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17.06.

Die mit reichlich Gemüse, Obst, Fleisch und Aufschnitt gepackten Körbe verkünden es: Wir wollen in den Segelurlaub starten ! Konserven, Getränke, Nudeln, Reis und solche Sachen haben wir bereits am Wochenende vorher gebunkert, so dass jetzt "nur noch" die frischen Lebensmittel verstaut werden müssen. Was nicht in den Kühlschrank und ins Gefrierfach muss und passt, wird in für diese Zeit angebrachte Netze gelegt und ist somit auch stets in Augenkontrolle hinsichtlich der Reihenfolge des erforderlichen Verbrauchs. Harald freut sich schon auf die kommenden Essen....

Dann ist das Schiff endlich urlaubsklar und die Einstimmung auf die vor uns liegende Zeit - vier Wochen ! - beginnt.

18.06.

 Der Wetterbericht von DP 07 um 7.45 Uhr meldet Windwarnung Nr. 280 für die Ostsee, westliche Ostsee: W - NW 5-6 Bft, später abnehmend   NW um 4 Bft .

9.25 Uhr Leinen los: da wir in Friedrichsort liegen, weil wir unseren Liegeplatz in Kiel-Schilksee wegen der "Kieler Woche" räumen mussten, müssen wir uns jetzt sputen, weil uns die Regatta von Kiel nach Eckernförde  im Nacken sitzt. Der Wind wird spitzer, deshalb motoren wir vorerst.


Nur eine "Open 60" ( SY "BOSS") rauscht heran und zieht zwischen Laboe und Stein an uns vorbei. Ein wunderschönes Bild! Danach setzen wir auch unsere Segel bei NNW 4-5 Bft. und rauschen im Sonnenschein mit 7,5 Knoten in Richtung Fehmarn. Nachmittags nimmt der Wind ab, zuerst auf 3-4 Bft, dazu hohe Dünung, später dann NW 2-3 Bft, schläft dann ganz ein. Wir entschließen uns, Rödby-Havn anzulaufen und starten den Motor. Nach 51,6 sm sind wir dann um 18.00 Uhr fest am Schwimmsteg.

19.06.

Start um 10.15 Uhr, wir müssen vor der Ausfahrt jedoch noch warten, da gerade wieder einmal eine Fähre in den Hafen einläuft. Draußen dann: Segel hoch, doch bald wird der Wind weniger, der Blister muss her, hilft auch noch bis zum frühen Nachmittag bis sich dann der Wind verabschiedet. Wir haben Urlaub, müssen keine Meilen fressen, deshalb motoren wir nur bis Gedser, vorbei am großen Offshore-Windpark, erreichen um 16.25 Uhr den Hafen und haben die große Auswahl an freien Liegeplätzen.


20.06.

Schwacher Wind, viel Sonne. Nachdem wir Gedser Rev gerundet haben, muss der Blister wieder eingeholt werden: spiegelglatte See! Am frühen Nachmittag erreichen wir unter Motor Klintholm, wo bei Capuccino im Cockpit ein netter Plausch mit den Nachbarn erfolgt.


21.06.

Heute bleiben wir im Hafen bei diesem guten Wetter, um auch 'mal Wärme an den Körper heranzulassen, da der Wind - wie das Wasser- noch sehr kalt ist; außerdem ist so ein "fauler Tag" auch ganz gut für die Seele= Zuhause ist schon weit weg und die Zeiteinteilung ist frei bestimmbar. Harald, als passiver Altersteilzeitler, ist ja ausgeruht, radelt mit dem Bordfahrrad zu den Klippen ( übt er für die Tour de Denmark ? ) und bringt schöne dänische Erdbeeren mit, weil ihn diese beim Köbmand so angelacht haben. Abends ziehen blauschwarze Wolken auf, man riecht förmlich das Gewitter; einige Fischer und Segler laufen auch noch eilig ein, da Windboen bis 10 Bft angesagt sind. Doch das Gewitter entlädt sich nicht über uns, sondern zieht etwas nach West , um  dann dort zu wüten.  

22.06.



Wind:  W 4 Bft, später NW 5, Kurs: 40°. Die Steilküste von  Mön wird kleiner, Wind aus strahlend blauem Himmel, wir nehmen die Genoa bei NW 6 Bft weg, Boen 7 Bft, und erreichen 16.30 Uhr die Einfahrtsrinne Gislövsläge an der südschwedischen Küste, legen bei NW 7 vor dem Wind kurze Zeit später an.


23.06.

Anfangs bedeckt, mit westlichen Winden, ausgebaumter Genoa geht es Richtung Ystad. Hinter uns wird der Himmel blau, breitet sich nach Osten aus, der Wind dreht auf SW und schiebt uns voran. Im Hafen von Ystad liegen schon viele Yachten ; auf der "guten Seite" des Gästestegs ( weil dann Wind von vorne) ist noch eine Box frei, doch: unser Schiff ist zu breit und hängt zwischen den Pollern. Also müssen wir doch auf die andere Seite und eröffnen somit hier die Belegung, denn relativ zügig füllen sich die Boxen neben uns. Der Wind nimmt abends ab und wir haben einen schönen Ausblick acheraus auf die Einfahrt und die Ostsee.

Einige Segler sind auf demselben Weg wie wir, man trifft sich immer wieder. Mal sehen, wer von hier aus weiter mitzieht und nicht nach Bornholm läuft, denn wir haben uns entschieden, in die Hanö-Bucht zu segeln. Aktuelle Seekarten sind hier nicht erhältlich, doch vielleicht klappt es in Simrishamn.

24.06.



Leinen los 10.25 Uhr, sonnig mit Schleierwolken, später bedeckt und es ziehen dunklere Wolken auf. Der Wind hat von SW 2-3 Bft auf S 2-3 Bft gedreht, wir schleichen voran; als es noch weniger wird, kommt die Diesel-Fock in Gange, so dass wir um 15.10 Uhr in Simrishamn fest sind. Hier sind im Yachthafen überwiegend Ausleger-Boxen, also müssen die Fender schön tief gehängt werden, um den Schiffsrumpf zu schützen.

Heute Abend ist Midsommer-Nacht, jedoch keine besonderen Aktivitäten hierfür festzustellen. Es sieht so aus, als würde dieses Ereignis überwiegend privat gefeiert werden, denn in den Straßen sehen wir viele nett gekleidete Menschen, die "irgendwohin gehen". Im Clubheim des hiesigen Segelvereins ist gemütliches Beisammensein für die Mitglieder bei Buffet und Getränken. Wir benötigen ja noch Seekarten für die Hanöbucht, doch die Geschäfte haben vorzeitig geschlossen und an vielen hängt ein Hinweis: "Midsommer-Dagen stängt" ( also geschlossen am nächsten Tag). Die mit einem Blumenkranz im Haar geschmückte Hafengeld-Kassiererin meint, dass eventuell morgen früh beim Hafenmeister die Karten erhältlich seien.



25.06.

Gleich morgens geht Harald in das Hafenmeisterbüro wegen der Seekarten, doch  dort gibt es keine; der örtliche Buchladen wird jedoch um 10.00 Uhr für kurze Zeit öffen - so war es denn auch und wir hatten nun den Kartensatz. Inzwischen ziehen blauschwarze Wolken auf und um 10.30 Uhr bricht das Gewitter los; danach  regnet es bis zum späten Nachmittag. Wir bleiben im Hafen und studieren unter Deck die neuen Karten und möglichen Routen. Am Abend wird es wieder sonnig, so dass wir noch einen Abendspaziergang machen und die hiesige Spezialität  - Fischburger-  probieren können: statt Rindfleisch liegt ein gebratener Fisch zwischen Salat und Gurke = nicht schlecht, aber es gibt Besseres. Naja, wir haben es wenigstens ausprobiert. 


26.06.

Der Wetterbericht verspricht schwach umlaufende Winde, S später S-SW 2 Bft. zunehmend 3-4 Bft, W-drehend. Wir wollen nach Hällevik, ca. 20 sm entfernt. Bei strahlend blauem Himmel, spiegelglatter See, motoren wir bis mittags. Es kommt leichter Wind auf, der stetiger wird und auf S 3-4 Bft zunimmt, so dass wir problemlos in die tiefe Bucht von Hällevik, dann in den Hafen um die südlich davor gelegene flachere Stelle einlaufen können. Auch hier Ausleger-Plätze, nur wenige Gäste. 


27.06.

Für heute Starkwindwarnung, doch wir wollen sowieso hierbleiben, um die Gegend zu erkunden. Hübsche typische Schwedenhäuser stehen hier, liebevoll bepflanzte und gepflegte Gärten, in dieser Bucht ist auch ein Badestrand und erste Schärenlandschaft zeigt sich. Der Hafen wirkt weitläufig, ist aber mit etlichen Untiefen versehen. Eine Fischverarbeitung hat ein angeschlossenes Restaurant, in dem der Fisch appetitlich serviert wird, wie wir sehen können. Sehr empfehlenswert ist auch die Räucherei am Yachthafen, in der wir u.a. auch den bisher besten "Lög-Sill" (eingelegter Zwiebelhering)  erworben haben. Mini-Kunsthandwerk-Boutiken und eine kleine Kunstgalerie runden das idyllische Bild ab.

28.06.

Es geht weiter: auf UKW kündigt Stockholm W-NW 8-13 m/s, langsam abnehmend 7-10 m/s, an und mit gerefften Segeln umrunden wir das südöstliche Flach, um dann  an der Insel Hanö vorbei  in Richtung Karlshamn zu laufen, da bei diesem Wind die Nordwestecke der Hanöbucht für nächstesmal aufgespart wird. Der Wind flaut rapide ab, doch plötzlich fällt eine Boe aus West mit 7-8 Bft ein und läßt die Logge auf 8 Knoten ansteigen . Danach ist wieder Ruhe, NW 3 Bft, wir reffen aus, weil auch dieser Wind weniger wird bzw. sich zur Ruhe legt. Was hatte der Wetterbericht angekündigt ?.... Motor an und steter Blick auf die Schärenkarte: Nun wird es spannend, denn die ersten Felsbrocken tauchen auf. Wir wollen zur Svanevik, doch wo ist die Einfahrt, wo sind die grünen Pricken? Blick in die Runde: ja, die  Schären  hier sind wie die auf der Karte und  dann, tatsächlich und endlich sehen wir unsere "Wegweiser". Wir biegen um die aufgeschüttete Steinmole und  sind hingerissen von diesem Kleinod in der Schärenwelt:  In der Mitte der Bucht der lange Steg für die Boote, gesäumt von Wäldchen, bewachsenen Schären, auf der westlichen Seite bestückt mit pastellfarbenen, lauschig gelegenen Schwedenhäuschen. Wir finden sogar einen freien Liegeplatz und beschließen, morgen noch hier zu bleiben. Beim Erkundungsgang schauen wir uns auch den benachbarten Hafen Väggahamn an, der jedoch wesentlich größer und nicht so ruhig und ganz so idyllisch gelegen ist.



29.06.

Mit unseren Fahrrädern fahren wir nach Karlshamn, ca. 2,5 km entfernt, schauen uns die Stadt an, den Stadthafen, radeln entlang der Küste mit Stop beim Denkmal für die Auswanderer.




Hier parkt gerade ein Touristenbus; die amerikanischen Gäste-back to the roots- lassen sich erklären, dass von dieser Küste besonders viele Schweden aus dem Hinterland in die neue Welt ausgewandert sind.

Auch bei dieser Fahrradtour  merkt man sofort, ob der Wind über  Land (warm) oder offenes Wasser kommt ( sehr kalt !). Als wir an der Badeanstalt vorbeifahren, sind zwar viele Menschen dort, liegen in der Sonne, doch im Wasser ist keiner; kein Wunder, denn die Wassertemperatur beträgt 12° !! Auf dem Rückweg zum Schiff gehen wir noch in das sehr schöne und gut sortierte Fischgeschäft in Väggahamn und kaufen dort einige Fischdellikatessen und frisches Landbrot. Abends im Cockpit bei Abendsonne schmeckt dies besonders gut. 

30.06.

Mit festem Finger auf der Seekarte geht es weiter im Fahrwasser der Schären gen Osten. Der schwache Wind weht aus unterschiedlichen Richtungen, deshalb Motor an und Landschaft genießen.

Nachmittags biegen wir kurz vor Ronneby nach Westen ab und machen im "Hafen" von Ekenäs fest, am letzten Steg, mit Ausblick auf die gesamte Bucht. Da wir an einer Heckboje liegen, stört kein Poller das Auge. Zahlreiche Wasservögel stellen hier die Tierwelt. Die Enten sind sogar "echte" Wildenten: Wir haben noch altes Brot, das wir diesen Enten zukommen lassen wollen. Harald wartet die nächste Entenversammlung ab, öffnet die Brottüte- was eigentlich sonst immer dazu führte, dass Enten dann angeschwommen kommen, weil sie wissen: hier gibt es 'was. Nicht hier!  Das Rascheln der Tüte erschreckt diese Enten so stark, dass sie alle aufstieben und als dunkle schnatternde Wolke davonfliegen !!??.....  Dieser schöne Tag wird noch getoppt von einem besonders schönen Sonnenuntergang. 


1.+ 2. 07.

Duschen bei Morgensonne im Cockpit, weil wir hier nur "unbewohnte" Nachbarschiffe haben, denn heute geht es in die "Großstadt" Karlskrona. Der schwache Wind kommt  i m m e r  von vorne, also bleibt der Motor an. Das Fahrwasser führt zur Drehbrücke nördlich Hasslö, wir setzen "Nanni", können uns jedoch das akustische Signal sparen, da bei unserer Annäherung bereits das rote Blinklicht leuchtet. Kein anderes Boot ist mit uns; nur für uns wird die Brücke geöffnet. 


 Kurze Zeit danach tauchen bereits die Vorposten von Karlskrona- wie hier z.B. LT Godnatt - auf  und wir laufen den Stadthafen von Karlskrona an; fest um 14.15 Uhr am neugebauten Schlengel mit Auslegerboxen.

Karlskorna wurde i.J. 1680 von König Karl XI gegründet, da die schwedische Flotte dringend einen eisfreien Hafen benötigte. Die Stadt ist seit 300 Jahren Marinestützpunkt und gehört zum Weltkulturerbe. Schon beim ersten Rundgang sind viele alte schöne Häuser zu sehen, imposante Gebäude und Kirchen. An der Westseite der Stadt starten die Schiffe zu Rundfahrten im hiesigen Schärengarten.


Alles macht einen gutgepflegten Eindruck, die Straßen sind mit zahlreichen Blumen-und Pflanzgefäßen verschönt, die zahlreichen Restaurants und Straßencafés sind gut besucht und vermitteln eine lockere, fast mediterrane Atmosphäre. Auch im Yachthafen ist eine "buntere Nationalität" festzustellen: Boote aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Holland, Polen und sogar aus USA, Großbritannien und Schweiz ergänzen die schwedischen. Beim Besuch im Blekinge Museum erfahren wir einiges über das frühere ursprüngliche, arme und ländliche Leben dieser Küstenbewohner und Fischer. Eine wirklich sehenswerte Stadt , erbaut auf zahlreichen Inseln in zauberhafter Umgebung.

3.07.

Eigentlich wollten wir noch bis Torhamn, doch der Wetterbericht für die nächsten Tagen bewegt uns dazu, bereits heute nach Utklippan zu segeln, um danach den langen Schlag mit günstigem Wind nach Bornholm zu machen. Wind weht aus ESE 1-2 Bft, anfangs bedeckter Himmel, der dann jedoch aufklart. Es sind nur ca. 15 sm bis Utklippan, somit ist auch dieser Motor-Törn gut zu ertragen und lässt uns den Hafen um 13.30 Uhr erreichen. Meistens ist dieser kleine Hafen überfüllt und wir erhoffen uns auch durch diese frühe Ankunft einen guten Liegeplatz, was sich als richtig erweist, da wir Schiff Nr. 4 sind. Nachdem unsere "Viking" richtig vertäut ist, haben wir es eilig, dieses landschaftliche Kleinod zu begehen. Nur wenige Schritte vom Schiff entfernt fühlen wir uns wie Forscher, die die Schären, Flechten, Pflanzen und Vögel erkunden. Das Wasser gluckst zwischen den Felsen, die Möwen verteidigen laut scheiend ihre Brut, es raschelt unter großen Steinen und es riecht nach Meer. Unsere zivilisierte Welt scheint weit weg zu sein, auch wenn am nördlichen Horizont die Küstenlinie Schwedens bei diesem Wetter zu sehen ist. Im Laufe des Nachmittags und Abends treffen noch einige Schiffe ein, doch es bleibt "überschaubar".





4.07.

Leinen los um 7.40 Uhr. Laut Wetterbericht ist E-SE um 4 Bft, zunehmend 6 Bft angesagt, damit kommen wir zügig voran. Heute ist wieder ein strahlend blauer Himmel und mit Genoa und gerefftem Groß sind wir genau richtig besegelt. Die Wellen sind bis zu 2,5 m hoch, jedoch aus günstiger Richtung. Auch hier sind nur wenige Segler unterwegs; nur am Schifffahrtsweg nördlich Bornholm ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Um 15.33 Uhr liegt Hammerodde/ Bornholm querab, es wird mit E 6-7 Bft böig. Ursprünglich hatten wir damit gerechnet, im Schutz der Küste etwas ruhigeres Wasser anzutreffen, doch weit gefehlt: es pfeift. Wir nehmen die Genoa weg und beschließen, nicht Hammerhavn sondern Hasle anzulaufen, da wir mit dem gerefften Groß noch 5,2 kn über Grund laufen. Kurz vor Hasle wird der Wind etwas spitzer, ESE 7-8 Bft bei Sonnenschein ; wir nehmen jetzt auch das Groß weg und laufen den Rest bis Hasle unter Motor, sind auch ca. 15 Minuten später im Becken 4, Südseite, längs der Pier fest. Heute weicht die gesegelte Strecke über Grund erheblich von der Strecke durch das Wasser ab:  GPS = 58,3 sm ü.G.,  Log = 69,74 sm !! / Strom und hohe Wellen ?. Unterwegs auf unserer heutigen Strecke erreichte unser Meilenzähler den Stand von 10.444 sm; den dazugehörenden Schnaps genehmigen wir uns jetzt im Hafen.

5.07.

Wir waren sehr, sehr lange nicht mehr in Hasle und wollen uns deshalb diesen Bornholm-Tag gönnen. Stadtbummel, Besichtigungen und Einkauf in Fischräucherei

6.07.

Start um 10.13 Uhr, Himmel bedeckt, diesig, SSW 2 Bft. Die Segel schlagen, da noch "alte See" aus E, weitere See aus S ( in Mecklenburg-Vorpommern war Gewitter),  ein Vorankommen scheitert nahezu. Wir müssen leider wieder den Motor anstellen. Weil es sehr diesig ist, lassen wir Radar mitlaufen, um die Berufsschifffahrt im Bornholm Gatt besser orten und damit richtig reagieren zu können. Kurs liegt an auf  Ystad; hier scheint irgendetwas los zu sein, denn viele Segler aus allen Richtungen laufen darauf zu...........  Doch um 15.20 Uhr liegen wir  auf demselben  Liegeplatz wie auf der Hintour und Schweden hat uns nach ca. 35 sm wieder.

7.07.

Diesmal wollen wir auch hier einen Tag liegenbleiben, weil es - abgesehen von der Hinfahrt mit "nur Übernachtung"- schon so lange her ist, dass wir in dieser Stadt waren. Hat sich etwas verändert ? Ja! Es ist "Wallander-Stadt"! Der Kommissar aus Mankell's Feder läßt uns Mariagatan, Stortorget , Hotel Continental usw. viel bewußter sehen. Die schönen gepflegten Fachwerkäuser begeistern uns wieder einmal wie auch der Kräuter- und Rosengarten der Klosterkirche

Man merkt dieser Stadt an, dass - wie in ganz Schonen - die Architektur von den Dänen bestimmt worden ist, bevor sich die Schweden dieses Land wieder zurückerkämpft haben.

8.07.

Der Weg führt nach Westen: Bei Winden aus  E 2-3 Bft, SSE 3, dann E 3 Bft segeln wir ca. 24 sm nach Gislövsläge.

9.07.

Unglaublich: schon wieder blauer Himmel und viel Sonne, jedoch - auch wieder - wenig Wind; z.B.: E 2, NE 1-2, E-ESE 2 Bft. Genoa ausgebaumt, Genoa weg, Blister gesetzt, Blister weg, Motor an, Motor aus, Segel gesetzt, Wind schläft endgültig ein, Motor an = also: Rödvig/ Seeland. Es ist warm, es ist Samstag und der Hafen wird proppevoll!

10.07.

Nachdem endlich Platz vor der Tankstelle freigeworden ist, können wir Diesel tanken. Danach reihen wir uns in die Armada Richtung Böge-Ström ein; bis zum Eingang in dieses Fahrwasser können wir noch etwas segeln, dann schläft der Wind wieder ein, spiegelglattes Wasser und heiße Sonne. Dem betonnten Fahrwasser folgend, fahren wir den Böge-Ström, dann den Ulvsund ab und biegen nach Vordingborg ein. Hier ist - für uns neu, weil lange nicht hier gewesen- teilweise ein Schwellschutz um den Hafen gebaut worden; auch neue Stege sehen wir. Wir finden am Steg vor dem Hafenmeisterbüro einen sehr guten Platz und können hier auch die Frühstücksbrötchen bestellen; sehr praktisch, da der Weg zum Bäcker doch etwas weit ist. Abends gibt es ein kurzes Gewitter und Regenschauer, so dass die einheimischen Wochenendsegler schnell ihre Sachen einpacken und nach Hause stürmen.

11.07.



Das Gewitter hatte keine langwierige Auswirkung: Sonnenschein, wieder blauer Himmel, spiegelglatte See."Straight away" mit Motor duch die Storström-Brücke nach Omö.

Der Hafen ist voller Urlauber, die oft einige Tage hier liegen bleiben um Strand, Natur und die Grill-Abende zu erleben.

12.07.

Es ist wieder wenig Wind, deshalb haben wir eigentlich vor, nicht lange zu motoren und uns den neuen Hafen in Lundeborg anzusehen. Doch die Brise bleibt und unter Blister erleben wir schönes Sommersegeln bis Rudköbing, wo wir übernachten wollen.

Zuerst hatten wir beim Einlaufen in eine Box merkwürdigerweise nicht darauf geachtet, dass hier ein rotes Schild (besetzter Platz) ist. Beim Kontrollblick, ob alle Leinen gut austariert sind, sehen wir dies und müssen alles wieder losmachen, nachdem wir vier Plätze weiter einen grünbeschilderten Platz gesehen haben, den wir dann einnehmen. Richtig so, denn der Liegeplatzinhaber kommt abends noch zurück.

13.07.

Heute wollen wir ganz nach Marstal ! ( knapp 10 sm). Weil dieser Hafen im Sommer jedoch meist schnell belegt ist, wollen wir zeitig dort sein, um eine Box zu ergattern um nicht "im Päckchen" liegen zu müssen. Der Himmel ist grau (!!), es weht mit 3-4 Bft, jedoch von  v o r n e !!  Die betonnten Fahrwasserrinnen sind schmal und voller Segler, deshalb müssen wir auch heute wieder motoren - es ist kaum zu fassen. Um 12.30 Uhr machen wir an Brücke 8 fest und gehen danach "in die City", die voller Urlauber ist. Der Himmel klart allmählich auf und es wird freundlich, dann sonniger. Im Hafen liegen drei weitere Schiffe aus unserem Segelclub, so dass wir abends bei uns an Bord einen gemütlichen Klönschnack halten können. Eigentlich wollten wir den nächsten Tag auch noch hierbleiben, um in der Ärö-Hale den Urlaub ausklingen zu lassen, doch der Wetterbericht kündigt für den übernächsten Tag aufkommende Gewitter mit Regenfronten und frischen Winden von vorne mit Gewitterboen an, so dass wir uns entschließen, den Hafentag in Kiel-Schilksee zu verbringen und morgen noch das freundliche Wetter für die Rückfahrt zu nutzen. Nach so vielen schönen Tagen brauchen wir keinen nassen Abschluss.

14.07.

Leinen los um 10.17 Uhr ; müssen noch vor der Hafenausfahrt warten, bis die Fähre Marstal-Rudköbing ihr Wendemanöver erledigt und am Fähranleger festgemacht hat. Der Himmel ist anfangs bedeckt, eine dunkle Front steht nordwestlich, der Wind haucht aus N mit 1-2 Bft. Nehmen wir also wieder die bewährte Diesel-Fock und tuckern zum Heimathafen, wo kurz vor Bülck der  Himmel aufreißt. Um 15.10 Uhr liegt das Schiff wieder fest vertäut auf seinem Heimat-Liegeplatz.

Wie unterschiedlich dieser Urlaub zum Vorjahr ( die gleiche Zeit ) war:  letztes Jahr hatten wir in 4 Wochen 2 1/2 Tage Sommer, ansonsten fast nur Regen, Kälte und heftige Winde: wir mussten überwiegend mit gerefften Segeln am Wind bei  5-6 Bft und zusätzlichen Boen segeln - in diesem Jahr prima Wetter und einen zuverlässigen Motor. Eine so lang anhaltende Schönwetter-Lage gibt es selten genug= wir haben sie genossen. Erst recht, als danach der Wetterumschwung eintrifft und wochenlang Regen, Starkwind und kühle Luft bringt.




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