangen zu regnen, das bleibt dann auch so fast bis zum Mittag, dazu ein sehr dunkler Himmel. Der Wind ist schwach umlaufend, auch zeitweise böig = Hafentag! Zwei Schiffe weiter hat  SY "Torgny" mit Gaby und Heiko (WSCE) festgemacht: die Beiden hatten bei Lyø geankert und sind heute Morgen hierher gesegelt. Wir werden zum Nachmittagskaffee eingeladen und haben bei gutem Kaffee und leckerem dänischem Kuchen einen sehr netten Klönschnack. Besonders schön: rechtzeitig hat sich die Sonne durchgesetzt, so dass wir gemütlich im Cockpit sitzen können. Der Himmel ist jedoch sehr gemischt;  neben blauen Himmelsflecken werden sehr graue Wolkenformationen hin- und hergeschoben, je nach wechselder Windrichtung. Der Internetempfang ist heute schwierig, weil vermutlich alle im Netzt sind, da ebenfalls viele Schiffe liegengeblieben sind.


 9.08.
Leinen los um 11.15 h, Wetter sonnig, Wind: ein Hauch aus SO. Wir motoren durch die betonnten Fahrwasser zwischen den Inseln nach Ærøskøbing / Insel Ærø. Diese Region nennt sich dänische Südsee wg.der vielen größeren und kleinen Inseln, und bei dem heutigen strahlenden Sommertag ( Himmel blau, Wasser blau ) ist es hier besonders reizvoll.Vor uns taucht ein Tümmler (Schweinswal) auf, der anscheinend unseren Kurs kreuzen will, wir wollen schon den Motor drosseln, doch plötzlich stoppt er, die Finne ist zu sehen, und dann ändert er seine Richtung: weg von uns. Gut gemacht, Kleiner, denn wir wollen dich nicht mit dem Propeller verletzen. Leider gibt es immer weniger Tümmler in der Ostsee, doch in diesen Gewässern ist die Chance am größten, den einen oder anderen zu sehen. Wir erreichen die rotweiße Ansteuerungstonne für das Fahrwasser nach Ærøskøbing, folgen den grünen und roten Prikken zur Hafeneinfahrt; fest im Yachthafen um 13.47 h, Boxenplatz. Der Hafen ist erstaunlicherweise nicht so voll wie erwartet, es sind noch etliche Liegeplätze leer. Die Ferien in Dänemark sind zu Ende und die erste Hälfte der norddeutschen Schulferien ist auch vorbei. Wir genießen die Sonne und Wärme im Cockpit, denn Regen ist im Anmarsch; allerdings wurde die Ankunft nach neuester Prognose auf den morgigen Abend verschoben, statt ursprünglich tagsüber.... Unser Abendessen nehmen wir heute auch im Cockpit ein, denn kein kühler Wind stört.
                                                                                                 14,5 sm



10.08.
Heute ist Stadtrundgang angesagt. Ærøskøbing wird auch die "Märchenstadt" genannt. Sie wurde im Mittelalter gegründet und die schönen Häuser aus dem 17. und 18.Jahrhundert bieten heute noch dasselbe Stadtbild wie damals : viele Häuser stehen unter Denkmalschutz und  tragen dazu bei, dass Ærøskøbing als die am besten erhaltene Stadt Dänemarks aus dieser Periode gilt. Viele Jahrhunderte lang war Ærøskøbing eine bedeutende Kaufmanns- und Handelsstadt, als Seefahrt und Handel die Haupterwerbsmöglichkeit waren; Landwirtschaft wurde / wird im Hinterland betrieben. Kurz vor unserem Aufbruch kommen Gaby und Heiko an unseren Liegeplatz, die mit ihrem Schiff vor Anker liegen, und gemeinsam starten wir den Spaziergang. Das Wetter ist heiter, nicht ganz so warm wie gestern, doch sehr angenehm zum Gehen. Eine zauberhafte Stadt! Wären die Autos nicht, fühlte man sich in eine andere Zeit versetzt. Natürlich stöbern wir auch in diversen kleinen Geschäften, denn "große Ketten" sind hier nicht vertreten. Am Nachmittag bezieht sich der Himmel zu einem dunklen "Gewölbe" = wir eilen zurück zum Schiff, die anderen Beiden auch zu ihrem, es sieht aus, als ob "es" gleich losgehen würde. Entwarnung: nach einer Weile wabert die Front etwas weiter, doch die Sonne ist weg. Der Hafen ist heute sehr gut belegt und überwiegend "in deutscher Hand", während heute in Dänemark wieder die Schule beginnt. Für Familien mit Kindern ist es hier auch ideal: ein großer Spielplatz beschäftigt die Kleinen und der Strand ist auch dicht neben dem Hafen. Gleich vor dem Yachthafen ein großer Supermarkt, so dass die Nahrungsbeschaffung auch kein Problem ist. Weil der Himmel noch bedrohlich ist, essen wir unser Abendgericht unter Deck - was die richtige Entscheidung ist: noch während wir essen, kommt der erste Schauer und der Wind ist umgesprungen.


11.08.
In der Nacht hat es (bei uns) kurz gewittert und ausgiebig geregnet; zum Frühstück ist es wieder trocken und die Sonne zeigt sich wieder. Wind: schwach umlaufend; vorerst sind jedoch noch Böenwarnungen von 9 Bft aus West. Die Gewitterfront ist Morgens auf der Linie Rostock - Kopenhagen, wird sich also für uns in Kürze erledigen. Wir bleiben trotzdem hier, weil es so schön ist - genau wie etliche andere Boote, die mindestens auch schon so lange wie wir hier liegen, wie man an Hand der Liegeplatz-Plaketten, die überwiegend am Bugkorb befestigt sind, sehen kann. Wir wollen in dieser Zeit auch eher durch dieses Revier bummeln, denn meistens ziehen wir zügig daran vorbei auf den Strecken in Richtung Norden oder Osten. Am Abend bildet sich eine dünne Wolkendecke, die fast den Himmel bedeckt .


12.08.
Nanu, was ist das denn?: im Rigg pfeift es leise, wir stehen auf und schauen nach draußen = alles grau in grau (regnet es gleich?), auch diesig, kühle 19°C. Lt. dänischer Radio-Wettervorhersage: vereinzelt Regen, doch soll es im Laufe des Tages aufklaren... Also frühstücken wir erst'mal gemütlich mit dänischen Brötchen ("Luxusartikel"!) und "Wienerbrød": sehr gut! Gegen Mittag wird es etwas heller, der Wind nimmt "planmäßig" wieder ab => Leinen los um 12.50 h. Beim Auslaufen fallen doch tatsächlich noch einige erste Regentropfen herab!? Wir motoren zur Ansteuerungstonne des Fahrwassers in Richtung Marstal, rollen schon 'mal das Großsegel aus, um mit dem dann günstigen Wind in der Rinne zu segeln, doch nach Erreichen und Einschwenken in das Fahrwasser läßt der Wind weiter nach: der Motor bleibt an. Weil dieses Gewässers allgemein sehr flach ist, empfiehlt es sich, genau in die Seekarte zu schauen und auf die Prikken zu achten, speziell, wenn das Fahrwasser einen Schwenk macht: wir sehen einen Segler, der zu früh abgebogen ist und vermutlich auf Grund gelaufen ist, denn er "steht" (konnte sich jedoch wieder befreien, wie wir beobachtet haben). Mit uns sind viele Boote  auf demselben Kurs, von Süden ist ebenfalls eine Armada im Anzug - es wird wohl wieder voll im Hafen werden. Die Wolkenlücken sind größer geworden und die Sonne zeigt sich. Fest in Marstal um 15.00 h, Boxenplatz, 23°C. Der Tag klingt mit einer friedlichen Abendstimmung aus. Wie man aus Steggesprächen hört,werden Morgen viele Schiffe schon in Richtung Kieler Förde / Schlei segeln, da der Urlaub zu Ende geht und der Wind Morgen aus der richtigen Richtung (östlich) und Stärke weht, denn Freitag wird es ungemütlicher.
                                                                                                       12,3 sm


13.08.
Wie erwartet, beginnen schon früh die Aktivitäten und es folgt der "große Aufbruch". Erstaunlich, wie schnell sich der Hafen leert: an den Gäste-Stegen liegen nur noch wenige Boote - und nicht mehr sooo viele "neue" füllen im Laufe des Tages die Lücken. Es ist sonnig, ca. 23°C, der Wind dreht tagsüber von N 2-3 Bft auf O und frischt auf gut 4 Bft auf. Das sonnige Wetter lockt an den Strand, der am Südende der Hafenbucht schönen weißen Sand bietet. Dieser Hafen ist durch seine Lage ja schon besonders = vom Schiff aus hat man immer einen schönen Blick über das Wasser. Am Abend hat der Wind weiter zugelegt und in den Wanten fängt es an zu pfeifen.




14.08.
Die Luft ist erfüllt vom Brausen des Windes und Pfeifen im Rigg! Die Sonne scheint, der Wind hat auf Ost gedreht, weht mit böigen 5 Bft. Die seitlichen kurzen und heftigen Wellen lassen unser Schiff ungünstig "torkeln" : nach dem Frühstück werden in Gemeinschaftsarbeit der drei Skipper (+ Nachbar rechts und links) die Boote mit dem Bug mehr in den Wind gedreht = Hand über Hand  gegen den Wind die Leinen gezogen (ersetzt viele Fitness-Übungen ! ), denn der Wind bläst jetzt mit 6 Windstärken. Die Heckleinen werden entsprechend von den Damen mitgeführt und angepasst und jetzt ist es erträglicher an Bord. Wir liegen am Übergang des Steges zur runden großen Plattform des Steg-Endes und somit passt diese Stegform sehr gut  für die neue Liegesituation. Zum Nachmittag zieht eine dunkle Front im Westen auf, Wind jetzt 6-7 Bft, die sich jedoch langsam verzieht, um der nachfolgenden Platz zu machen; der Himmel ist jetzt ziemlich bedeckt.Kurze Regenschauer fallen dann doch noch aus den Wolken. Mit Gewitter ist in der kommenden Nacht zu rechnen, dazu ergiebiger Regen und evtl. auch feinkörniger Hagel. Auch für Morgen sind noch zeitweise Gewitter und Gewitterböen von 9 Bft vorhergesagt....


15.08.
Nachts hat es ganz doll gewittert und wie aus Eimern geschüttet- erzählt Harald beim Aufwachen , denn Heidrun hat nichts mitbekommen und tief geschlafen. Der Morgen ist trübe, wenig Wind; nach dem Frühstück regnet es - bis zum Nachmittag. Inzwischen hat sich der Hafen geleert: u.a. sind diejenigen, die gestern liegengeblieben sind und deren Urlaub zu Ende geht, auf dem Weg nach Hause, andere wollen, eingepackt in Ölzeug, einige Meilen weiter. Dazu haben wir keine Lust. Zum Nachmittagskaffee hört der Regen auf, der Himmel braucht jedoch noch längere Zeit, ein bißchen heller zu werden und es ist kühler geworden. Abends ist das Wasser spiegelglatt  und die Kinder freuen sich, mit dem Schlauchboot hier in der Bucht fahren zu können, denn es sind wieder einige Boote dazugekommen.


16.08.
Wir haben beschlossen, die anrückende Schlechtwetterfront für die nächsten Tage (Starkwind und Regen, anfangs einzelne Gewitter bzw. Gewitterböen mit 8 Bft) in Marstal abzuwarten. Hier liegen wir gut und im netten Umfeld, außerdem ist hier ein sehr guter Brugsen-Supermarkt, wo wir die notwendigen Dinge des täglichen Bedarfs kaufen können. Vormittags scheint noch die Sonne, die gegen Mittag von ersten Wolkenschichten überdeckt wird. Mittags laufen auch schon etliche Boote ein, die sich auf die Wettersituation einrichten und mitunter auch für unterhaltsames "Hafenkino" sorgen, denn der Wind legt jetzt zu und Harald betätigt sich sehr oft als Anlegehilfe. Erbärmlich ist dabei, dass für etliche "Luv und Lee" wohl unbekannte Begriffe bzw. Vorgaben für notwendiges Verhalten sind und sich dann wundern, dass die Anlegemanöver nicht klappen. Es wird nie langweilig!


17.08.
Das gesamte "Lärmorchester der Lüfte" ist wieder in Gange, unterstützt vom Rhythmus des Regens. Um etwas Ohrenentspannung zu haben, nutzen wir eine längere Regenpause und spazieren in die "City" - wie andere Bootsbesatzungen wohl auch, denn wir hören überwiegend deutsche Sprache. Auf dem Rückweg, kurz vor dem Hafengelände, fängt es wieder an zu regnen, der Wind bläst mit 7 Bft. Also etwas schneller gehen und Schutz unter unserer aufgebauten Kuchenbude suchen. Ein leckeres Abendessen wird den Wetterfrust kompensieren. Heute grillt auch kein Mensch - die Grillplätze sind       unbesetzt (?)....  Der Kassierer der Liegegebühren macht heute mit uns kein Geschäft: wer schon fünfmal hintereinander bezahlt hat, hat die darauf folgenden zwei Nächte umsonst. Am Abend fegen die Böen mit 8 Bft über uns hinweg!


18.08.
Heute Morgen ist die größte Wucht aus den Böen weg, doch der Wind ist immer noch stark; der Regen hat nachgelassen, dann aufgehört. Gegen Mittag gehen wir zur Bushaltestelle am ehemaligen Fährhafen, denn wir wollen mit dem öffentlichen Linienbus eine Fahrt über die Insel machen. Die Busfahrten auf Ærø kosten nichts ! Start im stündlichen Zeittakt, die Strecke geht von Marstal über Ærøsköbing bis Søby; Dauer ca. eine Stunde. Der Bus ist gut besetzt (auch viele Crews von Booten), in Ærøskøbing wird er dann voll, weil ein Trupp Schüler einsteigt, die nach Hause wollen. Wir fahren durch landwirtschaftlich genutztes Land: viele Getreidefelder, auch Gemüseanbau (speziell Kartoffeln) und vereinzelt Viehzucht auf dieser sanft hügeligen Insel; dazwischen bzw. "wie Perlen auf der Schnur" (= die Straße) nette Ortschaften mit hübschen Häusern. Auf dem Land erstaunlich viele große Bauernhöfe. In Søby steigen wir aus und spazieren durch den kleinen Ort, dann auch zur Kerzenfabrik bei der Mühle. Wer möchte, kann hier auch seine eigenen Kerzen ziehen. Wir stöbern in den farblich zusammengestellten Kerzen, die wg. Saisonende zum Sonderpreis für 40,- dkr pro Kilo (statt diverser Stückpreise) angeboten werden => Heidrun ist begeistert und Harald schleppt gerne die schwere Tüte... Kaffeepause beim Bäcker ( im Freien, denn einzelne Sonnenstrahlen zeigen sich) und wir lassen uns den leckeren frischen Kuchen und Kaffee schmecken. Danach noch eine Runde zum Yachthafen. Der Himmel ist wieder zu und der kräftige Wind läßt auch hier die Boote schaukeln. Mit dem "übernächsten Bus" fahren wir wieder zurück nach Marstal. Der Wind hat etwas nachgelassen und unter Deck ist es wieder erträglich.


19.08.
Die Sonne scheint (!) und im Laufe des Tages nimmt der Wind immer mehr ab. Wir wärmen uns wieder auf: das Thermometer klettert bis auf 25°C ! Harald dreht eine Runde mit dem Fahrrad bis zum Flugplatz ( für kleine Flugzeuge ) und am späteren Nachmittag erfrischen wir uns im Cockpit mit unserer Außendusche = der Sommer ist wieder da! Warum nur tut er sich dieses Jahr so schwer damit, sich zu präsentieren? Endlich können wir auch wieder 'mal im Cockpit unser Abendessen einnehmen.


20.08.
Leinen los um 10.55 h, sonnig, kein Wind. Wir motoren durch die betonnte Rinne vom Hafenausgang in südlicher Richtung, dann, im "freien Wasser", Kurs Bagenkop / Insel Langeland. Später dann eine leichte Brise, jedoch genau auf den Bug - der Motor bleibt an. Fest im Hafen von Bagenkop um 12.40 h, Boxenplatz. Der Hafen ist noch ziemlich leer, das ändert sich jedoch im weiteren Verlauf und die Liegeplätze sind dann alle belegt. Wir hatten heute Morgen beim Seewetterbericht über Funk schon gehört, dass an der schleswig-holsteinischen Küste Nebel war; die ankommenden Boote aus Richtung Heiligenhafen erzählten, dass bis kurz vor der Südspitze Langelands sich der Nebel gehalten hat und dann jedoch plötzlich der Himmel aufriß. Wir hatten auf der Fahrt hierher am südlichen Horizont die Nebelwand sehen können, als wir in der Sonne motorten. Im Hafen sind Nebelhörner von vorbeifahrenden Schiffen auf der Ostseite der Insel zu hören => Harald ist mit dem Fahrrad zum Leuchtturm Keldsnor gefahren und "..wollte 'mal nachschauen.." : über dem Großen Belt waberte noch der Nebel. Doch im Hafen ist Sommerstimmung und am Abend wird auch wieder gerne gegrillt. Wir lassen heute kochen: Im Restaurant am Hafen essen wir die "Fischsynphonie" - empfehlenswert!
                                                                                                     8,9 sm



21.08.
Wieder ein Sommertag, den wir hier vor Ort genießen: 26°C! Da Bagenkop auch ein Fischereihafen ist, in dem die Fischer ihren Fang löschen, der hier auch verarbeitet wird, ist es natürlich  d i e  Gelegenheit, frischen Fisch zu kaufen. Wir essen heute gebratene Schollenfilets, dazu Gurken- und Kartoffelsalat - wunderbar!


22.08.
Leinen los: 9.40 h, sonnig, Wind O-SO 3-4 Bft. Außerhalb des Hafens rollen wir die Segel aus und segeln Kurs Kiel. Für die kommenden Tage ist wieder reichlich Wind angesagt und ab Montag ist auch mit zusätzlichem Regen und eventuellen Gewittern zu rechnen. Weil wir ca. Mitte der kommenden Woche sowieso den Urlaub beenden wollten, können wir auch schon heute mit dem richtigen Wind zurück und die verbleibenden Tage ggfs. an Bord bleiben, solange uns das Wetter gefällt. Es ist ein wunderschöner Segeltag heute!! Der Wind frischt später auf 4-5 Bft auf und wir ziehen flott durchs Wasser. Um 13.10 h erreichen wir bereits den Leuchtturm Kiel und sehen später schon, dass die Schilkseer Bucht voller weißer Segel ist: An diesem Wochenende findet in Laboe ein Treffen von klassischen Holz-Segelyachten statt, die jetzt ihre Regatta segeln. Höchste Aufmerksam ist geboten, denn wir müssen am bzw. durch das große Regattafeld segeln und bei diesem Wind sind alle recht schnell, und: Regatta-Segler sind manchmal sehr "verbissen und ehrgeizig" und scheuen kein Risiko. Ein Tochterboot der "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" scheucht laut tutend die Segler aus dem Fahrwasser, damit die durchfahrende Berufsschifffahrt nicht gestört wird. Überall "Gewusel"! Ab unserem Leuchtturm Friedrichsort ( 14.10 h) sind wir wieder unter "normalen" Seglern/Wassersportlern. Kurz danach rollen wir die Segel ein, Motor an, und fahren in den Hafen. Fest in Stickenhörn, auf unserem Liegeplatz, um 14.35 h. Von unserem Steg können wir das ehemalige TV-"Traumschiff", die "Deutschland", in der Lindenau-Werft liegen sehen, die hier für andere Zwecke umgebaut werden soll. Zu diesem Sommertag paßt als Abendessen Spaghetti mit Sc. Bolognese und handgeriebenem Parm.Reggiano-Käse - natürlich im Cockpit.
                                                                                              32 sm


23.08.
Wieder ein sonniger Tag, aber: im Laufe des Tages steigert sich der Wind zu einem permanenten Pfeifen in den Masten. Nachmittags mit so starken, langanhaltenden Böen, die ca. 7-8 Bft erreichen! Der östliche Wind klatscht die See an die Mole vor uns und sprüht Gischttröpfchen auf unser Schiff. Wir sitzen im Schutz der Sprayhood, Sonne auf uns, und lesen oder rätseln, trotz Sturmgebraus bei ca. 24°C. Abendessen heute unter Deck, damit das Essen auf dem Teller bleibt.


24.08.
Der Himmel ist bedeckt, dunkle Wolken ziehen auf; der Wind hat zwar etwas abgenommen, doch für heute Nacht (?) soll die angekündigte Gewitterfront eintreffen mit Regen, Starkwind und stürmischen Böen. Die nächsten Tage bleiben vorerst wechselhaft und kühler. Also packen wir ein und fahren nach Hause - und mit dem Internet ist es dort auch nicht so mühselig.


29. + 30.08.
Wir sind wieder an Bord, um die Heimkehrer "SY Festina lente" mit Dörte und Felix willkommen zu heißen. Die Beiden waren ca. zehn Wochen unterwegs: zuerst zur englischen Südküste, dann über die Kanal-Inseln, Frankreich, Belgien, Holland und durch den NOK zurück. Das Kieler Wetter spielt mit und die Beiden werden am Nachmittag bei Sonnenschein an ihrem Liegeplatz begrüßt. Den milden Sommerabend genießen wir mit weiteren SCB-Kollegen beim gemeinsamen Grillen in Stickenhörn - es gibt viel zu erzählen. Am Sonntag packen wir noch einige Dinge von unserem Schiff ein - u.a.: reichlich Leergut! - und fahren mit den ersten Regentropfen zurück nach Hamburg.


17.10.
Die goldenen Oktobertage sind vorbei, jetzt zeigt sich die andere Seite des Herbstes. Wir sind wieder an Bord eingetroffen, weil wir unser Schiff auf die Ostseite der Kieler Förde verlegen wollen. Dort, im Ellerbeker Hafen, hat bereits ein Segelverein seine Boote an Land gebracht => somit freie Liegeplatzkapazitäten für uns, denn von hier aus werden wir Ende des Monats  auch unsere "Viking" ins Winterlager bringen. Beim Überfahren der Holtenauer Hochbrücke in Kiel über den NOK mit Blick auf die Förde leichter Schock: dicker Nebel wabert über dem Wasser, denn das ist momentan wärmer als die Luft, die nur 10°C aufweist bei wenig Wind. Im Hafen die letzte Bestätigung: Die Frachter auf der Fahrt zur Schleuse sind kaum zu sehen = also heute noch keine Überführung. Wir nutzen jedoch die Zeit und packen schon Etliches zusammen, was in der verbleibenden Zeit der Saison nicht mehr an Bord benötigt wird, und jetzt bequem mit der Transportkarre ins Auto verstaut werden kann. Die Heizung schafft wohlige Wärme unter Deck, draußen regnet es aus dem trüben, dunklen Himmel.

18.10.
Fortsetzung des regnerischen Wetters, der Nebel ist jedoch weg, leichter NO-Wind. Leinen los um 11.50 h, wir sammeln die "Dauer-Hafenleinen" ein, und motoren in südlicher Richtung zur Ostseite der Förde. Freundlicherweise hat der Regen seine Tropfen reduziert, es ist  überwiegend nur noch feuchte Luft, die jedoch kurz vor dem Hafen wieder als Regen auf uns fällt. Doch nur noch in den Hafen einschwenken, auf den angedachten Liegeplatz zusteuern: fest um 12.35 h im Hafen von Ellerbek, Boxenplatz. Landstrom anschließen, Heizung an, dann macht sich Harald auf den Weg, um mit dem Bus zurück nach Stickenhörn zu fahren, um unser Auto zu holen - was sonntags länger dauert, da die Busse nicht so oft fahren. Derweil räumt Heidrun einige weitere Dinge aus, die später gerade noch in das vollgepackte Auto passen. Gemeinsam trinken wir noch unseren Nachmittagskaffee, bevor es dann wieder zurück nach Hamburg geht. Dauerregen während der Fahrt, die auf der Großbaustelle A7 auch nicht für Entspannung sorgt.
                                                                                                   3,2 sm


23. - 26.10.
Am Freitagabend ist WSCE-Vereinsversammlung; Hauptthema: Aufslippen am 31.10. und Besprechung des allgemeinen Arbeitseinsatzes am Samstag-Vormittag = den Winterlagerplatz für die Schiffe vorbereiten und die Lagerböcke aufstellen. Die Tagestemperaturen sind wieder etwas milder geworden und somit werden die Außenarbeiten in diesen Tagen erträglicher, auch weil sich die Sonne zeigt: u.a. die Segel abnehmen, den Baum abmontieren und Vorbereitungen treffen, dass auch der Mast gelegt werden kann - was dann am Sonntagmittag erfolgt. Nach einer Stunden ist unter dem Mastenkran alles erledigt und wir sind um 13.00 h wieder - jetzt ohne Mast - auf dem Liegeplatz. Danach ist Harald damit beschäftigt, den auf den Böcken liegenden Mast abzutakeln und später - wieder mit Hilfe von Vereinskollegen - den Mast in das Mastenlager zu transportieren. Das dauert alles seine Zeit, und da an diesem Sonntag auch die Winterzeit beginnt, wird es eine Stunde früher dunkel: ca. 17.00 h. Alles ist jedoch gut gelaufen und das Feierabend-Bierchen schmeckt deshalb besonders gut. Nachdem die Leiter und die Mast-Böcke wieder im Auto verstaut sind, werden die verbleibenden "Lücken" mit weiteren ausgeräumten Utensilien aufgefüllt. Bei strahlendem Oktoberwetter fahren wir am Montagmittag wieder zurück nach Hamburg. Nun sind die letzten Tage der Saison angebrochen => am Samstag geht es an Land. 


31.10.
Seit gestern Abend sind wir an Bord um die letzte Nacht der Saison an Bord zu schlafen, da am Morgen mit Nebel zu rechnen ist => und richtig: unser Wecker klingelt um 6.00 h und der Blick nach draußen bestätigt die Wettervorhersage. Zwar nicht ganz dicke Suppe, die sich noch auflösen soll, doch eben "herbstlich". Heidrun bereitet das Frühstück vor, damit Harald rechtzeitig für den Arbeitseinsatz - Start 7.00 h - fertig ist. Mit dem ersten Dämmerlicht  beginnt der Kran mit seiner Arbeit und holt die Boote aus dem Wasser. Derweil macht Heidrun unter Deck "klar Schiff" zum Aufslippen. Wir sind um 8.30 h an der Reihe und verholen unser Schiff zur Rampe. Die Temperaturen sind verhältnismäßig mild, wenig Wind aus östlicher Richtung, der Nebel hat sich zu "diesig" verdünnt. Mit Hilfe der "Rampen-Mannschaft" sind die Broken (Tragegurte ) zügig unter dem Schiffsbauch durchgezogen, am Krankhaken befestigt und die Befestigungen gesichert, dann wird unsere "Viking" in die Luft gehoben und zum Lagerbock geschwenkt. Jetzt noch in die richtige Position einpassen, dass z.B. der Kiel gut auf dem Holz aufliegt; Harald klettert auf der Leiter an Deck und hakt die Brokenschlaufen aus dem Krankhaken. Die Seitenstützen noch an den Rumpf anpassen: fertig. Es ist 9.00 h. Jedes Jahr dieselbe Prozedur, doch trotzdem immer wieder aufregend, wenn das Schiff in der Luft schwebt bis es sicher im Bock steht. Harald hilft jetzt weiter bei den anderen Booten, denn nur der gemeinsame Einsatz sorgt für einen zügigen Ablauf. Unter Deck räumt Heidrun jetzt die Dinge zusammen, die heute mit nach Hamburg sollen, denn alle "Textilien" müssen 'raus, da sie über den Winter nur feucht würden und somit Stockflecken-gefährdet sind. Allmählich klart die Luft auf und die Sonne scheint. Bei der Kaffeepause genießen wir die Winterlager-Aussicht vom Cockpit über den Hafen zur Förde. Um ca. 15.00 h sind alle Schiffe ohne Probleme an Land gestellt. Kurz vor Beginn der Dämmerung ist alles im Auto verstaut und wir fahren nach Hause. Hier sieht es dann vorerst chaotisch aus, weil überall Kisten und Taschen stehen; und weil heute auch "Halloween" ist, klingelt es öfters an der Haustüre und kleine "Monster" fordern "Süßes oder Saures"... In den kommenden Tagen wird Harald das Schiff winterfest machen und das Gerüst für die Plane aufbauen, während Heidrun u.a. die Waschmaschine beschäftigen wird. 




21.12.
Das Jahr geht langsam seinem Ende entgegen. Auch der Winter ist kein Winter bisher : Frühlingstemperaturen und blühende Zierkirschen-Bäume im Dezember!! Im Vergleich zum vergangenen "Nicht-Sommer" stört und dieses jedoch nicht => Hauptsache, dass die nächste Saison erfreulicher wird....
Wir danken unseren Lesern für die Treue; bleibt uns bitte gewogen.
In diesem Sinne: