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Schiff und Crew
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..... denn endlich ist es soweit: Heidrun wird Ende Mai auch in die passive Altersteilzeit gehen, rechtzeitig zur neuen Segelsaison = wir haben nun Zeit, ohne Termindruck neue und bekannte Küsten , Buchten  und Häfen zu ersegeln.

Sommertörn

Doch vorher ist die übliche notwendige Winterarbeit zu erledigen und es scheint, dass Schnee und Frost  etwas dagegen haben,  pünktlich das Schiff wieder in sein Element zu hieven. Noch ca. 14 Tage vor dem Slip-Termin sah es so aus:






Da Harald jedoch nicht mehr berufstätig ist, powert er  die zwei Wochen durch, so dass doch noch der Termin eingehalten werden kann : Am 1.April kommt unsere "Viking" ins Wasser, am 2. April wird bei strömendem Regen ( !! ) der Mast gesetzt. Die erste Nacht an Bord war schon ziemlich gemütlich mit Heizung , Kerzen und einem wärmenden Schluck.

Am darauffolgenden Wochenende haben wir das Schiff dann an den neuen Liegeplatz im Hafen Stickenhörn / Friedrichsort überführt. 




03.06.2006

Nun soll es endlich losgehen! Heidruns Berufsleben endete mit einer liebevoll vorbereiteten Verabschiedung der Kolleginnen und Kollegen: der Arbeitsplatz war zu-dekoriert mit allen möglichen maritimen Motiven , z.B. ausgeschnittenen Segelschiffen, Ankern, Seesternen, echten Muscheln uws. bis hin zu eingewecktem Kuchen als Proviant. Vielen Dank, es war rührend!! Der auch bei Kollegen anderer Abteilungen gesammelte und großzügig ausgefallene Betrag in Form eines Gutscheins wurde dann in neue Seekarten umgesetzt. Im Anschluß eines sehr netten Abschiedsgesprächs mit dem Vorstand gab es noch einen riesigen schönen Blumenstrauß. Farewell!!

Dann folgten Tage zu Hause hinsichtlich der längeren Abwesenheit: so gewöhnliche Dinge wie Wäsche waschen, bügeln, Haus putzen und Proviant einkaufen. Die neue Rettungsinsel musste abgeholt werden und dann alles am Vortag an Bord verstaut werden. Doch Harald als Staumeister hat wieder alles gut unterbringen können: das Schiff ist bis "Oberkante Unterlippe" voll!

Um 7.55 h wurde der Motor gestartet, später dann dem "weißen Mann" (Friedrichsorter Leuchtturm) der ihm zustehende Schluck Rum spendiert und bei West 4-5 Bft geht es nun Richtung Marstal auf Ärö. Der Himmel ist bedeckt, einige graue Wolken ziehen über uns hinweg und bringen einige Böen mit, in Sichtweite von Ärö auch einige Regentropfen. Die Ansteuerungstonne Marstal erreichen wir um 13.07 h, Segel 'runter, Motor an, da der Wind genau von vorne kommt. Um 13.55 h sind wir fest am Steg 9, mit Blick vom Cockpit auf Ärö-Hale ("Ankergefühl"). Nachmittags setzt noch 'mal Regen ein, danach klart es auf. Der Wind ist noch relativ kräftig, so dass es interessante Anlegemanöver der nachfolgend einlaufenden Schiffe zu sehen gibt, die die Liegeplätze schnell füllen. Hierbei konnten wir auch neues "lernen": Eine Yacht wollte sich auf den äußeren Platz an unserem Steg legen, erreichte jedoch auch nach vier bis fünf Anlegeversuchen nicht den achteren Luvpoller (Seitenwind!!). Harald rief Tipps hinüber, wie es klappen würde, doch als Antwort kam nur, dass dies nicht an der Crew läge, sondern am Untergrund, denn hier lägen wohl Steine (??!!) Hat hier Asterix ohne unser Wissen seinen Hinkelstein hingelegt ? ( für Nicht-Ortskundige: hier liegen k e i n e  Steine!)  Marstal ist jetzt zu Pfingsten der Treffpunkt unseres Segelclubs SCB (Segelclub Baltic) Kiel, abends ist gemeinsames Grillen angesagt. Inzwischen ist es trocken und heiter geworden, doch der Wind ist noch eiskalt, trotz etwas Windschutz durch die Grillhütten. Doch der Stimmung schadet dies nicht. Pfingstsonntag sind bei sonnigem Wetter lockere Treffen auf verschiedenen Schiffen zum Klönschnack angesagt. Pfingstmontag beginnt für uns nun der neue Lebensabschnitt: Die Segelfreunde müssen zurück nach Kiel - wir nicht! Wir bleiben heute noch in Marstal, genießen den inzwischen ziemlich leeren Hafen  und die Sonne. Außerdem muss die neue Rettungsinsel bzw. die Halterung dafür noch 'mal abgebaut und neu gesetzt werden, da unsere Heckklappe nicht geöffnet werden konnte (na ja, wer keine Arbeit hat, der macht sich welche...)








06.06.

10.40 h Leinen los, nördliche Winde sind angesagt. Bei ENE 3 Bft laufen wir unter Motor die Rinne nach Rudköping bzw. weiter nach Norden. Um 12.50 h sind wir "durch" und setzen die Segel bei NE 2-3 Bft, also genau gegenan - somit ist kreuzen angesagt. Zwischendurch frischt der Wind etwas auf, da sich einige graue Wolken zeigen, jedoch trocken bleiben. Das Langeland-Riff queren wir am Kobberdyb um 17.35 h und halten auf die große Durchfahrt der Großen Belt-Brücke zu. Der Wind flaut ab, um 18.25 h werfen wir den Motor an und passieren die Beltbrücke westlich des Hauptfahrwassers um 18.35 h; Flaute und kabbeliges Wasser, der Motor bleibt also an und bei danach spiegelglattem Wasser erreichen wir Kerteminde (Fünen), wo wir um 21.00 h festmachen.   Lt. Log 51,56 sm, über Grund (GPS)  54,8 sm

07.06.

Leinen los um 10.05 h, Wind aus West 2-3 Bft, heiterer Himmel. An der roten Tonne bei Romsö gehen wir auf Kurs nach Nord, Wind WNW 4 Bft, danach zunehmend auf 5 Bft bei NWzW. Rösnäs Puller liegt um 13.25 h stb. querab, danach Kurs auf Sejerö. Wind genau von achtern, nehmen die Genoa weg und segeln nur unter Groß bei kräftigem Seegang auf die Insel zu. Den Hafen erreichen wir um 16.05 h und machen an der Außenmole fest. Nur drei weitere deutsche Schiffe im Hafen, es ist noch keine Saison hier; ein Bootssteg wird gerade noch erneuert bzw. ist kurz vor der Vollendung.   33 sm.








08.06.

Bleiben heute im Hafen, morgens noch sehr diesig, klart sich jedoch später auf. Sonne und Wärme genießen, angesagt sind Fahrradfahren und sich sonnen.

09.06.

Start 7.45 h, NW 2-3 Bft, diesig, feucht und kalt; um 10.45 h kommt die Sonne durch, Kurs nach Grenaa liegt an,da der Wind westlicher dreht, dann auf SW 2-3 Bft, wird dann noch weniger bis flau, so dass wir den Motor anstellen und um 14.30 h in Grenaa festmachen. Harald packt nun die neu erworbene Fernsehsatellitenanlage aus, da er das Eröffnungsspiel der Fußball WM Deutschland gegen Costa Rica sehen möchte. Doch Technik geht mitunter eigene Wege: es funktioniert nicht, da der Satellit Astra kein Bild liefert, obwohl lt. Anzeige alle Mindesfrequenzqualtäten vorhanden sind. Ein ratloser, etwas unwirscher Skipper ist an Bord! Endlich, in der 85.Spielminute, kommt das Bild; warum, weiß keiner, doch Endstand 4:2 für Deutschland ist ersichtlich und in der nachfolgenden Spiel-Analyse werden die Tore noch gezeigt. Nun ist die Fußballwelt wieder in Ordnung; das abendliche Spiel Polen:Ecuador ist problemlos anzusehen.                                    35 sm


10.06.

11.10 h Leinen los, E-SE 1 Bft, sehr diesig, fast neblig. Der Wetterbericht hatte versprochen, dass es aufklaren soll. Wir wollen heute nach Anholt im Kattegatt, die ca. 24 sm als Motorbootfahrt sind also absehbar. Es ist immer noch sehr diesig, die Sonnte tut sich schwer, den Kampf gegen den Dunst zu gewinnen, als ca. 1 Stunde später plötzlich ein merkwürdiges Geräusch uns aufschreckt, Harald prüft Mast und Baum, ob da irgendetwas sich gelöst haben könnte, weil es "metallisch" geklungen hat = nichts. Doch plötzlich piept die Motoranlage, Heidrun sitzt gerade am Steuer und stellt sofort den Motor aus. Harald öffnet den Motorraum unter der Niedergangstreppe, stellt fest, dass ungewöhnlich viel Kühlwasser für diese kurze Zeit verbraucht worden ist, füllt nach und stellt plötzlich fest, dass der Keilriemen gerissen ist!! Das erklärt den Wasserverbrauch, da der Motor heiß lief und Kühlung suchte, bis er Alarm schlug. Ein Reservekeilriemen ist, Gott sei Dank, an Bord und nach dem Austausch finden wir die nachfolgenden Motorengeräusche richtig schön....  Nur hat sich auch die Sonne am Himmel durchgesetzt, später sehen wir auch noch drei Tümmler, dann ist endllich der Radarmast von Anholt erkennbar und um 15.50 h liegen wir an der Mole längsseits. Kurz vor der Hafeneinfahrt hatten wir zwei bemerkenswerte Seemeilenstände auf der Logge: 10.999, dann 11.000 sm, die wir im Hafen mit dem obligatorischen Rum begossen haben beim Stand von 11.001 sm, nach einer Tagesleistung von 25 sm.




11.06.

Wir bleiben heute bei supersonnigem Wetter auf Anholt, fahren mit dem Fahrrad auf dieser schönen Insel bei Vogelgezwitscher durch die Kiefern- und Heidelandschaft, ergötzen uns an den Dünen und dem weiten Strand. Danach ist Ausspannen im Cockpit dran, damit sich der Po wieder erholen kann.




12.06.

Start um 7.30 h, wir wollen nach Läsö. Wetter sonnig, Wind S 2 Bft; unter Motor passieren wir den Wegepunkt 724, zwischen zwei flachen Stellen etwas nördlich von Anholt. Danach  setzen wir bei S 2-3 Bft Groß- und Genoasegel, die Genoa wird noch ausgebaumt. Um 10.50 h Auswechseln der Genoa gegen den Blister. Wir erreichen um 13.40 h den Südpricken Kobbergrund, der das große südliche Flach von Läsö kennzeichnet; der Wind hat sich auf S 3-4 Bft eingependelt und es ist herrliches Sommersegeln. Um 15.15 h müssen wir etwas weiter vor den Wind, z.Z. SzE 2 Bft, der Blister fällt zu oft ein, deshalb wieder mit ausgebaumter Genoa weiter. Da der Wind dann nachläßt, wird um 16.00 h der Motor gestartet, so dass wir um 16.50 h die Nordostecke von Läsö umrunden und dann Richtung Westen bei SSW 4 Bft Österby anlaufen, wo wir  um 17.25 h in einer Box (!) festmachen. Man merkt, dass noch keine Saison ist, denn eigentlich kennen wir den Hafen immer nur voll, oft sogar so überfüllt, dass man dann abends trockenen Fußes von einer Seite zur anderen gehen könnte.                                                                                                                                      45 sm


13.06.

11.18 h Leinen los, S 4 Bft, böig, Kurs: Göteborg/Schweden. Im Laufe der Zeit wird der blaue Himmel etwas "milchig", der Wind verstärkt sich auf 4-5 Bft und beschert uns eine schnelle Überfahrt und um 15.00 h passieren wir den markanten Leuchtturm Trubaduren. Wir fädeln uns in das Hauptfahrwasser ein, Heidrun hat die Spezielkarte (stets den Finger auf der entsprechenden Tonne) auf dem Schoß, jedoch ist diese Route auch im GPS eingegeben, so dass doppelte Kontrolle möglich ist. Nun haben wir also wieder das "Schären-Feeling". Später nehmen wir die Genoa weg, da thermische Winde die Grundstärke erhöhen, außerdem sind die Tonnen in diesem stark befahrenen Wasser besser zu sehen. Kurz vor dem "Abbieger" aus dem Fahrwasser zum Langedrag Hafen wird das Großsegel geborgen und unter Motor  der Weg zwischen Schären zum Hafen eingeschlagen. Nach längerer Suche im Yachthafen finden wir endlich eine freie Box, in der wir um 16.55 h festmachen. Viele Schweden machen noch einen Nachmittag- bzw. Abendtörn und auf vielen Schiffen wird danach noch das Abendbrot im Cockpit eingenommen, bevor der Heimweg wieder angetreten wird. Wir haben gleich für den nächsten Tag die Liegegebühr mitbezahlt, da wir noch bleiben wollen.                                                                                                                            35 sm

14.06.

Hafentag! Morgens hat es etwas geregnet, wir schlafen erstmal aus und frühstücken gemütlich, besonders, da dann noch ein weiterer Regenschauer  kommt. Das darf der aber auch, weil schließlich angesagt worden ist, dass heute eine Front durchziehen soll, dazwischen scheint jedoch immer wieder die Sonne und läßt die typischen Schwedenhäuser in bestem Licht erscheinen. Nach Befragung des Hafenmeisters wg. Internetmöglichkeiten erhält Harald den Tipp, sich mit dem GKSS (Göteborger Segelclub) in Verbindung zu setzen, da es- wie er gehört habe, eine drahtlose Möglichkeit geben soll....Ergebnis: es funktioniert nicht! Also Rückfrage, Ausprobieren, geht nicht, Rückfrage.... Heidrun sortiert derweil die Seekarten für den weiteren Weg gen Norden und macht sich mit den Spezialkarten vertraut........der Skipper führt ein langes Telefonat mit dem Administrator des Providers mit praktischer Umsetzung am PC............. oh Wunder!!  wir sind online!!!!!!!!! Die ganze Besatzung strahlt. Somit wurde dieser Bericht bei inzwischen sonnigem Wetter im Cockpit erstellt.


15.06.

Vorab: Ein ziemlich verkorkster Tag! Eigentlich wollten wir weiter gen Norden; außerdem sollte heute der Liegeplatzinhaber dieser Box zurückkommen, wie der Hafenmeister am ersten Tag auch gleich gesagt hatte. Nach dem Frühstück das Schiff aufgeklart und vorbereitet, Harald dreht den Zündschlüssel, um den Motor zu starten: klick - hören wir, mehr nicht!!?? Also: Werkzeugkiste auspacken, Backskiste leerräumen ( was ist da alles drin!), Batterien und Anschlüsse prüfen, Zündschloss ausbauen, Motorsicherungsprüfung= nichts zu finden. Dies dauert natürlich alles seine Zeit, Harald ist am knurren und sehr ärgerlich und spielt wieder "Schlangenmensch " in der Backskiste. Nun kommt auch der Liegeplatzinhaber zurück! Wir geben zu verstehen, dass der Motor nicht anspringt, doch er kann auf keinen anderen Platz ausweichen, da er für 8-9 Tage geschäftlich verreisen muss und deshalb auf seinen Platz  m u s s.- o.k., wir ziehen uns aus der Box und verholen zwei Plätze weiter, wo jedoch ein rotes (besetzt) Schild hängt. Dann sehen wir am Steg gegenüber- in Lee- eine grün beschilderte Box, also lassen wir uns vom Wind dorthin treiben und mit "Man-Power" (Harald) und Bugstrahlruder könnten wir die Box belegen, wenn, ja, wenn sie nicht wenige !! Zentimeter zu schmal gewesen wäre!!! Shit!!! Also wieder herausziehen, Schiff an den Pollern verholt, um das Kopfende des Stegs zu erreichen. Schaffen wir dann endlich auch, dabei gleich auf die nächste Stegreihe geguckt, ob dort ein grünes Schild zu sehen ist. Natürlich nicht! Als wir das Kopfende erreicht haben, stellen wir fest, dass am Kopfende des nächsten Stegs der Platz frei ist; der Wind schiebt uns dorthin und mit schnell belegtem Poller stoppen wir unser Schiff ein und binden es fest. Dieser Platz scheint der Platz eines größeren Motorbootes zu sein. Harald geht zum Hafenmeister, der gerade nicht anwesend ist; er erhält dort im Büro des GKSS jedoch verschiedene Telefonnummern von Mechanikern. Leider ist jedoch niemand verfügbar ( es ist bereits Nachmittag); nächste Woche wäre es möglich.....  ein anderer hat gerade 100-jähriges Firmenjubiläum (herzlichen Glückwunsch!), doch das hilft uns alles nicht weiter. Harald geht noch mal ins Hafenmeisterbüro, jetzt ist er da und tätigt ebenfalls etliche Telefonate. Zwischendurch die gute Nachricht: wir können auf diesem Platz heute liegenbleiben. Der Hafenmeister bietet an, selbst einmal nachzusehen, da er ein bißchen Ahnung von Motoren hat. Sehr nett, denn Harald ist wirklich am Ende seiner Weisheit. Dann treibt er doch einen  Mechaniker auf, der gerade auf einem anderen Schiff arbeitet und anschließend zu uns kommen wird; prima! Es dauert garnicht lange, als ein kleines Boot bei uns längsseits geht: der Hafenmeister und der Mechaniker. Harald erzählt ihm, was er bisher alles geprüft hat und es dauert nicht lange, bis der Mechaniker den Schaden findet: der Hauptschalter für den Motor ist nicht kräftig genug dimensioniert gewesen und hat den Geist aufgegeben!!! Er überbrückt die Leitungen bzw. verbindet sie permanent und der Probestart des Motors klappt sofort!!!!!! Jubel bei der ganzen Crew!!   ---  Ärgerlich bleibt jedoch die Tatsache, dass dies nicht hätte sein müssen, da die Elektroanlage inclusive Einbau eines neuen Hochleistungreglers von einem Fach-Mann bearbeitet worden ist und diesem eigentlich hätte bewusst sein müssen, dass dieser Hauptschalter nicht richtig sein kann, nachdem er auch u.a. diesen eingebaut hat. Da werden wir später mal darüber mit ihm sprechen müssen...... Der Mechaniker ist glücklich, dass er den Schaden sofort beheben konnte und berechnet für seinen Einsatz einen "Freundschaftspreis". Tack so mycke ! Auf einen Zettel schreibt er dann noch den schwedischen Ausdruck für einen neuen Hauptschalter - als spätere Dauerlösung-, den Harald am nächsten Tag im Fachhandel im nächsten Hafen Hinsholmskilen (um die Ecke) besorgen soll. Dieser "gelaufene" Tag endete jedenfalls doch noch positiv. Tagsüber waren nebenbei einige Aktivitäten im Hafen festzustellen, da die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, weil am Samstag, 17.06., die Teilnehmer des Volvo-Ocean-Race hier ihren Zieleinlauf haben werden. Göteborg wird sie festlich empfangen, ausserdem kommen auch viele Schweden aus anderen Gebieten angefahren, um dieses Ereignis miterleben zu können. Vor zwei Jahren war der Zieleinlauf in Kiel gewesen, was wir uns damals auch angesehen hatten. 

16.06.

Zunächst radelt Harald zum Yachtausrüster und besorgt den neuen Hauptschalter und auch gleich einen Reserve-Keilriemen. Um 11.30 h Leinen los, Wind S 2-3 Bft, aus Südwest kommt eine Wolkendecke, die den blauen Himmel schnell bedeckt. Vor dem Hafen setzten wir das Groß und passieren, noch unter Motor, den "Durchlass" zwischen zwei Schären in das südliche Hauptfahrwasser. Motor aus, laufen in das nördliche Hauptfahrwasser, verlassen dies bei der roten Tonne 20, Kurs 314°. Laufen nur unter Groß weiter, um gemütlich die Gegend ansehen zu können, segeln um 13.00 h durch den Kalvsund und weiter gen Norden im Fahrwasser der Schären; Wind SzW 3 Bft, es ist inzwischen wieder sonnig. Um 15.00 h laufen wir in den Albreksundkanal, stellen den Motor an, da zwischen diesen hohen Schären im engen Fahrwasser Windabdeckung ist. Landschaftlich besonders reizvoll hier! Kurz danach schöner Blick auf Marstrand und seine Festung = ein sehr beliebtes Seglerziel und entsprechend touristisch ausgestattet mit vielen Restaurants, Cafés usw. in liebevoll restaurierten, z.T. herrschaftlichen Schwedenhäusern. Wir waren einige Jahre nicht mehr hier und sind erstaunt, wieviele neue Häuser, Ferienwohnanlagen u.ä. auf Koön (gegenüber von Marstrand) gebaut worden sind. Das Bild hat sich sehr positiv verändert. Um 15.15  Uhr  verlassen wir diese Durchfahrt, stellen den Motor wieder ab und weiter unter Groß bei SSW um 3 Bft durch den Hjaterösund und Bockholmsund : enge Durchfahrten, wunderschöne Gegend. Um 17.40 h Motor an, Groß weg, wir laufen den Hafen von Skärhamn an und sind um 18.oo h fest (Heckboje)                                                                                                                    26 sm










17.06

Start um 10.35 h, NW 2 Bft, bedeckter Himmel, mittlere Sicht.Unter Motor erreichen wir um 11.05 h den Kyrkesund, um 11.50 h durchfahren wir den ebenfalls reizvollen Mollösund. Inzwischen scheint wieder die Sonne, doch es ist immer noch diesig, der Wind momentan ganz weg. Beim Leuchtfeuer Raönövre in Richtung Gullholmen begießen wir die Schnapszahl 11.111 sm bzw. 11.111,11 sm! Hinter dem hübschen Ort Gullholmen beschließen wir, die Motorbootfahrt zu beenden und laufen den Werfthafen von Halberg Rassy in Ellös an. 13.50 h fest                                        15,6 sm






18.06.

Hafentag in Ellös. Hier liegen die schönen neuen Schiffe der Rassy-Werft, die von den Eignern gerade übernommen werden bzw. an denen noch die letzten Arbeiten (z.B. aufriggen) vor der Übergabe zu erledigen sind; wir sind mit unserem Schiff ein "Außenseiter". Harald kennt Christoph Rassy seit der Zeit, als er noch Holzschiffe baute. Auf verschiedenen Bootsausstellungen, wo Harald als Student für einen anderen Bootshändler Schiffe verkaufte, hatten sie sich kennengelernt. Als wir 1977 in Skagen mit unserem ersten Schiff, 6,60 m lang,  Christoph Rassy trafen, lud er uns ein, nach Ellös zu kommen, um seine damalige neue Produktion, die HR 26 zu besichtigen. Da wir zu diesem Zeitpunkt uns mit dem Gedanken trugen, ein größeres Schiff zu kaufen, folgten wir der Einladung und waren einige Tage in Ellös, um in der Werft uns reichlich umzusehen. Der Prototyp lag bereits im Wasser und in aller Ruhe konnten wir uns das fertige Schiff ansehen. Es reifte der Entschluss, diesen Typ zu erwerben, was wir dann auf der Bootsausstellung im Herbst 1977 auch besiegelten, um das Schiff dann Ende April 1978 in Ellös abzuholen. Wir hatten es nie bereut, dafür spricht auch, dass wir 20 Jahre mit diesem schönen Schiff gesegelt haben. Zusätzlich erhielten wir die Zusage, dass wir jederzeit- sofern Platz vorhanden ist- hier im Werfthafen liegen dürften. Christoph Rassy hat inzwischen die Geschäfte seinem Sohn Magnus übertragen und segelt z.Z. mit seinem 62 Ft. Schiff in der Südsee= Tonga. Auch nicht schlecht......   Wir genießen die Ruhe in diesem Hafen, nachmittags verlieren einige graue Wolken ein paar Regentropfen, danach kommen zeitweise wieder einige blaue Himmelsflecken durch. Abends riskieren wir trotz sehr grauer Wolkendecke einen Spaziergang durch den Ort, auch zum offiziellen Hafen von Ellös, zur Badeanstalt, wo tagsüber viele Jugendliche und Kinder herumgeplantscht haben. Es bleibt jedoch trocken; nachts hat es jedoch geregnet. 





 

19.06.

10.00 h Leinen los; bedeckter Himmel, S 4 Bft, der dann auf S 4-5 Bft auffrischt.Wieder unter Groß segeln wir an Lysekil vorbei, westlich entlang der Insel Malmön, um dann in das Fahrwasser Richtung Smögen zu laufen, was wir heute jedoch- im wahrsten Sinne des Wortes- "links liegenlassen". Vor der Straßenbrücke nördlich Kungshamn nehmen wir das Groß weg, weil hier noch der Platz dafür ist, denn nun kommen sehr enge Durchfahrten (Windabdeckung) und der Eingang zum Sotekanal, in dem sowieso nicht gesegelt werden darf. Hier wurde 1931 in vierjähriger Bauzeit ein Durchstich der Halbinsel Sotenäset gesprengt, um eine Wasserverbindung vom nördlichen Ramsvikenfjord zum südlichen Teil vor Kungshamn zu schaffen; somit erfolgt der Weg durch geschütztes Gebiet und ist landschaftlich sehr schön, dicht an den Felsen vorbei. Die Fahrwassertiefe beträgt 4,5 m, der eigentliche Kanal ist 4,8 km lang, die gesamte Strecke hier 6 km. Im Juli 1935 wurde dieser Kanal vom Krohnprinz Gustav Adolf eingeweiht. Eine Drehbrücke überquert diesen Kanal, doch nach dem entsprechend zu gebenden Signal wird die Brücke geöffnet, so dass wir - ohne Wartezeit- durchfahren können. Nach dieser Durchfahrt beschließen wir, den Hafen Hunnebostrand anzulaufen, da wir hier noch nie waren, u.a., weil es im Sommer meistens überfüllt ist. Um 14.30 h machen wir (längsseits!) fest am Gästesteg, wie die wenigen anderen Segler auch. Inzwischen frischt der Wind kräftig auf, mit zunehmend vermehrten starken Böen. Gegen Spätnachmittag und Abends regnet es heftig, den Landgang wollen wir uns deshalb ersparen. Harald befestigt in einer Schauerpause die Satellitenanlage und bei prasselndem Regen auf Deck sitzen wir gemütlich unter Deck und sehen fern.                                                        21,8 sm








20.06.

Hafentag. Es ist bewölkt, frischer Wind, aber trocken. Also wird heute der Landgang ausgiebig nachgeholt. Eine sehr schöne Umgebung und proppere Schwedenhäuser. Bedingt durch die Schären sind keine großen Gärten möglich, doch liebevoll bepflanzte  Schalen und Kübel auf jeder möglichen Stelle setzen bunte Farbtupfer vor die Häuser, auf Treppenstufen und Balkonen/ Terrassen. Da hier in Bohuslän - wie dieses nördliche Küstengebiet heißt- auch noch Fischerei betrieben wird, bietet es sich an, Fisch zu kaufen und da wir schon beim Geldausgeben sind, uns auch noch ( teure )schwedische Erbeeren für den Nachtisch zu gönnen. Um 17.00 h öffnet wieder das Büro der Touristeninformation, wo sich auch Waschmaschinen + Trockner befinden, sodass wir die Gelegenheit wahrnehmen und Wäsche waschen. Bis dahin und "zwischendurch" (wg. der Waschvorgänge) ist Fußball WM Deutschland:Ecuador (3:0) im Fernsehen mitzuerleben. Fisch und Erdbeeren mit Schlagsahne waren superlecker und die Fußball WM Schweden:England (2:2) rundete den Tag ab. Nicht nur im Hafen war es ganz still, da sicher viele Segler dieses Spiel auch verfolgten, weil in den Hafenrestaurants die Fernsehübertragung weithin sichtbar angekündigt worden ist. Die Einheimischen sitzen vermutlich ebenfalls vor dem Fernseher, denn keine Autos und Spaziergänger sind zu sehen oder zu hören. Und richtig: um ca. 23.00 h ( es ist noch nicht richtig dunkel, trotz bedeckten Himmels) sind Schritte auf dem Steg zu hören: die Crews kehren zu ihren Schiffen zurück.






21.06.

Ein umfangreiches Tief mit Zentrum über Skaninavien .....Verbunden mit Wind von 5-6 Bft zuzüglich Schauerböen und den vielen Regengüssen!!!Es ist grau, naß und sehr kühl = wir bleiben. D a s  ist nun unser Vorteil, da keine begrenzte Urlaubszeit einzuhalten istund ggfs. Meilen "erledigt" werden müssen: einfach liegenbleiben und das Wetter abwarten. Heidrun bügelt die gestern gewaschenen Shirts und gewöhnt sich an das Reisebügeleisen und das kleine (kurzbeinige) Bügelbrett. Harald erledigt einige kleinere Dinge, die er schon immer erledigen wollte; dazu prasselt der Regen aufs Deck, der Wind rüttelt im Rigg: es herrscht eine heimelige Atmosphäre unter Deck. Auch Zeit und Gelegenheit, Fußball WM anzusehen: Portugal:Mexico (2:1) + Holland:Argentinien (0:0). 


22.06.

Der dänische Wetterbericht gibt "kuling varsel", Stockholm Radio über Funk kündigt aujch 10-14ms für dieses Gebiet an  = 6-7 Bft. Wir bleiben liegen. Nach dem Frühstpück nutzen wir das noch trockene Wetter aus und nehmen Fußkontakt zu den Felsen von St. Gonsö, quasi der westlichen Hafenseite über eine Brücke auf. Nur wenige Schritte über Stock und Stein, und es ist, als ob man weit weg von allem wäre! Die Felsen mit ihren runden Buckeln sehen aus, als hätte sie jemand geschliffen, um ohne spitzen, piekenden Untergrund hier am Wasser liegen zu können, wenn denn die Sonne schiene......  ( hat ja auch "jemand" geschliffen: die Eiszeit). Der Wind fegt über das Wasser, in den Felsmulden steht noch Regenwasser der vergangenen Nacht ( es hat ja soooo geschüttet!!). Einige Felsspalten sind mit Holzstegen überbrückt, so dass die Begehung ohne Kraxelei möglich ist. An verschiedenen Stellen sind Badeleitern oder -treppen ins Wasser angebracht: sehr schöne natürliche "Schwimmbäder". Als "Liegewiese" dient dann der glatte runde Fels, der die Sonnenwärme speichert. Ein dunkelgrauer Himmel braut sich über uns zusammen, wir erreichen gerade noch rechtzeitig unser Schiff, dann wird wieder die Regenzeit gestartet. Heftige Schauer und Böen bewegen unsere "Viking" in den Leinen. Die Regenpausen sind nur kurz, der Wind jault in den Wanten und schaukelt unser Schiff. Heidrun liest, Harald guckt Fußball. Als "Sonnengruß" gibt es heute zum Dessert wieder die wunderbaren aromatischen Erdbeeren.








23.06.

....  ein umfangreiches Tief mit Zentrum über Südnorwegen......  es pfeift in der Luft, heftige Böen fegen über den Hafen- und dies bei Sonnenschein- wenigstens kein Regen mehr! Heute feiern die Schweden ihre Midsommer-Nacht: auf den Schiffen nimmt man auch schon Drinks zu sich und die Hafen-Butiken öffnen heute auch = Sommer-Semester....




24.06.

Es geht weiter. Start 10.50 h, SW 3-4 Bft, Böen 5 Bft, weiße und dunkelgraue Wolken. Nur unter Genoa, etwas gerefft,  ziehen wir durch das Schärenfahrwasser und erreichen ca. 1 Stunde später den Eingang zum Hamburgsund. Hier werfen wir den Motor an, da in der schmalen Rinne auch Windabdeckung herrscht, weiter drinnen darf im Umfeld Seilfähre sowieso nicht gesegelt werden. Bei der Fähre gibt es jedoch keine Schwierigkeiten, sie hat gerade angelegt, so dass wir ohne Stopp vorbeiziehen können. Die grauen Wolken haben sich inzwischen verzogen, nun ist der Himmel weiß-blau. Wieder unter Genoa geht es weiter Richtung Havstensund, landschaftlich sehr reizvoll. Nun kommen zwischendurch etwas ungeschütztere Fahrwasser; da der Wind auf SSW 4-5 Bft aufgefrischt hat, rollt dann das Schiff durch die See. Vor uns braut sich eine dunkleWolkenbank zusammen: ob wir zum Schluss doch noch Regen abbekommen? Nein, sie zieht vor uns her, wir bleiben im trockenen und sind kurz vor Strömstad, um 16.30 h "biegen wir ab" in Richtung Fahrwasser zum Hafen, wo wir um 17.30 h im Gästhamn  uns an einem anderen deutschen Segler längsseits festmachen ("Päckchen"). Die Besatzung ist nicht an Bord, deshalb hilft uns ein norwegisches Paar beim Anlegen, da kräftiger Seitenwind herrscht und der Platz sehr bemessen ist. Als die Leinen fest sind, werden wir darüber informiert, dass bei der Fußball WM Deutschland:Schweden gerade Halbzeit ist, Stand 2:0 (bleibt auch so). Netter Service ! Der Hafen hier ist fest in norwegischer Hand, da man hier auch gut einkaufen kann, besonders interessant für Norweger, da Schweden billiger ist.....   Rosi und Bruno, SY "Abraxas",( EWSK Kiel) haben uns einlaufen sehen und kommen abends zum Klönschnack                                    35 sm







  

25.06.

Morgens regnet es, später jedoch aufklarend bis sonnig; wir bleiben hier und faulenzen bzw. kurzer Fototripp. Außerdem versuchen wir wieder einmal, ins Internet zu kommen, doch der Hotspot ist zu weit entfernt, die Signale also zu schwach, um damit arbeiten zu können. Internetcafé gibt es hier zwar, ist aber geschlossen. 

26.06.

10.13 h Leinen los, NNE 1-2 Bft, heiter. Unter Motor nehmen wir die östliche Ausfahrt Langön. Danach setzen wir die Segel bei NNe 3-4 Bft, böig, Kurs Leuchtturm  Tresternene, Norwegen. Erreichen ihn um 12.10 h, Wind läßt nach, es herrscht starker kurzer Wellengang gegenan, allmählich dümpeln wir uns fest. Also Motor an, außerdem zieht eine Front hinter uns her. Um 14.00 h laufen wir in den Hankösund (Oslo-Fjord) ein. Nach den ersten kahlen Schären wird es plötzlich grün und bewaldet ringsum, da der Windschutz den Pflanzen die Möglichkeit zum Wachsen läßt. Wir steuern die Brücke am Sejlerkro an, die als Gasthafen eingerichtet ist, . Um 14.25 h sind wir fest. Eine wunderschöne Gegend hier! Es "wuselt" hier von deutschen Seglern: insgesamt sind wir drei Schiffe ! Abends fängt es an zu regnen, so dass guten Gewissens wieder Fußball WM angestellt wird: Italien:Australien (1:0) + Schweiz: Slowakei (0:3).                                                 23,8 sm




27.06.

Es hat die ganze Nacht geregnet, es ist heute grau und kühl /kalt; wir haben wieder ein Tief zu fassen. Der schwedische Wetterbericht spricht von S-SW 9-13 ms, der dänische von NW 8-13 ms. Wir bleiben hier. Harald zeichnet die weiteren Kurse nach Oslo in die Seekarten, damit das spätere Mitverfolgen etwas leichter wird, da die norwegischen Spezielkarten z.T. zahlreich mit Wassertiefen-Angaben versehen sind, und somit die wichtigen Seezeichen manchmal erst auf den zweiten Blick, am besten mit Lupe darauf, zu sehen sind. Zwischendurch regnet es immer wieder. Am frühen Nachmittag wird es trockener, somit Gelegenheit für uns, in die Landschaft zu gehen. Zuerst auf die andere Seite der Insel, wo wir dann am Wasser auf den Schären herumklettern können, danach im Inneren dieses Inselteils, vorbei an etlichen schönen und z.T. versteckt liegenden Häusern bzw. Sommerhäusern. Auf Hankö gibt es nur 1 Auto, das Hotelgäste von der Personenfähre abholt bzw. sonstige Dinge dorthin befördert und einen Trecker mit Anhänger für alles mögliche. Die Einheimischen transportieren ihre auf dem gegenüberliegenden Festland gemachten Einkäufe mit einem Handkarren von der Fähre bis zu ihren Häusern, z.T. sehr mühselig, da es nur eine asphaltierte Straße gibt, zu den Häusern jedoch nur bessere Trampelpfade führen. Auch die Königsfamilie hat hier eine Sommerresidenz; als Transportmittel dient ein Helikopter... ( übrigens: "der Däne" hatte hinsichtlich der Windrichtung recht gehabt, was für unseren Liegeplatz auch günstiger war)







28.06.

Start um 10.40 h, NNE 4-5 Bft, bedeckter Himmel mit dicken grauen Wolken. Unter Motor nehmen wir die nördliche Ausfahrt aus dem Hankösund und dann noch eine spezielle Abkürzung, die Heidrun vorher - unbegründet, wie sich dann herausstellt- Herzklopfen verursacht, da hier sehr genau navigiert werden muss, was jedoch mit besonders schönen Schärenufern belohnt wird. Als wir in den Rauerfjord einbiegen, kommt der Wind genau aus der Richtung, in die wir wollen! Da es trüb und ungemütlich ist, bleibt der Motor an, anfangs ist die See etwas ruppig, doch unter Landschutz wird es etwas besser bzw. beruhigt sich dann später. Von Süden her lockert der Himmel zögerlich auf, die ersten blauen Streifen sind neben den Wolkenbänken zu sehen. Auf der Höhe von Moss - Fährlinie nach Horten/ westliche Seite des Oslofjordes- haben wir Glück, denn die Fähren sind bereits durch. Nur ein polnischer Frachter kommt gerade von Moss, dem wir ausweichen. Die inzwischen immer  höher werdenden Küstenlinien und - voraus- die Bergkette um Oslo sind schon beeindruckend.  Wir beschließen, die Motorbootfahrt in Son zu beenden, erreichen auch auf den Punkt den für uns wichtigen grünen Pricken, um dann in den Hafen einlaufen zu können: um 15.10 h fest am Gästesteg (mit Auslegern).                                                                                                           25 sm



29.06.

Ablegen um 11.35 h, S 3-4 Bft. Nachdem wir wieder den grünen Pricken passiert haben, setzen wir die Genoa und segeln den Oslofjord entlang der Küste gen Nord. Die beiden Küsten sind hier relativ nahe beieinander und bilden bei Dröbak , das wir um 13.40 h erreichen, fast einen Flaschenhals. Der Wind hat auf S 5-6 Bft zugelegt, verstärkt sich weiter auf gute 6 Bft und wir rauschen durch das Wasser bei Sonnenschein.  Der Fjord wird wieder breiter und die Oslo-Bucht bietet ein tolles Panorama: Hohe Berge am Horizont, die Sprungschanze vom Holmenikollen ist zu sehen und die City zeigt sich detaillierter, dazu die vielen Ecken und Buchten, aus denen und in die viele Boote fahren, überwiegend Motorboote. Im Hafengebiet vor Oslo nehmen wir um 16.30 h das Segel weg und motoren Richtung Dronningen, auf Bygdöy. Um 16.45 h fest im KNS (Kongelige Norske Sejlforeningen), in einer guten Box (mit Ausleger) mit grünem Schild ( = frei bis August!). Wir buchen gleich 4 Nächte.                                                                                            25,5 sm




30.06.

Telefonische Kontaktaufnahme mit Harald's Cousin, heißt auch Harald, ergibt, dass er abends mit seiner Frau Ingvild zu uns kommt. Da unser Schiff sowieso dran ist, gründlich innen und außen gereinigt zu werden, ist der Ansporn jetzt besonders groß. Bei dieser Gelegenheit ist auch gleich Wäschewaschen angesagt. Nachdem alles wieder vor Sauberkeit strahlt, bereitet Heidrun einen leckeren Wurstsalat vor, Harald holt im weit entfernten Spar-Laden frisches Brot: der Besuch kann kommen. Dann herzliche Begrüßung und gemütliches Plauschen und Essen (..."deutsche Wurst schmeckt ja so gut"...) im Cockpit bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen. Zwischendurch weitere Telefonate mit weiteren Cousinen und Cousins = nun werden wir "verplant".




1.07.

Um 11.30 h werden wir von Harald + Ingvild mit dem Auto abgeholt und wir fahren zum Holmenkollen. Sobald die Stadt die Häuser "ausdünnt", begint schon die schöne Natur mit viel Grün , lichten Wäldern. Wir besichtigen die Ski-Sprunganlage, gehen bis ganz nach oben, zuerst per Lift, dann ganz steile enge Treppe bis zum Topp. Herrlicher Blick über den Oslofjord und die Umgebung, wenn man endlich wieder normal atmen kann nach diesem anstrenden Aufstieg. Danach noch ins Ski-Museum, in dem alles rund um diese Bretter der verschiedenen nordischen Regionen aus den Anfangszeiten bis heute zu sehen ist. Ergänzt mit sportlichen Ereignissen und auch Bildern der verschiedenen norwegischen Königsfamilien bei diesem Wintersport. Entspannung dann ein Stück weiter im Restaurant Frognerseteren, gebaut als großes "Blockhaus" mit Schnitzereien aus der Wikingerära. Wir sitzen draußen und genießen wieder den Blick über Oslos Umgebung, rundum internationale Sprachen. Gerade wird die Reisegesellschaft von Bus Nr. 34 "zum Sammeln" auf italienisch ausgerufen, weil die Fahrt weiter gehen soll..... Dieses Lokal liegt 435 m ü.d.M.. Wir fahren  auch wieder weiter, hinab zum Frogner-Park, darin der Vigeland-Park. Der Park ist auch gut besucht, viele haben ihre Decken auf den Rasenflächen ausgebreitet zum sonnen, ausruhen, grillen und Treffen mit Freunden. Die Skulptuen von Vigeland sind faszinierend und sehr "menschlich". Danach sind wir alle nachmittags bei Cousine May-Helen (Schwester von Cousin Harald) und ihrem Mann Arne eingeladen, die in der Nähe von Stabekk wohnen. Dort gibt es einen herzhaften Imbiss. Danach kleiner Rundgang zur benachbarten (mit gutem Ruf) Kunstakademie, einer Stiftung  von Sonja Heni, einer bekannten norwegischen Eiskunstläuferin vor dem Krieg, die auch in  USA Karriere gemacht hatte. Danach Schwenk zum Hafen ( hier ist fast jede Bucht voller Schiffe), wo Arne + May-Helen ihr Motorboot liegen haben. Danach gibt es dann zu Hause endlich wieder etwas zu  essen: Kaffee und Kuchen; es ist inzwischen ca. 19.00 h, also gerade die richtige Zeit.





 


     





 

2.07.

Heute holen uns Cousin Kjell und seine Frau Kamilla ab. Wir fahren auf die Ostseite von Oslo, zuerst zum Aussichtspunkt Ekeberg. Von hier  neue Perspektiven  von Oslo und den Bunnefjord ( östl. Binnenfjord). Danach wieder hinunter zur Gamleby, der Altstadt, von wo aus sich einst die weitere Stadt Oslo entwickelt hat. Hier sind auch Ausgrabungsstätten mit Stein- und Holzruinen aus der Wikingerzeit. Große alte Steinhäuser begrenzen schmale und verwinkelte Straßen. Dann fahren wir wieder in die Natur, etwas ins Landesinnere, um Cousine Liv-Helene zu besuchen. Sie lebt sehr abseits, umgeben von Wäldern und Wiesen; vom nächstgelegenen Ort Ski  ist es jedoch nur ca.1/2 Std. Autofahrt nach Oslo. Üppiges Grün rundum und : Stille ! Nur Vogelgezwitscher und das Brummen der Hummeln untermalen diesen herrllichen Sonnentag. Bei Kaffee und Eis mit frischen norwegischen Erdbeeren plaudern wir über Familie und so... Danach fahren wir in den Ort Ski, nehmen dort einen Imbiss zu uns, sitzen dabei im Freien. Den Kaffee nach dem Essen gibt es beim Sohn Rune, der hier in der Nähe mit seiner Familie wohnt. Rune fährt mit nach Oslo zurück, weil er unser Schiff sehen möchte. Auf der Fahrt erleben wir den typischen Sonntag-Abend Stau auf der Autobahn. Nach der Schiffsbesichtigung sitzen wir alle noch gemütlich im Cockpit. Rosi + Bruno von der "Abraxas, inzwischen auch hier,  kommen auch dazu. Nachdem die Verwandschaft weggefahren ist, sitzen wir mit den Beiden noch in lauer Abendluft und trinken den guten Sekt, den Rosi + Bruno mitgebracht haben, weil sie sich damit verabschieden wollen, da sie morgen gen Süden zurücksegeln. 



    

3.07.

Wir verlängern unsere Liegezeit im Büro des Hafenmeisters. Gegen 11.00 h kommen May-Helen + Arne mit Harald, um sich unser Schiff anzusehen. Alles wird begutachtet und für gut befunden. Wir sitzen dann noch, wieder bei bestem Sommerwetter, im Cockpit und essen gekühlte Wassermelone. Cousin Harald lädt uns für abends  zum Essen zu Hause ein und wird uns dann abholen. Nachmittags relaxen wir etwas an Bord, um für den Abend fit zu sein. Bei Ingvild + Harald gibt es dann Raclette, wir sitzen auf der Terrasse und als Überraschungsgast kommt Cousin Petter-Artur dazu, der überwiegend in Bergen lebt, heute jedoch aus geschäftlichen Gründen nach Oslo musste. Nach dem Essen gucken wir noch in alten Fotoalben alte Familienbilder, z.T aus Lofoten-Zeiten.an. Zum Schluss fährt Petter-Artur mit an Bord, um sich das Schiff anzusehen...... 

4.07.

Heute sind wir wieder mit Kjell + Kamilla verabredet. Mit der Verkehrsfähre fahren wir von Bygdöy in die City / Station beim Rathaus. Wieder bei bestem Wetter spazieren wir zur Festung Akershus, erbaut Ende 1300 n.Ch. von König Haakon V. Magnusson. Im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wurde die Burganlage weiter ausgebaut. Unter König Christian IV. wurde die Burg modernisiert und als Renaissanceschloss und königliche Residenz eingerichtet. Die Rasenflächen der Festung dienen heute der Bevölkerung auch als Sonnenwiese, wie wir überall sehen können. Danach gehen wir in den alten Teil der Stadt Christiania, wie Oslo zwischendurch auch geheißen hat. Dann zur bekannten Karl Johan Gata, begrenzt an einem Ende vom königlichen Schloß, am anderen Ende vom Stortinget, dem Parlamentsgebäude. Überall dazwischen buntes Treiben mit internationalen Besuchern. Gemütlich spazieren wir dann zur Wohnung von Kjell + Kamilla, die mitten in der City liegt. Cousin Dag kommt nach Arbeitsschluß auch dazu und gemeinsam essen wir dann u.a. leckeren Räucher- und Gravedlachs. Um 21.00 h schauen wir uns gemeinsam Fußball WM Deutschland:Italien (0:2) im Fernsehen an. Wegen der Spielzeitverlängerung ist der letzte Bus bereits weg, deshalb fahren wir mit dem Taxi nach Dronningen zurück.








5.07.

Heute ist kein "Programm" angesagt. Wir versuchen 'mal  wieder, ins Internet zu kommen, was in den letzten Tagen nicht geklappt hat, obwohl es hier im Hafen möglich sein soll (wireless). Bei Cousin Harald und Kjell konnten wir zwar unsere Mails lesen bzw. auch darauf antworten, doch für die Bearbeitung der website fehlte die Zeit. Also versucht Harald immer wieder neu, den Hotspot aufzurufen. Nach vielen kläglichen Versuchen haben wir gegen Abend endlich Erfolg und können nun loslegen. Weil dies ja ziemlich aufwändig ist, sitzen wir bis spät in der Nacht daran im Cockpit, weil hier der beste Empfang ist.




6.07.

Heute soll der letzte Tag in Oslo sein. Weil wir so spät bzw. früh in die Koje kamen, wird erstmal ausgeschlafen. Nach dem Spät-Frühstück versuchen wir, nochmal ins Internet zu kommen, weil die nächtliche Bearbeitung unserer website nicht vollständig abgeschlossen werden konnte: es fehlen noch etliche Bilder und das aktualisierte Datum, weil der Empfang unterbrochen war. Heute wieder neuer Anlauf, doch die Signale sind zu schwach; dann endlich: "inlogged"!! Heidrun versucht, Bilder einzustellen, doch es dauert unendlich lange, bis das erste Bild hochgeladen ist, dann ist die Leitung auch schon wieder unterbrochen! Weitere Versuche bleiben erfolglos; das muss also "später" nachgeholt werden. Inzwischen ist auch schon wieder fast Abend, weil diese Vorgänge so langwierig sind. Also geben wir für heute auf. Harald gibt die Key-Card (für die Sanitärräume und das Tor zum Steg) dem Hafenmeister zurück, somit Pfand 100 nkr retour, dann werden die Wassertanks alle vollgefüllt. Nochmals Abendessen im Cockpit mit Blick auf Oslos Kulisse: Ha det bra, Oslo !! Heute war es schwülwarm, die Wetterberichte weisen auf einzelne Gewitter bzw. Gewitterböen hin.


7.07.

Start 9.30 h, S 3 Bft, bedeckt, jedoch warm. Zuerst fahren wir zur gegenüberliegenden Seite  (  Kongen ) und tanken Diesel. Um 10.00 h geht es dann in Richtung Süden mit der Diesel-Fock, da zuerst garkein Wind ist, dann südlicher Hauch gegenan; nimmt jedoch später zügig zu bis 5 Bft = die "Solgangsbris" lässt grüßen, denn der Himmel wird wieder sonnig. Wir steuern die Lagerbukta am westlichen Ufer des Oslofjordes an und sind im Hafen Lagahölet um 12.25 h fest. Hier liegen überwiegend kleinere Motorboote, wir legen uns an das Kopfende eines Steges. Wunderschöne Natur hier und sehr ruhig, bis auf das Möwengekreische, aber die dürfen das ja....   Wir sind das einzige ausländische Schiff. Weil wir hier auch windgeschützt liegen, ist Baden und Schlauchbootfahren kein Problem; Wassertemperatur hier bei  gut duchflutetem Wasser: 20,5°C- uijuijui, das war anfangs ganz schön frisch!  Doch bei 28°C Lufttemperatur gewöhnt man sich daran und wärmt schnell wieder auf. Das i-Tüpfelchen kommt dann am Abend: Hafengeld nur 50,- nkr (ca. 7,- Euro) incl. Strom !!! Üblicherweise zahlen wir sonst 160,-/170,- . In Oslo ist es natürlich teurer, wie in fast allen anderen großen Städten auch .                                                                 15 sm




8.07.

Es ist so idyllisch hier, wir bleiben noch. Beim Aufwachen regnet es leicht, doch nicht lange. Der norwegische Wetterbericht gibt kuling vardsel SW 10-15 ms (Starkwind) bei aufklarendem Wetter. Harald hat "Hummeln im Hintern" und möchte Fahrrad fahren. Es dauert jedoch nicht lange, bis er zurückkommt: Entweder kann man nur "Schuß fahren" oder das Fahrrad schieben = viel zu gebirgig! Heidrun hat derweil gemütlich in der Sonne gesessen ujnd gelesen. Das Wasser hat heute nur 18°C, außerdem zuviel Wind = viel zu kalt zum Baden. Abends haben wir uns dann Fußball WM Deutschland: Portugal ( 3:1) angesehen .




9.07.

8.12 h  Leinen los , bedeckt, S 4-5 Bft. Wir können nicht den direkten Weg aus dieser Bucht ins Fahrwasser zum Oslofjord nehmen, da vom Festland zur benachbarten Schäre eine Hochspannungsleitung in 16 m Höhe verläuft, also zu tief für uns ist. Wir fahren ein Stück zurück, um dann, auf der anderen (Ost-) Seite dieser Schäre, uns "einzufädeln". Zum Hauptfahrwasser des Oslofjordes gibt es dann nur eine relativ schmale Durchfahrt ( grüner und roter Pricken), weil rechts und links davon ein natürlicher Unterwasserdamm mit 1 m Wassertiefe verläuft. Bei Wind SzW, 5 Bft, also gegenan, bleibt der Motor an und wir ziehen entlang der Küste am hier schmalen Oslofjord gen Süden. Der Wind legt zu auf SSW 6 Bft. Wir laufen Horten an, hier gibt es einen relativ neuen Gästehafen, gleich neben dem Fähranleger ( nach Moss / Ostseite). Um 11.55 h sind wir fest (Heckboje). Nachmittags fegt eine dicke Wolkenfront mit starken Böen und Regen über uns hinweg. Doch wir sind unter Deck beschäftigt: hier gibt es Internet, und das Einloggen klappt  s o f o r t . Nun können wir endlich unsere website vervollständigen bzw. aktualisieren.                          20 sm


10.07.

Die Wetterfronten jagen sich wieder = über uns! Gestern hat es bis in die Nacht gegossen, 2-3 Blitze waren auch zu sehen und der Wind fegte wieder über uns hinweg. Heute Morgen war es bedeckt, wir haben erst 'mal ausgeschlafen, weil wir sowieso hierbleiben wollten. Gegen Mittag hat der starke Wind den Himmel leergefegt, blauer Himmel, ca. 26°C, weiße Schaumkämme auf See. Also Landgang, Ortsbesichtigung und shopping im nahen Einkaufszentrum bzw. der dahinterliegenden Fußgängerzone. Auf unserem Rundgang entdedckten wir sogar "Lidl", in den wir natürlich auch hineingegangen sind, um zu prüfen, ob er wirklich hier  auch preiswert ist: für norwegische Verhältnisse schon. In Oslo hatte uns Rune schon erzählt, als wir bei Ski auch einen Laden sahen, dass diese Filialkette dabei ist, auch in Norwegen Fuß zu fassen; es gibt schon einige Geschäfte, soll weiter ausgebaut werden. Viele angebotene Waren hier im Laden in Horten haben (noch?) deutsche Beschriftungen (Direktimport ?) = heimatliche Eindrücke. In norwegischen Supermärkten stellen wir immer wieder erstaunt fest, wieviele Köpfe von z.B. Mini-Blumenkohl oder Weißkohl zu sehen sind bzw. verkauft werden. So kleine Köpfe sieht man bei uns normalerweise nicht; ob evtl. alles kleinwüchsige Gemüse hierher geschickt wird ?.  Dass Salatgurken gut für die schlanke Linie sind, weiß ja jeder, doch dass diese Gurken selbst sooooo schlank sind......  und dann pro Stück 14,90 nkr (1,78 Euro) kosten. Manches Essen muss fast schon mit Andacht und Ehrfurcht genossen werden. Der dänische Wetterbericht kündigt das nächste Tief an; es soll morgen wieder kräftig aus Süd, dann SW-W blasen mit nachfolgendem Regen aus West. Vermutlich werden wir auch dieses Wetter im Hafen über uns ergehen lassen.


 


Für alle, denen der Oslofjord nicht ganz so geläufig ist (das sind vermutlich die meisten), haben wir nachfolgend eine Übersicht erstellt, um das Gelesene auch bildlich umsetzen zu können. 


11.07.

Es regnet bis nachmittags! Die gesamte Besatzung zieht es vor, unter Deck zu  bleiben: Harald holt sich viereckige Augen, weil er fast den ganzen Tag im Internet ist und alles mögliche liest und sich anschaut, auch Mails mit Fotos an die Verwandtschaft in Oslo zur Erinnerung schickt, Heidrun hat sich ein dickes Buch gegriffen und kostet es aus, in Ruhe 'mal viel lesen zu können. Wetterberichte sagen für morgen "kuling vardsel" voraus....   Es ist kühl geworden, Oslo meldet 16°C ( ist ja nicht ganz sooo weit weg).

12.07.

Es ist wenigstens trocken; nach dem Spätfrühstück zeigt sich sogar eine etwas verhaltene Sonne. Wie sagte der Wetterbericht?: Ein Tief mit Zentrum über Skandinavien....   Im westlichen Teil des Skagerraks und der Westküste Norwegens ist noch mehr Wind. Harald radelt, Heidrun ist es zu stürmisch, sie liest den dicken Wälzer zu Ende. Oslo meldet 18°C ( in Hamburg sind es 25°C, in Berlin 29°C)  


13.07.

Wir nutzen heute die Zeit und Gelegenheit, Wäsche zu waschen. In der Sonne und dem schnellen Wind wird alles zügig trocken, somit bieten wir nicht allzulange den Eindruck des "fahrenden Volkes". Den norwegischen Lidl unterstützen wir auch noch'mal mit unserem Einkauf, damit er Feedback erhält, weitere Filialen zu eröffnen.....Bei Coop hier im Einkaufszentrum am Hafen haben wir die bislang preiswertesten Erdbeeren heute gekauft: 15,- nkr/ 500 g ( 1,80 Euro); anfangs in Oslo noch 25,- nkr, danach für 20,- nkr, vorgestern hier auch noch 20,- nkr = tadellos und aromatisch!   Oslo meldet heute 23°C  ( Hamburg 27°C, Berlin 30°C ). Morgen soll es weitergehen.

14.07.

8.25 h Leinen los, N 4 Bft, Boen 5 Bft, strahlend blauer Himmel. Nur unter Genoa segeln wir gen Süd die Küste entlang, der Wind legt weiter zu auf N 6-7 Bft, die Genoa wird etwas gerefft, als wir den roten Pricken südlich von Valloy erreichen, wo wir den Kurs auf West ändern, um zwischen den Schären Richtung Tønsberg zu laufen. Einige schmale Durchfahrten, die jedoch mit roten und grünen Pricken das Fahrwasser  markieren. Vor dem Yachthafen in Tønsberg ist eine Kanalbrücke, die feste Öffnungszyeiten hat, für uns ist dies somit 12.05 Uhr. Um 11.05 h legen wir an dem Wartesteg zur Brückenöffnung an. Kurz danach kommt ein Frachter, der an dem gegenüberliegenden Industriekai anlegen möchte, jedoch vorher noch das Schiff drehen möchte, damit er beim Ablegen dann schon wieder richtig  'rum liegt. Dieses Gewässer ist nicht sehr breit, er hat Mühe, zu drehen, will rückwärts an den Kai, doch sein Bug kommt nicht gegen den Wind gegenan, der ja immer noch kräftig bläst. Sein Bug trieb immer weiter auf uns zu, dann gab er voll voraus, rammte den Wartesteg, seine Bordwand kam auf uns zu !!! Beinahe wäre unsere Reise hier zu Ende gewesen = die "Haaresbreite" betrug ca. 50 cm ! Glück gehabt!!! Etliche Augenzeugen kamen zu uns, um sich zu erkundigen, ob etwas passiert sei, ggfs. als Zeuge zur Verfügung zu stehen. Vielen Dank!  Wir können unbeschadet um 12.05 h die Kanalbrücke passieren, danach kommt jedoch nur  ein Motorboothafen, die Segler müssen durch eine zweite Brücke, die jedoch entsprechend der ersten öffnet, so dass kein Warten mehr erforderlich ist. Um 12.20 h machen wir im Gästehafen fest, am Schwimmsteg mit Ausleger. Als das Schiff richtig vertäut ist, genehmigen wir uns erst 'mal einen Drink auf den erlebten Schock. Nachmittags Erkundungsgang und Besichtigung der Domkirche.                                               15 sm








15.07.

Tønsberg ist die älteste Stadt Norwegens; 872 n.Chr. wurde sie bereits in der Sage über König Harald Schönhaar als Handelsstadt erwähnt. In dieser geschichtsträchtigen Gegend sind etliche Ausgrabungsfunde aus der Wikingerzeit. König Harald Schönhaar ernannte seinen Sohn Bjørn Farmann zum Vizekönig im Vestfold ( wie diese Region hier heisst). Dieser soll von Tønsberg aus mit vielen Ländern Handelsverbindungen gehabt haben, und hat somit zur Entwicklung der Stadt beigetragen. Jarhundertelang war Tønsberg eine königliche Residenzstadt und fungierte zeitweise sogar als Norwegens Hauptstadt. Norwegen umfasste zu der Zeit Teile von Schweden, Grönland, Island, die Farøer, Shetland, Orkneyinseln, Hebriden und die Insel Man, ja sogar Teile von Nordamerika (Vinland) ! König Håkon IV Håkonsson ( 1217-1263 n.Chr.) sorgte für die Ausgrabung des Kanals zwischen Tønsberg und Nøtterøy, damit dieser für grössere Schiffe fahrbar wurde. Er baute auch die Festung Castrum Tunsbergis, zu deren "Füssen"  unser Liegeplatz ist. Also gucken wir uns diese Anlage aus der Nähe an und gehen die steilen Wege zum Schlossberg hinauf. Seinerzeit war dies die grösste Burganlage Norwegens, mit Burgmauern, Rondellen, Kastellen und einer Königshalle. Seine Tochter, Prinzessin Kristina, heiratet 1257 n-.Chr. in Spanien den Prinz Don Felipe.



Der heute noch sichtbare Steinturm ist 1888 n.Chr. gebaut worden, ist 17 m hoch und hat drei Inskriptionen norwegischer Könige: König, Håkon, König Olav und König Harald. Nach soviel Kultur haben wir anschliessend noch einen Stadtbummel gemacht, an    d e m  Treffpunkt hier: die Brygga, wo wir uns  hingesetzt und dem Menschengetümmel nachgesehen haben. Hier sind viele Restaurants und bei diesem schönen Sommertag auch gut besucht. Zum Schluss dann noch ein Gang durch die nahegelegene Nordbyen: Tønsbergs älteste zusammenhängende Bebauung alter, idyllischer Häuser von 1725-1775 n.Ch., die unter Denkmalschutz steht. Danach Entspannung an Bord, in der Sonne. 







16.07.

Leinen los um 8.35 h, Flaute, blau-weisser Himmel. Beim Einholen der Vorleine finden wir einen Fisch an Deck! Gibt es hier auch fliegende Fische ?


Wir motoren den Tønsberg Fjord gen Süden bis an die Spitze der wie ein Finger aussehenden langen Halbinsel, dann westlich zur nächsten "Fingerspitze" von Mefjorden, ca 1,5 sm entfernt. Hier sind die Felsen und vorgelagerten Schären kahl und blank gewaschen. Kein Wunder, da diese hier ungeschützt  am Skagerrack liegen. Wir nehmen den Båtleie" ( das innere Fahrwasser) statt des Skibsleie (äusseres Fahrwasser), vorbei an den braungelben Felsen oft dicht am Ufer. In diesem Gewässer ringsum sind sehr viele Steine "verstreut", doch der Weg ist mit roten und grünen Pricken bzw. mit Spieren auf überspülten Steinen gut markiert. Inzwischen ist der Himmel strahlend blau, Wind SSW 2-3 Bft, also bleibt der Motor an. Da für morgen reichlich Wind angesagt wurde, steuern wir Stavern am westlichen Ufer des Larvikfjords an, da man in Larvik dann nicht so geschützt liegt Der Hafen ist ziemlich voll, der Gästesteg fast belegt, doch es ist besonders schwellig hier, da ständig (Motor-)Boote ein- und auslaufen; ausserdem ist hier das maritime Zentrum mit etlichen Restaurants, Eisläden usw. (laut!) Ein Grossteil der weiteren Stege ist privat / f. Festlieger, wie grosse Schilder bekannt geben. Dann sehen wir direkt an der Aussenmole einen freien Schwimmsteg - privat-, doch darauf liegt ein dort befestigter Hinweis: ledige plass. Wir machen um 12.30 h längsseits fest, noch im Zweifel, ob wir hier liegenbleiben können. Nachmittags kommt per Auto der "Besitzer" und teilt mit, dass wir liegenbleiben können. Erst wollte er für zwei Nächte 600,- nkr, Harald hat ihn auf 500,- nkr runtergehandelt. Doch der Platz ist gut und ruhig. Später kommt noch ein weiteres deutsches Segelboot, das sich vor uns  längsseits legt; ihm werden 200,- nkr pro Nacht berechnet, da er etwas kleiner ist.  Tja, so kann man also auch seine Festkosten reduzieren....                                           23 sm 




17.07.

Wie vorhergesagt, bläst es heute kräftig, der Himmel ist fast bedeckt. Wir liegen jedoch gut hier, und weil es rundum so ruhig ist, duschen wir morgens ausgiebig im Cockpit. Harald radelt um den weitläufigen Hafen und besorgt frisches Brot im Städtchen. Später erkunden wir die Umgebung, besichtigen die auf dem Festland gelegene Festung Frederiksvern, die um 1750 n.Ch. errichtet worden ist.Auf den vorgelagerten hohen Schären sind zusätzlich hohe Zitadellen erbaut worden, um den Feind rechtzeitig ausmachen zu können. Stavern war lange Zeit eine Marine-Hochburg, bekannt geworden durch den norwegischen Seehelden Peter Wessel, der 1718 n.Ch. die schwedische Flotte in einem Bravourstück vernichtete. Heute ist dieser Ort touristisch sehr beliebt, entsprechend gibt es zahlreiche Angebote und Restaurants für die Besucher. Larvik ist nur ca. 7 km entfernt (Fährhafen nach Dänemark); ausserdem haben viele Norweger hier auch ihre Sommerhäuser. Das Sørlandet (norw. Südland ) ist sehr beliebt, ein Sommertraum für fast jeden Norweger, da es hier wärmer und, vor allem, sonniger ist als sonst in Norwegen. Man sagt den Bewohnern des Sørlands nach, dass sie ein besonders aufgeschlossener Menschenschlag seien, vermutlich deshalb, weil sie schon sehr früh engste Beziehungen zu Europa unterhielten (Holzhandel mit Holland und England, grosse Handeslflotten). Gegen Abend lockert sich die inzwischen dicke Wolkendecke wieder auf; die Sonne kommt wieder. 





18.07.

Start um 10.50 h, ENE 2-3, bestes Wetter. Wir motoren durch die Südausfahrt von Stavern, direkt in den Skagerrak. Um die vielen "hingeschmissenen" Felsbrocken zu umgehen, laufen wir bis zur schwarz-gelb-schwarzen Tonne; von hier aus können wir auf Westkurs gehen, ohne uns um diese Steine und dazugehörenden Seezeichen kümmern zu müssen. Alle Segel hoch!  Nach anfänglichen Arbeiten wie Genoa ausbaumen, Gross dann schiften, wieder zurück, Bullentalje angebracht, damit der Grossbaum nicht zurückschlägt, folgt schönes Segeln bei etwas hohem Seegang, da noch Dünung aus SW vom Vortag steht. Der Wind nimmt etwas zu auf  ESE 3-4 Bft. Um 15.05 h erreichen wir den gelbschwarzen Pricken südöstlich von Jumfruland, wo wir in das Schärenwasser nach Kragerø abbiegen. Kurz vor dem Hafen Segel runter, Motor an, im Westhafen Liegeplatzsuche: alles voll. Wir fahren um die Schäre 'rum zum Osthafen, eigentlich auch alles voll, doch dann ergibt sich ein Platz, weil im inneren Hafen ein Schiff ablegt; fest um 16.25 h. Kragerø nennt sich die "Perle Südnorwegens", dementsprechend stark besucht und viele Sommerhäuser  rundum. Die Stadt selbst ist relativ alt und hat noch viele schöne alte Häuser. Gegen Abend lässt dann endlich auch das hohe Verkehrsaufkommen der zahlreichen Motorboote nach, die hierher fahren, um einzukaufen. Endlich Ruhe!                                                                                28 sm 




19.07.

Leinen los um 10.20 h, NNE 3 Bft, noch bedeckt, was sich jedoch schnell erledigt. Als wir unter Motor die schmale Ausfahrt zum Skagerrak hinter uns haben, wird der Himmel immer blauer, der Wind kommt aus Ost, 4 Bft, wir setzen die Genoa und segeln entlang der Küste bei schwelligem Seegang. Beim Pricken  Østerfjorden biegen wir wieder in den Schärengarten Richtung Risør, umgeben, überholt und "verfolgt" von zahlreichen Motorbooten, die zusätzlichen Schwell verursachten; aber das ist eben so bei "Nadelöhren", dass sich hier alle treffen. Um 12.30 h erreichen wir das Hafengebiet von Risør  und man glaubt es kaum, wieviele  !! Motorboote hier herumkurven und auch einen Platz suchen. Wir fahren das Hafengelände immer wieder ab und nach ca. 2 Stunden !! haben wir endlich einen Liegeplatz im Gästehafen, Heckanker. SMS-Nachfrage bein Cousin Harald und Ingvild ergibt, dass sie nur einige Meilen nördlich von Risør sind ( weil derzeit mit dem Motorboot unterwegs) und morgen nach Risør kommen wollen.                     15 sm.


20.07.

Wir sind gerade mit dem Frühstück fertg, als auch schon Cousin Harald und Ingvild kommen: Große Wiedersehensfreude! Vorerst liegen sie an einem Kurzparkanleger und nachdem sich einige Lücken ergeben weil die ersten ablegen, wollen sie ihr Boot etwas dichter zu uns verholen. Es erfordert natürlich wieder Geduld, da etliche Boote auf Lücken warten und diese schnell auffüllen. Doch nach einiger Zeit ergibt sich endlich ein Liegeplatz gegenüber von uns. Nun können wir erst 'mal in Ruhe klönen und dann gemeinsam den Landgang starten. Vom ehemaligen Lotsenausguck auf einer Anhöhe haben wir einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung; außerdem weht hier oben ein angenehmes Lüftchen in der strahlenden Sonne. Das Abendessen nehmen wir gemeinsam bei uns an Bord ein und sitzen noch gemütlich danach im Cockpit in der wunderbaren lauen Abendluft. 






21.07.

Der Himmel ist bedeckt, kein Wind = günstig für Motorboote. Harald und Ingvild verabschieden sich, da sie Freunde aus der Nachbarschaft auf der Inel Tromöy bei Arendal besuchen wollen, die hier ein Sommerhaus haben.


Nach dem Frühstück erledigen wir den "Monsterabwasch" des Vorabends und klaren auf. Das Verkehrschaos der Motorboote ist heute nicht ganz so schlimm, dafür laufen heute viele Segelyachten ein. In einer Butik wird Internetnutzung angeboten und wir nehmen diese Gelegenheit wahr, um wenigstens etwas Text aufzuarbeiten. Wir sitzen in einer Ecke des kleinen Ladens und können ungestört schreiben. Da jedoch üblicherweise für 15 Minuten Sitzungsdauer abgerechnet wird und wir  nach Verhandlung nur für diesen Zeitraum bezahlen müssen, auch wenn es länger dauert, wird der Text schnell und konzentriert eingegeben. Die Bilder müssen später eingearbeitet werden. Von Harald und Ingvild erhalten wir per SMS die Info, dass wir vorerst nicht nach Arendal segeln sollen (unsere Planung), da der Hafen überfüllt ist, weil an diesem Wochenende  WM-Offshore-Motorbootrennen (Formel 1) stattfinden. Gut, dass wir hiergeblieben sind.


22.07. 

Superfaulenzer-Tag in der "weißen Stadt am Skagerrak". Bei 28/29°C in der Sonne aalen, lesen.


23.07.

Erster Start um 10.10 h, da wir vorerst zur Wassertankstelle fahren, um die Tanks zu füllen. Um 10.50 h geht es dann endgültig weiter, den Weg hinaus zum Skagerrak motoren wir. Der Himmel ist bedeckt, E 2 Bft. Vor der Küste setzen wir die Segel und lassen die mit Felssen gespickten Untiefen alle rechts liegen. Der Wind läßt nach, also Diesel-Fock an; der Himmel wird freundlicher. Um 13.35 h erreichen wir unseren "Abbieger-Pricken" in den Tromöysund. Kurz vor der Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet,um 14.20 h, müssen alle Boote und Schiffe die Fahrt stoppen, die Küstenwache liegt hier mit entsprechendem Sperr-Flaggenhinweis. Gleich darauf wird klar warum: die Motorrennyachten kommen angebraust! Zuerst sieht man nur Wasserfontainen, dann, mit viel Lärm von den Booten und der darüberfliegenden Hubschrauber nähern sich die Flitzer, um dann wieder zurück zu fahren. Wir können danach alle wieder weiter; jedoch nur bis kurz vor Arendal, hier ist wieder alles gesperrt, weil hier der Rundkurs des Rennen stattfindet. Es sind ca. 10 Rennyachten, alle über 40 ft, bunt bemalt, die mit ca 250 km/h über das Wasser sausen. Rundherum eine Menge Zuschauerboote; die am Berg liegenden Häuser haben wohl alle Besuch, denn sämtliche Balkone, Terrassen sind voller Leute, auch eine Zuschauertribühne ist am Hafen installiert. Nach fast 1 Stunde ist das Rennen beendet und die See "kocht" von den vielen Booten, die sich jetzt kreuz und quer  auf den Rückweg machen: Chaos!! Wir legen uns erst'mal an einen Brückenkopf und warten ab, denn überall ist noch Gewusel, der Hafen noch voll. Nach ca 45 Minuten legen wir wieder ab, weil sich am einsehbaren äußeren Steg des Gästehafens Lücken bilden: also, nichts wie hin = 17.20 h fest (Heckboje); gerade rechtzeitig, denn gleich danach werden die eben noch freien Plätze neben uns mit norwegischen Booten "aufgefüllt" .                                                                         21 sm    


24.07.

Stadtbesichtigung bei wunderbarem Wetter;  d e r  Treffpunkt in Arendal ist der "Pollen", der innerste Hafenteil. Rundherum viele Lokale und die Fußgängerzone mit den Geschäften schließt sich gleich an. Vom Zentrum führen dann  jedoch steile Straßen und Wege zu den Wohngebieten: die Bergziege lässt grüssen! Viele alte und schöne Holzhäuser gibt es hier, deren Bewohner z.T. spektakuläre Aussichten auf das Wasser genießen können. Heute werden in der Stadt noch Aufräumarbeiten vom Bootsrennen erledigt; auch die mitgereisten Rennwagen (Ferrari) werden wieder in große LKW verladen. Arendal pflegte zu seiner besten Zeit besonders enge Handelsbeziehungen zu England, wohin es vor allem Holz exportierte. Das 1663 n.Chr. fast vollständig abgebrannte London wurde zum grossen Teil mit Holz aus Norwegen wieder aufgebaut.



25.07.

11.40 h Leinen los, SSE 2-3 Bft, blauer Himmel. Wir motoren duch die Südausfahrt, danach rollen wir die Genoa aus und segeln im inneren Küstenfahrwasser; Wind jetzt SE 3 Bft, einige Wolken ziehen auf. Nach 2 Stunden wird der Wind noch weniger, deshalb Motor an, Genoa runter. 14.20 h erreichen wir unseren Abbieger und durchlaufen das Schärenlabyrinth südlich Malöya. Die Sonne behauptet sich wieder, Flaute bleibt. Um 14.45 h fest im Gästehafen von Grimstadt, Heckboje. Hier treffen wir noch einen "Balticer" aus Kiel mit seiner Frau, die gerade ablegen wollten = wird gestoppt, weil wir erst noch kurz darüber klönen, wer wo war bzw. hin will....   Die Beiden waren in Bergen und hatten überwiegend schlechtes Wetter, erst hier an der Südküste konnten sie sich wieder aufwärmen. Grimstad ist u.a. eng verbunden mit dem Künstler Henrik Ibsen, der hier als Apotheker-Lehrling bereits seine ersten ernsten Gedichte und sein erstets Schauspiel geschrieben hat. Diese Stadt erscheint auch in seinen späteren Werken bzw. in seinen Beschreibungen kleiner Küstenstädtchen. Wenn man durch die engen Straßen mit den vielen alten Häusern schlendert und sich die Autos weg denkt, scheint sich nicht viel verändert zu haben. Sehr hübsch hier, trotz Tourismus. Im nahen Einkaufszentrum ( die Geschäfte in der Stadt schliessen bereits um 17.00 Uhr) konnten wir dann noch günstig Erdbeeren kaufen ( 13,- nkr/500 g)                                                               13,4 sm




26.07.

Wir nutzen die günstige Gelegenheit -wie anscheinend alle im Hafen: Großandrang an den vier Waschmaschinen und drei Trocknern- (nahe und preiswert ): Waschtag!  Drumherum: Sonne  genießen.


27.07.

Leinen los 11.07 h; bewölkt bzw. "milchig", ESE 2 Bft. Wir motoren durch die Südausfahrt, rollen dann die Genoa aus, doch nur für ca. 15 Minuten, da der Wind nur noch "haucht" bzw. uns der Strom quertreibt in Richtung der gespickten Untiefen. Also Motor wieder an, damit wir vorwärts kommen, die Steine lassen wir wieder rechts liegen. Um 12.45 h nimmt die Sicht rapide ab, aus dem Dunst wird fast Nebel, wir dachten schon, dass nun die Küste "eingezogen" wird. Wir sind jedoch kurz vor unserem Abbieger Richtung Lillesand. Als wir zwischen der "Eingangspforte" - rechts und links Schären - sind, wird die Sicht etwas besser, wir sehen den Leuchtturm auf der Backbordseite. Zum Hafen geht es dann einfach geradeaus, ohne im Weg liegende Felsen. Es ist nicht nur Ferienzeit, nein auch ein  kleiner Jahrmarkt ist auf der Ostseite, auf dem einige Fahrgestelle errichtet sind. Alles ist natürlich voll belegt, wie wir bei der Rundfahrt feststellen, doch dann ergibt sich an der Außenbrücke ein Platz, weil der Segler gerade ablegt: wird also unser Liegeplatz (Heckboje). Beim Bezahlen des Hafengeldes ergibt sich, dass hiermit kostenlose Internetnutzung (wireless) möglich ist! Das Städtchen liegt sehr malerisch auf sanften grünen Hügeln rings um die Bucht, die den Hafen bildet. Da Lillesand im Gegensatz zu den meisten anderen Sörlandet-Städten nie abgebrannt ist, sind hier noch ganz alte Häuser zu sehen, u.a. wirklich alte Patrizierhäuser ( in Risör sind sie nach einem Brand wieder neu gebaut worden ).                                                                            12 sm





28.07.

Morgens kurzes Gewitter mit allem, was dazugehört. Danach ist der Himmel noch lange "komisch" = wir bleiben. Später gehen wir in die "City", schlendern durch die Straßen, gucken uns auch die Kirche von innen an, da sie heute einige Stunden geöffnet ist. Auch zum "Tivoli "gehen wir, doch als Hamburger ist man ja vom "Hamburger Dom" sehr verwöhnt.... Inzwischen kommt wieder die Sonne durch, somit ist ein schönes Eis am Hafen gerechtfertigt. Im Intenet lesen wir einige Berichte zur Sommerhitze in Deutschlaand, wo alle stöhnen = da ist es bei uns doch luftiger: ca. 28/29°C und es weht dazu eine Brise. Harald hat vom Schiff aus gebadet: 21,5°C Wassertemperatur; wir liegen hier auf ca. 15 m Wassertiefe und weil alles offen ist, auch gut durchflutet.


29.07.

Leinen los 13.40 h, SE 3-4 Bft, heiter. Unter Motor passieren wir um 13.55 h den Leuchtturm Saltholmen und nehmen Abschied von Norwegen, denn wir wollen über den Skagerrak nach Skagen, Dänemark. Die Wettervorhersage ist günstig, da SW-W angesagt ist, auch günstig für unseren langen Schlag, ca. 90 sm.




An der gelbschwarzen Spiere setzen wir die Segel und müssen erst ca. 1 Stunde kreuzen, bis der Wind immer südlicher wird und wir unseren gewünschten Kurs anliegen können. Einzelne Wolken ziehen auf, die sich windmässig günstig auf unsere Richtung auswirken und auch etwas den Wind verstärken: Schönes segeln !! Um 18.40 h überqueren wir den 9. Längengrad auf  58°06, 2' N. Um 21.15 h verlassen wir die norwegischen und sind "über die Grenze" in dänischen Gewässern. Der Himmel ist fast bedeckt, es sind nur einzelne Sterne zu sehen; es ist jedoch nicht kalt, also gut auszuhalten. Auf dem Schifffahrtsweg nach Hirtshals begegnet uns eine Fähre auf dem Weg dorthin, bzw. einige Zeit später läuft eine in entgegengesetzter Richtung , auf dem Weg nach Norwegen; die vielen Lichter sind lange in der Dunkelheit zu sehen. Danach müssen wir besonders auf die Fischerboote achten, die in grosser Anzahl ihrer Arbeit nachgehen und Schleppnetze hinter sich herziehen. Keiner von uns beiden ist müde, es ist viel zu anregend, auf Wind, Wolken und Schiffe in dieser shönen Nacht zu achten, so dass wir gemeinsam aufbleiben und nicht abwechselnd schlafen. Um 4.00 h schläft dafür der Wind ein und macht keine Anstalten, sich noch einmal zu erheben, also muss der Motor weiterhelfen. Der Morgen dämmert,  um 4.45 h zeigt sich stückweise die rote Sonne am Horizont (Wolken). Zeit für eine kräftige Brühe zur Überbrückung bis zum Frühstück. Um 5.45 h umrunden wir die Tonne Skagens Rev bei spiegelglatter See und erreichen den Hafen um 6.45 h. Erwartungsgemäß ist der Hafen voll, wir beginnen die Hafenrundfahrt, auch in den kleinen Segelhafen für die Festlieger. Wir sind zu früh, denn die meisten Schiffsbesatzungen schlafen noch oder sind noch beim Frühstück. Die Segler, die uns bereits entgegenkamen, haben vermutlich nur die grossen "Päckchen" reduziert. Bei der nächsten Runde im Gästehafen hat sich eine Lücke bei den Schiffen, die unter Heckanker liegen, ergeben, die noch nicht ganz für uns reicht, doch der schwedische Segler links ist schon auf und gibt zu verstehen, dass er bald ablegen wird. Prima für uns!! 7.50 h fest im Hafen 2, Heckanker. Weil wir einige Tage hier bleiben wollen, ist es ruhiger, nicht im Päckchen liegen zu müssen. Nun frühstücken wir in Ruhe; nach dem Nachttörn sind gebratene Eier genau das richtige!                                 89,4 sm





30.07.

Nachdem wir etwas Schlaf nachgeholt haben, folgt der "Luscher-Tag" = keine grossen Aktivitäten, ausser Hafenrundgang bei Sonnenschein und Fischplatte essen in einem der zahlreichen Lokale am Hafen, im Freien. Überwiegend norwegische und schwedische Yachten, vereinzelt deutsche und, man staune: sogar einige dänische!




31.07.

Wie der dänische Wetterbericht vorhergesagt hatte: es regnet am Vormittag = also erst 'mal ausschlafen, dann gemütlich frühstücken; zur Feier des Tages, weil in unserem geliebten Skagen und wg. Dänemark, gibt es üppig "Wiener Bröd" dazu. Hmmm, lecker !!! Als der Regen aufhört, bummeln wir durch Skagens Gogade und kaufen bei "Super Brugsen" ein. Ja, ja, nun verstehen wir besonders, warum die Norweger und Schweden hier die Regale leerkaufen: bei  d e n  Preisen! Wir holen uns beim Fischhändler für das Abendessen frische Rejer (Garnelen) und bei Sonnenschein und frischem Wind ist erst mal "pulen"im Cockpit angesagt. Die Mühe hat sich gelohnt!!


1.08.

Seit Generationen haben sich Künstler von dem besonderen Licht über der Spitze von Dänemark inspirieren lassen - am bekanntesten sind die Skagen-Maler aus der Zeit um 1900 n.Chr.  Dasselbe Licht bringt auch heute Kunstinteressierte hierher. Es gibt sehr viele Gallerien, Werke von Bildhauern und Kunsthandwerkern sind zu sehen. Heidelandschaft, Moore, Wiesen, Dünen und Strand, besonders jedoch Grenen, wo Nord- und Ostsee "zusammenstossen", prägen die Natur. Geht  bzw. radelt man vom Hafen nach Westen, liegt dort das idyllische Gl.Skaken (Alt-Skagen ) an der Nordseeküste, umgeben von mit Strandhafer bewachsenen Dünen und langen Sandstränden. Auch die "Tilsandete Kirke", die von Wanderdünen eingenommen worden ist, lohnt einen Ausflug; der Flugsand ist das grosse Problem dieser Gegend. Wind und Wasser nagen an den Küsten, lagern jedoch im Norden Sand und Steine wieder ab, so dass das Land nach Norden wächst, südlich davon an der Kattegatküste jedoch schmaler wird. Als der graue Leuchtturm 1858 n.Chr. errichtet wurde, lag er fast in der Mitte der beiden Meere. Heute steht er fast im Wasser, und nur die Bunen verhindern, dass er ins Wasser stürzt. Unsere Möglichkeiten, die Gegend zu erkunden sind jedoch sehr eingeschränkt, da am Mittag der blaue Himmel mit einer dunkelgrauen Front bedeckt wird: es pfeift und regnet den ganzen restlichen Tag. Es ist auch sehr kühl geworden: nach Wochen mit kurzen Hosen an sind jetzt die langen Hosenbeine erforderlich!




2.08.

Es regnet und bläst kräftig; der dänische Wetterbericht gibt "kuling vardsel". Nach dem entsprechend späten Frühstück gehen wir mit dem Laptop in die öffentliche Bibliothek, die heute von 13.00 - 18.00 Uhr geöffnet hat und ihren eigenen Hotspot kostenlos zur Internetnutzung anbietet. Ein toller Service!  Im Hafen gibt es zwar auch einen kostenlosen Hotpsot, nur deckt dieser den Hafen nicht vollständig ab; da wir am äusseren Steg liegen, ist die Verbindung sehr unstet, also ungeeignet für die Homepage-Bearbeitung. In der Bibliothek sind Tische aufgestellt, an denen bequem die "user" ins Internet gehen können; diese Möglichkeit wird auch zahlreich genutzt. Draussen prasselt der Regen, hier drin ist es trocken und warm. Danach- auf dem Weg zurück- beehren wir "Aldi" mit unserem Einkauf; auch der Fischhändler verdient an uns. Nach einem guten Abendessen bleiben wir unter Deck und sehen fern; der Regen trommelt aufs Deck.

3.08.

Es stürmt, morgens scheint noch die Sonne, doch im Verlauf des Vormittags zieht  sich der Himmel wieder zu; nachmittags regnet es. In einer der Fischauktionshallen ist z.Z. eine Fotoausstellung des Franzosen Yann Arthus-Bertrand. Auf 150 grossen Bildern sind beeindruckende Aufnahmen aus der Luft von Landschaften und Städten der ganzen Welt: sehenswert!




4.08.

Die Sonne scheint wieder, es ist auch wieder schön warm. Der Wind ist anfangs noch lebhaft, beruhigt sich jedoch im Laufe des Tages. Gemütlich lesen, Sonne tanken, das ist Urlaub! ( ach ja, haben wir ja nie mehr!!...)




5.08.

Vorleinen los um 10.10 h, Sonne, NE 2 Bft. Dann folgt das Krafttraining für Harald: Heckanker auf: der hat sich so fest eingegraben, dass alle Muskeln eingesetzt werden müssen, doch erst mit Hilfe der Winsch lässt er sich hochholen! Gut so, denn er hat auch im Starkwind von der Seite bis achterlich gehalten. Auf See setzen wir die Segel, jedoch nur für ca. 40 Minuten, dann ist der Wind weg = Diesel-Fock an. Vorbei an Hirsholm motoren wir nach Saeby und sind im Hafen fest um 14.50 h Den ganzen Tag Sonne bei Windhauch; der dänische Wetterbericht hatte NO 3-8 m/s angesagt, der deutsche NO 4-5 Bft = keiner hatte es richtig getroffen. Hier in Saeby gibt es einen netten Brauch während der Segelsaison: Um 21.00 h bläst ein von der Stadt gestellter Trompeter zur Flaggenparade (für Unkundige: die Nationalflaggen aller Schiffe werden bei Sonnenuntergang eingeholt bzw. im Sommer, wenn es lange hell ist, um 21.00 Uhr ).                                                                      24sm


6.08.

Hafentag bei herrlichem Sommerwetter, kaum Wind. Das gute Wetter nutzen wir zum Wäschewaschen. Harald spielt "Wäschereitransport": mit dem Schlauchboot fährt er die schmutzige Wäsche zur Waschmaschine und danach sauber wieder zurück, zum trocknen in der Sonne. Zwischendurch lassen wir uns die Sonne selbst auf den Bauch scheinen.


7.08.

10.50 h Leinen los, nachdem wir an der Tankstelle noch Diesel aufgefüllt haben. W 3-4 Bft, böig. Nach einer Stunde entlang der Jütländischen Küste wird der Wind etwas südlicher, die Böen legen auf 5-6 Bft zu, bzw. pendelt sich diese Windstärke dauerhaft ein; um es etwas bequemer zu haben, reffen wir etwas das Groß. Um 15.05 h erreichen wir Hals Barre, nehmen die Segel weg und motoren in die Rinne. Der Wind liegt jetzt bei 6 Bft aus WNW, zusätzlich starker Strom aus dem Limfjord gegenan. Fest im Hafen von Hals um 15.45 h, natürlich im Päckchen ( wir sind das zweite Schiff ), zum Schluss sind es insgesamt 5 Schiffe. Das schlimmste am Päckchenliegen ist, wenn "Trampeltiere" dazwischen sind - wir versuchen immer "leise wie eine Elfe" über die Schiffe zu gehen, doch Trampeltiere poltern gnadenlos übers Deck; und wenn man dann noch einen Hund mithat, der zwischendurch auch noch Gassi gehen muss, trampelt man noch öfter hin und her......29,5 sm


8.08.

Der Holländer ( 1. Schiff ) hatte schon am Vorabend gesagt, dass er um 9.00 h starten will, das passt uns gut, also lösen wir uns auch aus dem Päckchen um 8.55 h. W-NW 2 Bft, bewölkt. Wir motoren durch die Rinne, setzen dann die Segel. Die deutsche Wettervorhersage sprach von noerdwestlichen Winden um 4 Bft, später etwas zunehmend, der Dänevon NW-W 3-8 m/s. Was hatten wir "in echt"? NE 2-3, der dann auf E 3 Bft dreht = können unseren Kurs gerade anliegen. Die Sonne setzt sich durch, vertreibt die Wolken. Um 12.35 h dreht der "Wind" auf ESE 2 Bft, also genau auf die Nase: Motor an, Segel runter. 16.55 h passieren wir den Leuchtturm Fornaes bei Flaute und Strom gegenan. 17.00 h fest in Grenaa = wirklich fest, denn die ausgeguckte Box ist um ca. 5 cm zu eng, wir stecken fest! Mit viel Mühe und mit Hilfe eines Tampens über die Winsch können wir uns endlich befreien. Die nächste Box ist auch zu eng, doch wir sind sofort wieder rückwärts, die dritte passt dann endlich. Weil Heidrun keine Lust hat, heute zu kochen, gehen wir ins Restaurant im Hafen, wo ein Buffet für 168,- dkr  i n c l u s i v e  Getränke ( Softdrinks, Bier, Wein ! ) angeboten wird. Zwei Stunden lang hat man Zeit, sich selbst zu bedienen; u.a. Lachs gegrillt oder graved, diverse Sild ( eingelegte Heringe ), Räucherfisch, Garnelen, Salate, gegrillte Fleischsorten usw.....Sehr schmackhaft!! Den randvollen Magen haben wir dann an Bord mit einem ( zwei, drei....) Rum zur  Verdauung angestossen.                                                                                                                  43,3 sm


9.08.

10.05 h Leinen los, WNW 3 Bft, bewölkt. Das Segeln wird beschäftigungsreich: DerWind springt zwischen NNW und W zwischen 1-3 Bft hin und her, was bedeutet, dass die Segel mal gefiert oder dicht geholt werden müssen. Dann wird es kurios: SW 1-2 Bft! Kein Wetterbericht hatte etwas von     d i e s e r  Windrichtung erzählt; es sollte NW-W sein! Weil die Geschwindigkeit nur noch 2 kn beträgt, werfen wir den Motor an, nehmen aujch das Großsegel weg, weil es nur flattert und bremst. 13.45 h passieren wir die grüne Tonne Klokkegrund, Wind SSW 3 Bft, setzen die Segel und ziehen um die Südküste Richtung Ebeltoft. Das Wetter hatte sich wieder etwas sonnig entwickelt und die Ebeltoft-Bucht präsentiert sich beim Anlaufen des Hafens in einem schönen Anblick. Wir peilen den Handelshafen an, da der Yachthafen meistens voll ist bzw. breite Boxenplätze selten sind. Im Handelshafen sind auch einige Boxenplätze und es ist auch noch Platz hier; fest um 15.25 h. Hier ist es auch ruhiger vom Umfeld her, schön für uns, da wir einige Tage hier bleiben möchten. Am späten Nachmittag zieht eine sehr dunkle Wolkenfront auf, die sich dann jedoch "verteilt" und  j e t z t  den versprochenen NW-Wind bringt........                                                                        27 sm

10.08.

Nachts und vormittags regnet es = ausschlafen. Weil man dei dem Regen keinen losschickt, gibt es Cornflakes, da Brot und Brötchen bei uns ausgegangen sind; schmeckt aber auch. Es soll im Laufe des Tages trocken werden bzw. etwas aufklaren. Schön, denn wir wollen "in die City". Ebeltoft gehört zu den ältesten und idyllischsten dänischen Kleinstädten; viele alte Fachwerkhäuser, die liebevoll gepflegt werden und einen "Puppenstuben-Eindruck" vermitteln. In der Altstadt noch Kopfsteinpflaster, viele Stockrosen vor den Häusern, die meist auch noch schöne geschnitzte Haustüren haben. Das Kunsthandwerk hier wird hauptsächlich von Glasbläsereien und Töpfereien präsentiert. Heidrun ist etwas traurig, weil "ihr" kleiner Laden mit dem schönen Schnickschnack nicht mehr existiert; jetzt ist es eine Caféteria geworden! Schade. Zum Schluss gehen wir noch in den gut sortierten Supermarkt und stocken unsere frischen Vorräte wieder auf. Zurück auf dem Strandweg Richtung Hafen, vorbei an der Fregatte "Jylland"; doch die ist morgen dran. Die Zubereitung des Abendessens wird musikalisch untermalt vom schwedischen Bootsnachbarn, der Schifferklavier spielt; sehr schön.



11.08.

Heute "machen wir in Kultur". Endlich nehmen wir die Gelegenheit wahr und besichtigen die Fregatte "Jylland". Sie wurde 1856 - 1862 n.Chr. in Kopenhagen gebaut. Sie ist eines der größten Kriegsschiffe, die sich auf Grund physikalischer Gegebeanheiten überhaupt aus Holz bauen lassen. Die Fregatte war von 1862-1874 als Kriegsschiff im Dienst und wurde im Mai 1864 zum nationalen Symbol Dänemarks, als sie im Seegefecht vor Helgoland den Kampf gegen die österreichisch- preußische Flotte mit einem Volltreffer entscheiden konntel Später wurde sie das Königsschiff von Christian IX, danach Exerzierschiff, dann Begleitschiff auf Fahrten des neuen Königsschiffs "Dannebro", zum Schluss Herberge für Schulkinder aus der Provinz, die in Kopenhagen Ferien machten. 1960  kam das Schiff als Wrack nach Ebeltoft und liegt hier seit 1984 im Trockendock. Die Restaurierung war nur Dank vieler Sponsoren möglich und dauert noch an. Ein Film auch in deutscher Sprache wird hierzu gezeigt, die anschließende Besichtigung ist sehr eindrucksvoll. Insgesamt waren seinerzeit 430 Männer  als Besatzung an Bord und die einzelnen Decks vermitteln einen Eindruck, wie das gewesen sein könnte. Puppen sind aufgestellt bei den Kanonen oder im Mannschaftsdeck beim Essen oder schlafen in der Hängematte oder der Koch in der Mannschaftsküche. Im Achterschiff oben die luxuriöse Kabine des Kapitäns und der Offziere. Sehenswert.  Danach waren wir im neuen Glasmuseum, das umgezogen ist und jetzt nahe bei der "Jylland" liegt; eröffnet dieses Jahr von Königin Margarethe - die Schere und ein Stück des roten Bandes liegen noch hier zur Erinnerung. Das Museum beherbergt eine anerkannte Sammlung moderner internationaler Glaskunst.




12.08.

Nachts war Gewitter und sintflutartiger Regen trommelte aufs Deck. Der Regen blieb, es ist ungemütlich: kühl, wolkenverhangen, nass. Als es am späten Vormittag 'mal trocken ist, radelt Harald zum Schiffsausrüster und besorgt vorsorglich eine neue Gasflasche. Da er dies mit einem etwas ausgedehnteren Rückweg verbindet, erwischt er promt den nächsten Regen und muss sich ca. 1 Stunde irgendwo unterstellen, bis es fast trocken wird und er schnell zurückradelt. Danach bleiben wir unter Deck. Abends schauen wir uns im Fernsehen den Bericht von der Hanse-Sail in Rostock an.


13.08.

"....ein Tiefdrucksystem..." Beim Aujfstehen morgens sah es erst noch ganz freundlich aus, aber nicht lange: Wolkenungetüme schoben den Himmel wieder zu und das vertraute Regengeräusch mit kräftigem Wind war den ganzen Tag zu hören. Schön, wenn man dann ein gemütliches Schiff hat.

14.08.

Eigentlich müsste die Landwirtschaft jetzt wieder genug Wasser erhalten haben, es könnte ruhig wieder freundlicher werden! Jedoch weit entfernt: Permanenter, kräftiger Regen. 15/17°C- brrrrr......  Die Wetterberichte geben Starkwindwarnungen aus für das gesamte Gebiet, dazu Schauer- und Gewitterböen.

15.08.

"...ein  Sturmtief über Jütland...", dazu rundum ein Tief nach dem anderen. Nachts war kuling vardsel 15 m/s, für den heutigen Tag wird ebenfalls wieder kuling vardsel / Starkwindwarnung angesagt. Morgens 14°C.  Wir nutzen das schlechte Wetter und gehen in die Bibliothek, in der kostenlose Internetnutzung angeboten wird.  Nachfolgend  ein Kartenüberblick zur Orientierung.


16.08.

11.40 Leinen los, W 4-5 Bft, stark bewölkt. Wir motoren durch die Rinne, setzen nach der nördlichen grünen Tonne die gerefften Segel. Der Wind dreht im Verlauf des südlichen Kurses erst auf WSW 5 Bft, dann SSW; können den Kurs nicht mehr halten, gehen auf die Kreuz; See gegenan, es spritzt manchmal das Wasser auf das Deck, doch der Himmel wird freundlich. Als um 15.35 h der Wind noch spitzer wird, wir jedoch die nördliche der grünen Tonnen, die östlich von Tunø liegen, querab haben, motoren wir den Rest gegenan in den Hafen von Tunø , fest um 16.15 h, Boxenplatz! So komfortabel haben wir lange nicht mehr hier gelegen. Im Sommer ist der Hafen meistens überfüllt, da die autofreie Insel schöne Natur und Badestrände aufzuweisen hat. Transportmittel von der Fähre ins Dorf ist ein Trecker. Wir liegen neben "SY Sophie", die wir von Schilksee her kennen, weil wir an demselben Steg den Liegeplatz hatten.                                                              23 sm






17.08.

11.00 h Leinen los, SE 1-2 Bft, heiter. Vor dem Hafen Segel hoch, Wind dreht auf SW und flaut ab. Motor an, der Himmel bedeckt sich allmählich. Nachdem wir die Nordtonne bei Svanegrund passiert haben, rollen wir wieder die Genoa aus, SE 2 Bft, "steigert" sich auf 2-3 Bft. Vor uns in Süd bildet sich eine dunkle Gewitterfront, also lieber 'mal das Ölzeug anziehen! Es grummelt, doch keine Blitze, evtl. zieht die Front vor uns her.  14.35 h fängt es heftig an zu regnen. "Kommt der Regen vor dem Wind, berge die Segel geschwind" = auch im Hinblick auf die Gewitterfront rollen wir die Segel ein und motoren. Das Gewitter zieht ganz langsam weiter von uns weg, doch es schüttet von oben. 15.00 h passieren wir den Ostpricken von Ashoved und laufen auf Juelsminde zu. Die starken Böen sind ausgeblieben, Wind hat zwar zugelegt, auch einzelne Schaumkämme, wir motoren jedoch den Rest, da der Hafen in Sichtweite ist. Fest im Yachthafen um 15.40 h, am Kopfende eines Steges. Weil hier am Hafen ein sehr gutes Fischgeschäft ist, holen wir uns für das Abendessen pfannenfertige Rødspætter ( Goldbutt ). Schmeckte das gut !!                                                             23 sm




18.08.

Bleiben hier. Ausgiebiger Bummel + shopping und Besichtigung des neuen Hafens im ehemaligen Becken des Fähranlegers = koennte man nächstesmal anlaufen, wenn entsprechendes Wetter ist......     Vormittags sonnig, etwas milchig, Wetterberichte kündigen jedoch ab Nachmittag Gewitter und sehr reichliche Niederschläge an.




19.08.

Heute ist "Pusseltag", oder, wie die Weltumsegler sagen: es wird an der "to do-Liste" gearbeitet: Der Kühlschrank muckt, d.h., dass er nicht mehr richtig kühlt. Unser Kühlschrank läuft mit Wasserkühlung, also werden alle Leitungen geprüft, das Sieb ausgebaut, ob da Verunreinigungen sind und evtl. den Wasserzulauf verhindern; dann alles durchgepustet mit der kräftigen Luftpumpe, danach zwei- bis dreimal neu gestartet, zuerst ohne Erfolg, dann endlich springt er wieder an. Danach ist die Pumpe vom Fäkalientank dran, da diese nicht mehr richtig bzw.  gar nicht mehr arbeitet. Also andere Backskiste ausräumen, alle Kabelverbindungen prüfen = nichts festzustellen. Nun muss die Pumpe ausgebaut werden ( besonders schöne Arbeit!!..). Es war etwas Papier festgeklemmt, doch das ist nicht die Ursache, wie der anschliessende Test zeigt = weitersuchen. Endlich das Problem gefunden : der Impeller ist gebrochen ! ( Verschleiss ). Nachdem dieser ausgetauscht worden ist, läuft wieder alles zufriedenstellend. Schon wieder fast der Tag vorbei; die Zeit vergeht wie im Fluge!! Gegen 20.45 h Gewitter mit schwerem Regen.


20.08.

Nachdem der letzte ( ? ) Regenschauer vorbei ist, Leinen los um 11.35 h, SE 3 Bft. Unter Motor passieren wir die Nordtonne, dann die Südtonne bei Bjørnsknude Rev. Wind legt auf SSW 4-5 Bft zu. Segel hoch, können den Kurs Richtung Kleiner Belt nicht ganz halten, also Kreuzschlag entlang Eingang zum Vejlefjord, bis wir auf dem nächsten Schlag den Ostpricken von Kasserodde anliegen können. In der Zwischenzeit braut sich am Himmel eine Gewitterfront zusammen. Als wir über Stag gehen und nun Richtung Fredericia segeln können, fängt es an zu donnern, dann zu regnen. Segel runter, Motor an, da in den Wetterberichten kräftige Gewitterböen angesagt worden sind. Freundlicherweise werden wir nicht ganz so stark gebeutelt. Wir überlegen, ob wir Fredericia Yachthafen anlaufen sollen; wir können ja mal schauen, ob dort Platz ist, weil hier überwiegend Festlieger sind, kaum Gästeplätze. Wir drehen eine Runde im Hafen, und da die dänischen Ferien beendet sind, sind auch alle Segler wieder zurück und die Gästeplätze bereits belegt, bis auf einen, fast direkt an der Ausfahrt ( Schwell!! ). Nein, das muss nicht sein; also weiter Richtung Middelfart-Yachthafen. Weil der Wind gegenan ist, ausserdem auch der Strom, motoren wir weiter, zuerst unter der Strassenbrücke, dann der Eissenbahnbrücke, um dann in den Fænø Sund einzulaufen. Immer wieder eine bezaubernde Landschaft hier, besonders, weil inzwischen wieder die Sonne scheint und alles besonders gut zur Geltung kommt. Erwartungsgemäss ist der Yachthafen gut besucht, die meisten Boxen sowieso zu eng. Dann wird uns signalisiert, dass noch eine breite Box mit grün ausgeschildert ist, wir also rein. Danke! Doch was zuerst nicht zu sehen war, erst beim genaueren Vertäuen der Vorleinen: auf diesem Schild war handschriftlich der Hinweis, dass dieser Platz nur bis zum 20. August, 16.00 Uhr ( heute!! ) frei ist; jetzt ist es 16.40 h. Also läuft Harald den nächsten Steg ab, wo noch einige breite Boxen sind, findet tatsächlich noch einen freien - grünen - Platz, dreht das Schild um und wir verholen uns dorthin. Wird nichts = ca. 10 cm zu eng!! Also zurück, weitersuchen. Der Nachbar dreht das Schild wieder um. Da wir nicht im Päckchen liegen wollen, fahren wir den Steg an der Landseite an, wo hauptsächlich Einheimische mit auch grossen Schiffen liegen. Tatsächlich finden wir hier noch einen freien breiten Boxenplatz.                    28,5 sm 

21.08.

Weil die benachbarten Schiffe "unbewohnt" sind ( müssen deren Beatzungen etwas arbeiten ? ), können wir morgens im Sonnenschein herrlich im Cockpit duschen. Beim Frühstück bilden sich dunkle Wolkenberge, dann regnet es auch, danach kommt dann noch eine Gewitterfront = Waschtag ! Der Kühlschrank will wieder nicht kühlen. Harald zieht "das ganze Programm" nochmal durch, leider ohne Erfolg. Der Kühlschrank bleibt aus!!??  Nun ist Harald am Ende seiner Weisheit.- Mit dem Bus fahren wir dann noch in die City, ohne Kosten, da man für diese Fahrt und retour ein Ticket beim Hafenmeister abholen kann. Viele alte Häuser, auch mit Fachwerk, sind hier noch zu sehen, wenn man die Gågade (shopping ) absolviert hat. Angenehm überrascht waren wir vom renovierten - neuen - Stadthafen. Wir hatten zwar gelesen, dass der umgestaltet worden ist, ( ohne aktuelles Bild ), das Ergebnis kann sich sehen lassen. Total neue Anordnung, Boxenplätze - auch breite -, dazu ein neues Servicegebäude, u.a. mit Caféteria und Touristeninformation. Wasser und Strom gibt es gegen Gebühr, wofür man im Servicecenter eine Karte besorgen muss, dann wird nach entsprechendem Verbrauch abgerechnet. Na ja.......   Diese Gegend hat jedoch optisch sehr gewonnen, auch mit den neu erbauten Häusern und Wegen. Dann ereilt uns 'mal wieder ein Gewitter, der Regenguss treibt uns zurück zur Busstation. 





22.08.

11.15 h Leinen los, W 2 Bft, bewölkt. Am Südausgang des Fænø Sunds Segel hoch, Wind WNW 1-2 Bft, dann nördlich drehend, abflauend = spiegelglatte See. 12.05 h Motor an. Es folgt eine Reihe von motoren, dann segeln, wenn Wind aufkommt, dann motoren, wenn das Wasser wieder glatt ist. Kleine Inseln aus Blasentang, Quellenbänke, Gras schwimmen im Wasser, in dem sich nun der inzwischen fast blaue Himmel spiegelt. Weil nun der Ostpricken von Rødsund und die nicht weit entfernten grünen Tonnen südöstlich von Linderum in Sichtweite sind, motoren wir den Rest bis zum ebenfalls sichtbaren Hafen von Årøsund. Wir haben keine Lust, weiter zu motoren. Fest im Yachthafen um 14.30 h, Boxenplatz. Ungefähr eine Stunde später baut sich schnell eine Gewitterfront auf: es donnert, regnet in Strömen und heftige Böen setzen ein; danach bleibt sehr kräftiger Wind aus Nordwest mit Dauerregen. Gut, dass wir im Trockenen sitzen.              14 sm




23.08.

Morgens trübe und feucht. Wettervorhersage: W-NW um 5 Bft, Schauerböen, später Gewitter, Böenwarnung 7 Bft = müssen wir nicht mitmachen; wir haben Zeit! Statt dessen fahren wir mit dem Bus, ca. 20 Minuten, nach Harderslev, denn dort waren wir noch nicht, weil wir nie Lust hatten, den ca. 7 Seemeilen langen betonnten, engen Harderslev-Fjord zu befahren. Nun nähern wir uns eben "von hinten", über Land, dieser Stadt. Bis 1920 war Harderslev bzw. diese Gegend Sønderjylland (Nordschleswig ) deutsch. Hier wird heute noch eine deutsche Zeitung gedruckt, es gibt eine deutsche Bibliothek und einen deutschen Kindergarten. Die Domkirche war bis zur Wiedervereinigung mit Dänemark eine "Filiale" des Doms von Schleswig. Ein sehr edles hochgotisches Bauwerk, mit einer beeindruckenden Orgel und schönen Holzschnitzereien an der Kanzel und anderen Einrichtungen. Unterlegt mit Bibelsprüchen und Lobpreisungen in deutscher Sprache. Sehenswerte Altstadt mit schönen Giebelhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. auch eine schöne lange Gågade mit vielerlei Geschäften...... Um ca. 16.30 h wird es am Himmel heller, weil die Sonne einige Wolkenlücken freigeschaufelt hat. Jetzt sieht die Landschaft bei der Rücktour nach Årøsund doch viel freundlicher aus!  Übrigens: Abends haben wir eigentlich "nur so" 'mal wieder den Kühlschrank angestellt : er springt sofort an !!!???  Nicht grübeln, nur geniessen....


24.08.

Wir sind fast bereit zum Ablegen, als MY "Thorskatten" mit Christel und Klueten vom SCB einlaufen und neben uns festmachen. Nach dem Klönschnack legen wir um 11.15 h ab, "Wind" aus südlicher Richtung, 1 Bft, bedeckt = Motorbootfahrt in den Alsenfjord. Auf Höhe des Schiessgebietes lockert der Himmel auf, es wird sonnig. Um 14.27 h umrunden wir die Tonne - "Abbieger" -  in den Alssund nach Sønderborg und erreichen die Brücke um 15.10 h : Brückenöffnung ist um 15.27 Uhr. Fest im Yachthafen Sønderborg um 15,45 h, Boxenplatz am Gästesteg. Zum Abendbrot haben wir uns Smørrebrød geholt, das hier in einem entsprechenden Laden besonders appetitlich zubereitet wird.




25.08.

Hafentag. Sonnig, warm, etwas diesig. In der Bibliothek aktualisieren wir die website, danach Stadtbummel. Abends zieht Gewitter auf, es regnet nachts.

26.08.

10.55 h Leinen los.  W 1 Bft, bewölkt, der Motor bleibt an. 11.44 h "Grenzübertritt" in deutsche Gewässer, wir holen den dänischen Gaststander ein. Dann ist für ca. 45 Minuten segeln möglich,   ENE 2 Bft, hinter uns dicke Wolkenfront, über uns heiterer Himmel auf Kosten des Windes: Motor an.  12.47 h ist der Leuchtturm Falshöft querab, dann können wir wieder ca. 1 Stunde segeln; der Himmel ist blau. Über Land baut sich ein Wolkenturm auf, Wind schläft wieder ein; unter Motor passieren wir um 14.30 h Leuchtturm Schleimünde. 14.55 h fest im Modersitzki-Hafen Maasholm in der Schlei, Außenseite, mit Blick vom Cockpit in die freie Natur. Wir geniessen noch die warme Sonne und freuen uns, dass das Wetter besser ist, als angesagt worden ist. Abends im Wetterbericht hören wir jedoch bei den Stationsmeldungen, dass rundum doch das Wetter war = Gewitter, Regen. Wir haben also von einem "Schönwetter-Loch" profitiert und freuen uns dazu besonders. Nachts giesst es in Strömen....                                                                 19,5 sm




27.08.

Start um 11.05 h bei kräftigem Regen, W 4 Bft. Unter Großsegel reihen wir uns ind die "Autobahn" auf der Schlei nach Schleimünde ein und passieren um 11.42 h den Leuchtturm Schleimünde, setzen die Genoa und segeln entlang der Küste Richtung Kiel; es ist böig, 5 Bft. Nachdem wir die südliche Sperrgebietstonne bei Damp umrundet haben, entwickelt sich eine besonders dicke Regenfront, die dann Damp und die Küste verschwinden läßt und uns folgt. Nach kurzer Zeit sind auch bei uns die umliegenden Schiffe nicht mehr zu sehen, denn die Wasserwand ist unvorstellbar dicht. In der zweiten Hälfte der Front Wind aus NW mit 7 Bft; wir haben rechtzeitig gerefft. Wind und Regen peitschen die See glatt. Kaum ist diese Front durch, folgt eine Gewitterfront. Genoa eingerollt, Groß noch mehr gerefft, es blitzt und donnert, dazu kräftige Böen. Nach insgesamt 1 Stunde ist alles vorbei, die Sonne kommt wieder, der Wind ist weg und wir treiben mit 2 kn unter voller Besegelung, jedoch noch mit alter Dünung. Da Bülk nicht mehr weit entfernt ist, Motor an und 'rein in die Kieler Förde. Auf der Höhe von Schilksee pfeift es plötzlich mit 5 Bft aus West, die nächste Front ist zu sehen. Doch wir lassen den Motor an, passieren den Leuchtturm Friedrichsort ( vielen Dank "weißer Mann" für die gute Segelzeit! ), sind um 15.12 h fest auf unserem Liegeplatz. Da unsere Freunde Dörte und Flix dem Hafenmeister zwei Tage vorher mitgeteilt hatten, dass wir in Kürze eintreffen werden, war der Platz auch freigemacht worden. Die hier ursprünglich liegende Yacht aus Hamburg mußte eine Box weiterrücken. - -   Die Autobatterie ist leer, Felix leiht uns sein Ladegerät. Abends gehen wir gemeinsam zum Chinesen in Friedrichsort essen (Buffet ).  --  Nachfolgend die Kartenübersicht unseres weiterenTörnverlaufs von Juelsminde  nach  Kiel                                                                                                                                         22 sm                       

 

28.08.

Ein "unschöner" Tag: Aufräumen, ausräumen, Schiff putzen....   Heftiger Wind, Wechsel zwischen Sonnenschein und Regenschauern und Gewitter. Uns tröstet die Gewissheit, dass, wenn das Wetter wieder freundlicher werden sollte, wir ja jederzeit noch Segeltage einlegen  können! Wir werden dann berichten...  

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Nachträglich können wir feststellen, dass es richtig war, das trockene Zuhause aufzusuchen, da wir wettermässig nichts versäumt haben, denn es folgte eine ungemütliche Regenzeit mit zeitweise stürmischem Wind. Doch nun, seit Tagen, sprechen alle Wetterberichte in den Medien vom "zurückkehrenden Sommer" mit warmen und sonnigen Temperaturen. Wir fahren deshalb am Freitag, den 8.09. am Nachmittag - wie andere Wochenendsegler auch - nach Kiel zum Schiff. Heute ist noch Starkwind, deshalb haben wir keine Eile.

9.09.

10.55 h Leinen los, NW 2, bedeckt. Morgens war noch Sprühregen, jetzt ist es wenigstens schon trocken. Beim Leuchtturm Friedrichsort kommen wir aus dem Landschutz,  NW 4-5 Bft, böig  6 Bft, wir reffen etwas die Genoa. Der Wellengang ist unangenehm, da kurz und steil, weil am Vortag noch Starkwind bis in die Nacht gewesen ist. Manche Wellen bremsen uns aus. Gegen 14.00 h sind einzelne (!!) blaue Himmelsflecken zu sehen; eigentlich hatten alle Wetterberichte sonnige, warme Tage vorhergesagt..... Der Wind nimmt ab auf NzW 2 Bft, zwischendurch motoren wir 'mal ca. 10 Minuten, dann 45 Minuten. In der Marstal-Bucht ( Insel Aerö) frischt er etwas auf aus NW = somit angenehmes segeln möglich. Es sind sehr viele Segler unterwegs, alle wollen, wie wir, das schöne Wetter ausnutzen; die angekündigte Sonne zeigt sich leider erst am späteren Nachmittag.  Die Ansteuerungstonne der Marstal-Rinne erreichen wir um 16.50 h, Segel runter, Motor an, im Hafen fest um 17.25 h, Steg 9, Nordseite, 2-er Box. Kurz nach uns kommt SY "Festina Lente" mit Dörte und Felix, legen sich neben uns. Rasch füllt sich der Hafen mit den ankommenden Seglern, abends ist der Hafen proppevoll; fröhliches Stimmengemurmel ringsum zu vernehmen, die Grillplätze sind ausgebucht.                                                                                                                                           35 sm

10.09.

Umlaufende Winde 2 Bft , später ( lt. dänischem Wetterbericht gegen Abend ) SO 2-3 Bft. Die arbeitende Bevölkerung muss ja wieder nach Hause ( motoren ? ); wir bleiben, da für morgen SO 3-4 Bft angekündigt werden, also bessere Voraussetzungen, denn wir haben keine Lust zum Motoren. Vom wieder angekündigten Sommertag ist  nicht viel zu sehen, da der Himmel bedeckt ist. Schnell leert sich der Hafen von Marstal: Ruhe hält Einzug; einzelne Schiffe liegen noch hier, man hört die Möwen schreien und das Wasser glucksen. Nachmittags treffen dann neue Segler ein, die  verwundert hören, dass es gestern so voll gewesen ist. Um ca. 16.00 h reisst endlich die Wolkendecke auf und es ist sonnig und warm.


11.09.

9.48 h Leinen los, SE 4 Bft, blauer Himmel. Da wir eine klare Nacht hatten, ist draussen alles feucht, das Schiff aussen ganz nass. Nachdem wir die Rinne mit Wind gegenan 'rausmotort sind, setzen wir die Segel und rauschen mit SE 4-5 Bft über die Ostsee gen Kiel. Damit es etwas bequemer ist, rollen wir die Genoa ein kleines Stück ein: wunderbares segeln = kein Vergleich mit dem nervigen Hintörn mit der unangenehmen See!! Segeln kann doch sooo schön sein !!!!  13.42 h passieren wir den Kieler Leuchtturm; auf der Höhe des Friedrichsorter Leuchtturms dreht der Wind auf SzO und ist jetzt ganz warm. Weil einige grosse Frachter hier auch in der Enge sind, nehmen wir die Segel weg, um nicht das Fahrwasser kreuzen zu müssen, denn hinter dem Leuchtturm müssen wir sowieso "gleich rechts ab". 15.10 h fest in Stickenhörn auf unserem  Liegeplatz.                                  35 sm     

14.10.

Es folgten nach diesem Törn noch einige kleine ( Tages- ) Törns. Das Wetter stimmt uns jedoch schon auf das Saisonende ein. Am 14.Oktober  geht unser Segelclub ins Winterlager auf der Ostseite der Kieler Förde, neben dem Marine-Gelände. Wir noch nicht, weil wir wegen unserer schweren "Viking" ( ca. 9 t, fast leer! ) mit dem Ellerbeker Segelclub aufslippen werden, der seine überwiegend auch schweren Schiffe mit dem großen Krahn an Land setzt. Wir nutzen jedoch heute die günstige Gelegenheit der vielen anwesenden jungen starken Männer unseres Clubs, um den Mast zu legen und ihn anschließend in das Mastenlager zu transportieren. Heute ist schönes mildes Wetter ( eigentlich Segelwetter ), doch für diese Arbeit ist es auch angenehm, nicht bei Sturm und Regen das schwere Geschütz abzubauen. Danach bringen wir unser Schiff wieder auf die Westseite, in den Haupthafen unseres Clubs, in Düsternbrook, wo es bis zum Sliptermin am 4.11. liegen bleibt.



4.11.

Aufstehen um 5.30 h, heute kommt unser Schiff an Land!! Harald war am Vortag schon in Kiel gewesen um zu prüfen, ob der schwere Sturm der Vortage etwas beschädigt hat: Wir haben Glück gehabt; lediglich ein Fenderbezug ist stark ramponiert / eingerissen. Es war extremes Hochwasser in der Förde gewesen und es bestand schon fast die Gefahr, dass das Schiff auf den Steg gesetzt wird, an dem wir längsseits liegen. Clubkameraden haben rechtzeitig die Leinen gefiert, doch dann sank das Wasser wieder und die Gefahr war vorbei. Zwei, drei "dicke" Schiffe liegen noch  hier, die auch später an Land gehen. Harald überführte unser Schiff wieder zum Ostufer und trifft noch einige Vorbereitungen bzw. räumt die Polster aus und bringt sie mit nach Hamburg. Im Morgengrauen dieses Sonnabends fahren wir nach Kiel, denn um 8.00 h sind wir dran. Pünktlich liegen wir an der Rampe und pünktlich holt der Krahn das Schiff aus seinem Element = um 8.12 h steht die "Viking" im Bock an Land. Es ist doch immer wieder aufregend....   Im Unterwasserbereich sind so gut wie keine Seepocken; den Algenschmierfilm wäscht Harald danach ab ( hierfür  wünscht man sich dann ein kleineres Schiff ! ), Heidrun räumt weiter aus. Es ist zwar bedeckt, morgens hat es noch etwas geregnet, jedoch kaum Wind und es bleibt trocken. Nachmittags fahren wir zu Haralds Mutter in Kiel, duschen dort und machen uns landfein, denn am Abend ist Stiftungsfest. Nach einem leckeren Buffet, danach Tanz und sowieso Klönschnack mit den anderen Clubmitgliedern fahren wir um 1.00 h zurück nach Hamburg, das Auto bis unters Dach vollgepackt. Es war ein langer Tag.

Die nächsten Tage läuft die Waschmaschine auf Hochtouren;  Harald fährt nach Kiel,  macht den Motor und die Wasserleitungen winterfest, baut das Gerüst für die Plane, die dann unser Schiff zum Winterschlaf eindeckt.


Nach der Saison ist vor der Saison............

Bis dann !!