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Schiff und Crew
Schiffsbilder
 


30.03.
Der Winter hat bei uns im Norden moderat stattgefunden: kalte, auch frostige Tage, jedoch wenig Schnee - der fiel stattdessen reichlich im Süden Deutschlands. Wir sind diesmal für vier Wochen wieder dem Winter ausgebüxt und nach Kenia, nahe Mombasa, geflogen. Gutes Hotel direkt am Strand des warmen Indischen Ozeans, von wo wir auch zwei mehrtägige Safaris unternommen haben, um all die schönen und beeindruckenden Tiere Afrikas aus der Nähe zu erleben. Im März dann die anstehenden Bootsarbeiten erledigt und nun sind wir soweit: heute ist Abslippen bei fast sommerlichen Temperaturen: ca. 18°C (!!), blauer Himmel, leichter Wind. Gegen Mittag ist einer der Bootsplätze des WSCE bereits “abgeräumt” und nun ist unser Platz im Hafenvorfeld an der Reihe. Lockere Stimmung, zügige kompetente Teamarbeit der Vereinskollegen mit dem großen Kran => es “flutscht” nur so; um ca. 16.30 h ist unsere “Viking” wieder in ihrem Element. Harald hilft noch weiter bei den letzten wenigen Booten dieses Tages, der “Rest” geht Morgen zu Wasser. Heidrun räumt derweil die mitgebrachten Sachen ein und es wird immer gemütlicher unter Deck. Abends testen wir den neuen Stick für das jetzige DVBT-2 Fernsehen : funktioniert auf Anhieb, also schauen wir noch etwas fern im Laptop, fallen jedoch bald hundemüde in die Koje. Draußen schwächt sich das inzwischen herangezogene Gewitter mit reichlich Regen ab

31.03. - 3.04.
Das Wetter ist wieder schön und sonnig, nur etwas kühler geworden. Nachdem die letzten Boote des WSCE im Wasser sind, ist das Mastenlager geöffnet und die Vorbereitungen zum Mastaufstellen können beginnen. Kräftige Männer helfen beim Transport unseres schweren Mastes auf die Arbeitsböcke und Harald kann noch alles in Ruhe erledigen. Am Sonntag fahren wir unter den Mastenkran, gegen 13.00 h  steht der Mast. Nun müssen am Liegeplatz die provisorisch angebrachten Wanten endgültig festgeschraubt und gesichert werden, später dann noch das Großsegel angeschlagen und in den Mast eingerollt werden - das dauert alles seine Zeit, doch zur Essenszeit am Abend ist auch das geschafft. Das Vorsegel wird am nächsten Vormittag angebracht, danach alles aufgeräumt. Um ca. 13.00 h legen wir in Ellerbek ab und motoren im Sonnenschein mit sehr kühlem Wind (Nordwest!, Wassertemperatur 9°C) bei ca. 13°C Tagestemperatur nach Friedrichsort. Unterwegs drehen wir noch einige Schiffskreisel (kalibrieren), um unseren neuen Autopilot zu testen, ob sein Kompass “stimmt” => das ist nicht der Fall. Noch ein, zwei Runden, doch nichts “nordet sich ein“… Muss also noch geklärt werden. Es geht nun weiter direkt in unseren Heimathafen; fest in Stickenhörn um 13.45 h. Harald macht sich danach auf den Weg, um unser Auto vom Ostufer holen. Heidrun gönnt sich nun endlich ein Sonnenbad im Schutz der Sprayhood. Unser Abendessen nehmen wir im neuen “Gosch” an der Kiellinie ein - sehr gut und auch sehr gut besucht - bevor wir nach Hause fahren.
Übrigens: Schleswig-Holstein hat jetzt amtlich festgestellt, dass das Wetter sich in der Vergangenheit wesentlich verschlechtert hat: mehr Wind und Sturm, mehr Regen, kühler…. Das haben wir längst bemerkt !!
                                                                                          3,5 sm


8. - 10.04.
Am Samstagnachmittag sind wir wieder an Bord eingetroffen, da der Sonntag warm und sonnig werden soll. Noch ist es ungemütlich kalt und bedeckt und der Nordwestwind bläst kräftig. Und tatsächlich: am Sonntag ist Frühling! Wenig Wind, blauer Himmel und angenehme Temperatur, ca. 17°C. Also: Heute wird unsere “Viking” gekärchert! Heidrun macht sich an die Arbeit und spritzt akriebisch das Deck und Cockpit sauber. Das dauert immer einige Stunden, aber lohnt sich! Nach getaner Arbeit dann die verdiente Kaffeepause in der Sonne und Klönschnack mit Frank von der “Svea” bei uns an Bord. Danach noch Sonne tanken, so lange sie scheint. Am Montag ist “Frühlingskater”, wie man das im Radio bezeichnet: grau. kalt, scharfer Wind, der in den Wanten orgelt. Ab nach Hause!


13. - 15.06.
Am Dienstagnachmittag treffen wir an Bord ein, weil Morgen früh der Mechaniker für unseren Kühlschrank kommt. Rückblick: beim ersten Anstellen des Kühlschranks mussten wir feststellen, dass dieser nicht kühlt, sondern heizt !!!? Als wir in Stickenhörn lagen und wir den Mechaniker einer Kühlfirma bestellten, weil wir dachten, dass evtl. nur die Kühlflüssigkeit aufgefüllt werden muss, stellte sich heraus, dass der Kompressor “futsch ist” !! Nach ca. 25 Jahren stellt dieser “plötzlich” seine Arbeit ein… Aussage des Fachmannes: so etwas Gutes gibt es heute nicht mehr, denn etwas Neues muss her; Problemlösung wurde vertagt. Weil unser Kühlschrank-Kompressor seinerzeit in USA eingebaut worden ist ( weil die “Viking” in USA gebaut worden ist ) musste geklärt werden, welches Gerät heute zur Auswahl steht, das möglichst auch wieder mit Wasserkühlung arbeitet, weil sich das so gut bewährt hat. Internet hilft weiter - und: oh Wunder! = diese amerikanische Firma existiert noch und bietet weiterhin die verschiedensten Modelle an. Nur: welches der Modelle passt zu unserem Anschluss? In der Betriebsanleitung des alten Kühlschranks waren ganz andere Geräte-Nummern genannt, woraus nicht erkennbar wurde, was heute aus dem Sortiment passen könnte… Wieder schön, dass es Internet gibt: Harald hat eine Anfrage an die amerikanische Firma geschickt und um Hilfe gebeten => prompte Antwort: wir erhielten den Firmennamen eines in Deutschland ansässigen Anbieters und die entsprechende Modellbezeichnung/ Nummer, Diese Antwort haben wir an unseren Monteur in Kiel geschickt. Fazit: Nach Rücksprache wurde dieser Kompressor bestellt und soll jetzt, am 14.6., eingebaut werden. Von 9.00 - ca.13.00 h  “man at work”: Beim alten Gerät die Kühlflüssigkeit entleeren, ausbauen, den neuen Kompressor einbauen ( anstrengende “Fummelei” in der Backskiste! ), neue Kühlflüssigkeit einfüllen, Probelauf - alles o.k. !!! Der Kühlschrank läuft wieder anstandslos  und erledigt seine Arbeit. Wunderbar; und wir sind froh, dass dieses Problem gelöst ist; auch, dass es heute wettermäßig trocken geblieben ist, da ja die Arbeitsstelle im Cockpit war. Am Nachmittag kommt sogar die Sonne hervor und es wird auch wärmer: 22 °C. Dieser erfolgreiche Tag wird noch mit einem Treffen mit lieben Freunden abgerundet: Dörte und Felix ( SY “Festina lente” ), die letztes Jahr Ihr Boot bis nach Lissabon gesegelt haben, es dort überwintern ließen und im April d.J. wieder dorthin geflogen sind, um nach den erforderlichen Bootsarbeiten weiter an der portugiesischen Küste zu segeln, sind momentan auf “Heimaturlaub” in Kiel. Die Gelegenheit, gemeinsam bei “Gosch” essen zu gehen und einige Stunden dort im Freien interessanten und netten Klönschnack zu halten. Ein (seltener ) schöner Sommerabend krönt das Ganze. Am nächsten Tag, der noch wärmer und strahlender ist, fahren wir am frühen Nachmittag zurück nach Hamburg - eine Gewitterfront mit Sturmböen ist im Anmarsch…




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Nachfolgend der Bericht unserer Fahrt mit dem Wohnmobil. Wir wurden von etlichen unserer Lesern gefragt, ob wir - wie in 2011 unsere Autotour durch Schweden und Norwegen -  wieder an dieser Stelle einen Bericht schreiben,         “… weil so interessant, da es auch eine etwas andere Reiseart sei…” Eigentlich ist diese Homepage ja ein “Segel-Logbuch” , doch wir kommen den Bitten gerne nach. Also: wer Lust hat, folge bitte unserer ersten längeren Tour mit unserem “Haus auf Rädern” .

22.06.
Unser Wohnmobil ist nach dem Frühjahrsputz und dem Einräumen mit den wichtigsten Utensilien startklar. Heute nur noch Ergänzung mit den frischen Lebensmitteln und Getränken. Wir fahren mit dem PKW zu unserem Stellplatz in Kayhude. Ein furchterregender Himmel über uns! Alle Schattierungen von Grau und walzenförmige Wolkenformationen erzeugen eine bedrückende Stimmung => eine schwere Gewitterfront mit Sturmböen bis 12 Bft ist im Anmarsch. Wir schaffen es gerade noch, die Kisten vom Auto in das Wohnmobil trocken umzuladen, als die Front sich entlädt: Es schüttet und stürmt, blitzt und donnert: Weltuntergangsstimmung! Also abwarten. Um 12.30 h starten wir, wollen jedoch zuerst noch zwei Dörfer weiter fahren, weil dort eine Waage ist, wo wir unser Gefährt wiegen können, weil wir keine Vorstellung haben, wie sich unsere zusätzlichen Ausrüstungen Campingtisch +-Stühle, Liegen, Fahrräder usw.) gewichtsmäßig auswirken. Eine neue Erfahrung im Vergleich zum Segeln. 3.500 kg darf das zulässige Gesamtgewicht betragen: “Wir” sind viel zu schwer!! Also fahren wir wieder zum Stellplatz zurück und laden Etliches wieder in den PKW aus, leeren auch den Wassertank bis auf eine Mindestmenge. Inzwischen ist die Gewitterfront weitergezogen und hat, lt. Nachrichten im Radio, schwere Schäden verursacht: Bäume umgestürzt, Autos, Häuser u.v.m. beschädigt, zahlreiche Keller geflutet… Der Himmel wird jetzt freundlich mit Sonnenschein, wir starten endgültig um 14.00 h in Kayhude und wollen heute eigentlich nach Westen bis an die Ems fahren, was nach der Routenberechnung ca. 3 Std. dauern soll. Aber: ”erstens kommt es anders…” Verkehrschaos und total überfüllte Straßen, stockender, stehender Verkehr im Großraum Hamburg, speziell auf der A7! Ausweichen bringt nicht viel Zeitgewinn, da das bereits sehr viele Autofahrer machen… Auch auf der A1 in Richtung  Bremen dasselbe. Erste genannte Ankunftszeit des Navi: 21.52 h!! Wir haben schon überlegt, auf einem Rastplatz zu übernachten, weil die Fahrerei doch etwas anstrengend ist ( trotz Pausenstopp), als sich - endlich - die Situation etwas entspannt. Ab Leer wird es fast leer auf den Straßen, ein kräftiger Schauer noch, und wir erreichen dann unser Tagesziel: Marina-Park Weener / Ems, Stellplatz am Yachthafen, 19.23 h. Jetzt nur noch Abendessen, entspannen und nicht allzu spät in unseren Betten die erste Nacht der Saison im Wohnmobil genießen.
                                                                    262 km



23.06.
Wir bleiben heute noch hier. Diverse Schauer tagsüber, dazwischen Umgebung erkunden. Weener ist ein altes Städtchen und sehr anschaulich. Unser Platz ist ja am Yachthafen, der mit einer Schleuse zur Ems versehen ist, damit Ebbe + Flut ausgesperrt sind. In der Altstadt gibt es jedoch noch den "Alten Hafen". Am späten Nachmittag            ( Regenpause ) gehen wir auf dem Deich zur Ems spazieren und es bietet sich das typische Bild Frieslands: Fluss mit Schiffen, Wiesen mit vielen Schafen, wobei wir darauf achten müssen, wohin wir treten wg. der vielen “schwarzen Kügelchen”… Zum Schluss erwischt uns doch noch ein Regenschauer, so dass wir zügig zurückgehen.




24.6.
Viel Regen seit gestern Abend und auch heute Morgen noch. Kühl ist es auch geworden: 17°C, dazu ein heftiger Wind. Wir wollen weiterfahren und haben uns für heute eine nicht so lange (Regen-) Strecke ausgesucht: Balk, in der Nähe von Lemmer. Start um 10.55 h. Bald erreichen wir die Autobahn in Richtung Groningen; Grenzübergang Niederlande um 11.20 h. Hier hat diese Autobahn die Nummer A7 - mit unserer  A7 jedoch kein Vergleich: entspanntes Fahren, trotz Regen, und erstaunlich wenig Wochenendverkehr trotz Ferienbeginns in Bremen + Niedersachsen.
Flaches Land, die höchsten Erhebungen sind einige Windkraftanlagen. Viele Entwässerungsgräben bzw. -kanäle, oft zu überqueren auf den typischen holländischen Klappbrücken; auch zwei schöne große, alte, Mühlen waren zu sehen, viel Landwirtschaft und Vieh: Rinder, Schafe, Ziegen auf den Weiden. Später ein Stück auf der A6 gen Süden, darauf noch wenige Kilometer auf der Landstraße, dann sind wir schon da: 13.25 h, Stellplatz am Yachthafen Lutsmond bei Balk. Nur sehr wenige Wohnmobile zu sehen, auch ein kleiner Campingplatz schließt sich an, ebenfalls dort nur wenige Camper. Am späten Nachmittag hört der Regen auf, es wird etwas heller am Himmel, jedoch immer noch starker, ungemütlicher Wind. Spazierrunde im Yachthafen. Ein Kanal, der durch Balk fließt, mündet hier in den großen See “Slotermeer”, der von Freizeitskippern genutzt wird. Zahlreiche Boote an den Stegen, auch deutsche Festlieger hier. Kaum ein Boot ist ausgelaufen => verständlich! Einzelne Bootsbesitzer sitzen unter Deck oder unter den Kuchenbuden - ist ja Wochenende!
                                                                                     155 km



25.06.
Der Morgen beginnt mit freundlichem Wetter. Wir testen heute unseren neuen (zusätzlichen) Mini-Backofen und backen Brötchen auf - ist ja Sonntag! Sind gut geworden und bescheren ein besonders gutes Frühstück. Start um 11.50 h und: es fängt an zu nieseln. Wir wolle heute nach Den Helder und dabei auch auf dem Damm fahren, der das Ijsselmeer absperrt. Zuerst Landstraße, wobei es etwas irritierend ist, dass so viele Segel über den Wiesen zu sehen sind, denn das Land ist mit extrem vielen Wasserläufen und Seen durchsetzt, die auch genutzt werden. Faszinierend: unsere Straße fällt ab zu einer Unterführung und über uns zieht langsam ein holländisches Plattboden-Boot durchs Wasser, Der Regen wird heftiger, als wir wieder auf der A7 sind, die uns auf die Autobahn des Damms ( Afsluitdijk ) führt = schlechte Sicht auf das Ijsselmeer zur linken Seite und auf die Nordsee zur rechten Seite. Trotzdem beeindruckend, dieses Bauwerk. Wäre besseres Wetter, könnt man dabei an den Overseas Highway auf den Keys in Florida denken…. Stopp auf Kornwerderzand beim Kasematten-Museum. Der Wind stürmt so stark, dass kaum der Regenschirm zu bändigen ist. Hier ist auch eine Drehbrücke zwischen den Schleusen zur Nordsee bzw. zum Ijsselmeer, die gerade geöffnet wird: zahlreiche Boote passieren in beiden Richtungen die Durchfahrt. Danach schauen wir uns einen Teil der Kasematten                ( = Bunker) an, Relikte aus dem 2.Weltkrieg, die auch zum “Atlantikwall” gehörten; bedrückend und ein Mahnmal. Das Wetter passt zur Stimmung, inzwischen nur noch 14°C bei strömendem Regen und Starkwind. 2.Stopp auf dem Damm: da dieser Aussichtspunkt etwas höher liegt, noch bessere Sicht auf die jeweilige Wasserseite          ( wenn nur die Sicht besser wäre!) Hier ist auch ein Denkmal zur letzten Steinsetzung des Damms und von Cornelis Lely, Wasserbauingenieur, Planung und Bauumsetzung des Afsluitdijks. Weiterfahrt in Richtung Den Helder. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine lange Autoschlange und als wir in Den Helder einfahren: Verkehrschaos! Hier finden noch die “Marinetage” statt, die heute enden = überall Menschengewimmel und fast verstopfte Straßen. Wir erreichen nicht den gewünschten Stellplatz, weil die Zufahrt mit dicken Sandsäcken gesperrt ist wg. der Veranstaltung und die Autos großräumig umgeleitet werden. Wohin nun? Wir fragen einen der Verkehrsordner, wo wir einen Parkplatz finden, der uns auch weiterhilft. Vorbei am Fähranleger nach Texel biegen wir in eine Seitenstraße ab, die zu einem öffentlichen Parkplatz führt, auf  dem wir um 15.00 h auch noch Platz finden. Den Helder ist ein Marine-Stützpunkt und hat die Bevölkerung eingeladen, dieses Wochenende auf dem riesigen Gelände zu feiern, Schiffe zu besichtigen; Segelregatten (“Sail Den Helder 2017) haben auch stattgefunden. Man muss sich das ähnlich vorstellen wie die Kieler Woche, vom Trubel her. An diesem Nachmittag beginnt jedoch bereits der Aufbruch bzw. Abbruch der vielen Zelte +  Buden. Der Regen hat aufgehört und wir mischen uns unters Volk; die Luft ist mit gemixten Düften der diversen Speiseangebote durchsetzt. Wir gehen zu Fuß zu dem gewünschten Stellplatz am Yachthafen, auch jetzt noch gesperrte Zufahrt, und “peilen die Lage”, denn wir hoffen, dass diese evtl. noch heute geöffnet wird. Hier ist auch der Hafenmeister anzutreffen, der uns auf Nachfrage eine andere, freie, Zufahrt beschreibt. Also: stramm zum Wohnmobil auf dem weitläufigen Hafengelände zurückgehen und zum Stellplatz fahren => um 17.20 h haben wir einen netten Platz besetzt. Vielen Dank! Heute Abend wollen wir essen gehen. Nicht weit entfernt gibt es mehrere Restaurants, die in umgebaute Werkstätten bzw.-hallen für die Schifffahrt im Hafen eingezogen sind, an der Flaniermeile einer Gracht. Weil immer noch viele Gastlieger-Boote hier liegen, haben wir eine besonders schöne Aussicht beim Essen im Freien unter großen Schirmen auf die schönen Boote. “Lekker eten” und reichlich ! Beim Zurückgehen fängt es an, zu regnen…
                                                                                   104 km





26.06.
Die Sonne scheint aus heiterem Himmel! Wir bleiben heute hier und schauen uns etwas die Umgebung an. Den Helder ist uns vom Namen her bekannt als Wettermeldestation beim Seewetterbericht - nun werden wir künftig “ein Bild vor Augen haben”. Heute ist es in der City wesentlich ruhiger, der Alltag normalisiert sich. Heute auch größerer Austausch auf dem Platz: etliche Holländer sind weggefahren, die wohl zur Veranstaltung gekommen waren, Neuankömmlinge treffen ein, sogar einzelne Deutsche. Ist ja auch ein nettes Städtchen; dominant ist die Marine - logisch, da guter Ausgangspunkt zur Nordsee. Die Fähre nach Texel ist auch nicht zu übersehen; gerade jetzt, zur Ferienzeit, gut beansprucht, da diese Insel breite, schöne Strände vorzuweisen hat. Und ein Sonnenbad ist auch noch “drin”: auf einem Campingstuhl neben dem Wagen. “Vitamin D” tanken, denn es soll wieder regnerisch werden.




27.06.
Freundliches Wetter, der Wind ist jedoch noch da. Wir starten, doch zuerst nutzen wir die Entsorgungsvorrichtungen und laden unser “Grau- (Brauch-) Wasser ab. Eigentlich wollten wir auch noch Frischwasser nachtanken, doch plötzlich ist Andrang: allgemeiner Aufbruch! Oh, soo dringend ist das Wasser noch nicht, also machen wir Platz. Um 11.05 h ist dann endgültiger Start. Ziel: Amsterdam. Von Den Helder die Landstraße zurück und wieder auf die A7 - entspanntes Fahren. Und viel Landwirtschaft recht und links, besonders auch viele große Kartoffelfelder, die in weißer Blüte stehen. Überhaupt sieht alles so schön grün aus, wenn nicht gerade Wasserläufe dazwischen sind. Wir nähern uns Amsterdam; der Verkehr  nimmt hier natürlich zu, doch bleibt alles “im Rahmen”. Unser Navi führt uns zuverlässig über die vielen Autobahnabschnitte, die um bzw. in die Stadt führen. Um 12.30 h erreichen wir “Amsterdam City Camping”, ein riesengroßer Stellplatz ausschließlich für 100 Wohnmobile. Hier muss man sich selbst an einem mehrsprachigen Automaten einchecken, die Kosten werden dabei per ec- oder Kreditkarte bezahlt. Eine freundliche junge Frau steht schon bereit und leistet Hilfe - sehr gut! Wir buchen 3 Nächte => incl. Stellplatz ( mit anfänglichem Saisonzuschlag), Strom, Entsorgung, Frischwasser + WLAN = 72,-€ ( 24,- pro Tag für uns Beide). Für eine Großstadt und in der Stadt erträglich, wenn man bedenkt, was Hotelübernachtungen kosten. Auf dem Platz sind sehr internationale Gäste - Amsterdam ist ein Magnet auch für Touristen. Wir vermuten, dass dieser Stellplatz früher ein Industriegelände im Hafengelände gewesen ist und nicht mehr “gebraucht worden ist”. Harald erkundet schon ‘mal den Weg zur Fähre - ca. 15 Min -  mit der wir Morgen kostenlos direkt in die Altstadt am Zentralbahnhof übersetzen können. Dabei sieht er ein Übernachtungsangebot, das uns bisher unbekannt war: ein “Botel“, das preiswerte Angebot offeriert. Nachmittags studieren wir u.a. die verschiedenen Angebote im Internet bzgl. Sightseeing-Touren und auch die nahe Umgebung dieses Hafengebietes.
                                                                                   96 km   



28.06.
Heute City-Tour! Mit der Fähre sind wir in ca. 10 Minuten direkt am Central-Bahnhof und damit in der Altstadt. Der Kiosk für den Ticket-Verkauf für “Hop On - Hop Off” sehen wir schon von weitem und erwerben ein 48-Stunden-Ticket für Bus und Boot. Noch ist es trocken ( später soll es regnen ), deshalb starten wir mit der Bootstour in den Grachten. Eine sehr schöne Tour, die Bilder im Kopf aus Reisebeschreibungen werden Wirklichkeit. Wunderschöne Häuser, überwiegend mehrere hundert Jahre alt, aneinander stehend, säumen die Ufer an Land, in den Grachten liegen vielerorts Boote, die ständig bewohnt sind und kaum bewegt werden. Die Grachtengürtel um die Stadt sind UNESCO-Welterbe. Kurz vor dem Ende der Fahrt fängt es an zu regnen; das Panorama-Dach wird über die Passagiere gezogen, damit keiner nass wird. Nach ca. 1.20 Std. endet die Fahrt. Jetzt Rundgang in der Altstadt; überall Menschengewimmel und ein internationales Sprachengewirr. Beeindruckende Gebäude, man merkt, dass Amsterdam eine alte Stadt ist (1275 gegründet), und noch sehr viel erhalten blieb. Auch der Königspalast (von Napoleon veranlasst ), der heute für repräsentative Anlässe der niederländischen Königsfamilie genutzt wird, ist ein imposantes Gebäude. Der Regen ist jetzt so heftig, dass wir in einige Geschäfte flüchten. Dabei gelangen wir auch in einen sehr ansprechenden Käse-Laden, die Wände dekoriert mit großen Käseleibern auf Regalen, und vielen Käsesorten - auch zum probieren - auf Tischen und in Körben, samt Zubehör zum Käseessen. Natürlich werden wir davon animiert und haben holländischen Käse gekauft. Auf dem weiteren Rundgang  erreichen wir auch die Westerkerk, die wir schon vom Boot aus gesehen haben. Eine sehr schöne Kirche, und: hier ist der Maler Rembrandt begraben. Eine riesenlange Schlange steht vor dem Eingang der Kirche - keine Chance, kurzfristig hinein zu kommen. Wir nehmen deshalb den Hop On - Hop Off- Bus zurück zur Central-Station und beenden somit die heutige Tour. Mit der Fähre zurück an unsere Hafenseite; hier im Restaurant am Fähranleger nehmen wir unser Abendessen ein - sehr gut ! - und gehen zu Fuß im Regen zurück zu unserem Stellplatz.




29.06.
Wieder ist Sightseeing angesagt. Heute fahren wir auf der “blauen Tour” ( gestern “grüne”) mit dem Boot einen anderen Grachtengürtel ab. Anfangs noch trocken, dann leichter Regen => Das Dach wird übergeschoben; Harald sichert sich einen Platz beim Ausstieg, der nach etwas geöffnet ist und zum Fotografieren günstiger ist als hinter / unter Glas. Vorbei u.a. an der Oper, Heineken Brauerei, am Anne Frank Haus, fahren wir gemütlich auf diesen Wasserwegen mit den Wohnbooten vor den schönen, so unterschiedlichen, Häusern am Ufer. Bei “Hop On - Hop Off”  gibt es ja die Möglichkeit, an diversen Haltestellen aus- bzw. wieder einzusteigen, um sich ggfs. bestimmte Sehenswürdigkeiten vor Ort in Ruhe anzusehen. Doch weil überall der Andrang so groß ist, verzichten wir darauf und machen nur die pure Rundfahrt, die nach ca. 1.45 Std. endet. Danach erstmal ein Capuccino-Stopp in einem Kaffeehaus, draußen ( weil es wieder trocken ist ) und einfach nur die vielen Menschen beobachten, die vorbei ziehen. Sehr interessant! Nun folgt die Rundfahrt mit dem “Hop On - Hop Off” - Bus; auch sehr interessant. Eine einzelne Windmühle gibt es noch in der Stadt, das jüdische Viertel - das im 2.Weltkrieg jedoch sehr dezimiert worden ist - mit einer aktiven Synagoge, und natürlich viele sehenswerte Häuser und Gebäude, die uns faszinieren. Am späten Nachmittag ein Rundgang im weitläufigen, auch prächtigen, Bahnhofsgebäude, in dem etliche Passagen und Restaurants zum Verweilen einladen oder Wartezeiten überbrücken. Auf der Rückseite sind die Fähranleger, die in verschiedene Richtungen zur anderen Seite fahren: ein Kommen und Gehen! Wir fahren auch wieder zurück und nehmen heute in einem anderen Restaurant auf “unserer Seite” das Abendessen ein. Auf dem Rückweg zum Stellplatz erwischt uns doch noch ein heftiger Regenguss, nachdem es eigentlich überwiegend trocken geblieben ist.




30.06.
Wir fahren heute weiter in Richtung Süd-Holland; Start um 11.50 h, trocken. Viel Verkehr bei der Ausfahrt von Amsterdam, doch zügig. Bald erreichen wir den nächsten Ballungsraum: Rotterdam. Wir wollen vorerst nach Hoek van Holland fahren und der Navi ist schwer beschäftigt, uns durch bzw. um diese Wirtschafts- (Hafen-) Metropole zu führen, bis wir dann auf der Schnellstraße nach Hoek van Holland sind. Rechts und links der Straße keine Wiesen, sondern alles voll gestellt mit unzähligen Gewächshäusern, dicht an dicht. Von weitem sieht es aus wie eine Fläche. Auf diesem flachen Land gibt es ja auch genug “Stellfläche”, und es müssen nur die Wasserkanäle berücksichtig werden. Manche Glashäuser sind fast haushoch und überdachen dann 2-3stöckige “Beete”. Einzelne Höfe sind nahezu umzingelt von ihren Gewächshäusern. Um 13.20 h Stopp auf dem Parkplatz zur England-Fähre, die nach Harwich fährt; momentan nichts los, die Schiffe sind unterwegs. Also fahren wir weiter zum Strand; Parken kostenlos. Nach wenigen Schritte beginnen die Dünen, es führt jedoch auch ein asphaltierter Weg zu einem exponierten Strandabschnitt, an dem sich auch einige kleine Läden und Restaurants anbieten. Ein sehr schöner, breiter, flacher Strand, feinsandig. Einige Mutige tummeln sich in der leichten Brandung: Himmel fast bedeckt, Wasser 19°C, die Luft nicht wärmer. Wir beschließen, im Restaurant hinter uns “Lunch time” zu machen. Wir können draußen sitzen; teilverglaste Stellwände schützen vor dem Wind. Ein Bild hat uns zu “Fisch & Chips” animiert; passt zum Meer. Es kommt eine große Portion, alles extra auf einem Teller ( also nicht in einer Tüte ), besonders auch sehr reichlich Fisch-Nuggets (Kabeljau) + Pommes und, wie in Holland üblich - + Mayonnaise (f. Pommes) + Remoulade ( f. Fisch) extra. Schmeckt sehr gut, doch zu viel! Heidrun packt sich die halbe Fischtüte ein (schmeckt auch kalt auf Brot), Pommes müssen nicht alle werden; sogar Harald lässt einen Teil davon liegen. Und da wir gesehen haben, dass es in der Stadt einen “Aldi” gibt, fahren wir dorthin. Oh, wie schön, bei Aldi zu sein! Die Preise sind zwar etwas höher als bei uns, weil das Preisniveau in den Niederlanden sowieso höher ist, doch immer noch preiswerter als in anderen Geschäften, wie wir festgestellt haben. Wir ergänzen einige Lebensmittel und Getränke und fahren dann, um 16.15 h, weiter zu unserem Tagesziel: Stellendam. In Maassluis endet die Straße, wir müssen  das Wasser (Neue Maas) mit der Fähre überqueren. Zwei Fähren pendeln permanent zwischen den Ufern hin und her, wir müssen nicht lange warten. Nachdem ein großer Frachter vorbeigezogen ist, sind wir in ca. 5 Minuten auf der anderen Seite. Danach noch ca. 60 km fahren, teilweise Stau, doch um 17.50 h: Motor aus, wir haben einen Stellplatz = “de Vlugtheufel” / Landschaps Camping. Weil wir heute schon so üppig gegessen haben, gibt es jetzt “nur noch” frische Erdbeeren (von Aldi) mit Vanillesahne. Lecker !!
                                                                                146,7 km



1.07.

Gestern Abend fing es heftig zu regnen an und pladderte die ganze Nacht auf unser Dach. Beim Frühstück endlich trocken, aber ungemütlich draußen; wir wollten heute sowieso hier bleiben. Wir hatten mit dem Gedanken gespielt, endlich ‘mal unsere Fahrräder zu bewegen, doch es ist kühl und sehr windig - immer noch ungemütlich! Und dann kommt es auch noch “ganz dicke”: Am frühen Nachmittag hat Heidrun zufällig bemerkt, dass in einer Schublade unter der Spüle alles feucht ist!!? => alle Schubladen ausräumen und herausnehmen und zu den Wasserleitungen darunter krabbeln - das kommt “Schlangenmensch Harald” bekannt vor: arbeiten wie in den Backskisten an Bord. Nach längerer Ursachenforschung findet er das Leck und muss nun den Warmwasser-Schlauch abmontieren = ein Hartplastik-Verbindungsteil von der Spüle in den Schlauch ist gebrochen ( evtl. ein Frostschaden des Winters, weil vielleicht noch Feuchtigkeit vorhanden gewesen ist?). Harald liegt stundenlang unter der Spüle und versucht zuerst das Teil heraus zu holen, was nach langer Fummelei auch klappt, dann zu kleben, doch der Kleber hält nicht, dann mit Tape zu arbeiten, doch es bleibt undicht. Es ist Samstagnachmittag - wo ist der nächste Baumarkt? Im Internet werden wir fündig, doch die Öffnungszeiten: jetzt geschlossen. Um 19.30 h ist Sprechzeit im Receptions-Büro; Harald schildert unser Problem und siehe da: Nicht weit entfernt, ca. 8 km, gibt es eine Caravan-Werkstatt, die auch Ersatzteile hat. Die Platzbetreiber, ein älteres Ehepaar, sind sehr um uns bemüht, kommen auch zu unserem Wagen und schauen sich die Arbeitsstelle an. Der Mann hat dann “eine Idee” und geht in seine “Werkstatt”, kommt zurück mit einer sehr dicken Schraube und Tape für feuchte Abdichtungen => die Schraube passt genau in den Schlauch, wird mit der Schelle befestigt und: dicht!! Nun haben wir zwar kein warmes fließendes Wasser, doch die Kaltwasserleitung ist wieder betriebsbereit ; der Wasserkocher sorgt für warmes Wasser. Und gerade, als der Wasserprobelauf erfolgreich getestet worden ist, schafft sich die Sonne einen Durchbruch und es sieht alles so freundlich aus. Alle Schubladen wieder einräumen und einsetzen und danach ein einfaches Abendessen und fernsehen.


 2.07.
Starker Regen am Vormittag! Gegen Mittag lichten sich die Wolken, die Sonne kämpft und: gewinnt! Es gibt sie also doch noch. Harald montiert am Heck die Fahrräder ab und wir machen eine Fahrrad-Runde zum Angewöhnen - lange nicht geradelt. Ein sehr netter, beschaulicher Ort ist Stellendam, auf der Insel Goeree-Overflakkee. Nette Häuser, viel Grün, ländliche Idylle. Danach: Sonne tanken vor unserer “Haustür”, das tut gut !! 



 3.07.
Heute ist Montag => auf zur Caravan Werkstatt + Zubehör; Start um 10.45 h, heiteres Wetter. Wir fahren knapp 10 km bis nach Dirksland, dem Sitz der Firma “Cor Melissant”. Im Laden zeigt Harald das defekte Teil und gibt zu verstehen, dass er “so Etwas” neu brauche. Die freundliche Kassiererin geht selbst zur Service-Abteilung und bringt den gewünschten Ersatz mit bzw. gibt nach Anfrage noch je 1x für Warmwasser + 1x für Kaltwasser dazu, damit wir vorsorglich gewappnet sind. Preis? “Gratis, ist Service” - vielen Dank!! Fröhlich fahren wir nun in Richtung Tagesziel auf Seeland. Zwischendurch einzelne kurze Nieselschauer, weil sich die Wolkenformation etwas gemixt hat. Foto-Stopp: das Delta Oosterschelde-Sperrwerk, auf dem Übergang zur Insel Zeeland - ein beeindruckendes Sturmflutwehr. Die Stahltore stehen immer offen. Nur bei einem zu erwartenden Hochwasserstand von drei Metern ü.N. ( Normal Amsterdamer Pegel ) werden die Tore geschlossen. Somit wird die Oosterschelde nicht von den Gezeiten abgeschnitten. Es gibt noch zwölf weitere Deltawerke, so dass der südwestliche Teil der Niederlande vor Hochwasser geschützt ist. Die Niederländer sind ja bekannt als gute Baumeister in der Wasserwirtschaft, besonders zum Schutz vor den Gewalten der Nordsee. Wir machen einen weiteren Zwischenstopp in Goes, einer größeren Stadt, um hier bei Aldi einzukaufen, aber auch in einem Baumarkt einige Kleinigkeiten zu besorgen, die Harald für die anstehende Reparatur benötigt. Um 15.05 h erreichen wir unser Tagesziel: “Camperpark Zeeland” am Veerse Meer. Ein großes Gelände für ca. 100 Wohnmobile, schön angelegt, die jeweiligen Stellplätze sind mit halbhohen Hecken umgeben; es wirkt alles sehr grün. Doch vorerst haben wir keine Zeit, uns draußen umzusehen, denn Harald repariert unsere Heißwasserleitung - das geht natürlich nicht “husch-husch”, wird jedoch erfolgreich abgeschlossen ! Heidrun kann derweil  endlich  diese Homepage aktualisieren, die mehrere Tage wg. technischer Probleme nicht bearbeitet werden konnte. Wir hatten Telekom per Mail um Hilfe gebeten und heute die Antwort erhalten, die uns weitergeholfen hat. Somit sind wir wieder aktuell - wenn es Internet gibt.
                                                                               122 km



  4.07.

Wir hatten zwei Nächte gebucht, bleiben heute also hier und das Wetter spielt auch mit, es ist heiter! Umgebung erkunden: die Oosterschelde ist ein National-Park mit schöner Landschaft. Da unser Camper-Gelände am Wasser liegt, nur wenige Schritte zum Ufer. Hier gibt es eine Wasserski-Anlage, auch eine Surf-Schule und weitere Wassersportmöglichkeiten. Ein schöner Ort zum Verweilen, was wir auch nutzen: In der Sonne sitzen, lesen und “die Seele baumeln lassen”.



5.07.
Wunderbares Wetter: blauer Himmel, 23°C. Viel zu schade zum Autofahren, besonders, weil wieder Regen für die nächsten Tage prognostiziert wird => wir verlängern unseren Aufenthalt um eine Nacht. Heute können wir also auch ’mal die neue Markise ausfahren und zusätzlich auch die Liegestühle “testen“ (= sehr angenehm! ). Harald radelt ca. 4 km  in den Ort und besorgt Tomaten und Mozzarella; Basilikum ( im Topf ) haben wir dabei. Nach diesem Sommertag passt als Abendessen perfekt “Mozzarella Caprese” , dazu frisch aufgebackenes Baguette aus dem Mini-Backofen.


  6.07.
Heute wollen wir nach Antwerpen/Belgien. Nachdem Brauchwasser- und Fäkalientank entleert wurden, Start um 12.20 h; sonnig, 27°C, allerdings fängt der Himmel an, “milchig” zu werden = es ist mit Regen, evtl. Gewitter zu rechnen. Grenzübergang Belgien um 13.10 h. Eigentlich jetzt noch eine Fahrt von ca. 1 Std. bis Antwerpen ( mit dem Wohnmobil fahren wir max. 100 km/h auf der Autobahn. Antwerpen ist “umzingelt” von zahlreichen Autobahnen, die um und in die Stadt führen; gut, dass der Navi uns führt. Unser Tagesziel liegt im südlichen Teil der Stadt. Doch: die Autobahnen füllen sich mit sehr viel Verkehr, der sich schleppend bis mit Stillstand hinzieht. Antwerpen hat einen sehr großen (2.größter) Hafen - Umschlag für Güter in die angrenzenden europäischen Länder. Um die Berufsschifffahrt nicht zu behindern, wurden die Straßen im Wasserbereich untertunnelt, um Brückenöffnungen/ Wartezeiten zu vermeiden - für diese Tunnel muss jedoch Maut gezahlt werden. Nach langer Zeit schleichen wir auch auf diese Mautstelle zu = 19.50 € ! Der Verkehr läuft jedoch so schleppend, dass unser Navi uns eine Alternative zur Umgehung des Staus vorschlägt - wir stimmen zu. Die neue Strecke ist kaum weniger belastet. führt uns auch zu einer weiteren Mautstelle: 6,50 €. Dann wird der Verkehr besonders zähflüssig - wieder neuer Routenvorschlag: o.k.. Wo führt uns diese hin? => wieder zu der ersten Mautstelle = 19,50 € !!? Wir zeigen dem Kassierer unseren Bon vom ersten Mal, doch das hilft leider nicht “… sorry..”! Wir müssen zahlen. Im Prinzip fahren wir wieder einen Kreis… Uns reicht es. Endlich eine Möglichkeit zum Verlassen der Autobahn; gleich nach der Abfahrt ist eine Parkmöglichkeit in Melsele. Wir studieren die Straßenkarte und stellen fest, dass es kaum eine kurze Möglichkeit gibt, Antwerpen südlich zu umfahren, um diesen Tunneln zu entgehen, fast alle Verbindungen ohne Autobahn sind in Nord-/Süd-Richtungen. Harald sucht im Navi eine Verbindung mit der Vorgabe “ohne Autobahn und Maut pflichtige Straßen“. Unser Navi ist auf “Wohnmobil” programmiert, weil manches doch anders zu  berücksichtigen ist als beim PKW. Uns wird im Display ein langer südlicher Bogen vorgeschlagen, den wir annehmen => ca. 2,5 Std. Fahrzeit! O.k., machen wir zähneknirschend. Nun fahren wir auf Landstraßen, durch nette Orte mit hübschen Häusern und viel Landwirtschaft. Inzwischen dichte Wolken, eigentlich Gewitterhimmel, doch wir bekommen nur Regen ab. Die Stadt Dendermonde ist plausibel lt. Karte, doch später werden wir stutzig, als es weiter nach Süden geht und - wir fassen es nicht!, doch nun müssen wir “durch” - wir fahren bis Dilbeek (Vorort von Brüssel) und dann quer durch Brüssel und im Norden wieder ‘raus in Richtung Antwerpen = das ist dann wieder gut. In Brüssel chaotischer Verkehr, Autos fahren bei grüner Ampel in Kreuzungen, müssen dann stehen bleiben und behindern die anderen Autofahrer; irgendwann, irgendwie geht es jedoch weiter. Wir fahren auch durch ein Viertel “Klein Türkei” und da gibt es beim Warten auf Weiterfahrt viel zu sehen. Das Wetter wird wieder besser, das auf 21°C abgesunkene Thermometer steigt wieder auf 25, dann auf 27°C. Endlich erreichen wir Antwerpen, und im dritten Anlauf auch unseren Stellplatz, weil der Naiv -einfach ausgedrückt - uns stets nach rechts abbiegen lässt, statt nach links… Diese “Zusammenarbeit” muss also noch optimiert werden. Um 19.30 h : Motor abstellen, Stellplatz auf dem “Camperpark Vogelzang”. Was für ein Tag !!!
                                                                           234 km


7.07.
Dieser Camperpark - der Einzige in Antwerpen - wird eigentlich nicht mehr regulär geführt: dieser schöne Platz in Parklandschaft soll dem Bau einer Tiefgarage weichen. Weil - seit einigen Jahren - die Baugenehmigung noch nicht erteilt worden ist, kümmern sich Freiwillige bis zur ungewissen Aufgabe um die Organisation bzw. Instandhaltung der Entsorgungsmöglichkeiten; das ehemalige Sanitärgebäude ist im Verfall, doch wir “Mobilisten” sind ja entsprechend ausgerüstet, solange die Entsorgung funktioniert. Der Übernachtungspreis beträgt nur 10,-€ p.N. / Fahrzeug, die Stromentnahme muss jedoch im Automaten  “gefüttert” werden: 1,-€ pro KWh. Auch hier sind sehr internationale Gäste; schade, wenn es eines Tages diesen Platz nicht mehr geben sollte. Nachts hat es gewittert. Am Morgen scheint wieder die Sonne. Wir haben beim Aufstehen + Frühstücken getrödelt, es fehlte noch der “Biss”. Macht nichts, uns treibt ja keiner. Wir beschließen noch eine Übernachtung anzuhängen, also drei insgesamt, um Morgen die Stadtbesichtigung zu absolvieren. Harald geht auf Erkundung wg. u.a. Suche nach der nächsten Haltestelle der öffentl. Verkehrsmittel in die City. In Hörweite unseres Platzes verläuft eine Autobahn; von einer Brücke ist die Verkehrsdichte zu sehen, die wir gestern erlebt haben und wird jetzt im Bild festgehalten. Am Himmel ziehen schon wieder verdächtige Quellwolken auf, so dass wir die Sonne noch hier genießen wollen, so lange sie scheint. Später am Nachmittag gibt es jedoch plötzlich einige kräftigere Böen, danach noch eine Weile stärkeren Wind - die Wolken machen wieder mehr Platz für die Sonne. Neben unserem Camperpark ist ein Ausstellungsgelände ( nennt sich Expo ), wo  kostenloses WLAN zur Verfügung gestellt wird und zufällig haben wir entdeckt, dass die Reichweite bis wenige Meter vor unserem Stellplatz reicht - also gehen wir dorthin für die Eingabe der Tagesberichte.


8.07.
Strahlendes Wetter, 25°C, wir fahren mit der Tram in die Altstadt. Als wir von der              ( unterirdischen ) Station Groen-Plaats direkt im Zentrum hoch gehen, sticht uns sofort die  mächtige Liebfrauen-Kathedrale ins Auge - dahin gehen wir zuerst. Die Stadt Antwerpen, das Bistum und diese Kathedrale sind der Heiligen Jungfrau Maria ergeben. Beginn des Baus 1352 - 1521, der größten gotischen Kirche der damaligen Niederlande. Im imposanten Inneren u.a. beeindruckende Gemälde flämischer Meister aus dem 16. + 17.Jh; darunter auch vier Meisterwerke von Peter Paul Rubens. Wir können nur staunen ! Auch zahlreiche Seiten-Altäre, ebenfalls kunstvoll ausgestattet; das Chor-Gestühl im Altarraum beweist handwerkliches Können. Der hohe Kirchenraum lässt fast den Nacken steif werden, weil auch diese Baukunst bewundernswert ist. Ein “Muss” der Sehenswürdigkeiten ! Wieder draußen, spazieren wir durch die kleinen Straßen, begrenzt von alten schönen Häusern, überwiegend aus dem 17.Jh  Hier sind inzwischen in den Erdgeschossen auch viele Restaurants u.ä., kleine Geschäfte, Souvenir-Läden; ein internationales Menschengewimmel ist unterwegs. Am Grote Markt wieder ein beeindruckendes Gebäude: das Rathaus, zusätzlich mit Flaggen aus der ganzen Welt geschmückt. Der Platz ist gesäumt von Häusern vermutlich besonders reicher Bauherren, denn die Giebel sind mit goldenen Figuren versehen, die in der Sonne glänzen. Die Niederländer bezeichnen das 17.Jh als “das Goldene” - weil der Handel blühte. Nach einer Weile erreichen wir dass Ufer der Schelde, die hier sehr breit ist, und auf der Küstenfrachter unterwegs sind, dazwischen pendelt eine Fähre von Ufer zu Ufer. Hier ist auch das Torhaus einer Burg, das älteste Bauwerk Antwerpens. Im 9.Jh entstand hier die erste Siedlung, die sich allmählich weiter entwickelte und wo dann im 12./13. Jh die Burg gebaut worden ist. Wir schlendern zurück in den Altstadtkern und spazieren durch zahlreiche Sträßchen und Gassen, bevor wir am sehr späten Nachmittag wieder - diesmal per Bus - zurück zur “Expo-Station” fahren; nach ca. 15 Minuten Fußweg sind wir wieder “zu Hause”.




9.07.
Start: 10.52 h, bestes Wetter, 26°C. Diesmal klappt die Ausfahrt aus Antwerpen reibungslos und zügig; es ist Sonntag, kaum LKW auf den Straßen. Um 11.50 h Stopp in Gent, auf einem P+R-Parkplatz. Mit der Straßenbahn fahren wir ein Stück in die Stadt, um uns ein Bild zu machen. Den historischen Altstadtkern ersparen wir uns jedoch. Gent entstand im Gebiet des Zusammenflusses von Schelde und Leie - wird also auch von Wasser durchzogen. Hier wurde 1500 n. C. auch der spätere Kaiser Karl V geboren. Im Mittelalter wuchs Gent durch den blühenden Tuchhandel zu einer der größten und bedeutendsten Städte Europas heran. In der Sonnenstraat ist heute ein großer Blumen- / Pflanzenmarkt geöffnet, gut besucht, und fast jeder hat Blumen oder Blumentöpfe gekauft. Auf der Fahrt hierher haben wir auch etliche große Gewächshäuser gesehen - man nennt Gent auch die Blumenstadt. Den alten Häusern ist auch anzusehen, dass sie einen glänzenden Start gehabt haben. Auf einem Kanal sind kleine Boote und Kanus unterwegs - sieht sehr idyllisch aus. Zurück beim Wohnmobil, fahren wir weiter zum zweiten Stopp: 15.00 h direkt in die Innenstadt von Brügge. “Ah” und “Oh” = zauberhaftes Stadtbild ! Die Altstadt ist von Wallanlagen und Kanälen umgeben, UNESCO Weltkulturerbe. Im späten Mittelalter ebenfalls eines der Zentren der Textilindustrie und eine der wirtschaftlichsten und kulturell reichsten Städte im damaligen Europa. Wenn die Autos und modern gekleideten Leute nicht wären, würde man sich in eine andere Zeit versetzt fühlen. Sehenswert !! Nach einer guten Stunde fahren wir weiter zu unserem heutigen Tagesziel: Sint-Joris bei Nieuwpoort, fast an der Küste. Um 17.10 h erreichen wir den Camper-Park de Zwerver, auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei, nur insgesamt 28 Stellplätze, nicht voll belegt, überwiegend von Belgiern. Diese Küstenregion ist ein riesiges Feriengebiet, ein See-Bad reiht sich an das nächste, auch zahlreiche Hotels, Pensionen, Campingplätze sorgen für Übernachtungsmöglichkeiten. Wir lassen heute unsere Küche kalt und wollen endlich ’mal belgische Pommes essen, die einen sehr guten Ruf haben. Wenige Spazierminuten in der Abendsonne zu einem kleinen Burger-Restaurant, wo wir dann auch Burger essen ( haben wir lange nicht mehr !) und , natürlich, “Pommes Frietes”. Wirklich gut, nicht so dicke Kartoffelstücke, schön knusprig und frisch. Nicht weit entfernt vom Platz ist auch ein sehr großer Soldatenfriedhof => Dünkirchen ist nicht weit entfernt.
                                                                                           171 km  



10.07.
Der Wäschekorb ist voll mit schmutziger Wäsche => Waschtag! Gestern Abend haben wir schon “die Lage gepeilt” und auch schon unseren Platz-“Key” ( für Service-Leistungen ) mit dem entsprechenden Betrag für die Waschmaschine aufgeladen. Pro Waschvorgang sind 5,-€ zu bezahlen, der Trockner kostet 3,-€. Der anfangs freundliche Himmel bezieht sich und kurz nach dem Frühstück fallen die ersten Regentropfen. Lt. Wetterradar soll die dicke Regenfront südlich von uns in Richtung Deutschland ziehen, uns streifen nur Front-“Zipfel“…. Tatsächlich trifft dies so ein; die Schauer sind kurz. Die inzwischen gewaschene Wäsche geben wir jedoch in den Trockner. Die 40°-Wäsche haben wir vorsorglich nur mit einer ziemlich niedrigen Temperatur trocknen lassen, denn wir kennen die Maschine nicht  bzgl. welches Ergebnis bei welcher Einstellung erzielt wird - also lieber vorsichtig sein. Die Bedienungsprogramme sind in belgischer Sprache, wovon manches zwar “verständlich” ist, aber nicht alles. Am Nachmittag ist die Regenfront durch und somit können wir die noch nicht ganz trockenen T-Shirts & Co draußen aufhängen. Am Abend, bis zum Sonnenuntergang, dann sogar sonniger Himmel.


11.07.
Heute sind wir stundenlang mit der Straßenbahn gefahren von unserem Ausgangspunkt Nieuwport zunächst nach De Panne, dann nach Knokke und wieder zurück zum Ausgangspunkt.
12.07.
Eine nähere Beschreibung der Fahrt hatte Heidrun für heute vor, doch
Leider ist sie heute morgen nicht mehr aufgewacht.
Ich bin untröstlich, wir hatten doch noch soviel vor. Ich behalte sie in toller Erinnerung!
Möge sie in Frieden ruhen.